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Nr. 67 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Dienstag, ZO.Mrz M^

Emdruüsvolle AbWedsfeier für Oberbürgermeister Dr. Keller.

Die Nationalsozialistische Gtadtratsfraktion bereitet dem scheidenden Gießener Oberbürgermeister beim Llebertritt in den Ruhestand eine herzliche Ehrung.Dankbare Würdigung des Wirkens des scheidenden Leiters unserer Stadtverwaltung.

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Blick in den Sitzungssaal. . .

In der Mitte (in der ersten Reihe) Kreisdirektor Klostermann, daneben links Standartenadjutant Sturmbannführer M u n k er hinter dem Krersdirektor der Vertreter der Kreis- leitung Pq. Jung; rechts davon (im Gange sitzend) der Rektor der Universität Professor v. V 0 r n k a m m, daneben links der neue Gießener SS.-Obersturmbannfuhrer M 0 z e k - Haupt­mann Schiel als Vertreter der Reichswehr-Garnison. Rechts von den Gästen die nationalsozialistische Stadtratsfraktion , mi linken Telle des Saales sitzend die Leiter der städtischen Dienststellen, ferner die Vertreter der Beamtenschaft, der Behörden usw. (Aufnahme: Photo-Psass.)

Ein bedeutsamer Wendepunkt für unsere Stadt.

Unsere Stadt Gießen hat sich gestern in einer außerordentlich eindrucksvollen und würdigen Feier von ihrem langjährigen Oberbürgermeister Dr. Keller offiziell verabschiedet. Es ist ein besonde­res Verdienst der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion, daß sie die Initiative ergriff, um den in den Ruhestand tretenden Chef unserer Stadtverwaltung zum Gegenstand einer feierlichen Ehrung zu machen und ihm dadurch die wohlverdiente herzliche Dankbarkeit der Bürgerschaft öffentlich und weithin sichtbar zu bekunden. Die RS.-Fraktion hatte für die Feier einen Rahmen geschaffen, wie er schöner und würde­voller nicht möglich war, und sie hat in diesem Rahmen der Feier einen Anhalt gegeben, der die Feierstunde zu einem denkwürdigen gehaltvollen Erlebnis machte.

Schon lange vor Beginn der auf 18 Uhr an­beraumten Sitzung waren der Sitzungssaal des Stadtrats, der Zuhörerraum und die an den Sitzungssaal anschließenden Räume von einer großen Menschenmenge gefüllt, immer noch kam aber weiterer Zustrom hinzu, so daß bei Beginn der Abschiedsfeier eine Menschenmasse der Veranstal­tung beiwohnte, wie wir sie im Stadthaus bei kommunalen Ereignissen noch nie gesehen haben.

Der Sitzungssaal war mit Blattpflanzen und Blumen wundervoll geschmückt. Dazwischen leuch­teten und grüßten in schöner Einfügung in den Rahmen der Gesamtdekoration die Hakenkreuz­banner der nationalsozialistischen Freiheitsbewe­gung. lieber der Empore der Derwaltungssitze waren die Bilder des Reichspräsidenten und des Führers und D 0 l k s k a n z l e r s in­mitten von Hakenkreuzfahnen angebracht. Bald strahlten die Lichter der Saalbeleuchtung auf, so daß sich dem Auge der Teilnehmer der Feierstunde ein erlesenes festliches Bild darbot.

Reben der vollzählig erschienenen nationalsoziali­stischen Stadtratsfraktion nahmen u. a. Kreisdirek­tor Klo ft ermann als Vertreter der Regierung und des Kreisamtes, der Kommunalamtsleiter der Kreisleitung der NSDAP. Pg. Jung, als Ver­treter der SA. Standartenadjutant Sturmbann­führer Münk er, als Vertreter der SS. Ober­sturmbannführer M 0 z e k, als Vertreter der Reichs­wehr Hauptmann Schiel, als Vertreter der Uni-

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NS-Fraktionsführer pg. Hahn:

Verehrter Herr Oberbürgermeister! Deutsche Männer und Frauen!

Aus einem ganz besonderen Anlaß sind wir heute hier zusammengekommen. Um uns in feierlicher Weise von Ihnen zu verabschieden und Ihnen zu d a n k e n für alles das, das Sie in langjähri­ger Tätigkeit für das Wohl unserer Stadt getan haben.

Es freut mich außerordentlich, daß die Gießener Emwohnerschaft so zahlreich unserer Einladung Folge geleistet hat. Ist dies doch ein Zeichen, wel­cher W ertschätzung Sie sich hier erfreuen. Ich begrüße auch insbesondere die Vertreter der Kreis­leitung, der Provinz, der Universität, der Reichs­behörden, der SA., SS. und der Reichswehr, so­wie die Arbeiter, Angestellten und Beamten der Stadt. Von dem Hessischen Staatsmini st er, der bedauert, nicht persönlich an der Feier teilneh­men zu können, soll ich Ihnen die b e st e n Wünsche und Grüße übermitteln.

Vor annähernd 27 Jahren wurden Sie zum Bei­geordneten unserer Stadt gewählt. Damals war Ihnen die Stadt Ihres neuen Wirkungskreises keine Unbekannte mehr. Denn nach Ihrer in Mainz, Ihrem Geburtsort, verbrachten Jugendzeit hatten Sie an der hiesigen Universität sich dem Studium der Rechtswissenschaft gewidmet. Bei der Verbin­dung Adelphia fanden Sie Ihren Freundeskreis und verlebten dort in glücklichen Zeiten Stunden der unbekümmertesten Lebensfreude. In) Herbst 1901 be­standen Sie Ihr Fakultätsexamen und genügten danach Ihrer militärischen Dienstpflicht in Darm­stadt. Es folgten Vorbereitungsdienst und Staats­examen, das Sie im Jahre 1905 ablegten. Bevor Sie Beigeordneter unserer Stadt wurden, fanden Sie im Justizdienst und zuletzt bei der Staatsan­waltschaft in Mainz Verwendung.

In die Dienste unserer Stadt traten Sie im Jahre 1907 als Beigeordneter unter dem damaligen Oberbürgermeister Mecum. Nach dessen Tod im Jahre 1913 wurden Sie im Januar 1914 von einer rechtsgerichteten Mehrheit der Stadtverordneten zum Oberbürgermeister gewählt. Schon damals hatte man erkannt, welche Fähigkeiten zur Führung einer Stadt Sie besaßen, denn die Stelle als Nachfolger von Mecum wurde Ihnen, ohne daß eine Ausschreibung erfolgte, angetragen.

Während Ihrer zehnjährigen Tätigkeit als Ober­bürgermeister erwarben Sie sich restlos das Ver­trauen des Stadtrates und der Bevölkerung, so

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grüßte die Versammlung mit dem deutschen Gruß, den die Versammlung stehend in gleicher Weise erwiderte. Hierauf brachte das Stadttheaterorchester . unter Leitung von Herrn Cuje die Ouvertüre zu Figaros Hochzeit" von Mozart prächtig zu Gehör. Sodann sprach als erster Redner der

Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Gießen Dr. Karl Keller (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

versität S. Magnifizenz der Rektor Prof. O.B o r n- kämm, ferner die gesetzlichen Vertreter der Beamtenschaft, daneben die Vorsteher der ver­schiedenen städtischen Dienststellen, viele Beamte und zahlreiche Bürger an der Feier teil.

Punkt 18 Uhr betraten Oberbürgermeister Dr. Keller, Bürgermeister Dr. Hamm, Beigeord­neter Bartholomäus und der Führer der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion Ph. Hahn den Sitzungssaal. Oberbürgermeister Dr. Keller

Die Ucberreidjung des 'Ehrengeschenks der Stadt (Gemälde von Gießen) durch Fraktionsführer Hahn (ganz rechts), Beigeordneter Bartholomäus (links) an den Oberbürgermeister tfjl Der Mitte), (Ausnahme; Photo-Pfaff.)

Oberbürgermeister Dr. Keller inmitten der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion.

Erste Reihe: von rechts nach links: Stadtratsmitglied Adam Lotz, Beigeordneter Bartho­lomäus, Oberbürgermeister Dr. Keller, Fraktionsführer Wilhelm Hahn, ferner Stadt­ratsmitglied Adolf Sudheime r.

Zweite Reihe: von rechts nach links: Stadtratsmitglieder Willi Noll, Rudolf B Ium, Bruno Grahlrnann, Karl Nicolaus, Otto Friedrich, Hermann Wagner.

Dritte Reihe: von rechts nach links: Ludwig Lembke, Franz S 0 l d a n , Dr. Paul Wolke- witz, Willi WenderoLh, Otto Papke Friedrich Walter. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

daß Sie im Jahre 1925 sogar auf Lebens­zeit wiedergewählt wurden. Anläßlich