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Rheinhessen.

Mainz, 17. Juni. (LPD.) Ein warnendes Bei­spiel für alle diejenigen, die keine Quittungen für erhaltene oder geleistete Zahlun­gen geben oder nehmen, sollte ein Fall sein, der nun zur gerichtlichen Verhandlung kam. In blindem Vertrauen übertrugen zwei ältere Damen einem ihnen vertrauenswürdig scheinenden Mann die Eintreibung der Pachtgelder für ihren umfangreichen Besitz. Dieser verstand es jedoch, das in ihn gesetzte Vertrauen grob zu mißbrauchen, in­dem er 3500 Mark für sich behielt. Die Er­mittlung des Tatbestandes wurde dadurch besonders schwierig, weil überhaupt keine Quittungen oder Belege da waren, obwohl es sich um recht beträcht­liche Beträge handelte. Der Unredliche erhielt wegen fortgesetzter Untreue und Unterschlagung 10 Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe.

Preußen.

NeuerLandrai des Landkreises Marburg

Der Kreisleiter des Kreises Marburg der NSDAP. Gauinspekteur und Gauschatzmeister Hans Kra wi- l i e z k i, ist mit Wirkung ab 25. Juni an Stelle des zum Oberverwaltungsgerichtsrat ernannten und nach Berlin versetzten seitherigen Landrates Schwebe! zum Landrat des Landkreises Mar­burg ernannt worden.

Geschäftsstelle des HessischenGemeinde- tages nach Frankfurt verlegt.

LPD. Frankfurt a. M., 19. Juni. Seit gestern befindet sich die Geschäftsstelle des Hessischen Ge­meindetages, die ihren Sitz bisher in Mainz hatte, in Frankfurt. Sie ist zusammengelegt worden mit der Geschäftsstelle des Hessen-Nassauischen Gemeinde­tages. Die neue Anschrift lautet: Deutscher Ge­meindetag, Landesdienststelle Hessen, Frankfurt a.M., Bethmannstraße 3.

Fremdenverkehr als Ausgleich für verlorene Industrie.

Dillenburg, 18. Juni. (LPD.) In einer Dor­standssitzung des Kur- und Verkehrsver­eins übernahm der neue kommissarische Bürger­meister Kreisleiter Schimmel satzungsgemäß den Vorsitz des Vereins. In einer Ansprache betonte er, daß andere Grundlagen für die Lebensexistenz der Bevölkerung gefunden werden müßten, um einen Ausgleich für verlorengegangene Industrie zu schaffen. In diesem Zusammenhang teilte der Bür- aermeister mit, daß durch die große Aktion, die zur Zeit im Gange sei, um die Jugendlichen aus den Betrieben herauszuziehen und sie in den Freiwilli­gen Arbeitsdienst einzugliedern, es in Bälde ge­lingen werde, sämtliche Erwerbslosen der Stadt wieder in Arbeit und Brot zu bringen.

Kreis Wetzlar.

T Waldgirmes, 19. Juni. Am vergangenen Sonntag feierte der hiesige Kriegerverein sein 5 0. S t i f tu n g s f e st. Am Vormittag fand ein Feldgottesdienst am Kriegerdenkmal statt unter Mit­wirkung der Gießener Reichswehrkapelle und des hiesigen GesangvereinsLiederkranz". Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug von über 30 Ver­einen mit ihren Fahnen durch die festlich geschmück­ten Ortsstraßen. Am Festplatz begrüßte der Vor­sitzende des Vereins, Andreas Stamm, die aus­

wärtigen Vereine. Die Festrede hielt Lehrer Ar­nold. Kreisleiter Hans aus Wetzlar überbrachte die Wünsche des Kreiskriegerverbandes. Die Da­men Erna Geller, Erna Stamm und Emma F a i l i n g tragen sinnvolle Gedichte vor. Der Ge­sang der Mädchen des Gemischten Chores sowie tur- nerische Vorführungen der Schüler und der Tur­nerinnenriege brachten angenehme Abwechselung in die Veranstaltung.

* Naunstadt (Kreis Wetzlar), 20. Juni. Die 49 Jahre alte Landwirtsehefrau Luise Müller von hier stürzte so unglücklich vom Heuwagen, daß sie sich eine schwere Wirbelsäulenver- lechung zuzog. Sie wurde sofort in die Chirur­gische Klinik in Gießen eingeliefert.

Kreis Biedenkopf.

LPD. Gönnern, 19. Juni. Am Montagmittag stürzte die 67jährige Witwe K r e tz so unglücklich von einem beladenen Heuwagen, daß sie das Genick brach. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Eine Segelfliegerschule auf dem Mansfelder Kopf.

Während der Ostertage stellte sich bei dem großen Segelfliegertreffen heraus, daß der Mansfelder Kopf ein ausgezeichnetes Gelände für die An­fangsschulung bis zur 6-Prüfung ist. Die Erkennt­nis, daß der Mansfelder Kopf in Mittelnassau und bis zum Rhein hin, das beste Schulungsgelände ist, hat die Fliegerortsgruppe Limburg veranlaßt, den Ausbau dieses Geländes zunächst durch Errichtung einer Segelfliegerschule sosort in Angriff zu nehmen. Vorerst werden einige Schlaf- und Aufenthaltsräume geschaffen, denen eine größere Flugzeughalle angegliedert wird, in der die Schu­lungsmaschinen fertigmontiert untergebracht wer­den. So entsteht durch den Bau des Lagers und der Segelfliegerschule dieKleine Rhön", wie man den Mansfelder Kopf in Segelfliegerkreisen nennt.

Die Wohnbau-Tätigkeit.

Im Monat April machte die Wohnbautätigkeit in Deutschland weitere Fortschritte. Bauerlaubnisse, Baubeginne und Bauvollendungen nahmen, wie in Wirtschaft und Statistik ausgeführt wird, gegenüber dem Vormonat zu und übertrafen auch den April 1933 um ein beträchtliches. Die Ergebnisse von Ja­nuar bis April zusammen lagen erheblich über denen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. In den Gemeinden mit 10 000 und mehr Einwoh­nern sind insgesamt 13 900 Wohnungen durch Neu- und Umbau fertiggestellt worden, das sind 45 Pro­zent mehr als im März und 128 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Baubeginne (7800) hat gegenüber dem Vormonat um 12 Prozent und gegenüber April 1932 um 61 Prozent zugenom­men. Bauerlaubnisse wurden für 8700 Wohnungen erteilt, 7 Prozent mehr als im März und 70,5 Pro­zent mehr als im April des vergangenen Jahres. Bei den Bauanträgen, über die nur von den Städten mit 50 000 und mehr Einwohnern berichtet wird, war das Ergebnis ungefähr um 5 Prozent geringer als im März. Unter Einrechnung der Schätzungszahlen für die in den kleineren Orten unter 50 000 Einwohner beantragten Wohnungs­bauten dürfte jedoch auch bei den Bauanträgen das Ergebnis des Vormonats zumindest erreicht

worden sein. Die Leistung vom April 1933 wurde um etwa 104 Prozent übertroffen.

Beim Bau für gewerbliche Zwecke hielten sich die BauvollenÜungen mit 231 400 cbm umbautem Raum annähernd auf der Höhe des Vormonats (232 300). Die Baubeginne (364 300 cbm) sind gegenüber März um 16 Prozent zurückaegangen, während die Bauerlaubnisse (941800 cbm) um 90 Prozent zunahmen. Die Ergebnisse des Vorjah­res wurden durchweg und erheblich bei den Bauerlaubnissen sogar um 427 Prozent über-

Buntes

Wie greift der Löwe an?

Das Bild in FreiligrathsLöwenritt", wie der Wüstenkönig auf der Giraffe den nächtlichen Ritt durch sein Reich macht, ist ebenso großartig wie unnatürlich. Es entspricht aber der Laien-Dorstel- lung, daß der Löwe seinem Opfer mit gewaltigem Satz von oben auf den Rücken springt und ihm oas Genick durchbeißt. Hans Waldner, der in Afrika als Grohwildjäger reiche Erfahrungen gesammelt hat, meint in einem Aufsatz inWild und Hund", eine solche Art des Angriffs komme beim Löwen wohl sehr selten vor, wenn überhaupt je; er selbst habe sie nie beobachtet, es sei ihm auch nie davon berichtet worden. Meistens greift der König der Tiere das Wild von der Seite an; er verlegt ihm den Wechsel, ist in wenigen langen Sprüngen von unwahrscheinlicher Geschwindigkeit bei seiner Beute; schlägt mit der einen Pranke auf den Widerrist, mit der anderen auf den Wildfang und beißt wahl­los in Schulter, Brust und Genick, je nach der Höhe, die er erreicht. Dabei bleibt er stets mit den Hinterpranken auf der Erde und versucht durch hef­tige Rucke der Vorderpranken, seinem Opfer das Genick zu drecken. Auf jeden Fall wird das Wild zu Boden gerissen; dabei überschlagen sich meistens beide. Auch wenn die Beute noch nicht verendet ist, beginnt der Löwe, das Tier anzufressen. Der An­griff der Bestie erfolgt mit ungeheurer Schnelligkeit, meist nickt unmittelbar, sondern in einem leichten Bogen. Im allgemeinen ist der Löwe scheu und vorsichtig, ein Meister im Anschleichen; er meidet am hellen Tage offene Stellen, denn er ist eine Katze. Die Löwin ist leichter zum Angriff geneigt als der Löwe. Falsch ist es, wenn man den Löwen als feige bezeichnet. Das ist er nicht. Im Dunkel ist er sogar von großer Kühnheit, aber die Helle scheut er. Man kann danach sagen:Am Tage hat der Löwe vor dem Menschen Angst, des Nachts hat der Mensch vor dem Löwen Angst."

Nichtige Nahrung macht gute Zähne.

Daß schlechte Zähne durch richtige Ernährung aus der Welt geschafft werden können, ist eine Er­kenntnis, die sich der Medizin immer mehr auf» drängt. Grundlegende und bahnbrechende Arbeiten auf diesem Gebiet hat die englische Zahnärztin May M e l l a n b y in ihren Untersuchungen über die Ur­sachen der Zahnkrankheiten geschaffen. In der neuesten Veröffentlichung über ihre Arbeiten, die von Versuchen an Tieren zu solchen am Menschen übergehen, bestätigt sie die Tatsache der entscheiden­den Bedeutung der Ernährung für den Zustand der Zahngewebe und damit der Zähne selbst. Wie K i t - ch i n in einem Bericht derDeutschen Medizinischen Wochenschrift ausführt, hat sie bei einem Studium von mehr als 20 000 schlechten Zähnen bei Erwach­

troffen. Bei den Fertigstellungen von öffentlichen Gebäuden ergab sich gegenüber März mit 82 600 cbm eine beträchtliche Erhöhung (um 230 Prozent). Geringer um 35 Prozent war dagegen der Umfang der begonnenen öffentlichen Bauten (38 200 cbm), während bei den genehmigten Ge­bäuden der umbaute Rahmen mit 157100 cbm wieder beträchtlich (um 103 Prozent) zugenommen hat. Die Dorjahrsergebnisfe, die allerdings beson­ders niedrig waren, sind auch bei der öffentlichen Bautätigkeit erheblich übertroffen worden.

Allerlei.

fenen und Kindern gefunden, daß nur sehr wenige wirklich vollendet geformt waren, d. h. einen glatten und glänzenden Schmelz besaßen. Bei schlechtge­formten Zähnen aber tritt die Zahnfäule sehr viel eher auf. Die Forscherin fand bei 78 v. H. der nor­malen Zähne keine Fäule, dagegen bei 60 v. H. der schlecht geformten Zähne. Sie führte nun bei Kin­dern eine Anzahl von Ernährungsversuchen durch, indem sie einem Teil der Kinder eine ausgespro­chen kalkbildende Nahrung gab, die viel Vitamin, Kalzium und Phosphate enthält, einem anderen Teil eine entkalkende Nahrung, bei der Getreide- nahrung eine wichtige Rolle spielte. Bei einer Untersuchung der einzelnen Rassen in Bezug auf ihre Empfänglichkeit für Zahnfäule kam sie zu dem Ergebnis, daß diese am häufigsten in den gemäßig­ten Zonen und dort gerade da auftritt, wo man die Zähne pflegt. Die Immunität gegen bie Zahn- faule wird hauptsächlich durch lange Ernährung an der Mutterbrust, durch reichliche Zufuhr des Vita­mins D, durch ultraviolettes Licht und genügende Menge von Kalzium in der Nahrung erworben. Um diese Empfindlichkeit zu erhalten, solle schon die hoffende Mutter möglichst viel Milch, Eier, Käse, Fette und Pflanzennahrung genießen und diese Ernährung in der Stillzeit fortsetzen; der Säugling solle nach sechs Monaten eine Zusatznah­rung erhalten, in der Getreidenahrung nicht vor- kommt. Dadurch werde die Bildung vollkommenerer Zähne gewährleistet,, die regelmäßig in gesunden Kiefern stehen, und zugleich die Wioerstandssähig- keit gegen die Zahnkrankheiten erhöht.

Wettervoraussage.

Das nördliche Ties, bas sich mit seinem Kern weiterhin nach Osten verlagert, verursachte gestern und im Lause der Nacht verbreitete Niederschläge. An her Rückseite dieser Störung fließt kühle Luft abwärts, so daß die Temperaturen tagsüber keine sonderlich hohen Werte erreichen und dadurch der Witterungscharakter zunächst noch wechselhaft bleibt, so daß weiterhin mit dem Auftteten von Nieder­schlägen zu rechnen ist, die teilweise von Gewitter­störungen begleitet sind. Da aber das Barometer wieder steigende Tendenz zeigt, dürfte sich späterhin die Wetterlage etwas beruhigen.

Aussichten für Donnerstag: Feucht­mildes und wechselnd-wolkiges Wetter mit zwischen­zeitlicher Aufheiterung, noch einzelne Niederschläge teils gewitterhafter Art.

Lufttemperaturen am 19. Juni: mittags 23,3 Grad Celsius, abends 17,3 Grad; am 20. Juni: morgens 15,7 Grad. Maximum 25 Grad, Minimum 15,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Juni: abends 21,6 Grad; am 20. Juni: morgens 18,7 Grad Celsius. Niederschläge 10 mm. Son- nenscheindauer 3,8 Stunden.

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Bekanntmachung.

Der Spar, und Vorschuhverein II E. G. m. b. h. zu Veuern ist mit der Spar, und Vorschuhkasie 1 L. G m. b. h. zu Beuern laut Beschluß der General­versammlung vom 14. März 1934 verschmolzen wor­den. Die neue Kreditgenossenschaft führt den Namen

Spar- und Darlehnskasse e. G. m. b- h.

zu Beuern.

Die Gläubiger wollen sich innerhalb Jahresfrist melden.

Beuern, den 14. Juni 1934. 3660V

Spar- und Vorfchußvereiu II zu Beuern in Liquidation

eiugetrag. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.

Gg. Wilh. L i n d e n st r u t h. Aug. Ranft.

Lohholzverkauf.

Aus dem Gemeindewald Brandoberndorf sollen am Samstag, dem 23. Juni 1934, im Saale Hammel, von morgens 10 Uhr ab 320 Stück Eichen-Loh- stangen und 460 rm Lichen-Lohknüppel öffentlich verkauft werden. 3659V

________Der Bürgermeister: Maurer.________

Amtliche Bekanntmachung

-es Kreisamts Gießen.

Betr.: Gefechtsschießen des I. (Hessischen) Bataillons 15. Jns.-Regts.

Das I. (Hess.) Grenadierbataillon 15. Jnf.-Regts. wird in der Zeit vom 2. bis 13. Juli 1934 auf der Schußbahn nördlich des Daubringer Passes gefechts­mäßige Schießübungen mit scharfer Munition ab­halten. Das Schuhgelände wird im allgemeinen be­grenzt durch die Luftlinie Alten-Buseck Beuern Climbach Treis an der Lumda Mainzlar Daubringen Hofgut Heibertshaufen Hangel- stein Alten-Buseck. Das Schießen findet jeweils von 5 bis 16 Uhr statt. 3671C

Das gefährdete Gebiet liegt innerhalb der oben angeführten Luftlinie und wird während des Schie­ßens von der Truppe abgesperrt werden. Den An­ordnungen der Absperrposten der Truppe ist unbe­dingt Folge zu leisten. Die Schußrichtung geht von Westen nach Osten.

Während der Schießzeite» werden die Sttaßen DaubringenAlten-Buseck und DaubringenWeg­gabelung Straße GießenLollar-GießenDaubrin­gen, letztere nur zeitweise, gesperrt. Die Umleitung findet über Daubringen Lollar Wellersburg Wieseck bzw. DaubringenLollar statt. Die Pro­vinzialstraßen Alten-BuseckGroßen-BuseckBeu­ernClimbachAllendorf a. d. Lda.Treis a. d. Lda. MainzlarDaubringen sind nicht gefährdet und könneu auch während der Schießzeiten benutzt nxr- derr.