heute auf allen Straßen und Plätzen zu haben ist, und tragt so zum äußeren Gelingen dieses Tages bei!
Nie lleberführung Kann Görings.
DNB. Stockholm, 19. Juni. Die sterblichen Ueberreste der Gattin des preußischen Ministerpräsidenten Göring wurden heute vormittag von der Kirche in Lovoe in der Nähe Stockholms nach dem Stockholmer Bahnhof ü b e r g e s ü h r t. In der Kirche fand eine kurze Feier statt. Pastor E n g m a n oetete ein Vaterunser und sprach den Segen. Zum Schluß wurde das Lied „Eine feste Burg ist unser Gott" gesungen. Unter Glockengeläut wurde der Sarg aus der Kirche getragen. Unter den Anwesenden befanden sich die Geschwister der Verstorbenen und Vertreter der deutschen Gesandtschaft sowie der augenblicklich in den Stockholmer Schären weilenden deutschen Torpedobootsflottille. Auch eine Anzahl Bewohner des Ortes hatte sich zu der schlichten ergreifenden Feier eingefunden. Auch Vertreter der drei schwedischen nationalsozialistischen Parteien nahmen mit Fahnen daran teil. Zahllose Kränze und Blumenspenden deckten den Sara, darunter als schönster der große Kranz des Ministerpräsidenten Göring, ferner der des deutschen Gesandten PrinL zu Wied, der Ortsgruppe des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes, der Ortsgruppe der NSDAP., der zur Zeit hier liegenden deutschen Torpedoboote und der deutschen Kolonie. Major Bodenschaetz, Goerings persönlicher Adju- dant, sein Ordonnanzoffizier Leutnant Roth, der Führer der Polizeigruppe Berlin - Brandenburg, Polizeigeneral Ecke, mit einem Leutnant und vier Polizeiwachtmeistern gaben dem Sarg das Geleit. Zwei Wachtmeister halten während der Fahrt Ehrenwache am Sarg: auch fahren der deutsche Gesandte Prinz zu Wied mit Gattin und Tochter sowie die Schwester Karins im Zuge mit.
Vom Filmparadies zur Hühnerfarm.
Nichts ist vergänglicher als der Ruhm von Hollywood.
Der Name Hollywood war noch vor nicht allzu langer Zeit eine Zauberformel, der Traum aller Backfische, die sich berufen fühlten, die Nachfolge der Greta Garbo anzutreten. Hollywood strahlte einen Glanz aus, der die Mädchen und Jünglinge anlockte wie das Licht die Motten. Unübersehbar ist die Armee jener ruhmlüsternen Filmkomparsen, die jahrlang vergeblich darauf warteten, daß ein glücklicher Zufall sie zu den schwindelnden Höhen der Prominenz hinaufschleudern würde. Hunderte und Tausende von Existenzen hat der Moloch Hollywood in seinem Rachen verschlungen, viele sind in ihre Heimat zurückgekehrt, viele sind vor die Hunde gegangen, sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden.
In den letzten Jahren scheint sich in Hollywood eine Wandlung vollzogen zu haben. Es ist nicht mehr das Land, wo Milch und Honig fließt, die Verhältnisse im Filmparadies sind von der Weltwirtschaftskrise nicht unberührt geblieben. Dazu kommt, daß der Tonfilm eine Menge ehemals berühmter und gefeierter Schauspieler brotlos gemacht hat. So scheint das alte Hollywood langsam auszusterben. Es werden nicht mehr so viele Feste gefeiert wie früher; die Verschwendungssucht scheint zurückgegangen zu sein. Man hat erfahren müssen, daß auch der Filmruhm eine verflucht irdische und vergängliche Angelegenheit ist. Viele der berühmtesten Namen, die einst der Stadt Hollywood Glanz und Ansehen verliehen, werden beute kaum mehr genannt. Wo sind sie alle geblie- ven, die Ramon Novarro, Ronald Colman, Mary P i ck f o r d, Adolphe M e n j o u, Buster Keaton, Vilma Banky, Bebe Daniels,
Laura la Plante und alle die andern. Sie werden zwar noch immer beschäftigt, aber sie haben die Höhe ihrer Laufbahn schon längst hinter sich. Einige dieser Künstler haben das Vernünftigste getan, was sie in dieser Lage tun konnten: sie haben sich mit ihren Ersparnissen vom Betrieb Hollywoods zurückgezogen und irgendwo auf dem Lande ihre Zelte aufgeschlägen, um ihren Lebensabend, wenn man bei Vierzigjährigen davon sprechen kann, in aller Ruhe zu verbringe. Ramon Novarro und Adolphe Menjou erhielten einst die unwahrscheinlichsten Gagen. Heute haben sie ihre Ansprüche gewaltig reduzieren müssen. Der arme Buster Keaton, über den die ganze Welt lachte, hat nichts zu lachen, da er bereits zu den Veteranen des stummen Films gezählt wird. Jeder, der es sich irgendwie leisten kann, trachtet danach, einen Grundbesitz zu erwerben. Die ehemals prominenten Herrschaften von Hollywood halten Hühner und züchten Kälber. Zu den wenigen, die ihren alten Ruhm behaupten konnten, gehört John Barrymore. Wer weiß z. B. noch etwas von Warner Oland? Er war einst der klassische Bösewicht des amerikanischen Films, seine Spezialität waren chinesische Verbrecher. Heute ist er ein friedlicher Landmann geworden. Wie man sieht, sind im amerikanischen Filmparadies Dutzende von Karrieren wie schillernde Seifenblasen zerplatzt. Nicht jeder hat die Mittel, aufs Land zu gehen. Manche haben ihr Vermögen bis auf den letzten Pfennig verloren und müssen nun erleben, wie sie von der jungen Generation verdrängt werden ...
Drei Todesurteile im Prozeß gegen die Mörder der Berliner Polizeihauptleute
Berlin, 19. Juni. (DNB.) Im Prozeß wegen der Ermordung der beiden Polizeihauptleute A n - lauf und Lenk wurde am Dienstagnachmittag folgendes Urteil verkündet:
Die Angeklagten Michael Klause, Friedrich Broede und Max Matern werden wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode und zum dauernden Ehrenrechtsverlust verurteilt, die Angeklagten Erich Wichert und Bernhard Z a ch o w zu je 1 5 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehr- verlust, der Angeklagte Willi Balzer zu 10 Iah- ren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, der Angeklagte Berthold Werner zu 6 Jahren Zucht- Haus und 5 Jahren Ehrverlust, die Angeklagten Hans B r o l l, Max Holz und Rudolf Konrad zu je vier Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehr- verlust. Die Angeklagte Frau Hildegard Matern wird wegen Begünstigung zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten Wilhelm Schänke und Walter Säße werden freigesprochen. Gegen die Angeklagten Albert Kuntz und Max Thun er t wird das Verfahren eingestellt.
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Die Todesurteile im sogenannten Bülow-Platz- Prozeß können nur eine halbe Befriedigung ausläsen. Wohl werden diejenigen dem Scharfrichter überantwortet, die zu dem Mittel des gemeinen hinterhältigen Mordes griffen oder die Mordtat irgendwie begünstigten, aber die Urheber und Anstifter der Mordtat an den beiden Berliner Polizeioffizieren Anlauf und Lenk sind nicht gefaßt worden. Sie haben rechtzeitig das Weite gesucht und gefunden, sie sitzen außerhalb der Reichsgrenzen als „verfolgte deutsche Politiker", sie hetzen und wühlen gegen uns, sie verfassen die wildesten Schauermärchen. Als sie sich noch auf deutschem Boden als Reichstags- oder Landtagsabgeordnete, als Parteifunktionäre oder Agitatoren tummeln und den kommunistischen Mob gegen den friedlichen Staatsbürger und den pflichttreuen Beamten aufhetzen, dachten sie keinen Augenblick an das Schändliche ihres Treibens; Blut forderten sie, Blut wollten sie sehen, die Leichen ihrer politischen Gegner sollten auf dem Pflaster liegen, Schutzpoli- zisten aus dem Hinterhalt zusammengeschossen werden. So putschten sie auch die Horde auf, die sich auf die Polizeioffiziere Lenk und Anlauf stürzte und sie niederschoß. Die Mörder lassen jetzt ihr Leben, aber auch die eigentlich Schuldigen werden ihrem Schicksal nicht entgehen.
Saboteur in Schuhhast.
Berlin, 19. Juni. (DNB.) Der Geschäftsfüh- rer des aufgelösten Reichsverbandes der deutschen Fischhändler, Paul Winkler, ist auf Antrag des Reichsobmannes des Reichsnährstandes durch das Geheime Staatspolizeiamt in Schutzhaft genommen worden. Winkler hatte sich d e r an- g e o r d n e t e n A u f l ö s u n g desReichsver- bandes widersetzt und versucht, Unruhe in der Fischwirtschaft zu stiften. Durch die Verhängung der Schutzhaft dürfte dem Hetzer gegen den Reichsnährstand und seine Einrichtungen das Handwerk gelegt sein. Der Reichsnährstand hat damit ein Exempel statuiert, das den sattsam bekannten Nörglern und Quertreibern mit nicht mihzuverstehender Eindeutigkeit zeigen soll, daß nunmehr mit aller Schärfe in jedem ähnlichen Falle durchgegriffen wird.
$ür das Walsertal die jteifefperre aufgehoben.
Berlin, 19. Juni. (DNB.) Für das Walsertal, das österreichisches Staatsgebiet, aber deutsches Zollgebiet ist, ist die vor kurzem von der Reichsregierung verhängte Reisesperre bis auf weiteres wieder aufgehoben worden, nachdem österreichischerseits ausreichende Zusicherungen dafür gegeben worden sind, daß in diesem von Oesterreich durch seine besondere geographische Lage praktisch abgetrennten Gebietsteil Reichsdeutschen keinerlei Nachteile aus ihrer nationalsozialistischen Einstellung, insbesondere dem Erweisen des deutschen Grußes, dem Zeiten von Hakenkreuz- und schwarzweißroten Fahnen sowie dem Tragen von nationalsozialistischen Abzeichen erwachsen sollen.
Aus aller Wett.
Chinesische Piraten überfallen einen englischen Dampfer.
Chinesische Piraten überfielen im Goll von Petschuli den englischen Dampfer „Shunten^ auf der Strecke zwischen Taku und Tschiku. Es war eine der verwegensten Taten der chinesischen Seeräuber in der letzten Zeit. Der Ueberfüll hat in Peking aroße Erregung hervorgerufen. Seit der Tungtschau- Affäre zu Weihnachten 1931 ist kein derartiger Ueberfall mehr in den nordchinesischen Gewässern zu verzeichnen gewesen. Wie ergänzend gemeldet wird, waren die Piraten, 30 an der Zahl, in Tientsin in der Maske von Passagieren an Bord gegangen. Noch am Abend desselben Tages ergriffen sie von twm Schiff Besitz und nahmen Kurs auf die Hoango-Mündung. Dort wurden sie von fünf Dschunken erwartet, die die Beute und die Gesänge- nen an Land brachten. Man rechnet damit, daß die Räuber in dem Berggebiet westlich von Dschifu Zuflucht gesucht haben. Unter den Gefangenen befinden sich zwei englische Fliegeroffiziere, der Leiter einer großen englischen Versicherungsgesellschaft in Schanghai, der zweite Offizier und der dritte Ingenieur der „Shunten", ein Japaner sowie 20 Chinesen.
Der Kommandant der von Seeräubern überfallenen „Shunten" Kapitän Christiansen gab in einem Reuterinterview eine Schilderung über die näheren Umstände der Beraubung seines Schiffes. Darnach erklärten die Piraten, Schmuggler aus Schangtung zu fein und ihre Raubzüge als Gegenmaßnahme gegen die chinesischen Zollbehörden zu unternehmen, weil diese einen besonderen Zollkreuzer im Küstengebiet von Schantung eingesetzt hätten, wo ihr eigenes „Operationsgebiet" liege. Die Piraten haben an Bord keinerlei Sachschaden verursacht und sogar davon abgesehen, die Funkstatton zu zerstören. Sie beschränkten sich darauf, den Fahrgästen Geld und Wertgegenstände abzunehmen. Schiffsladung und Post sind nicht angetastet worden. Einige Bruchstücke ihres sonderbaren Ausputzes zurücklassend, zogen die Räuber dann ab. Den Frauen und Kindern, die sich an Bord befanden, geschah nichts. Auf die Nachricht, daß sich auch ein Japaner unter den Gefangenen befinde, wurde von Dairen sofort ein japanischer Kreuzer abgesandt, der mit voller Kraft das Gelbe Meer aufsuchte. Unter i>en gefangenen Chinesen befindet sich auch der ehemalige Innenminister Shentienlin. Man vermutet, daß die englischen Behörden bei der chinesischen Regierung um die Erlaubnis nachsuchen werden, mit Hilfe von Flugzeugen das Gebiet westlich von Tschifu nach den Räubern zu durchsuchen.
Brandkalastrophe in der Oberpfalz. — Acht Anwesen in Schutt und Asche.
In Raaenwies (Oberpfalz) brach nachts in der Scheune der Landwirtswitwe Therese Kiesbauer Feuer aus, das sich mit unheimlicher Geschwindigkeit ausbreitete. Da die Einwohner des Ortes in tiefem Schlafe lagen, wurde das Feuer erst bemerkt, als es bereits ziemlichen Umfang angenommen hatte. Der Brand, der in der Scheune der Witwe Kiesbauer an den Heuvorräten reiche Nahrung gefunden hatte, griff nach kurzer Zeit auch auf das Wohnhaus der Witwe über. Erst als dieses bereits in Hellen Flammen stand, erwachten die Hausbewohner, die nur, mit dem Notdürftigsten bekleidet, mit größter Mühe ihr Leben retten konnten. Die Tochter Margarete erlitt dabei erhebliche Brandwunden. Das sämtliche Vieh — Rinder, Schweine und zahlreiches Kleinvieh — mußte in den Flammend lebend umkommen. Vom Anwesen Kiesbauer sprangen die Flammen auch auf die Nachbaranwesen über; da die Holzwände der Scheunen infolge der langen Trockenheit vollkommen ausgedörrt waren, brannten sie wie Zunder. Zudem bot das in den Scheunen lagernde Heu dem Feuer ergiebige Nahrung. Da außerdem Wassermangel herrschte, waren die aus der ganzen Umgebung herbeigeeilten Feuerwehren dem Riesenfeuer gegenüber fast machtlos und mußten sich darauf beschränken, nach Möglichkeit ein weiteres Umsich
greifen des Brandes zu verhüten. Das ganze Dorf glich in kurzer Zeit einem riesigen Flammenmeer. Von den 14 Anwesen wurden acht vollständig eingeäschert mit den gesamten Nebengebäu- ten. Nur das Vieh konnte teilweise gerettet werden, das Kleinvieh, sowie das Mobilar wurden zum größten Teil ein Raub der Flammen.
Nicht weniger als 43 Personen wurden durch das Großfeuer obdachlos. Die Brandursache ist noch nicht einwandfrei geklärt, man vermutet je- doch, daß Brandstiftung die Ursache des verheerenden Unglücks war.
verheerendes Unwetter über dem Stedinger Land.
lieber dem Stedinger Land wütete, wie aus Bremen gemedet wird, ein schweres Gewitter, das durch H a g e l s ch l a g unübersehbaren Schaden an- richtete. Taubeneigroße Hagelkörner fielen mit solcher Wucht, daß fast in jedem Haus Fensterscheiben, oft sogar Schiefer- und Pappdächer durchschlagen wurden. Besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurden die Obstbäume. Auf den Feldern wurden die Kartoffeln, Rüben und Kohlfelder durch den Hagelschlag zerstört. Auch in der Gegend von Delmenhorst wirkte der Hagelschlag katastrophal. Ein Haus wurde durch Blitzschlag vollständig eingeäschert. Auf einem Hof wurde der gesamte Kükenbestand von 80 Stück getötet. Der Hagelschlag dauerte hier 20 Minuten an. Noch zwei Stunden später lag die Hageldecke zentimeterdick auf dem Boden.
Temperatursturz um 13 Grad in Paris.
, Nach der fast unerträglichen Hitze der letzten Tage, die in Paris den seit 1900 für den Monat Juni nicht wieder dagewesenen Höchststand von 3 3 Grad im Schatten erreichte, hat sich am Dienstag eine merkliche Abkühlung bemerkbar gemacht, die in den Abendstunden durch einen starken Regenschauer eingeleitet wurde. Das Thermometer ist in der Nacht um fast 13 Grad gefallen.
Elf Bauernhäuser in Schutt und Asche.
Von einem schweren Brandunglück wurde das unweit vom Ostseebad Ahlbeck gelegene Bauerndorf Neetzow heimgesucht. Die Feuersbrunst entstand durch Blitzschlag in ein Bauernwohnhaus. Ehe die Feuerwehren der Umgebung zur Stelle waren, standen alle mit Stroh gedeckten Nachbarhäuser in Hellen Flammen. Insgesamt sind elf Häuser vollständig niedergebrannt. Auch Vieh ist in den Flammen umgekommen. Den Feuerwehren war es nur noch möglich, ein Umsickgreifen des Brandes auf das ganze Dorf zu verhindern. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Das furchtbar heimgesuchte Dorf bietet einen trostlosen Anblick.
Dirbelsiurmkalastrophe in Honduras.
Nach Berichten, die der „Associated Preß" in Neuyork aus Progreso (Honduras) zugegangen sind, hat ein neuer Wirbelsturm, der in einer Breite von etwa 20 Kilometer dahinraste, verschiedene Teile der mittelamerikanischen Republik Honouras heimgesucht. U. a. wurde eine Plantage der United Fruit Company vollständig zerstört. Zahlreiche Menschen sollen umgekommen sein. Die Verbindungen nach dem Unwettergebiet sind vollständig unterbrochen.
Englische Kriegsschiffe zu Besuch In Swlnemünde.
Swinemünde steht in dieser Woche im Zeichen englischen Marinebesuchs. Es ist das erste Mal seit dem Weltkrieg, daß Swinemünde britische Kriegsschiffe zu Gast sieht. Am Dienstag lief die von Scapa Flow kommende englische Zerstörerflotte in den Hafen ein und machte am Hoyen- zollern-Bollwerk fest. Eine große Menschenmenge hatte sich zur Begrüßung eingefunden. Die englischen Schiffe werden bis zum 27. Juni in Swine- münde liegen. Für diese Zeit ist ein umfangreiches Programm mit gesellschaftlichen und sportlichen Veranstaltungen sowie Ausflügen in die benachbarten Badeorte vorgesehen. An jedem Tage ist eines der englischen Boote zur Besichtigung für das Publikum freigegeben. Bei der Besprechung des Besuches der vierten britischen Zerstörerdivision im Hafen von Swinemünde weisen auch die Londoner Blätter darauf hin, daß dies der erste Besuch ist, den britische Kriegsschiffe seit dem Kriege dem Deut»
schen Ostseehafen abstatten; allgemein findet die große Wärme und Herzlichkeit Erwähnung, mit der die britischen Seeleute von den amtlichen deutschen Stellen wie von der Bevölkerung begrüßt worden sind.
Drei Jahre Zuchthaus wegen Meineids.
In Kassel wurde der 44jährige Wilhelm Back wegen Meineides zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Ein Zigeuner, der oft mit dem Angeklagten im Lande umher- zog, hatte im Juli 1932 einem Landwirt eine Rapp- ftute als fehlerfrei für 550 RM. verkauft. In der Gewährfrist stellte der Käufer fest, daß das Pferd dämpfig war, und strengte gegen den Verkäufer ein Wandlungsklage an. Der Zigeuner wurde verurteilt und auch feine Berufung wurde abgewiesen. Als Zeugen für seine Behauptung, daß er vor Kaufabschluß die Dämpfigkeit erwähnt habe, hatte er den Angeklagten genannt, der das auch auf seinen Eid nahm. Auffallend war, daß der Zigeuner in beiden Instanzen mit verschiedenen Behauptungen auftrat und der Angeklagte beide Male eine entsprechende eidliche Aussage machte. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage wegen Meineids gegen ihn, dxr ihm auch in der umfangreichen Beweisaufnahme nachgewiesen werden konnte.
„Graf Zeppelin" wieder daheim.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Dienstag um 12 Uhr (MEZ.) in Friedrichshafen gelandet. Es hat zur Rückreise von Per- nambuco drei Tage und elf Stunden georaucht.
Gemeinschaft in der Not.
Die berufsamtlichen Mitarbeiter der Deutschen Angestelltenschaft haben sich geschlossen an der Hilfe für die Hinterbliebenen der Opfer des Grubenunglücks in Buggingen beteiligt. In diesen Tagen konnte die stattliche Summe von 10 000 Mark dem Schatzmeister der Deutschen Arbeitsfront zur Weiterleitung überwiesen werden.
Vergwerksunglück in Japan. — 34 Vermißte, sieben Verletzte.
In einem Kohlenbergwerk in dem Gebiet von Matsuura hat sich eine Schlagwetterexplosion ereignet. Nach den bisher eingegangenen Mel- oungen werden 34 Bergleute vermißt. Sieben Bergleute haben schwere Brandverletzungen baoongetragen.
Tödlicher Absturz am Wilden Kaiser.
Nach Mitteilung der Deutschen Bergwacht ist der Kunstmaler Georg T i e r s ch ä d e l aus Schwandorf am Wilden Kaiser tödlich abgestürzt. Die Leiche wurde von der alpinen Rettungsstelle Kufstein zu Tal gebracht.
Französische Ausflügler auf italienischem Gebiet verhaftet.
In Grenoble war man seit einigen Tagen sehr besorgt um das Schicksal von drei französischen Ausfluglern, die am Sonntag Grenoble verlassen hatten, um den Mont Tabor zu besteigen. Wie sich jetzt herausgestellt hat, sind die drei jungen Leute auf italienischem Gebiet verhaftet und nach Turin gebracht worden. Die französischen Behörden haben bereits Schritte zu ihrer Freilassung unternommen.
Motorradfahrer rast in eine hitter-Jugend-Gruppe.
Auf der Dotzheimer Straße in Wiesbaden fuhr ein Motorradfahrer in eine heimwärts marschierende Hitlerjugend-Gruppe, obwohl diese sich vorschriftsmäßig durch ein Schlußlicht gesichert hatte. Ein Hitlerjunge erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Oberschenkelbruch, ein anderer Beinverletzungen. Die übrigen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Kinderlähmungsepidemie in Los Angeles.
Die Kinderlähmungsepidemie, die seit Monat Mai in der Gegend von Los Angeles auftritt, hat bereits fünf Todesopfer gefordert und breitet sich anscheinend immer weiter aus. Am vergangenen Montag wurden 35 neue Fälle gemeldet.
Kunst und Wissenschaft.
Die Goethe-Medaille für Heinrich Sohnrey zum 75. Geburtstag.
Der Herr Reichspräsident hat dem Schriftsteller Prof. Dr. Heinrich S o h n r e y - Berlin aus Anlaß seines 7 5. Geourtstages die Goethe- Medaille verliehen und mit einem herzlichen Schreiben zugehen lassen.
Reichskanzler Adolf Hitler hat dem Schriftsteller Professor Heinrich Sohnrey zur Vollendung des 75. Lebensjahres die herzlichsten Glück- und Segenswünsche ausgesprochen.
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. G o e b b e I s , hat an Heinrich Sohnrey nachstehendes Telegramm gerichtet: „Zu Ihrem 75. Geburtstag spreche ich Ihnen mit meinem herzlichen Glückwunsch den Dank aus für Ihre jahrzehntelange wertvolle Pflege und Verkündung deutscher Volksart und deutschen Bauerntums in Erzählung und Forschung.
Dr. Goebbels."
Der argentinische Staatspräsident beim Gastspiel deutscher Schauspieler in Buenos Aires.
Die zur Zeit von einer deutschen Schauspieler- Gruppe, der u. a. Käthe Dorsch, Gerda Müller und Eugen Klöpfer angehören, in Südamerika durchgeführten Gastspiele haben ausgezeichnete künstlerische Erfolge zu verzeichnen. So besuchte in Buenos Aires auch der argentinische Staatspräsident eine der letzten Abendvorstellungen von „Maria S t u a r t", die bei recht gut besetztem Hause glänzend verlief. Der Besuch erscheint deswegen besonders bemerkenswert, weil bisher noch kein argentinischer Präsident einer deutschen Schauspiel-Vorstellung beiwohnte.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11000. Druck uno Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen.


