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Aus aller Welt.

Die Frankfurter Oper gastiert in Holland.

Eine Holland-Tournee des unter Leitung des Generalintendanten Hans Meißner stehenden Frankfurter Opernensembles wurde im gutgefüllten Amsterdamer Stadttheater mit der Aufführung der Wagnerschen Oper R i e n z i " erfolgreich, einge­leitet. Das Publikum, unter dem man Vertreter der Amsterdamer Behörden, den Frankfurter Ober­bürgermeister Dr. Krebs, den deutschen General­konsul Dr. von Hahn sowie namhafte Mitglieder der deutschen Kolonie bemerkte, spendete reichen Beifall, der insbesondere den Hauptdarstellern Paul Helm (Rienzi), Elsa K m e n t (Irene) und Magda Spiegel (Adriano) sowie dem Dirigenten Zwih- l e r galt. Am Schluß wurde den Künstlern ein Kranz mit einer holländischen Schleife und ein Blumenstrauß in den deutschen Farben überreicht. Das deutsche Orchester zeigte sich hierfür dadurch erkenntlich, daß es im Hinblick auf den Geburtstag des Prinzgemahls Heinrich die holländische National­hymne spielte, die von den Anwesenden stehend ge­sungen wurde. Auch die Presse äußert sich an­erkennend über das Frankfurter Gastspiel.

Friedrich kayhler

Ehrenmitglied der Vühnengenossenschaft.

Der Präsident der Genossenschaft der deutschen Bühnen-Angehörigen hat Friedrich K a y ß l e r in Würdigung seiner Verdienste um die deutsche Theaterkunst anläßlich seines 60. Geburtstages zum Ehrenmitglied der Bühnengenossenschaft er­nannt.

Die Gewinner des Preises der Internationalen Liga der Flieger.

Die Gewinner des Internationalen har- mon-Preises der Internationalen Liga der Flieger sind nach der Klassifizierung der besten Pi­loten der Welt für das Jahr 1933: für Flugzeug­führer Willy P o st, für Luftschiffführer Dr. Hugo Eckener, für Höhenflieger T. G. W. ©eitle, für Fliegerinnen Maria h i l s z. Unter den Gewin­nern des Nationalen Preises der Internationalen Liga für Flieger für das Jahr 1933 befinden sich für Deutschland der Flieger G e r st e n k o r n, für Luftschifführer E. A. Lehmann, für Höhenflieger Robert Peterhow, als beste Fliegerin Elli Beinhorn; für die Vereinigten Staaten als bester Flieger Willy P o st, als bester Luftschifführer C. E. Rosendahl, als bester Höhenflugpilot T.

G. W. S e 11 l e, als beste Fliegerin Anna M o r - row-Lindbergh.

Freilegungsarbeiten auf der Ruine Rheinfek.

Auf der Ruine Rheinfels bei St. Goar am Rhein werden zur Zeit die unterirdischen Gänge und Gewölbe freigelegt. An der Nord­seite der Ruine wurde bereits ein größerer Keller freigelegt.

Die Mörder des SA.-Slurmführers hambückers fesigestelll.

Nach Mitteilung der Justizpressestelle Aachen ist es nach umfangreichen Ermittlungen gelungen, die Mörder des SA.-Sturmführers hambückers festzustellen. Es find die beiden Bergleute Jakob Engel und Johann I ü h n aus Uebach. Sie sind des Mordes verdächtigt und haben sich der Straf­verfolgung durch die Flucht entzogen. Sturm­führer hambückers, der im 47. Lebensjahr stand und Vater von fünf Kindern war, ist in der Nacht zum 20. Juni 1932, als er sich mit einem Trupp SA.-Männern auf dem Heimweg befand, den Kugeln der kommunistischen Heckenschützen zum Opfer gefallen.

Drei Arbeiter von Erbmassen verschüttet.

Auf der Baustelle der Fernverkehrsstraße Bent­heimSchüttorf (Hannover) ereignete sich ein U n - glück. Die für diesen Straßenbau erforderlichen Erdmassen werden von einem etwa 12 Meter hohen Abraumhügel an der Schüttorfer Straße abgetra­gen. Etwa 10 Arbeiter waren mit dem Aufladen auf Feldbahnwagen beschäftigt, als plötzlich die Erdmassen von oben nachrutschten und drei Arbeiter unter sich begruben, während die übrigen sich in Sicherheit bringen konnten. Ein Arbeiter konnte nur noch als Leiche geborgen werden, wäh­rend die beiden anderen mit schweren Ver­letzungen in das Krankenhaus gebracht werden mußten.

Todesurteil gegen einen berüchtigten Räuber.

Das Schwurgericht Stuttgart verurteilte den 25jährigen Hilfsarbeiter Jakob F ü ch s l aus Lan- dorf in Niederbayern wegen vollendeten und ver­suchten Mordes zum Tode, acht Jahren Zucht­haus und dauerndem Ehrverlust. Füchsl war seiner­zeit wegen vollendeten Totschlages, begangen an dem Oberlandjäger M a i von Winnenden, und we­gen versuchten Totschlages an dem Landjäger S e i - bald zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren

Ehrverlust verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Das Reichsgericht hob daraufhin das Urteil unter Zurückweisung an die Vorinstanz auf. Der jetzt zum Tode Verurteilte, ein berüchtigter Räuber, hatte im Frühjahr 1933 auf einer nächtlichen Diebesfahrt den Oberlandjäger Mai durch mehrere Revolver­schüsse getötet.

Blutiges Familiendrama in Hannover. Drei Menschen mit einer Granathülse erschlagen.

Der nervenkranke Tischler E u l l in Hannover erschlug in seiner Wohnung seine Frau und verletzte seine Tochter und seinen Sohn so schwer, daß beide, ein 19jähriges Mädchen und ein sechs­jähriger Junge, kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starben. Der Täter stellte sich dann der Polizei. Der zweite Sohn des Eull entging dem grausigen Schicksal, da er sich zur Zeit der Tat auf seiner Lehrstelle befand. Eull sollte am gleichen Tage einen Erholungsurlaub antreten. Zu der Tat benutzte er eine Granathülse, die er als Kriegs­andenken aufbewahrt hatte.

Wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht in Insterburg verurteilte die Frau Hedwig Radszuhn aus Serteggen im Kreise Goldap und den Besitzersohn Gustav S ch i n - kewitz wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte auf Lebenszeit. Am 12. Januar wurde der Maurer und Gastwirt Otto Radszuhn aus Serteg­gen erschossen in seinem Schankraum aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben, daß Radszuhn von dem Besitzerssohn Schinkewitz mit Einwilligung der Frau Radszuhn durch einen Revolver-schuß getötet wurde. Schinkewitz und die um 18 Jahre jüngere Frau des Radszuhn unterhielten ein Liebesverhältnis.

Einem gemeingefährlichen Kurpfuscher das Handwerk gelegt.

Das Amtsgericht Neuwied verurteilte den Kur­pfuscher Bredel aus Elberfeld wegen fortgesetzten Betrugs im wiederholten Rückfall und wegen Anbietens von Heilmitteln im Umherziehen zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus und zu 300 Mark Geldstrafe. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre abgespro­chen -und ihm für die gleiche Zeit die Ausübung sei­nes Gewerbes als heilkundiger untersagt. Bredel, der bereits sechsmal vorbestraft ist, ist von Beruf Schlosser. Da er sich auf seineglänzenden Heil­erfolge" alsWunderdoktor" berief, gelang es ihm immer wieder, Leichtgläubigen feine M-ittelchen auf­

zuschwatzen. Er behauptete u. a. Tuberkulose, Gal­lensteine und Herzleiden in kürzester Zeit und nur durch Handauflegen heilen zu können. Das Gericht hielt eine Zuchthausstrafe für angebracht, da Bredel als regelrechter Heilschwindler eine Gefahr für die Volksgesundheit darstelle.

Fünf Todesopfer bei einem Autounglück in Savoyen.

Ein schweres Autounglück ereignete sich in der Nähe von Modane in Savoyen dicht an der französisch-italienischen Grenze. Ein mit fünf Per­sonen besetzter Kraftwagen stürzte in einen 300 Meter tiefen Abgrund. Die Verunglückten konn­ten bisher nicht geborgen werden. Man vermutet, daß alle fünf Insassen den Tod gefunden haben.

Fünf Tote bei einem Lawinenunglück.

In Piateda bei Sondrio (Provinzhauptstadt des Vetlin) wurden neun Arbeiter, die sich auf dem Wege zu den in der Nähe von Piateda im Bau befindlichen Kraftanlagen befanden, von einer Lawine verschüttet und ins Tal hinabge­schleudert. Unter großen Anstrengungen konnten nur vier Verschüttete lebend aus dem Schnee geborgen werden. Die fünf übrigen fanden den Tod.

Stiergefecht im ersten Stock.

In einer Hauptstraße von Madrid kam es zu großen T u m u l t s z e n e n , die ausnahmsweise einmal nicht auf einen politischen Anlaß zurückzu­führen waren. Vielmehr war ein K a m p f st i e r beim Transport ausgebrochen und trieb die Stra­ßenpassanten in die Flucht. Schließlich brach er in ein Haus ein. Auch die Treppe gebot ihm keinen halt. Er gelangte bis in den ersten Stock, wo er eine Wohnung völlig demolierte. Inzwischen war das Ueberfallkommando erschienen und einer der Beamten nahm den Kampf mit dem Stier auf. Er blieb auch Sieger, und es erregte das besondere Entzücken des Publikums, daß er seinen Gegner nach allen Regeln der Toreadorkunst zur Strecke brachte. Die begeisterte Menge trug den Polizisten auf den Schultern durch die Straßen.

Schweres Erdbeben auf Eelebes?

Die russische Erdbebenwarte in Pulkowo registrierte am Sonntag, 22.28 Uhr Greenwich-Zeit, ein Erd­beben, dessen Herd vermutlich in der Gegend der Insel Celebes liegt. Die Bodenverschiebung in Pul­kowo erreichte 250 Mikron, was auf ein überaus verheerendes Erdbeben hindeutet.

3n Rußland hat es geschneit.

Wie aus Moskau gemeldet wird, hat es am Sonn­tag in Zsntralrußland geschneit. Besonders stark waren die Schneefälle in Orel.

Herrn Louis Faber

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Herr Louis Faber

ist heute von uns gegangen. Der Verstor­bene stand 50 Jahre lang in der Sängerbe­wegung und hat sich in dieser Zeit große Verdienste erworben.Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Gießen, den 20. April 1934.

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DANKSAGUNG

Für die vit-len Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und beim Heimgange unseres lieben unvergeß­lichen Entschlafenen

Herrn Otto Neuer, Justizsekretär sprechen wir allen unseren tiefgefühlten Dank aus. Ins­besondere danken wir Herrn Pfarrvikar Balz lür seine wohltuenden tröstenden Worte, der Ärzte-und Schwestern­schaft für ihre hingehende Pflege, dem Herrn Oberstaats­anwalt und der Kollegenschaft sowie der 50er Vereinigung für das Gedenken und die schönen Blumenspenden.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Elise Neuer und Kinder

In tiefem Schmerz:

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