Nr. W Erstes Blatt
184. Jahrgang
Mittwoch, 20. Juni 1934
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ünfchen und Jnter-
um nicht zu sagen: gewagt.
Gerade der Besuch Dr. Goebbels, der zum ersten- mal als Vertreter des neuen Deutschland nach Polen kam, hat diese Seite des polnischen Problems schlag- lichtartig beleuchtet. Das Kesseltreiben der marxistischen Presse und das durchsichtige Manöver der nationaldemokratischen Blätter haben gezeigt, daß hier Kräfte am Werk sind, denen fremde Interessen näher liegen, als die Raison und Lebensnotwenüig- keiten des eigenen Staates. Diese Presse hat Töne angeschlagen, die vor allen Dingen in Paris und Moskau gefällige Ohren und willige Zustimmung gefunden haben. Das Problem der fremden Einflüsse in Polen ist keine neue Erscheinung, es ist eine Frage, die Marschall Pilsudski seit Beginn seines Unabhängigkeitskampfes unab- läßlich und zutiefst beschäftigt und oftmals mit Ekel und Widerwillen erfüllt hat. In einer seiner bedeutendsten Reden, die der Marschall auf dem großen Legionärkongreß in Kalisch am 7. August 1927 gehalten hat, beschäftigte er sich ausschließlich und grundsätzlich mit diesem Problem, das auch heute, und vielleicht gerade heute, wieder besonders aktuell zu sein scheint.
Er sagte damals: „Ich habe ständige und dahingehende Bemühungen beobachtet, die bezahlten fremden Agenturen möchten nach Möglichkeit an der Spitze des Staates stehen .. . Sie gingen Schrit für Schritt neben mir her, als ich Staatsoberhaupt war, und suchten Mittel und Wege, in Polen einige Regierungen zu bilden — neben den Regierungen, die bei mir standen, also Regierungen von Agenturen, die hinter meinem Rucken stehen sollten Ich sah das Lächeln von Vertretern fremder Staaten, die bei mir akkreditiert waren, als fie mir in die Augen schauten und erklären konnten, meine Absichten können durch die polnischen Agenten völlig vernichtet werden. Ich wußte das und flüchtete mit meinen Absichten oftmals in ein weü- entlegenes Zimmer, um sie der fremden Grer nicht preiszugeben. Niemals war ich mir dessen sicher, daß der Befehl, den ich schreibe, nicht früher in den Büros aller fremden Staaten gelesen wird, als von meinen Untergebenen. Ich war niemals sicher, ob diese oder jene meiner politischen Absichten nicht sofort durch die Agenturen fremder Staaten mit einer solchen Kraft und Bestimmtheit kontrolliert werden wird, daß ich auf sie verzichten
polens neuer Weg.
Von unserem A.-Berichterstaiter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Warschau, Juni 1934.
„Vom Wundermann hat man euch oft schon erzählt, nur hat die Bestätigung jedem gefehlt, die habt ihr nun köstlich in Händen". Mit diesem Goethewort schloß Prof Zielinski, der als Präses der Jntellektuellen-Union Reichspropagandaminister Dr. Goebbels zum Vortrag nach Warschau eingeladen hatte, seine kurze Ansprache, als er seinem Gast für dessen Vortrag im Bürger-Club der polnischen Hauptstadt seinen herzlichen Dank zum Ausdruck brachte. Hätte der greife Professor nicht schon vorher die Bestätigung, von der in dem Goethewort die Rede ist, gehabt, er hätte ie während des Vortrages von den Gesichtern der Zuhörerschaft, die die Elite der Warschauer Gesell chaft darstellte, ablesen können.
Doch die Tatsache, daß der Vortrag sowohl durch feinen Inhalt als auch durch die vollendete Form einen so durchschlagenden und nachhaltigen Eindruck hervorgerufen hat, ist nicht allein und ausschließlich ein persönlicher Erfolg des Reichspropagandaministers. Es war nicht zuletzt auch ein großer sachlicher, ein politischer Erfolg. Ohne gewisse geistige und politische Voraussetzungen wäre, um dies gleich vorwegzunehmen, vielleicht nicht nur der Eindruck, sondern überhaupt der Vortrag selbst gar nicht zustande gekommen. Und dieser Umstand ist hierbei gerade das Entscheidende.
Um diese in einem weiteren Blickfeld fast wunderbar erscheinende Angelegenheit, wie sich der Vortrag Dr. Goebbels in der polnischen Hauptstadt zweifellos darstellt, vollends zu erfassen und zu beurteilen, genügt nicht, sich allein nur auf die erfolgte deutsch-polnische Annäherung zu berufen. Ist der Vortrag Dr. Goebbels in gewissem Sinne eine Folge der deutsch-polnischen Verständigung, so ist diese Verständigung wiederum das (Ergebnis von Umständen und Ereignissen, die im Lichte der Ausführungen Dr. Goebbels' besonders deutliche und scharfe Umrisse erkennen lassen. Es ist vor allen Dingen eine Erscheinung, die in diesem Zusammenhang ein besonderes Interesse verdient und auch für die weitere Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen von wachsender Bedeutung sein dürfte.
Zunächst ist es der Wendepunkt in der polnischen Außenpolitik. Im Augenblick, als durch den Sieg der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland Polen vor die entscheidende
Frage gestellt wurde, sich für ober gegen Deutschland — denn so war die Frage — zu entscheiden, ist dadurch gleichzeitig und letzten Endes auch das Problem eine^ Revision der gesamten bisherigen polnischen Außen- Politik aufgeworfen worden. In diesem für Polen entscheidenden Augenblick Marschall Pilsudski und seine Umgebung in kluger Voraussicht eine grundsätzliche Äendung der polnischen Außenpolitik herbeigeführt. Das Wesen dieser Wendung ist die Selbständigkeit und Unabhängigkeit in den r-------Volens, d. h. Unab
außenpolitischen Entschlüssen Po hängigkeit von den egoistischen W , , essen außerpolnischer Einflüsse und Faktoren. Dieser Entschluß, der aller Voraussicht nach endgültig gefaßt wurde, war nicht nur mit Rücksicht auf die außenpolitische Lage und die Bindungen Polens bedeutsam und weittragend, sondern nicht zuletzt auch im Hinblick auf das besonders geartete Spiel lnnerpolitischer Kräfte des Landes schwierig,
Frankreich und die Kleine Entente.
Man soll die politischen Unterhaltungen der drei Außenminister der Kleinen Entente, die augenblicklich in der rumänischen Hauptstadt mit besonderem Eifer gepflogen werden, nicht ernster nehmen, als sie es verdienen. Auch die Fahrt des reiselustigen Herrn Barth ou zu seinen östlichen Verbündeten stellt keineswegs eine Sensation dar, sie war seit langem geplant und gehört durchaus in den Rahmen der Pariser diplomatischen Ge- bräuch. Zwar weiß die ungarische Presse — wie immer — von phantastischen Plänen, von sensationellen Paktprojekten, von einem europäischen Superbündnisblock zu erzählen, für den Frankreich angeblich nicht nur die Kleine Entente und den Kreis seiner übrigen Anhänger, sondern auch Deutschland, Italien und Polen gewinnen will. Daß das arme Hirn einiger Politiker solche oder ähnliche Phantasieblüten hervorbringt, mag ja sein, aber Früchte wird unser geplagter Kontinent davon nicht ernten können. Bei den Besprechungen in Bukarest wird nach unseren bisherigen Erfahrungen keines der dringenden Probleme endgültig gelöst werden, und Europa wird nach Abschluß dieser Konferenz einer friedlicheren Zukunft keineswegs näher sein. Wenn wir trotzdem aus diesem Anlaß einen kurzen Blick nach Südosteuropa werfen, so nur, um an einem Beispiel zu zeigen, welche Verwirrung des Denkens eine solche Konferenz an- stiften kann. Wir wissen noch von dem bekannten Verleumdungsfeldzug gegen Deutschland im Sommer 1933 her, daß die französische Zeitung „P e - tit Parisien" mit der Wahrheit gern auf Kriegsfuß steht und daß ihre Redakteure bei der Wiedergabe von Nachrichten kleine gelegentliche Fälschungen nicht scheuen. Es könnte deshalb bezweifelt werden, ob es stimmt, was der Sonderberichterstatter des Blattes aus dem Munde des rumänischen Ministerpräsidenten Tatarescu gehört haben will und was er mit sichtlicher Befriedigung niedergefchrieben hat, daß nämlich „Frankreichs Grenze am Dnjestr lieg t." Da aber ein Dementi von keiner Seite erfolgt ist, wird es mit diesem seltsamen Ausspruch wohl seine Richtigkeit haben.
Politiker mit Sammlerinstinkten haben das Wort gleich in die Mappe mit der Aufschrift „Diplomatische Stilblüten" gelegt, andere glaubten einen guten Witz gehört zu haben und wieder andere bedeckten ihre Stirn mit ernsten Sorgenfalten. Sie haben alle ein wenig recht. Der Dnjestr entspringt bekanntlich in den Karpathen, fließt erst durch polnisches Gebiet, bildet dann die Grenze zwischen Rumänien und der Räteunion und mündet schließlich im Schwarzen Meer. Wir wissen nicht, ob das rumänische Volk in seiner Gesamtheit damit einverstanden ist, daß sein Ministerpräsident so sehr den kolonialen Charakter seines Landes betont. Kein Volk will schließlich gern als Vasallenstaat gelten, selbst wenn die Tatsachen dagegen sprechen. Das Groteske des oben wiedergegebenen Satzes aber wird noch augenfälliger, wenn man die Ansicht des rumänischen Ministerpräsidenten zum allgemeinen Prinzip europäischer Politik machen würde. Was würden die Franzosen dazu sagen, wenn die Polen in Gedanken und Worten ihre Grenze auf die Pyrenäen verlegen würden oder wenn die Deutschen behaupten würden, ihre Grenze zöge sich längs der nordafrikanischen Küste hin? Wenn aus solchen Phantasien jene „wirklich europäische Ein - h e it der Ansichten", die eine große Mailänder Zeitung im Hinblick auf das Treffen von Venedig jetzt fordert und um die sich ja auch Frankreich auf seine Weise bemüht hat, hergestellt werden soll, dann allerdings sähe es traurig um die Zukunft (Europas aus. Aber, wie gesagt, man soll die Konferenz in Bukarest nicht ernster nehmen als sie ist. Hier zeigen sich die „Grenzen" französischer Politik.
Rumänien braucht eine starke Regierung.
König Carol neigt zu einem autoritären Kurs.
Paris, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) Arn Vorabend des Besuches des französischen Außenministers in Bukarest veröffentlicht der „Petit Parisien" eine Unterredung seines Sonderberichterstatters mit König Carol, der anläßlich dieses Besuches eine Botschaft an das französische Volk gerichtet hat, die die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern nachdrücklich unterstreicht.
Im Verlaufe der Unterredung wies König Carol die Gerüchte zurück, daß er abzudanken beabsichtige. lieber die Schwierigkeiten, mit denen Rumänien zu kämpfen habe, erklärte der König, daß
iroerten, ge Ru-
Pläne auf lange Sicht nicht mehr angebracht feien; man müsse vielmehr bie Schwierigkeiten bekämpfen, w o fie auftauchten. Auf eine Frage bes Berichterstatters, ob es ber Wahrheit entspreche, baß er die Diktatur einzusühren beabsichtige, antwortete der König ausweichend. In allen Ländern mache sich heute das Bedürfnis nach einer starken Regierungsgewalt geltend. Rumänien müsse das parlamentarische Regime beibehalten; aber die nichtssagenden und seeren P a la v e r, die ein Volk demoralisieren und bie
Hanblungen ber politischen Führer ersch seien nicht am Platze. Die politische La^ mäniens sei stabilisiert. Er habe Tatarescu zum
Ministerpräsibenten bestimmt, weil er ihn für ben Fähigsten halte, unter ben gegenwärtigen Umständen zu regieren.
Ministerpräsident Tatarescu erklärte einem Vertreter bes „Petit Journal" u. a., daß die rumänische Außenpolitik die unlösbare Verbundenheit mit Frankreich in sich schließe. Auch Tatarescu wandte sich gegen die Gerüchte von einer Diktatur. Frankreich, so betonte er, leide allerdings an zu weitgehendem Parlamentarismus, während Rumänien vielleicht unter einem zu starken „Oouoernementalismus" leide, wenn man sich so ausdrücken könne.
Barthous Besuch in Wien.
Einstündige Unterhaltung mit Oollfuß.-Oie alten Versicherungen aufgewärmt.
Wien, 19. Juni (DNB.) Der französische Außenminister Barthou ist auf der Durchreise nach Bukarest und Belgrad am Dienstagabend mit dem Arlbergexpreß auf dem Wiener Westbahnhof ein- getroffen. Die von langer Hand vorbereitete Unterredung zwischen Barthou und Dollfuß fand unmittelbar nach dem (Eintreffen des französischen Außenministers in dessen Salonwagen statt. Die Unterredung dauerte ungefähr eine Stunde. Im Anschluß an die Unterredung empfing ber französische Außenminister ben französischen und r umä nischen Gesandten. Es besteht in diplomatischen Kreisen der Eindruck, daß die österreichische Regierung die Tatsache der Unterredung zwischen Barthou und Dollfuß mit allen Mitteln vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten suchte. In einem amtlichen österreichischen Bericht über die Zusammenkunft zwischen Barthou und Dollfuß heißt es: In der Aussprache, die während dieser kurzen Zeitspanne zwischen dem französischen Außenminister Barthou und Bundeskanzler Dr. Dollfuß ftattfanö, hat Minister Barthou die Gelegenheit ergriffen, um Bundeskanzler Dr. Dollfuß gegenüber die Versicherung zu wiederholen, daß die französische Regierung im Einklang mit der Erklärung der drei Großmächte vom Februar lausenden Jahres die Zusammenarbeit mit der bri- tischen und italienischen Regierung fortführen werde, um nicht nur die Unabhängigkeit Oesterreichs zu gewährleisten, sondern auch im Rahmen ber Empfehlungen ber Konferenz von Stresa bie wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung Oesterreichs zu fördern. Trotz der Kürze der Unterredung, konnten Minister Barthou und Bundeskanzler Dr. Dollfuß auch die beide Länder interessierenden Fragen erörtern.
„Jedes Mittel ist recht!" Anweisungen
für die österreichischen Drtswehren.
Wien, 19. Juni. (DNB.) Die Landesführung I des Heimatschutzverbandes Nieder-Oesterreich hat für die O r t s w e h r e n einen Befehl erlassen, in |
dem es u. a. heißt, es sei nicht die Aufgabe des Ortsschutzes, mit Glacehandschuhen die Nationalsozialisten anzusassen, sondern bei der allergeringsten drohenden Gefahr einer staatsfeindlichen Tätigkeit rücksichtslos von der Waffe Gebrauch zu machen. Die Ortswehren haben ferner jeden Kundschafterdienst zu machen. Besonders sind jene staatlichen Exekutivorgane, welche bekannt sind, daß sie ihren Dienst mit allzuvieler Rücksichtnahme versehen, auf ihre Pflichten aufmerksam zu machen. Beobachtet besonders bekannte Nazis in öffentlichen Stellungen und entfernt da und dort rücksichtslos einmal einen aus einem Amt. Es darf nicht mehr vorkommen, daß offenkundige Staatsfeinde von dem Staat, den sie bekämpfen, Geld- und Gehaltsempfänger sind. Die Verhinderung der Tätigkeit bes lurnerbunbes von 1919 ist erforberlid), weil biefer ein ausgesprochen nationalsozialistischer Turnerbund ist, der heute unter dem Deckmantel turnerischer Tätigkeit die Nazizentrale in allen Orten barstellt. Der Kampf muß in 14 Tagen beenbet sein, bamit der einsetzende Fremdenverkehr, welcher der Gesamtbevölkerung Brot bringt, nicht behindert wird. Jedes Mittel ist recht!
politisch „Verdächtige^ werden in Oesterreich nicht zum Hochschulstudium zugelaffen.
Wien, 19.Juni. (DNB.) Wie verlautet, beabsichtigt das Unterrichtsministerium eine durch, greifende Umbildung des gefamtenHoch- fchulwefens in Oesterreich durchzuführen. Di- Neuregelung soll schon zum nächsten Seme st e r in Kraft treten. Es wird angenommen, baß der Unterrichtsminister Dr. Schuschnigg in Zukunft die Berechtigung zum Studium an die Zugehörigkeit zur Vaterländischen Front ober ben Nachweis vaterländischer Gesinnung knüpfen will. Sämtlichen Studierenden, die im Verdacht stehen, der Regierung ablehnend gegenüberzustehen, sollen Schwierigkeiten in der Durchführung des Studiums bereitet werden.
Das Problem -er Philippinen auf -er Kloiienkonferenz.
Wird England eine Garantie für die Neutralität der Inselgruppe ablehnen?
London, 20. Juni (DNB.-Funkspruch). „Daily Telegraph" schreibt: Bei den vorbereitenden Besprechungen zur nächsten Flottenkonferenz sollen die Vereinigten Staaten bei der britischen und japanischen Regierung über den Plan einer Neutralisierung der Philippinen sondieren wollen. Gegenwärtig ist die amerikanische Regierung durch ihr Wort verpflichtet, den Philippinen die Selbständigkeit zu gewähren. Aber die Philippinen sind besorgt wegen ihrer künftigen Rechtsstellung. Man befürchtet, daß bie völlige Räumung der Philippinen durch die Vereinigten Staaten die Annektion der Inselgruppe durch Japan geradezu herausfordern würde. Die einzige andere Möglichkeit wäre die Neutralisierung durch einen internationalen Vertrag. Die amerikanische Regierung scheint an einen Drei
mächtevertrag zu denken, der zwischen den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Japan ab- Zuschließen wäre. Eine solche Vereinbarung würde aber nur gerinnen praktischen Wert haben, wenn nicht Die Signatarmächte sich verpflichteten, einer Verletzung der Neutralität der Philippinen im Notfälle mit Gewalt entgegen z u t r e t e n. Mit anderen Worten: Großbritannien soll die Verpflichtung übernehmen» Krieg zur Verteidigung dieses fremden Gebietes zu führen. Es ist unbentbar, daß Lonbon sich an einer solchen Vereinbarung beteiligen würbe. Das einzige, worauf die Vereinigten Staaten hoffen könnte», wäre ein Gentleman-Agreement entweder mit Japan allein ober mit Japan unb Großbritannien, bas bie Unabhängigkeit der Inseln für ewige Zeiten gewährleiste.
werde müssen ... Polen erwarten möglicherweise schwere Entscheidungen. Während der Krisen hütet euch vor ben Agenturen, gehet euren Weg unb bient nur Polen, liebt nur Polen unb hasset diejenigen, die den Fremden dienen" ...
Wenn ein Staat unb eine Regierung sich vor schweren Aufgaben gestellt sehen unb weittragende Entscheidungen treffen, dann melden sich gewöhnlich auch solche Kräfte und Geister, die stets verneinen, und die Marschall Pilsudski so trefflich in miUtäri- scher Weise als fremde Agenturen bezeichnet hat. Polen steht mitten in einer solchen Situation. Der Besuch von Dr. Goebbels hat dies mit ungemeiner Klarheit gezeigt. Und es ist darüber kein Augenblick zu zweifeln, daß ber Neichspropaganbaminister bes nationalsozialistischen Deutschlanbs allein schon sich durch sein Erscheinen und mehr noch durch seinen Vortrag in der polnischen Hauptstadt als natürlicher Bundesgenosse dieser heute hierzulande maßgeblichen Kreise, die gewillt sind, trotz schwerer Kämpfe
und Hindernisse Polen auf dem neueingeschlagenen Wege einer besseren Zukunft entgegenzuführen, erwiesen hat. Daß dieser Weg nur an der Seite bes neuen Deutschlanbs führen kann und baß man sich besten hier bewußt geworben zu fein scheint, hat der (Empfang, ben Dr. Goebbels im offiziellen Warschau erfahren unb das Echo, welches feine Rebe gefunden hat, recht deutlich bewiesen.
Professor Zielinski spricht in Berlin.
Berlin, 20. Juni. (DNB.) Auf Deranlasfung ber Deutschen Gesellschaft zum Stu- bium Osteuropas hielt ber Warschauer Universitätsprofessor Dr. Zi e l i n s k i, Präsibent ber polnischen Jntellektuellen-Union, auf deren Einladung hin Reichsminister Dr. Goebbels in Warschau gesprochen hat, in der Universität Berlin einen Vortrag, zu dem sich viele hundert
Vertreter des geistigen und politischen Lebens ein- gefunden hatten. Reichsminister Dr. Goebbels, der leider am Erscheinen verhindert war, ließ sich durch Ministerialrat Hanke vertreten. Der polnische Gesandte in Berlin war in Begleitung fast sämtlicher Mitglieder ber polnischen Gesanbtschast erschienen. Unter ben Gästen sah man u. a. bie Rektoren ber Berliner Hochschulen.
Der Präsibent ber Deutschen Gesellschaft zuyr Stubium Osteuropas, Reichsminister a. D. Dr. Curtius, begrüßte Professor Zielinski als einen Gelehrten von europäischem Rang unb gelegenen Kenner bes beutschen Geisteslebens. Professor Zie, linski sei einer berjenigen Persönlichkeiten, die sich in den Dien st der deutsch-polnischen Verständigung gestellt hätten. Professor Zielinski, der auch korrespondierendes Mitglied der Göttinger Gesellschaft ber Wissenschaften und der bayerischen Akademie der Wissenschaften ist und im Goethejahr durch den Reichspräsidenten mit ber


