Die unzulässige Abwanderung von deutschem Geld in das Ausland war auf diesem Wege immerhin nicht ausgeschlossen.
Um diesen Mißbrauch zu verhüten, ist nicht nur die Freigrenze allgemein herabgesetzt, sondern es sind auch nopch andere Bestimmungen getroffen worden, die eine bessere Derwendungskontrolle er» möglichen. Die Ueberbringung oder Versendung von Reichsbanknoten in das Ausland ist allgemein verboten worden. Das gilt auch für die Beträge, die innerhalb der gegenwärtigen Freigrenze von 200 Mark oder innerhalb der vom I.Mai an festgesetzten Freigrenze von 50 Mark liegen. Auch hier sind Reichsmarknoten und inländische Goldmünzen als Zahlungsmittel ausgeschlossen. Zugelassen ist nur noch die Mitnahme von oder die Zahlung in deutschem Hartgeld. Reiseschecks, Kredit- briefen, Schecks oder sonstigen Zahlungsmitteln, die den Zweck der Verwendung erkennen lassen. Die bisherige Möglichkeit, deutsche Marknoten in das Ausland mitzunehmen, ober zur Zahlungsleistung in das Ausland zu schicken, ist nunmehr ausgeschlos- sen. Wenn der deutsche Reisende sich für eine Aus- landreise keinen Kreditbrief oder ein sonst zugelassenes Zahlungsmittel verschafft hat, so muß er die Reichsmark vor dem Überschreiten der Grenze in ausländische Banknoten umwechseln.
Es ist ein bemerkenswertes Zugeständnis, daß unter Beachtung dieser Vorschriften (keine Mit» nähme von Reichsmarknoten und Goldmünzen) die Freigrenze für Auslandreisen in der bisherigen Höhe von 200 Reichsmark bestehen bleiben soll, Es wird also der Auslandreise kein größeres Hemmnis als bisher in den Weg gelegt. Es wird nur die Kontrolle über die Verwendung der zugebilligten Reisebarschaft verschärft. In diesem Sinne wird denn auch bestimmt, daß die abgehobenen Beträge nur für den Lebensunterhalt während der Rei e Verwendung finden dürfen, und daß nicht abge» hobene ober verwenbete Beträge ber Reichsbank mieber angeboten werben müssen. Bisher war bis Durchführung einer derartigen Kontrolle schwierig. Aus Grund der neuen Bestimmungen ist sie durchaus möglich.
Die neuerdings erlassenen Bestimmungen über die Verschärfung der Devisenbewirtschaftung können dem Auslande als neuer Beweis dafür dienen, daß die Devisenverknappung in Deutschland zunimmt und daß die Regierung alles tut, um die noch vorhandenen Reserven 3U schonen. Die Maßnahmen beweisen ober auch, daß die Rücksicht auf unseren Verkehr mit dem Auslande nicht aus dem Auge verloren wird, soweit es sich irgendwie mit unserer Devisenlage vereinbaren läßt.
„Helbenkeller" in Europa.
Frankreichs ziviler Luftschutz. — Italienische Lustschutz-Tunnel. — Londoner „NotauSgänge". — Unterirdische Wohnungen in Rußland.
Bezirksbesprechung der oberhessischen Eierverwertungs-Genoffmschasten.
Es ist zur Binsenwahrheit geworden, daß Deutschland völlig wehrlos in der Welt dasteht und dazu noch von Nachbarn umgeben ist, die in jeder Be- Ziehung zu den stärksten Militärmächten der Welt gehören. Auf keinem Gebiete prägt sich unsere absolute Hilflosigkeit sogar in der Verteidigung so stark aus wie bei der Luftfahrt, die zur unheimlichen, alles Überwindenden Waffe unserer einstigen Gegner aus dem Weltkriege geworden ist. Fünfzehn Jahre nachdrücklich forcierter Entwicklung des Flugzeuges, für dessen Vervollkommnung insbesondere Frankreich und Rußland Unsummen ausgegeben haben, schufen ihnen ein Instrument, dem mir nicht einmal Polizeiflugzeuge entgegensetzen sollen, ganz ZU schweigen von Maschinen, die für den Luftkampf geeignet sind. Mit Stolz kann Frankreich auf seine Luftflotte blicken: die Franzosen wären durchaus berechtigt, sich dank dieser Waffe frei und ohne Sorgen um ihre Sicherheit für alle künftigen Entwicklungen zu fühlen. Aber bas ist ja gerabe bas befonbere Kapitel, bas Frankreich gewibmet werben muß: Es kann sich wohl sicher im Besitze ber stärksten Kriegswerkzeuge fühlen, unb es bleibt boch im- mer — allerbings aus negativen politischen Gründen — besorgt um seine Existenz, weil wir in Deutschland noch ein paar altmodische Kanonen, eine Reihe von Gewehren und sogar — einige Verkehrsflugzeuge besitzen.
Weil wir Deutschen über so fürchterliche „Waffen" verfügen, besteht L u f t g e f a h r für Frankreich! Dagegen will cs sich „vorbeugend" schützen. Diese Schutzmaßnahmen haben an ber Ostgrenze nach Deutschland zu längst begonnen. Erst biejer Tage fanb roieber eine großangelegte Luftschutz- Übung bei Belfort statt: baß sie sich so nebenbei zur Manöver Übung ber eigenen Flotte ouswuchs, wirb ja wohl kaum von ben französischen Generalstäblern beabsichtigt gewesen sein ...? Dann ist für bic Gesamtbevölkerung bes Lanbes ein Erlaß herausgegeben worben, ber ausführliche Anweisungen für ben künftig burchzuführenben Luft- schütz enthält. Die Ueberwachung bieses passiven Schutzes obliegt fortan ben kommunalen Verwaltungen. Der Bürgermeister wirb für bie peinlich genaue Befolgung ber Bestimmungen verantwortlich gemacht. Die Behörben sinb angewiesen, einen besonberen Sicherheits- unb Hilfsbie'nst zu orgoni- fieren; körperliche Tüchtigkeit unb moralisch em- wanbfreie Führung sinb Vorbebingungen für bie Aufnahme in biefe private „Elitetruppe". Die freiwilligen Helfer werben auf Ehrenwort verpflichtet: ihr Einsatz erfolgt erst, wenn eine ärztliche Untersuchung befreibigenb ausgefallen ist. Auch bie tech- nische Eignung jebes Mitgliebes soll erprobt werden. Hier wird also ganz nebenbei eine neue R e - servearmee aufgestellt, bie besonbers wertvoll für einen zukünftigen Luftkrieg sein bürste.
Italien fühlt sich burch seine Lage unb durch jeine politische Einstellung vielleicht nicht ganz in Sicherheit. Auch in Rom verfolgt man bie wachsenden Starkeziffern ber europäischen Luftflotten, unb rifW sich danach ein. Freilich kann das Lanb 'M ^°hmen ber verfügbaren Mittel unb ungehindert durch Vereinbarungen ber „Friebensverträge" seine eigene, sehr gute Luftflotte weiter verbessern unb ausbauen: immerhin — mit diesem oder jenem ber
Nachbarn kommt es dabei boch nicht mit. Unb bes- wegen roibmet man auch in Italien bem Luftschutz große Aufmerksamkeit. Eben ist eine weise Anorb- nung ergangen: künftighin müssen alle unter- irbischen Verbinbungswege für Straßen, Verkehrsmittel aller Art, Eisenbahnen so tief in bie Erbe verlegt werben, baß sie bei einm Luftangnf durch Bomben nicht zerstört werben können. Die Tunnel sollen ausreichenbe Zugänge haben. Sie müssen lustbicht zu schließen sein unb über Gasschleusen verfügen. Auch ist an Belüftungs- unb Notbeleuchtungsanlagen gebucht. Weil man erprobt hat, baß ber im allgemeinen für Gleisbettungsanlagen benutzte Schotter bas Gas lange sesthält, wirb fortan jebe Schiene in eine gleichmäßig glatte Pfla- sterbecke eingelagert. Das ist vorb Üblicher Luftschutz, benn biefe bombensicheren Tunnel, die italienischen „Helbenkeller", bieten einer außer- orbentlich großen Menschenmenge ein gefahrloses Unterkommen.
Ein Schutz, ber sich übrigens schon bewährt hat! Die Englänber sinb es gewesen, bie im Kriege bei ben beutschen Luftangriffen hinter bas Geheimnis kamen, baß ihre ßonboner Unter- grunbbahn ausgezeichnete Helbenkeller abgebe. Damals würben bie kilometerlangen Gänge ausgiebig benutzt. Und weil man das Gelernte keineswegs vergaß, wurden in der Nachkriegszeit ausgedehnte Erweiterungs- unb Neubauten vorgenommen, bei benen man bie Erfahrungen bes Luftkrieges weitgehenb benutzte. Es wirb bei ber Inanspruchnahme ber ßonboner Untergrunbbahn halb auf- fallen, baß bieses Verkehrsmittel in ben tiefgelegenen Tunnels so außerorbentlich viel „Notcmsgänge" besitzt — bas sind eigentlich mehr „Eingänge" für Notfälle. Deshalb lieber eine Treppe mehr als zu wenig!
Die Russen schützen ihre Großstäbte vor der ßuftgefabr zunächst nach bem üblichen Muster durch Keller. Aber sie wissen, baß biefe im Ernstfälle noch nicht ausreichen würben. Unb ba sie auf Grund von Erprobungen überzeugt sind von ber Güte ihres Fliegeralarrnbienstes, gehen sie in großem Umfange dazu über, vor ben Toren ber Großstäbte unter- irbifche Wohnanlagen einzurichten, bie in ihrem Innern schon erstaunliche Bequemlichkeiten — vielleicht oft bessere als zu Hause! wirb mancher Russe denken — bieten, dazu aber, was viel wichtiger ist, mit den modernsten Gasschutz- unb Entgasungsanlagen versehen sinb. Selbstverständlich hat man bombensicher gebaut, indem man sehr tief in die Erde hineingeht.
Was ist bei uns zu finden? Wir arbeiten erst fetzt mit Energie an den Problemen des ßuft» schutzes, und einstweilen ist n o ch s e h r v i e l z u tun, um ben größeren Teil ber Bevölkerung über die Gefahren zu belehren, benen wir ausgesetzt I sinb. Dabei wirb es sein Bewenben nicht haben.
Der nationalsozialistische Staat will ben Schutz jebes Dolkgenossen für ben Ernstfall verbürgen. Unb ba wir ber Meinung sinb, man solle bas Gute nehmen, woher man es auch be- komme, wirb es nur von Nutzen fein, ben Luftschutz der anberen kennenzulernen. E. W.
Die Eierverwertungsgenossenschaften der Provinz Oberhessen einschließlich Wetzlar hielten gestern vormittag unter bem Vorsitz bes Landwirtschaftsrats Frech von der Hauptgenossenschaft Frankfurt eine Bezirksbesprechung im Hotel Hopfeld zu Gießen ab. Die Vertreter sämtlicher oberhessischer und der Wetzlarer E^erverwertungsgenossenschaften nahmen vollzählig teil. Der Gaufachberater für die Geflügelwirtschaft und Kleintierzucht erinnerte zunächst, an ben Geburtstag unseres Führers unb Reichskanzlers Adolf Hitler, auf den bie Versammlung ein breifaches „Sieg-Heil!" ausbrachte. Lanbwirtschafts- rat Frech begrüßte sodann die Teilnehmer, ins» besondere die Vertreter ber Oberpostbirektion und den Vertreter des Landwirtschaftsamtes Herrn Dr. Lung (Gießen).
Der Versammlungsleiter beschäftigte sich zunächst in kurzen einleitenden Ausführungen mit den Wün- schen ber Eieroerwertungsgenossenschaft hinsichtlich der Zusammenarbeit mit ber Post. Sobann sprach Herr Nebel von der Eierverwertungsgenossen- schäft Ortenberg über
die bisherigen Erfahrungen Im Transport der Eier von den Orlsfammelstellen zur Bezirks- fammelstelle in Ortenberg
und betonte dabei, daß diese Transportarbeit völlig systematisch geschehen müsse. Irgendwelche Extratouren müßten vermieden werden. Es seien auch bereits Vorschläge ausgearbeitet, bie auch die Zahlungsüberweisungen an die Eierlieferanten regelten. Postoorsteher <5 e u m (Ortenberg) wies darauf hin, daß der Transport der Eier nur in Kraftfahrzeugen vor sich gehen könne. Das ausgebaute Kraftpostnetz ber Reichspost komme ber zu leiftenben Sammelarbeit entgegen. Die im einzelnen sich ergebenden Schwierigkeiten seien zu überwinden. Entgegenkommen und gegenseitiges Verständnis müsse allerdings von allen Beteiligten erwartet werden. In seinen weiteren Ausführungen sprach Herr Seum noch über den Modus des Eiertransportes, über das Melbungswesen des Eieranfalls, die Abholung der gefüllten Kisten, den Rücktransport der leeren Rahmen und Kisten und über bie zeitlichen Regelungen in Uebereinftimmung mit dem Fahrplan ber Kraftpost. Für Extrasahrten, bie bei be« onbers starkem Anfall notwendig werden, fei in dem Bezirk Ortenberg ein besonderer Wagen eingesetzt, der allein 12 000 Eier fasse. Besonders im Sommer, bei starkem Eieraufkommen, werde dieser Wagen häufiger eingesetzt werden müssen. Im Winter werde der Transport mit der fahrplanmäßigen Kraftpost zu bestreiten fein.
Der Gelbtransport von ber Vezirkssammel- sielle zu den Orlsfammelstellen werde bei sorgfältiger buchmäßiger Sicherung durch die Post in versigelten Beuteln völlig unentgeltlich an die Eierlieferanten geschehen.
Die allgemeine Durchführung dieses Eiertransportes werde sich aus den zu machenden prakttschen Erfahrungen ergeben.
Der Versammlungsleiter dankte bem Referenten ur seine Ausführungen und gab seiner Freude herüber Ausdruck, daß die hier notwendige Arbeit schon o weit oorgetrieben worden unb damit die praf- tische Durchführungsmöglichkeit bewiesen sei. Aller» dings bedürfe es von selten der Sammelstellenleiter aller Exaktheit unb Pünktlichkeit in der Zusammenarbeit mit der Post.
An den Genossenschaften liege es, die geeigneten Sammelslellenleiter einzusehen.
Der Gaufachberater, Herr E ck a r d t, betonte, daß es für diese Arbeit aller Disziplin bedürfe, wie sie eben im nationalsozialistischen Staat verlangt werden müsse. Zu einem Zeitpunkt, da man sich gerade in der sog. „Eierschwemme" befindet, könne man sich keine Experimente leisten. Den Eierlieferanten müsse nahegelegt werben, daß sie nur frische Eier ablieferten. Die Einschaltung der Post fei, so führte der Redner weiter aus, in der Hauptsache deshalb notwendig, well die an sich komplizierte Eiererfassung durch eine vollverantwortliche Stelle (m*» sie bie Post als staatliche Einrichtung barstelle) übernommen werden müsse. Der Rahmenvertrag, der dieser Tage zu erwarten sei, werde für diese Zusammenarbeit zwischen Post und Eieroerwertungs- aenossenschaften die Grundlage für die aufbauende Arbeit sein. Die Genossenschaften selbst müßten sich verantwortlich fühlen für die Lieferanten, denn die Genossenschaften seien nicht in der Lage, irgendwelche größeren Verluste zu tragen.
Die (Eierlieferungen müßten vor allem in vollem Ausmaß transportversicherl sein, da sonst der Bauer der Leidtragende fei.
Leider müsse festgestellt werden, so betonte der Geschäftsführer ber Eieroerwertungsgenossenschaft Gießen, Herr D i 11 m n r , baß in verschiedenen Firmen noch ausländische Eier, vor allem holländische verkauft würden, obwohl es gerade in der Jetztzeit genug deutsche Eier gäbe, Die außerdem billiger seien als die ausländischen. Der Direktor der Elcrverwertungszentrale Frankfurt a. M., Herr Scheu, referierte kurz über die zu erwartenden Regelungen zwischen Genossenschaften und Großhandel.
Im weiteren Verlauf der Versammlung gab Landwirtschaftsrat F r e ch noch eine Reihe geschäftlicher Bekanntmachungen zur Kenntnis. Besonders machte er darauf aufmerksam, daß das Staatsministerium die Kreisämter angewiesen habe, die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der Eierverwertung bis in bas letzte Dorf hinein einzuhalten. Die Ortssammler müssen ortsüblich bekanntgemacht werden, bie Genossenschaftsanteile seien einzuzahlen, es bürsten nur über die Bezirksgenossenschaften Eier von den Händlern gekauft werden. Die Eier würden von der Bezirksgenossenschaft nach dem Kilopreis gezahlt. Der Bauer, der kleine Eier liefere, werde dementsprechend seine Eier nicht nach der Bezahlung im Stückpreis beurteilen dürfen. Für bas kleine Ei gebe es naturgemäß bei der Kilopreisberechnung nur ein dementsprechend niebrigeren Preis als für das schwere Ei.
Eine direkte Belieferung an Hotels und Groß- Verbraucher dürfe durch die Genoffenfchaft nicht ftattfinden.
Die (Einteilung der Abholbezirke ist nach großen Gesichtspunkten und nach einheitlichen Wirtschaftsgebieten erfolgt. Streitigkeiten ber Zuständigkeit dürften hier nicht Platz greifen.
In Frage und Antwort aus der Versammlung heraus wurden verschiedene Unklarheiten beseitigt. Zu erwartende gesetzliche Bestimmungen hinsichtlich der Preise, insbesondere aber auch hinsichtlich bes Verhältnisses zwischen Händlern unb Genossenschaften würben bie Eierbewirtschaftung enbgültig bereinigen.
Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Füh- rer Adolf Hitler rouPbe die anregende Bezirksbesprechung geschlossen.
Geschichten ans aller Welt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, Derbofen.)
Keine reine Freude.
(th) Neuyork.
q l?Ur (yaunf ?.^er in Eldorado (Iowa) ist das Leben bisher keine reine Freude gewesen. Und den- noch hat der jetzt Drelunbachtzigjährlge bei allem Unglurf immerhin so viel Glück entwickelt, daß seine Mitbürger ihm den Beinamen „der Unterbliebe" oerUeljen W weniger als fünfzehn Mal nonllich bat Shaser Unfälle erlebt, bei denen sein Leben an emem Härchen hing:
Kaum acht Jahre alt, wurde er in letzter Sekunde nom Tode des Ertrinkens gerettet. Dreimal insge- ‘amt ist er nom Blitz getroffen und schwer verbrannt worben. Bei einer Kohlenstaubexplosion in einem ■öergroerf war er brei Tage von ber Außenwelt ob- geschlossen Ein Jahr später stürzte er oon einer ■örurfc m einen Abgrunb und mußte mit zerschlagenen Gliedern ins Krankenhaus gebracht werden Auch oon einer 8 Meter hoben Felsklippe stürzte er ab und brach beide Beine. Als Soldat stand er dicht hinter einem Geschütz, das einen Rohrkrepierer hatte: er verlor dabei ein Auge und einen Arm. Daraufhin rouröe er bei einem Bergrutsch unter beträchtlichen Abmassen begraben — unb gerettet. Er stürzte auch einmal von einem durchgehenben Pferde, das ihn
EschlcM-, bis er an einem fc0-' mrabhaun hangen blieb, ein anderes Mal erhielt er wieder von einem Pferde einen Huftritt, Dor ihm drei Rippen zerschmetterte. Trotz seiner bösen Erfahrungen bestieg er einen Bobsleigh, wurde umgefahren und erlitt einen schweren Schädelbruch. 3m richtigsten Lebensjahre überstand er eine
Lungenen^undung und machte zuletzt sogar noch em Automobilunglück mit, bei dem er ernstlich
verletzt wurde. Etwas viel, muß man schon sagen, für ein einziges Menschenleben.
Weibliche Gangsters.
(z) Hollywood.
Unter den männlichen Filmsternen herrscht Panik. Das sog. starke Geschlecht hat Furcht vor dem offenbar irrtümlich als „schwach" bezeichneten: den prauen. Die männlichen Filmsterne streiken, schaffen alle weiblichen Hausangestellten ab und sie trauen fid) auch sonst keiner Frau in die Nähe. -0s.es e Angst hat ihren Grunb in dem weiblichen „ßreibeutertum", in der Iagb nach bem Manne, bje bie schönen Hollywoobs erbarmungslos veranstalten. Allerbings muß man bei biejer „Iagb ""ch dem Manne" mehr bie Geldseite in Betracht l'e stellt in Wahrheit eine Iagb nach dar, bie von den Männern wegen 7 n 2S E Heiratsversprechens" gezahlt werben /^versprechen ja meistens nicht in aller hi/ ra/t1? Ct11 ^gegeben zu werden pflegen, so ist c Gefahr für die Herren ber Schöpfung groß unb VrÄ-ch *t' daß manche sich lieber mit ber sog. s'?/°ut Derftanbigen, als sich vor den Richter h?.efpeyu tasten. Und wegen biefer Scheu hat sich ®annnff?rbaUe'V- Männer Magen, ein wahres
Qn8&erc um entwickelt, Gangster« ber Liebe bie ,leUen. f“ «P»Ä 3ur flta Ä' 9Lnau„ ®le 05 sicher ihre männ- Kollegen getan haben und noch tun Daher * ®Ä'n be5 l'°rken Geschlechts, der ehr A ' ÜLc.nn "Zarte" Frauen sich so vielver« entwickelt haben. Immerhin bleibt der Erdacht nicht aus - ba es sich um das Lanb ftarbtUSnSP/en ^Zlichkeiten unb um eine $Um, |taöt handelt — daß auch das Ungeahnteste mitunter nur Reklame ist. ueayniene mit-
Schlangenjagd im Zentrum Londons.
(ust) Lonbon.
Daß es Seeschlangen gibt, bie nicht existieren, weiß jedermann. Nicht aber, daß es „Asphaltschlangen" gibt, bie wirklich existieren. Und nicht etwa in kleinen düsteren Gassen, sonbern im Mittelpunkt von Lonbon: in einer ber geschäftigsten Straßen der Stadt. Kein Wunder daher, daß große Aufregung herrschte, als kürzlich in St. Martin Lane eine fün: ouß lange Schlange auf dem Bürgersteig entlang rrodj grauen, die seit Evas Zeiten, wohl infolge ber schlechten Erfahrungen ihrer Stamm-Mutter, gern jeben Umgang mit Schlangen meiben, fingen beim Anblick bes Reptils furchtbar an zu schreien. Daraufhin versammelte sich eine große Menschenmenge, die in respektvoller Entfernung von dem Untier stehen blieb und somit den Verkehr zum Stocken brachte. Bald war die in ber Nähe gelegene Polizeistation von Bowstreet alarmiert, die allen Ausländern als Anrnelbestelle bekannt ist unb daher besonders geeignet erschien, sich mit dem fremden Gewürm zu befassen. Drei Polizisten wandten an Ort und Stelle, ba sie nicht in bie indischen Fakir- geheimnisse der Schlangenbeschwörung eingeweiht waren, bas einfachere Mittel ber Betäubung burch
Gummiknüppel an. Ein hingezoqener Sachverständiger bes Zoologischen Gartens stellte fest, daß die „Ausländerin" wahrscheinlich als blinder Passauer m einer Fruchtkiste aus fernen Landen nach bem Fruchtmarkt von Covent Garden gereift war. ■Oas Abenteuer dieser übrigens roeber bissigen noch gittiaen Schlange, bie, ohne ihrer Anmeibepflicht als Fremde zu genügen, London besichtigen wollte, bat glücklicherweise feine schlimmeren Folgen ge- babt- öie hat inzwischen Asyl im Londoner Zoolo- gischen Garten gefunden.
Anita will ein Filmstar werden.
w.. o . v. Antwerpen.
2111110 ßuf mar em zwanzigjähriges Mädchen aus Ta mn m Estland, bas es sich in ben Kopf gesetzt batte Filmstar zu werben. Da sie zwar leiblich hübsch war, auch em wenig fingen unb tanzen tonnte, im übrigen aber nicht bie geringste Weltkenntnis besaß, so fing sie bieses Unternehmen auf eine wahrhaft abenteuerliche Weise an. Immerhin wußte sie soviel, baß sie ihr Ziel nicht in Estlcmb erreichen konnte, unb beschloß noch Berlin ober Jaris zu fahren. Sie packte heimlich ein paar Klei- •ber in ihr Köfferchen, klaute sich aus Mutters ^peifefammer eine lange Wurst und begab sich an ben Hafen von Talinn, um sich nach einem Schiff umzusehen Es tagen ba mehrere Schiffe am Quai unb Anita suchte sich natürlich bas hübscheste aus' ^?^VSrf2br' ^e ganz zu fragen. Nachts N'ich sie sich an Borb unb verstaute sich unb ihr Köfferchen im Laberaum. Sie dachte, in ein paar Tagen werden mir so irgendwo anhalfen, unb dann rann man weiterfehen. In ber fünften Nacht — vlnita mar schon ganz steif von dem unbequemen ?"^nthalt, sonst aber noch bei guter Laune — sah bas Mäbchen, wie sich IHr aus bem Dunkel des ntnumes zwei Gestalten näherten. Anita mar ein beherztes Mädchen, wie ja schon der Mut beroeift, mit dem sie die Fahrt ins Blaue unternommen
hatte. Sie schrie: „Wer da?", und als keine Antwort erfolgte, sprang sie auf die Beine, ergriff bie Koh- lenschaufel, bie sie für alle Fälle neben sich liegen hatte, und versetzte ben Eindringlingen damit eines auf den Kops. Dies gab einen ziemlichen Krach, ber I'ch noch steigerte, als die beiben Männer zu brüt» len anfingen. Das ganze Schiff kam in Aufruhr, man öffnete den Laderaum unb fand die Bescherung vor. Eine hochnotpeinliche Untersuchung folgte, als Deren Ergebnis ber Kapitän bem fapferen Mäbchen bie Hand schüttelte und ihr für ben Rest ber Fahrt eine Luxuskabine anweisen ließ. Anita hatte zwei Schurken zur Strecke gebracht, bie bas Schiff heim- lieh ausräubern wollten. Was nun weiter aus zlnita geworden ist, nachbern sie in Antwerpen das schiff verlassen hatte, ob sie ihr Ziel erreicht hat und in einer ber großen Filmzentralen gelanbet ist, hat die Öffentlichkeit noch nicht erfahren. Vielleicht wirb man ihr eines Tages auf ber Leinewand roieberhegegnen Den Stoff zu einem spannenden F'lm bringt sie jedenfalls mit.
Um eine Wanduhr...
(a) Amsterdam.
Gin lehrreiches Beispiel für die verheerenden Fol» gen der Prozessiersucht um jeden Preis erzählt man sich 'N Amsterdam: In einem bescheidenen Dörfchen zwischen Maas und Waal hing seit Generationen in Der guten Stube eines Bauern eine alte Wanduhr, ©me sogenannte friesische Uhr mit dem Schmuck weler hübscher handgeschnitzter Figuren und Segel- schiffe. Die gute, alte Uhr tat getreulich ihren Dienst, und die Stube, in ber sie schlug, war ohne sie gar VE mehr denkbar. Eines Tages aber im Jahre 1925 blieb sie stehen. Fast ein Jahrhundert lang hatte fie bem patriarchalischen bäuerlichen Leben die Stunden angezeigt — unb nun mit einem Male war es aus. Der Bauer jeboch, an ihr Ticken und schlagen gewohnt, erinnerte sich ber Tatsache, daß es Uhrmacher gibt. Er brachte also bas liebgewor- öene Familiengut zu einem Vertreter bieses Hanb- Werks in bie nächste Stabt. Und der Uhrmacher versprach, das Instrument wieder zum Leben zu erwecken. — 0
Mvuate verstrichen, aber der Uhrmacher ließ nichts von sich hären. Als ber Bauer sich gerabe aufmachen wollte, um in ber Stabt nach seiner Uhr zu fragen, kam eine katastrophale Uederschwem- mung über bas Land zwischen Maas unb Waal. Als sie uberftanben mar, hatte der Bauer, besten Haus mahrenb zrnei Wochen nur noch mit dem Dach aus ber Flut hervorgeschaut hatte, an anbercs zu benfen als an bie Uhr. Unb io kam es, bak er ferne Uhr erst ein ganzes Jahr nach ihrer Hingabe an ben Uhrmacher zurückbekam.
$ier nun fängt bie Geschichte richtig an: Der behauptete plötzlich, es sei nicht seine frie- fqdje Uhr. Eine ähnliche, ja, aber nicht biefelbe, bie er zur Reparatur gegeben habe. Seine Segelschiffe seien anbers geformt gewesen. Der Uhrmacher be- ftntt bas, der Bauer blieb hartnäckig und lief zum KaDt — obwohl es auch im Hollänbischen ein Sprich- , wort gibt: „Wer klagt um eine Kuh, gebt lieber 1 nod) eine dazu!" Das Gericht in Arnhem legte ein


