freundschaftlichen Beziehungen Japans zu anderen Mächten durchaus bereit. Amerika begrüße es, daß Japans Friedenswille betont worden sei, und er hoffe, daß alle am Fernen Osten interessierten Länder alle dort bestehenden oder auftauchenden Probleme in diesem Geiste zu lösen versuchten. Durch Vermittlung von Botschafter Saito werde er gern Vorschläge entgegennehmen, die vorauf hinzielten, Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung von Freundschaft und Frieden zwischen allen Nationen zu ergreifen.
Streikunruhen in englischen Bergwerken bei Tientsin.
London, 20. März. (DNB.) Aus Tientsin wird gemeldet, daß es Ende vergangener Woche zu schweren Streikunruhen in den in englischem Besitz befindlichen Kohlengruben der Kai- lan-Bergwerksoerwaltung östlich von Tientsin gekommen ist. Am Samstag verhaftete die chinesische Polizei zwei chinesiscke Agitatoren. Die Bergleute veranstalteten hierauf eine Kundgebung und erreichten die F r e i l a s s u n g der Verhafteten. Am Montag traten jedoch neue Unruhen auf. Die Streikenden umzingelten das Bürogebäude der Gesellschaft, löschten die Heizkessel, zertrümmerten die Fensterscheiben des Kraftwerkes und st o p p t e n die Maschinen. Die Polizei eröffnete schließ- lich das Feuer auf die Bergleute. Die Zahl der Toten ist noch nicht bekannt. Die Behörden haben nunmehr das Standrecht in dem ganzen Bezirk verhängt. Der Betrieb der Kohlengruben ist vorläufig e i n g e st e l l t worden.
England protestiert gegen den lleber- fall in Ost-Turkestan.
London, 20. März (DNB.) Der britische Gesandte hat wegen des Angriffs auf das britische Konsulat in Kaschgar am 2. März bei der Nanking-Regierung Protest eingelegt und unverzügliche Maßnahmen zum Schutze des Konsulats gefordert. Die chinesische Regierung hat ihr Bedauern über den Vorfall zum Ausdruck gebracht aber erklärt, daß die Verbindungen mit Sinkiang seit einiger Zeit unterbrochen seien. Sie habe daher noch keine näheren Einzelheiten über die Angelegenheit in Erfahrung bringen können.
Hat Stavisky Selbstmord verübt?
Eine zweite Obduktion der Leiche wahrscheinlich.
Paris, 20. März. (DNB.) Der Untersuchungsausschuß hat sich die von der Zensur verbotenen Filmstreifen vorführen lassen, die seinerzeit in dem Landhaus in Chamonix ausgenommen wurden, in dem Stavisky tot aufge- f u n d e n worden war. Unter den Ausschußmttglie- dern hält man eine neue Untersuchung über die genauen Umstände des Todes Staoiskys für erforderlich, da gewisse Feststellungen in Widerspruch zu den Berichten in den übrigen nicht vollständigen Akten der Sicherheitspolizei stünden. Auf den vorgeführten Filmstreifen war deutlich zu sehen, daß Stavisky aus Mund und Nase stark geblutet haben muß. Ein Ausschußmitglied, von Beruf Arzt, steht auf dem Standpunkt, daß eine solche Verwundung nur durcheinen aus mindestens einem Meter Entfernung abgegebenen Schuß aus einem Revolver mit starkem Kaliber herrühren könne. Das Vorhandensein einer Wunde an der Schläfe an sich g e n ü g e n i ch t, um die Annahme des Selbstmordes zu rechtfertigen. Mehrere Ausschußmitglieder treten deshalb dafür ein, däe Leiche Staoiskys einer zweiten Obduktion zu unterziehen.
Der frühere Unterstaatssekretär im Kriegsministerium, H u l i n, und der Abgeordnete P r o u st, Der die Presse mit Unschuldsbeteuerungen und Protesten überschüttet hatte, muhten .zugeben, sehr enge Beziehungen zu Stavisky gehabt zu haben. Die Art dieses Verkehrs ist durch die Vernehmung nicht einwandfrei festgestellt worden; doch wurde dem Zeugen eine Reihe von Widersprüchen nachgewiesen. Daß der Abgeordnete Proust sich lebhaft für die Bewilligung der Aufenthaltserlaubnis an Julius Bar- m a t eingesetzt hatte, gab er nach längerem Hin und Her zu.
P1anf Litauen einen neuen Bruch des Memelstatuis.
Das Memeldirektorium zum Rücktritt aufgefordert ! KeineBerbindung mit demReich.
Tilsit, 20.Marz. (DNB.) Nach zuverlässigen Meldungen aus Memel hat der Gouverneur des Memelgebiels am Montag dem Präsidenten des Direktoriums Schreiber ein Ultimatum gestellt, nach dem das Direktorium bis Dienstag um 12 Uhr zurücktreten solle. Offenbar um Meldungen hierüber zu unterbinden, hat Litauen bis Dienstag um 13 Uhr die Telephon v e r b i n d u n g zwischen Litauen und Deutschland unterbrochen. Ls war nicht möglich, mit Memel oder kowno Verbindung zu bekommen. Die Lage ist noch o ö H i g ungeklärt Landespräsident Schreiber hat sich mit aller Schärfe geweigert, dem Ultimatum des Gouverneurs, das durch nichts begründet ist, und einen flagranten Bruch des Memel st atuts bedeutet, nachzukommen.
Kowno bestreitet.
Kowno, 20. März (DNB.) Die Litauische Telegraphenagentur verbreitet folgende Mitteilung: Die in Deutschland verbreitete Nachricht, daß der Gouverneur des Memelgebietes den Präsidenten des Memeldirektoriums zum Rücktritt aufgefordert habe und ihm für den Fall der Weigerung mit der Anwendung von Zwangsmitteln gedroht habe, ist in allen »Stücken erfunden.
Man wird die litauische Regierung beim Wort mehmen müssen. Jedenfalls ist zu hoffen, daß die Pläne, mit denen man sich in litauischen Kreisen •getragen hat, durch ihre vorzeitige Veröffentlichung Zum Scheitern gebracht worden sind.
Der CRaf des Deutschen Hofen Kremes.
Berlin, 20. März. (DNB.) Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog Carl Eduard von Sachsen-Koburg-Gotha i>at die ersten Berufungen in den Präsidialrat. und in den Großen Rat des Deutschen Roten Kreuzes vollzogen. In den P r ä s i d i a l r a t wurden berufen: Der Stabschef der SA. Reichsminister Roehm; der Amtsleiter des Amtes für Volks-
Der Kolonialraub ein dreifaches Anrecht an Deutschland.
Lord Rothermere fordert Uebertragung von Ostafrika, Togo und Kamerun als Mandatsgebiete an Deutschland.
London, 21.März. (DJiB. Aunkspruch.) 3n seiner „Daily Mail" tritt Lord Rothermere für die Rückgabe einiger afrikanifcher Kolo- nien an Deutschland ein. Er erinnert daran, wie bei Beginn des Weltkrieges Premierminister Asquith als Kriegsziel die Gleichberechtigung aller zivilisierten Nationen verkündet habe, während nach Kriegsende Großbritannien und die Alliierten alle deutschen Kolonialbesitzungen a l 6 „M andat sgebiete" unter sich verteilt und Deutschland das Recht auf Kolonien verweigert hätten. Rothermere sagt: Wir fügten Deutschland somit ein dreifaches Unrecht zu, 1. raubten wir ihm die Rohstoffquellen, aus denen es vor dem Kriege 50 v. h. feiner Einfuhrrohsioffe bezog, 2. machten wir jede deutsche Einwanderung unmöglich und 3. beschuldigten wir Deutschland, ungeeignet zu sein, über Eingeborene zu herrschen. Das erste war ungerecht, das zweite war unklug, das dritte war unwahr. Dir haben Deutschland wiederholt versichert, daß wir seinen Anspruch auf Gleichberechtigung anerkennen.
Welchen Werl haben solche Zusicherungen, wenn wir die Kolonien behalten, die Deutschland in Tanganjika, in dem heule als Britisch - T o g o - Land und Britisch -Kamerun bezeichneten Gebieten geschaffen hat?
Ich schlage vor, daß die britische Regierung ihre Mandatsgebiete Tanganjika, Kamerun und Togo dem Völkerbund zurückgebe, damit sie an Deutschland übertragen werden können. Wenn auch dieser Vorschlag der Rückgabe der Kolonien an Deutschland nicht volkstümlich sein mag, so ist er bestimmt weise. Man kann nicht erwarten, daß eine Nation von Männern, wie die Deutschen, allezeit mit gefalteten Händen unter den Herausforderungen und Dummheiten des Versailler Vertrages ruhig fitzen bleibt. Deutschland braucht A t e m r a u m. Es ist lächerlich, dieser mächtigen Nation, die durch ihre organisatorischen Fähigkeiten und ihre wissenschaftlichen Leistungen hervorragt, den Anteil an der Arbeit zu verweigern, rückständige Gebiete der Welt zu entwickeln.
Haltet das Bild unserer Heimat rein!
Der Reichsbund „Dolistum und Heimat" ruft zum Großreinemachen auf.
Berlin, 20. März. (DNB.) Der Reichs- bund „Volkstum und Heimat" und die NS.-Gem e i nscha ft „Kraft durch Freude" veröffentlichen zum Frühlingsbeginn einen Aufruf, in dem es heißt:
„Deutsche Volksgenossen! Die Wochen vor dem Frühlingsbeginn sind rechte Zeiten der Bereitschaft. Wie die Natur in der heimatlichen Landschaft sich mit frischem Grün schmückt, so beginnt auch der Mensch überall in Haus und Hof das G r o ß - reinemachen, damit der Frühling uns gerüstet finde.
Die nationalsozialistische Bewegung hat uns unsere enge Verbundenheit mit den Kräften unseres Volkstums, mit dem Heimatboden wieder bewußt werden lassen. Wir sehen die Erde wieder als lebendiges Ganzes, als unser gemeinsames Gut. Wir Nationalsozialisten wissen, daß der vom Boden entwurzelte Mensch entartet, und daß es daher unsere größte Aufgabe ist, dem deutschen Volke das Gefühl einer neuen Verbundenheit mit Heimat und Volksgemeinschaft zu geben. Wir können und wollen daher das Bild der heimatlichen Landschaft nicht von dem gewaltigen Werk der Volkserneuerung ausnehmen.
Der Reichsbund „Volkstum und Heimat" und die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" nehmen daher die Zeit des Frühlingsanfangs zum An
laß, um eine Kampfwoche gegen die Der- schandelungder deutschen Heimat durch- stuführen, die eine ernsthafte Erziehungsarbeit für die R e i n h a l t u n g der deutschen Heimat in Stadt und Land von den Auswüchsen einer irregeleiteten Reklamesucht einleiten soll. Das Bauerndorf ist kein Reklamekatalog, der Baum ist keine Litfaßsäule, die Stadt kein Rummelplatz, das stille Tal und die Bergeshöhen sollen unserer Andacht und Fröhlichkeit Vorbehalten bleiben und nicht durch grelle, bunte Tafeln und auf« dringliche Andenkenanpreisungen entehrt werden. Die heimatliche Landschaft ist uns zu schade, um als Objekt der Ausbeutung des geschäftlichen Nutzens dienen zu sollen. Das ist keine Ablehnung der Wirt- schaftswerbunss überhaupt, der Kampf gilt nur oen Reklameauswüchsen einer nunmehr vergangenen Zeit. Einem verantwortungsbewußten Volk wird es nicht schwer fallen, neue Formen der Werbung zu finden, die das Bild unserer Heimat nicht verunzieren und verderben. Stärker denn je soll in dieser Zeit des Frühlingsanfanges in uns der Wille erstehen, unsere Heimat in unserem erneuerten Reich uns im Geiste echter Dolkskamerad- schaft zu eigen zu machen. Augen und Herzen auf, deutsche Volksgenossen! Haltet das Bild unserer Heimat rein!
Wohlfahrt bei der Obersten Leitung der PO. der NSDAP. Hilgenfeldt; Der Ministerialdirektor im Reichsministerium des Inneren Dr. Güt t.
In den Großen Rat wurden berufen: Der Führer des Reichsoerbandes der deutschen Presse Gruppenführer Weiß; der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Prof. Dr. Reiter; Der Führer der deutschen Aerzteschaft SA.-Sanitätsgruvpen- führer Dr. Wagner; der Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Berlin Pros. Dr. Magnus; der Ministerialrat im Reichsministerium des Inneren Dr. Bartels.
Der Präsidalrat und der Große Rat sind mit dem Präsidenten Organe des Deutschen Roten Kreuzes und bilden zusammen dessen Hauptverwaltung. Während der Präsidialrat den Präsidenten in der Führung der Geschäfte berät, ist der Große Rat zu Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung für das Deutsche Rote Kreuz zu hören. Dem Großen Rat liegt u. a. die B e - willigung des Haushalts und die Zustimmung zu Satzungsänderungen ob. Er besteht aus den Mitgliedern des Präsidialrats, 22 Abgeordneten der Landesvereine und höchstens 15 vom Präsidenten zu berufenden Persönlichkeiten.
Deutschlands Teilnahme am Tode der Königin Emma.
Berlin, 20. März. (DNB.) Alsbald nach Bekanntwerden der Nachricht über das Ableben Ihrer Majestät der Königin-Mutter der Niederlande haben das Auswärtige Amt, die Reichskanzlei und der Reichstag die Dienstflaggen auf Halbmast gesetzt. Der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, hat an den niederländischen Außenminister I o n k h e e r de G r a e f f ein in herzlichen Worten abgefaßtes Beileidstelegramm gerichtet und in ihm zugleich das Beileid der Reichsregierung ausgesprochen. Staatssekretär Dr. Meißner hat dem königlich niederländischen Geschäftsträger persönlich die Teilnahme des Reichspräsidenten übermittelt. Ferner hat der Chef des Protokolls dem niederländischen Geschäftsträger einen Beileidsbesuch abgestattet und hierbei die An- teilnabme des Reichsministers des Auswärtigen dem Geschäftsträger ausgesprochen. Reichspräsident von Hindenburg hat an die Königin der Niederlande nachstehendes Bei- leidtstelegramm gerichtet:
„Die Nachricht vom Ableben Ihrer Majestät der Königin-Mutter hat mich tief bewegt Es ist mir ein Bedürfnis, Ew. Majestät und die königliche Familie meiner und des deutschen Volkes aufrichtigster Teilnahme zu versichern.
Gez.: Reichspräsident von Hindenburg."
* Die feierliche Beisetzung der sterblichen Hülle der Königin-Mutter wird aller Wahrscheinlichkeit nach erst Anfang nächster Woche, vermutlich am Dienstag, in der königlichen Familiengruft in der neuen Kirche zu Delft erfolgen, die auch das Grab Wilhelms des Schweigers, des größten Oraniers birgt
Der erste Spatenstich für sieben neue Thingplähe.
Rund 800 Schauspieler werden
im Sommer 1034 wieder Arbeit finden.
Berlin, 20. März. (DNB.) Zur Arbeitsschlacht auf dem kulturellen Gebiet gehört auch die von Ministerialrat Laubinger, dem Vorsitzenden des Reichsbundes der Deutschen Freilicht- und Volksschauspiele unternommene Errichtung von Thingplätzen für F r e i l i ch t s p i e l e und festliche Kundgebungen. Um diesen Zusammenhang zu bekunden, findet am 21. März der feierliche erste Spaten st ich zu sieben Thingplätzen statt und zwar in Braunschweig, Göttingen, Clausthal, Freyberg an der Unstruth, Sachsenburg, Torgau und Bad Schmiedeberg.
In der zweiten Hälfte des Monats April werden sich über 60 Thing st ellen im Bau befinden, von denen die ersten bereits zum Nationalfeiertag am 1. Mai ihrer Bestimmung übergeben werden können. Die großen festlichen Spiele auf diesen Thingplätzen werden von den „S p i e l g e ° meinschaften für nationale Festge- staltung " mit Berufsschauspielern und großen Sprech- und Bewegungschören durchgeführt. Durch diese Maßnahmen werden im Sommer 1934 rund 8 0 0 Schauspieler mehr in ihrem Beruf tätig sein als im Sommer 1933, so daß auch auf dem Gebiet der Kunstpflege eine starke Abnahme der Erwerbslosen zu verzeichnen sein wird.
Beförderung von Beamten, die sich um die nationale Erhebung besonders verdient gemacht haben.
Berlin, 20. März (DNB.) Der Reichs- rn i n i st e r des Innern hat die obersten Reichs- । behörden und die Landesregierungen ersucht, Be- | amte, die sich im Kampf um die nationale Erhebung besonders verdient gemacht haben und die Gewähr bieten, daß sie auch ferner vorbildlich und erzieherisch im Sinne der nationalsozialistischen Bewegung wirken werden, nach Maßgabe verfügbarer geeigneter Stellen außer der Reihe zu befördern. In Zweifelsfällen wird vorheriges Benehmen mit dem zuständigen Gauleiter empfohlen. Voraussetzung für die Beförderung ist, daß die Beamten nach Lebensalter und ihren dien st- lichen Leistungen und Fähigkeiten den Anforderungen des höheren Amtes voll entsprechen. Die Landesregierungen sind ferner ersucht worden, darauf hinzuwirken, daß die Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechtes entsprechend verfahren.
Oer Reichsbund der Deutschen Beamten xur Steuerreform.
Berlin, 20. März. (VDZ.) Der Führer des Reichsbundes der deutschen Beamten Hermann Neef hat dem Reichsfinanzminister zu der Reform des Steuerwesens eine Denkschrift unterbreitet. Die Denkschrift tritt dafür ein, in dem Steuer- oerwaltungsgesetz auszusprechen, daß die Steuergesetze nach den Grundsätzen des Nationalsozialismus auszulegen feien. Weiter soll u. a. der bisherige Steuerausschuß durch einen S t e u e r b e i - rat ersetzt werden, der nur noch beratende Wir
kung hat und der nach dem Führerprinzip durch den Vorsteher des Finanzamtes zu berufen märe. Seine Mitglieder sollten besonders sachkundig und ortskundig sein und einer Untergliederung der NSDAP, a n g e ■ hören. Auch sollten ihm der Leiter der örtlichen Behörden, der inneren Verwaltung und der Kreisleiter der NSDAP, zur Seite stehen. Vor allem wird der Einbau des neuen Staatsgefühls in das Steuerwesen gefordert, so daß also die laxe Steuer- moral der Systemzeit mit Stumps und Stiel aus- gerottet werde. Um dem Appell an die Steuerehrlichkeit Nachdruck ßu verleihen, wird u. a. vorgeschlagen die allgemeine Einsichtgewährung in Besteuerungsgrundlagen und Befugnis zur A u s k u n f ts e r t e i l u n g an die NSDAP.
Hessens Finanzlage Ende Januar 1934.
LPD. Darmstadt, 20. März. Nach dem amtlichen Ausweis über die Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen Ende Januar 1934 weist der ordentliche Haushalt folgende Ziffern aus:
Gesamteinnahmen: 61,388 Mill. Mark, und zwar aus Reichs steuern 27,221 Mill. Mark, aus Landes steuern 32,368 Mill. Mark, wovon 12,514 Mill. Mark an die Gemeinden und Gemeindeverbände übermiefen mürben. Die B e - triebe rneisen eine Einnahme von 0,913 Mill. Mark aus, sämtliche Einnahmen aus der Rechts- pflege 1,952 Mill. Mark, aus Schulwesen, Wissenschaft, Kunst und Kirchen 0,249 Mill. Mark, aus der übrigen Landesverrnaltung 11,199 Mill. Mark.
Die Gesamtausgaben betrugen zum gleichen Zeitpunkt 65,233 Mill. Mark, und zrnar für allgemeine innere Vermattung einschließlich Polizei 9,721 Mill. Mark, für Rechtspflege 5,921 Mill. Mark, für Verkehrsmesen 0,194 Mill. Mark, für Schulen, Wissenschaft, Kunst und Kirchen 19,797 Mill. Mark, für soziale Maßnahmen und Gesund- heitsmesen 4,454 Mill. Mark, für das Wvhnungs- mefen 0,001 Mill. Mark, für den Schuldendienst 3,369 Mill. Mark, für Ruhegehälter 13,639 Mill. Mark und für sonstige Ausgaben 8,137 Mill. Mark.
Der außerordentliche Haushalt verzeichnet 1,305 Mill. Mark Gesamteinnahmen und 2,430 Mill. Mark Ausgaben (davon für Wvhnungs- rnefen 1,272 Mill. Mark). Der Vergleich mit dem Monatsausmeis für Dezember 1933 ergibt, daß durch die Einnahmen an Landessteuern sich im Monat Januar der Stand gebessert hat, zumal die Ausgaben sich in normalem Rahmen hielten.
Oer Kyffhäuserbund ruft die alten Soldaten zum 5. Deutschen Reichskriegertag nach Kassel.
Der Bundesführer des Deutschen Reichskrieger- bundes „Kyffhäuser", Oberst a. D. Reinhard, ruft die Kameraden zur Teilnahme am 5. Deutschen Reichskriegertaa vorn 7. bis 9. Juli in Kassel mit den Worten auf: „Ihr rnerdet auch in Kassel zur Stelle sein! Zrneirnalhunderttausend und mehr! Euch ruft auch hier die Pflicht, Ihr seid Soldaten! Es gilt, die Einigung und die innere Verbundenheit des Soldatentums mit dem deutschen Volke eindrucksvoll zu zeigen, es gilt, Zeugnis abzulegen dafür, daß jung und alt einig stehen für Deutschland und seinen Führer. Tretet geschlossen an!" Generalleutnant a. D. Fett, der Landesführer des Kyffhäufer-Landesverbandes Hessen-Nassau, schließt sich mit herzlichem Willkommen dem Aufruf des Kyffhäuserbundesführers an und läßt seinen Gruß an die Kameraden in den Worten ausklingen: „Fest, treu und einig! Dies Gefühl sei die höchste Heiligung des Kasseler Reickskriegertages, zu dem ich Euch willkommen beider
Tagung der Obst-, Gemüse- und Lebensmittelhändler.
Der Verband der Deutschen Ob st-, Gemüse- und L e b e n s m i t t e l h ä n d l e r hielt feinen 16. Verbandstag in Berlin ab. Man zählt heute in Deutschland etwa 65 000 Kleinhandelsgeschäfte der Obst- und Gemüsebranche. Einschließlich der Markt und Straßenhändler dürfte die Zahl an die Hunderttausend-Grenze herankommen. Die Umsätze dieser kleinen Verkaufsstellen betrugen 1933 durchschnittlich 15 000 RM. und gehen in den kleinsten Geschäften bis auf 5000 RM. herunter. Umsätze über 25 000 RM. sind verhältnismäßig selten. Das Jahr 1933 hat bei den kleinen Obstund Gemüsegeschäften einen Umsatzrückgang von mehr als 7 v. H. gegen 1932 gebracht. Der Ümsatz- rüefgang ist damit im Obst« und Gemüsegeschäft wesentlich stärker als bei den Lebensmittelgeschäften. Etwa 80 v. H. aller Geschäfte sind Familienbetriebe, die nur eine bescheidene Existenzmöglichkeit bieten. Der Reichshauptabteilungsleiter IV, Karl Vetter, erklärte, daß der ehrliche deutsche Kaufmann ein vollwertiges Glied innerhalb der Organisation des Reichsnährstandes fei. Es müsse dafür gesorgt werden, daß diesem Stand auch ein gerechter Lohn zukomme. Er werde sich in diesem Sinne einsetzen.
Wettervoraussage.
Noch immer befindet sich Störungstätigkeit über Deutschland, doch füllen sich die Tiefdruckgebiete langsam auf. Zwar bleibt das Wetter vorerst etwas wechselhaft, aber neben Dunst-, und Wolkenbildung kommt es zwischendurch auch zu Aufheiterung. Niederschläge werden nur noch vereinzelt und in leichteren Schauern auftreten und die Temperaturwerte dürften zwischen Tag und Nacht etwas stärkere Gegensätze erfahren.
Vorhersage für Donnerstag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung. Temperatur-Gegensätze zwischen Tag und Nacht sich etwas verschärfend. Nur vereinzelt etwas Niederschlag.
Vorhersage für Freitag: Weitere Beruhigung der Wetterlage wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 20. März: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 7,0 Grad; am 21. März: morgens 4,4 Grad. Maximum 11,8 Grad, Minimum 2,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. März: abends 5,6 Grad; am 21. März: morgens 4,4 Grad. Sonnenscheindauer Vs Stunde. — Niederschläge 1,1 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G* sämtlich in Gießen.


