3 Mark für Steuerpflichtige, die einkommensteuer'
12 000
bis
bei Einkommen von 8000
16 000
bis
12 000
Einkommen
bei
von
bis
20 000
16 000
Einkommen
bei
von
25 000
bis
20 000
Einkommen
bei
von
bis
50 000
25 000
Einkommen
bei
von
75 000
150 Mark bei Einkommen von 50 000
bis
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Seerüstung zu vervollständigen, die großen Seemächte bis zur äußerst vertraglich festgesetzten Grenze gerüstet sich auf der neuen Flottenkonferenz gegenübertreten werden.
Die Vorbesprechungen in London sollen nun einmal erst abtasten, ob zwischen den großen Drei: Amerika, England und Japan eine Einigung möglich ist. Hier wird vermutlich die größte Schwierigkeit in der japanischen Forderung nach Parität mit den beiden andern großen Kriegsflotten liegen. Denn die Vereinigten Staaten werden sich dem bis zum äußersten widersetzen. Die zweite Schwierigkeit liegt in dem verschiedenen Interesse der Beteiligten an der Art der Begrenzung. Amerika und Japan, die beide zur großen Entscheidung im Stillen Ozean mit überlegener Kraft auftreten müssen, wollen innerhalb der festgelegten Gesamthöchsttonnage alle Freiheit behalten für die Verteilung auf die einzelnen Einheiten, während England bei der Ausbreitung des Britischen Reiches über den ganzen Erdball auf eine möglichst vielseitige Verwendungsmöglichkeit seiner Flotte bedacht sein muß, nicht nur die Gesamthöchsttonnage, sondern auch die Stärke der einzelnen Einheiten nach oben begrenzt sehen möchte, um nicht von den beiden andern Seemächten zu übermäßig großen Schiffsbauten genötigt zu werden. Schließlich wird die alte Schwierigkeit der Parität zwischen Frankreich und Italien in den leichten Seestreitkräften und U-Booten auftreten. Die U-Boote möchte England ja am liebsten ganz abgeschafft sehen, aber gerade auf die U-Bootwaffe legt Frankreich beson- deren Wert und geht soeben daran, den Kanalhafen Calais zu einem großen U-Bootstützpunkt auszubauen. Einem neuen Flottenabkommen stehen also noch ungeheure Schwierigkeiten entgegen. Die Gefahr ist olso groß, daß nach Ablauf der geltenden Verträge auch zur See das gleiche hemmungslose Wettrüsten einsetzen wird, wie es zu Lande ja mit Ausnahme der durch die Friedensdiktate gefesselten Völker trotz aller Abrüstungsverhandlungen schon lange der Fall ist.
Schöneres von einem Dinge sagen, als daß es Freude bereitet hat? Denn das, seht ihr, ist mehr, als man so schnell sagen kann.
im November den schon von Barthou geplan- Besuch in Rom abstatten will, wie Bene sch, Wortführer der Kleinen Entente, der ebenfalls italienischen Regierung eine — nach zehnjähri- Amtszeit freilich etwas verspätete — Antritts-
SA. mit den Gau-, Kreis- und Ortsbeauftraaten des WHW. die Mithilfe der SA. auf. Diese bindungsführer haben zugleich die Aufgabe, dafür
Vermittlung und Arbeitslosenversicherung. Hier handelt es sich darum, daß die Reichsanstalt bestimmte öffentliche Arbeiten dadurch fördert, daß sie aus ihren Mitteln einen Zuschuß zu den Kosten der Arbeit gewährt, soweit dabei unt e r stütz un gs- bedürftige Arbeitslose verwendet werden. Der Grundförderungssatz ist wieder auf drei Mark pro Mann und pro Tag erhöht worden. In Fällen, in denen mit einem geringeren Förderungssatz ausgekommen werden kann, dürfen jedoch die Präsidenten der Landesarbeitsämter nur den geringeren Satz bewilligen. In den Fällen, in denen eine Arbeit, die mit 2,50 Mark pro Tagewerk bereits begonnen ist, während der Wintermonate besonders intensiv fortgesetzt wird und dadurch Mehrkosten entstehen, soll eine Erhöhung des bewilligten Förderungssatzes innerhalb der neuen Höchstgrenze für die in den Monaten Oktober 1934 bis März 1935 abgeleisteten Tagewerke nicht ausgeschlossen sein, wenn sie unbedingt erforderlich ist. Dadurch werden mindestens 3 00 000 Mann in Arbeit gebracht werden. Die Mehrbeschäftigung dieser 300 000 Mann wird zwangsläufig zu einer Belebung in den verschiedensten Zweigen der Volkswirtschaft und zu einer Mehrbeschäftigung von weiteren etwa 100 000 Mann führen.
Die Mgersleuer für 1935.
Berlin, 19. Okt. (DRB.) Das Reichsgesetzblatt vom 18. Oktober enthält das neue Bürgersteuergesetz, das vom 1. Januar 1935 ab Geltung hat. Danach sind von der Bürgersteuer alle Personen befreit, die Arbeitslosenunterstützung, laufende öfentliche Fürsorge oder eine Zusatzrente beziehen und deren Einkünfte nicht mehr als 130 Mark v. H. des Betrages übersteigen, der dem allgemeinen Fürsorgegesetz entspricht.
Für die Bemessung der Bürgersteuer gelten folgende Steuergrundbeträge (Reichssätze):
sagt, in den nächsten zehn Jahren weitere Linienschiffe auf Stapel zu legen. Rur Frankreich und Italien wurden je 70 000 Tonnen für den Neubau von Linienschiffen zugestanden. Wesentlich für die strategische Lage im Pazifik war noch die in Washington vereinbarte Abgrenzung der Flotten st ützpunkte Amerikas, Englands und Japans.
Eine Ergänzung mit Bezug auf die tn Washington 1922 unberücksichtigt gebliebenen l e ich te n See st reitkrästeundU-Boote wurde 1930 in London zwischen den Vereinigten Staaten, England und Japan verabredet Das bereits m Washington für die Großkampfschlffe festgelegte Stärkeverhältnis 5:5:3 sollte nun auch für Kreuzer und Torpedobootszerstörer gelten, wahrend an U-Booten alle drei Seemächte die gleiche Tonnage erhielten. Der Bau neuer Schlachtschiffe sollte weitere fünf Jahre hindurch untersagt bleiben und das ursprünglich erst für 1934 vorgesehene endgültige Kräfteverhältnis bereits 1931 in Kraft treten, so daß England fünf noch kriegstüchtige Linienschiffe abwracken mußte und Amerika damit den zahlenmäßigen Ausgleich mit der bislang stärksten Seemacht erreicht hatte. Frankreich und Italien konnten sich in der Frage der leichten Seestreitkräfte und U-Boote nicht einigen. Italien forderte die Parität mit Frankreich, die ihm dieses indessen mit dem Hinweis auf den notwendigen Schutz der Verbindungen mit seinen Kolonien und die Länge der Küsten des Heimatlandes nicht zugestehen wollte. Beide haben inzwischen ein eifriges Wettrüsten betrieben. Frankreich hat unter dem durchsichtigen Vorwand, daß die Deutschland in Versailles zugebilligten 10 000-Tonnen-Schiffe, die inzwischen auf Kiel gelegt wurden, eine neue Lage geschaffen hätten, neue Kreuzer und 25 000-Tonnen°Panzerschiffe der „Dunkerque"°Klasse gebaut. Italien hat als Antwort den Bau zweier 35 000-Tonnen-Panzer- schiffe angekündigt. Das alles soll sich noch in den in Washington festgelegten Grenzen halten, so daß, da Japan natürlich auch alles getan hat, um seine
Mark,
300 Mark bei Einkommen von 75 000 bis 100 000 Mark,
500 Mark bei Einkommen von 100 000 bis 250 000 Mark,
1000 Mark bei Einkommen von 250 000 bis 500 000 Mark,
2000 Mark bei Einkommen von mehr als 500 000 Mark.
Der Reichssatz ermäßigt sich bei Steuerpflichtigen, zu deren Haushalt mindestens zwei minderjährige Kinder gehören: um je 2 M a r k für das zweite und jedes folgende minderjährige Kind, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen nicht mehr als 2400 Mark beträgt, u m j e 1 M a r k für das zweite und dritte minderjährige Kind und umje2Markfür das vierte und jedes folgende minderjährige Kind, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen mehr als 2400 Mark, jedoch nicht meht als 12 000 Mark beträgt.
können. „Ein paar schönere gibt es ja im ganzen Garten nicht! Die wollen wir für Anna schonen!" Anna war die Schwester des Kleinen und diente in einem großen Hotel in der Stadt. Dort stand sie den ganzen Tag in der Spülküche und hatte keine Zeit zu sehen, wie schön der Herbst war, der durch das Land ging, und darum war es ganz recht, daß die beiden schönsten Aepfel aus dem Garten für sie bleiben sollten und die Mutter sie zum Nachreifen auf den Schrank stellte.
Da standen sie nun wieder ebenso hoch, wie sie am Baum gehangen hatten, nur daß sie jetzt, statt ins Grüne, in eine alte Bauernstube und des Abends in die Pfanne mit Bratkartoffeln hinabsehen konnten, die auf den Tisch kamen. Aber eines Tages wurden sie wieder herabgenommen, in eine Markttasche gesteckt und in die Stadt getragen.
Ja, nun kamen sie sogar in ein richtiges Hotel. Es war freilich nur die Küche, aber es gab mehr darin zu sehen, als man so schnell aufzählen Fann. Dazu wogten alle Gerüche Indiens um sie, daß es ihnen fast die Sinne verschlug, und als das Mädchen sie spät abends mit in ihre Kammer hinaufnahm, wurden sie über teppichbelegte Flure, an langen, goldgerahmten Spiegeln vorbei und unter strahlenden Kristalleuchtern hingetragen. Niemand hätte sagen können, wie prächtig das war.
Im Zimmer des Mädchens war es freilich nicht so vornehm. Der Fußboden war abgetreten, die Tapeten von der Wand gesprungen, der Tisch wackelte, wenn man ihn berührte, und hier und da war der Putz von der Decke gebröckelt. Aber was machte das? Sie wurden auf eine Kommode gestellt, über die eine Decke gebreitet war, so rein und weiß wie das feinste Seinen, und wenn des Morgens die Sonne durch das Dachfenster schien, glänzten die beiden Gulderlinge in ihren Farben, daß es die ganze Stube verschönte. Waren sie nicht leuchtender als das schönste Gold und konnte etwa ein Maler ein zarteres Rot ersinnen, als ihre Wangen es trugen? Darum war es auch kein Wunder, daß sich das Mädchen an keinem Abend entschließen konnte, sie zu verzehren. Wurden sie nicht schöner mit jedem Tag? Aber das Allerschönste an ihnen blieb doch, daß sie an den Garten erinnerten, in dem sie gewachsen waren, an den Garten bei dem niedrigen kleinen Haus weit draußen im Moor.
Eines Abends aber, als sie Ausgang hatte, und darüber nachdachte, ob sie nicht irgendetwas habe, es ihrem Schatz zu schenken und ihm eine Freude zu machen, fielen ihr die beiden Aepfel ins Auge, und da sie meinte, daß das Beste gerade gut genug für ihn fei und sie nichts wußte, von dem sie sich
Die Mitwirkung der SA beim Winterhilfswerk.
DNB. Berlin, 19. Oktober. Der Chef des Stabes der SA. hat folgenden Befehl erlassen:
Der Führer hat das ganze deutsche Volk zum Winterhilfswerk 1934/35 im Kampf gegen Hunger und Kälte zur Unterstützung der armen deutschen Volksgenossen aufgerufen. Alle Reichs- und Staatsbehörden, die Gliederungen der Partei wirken bei der Durchführung der Hilfsmaßnahmen mit. Es ist selbstverständliche Pflicht, wenn der Führer ruft, daß feine SA. zum Gelingen dieses Hilfswerkes beiträgt und mitarbeitet. Daher verfüge ich:
Der Einsatz der SA. erfolgt im Benehmen und mit Aufforderung des Reichs-, der Gau-, der Kreis- und Ortsbeauftragten des WHW. Die Fürsorge- referenten bei den einzelnen Einheiten der SA. nehmen als Verbindungsführer der
Oie Finanzierung der Arbeitsbeschaffung
Darlegungen des Staatssekretärs Reinhardt.
Berlin, 19. Okt. (DNB.) In der Verwaltungsakademie Berlin führte Staatssekretär Reinhardt über die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung aus:
Das Aufkommen an Lohnsteuer hat im September 1934 67,6 Millionen RM. betragen gegenüber 58,7 Millionen RM. im September 1933, also im September 1934 um 15 o. H. mehr. Daraus ergibt sich, daß auch das Arbeitseinkommen im September 1934 15 v. H. größer gewesen ist als im September 1933. Ein solches vermehrtes Arbeitseinkommen wird zwangsläufig zu erhöhtem Verbrauch und zu weiterer Belebung der Verbrauchsgüterindustrien führen. Aus dem Mehr an Umsatzsteuer in der ersten Hälfte des Rechnungsjahres 1934 ergibt sich, daß die steuerpflichtigen Umsätze in den sechs Monaten von März bis August um rund acht Milliarden RM. größer geworden sind als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Durch das Papen-Programm, das Sofortprogramm und das Reinhardt-Programm sind insgesamt 1902 Millionen RM. zur Verfügung gestellt worden. Davon- sind bis Ende September 1934 1810,7 Millionen RM. bewilligt und 1390 Millionen RM. ausgezahlt gewesen. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsbahn beträgt für 1934/35 630 Millionen RM.: davon sind 270 Mil- Honen für die Monate November/März vorgesehen. Die Auszahlungen, die auf die 500 Millionen RM. zur Förderung von Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten bis heute erfolgt find, betragen erst rund 390 Millionen RM. Der Rest von 110 Mil- Honen RM. bedeutet, daß Arbeiten in ansehnlichem Umfang noch im Gang, teil- weise noch gar nicht begonnen sind, und daß aus dem Gebäudeinstandsetzungsgesetz noch ein Arbeitsvorrat für den bevorstehenden Winter besteht.
Ein wichtiges Mittel im Kampf um die Verminderung der Arbeitslosigkeit ist auch die Grundförderung durch die Reichsanstalt für Arbeits-
Zeitschriften.
— Wie eigenartig bisweilen der Zufall oder das Geschick mit den Menschen spielt, schildert ein fesselnder Artikel von Fritz Mack in der neuen Nummer der Leipziger „I ll u st r i r t e n Ze i t u n g", worin er seltsame Rettungen aus Todesgefahr beschreibt. In die Arbeit eines Missionsarztes in Afrika führt ein reich illustrierter Aufsatz von Dr. Albert Herrlich ein. Außerdem findet man in dem vielseitigen Heft u. a. Beiträge über die 200jährige Papiertapete, über Pilzphotographie und Tierstudien, über eine eigenartige Jugendherberge im Wasserturm und über „Aschenbrödel des Kochtopfs". 4
zu sorgen, daß vor allen Dingen alle not- l e i d e n d e n , a r b e i t s l o s e n und bedürftigen SA. - Männer, Rentenempfänger der SA. sowie deren Angehörige bei der Zuteilung von Spenden berücksichtigt werden.
Im übrigen erstreckt sich die Mithilfe der SA. für das WHW. auf folgende Gebiete:
1. Die SZ. und MZ. der SA. haben sich auf Wunsch der einzelnen örtlichen Beauftragten des WHW. in gleicher Weise wie Reichswehr, Schutzpolizei usw. wm kostenlosen Spielen von Stadtmusiken und sonstigen Deran- st a l tu n g e n des WHW. zur Verfügung zu fteücn.
2. Auf Aufforderung der Beauftragten des WHW. sollen SA.-Männer als Sammler für das WHW. zur Verfügung gestellt werden, jedoch müssen die Sammler in Zivil auftreten. Ich verbiete ausdrücklich jedes Sammeln im S A. - D i e n st a n z u g. Lediglich soweit Reichswehr und Schutzpolizei als Begleiter von Fahrzeugen, Kleider- und Lebensmittelspenden zusammenholt, können SA.-Männer im Dienstanzug als Fahrzeugbegleiter teilnehmen.
3. Arbeitslose SA.-Männer sollen auf Anforderung zur Verladung und Entladung von Leoensmittelspenden, Getreide, Kartoffeln usw. in Stadt und Land abgestellt werden. Für solche Hilfeleistung wird Fahrgeld und Verpflegung vom WHW. vergütet.
4. Bei W e r b e u m z ü g e n des WHW. können
6ocf)fd)ulnad)rid)ten.
Privatdozent Dr. Schrader, Assistent am Institut für gerichtliche Medizin der Universität Bonn, erhielt einen Ruf als o. Professor für gerichtliche und soziale Medizin an der Universität Marburg: er hat den Rus angenommen.
Professor Dr. Walter L ö h l e i n , Ordinarius für Augenheilkunde an der Universität Freiburg, hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl V Augenheilkunde an der Universität Berlin anfli1 nommen.
Professor Dr. Wenzel Graf von Gleis poch' bisher Ordinarius an her Universität Wien, ist zum o. Professor in der Juristischen Fakultät der Universiät Berlin ernannt worden: Gleispachs Arbeitsgebiet ist Strafrecht und Strafprozeß.
Professor Dr. Paul R a m d o h r, Ordinarius für Gesteinskunde an der Technischen Hochschule in Aachen, erhielt einen Ruf als o. Professor an die Universität Berlin.
Der zur 3eit unbesetzte ordentliche Lehrstuhl für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten an der Universität Erlangen ist dem Professor Dr. Specht von der Universität Kiel angebotefl worden.
Professor Dr. Plenzat, bisher Direktor del Hochschule für Lehrerbildung in Elbina, ist als Professor für Volkskunde an die Universität Äb* nigsberg berufen worden.
Professor Dr. Friedrich Christoph Geller, Extraordinarius an der Universität Breslau, erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl für Frauenheil' künde und Geburtshilfe an der chinesischen Universität Kanton.
Oie beiden Gulderlinge.
Von Wilhelm Scharrelmann.
Solange sie an ihrem Zweige gehangen hatten, war alles gut gegangen. Sie wuchsen mit jedem Tage und hatten cs dabei so wichtig mit sich selber, daß einer den anderen nicht sah. Aber gegen den Herbst hin kam eines Morgens ein Windstoß, brausend wie eine Fanfare — bautz! Da lagen sie beide im Grase und brauchten sich nicht einmal mehr den Schlaf aus den Augen zu wischen.
Ja, es war ärgerlich. Saßen sie nicht aus- gezeichnet da oben? Sie konnten über den ganzen Garten und über den Zaun des Nachbarn hinwegsehen, wurden von der Sonne gewärmt und vom Winde geschaukelt, und nun lagen sie auf der Nase und konnten sich noch freuen, daß sie heil geblieben waren!
Aber kaum, daß sie lagen, kam ein kleiner Bauernjunge durch den Garten, ergriff sie und stopfte sie in feine Tasche. Da hatten sie es wärmer als jemals an ihrem Zweige, reiften, ohne einen Schritt zu tun, und konnten sich zum Ueberfluß die Backen blank reiben, lieber ihnen klapperten Tafel und Griffel im Tornister und unter ihnen die Holzschuhe des Kleinen auf dem Straßenpflaster. Aber bann wurde es plötzlich still um sie, eine ganze Weile, bis eine kleine warme Hand zögernd und vorsichtig zu ihnen herabkam und sie wieder ans Licht zog.
Hurra, da saßen Kinder, zehnmal .so viel als die beide in ihrem Bauerngarten je zu Gesicht bekommen hatten, schrieben auf ihre Schiefertafeln und waren so emsig dabei, als wenn es um Geld ginge. Leise wollte Der Kleine, der keine Lust mehr zum Schreiben hatte, einen der beiden zum Munde führen und hinter der hohlen Hand hineinbeißen, als ihn sein Nachbar zum Schabernack in die Seite puffte, daß der Apfel — o Schreck! — auf den Fußboden fiel und davonkollerte.
„Töpken, bring mal her, womit du gespielt hast", rief der Lehrer.
Da blieb nun nichts weiter übrig, und die beiden Aepfel wanderten in den Klassenschrank.
Waren sie nicht ärgerlich gewesen, vom Baum gefallen zu sein? Und nun gab es ein Abenteuer nacf) dem anderen! Aber sie waren doch froh, als die Schule aus war, die Schranktür wieder geöffnet wurde und Hans Töpken seine Aepfel zurückbekam.
„Sieh doch an, was für ein paar schöne Gulder- hnge", sagte die Mutter des Kleinen, als er die Aepfel zu Hause aus seinem Schulranzen nahm und meinte, sie nun endlich in Ruhe verzehren zu
schwerer trennen mochte, konnten es nur die beiden Gulderlinge sein, die sie ihm mltnanm.
„Sie sind in unserem Garten gewachsen", jagte sie mit strahlenden Augen.
Als sie aber von der Bank in den Anlagen wieder aufstand, auf der sie mit ihm gesessen, vergaß er die i2(cpfel, und sie blieben da liegen bis zum frühen Morgen. Da kam ein Obdachloser des Weges, fröstelnd und hungrig. Aber auch der aß sie nicht, steckte sie nur ein und ging in eine Kellerwirtschaft, um sie dort umzutauschcn, traf ober niemand, der sie haben wollte, bis der Wirt sie ihm abnahm und ihm ein Stück Brot dafür gab.
Da lagen sie nun in ihrem reinen Duft unter dem dunklen Schenktisch der alten Gastwirtschaft. Aber schon in der nächsten Stunde kam die Reinemachefrau, steckte sie in ihren Beutel und nahm sie mit nach Hause.
„Seht mal die beiden Aepfel!" sagte sie zu ihren Kindern.
Aber dann fand auch sie, daß es eigentlich schade darum wäre, sie zu verteilen, und als die Kinder am nächsten Sonntage hingingen, ihren Großvater zu besuchen, nahmen sie ihm die beiden Gulderlinge als Geschenk mit. Der wollte sie gleich zerschneiden und unter die Kinder verteilen, aber das wollten die drei nicht, nein, und darum legte er sie den Streit zu schlichten, in seine Tischschstblade.
Abends aber nahm er sie doch zuweilen heraus, roch ihren reifen süßen Duft und träumte sich an shnen in feine Kindheit zurück. Rochen sie nicht wie Himbeeren? Himbeeren, wie sie in seiner Kindheit hinter seinem Vaterhause wuchsen? Aber dann kam mit ihrem Duft noch eine andere Erinnerung herauf, und er muhte an den Honig denken, wie ihn sein Vater vor siebzig Jahren in jedem Herbst aus seinen Bienenkörben geschnitten hatte Nein was für ein paar Zauberäpfel die beiden Gulder- linge doch waren!
So kam es, daß er sie immer wieder in die Schublade legte, und als er bettlägerig wurde, blieben sie dort liegen und wurden vergessen und in wenigen Wochen so runzelig, wie der alte Mann in achtzig Jahren, und als man nach feinem Tode das Rimmer aufräumte, fanden sich auch die bei- den Aepfel, die ihm feine Enkelkinder geschenkt hatten, eingetrocknet und verschimmelt.
„Guck doch an, die alten Aepfel!" sagte man und warf sie in den Mülleimer.
Aber was lag daran? Waren sie nicht von einer Hand in die andere gegangen und hatten mehr Freude bereitet als die vielen anderen, die zu rechter Zeit gegessen wurden, und kann man etwas
frei gewesen sind,
6 Mark von einem Einkommen bis zu 4500 Mark, 9 Mark bei Einkommen von 4500 bis 6000 Mark, 12 Mark bei Einkommen von 6000 bis 8000 Mark,
18 Mark
Mark,
24 Mark
Mark,
30 Mark
Mark,
50 Mark
Mark,
75 Mark
Mark,
flaroien bei der Stange zu halten, zumal schon die französisch-italienische Annäherung in Belgrad mit begreiflichem Argwohn beobachtet wurde. Der Klugheit König Alexanders und seiner unbestrittenen Autorität wäre es vielleicht gelungen, einen Weg zu finden durch bas Gestrüpp widerstreitender Interessen, die das Adriaproblem für beide Anliegerstaaten einschließt. Ob Südslawien heute noch den Mut hat, an den Erfolg einer solchen Politik zu glauben, muß die Zukunft lehren.
Sowohl Laval, Frankreichs Außenminister,
visite machen will, werden beide sicherlich alles tun, um einem südslawisch-italienischen Ausgleich als Voraussetzung der so heiß ersehnten Eingliederung Italiens in das französische Bündnissystem den Boden zu bereiten. Mit dem ungarischen Ministerpräsidenten G ö m b ö s kommt indessen vorher noch ein über die geplante neue Konstellation äußerst beunruhigter Bundesgenosse der a n » dem Seite nach Nom. Eine Verständigung zwischen Italien und der Kleinen Entente würde ja für Ungarn, das gegenüber allen drei Mächten der Kleinen Entente seine Revisionsforderung aufrecht erhalten hat und das bislang in Italien die stärkste Stütze dieser Politik gesehen hat, eine ganz neue Lage schaffen. Ungarn hat der drohenden Isolierung schon durch eine Verständigung mit P o l e n vorgebaut. Der ungarische Ministerpräsident Gömbös weilt im Augenblick gerade in Warschau, und man darf wohl annehmen, daß neben der Förderung kultureller Zusammenarbeit, die auf dem offiziellen Programm dieses Besuches steht, auch noch handgreiflichere Dinge der Außenpolitik besprochen werden. Polens Verhältnis zur Tschechoslowakei ist wegen der Behandlung der polnischen Minderheit in Mähren seit langem gereizt, wohl aber haben sich die Beziehungen zu Rumänien freundschaftlich gestaltet. Auch Ungarn sieht in der Tschechoslowakei den' unversöhnlichen Gegner, während mit Rumänien ein Ausgleich schon mehr- ach zur Debatte stand. Es könnte also trotz der ehr beträchtlichen Gegensätze immerhin sein, daß Ingarn, von dem Verlust seines mächtigsten Verbündeten bedroht, durch einen Ausgleich mit Rumänien den Ning sprengen könnte, der ihm den Atem raubt. Gömbös' Besuch in Warschau mag einer Sondierung dieser Möglichkeiten dienen.
Während also auf dem Kontinent Minister und Staatslenker eifrig Fühlung und Aussprache suchen, wenigstens registriert sei noch der Besuch des britischen Lordgeheimsiegelbewahrers Eden in den drei skandinavischen Hauptstädten — sind auch auf einem andern politischen Schauplatz die Figuren in Bewegung geraten. In London ist nach den Amerikanern nun auch die japanische Abordnung unter Führung des Admirals Vamamoto eingetroffen, um in einer Vorbesprechung der drei großen Seemächte die Aussichten der für 1935 bevorstehenden Seeabrüstungskon- ferenz zu erörtern. Es ist also an der Zeit, sich ein Bild von der Lage zu machen, die für die kommenden Auseinandersetzungen den Ausgangspunkt bilden wird. Auf der Flottenkonferenz von Washington im Jahre 1 9 2 2 brachte Arne- rika seinen Gewinn aus der Teilnahme am Weltkrieg und der Schiedsrichterrolle, die man ihm ßugeschoben hatte, in die Scheuern. England, das wegen der Aufrechterhaltung des Two Power Standards gegen Deutschland in den Krieg gezogen war, hat erleben müssen, daß nach Beendigung des Krieges nun die Vereinigten Staaten die Flotte n p a r i t ä t forderten und in Washington ja auch durchgesetzt haben, ebenso wie es ihnen gelang, durch die Losung des britisch-japanischen Bündnisses Japan zu isolieren und mit einem niedrigeren Rüstungsstand abzuspeisen. Frankreich mußte es sich gefallen lassen, mit Italien gleich- gesetzt zu werden. Aber da man die für die Franzosen natürlich weit wichtigere Landrüstung mit Still- schweigen übergangen hatte und auch Unterseeboote und leichte Streitkräfte in die Begrenzung nicht einbezogen wurden, war Frankreich mit dem Stärkeverhältnis 5:5:3:1,75:1,75 für Amerika, England, Japan, Frankreich und Italien einverstanden. Auch eine Begrenzung der einzelnen Schiffstypen nach Große und Bestückung wurde vereinbart und unter-


