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Vornan von Gert Gothberg, llrheberrechtsschutz: Fiinf-Türme-Verlag, Halle (S.). 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Wer war das dort draußen?
Ein großes Tuch verhüllte Kopf und die eine Gesichtshälfte. War es eins von den Mädchen? Aber da hatte auch feine frei. Wenn einmal ein Fest in Berkenhofen war, dann hatten sie alle zu tun, hatte niemand frei.
Berken ging plötzlich schnell wieder zur Tür. Er wußte, wer dort draußen lehnte. Und es war ganz gut, daß er heute in diesen verlassenen Flügel des Schlosses gegangen war. Nun wußte er wenigstens wieder, daß er sofort diese morsche Galerie erneuern lassen mußte. Denn er hatte ja immer geglaubt, hier gehe niemand spazieren, hier oben. Und er hatte auch eine Antipathie gegen Erneuerungen an alten Barockbauten. Man wurde durch solch eine Erneuerung meist enttäuscht. Aber nun mußte es gemacht werden.
Das Bild hatte er vergessen.
Er mußte jetzt vor allem die kleine Käthe Randolf auf die Gefahr aufmerksam machen, der sie sich aussetzte.
„Fräulein Randolf, erschrecken Sie bitte nicht! Aber ich sah Sie hier und muß Sie warnen. Das Geländer ist nicht mehr fest — lehnen Sie sich nicht dagegen!"
Käthe stand vor ihm. Weiß leuchtete das schmale Gesicht, und die Augen waren auch übernatürlich groß. Hell schien der Mond auf die Galerie, und gespensterhaft hielten die beiden menschlichen Schatten, der große, wuchtige, und der kleine, schmale, an der Hellen Wand des Schlosses.
„Ich danke Ihnen. Ich war schon einige Male hier oben. Allerdings hatte ich keine Ahnung, daß es gefährlich sein könne. Ich werde aber nicht mehr hierher gehen." .
„Es ist in Ihrem eigenen Interesse, Fräulein Randolf."
Plötzlich besann er sich. „ , „ „
„Fräulein Randolf, meine Schwester hatte Sie eingeladen, ein bißchen mit herüberzukommen. Nun stehen Sie einsam hier. War es Ihnen schon den ganzen Abend nicht gut?"
„Doch! Es war mir soweit ganz wohl. Aber ich wollte die Güte des gnädigen Fräuleins nicht noch weiter ausnützen. Ich gehöre nicht in die Gesell- schaft." #
„Sie hätten ruhig kommen können."
Er hing dem Klang seiner Worte selber ganz erstaunt nach. Wie weich er das jetzt gesagt hatte! Wie sonderbar das war, daß er dem kleinen Mädel immer und immer wieder etwas Liebes antun
wollte, ohne daß er sich selber darüber klar war. Das war wirklich seltsam genug.
Der Mond schien noch immer hell und freundlich. Da sagte Berken:
„Kommen Sie, ich führe Sie hinunter. Gehen Sie lieber noch ein wenig in den Park, wenn der Mondschein Sie lockt. Aber erkälten Sie sich nicht.
Und sie gingen die schmale Treppe hinunter, die in den Park führte. Irgendwie nahte der Frühling. Man spürte ihn! Und das Mädchen schert wie in einem schönen Traum durch einen Märchengarten.
Arndt von Berken ging neben ihr! Sprach mit ihr! Und seine Stimme klang so seltsam weich!
Bildete sie es sich nur ein?
Dann mochte es auch so sein. Wenn sie nur diese Stimme hörte! Wenn sie nur wußte, daß er bei ihr war! ...
Und er schritt neben ihr weiter, immer weiter m den Park hinein, der voll Frühlingsahnen war!
Und dann, nach langer Zeit — wie lange mochte es wohl gewesen sein? Da reichte er ihr die Hand, i
„Bleiben Sie nicht zu lange im Park. Ich muß * jetzt wieder zurück. Morgen früh 'brauchen Sie erst * gegen zehn Uhr im Büro zu sein — ich will es so. Denn der Trubel unten läßt Sie ja doch nicht schlafen. Auf Wiedersehen!"
„Auf Wiedersehen!"
Seine hohe Gestalt bog um die Ecke des Schlosses. Und Käthe lehnte sich gegen die kühle Mauer. Sie schloß die Augen, dachte: Wie schön war doch dieses Geburtstagfest Fräulein Brigittes! Wie wunderschön! |
An diesem Abend hatte es allen sehr gefallen.' Nur die Baronin Gleiberg zog wütend über alles her, als sie mit den Töchtern nach Hause fuhr. < Diese schwiegen mürrisch, und die Wut der Mutter richtete sich letzten Endes noch gegen die beiden. I
„Alles war vergeblich. Ihr benehmt euch wie Gänse. Ihr habt ja nicht das geringste Geschick, euch einen Mann einzufangen. Dumm seid ihr! Dumm! Dumm! Dumm!"
Sie schwieg erschöpft. Und da sagte Ehrenfrieda: I „Als mich vor zehn Jahren der Inspektor Faber, haben wollte, da hat er mich nicht bekommen. Und es wäre doch so gut gewesen. Faber war ein erst-1 flüssiger Landwirt, und ich hätte einen Mann be- fommen, statt mich auf jedem Vergnügen auslachen zu lassen."
„Ein Inspektor fommt nicht in Frage", entschied die Mutter hart.
„Dein Standesdünkel ist auch etwas wert. Dann mache uns aber bitte nicht immer Vorwürfe, Mama."
Gisela hatte es schroff, hastig gesagt.
Es kribbelte der Mutter in den Händen. Aber sie bezwang sich. Sah starr zum Fenster des Wagens hinaus. Ehrenfrieda und Gisela aber hielten sich bei den Händen. Zwei, die das Leben und vielleicht noch mehr — eine Erziehung um jede Hoffnung gebracht hatte.
10. Kapitel.
„Nora Stetten ist heimgekommen!"
Brigitte sagte es dem Bruder, als er vom Felde heimkam, wo er mit den Inspektoren die Wintersaat besichtigt hatte.
„Nara Stetten? Da wird sich ja ihr Vater freuen!"
Es klang gleichgültig. Aber eine leise Erregung hörte Brigitte doch aus der tiefen Stimme.
Sie sah ihn an, sagte leise:
„Du hast dich früher sehr für Nora interessiert — ich weiß es." . o
„Warum soll ich es denn abstreiten? Das liegt mir gar nicht. Aber verbindest du etwa besondere Gedanken mit dieser Heimkehr Noras?"
„Ja! Sie soll noch genau so wunderschön fein wie vor Jahren." , , .
„Warum sollte ihre Schönheit gelitten haben? Sie hat doch nie Sorgen gehabt. Sie ging doch damals hier fort, weil Norbert von Stetten sich hier auf dem Lande nicht wohl fühlte. Eine Frau muß ihrem Gatten folgen."
„Arndt! Nora von Stetten ist heute frei! Ihr Mann starb vor anderthalb Jahren."
„Du hast also doch einen Zweck mit deiner Mitteilung verbunden, Brigitte. Ich aber muß dir leider sagen, daß Nora für mich nicht mehr in Frage kommt."
„Weshalb nicht?"
„Sie hat damals Stetten mir vorgezogen. Heute ist in mir fein Verlangen mehr, Nora zu heiraten!"
„Das ist ja deine Sache, Arndt. Nur — den Verfehr meiden werden wir nicht können. Neuen Klatsch wird's auch geben. Es hat damals allgemein geheißen, du wärst so gut wie mit ihr verlobt. Nun bist du so lange ledig geblieben. Was weiter, als daß man jetzt erwartet, daß ihr nun noch ein Paar werdet!"
Er lachte.
„Das überlasse mir, Brigitte? Und seit wann machst du dir etwas aus dem Tratsch unserer lieben Nächsten?"
„Seit ich weiß, daß Nora wieder da ist."
Da sagte er nichts mehr. Aber sein Gesicht spiegelte, für Brigitte deutlich erkennbar, eine innere Erregung wider.
Er blätterte in einem Buche, brannte sich dann eine Zigarre an, lächelte:
„Verzeih, Brigitte, ich hab' dich gar nicht gefragt, ob es dir angenehm ist."
„Laß dir deine Zigarre schmecken — ich bin keine Zimperliese."
Und beide sprachen nicht mehr von Nora. Aber sie dachten beide an sie!
♦
„Guten Tag, gnädige Frau! Es freut mich sehr, Sie endlich wieder einmal begrüßen zu dürfen."
Schlank, schön, blond, lehnte Nora von Stetten an ihrem weißen Pferd. Der Rappe Arndt von
Berkens schnupperte herüber, und seine schönen, großen, schwarzen Augen glänzten. Das weiße Pferd wandte den schmalen Kopf nach ihm und blieb nun reglos stehen.
Es war ein hinreißend schönes Bild, die blonde Frau und das weiße Pferd!
Noras Hand im weißen Stulphandschuh spielte mit der Reitgerte. Ihre Stimme zitterte ein wenig, als sie sagte:
„Was wissen denn Sie, Arndt von Berken, was für eine Hölle meine Ehe in den letzten zwei Jahren war!"
„Das ist bedauerlich, gnädige Frau. Ich wähnte Sie sehr glücklich."
„Und Sie? Sie sind noch immer allein?"
„Ja! Ich fand bisher nicht, was ich suche!"
Seine Hand strich über den glänzenden Rücken seines Pferdes, jagte eine aufdringliche Fliege fort.
Der Erdboden duftete. In wenigen Tagen war Ostern! Ostern! Das Fest der Auferstehung!
Noras helle blaue Augen blickten bang fragend in die des Mannes, der jetzt wieder zu ihr herübersah.
„Arndt von Berken, in wenigen Tagen ist Ostern. Das Fest der Auferstehung! Ich kam heim, um dieses Fest hier zu feiern. Und — weil ich geglaubt hatte, dieses Fest könne auch für mich Auferstehung zu einem neuen Leben, einem wahren Glück bedeuten."
Das war deutlich!
Das war — Nora bot sich ihm an! Und das war das Furchtbarste, was sie sich hatte antun können. Er kannte sie von früher her als herb und sehr scheu! Und damals war sie ihm unendlich teuer
1 gewesen. Nora war anders geworden. Sie ähnelte heute der schönen Mila Kranz!
In Arndt von Berkens Augen war Kälte! Vielleicht sogar Abwehr! Und grausam fragte er:
„Weshalb meinen Sie, daß es nunmehr für Sie feine Auferstehung geben könnte, gnädige Frau? Es ist ja niemals zu spät, sich sein Leben anders einzurichten. Und wenn Ihre Ehe nicht mehr glücklich war — heute sind Sie ja frei! In allen Ehren frei! Ruhen Sie sich erst aus bei Ihrem alten Vater, in Ihrer schönen Heimat Martenbrück. Und dann, wenn Sie verwunden haben, dann wird auch ein anderes Leben für Sie beginnen können."
Nora warf den schönen Kopf zurück, schloß die Augen, und zwischen den schweren geschlossenen Lidern hervor drangen Tränen.
Er biß die Zähne zusammen.
Warum blieb er heute hart? Tränen von Nora hätten ihn früher wahnsinnig gemacht. Heute sah er auf das schöne Frauengesicht, und er wußte nur, daß er Frauentränen haßte wie sonst auch.
(Fortsetzung folgt!)
gufwMerdauung^^^ Bullrich-SafZ w 20
Ihre Verlobung geben bekannt
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Frauenbund d. Deutschen Kolonialgesellschaft Frauenverein für Deutsche Uebersee (Deutsches Rotes Kreuz) im Reichskolonialbund.
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Freitag, den 26. Oktober, abends 8 Uhr: Christentum und nationalsozialistischer Staat.
Samstag, den 27. Oktober, abends 8 Uhr: Das Christentum der Heldnischen Tat.
Sonntag, den 28. Oktober, Dorrn. %1O Uhr: predigt: Bekenntnis zur Kirche.
Sonntag, den 28. Oktober, abends 6 Uhr: Das Schwert der Kirche:
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