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Vom Ginn und von der Sinngebung der deutschen Revolution.

(DNB.) Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht Reichsleiter Alfred Rosenberg imVölkischen Beobachter" einen Artikel, in dem es u. a. heißt:

Der Sinn einer Revolution liegt geschlossen im Wesen der Führer oder des Führers, der sie geleitet hat und nach dem Siege weiter formt.

Deshalb kann das eigentliche Wesen einer ganz großen Umwälzung nur von denen wirklich erfüllt werden, die im Kampf um den Sinn einer Be­wegung groß geworden sind. Es ist jedenfalls ein grundlegender Irrtum anzunehmen, daß et-roa die sogenannten rechtsstehenden Kreise an sich das gleiche gewollt hätten wie die Nationalsozialisten, nur daß sie mit einer anderen taktischen Haltung vorge­gangen seien. Diese sog. taktische Haltung ist näm­lich schon ein Charakterzeugnis; denn vor die Nation als Unbekannter hinzutreten und eine vollkommene Aenderung des politischen und welt­anschaulichen Ledens fordern, kann nur einer mit unbändiger Charakterkraft und einem unerschütter­lichen Glauben. Dagegen wird ein Politiker der gerade zu Ende gegangenen Epoche den Weg eines verschwiegen Paktierens im kleinen Kreise vorziehen, wird also außerstande sein, jenes große innere Erlebnis einer neuen Zeit wirklich zu fühlen und demgemäß zu gestalten. Er wird zwar das WortReaktion" als ein hohles Schlagwort empfinden, ader nur deshalb es so kennzeichnen, rreil dieses Wort schmerzhaft ist, da es der Wahr­heit entspricht.

Wir haben die Revolution unserer Zeit nicht proklamiert und gemacht, damit eine überlebte Epoche unter konservativer Revolution die Wie­derherstellung der Zustände vor 500 Jahren verkünden kann.

Die demokratische Epoche war ein formloser Uebergang zwischen zwei typengestaltenden Mäch­ten: zwischen dem Universalismus des Mittelalters und der völkischen Wiedergeburt des 20. Jahrhun­derts. Der Sinn der nationalsozialisti- schen Bewegung ist also nicht die Herstellung irgendeines Systems, sei es auch eines Einparteien­systems, sondern ist der Sinn eines auf T 0 - ^llität ausgehenden Lebenswillens,

der mit mächtiger Hand alle Gebiete des Daseins erfaßt und von innen aus neu gestaltet.

Dieses heute vor unseren Augen entstehende Reich ist also auch nicht zu messen mit konfessionellen Maßstäben des 17. Jahrhunderts, sondern trägt seine Daseinsberechtigung in sich selbst. Dieses Reich ist auch nicht eine Grundlage für die eine oder andere konfessionelle Herrschaft, sondern ist

der erste deutsche Nationalstaat, weil er in sich das geistige, seelische und politische Leben birgt und umschließt.

Die diesseitigen Werte sind also nicht mehr religiös verbrämte Ideen, sondern die Werte des deutschen Menschen bilden eine Ein­heit, wie der deutsche Mensch selbst und die Volks- heit im tiefsten Grunde eine Einheit darstellen.

Diese Einheit zu erleben und vielgestaltig auf allen Gebieten zu bilden, das bedeutet den tiefsten Sinn der vom Nationalsozialismus getragenen heutigen Epoche. Die Idee der Gewissensfreiheit erhält deshalb einen anderen Sinn als im Mittel­alter. Die Geistes- und Willensfreiheit im neuen Deutschland beruht in der Erkenntnis, daß die größte Persönlichkeit ihren festesten Urgrund in der deutschen Volkheit besitzt, und daß diese Volkheit wieder im stärksten Menschen die Blüte und Krönung seines Selbst anerkennt. Diese Be­trachtung wird jene Auslese zeitigen, die wir vom nationalsozialistischen Staat erwarten. Nach und nach wird jede wahre Leistung und jedes große Wesen sich durchsetzen.

War das Bekenntnis zum Nationalsozialismus bis 1933 ein Opfer, so hat ein Bekenntnis zur NSDAP, feit 1933 vielfach als ein Vorteil gegolten.

hier wird die neue Staate- und Volkserziehung eingreifen und jeden Nationalsozialisten durch Arbeit und Prüfung im Dienste von Volk und Staat zwingen, entweder ein hochwertiges Glied der Gesamtheit zu sein, oder aber zurückzutreten.

Deshalb ist die nationalsozialistische Revolution von dynamischer Kraft geladen und wird diese Kraft niemals aufgeben. Jede Ruhe ist aber immer nur eine Kräftesammlung für die Gestalten- formung.

Karin Görings Beisetzung in deutscher Erde.

Der Dank an eine heldenhafte Frau.

Berlin, 20. Juni. (DNB.) In Gegenwart des Führers, fast aller Reichs- und Staatsminister, fast aller Staatssekretäre, zahlreicher Angehöriger des diplomatischen Korps und anderer bekannter Persönlichkeiten wurde am Mittwochmittag mitten im märkischen Walde auf einer Anhöhe am Wucker- see in der Schorfheide unter Eichen, Buchen und Kiefern Karin Goering in deutsche Erde ge­bettet.

Auf den einzelnen Stationen von Saßnitz nach Eberswalde hatte sich überall dasselbe Bild wieder­holt. Ehrenaufstellung der einzelnen Formationen mit Fahnen, dazu die Anwesenheit von Hunderten von Mitgliedern der Frauenschaft und des Bundes deutscher Mädel. Kränze und Blumen häuften sich in dem Packwagen zu Bergen. Arbeiterfrauen gaben kleine, bescheidene Sträußchen ab; um damit zu be-

Reichs- und Staatsminister und fast alle Staats­sekretäre eingetroffen. Bald darauf erschien der Stellvertreter des Führers Reichsminister Heß und gleich danach begleitet von Gruppenführer Brück­ner, Reichsprefsechef der NSDAP. Dr. Dietrich, Gruppenführer Josef Dietrich und Oberführer Schaub der Führer. Hörnerklänge begrüß­ten ihn. An Ehrengästen bemerkte man den Reichs­statthalter von Bayern, General Ritter von Epp, den Reichsführer der SS. und Inspekteur der Ge­heimen Staatspolizei Himmler, Staatssekretär Dr. Meißner als Vertreter des Reichspräsiden­ten, den außerordentlichen schwedischen Gesandten a f Wirsen, Reichsbankpräsident Dr. Schacht und zahlreiche andere höhere Beamte, sowie die Ge­schwister des Ministerpräsidenten.

Wenige Minuten von Karinshall entfernt liegt

Adolf Hitler und Ministerpräsident Goering verlassen die Gruft, in der die sterblichen Reste Karin Goerings beigesetzt wurden.

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künden, wie sie den Kampf dieser Frau verstanden haben und als Vorbild empfinden. Um 8.30 Uhr fuhr der Zug in den Bahnhof Eberswalde ein. Ministerpräsident Goering, der von seinen aus Schweden mitgekommenen Verwandten, den Schwe­stern Karin Goerings, Gräfin Rosen, Gräfin Wilamowitz - Möllen dorff und Frau Martin, seinem Stiefsohn von Kantzow, des Sohnes Karin Goerings aus erster Ehe, Graf Rosen und Prinz und Prinzessin zu Wied, ferner dem Polizeigeneral Wecke be­gleitet war, wurde auf dem Bahnsteig von Gau­leiter Oberpräskdent Kube und Gruppenführer Prinz August Wilhelm begrüßt. Vor dem Bahnhof Eberswalde hatten Abordnungen aller Formationen mit Fahnen Aufstellung genommen. Unter Trauerroirbeln und den Klängen des Beetho- oenschen Trauermarsches wurde der schwere Zink­sarg von acht Polizeioffizieren, acht Führern des Deutschen Luftsportoerbandes und acht Förstern auf dem Uebersührungswege getragen. Ueberall, in allen Orten, bildete fast die gesamte Bevölkerung Spalier, vielfach im Arbeitsanzug, so wie sie aus den Fabri­ken und Kontoren gekommen waren, um Karin Goering in ihrer zweiten Heimat, in Deutschland, 5U grüßen.

In der Försterei Döllnkrug wurde der Sarg auf einen sechsspännigen Pferderoagen gehoben. Rei- iende Abteilungen der LandespolizeigruppeGene- V ral Goering" flankierten ihn und eröffneten und chlossen den Trauerkondukt, der sich unter den Wipfeln des märkischen Waldes nach Karins- » a [ I, dem Blockhaus des Ministerpräsibenken, in Bewegung fetzte. Inzwischen waren außer den aus Schweden mitgekommenen Trauergästen fast alle

auf einer Anhöhe von Wuckersee, flankiert von Kiefern und Buchen in einer Lichtung, die von ur­alten Eichen abgeschlossen wird, die Gruft, die Hermann Goering seiner Lebensgefährtin bauen ließ. Germanische Malsteine, Findlinge, rahmen die Stätte, die außerordentlich stimmungsvoll und land­schaftlich ganz herrlich gelegen ist, ein.

Zu beidekl Seiten der Gruft waren Abteilungen der Polizei, der Jägerei und des Deutschen Luft­sportverbandes angetreten, während das Feldjäger­korps die Absperrung vornahm. Unter den Klängen des Trauermarsches aus derGötterdämmerung" wurde der Sarg vom Wagen gehoben und vor die Gruft getragen. Luthers Trutzlied eröffnete die Feierstunde, dann sprach Pfarrer D. Fendt, der u. a. ausführte:Nun grüßt dich, Karin Goering, der deutsche Wald, der deutsche See, nun leuchten über dir die Sterne unserer Heimat, die dein zwei­tes Vaterland wurde, das du suchtest mit feuriger Seele, für das du an der Seite deines Gatten lit­test, kämpftest und dich freutest bis in den Tod. Die heilige Erde Deutschlands umhüllt dich von nun an auf immer. Aus der 'großen Einsamkeit seiner Wälder rauscht dir Deutschlands Dank, Heil und Frieden zu!" Vaterunser und Segen, der Choral So nimm denn meine Hände" schlossen die Feier. Dann klang aus dem fernen Hocywalde vom jen­seitigen Ufer des Wuckersees dasHalali" der För­ster. Um die Gruft herum häuften sich gleichend einem herrlichen Blumenbeet die Kränze, und aus flachen Schalen loderten Flammen empor. So hat Karin Goering eine Heimstatt im deutschen Walde nach alter deutscher Sitte gefunden.

(Sauprcffeamtelcifer Wowerieö MdR

Frankfurt a. M., 20. Juni (LPD.) Als Mandatsnachfolger für den kürzlich ver­storbenen Reichstagsabgeordneten Landrat Fritz Lenge mann ist der Leiter des Gaupresseamtes Hessen - Nassau, Schriftleiter Franz Hermann W o w e r i e s , bestimmt worden. Gaupresseamts­leiter Woweries, der heute im 27. Lebensjahr steht, gehört seit 1924 der nationalsozialistischen Bewegung an. Er war zunächst Hitlerjugendführer, dann Gau­redner des Gaues Thüringen und später Reichs­redner. Seit Jahren schon ist er im Gau Hessen- Nassau tätig. Nack der Neuordnung im Reichs­verband der Deutschen Presse wurde er mit der Leitung des Landesverbandes Rhein - Main im RDP. beauftragt.

HirtsieferwegenllntreueundBestechung vor Gericht.

Berlin, 20. Juni. (DNB.) Vor der 7. Großen Strafkammer des Berliner -Landgerichts begann heute der Prozeß gegen den früheren Zenlrums- minifter Hirtfiefer, der erst vor einiger Zeit in München-Gladbach zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Neben Hirtsiefer haben sich noch zu verantworten: Der Verbandsleiter Dr. Dr. h. c. Heinrich Gerlich, der Staatssekretär a. D. Prof. Dr. Dr. h. c. Adolf Scheidt, der Ministe­rialdirektor a. D. Hermann Peters, der Ministe-. rialdirektor i. e. R. Dr. Alexander Schneider und der Ministerialdirektor a. D. Geh. Regierungs­

rat Hermann Tillich. Allen Angeklagten wird Untreue, teilweise verbunden mit Anstiftung zur Untreue, Gerlich außerdem Betrug zur Last ge­legt. In einer Nachtragsanklage wird Hirtsiefer außerdem passive Bestechung im Amt in zwei Fällen vorgeworfen. Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft find von dem in enger Verbin­dung mit dem früheren preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt stehenden VereinReichszentrale, Landaufenthalt für Stadtkinder und Erholungs­pflege deutscher Kinder im Ausland" allein für Reisekosten der Angeklagten jährlich Zehntausende von Mark ausgegeben worden. Die Derwaltungs- kosten sollen außerdem geradezu eine phantastische Höhe erreicht haben. Den Angeklagten Hirtsiefer, Scheidt und Gerlich wird ferner Untreue und dem Angeklagten Peters Anstiftung zur Untreue bei der Beschaffung des dritten Ehrendoktortitels für Hirtsiefer vorgeworfen. Diesen Titel mußte nach der Anklage die Reichszentrale aus preußischen Gel­dern mit nicht weniger als 22 000 Mark bezah­len. Aus der Kasse der Reichszentrale sollen weiter Fahrgelder und Kurkosten für Parteibuchbeamte und deren Angehörige und Bekannte bestritten wor­den sein. Hirtsiefer wird außerdem vorgeworfen, daß er sich von dem früheren Oberbürgermeister -von Köln durch 100 Flaschen Wein, 100 Lotterielose und ein kostbares Oelgemälde bestechen ließ. Für den Prozeß ist eine Verhandlungsdauer von etwa vier Wochen vorgesehen. Die Verhandlung begegnet im übrigen keinem starken Publikumsinteresse. Im Zuhörerraum sitzt nur eine einzige Zuhörerin.

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Unfall des DampfersDresden". Passagiere und Besatzung in Sicherheit.

DNB. Bremen, 20. Juni. Der Dampfer Dresden" des Norddeutschen Lloyd, der sich zur Zeit auf einer UrlauberfahrtKraft durch Freude" befindet, ist einige Meilen nörd­lich von Utfire an der norwegischen Küste durch Grundberührung leck geworden. Der nor- weaische DampferKong Haakon" hat sämtliche Fahrgäste an Land gebracht. Sie befinden sich also in Sicherheit. Der Norddeutsche Lloyd hat zur Rückbeförderung der Passaaiere feinen 13 367 t großen DampferStuttgart" beschleunigt zur Un­fallstelle entsandt. Das Schiff hat Bremerhaven um Mitternacht verlassen und wird am Donnerstag­vormittag an der Unfallstelle eintreffen. Der Damp­ferDresden" hat um 21 Uhr an den Norddeutschen Lloyd gefunkt, daß ein Teil der Passagiere in Stavanger, ein Teil in Kopervik an Land gebracht worden ist. Das havarierte Schiff schwimmt, die Besatzung befindet sich an Bord.

Nach einer weiteren beim Norddeutschen Lloyd eingegangenen Funkmeldung derDresden" hat die Besatzung das Schiff verlassen. Es sind sämtliche Fahrgäste und alle Besatzungsmit­glieder in Sicherheit gebracht worden. Lloyds- London melden, daß sämtliche in der Nähe der Unfallstelle befindliche Dampfer angewiesen sind, dem DampferDresden" H i l f e zu leisten.

Zu dem Unfall werden aus Haugesund noch folgende Einzelheiten gemeldet: Das erste Schiff, das an der Unfallstelle erschien, war der norwegische DampferKing Harald". Bald darauf traf der norwegische DampferKronprinzessin Marta" an der Unfallstelle ein, wo die Landung der Fahrgäste in vollem Gange war. Um 22.40 Uhr meldete der Funker derDresden", daß er und der Kapitän das Schiff als die letzten verlassen, und daß das Schiff dem Versinken nahe sei. Alle Passa­giere und die Besatzung seien gerettet.

Staatsbegräbnis für einen ermordeten Schulungsleiter der NSDAP.

In Gollmütz, Kreis Schwerin an der Warthe, war der landwirtschaftliche Inspektor und Schulungs­leiter der NSDAP. Kurt E l s h o l z überfallen und mit einem Fleischermesser durch sieben Stiche getötet worden. Der Führer hat nunmehr ein Staatsbegräbnis angeordnet, das auf dem Alten Friedhof in Potsdam ftattfinbet. Die Leiche des Ermordeten wird vorher in der Nikoleikirche aufgebahrt werden. Der Mörder Gregor Meiß­ner ist festgenommen worden.

Sfern-SfaffeHauf der HI. zum Geburtsort Schillers.

Aus allen Teilen des Reiches wurden am Mitt­woch Stern staffeln der HI. nach Marbach in Württemberg, der Geburtsstadt Schillers, gelaufen. Ein großes Sonnenwendfeuer wurde ent­zündet, wozu das Feuer von der ewigen Schlageter- flamme in der alten Barbaroffa-Pfalz in Kaisers­werth überbracht wurde. Aus diesem Anlaß ver­sammelte sich am Mittwochmorgen die Düsseldorfer HI. zu einer kurzen erhebenden Feier. Unterbann­führer H e i e schickte dann den ersten Läufer mit dem Feuer auf die lange Reise, die von der Barba­rossa-Pfalz am Schlageter-Nationaldenkmal auf der Golzheimer Heide vorbei durch Düsseldorf nach Opladen zunächst bis Leverkusen geht, wo die Fackeln an das Gebiet Mittelrhein abgegeben werden.

Riefenbrand bei einer Grube der Ilse Bergbau AG.

Am Tagebau der Grube ,Zlse-Ost" der Ilse Berg­bau AG. wütet feit längerer Zeit ein gewaltiger Brand, der bisher ein Gelände von etwa 400 Morgen zwischen der Bahnstrecke Senftenberg Kottbus und dem Tagebau erfaßt hat und schon von roeither durch große Rauchschwaden.zu erkennen ist. Außer der Werksfeuerwehr mußten Löfchzüge aus Senftenberg und der ganzen Umgebung einge­setzt werden. Die Bekämpfung des Brandes gestal­tete sich durch Hitze und Rauch außerordentlich schwierig. Nachdem es zunächst gelungen war, das Feuer einzudämmen, hatten starke Windstöße als­bald ein weiteres Aufflammen des Riesenbrandes zur Folge, so daß das Feuer noch weiter um sich griff. Man vermutet Funkenflug als Brandursache. Für die Grube selbst besteht keine Gefahr; jedoch wurde der Betrieb unterbrochen, um die Belegschaft bei der Bekämpfung des Feuers einfetzen zu können.

Neues Grubenunglück auf Karsten-Zentrum. Sieben Bergleute verschüttet.

Am Mittwochnachmittag ereignete sich auf der 774-Meter-Sohle des Nordfeldes der K a r ft e n = Zentrum-Grube ein schweres Grubenun­glück. Bei einem heftigen Erdstoß ging eine in Eisen ausgebaute Strecke zu Bruch. Unter den ein- stürzenden Gesteinsmassen wurden ein Steiger und sechs Bergleute verschüttet. Zwei in der Nähe der Einsturzstelle befindliche Bergleute wurden ver­letzt, davon einer schwer. Sie' konnten sofort ge­borgen werden. Die Rettungsarbeiten wurden sofort eingeleitet. Irgendeine Verbindung mit den Ver­schütteten konnte bisher nicht ausgenommen werden. Der Erdstoß es handelt sich um ein ^genanntes tektonisches Beben wurde im ganzen Beuthener Grubenreoier verspürt. Nach Auskunft der Berg­

Ireoierämter rourbe auf den verschiedenen Gruben nen­nenswerter Schaden nirgends angerichtet. Oberberg­hauptmann Lindemann vom Oberbergamt Bres­lau hat sich in Vertretung des erkrankten Berg- Hauptmannes sofort nach der Unglücksstelle begeben, um die weiteren Rettungsarbeiten zu leiten.

Bei den Rettungsarbeiten auf Karsten-Zentrum wurden im Laufe der letzten Nacht der Hauer Pi.loth und der Abteilungsführer Steiger Köhl als Tote geborgen, lieber das Schicksal der noch Eingöschlossenen besteht keine Gewißheit. Die Ret­tungsarbeiten werden mit allen Kräften weiterge­führt.

Schnelle Aufklärung eines Raubmordes in Köln.

Vor wenigen Tagen wurde der 25 Jahre alte Metzgergeselle Pfeifer aus Pößneck im Hause seines Meisters in Köln-Sülz tot im Bett auf­gefunden. Mit einem stumpfen Gegenstand war ihm die Schädeldecke zertrümmert worden. Die Mord­kommission verhaftete schon am folgenden Tage den unter dringendem Tatverdacht stehenden Fritz T h i e« fen, der mit Pfeifer im gleichen Zimmer wohnte. Thiesen legte nach anfänglichem Leugnen ein Ge­ständnis ab. Als Beweggrund für feine Tat gab er Haß seinen älteren, ihm im Betrieb vorgesetzten Kollegen an. Er hat den schlafenden Pfeifer mit einem Hammer erschlagen. Nach der Tat nahm er die Geldbörse des Ermordeten an sich und besuchte eine Vergnügungsstätte. Er hatte dann auch noch die Unverfrorenheit, zu Hause dem Meister den Tod seines Kollegen zu melden.

Japanische Kriegsschiffe auf der Suche nach den chinesischen Piraten.

Die japanische Admiralität hat sämtliche in den chinesischen Gewässern weilende Kriegsschiffe ange­wiesen, sich an der Suche nach den chinesischen Seepiraten zu beteiligen, auch ohne Fühlung­nahme mit den chinesischen Behörden. Die Suche nach den chinesischen Seeräubern wird von der ge­samten japanischen Presse mit großem Interesse verfolgt. Man erklärt hier, daß bei der japanischen Admiralität der Funkspruch eines japanischen Kreu­zers vorliege, der sich an der Suche beteiligte. Er habe die Hoangho-Mündung abgesucht, ohne ein Zeichen von den Seeräubern gesunden zu haben. Die chinesischen Landungstruppen hätten versucht, die Dschungel an der Hocmgko-Mündung zu durch­suchen, bis jetzt sei allerdings noch keine Spur von den Seeräubern gefunden worden. Nach den Mitteilungen der japanischen Presse seien diese See­räuberbanden sehr gut ausgerüstet; bei einem Uebersall wurden sogar schwere Maschinenge­wehre ausländischer Herkunft festgestellt. Die ja­panische Regierung hat erklärt, daß die chinesischen Zusicherungen, China werde das Seeräuberunwesen mit den allerfchärfsten Mitteln bekämpfen, für Ja­pan ungenügend seien; deshalb werde die japanische Regierung gezwungen sein, selbst Hilfsmaßnahmen für die Sicherheit ihrer Bürger in China zu treffen.

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Den Bemühungen der englischen Kriegs­schiffe ist es gelungen, von den fünf Engländern, die von chinesifchen Seeräubern gefangen und ver­schleppt worden waren, vier zu befreien. Sie befinden sich wohlbehalten auf einem englischen Kriegsschiff. Nach einer Reutermeldung aus Wei­haiwei soll inzwischen auch der fünfte englische Ge­fangene sowie ein gefangener Chinese befreit wor­den sein.

Wettervoraussage.

Mit dem Zustrom kühler Luft an der Rückseite des skandinavischen Tiefs hat über dem Kontinent Barometeranstieg eingesetzt und zum Aufbau eines Hochs mit feinem Kern über Frankreich geführt. Da vorerst immer noch ozeanische Luft heran­befördert wird, tritt weiterhin wechselhafte Bewöl­kung auf, doch wird später der hohe Druck auch zu stärkerer Aufheiterung führen,wobei bann bie verhält­nismäßig niebrigen Temperaturen etwas ansteigen. Ein vom Ozean herannahenbes neues Tief wird aber eine Festigung der Wetterlage auf längere Sicht nicht zulassen.

Au ssichten für Freitag: Teils wechselnd- bewölkt, aufheiternd, noch mäßig warm, meist trocken.

Aussichten für Samstag: Zunächst auf­heiternd und wärmer, bann roieber Bewölkungsauf­zug unb Wetterverschlechterung.

Luftemperaturen am 20. Juni: mittags 18,3 Grad Celsius, abenbs 13,7 Grab; am 21. Juni: morgens 13*1 Grab. Maximum 19,5 Grab, Minimum 11,6 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Juni: abenbs 17,8 Grab; am 21. Juni: morgens 15,2 Grab Celsius. Nieberschläge 0,7 mm. Sonnenscheinbauer 1,6 Stunben.