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darauf dem Zentralverband für die künftige Zufam- menarbeit mit dem Kirchlichen Außenamt neue Richtlinien vor, die einmütige Zustimmung san­den. Er begrüßte die vollzogene Einigung als Ge­währ für die künftige freie Entfaltung des Vereins in neuen Formen und erklärte, er könne nunmehr feinen langjährigen Plan, sich wegen seines hohen Alters von der Führung des Vereins zurückzuziehen, unbesorgt verwirklichen. Da eine sofortige Neubesetzung der Stelle nicht möglich sei, bat er mit Zustimmung des Zentralvorstandes Bischof E. Heckel, bis zur endgültig en Wahl eines neuen Vorsitzenden die Leitung des Vereins in die Hand zu nehmen.

In einer spontanen Dankesbezeugung wurde dar­auf Geheimrat D. Rendtorff gebeten, künftig als Ehrenpräsident dem Verein seine Kraft zu widmen und die Leitung des nach ihm benannten StudentenheimsFranz-Rendtorff-Haus" zu behal­ten. Geheimrat D. Rendtorff nahm die ihm darge­brachte Ehrung an, ebenso Bischof D. Heckel den ihm gewordenen Auftrag. Dieser betraute, um eine un­gestörte Weiterführung des Gustav-Adols-Werkes zu sichern, die bisherigen Geschäftsträger, den General- . bevollmächtigten und den Generalsekretär, mit der Wahrnehmung der laufenden Geschäfte.

Das neue Deutschland in bulgarischem Licht.

Sofia, 18. März. (DRV.) Der Oberstkomman­dierende des bulgarischen Heeres im Weltkrieg, Ge­neral Jekoff, der soeben von einer zehntägigen Deutschlandreise zurückgekehrt ist, erklärte der Presse, daß er sich in Deutschland davon habe über­zeugen müssen, daß Adolf Hitler der Schöp­fer einer neuen Weltanschauung sei. Die tiefgründige Wandlung, die das deutsche Volt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erfahren habe, befinde sich erst im Anfangsstadium. Die bisherigen Leistungen der nationalsozialistischen Regierung, die mit den Ideologen des Klassen­kampfes und mit dem Parteichaos gründlich auf­geräumt und eine unverfälschte nationale Demokratie geschaffen habe, würden auch offen von ihren ehemaligen Gegnern zugegeben. Das von parteipolitischen Leidenschaften zerrissene Bulgarien könne von dem neuen Deutschland unendlich viel lernen.

General Jekoft hob dann hervor, daß die ersten Repräsentanten des Reiches auch vor ihm ihre be­sondere Freude und Genugtuung über den kürz­lichen Besuch des Königs Boris in Berlin zum Ausdruck gebracht hätten. Bulgarien habe in König Boris, so habe man ihm erklärt, ein weises Staatsoberhaupt, das eine ebenso umsichtige wie klare Politik führe. Wie richtig König Boris die Lage in Europa und besonders im Südosten be­urteile, hätten seine Bemühungen bewiesen, d i e Bedingungen für eine Verständigung mit den Nachbarländern Bulgariens zu finden; denn mlgarien könne auf d i e Dauer nicht von Gegnern umgeben leben. Komme Bulgarien zu einer Verständigung mit Südslawien, so werde dies, auch von deutscher Warte gesehen, eine Erleichterung der Lage auf dem Balkan bedeuten. Deutschland werde eine bulgarisch-südslawische Annäherung warm be­grüßen.

Gtavsskys Genier Geschäfte Eine Pariser Zeitung setzt enqlische Meister­detektive aus dieSPur derMörder vonPrince 'Genf, 19. März. (DNB.) Seit einigen Tagen waren hier Gerüchte im Umlauf, daß Stavisky u m- fangreidje Geschäfte über eine hiesige Bank geleitet habe, wo sich auch wichtige Doku­mente über die ganze Angelegenheit befinden sol­len. Der Genfer Polizei ist gelungen, den Konto­auszug über die Geschäfte Staviskys mit der Bank Bela Hofmann in Budapest zu entdecken. Durch schnellen Zugriff eines starken Polizeiaufgebotes wurde der Direktor einer hiesigen Bank gezwungen, die Belege über die mit Stavisky getätigten Ge­schäfte herauszugeben.

DieTribüne de Geneve" spricht von einem wert­vollen Dokument, das schon seit langer Zeit vom Pariser Untersuchungsrichter gesucht worden sei und das es der französischen Justiz nun ermögliche, ihre Nachforschungen nach neuen Richtungen auszudeh­nen. Wie das Blatt hinzufügt, könne man in Genf noch auf neue Ueberraschungen gefaßt fein. Aus iben in Genf gefundenen Akten gehe hervor, daß 'Stavisky sich im November vorigen Jahres in Genf imit dem genannten Budapester Bankier Bela Hvf- imann getroffen haben müsse. Dabei solle es sich um »Geschäfte im Betrage von 30 Millio - men Franks gehandelt haben.

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Unter der UeberschriftP arisSoirsuchtden Mörder des Gerichtsrates Prince" teilt .Paris Soir" mit, daß das Blatt den Leiter des ^englischen Intelligence Service während des Krieges Thompson, den bekannten Detektiv von Scotland Pard, Wesley und den früheren Chef- mfpektor Collins für die Aufklärung des Mor­des an Gerichtsrat Prince gewonnen habe.

Große Unterschiebe im russischen Woknungsbau

Moskau, 19. März. (DNB.) Die Sowjetpresse beschäftigt sich eingehend mit Mißständen und Unterschleifen im Wohnungsbau, die in der Haupt­sache den Konzernsür den Bau von Ein­hei t s h ä u s e r nStandardshilstroi" zur Last gelegt werden.

DieJsvestija" berichten darüber u. a. folgendes: Für Arbeiterwohnungen im Kohlengebiet sollte die Standardshilstroi 130 Einheitshäuser mit e zwölf Wohnungen liefern. Einer Gruppe von Angestellten der Standardshilstroi war es da­bei gelungen, 400 Waggon mit Holz und Baumaterialabzuzw eigen" und dafür Lebensmittel und Waren des täglichen Gebrauches e-inzu tausch en. Ein Teil dieser eingetauschten Güter wurde unter den Angestellten der Standard- lhilstroi verteilt, das meiste jedoch unter der Hand -erkauft. Eine Anzahl in diese Angelegenheit verwickelter Angestellter der genannten staatlichen Organisation wurde vom Gerichtshof der GPU. ].u Gefängnisstrafen von drei bis zehn Jahren ver- irteilt. Eine Untersuchung wegen ähnlicher Ver­gehen ist bei den Zweigstellen der Standardshilstroi :n der Provinz im Gange.

DiePrawda" äußert sich sehr abfällig über die Qualität der Bauten der Standardshilstroi. So sei ein für den Jndustrieort Ieffremow von Neser Gesellschaft geliefertes zweistöckiges Einheits- haus eines schönen Tages zusammengebro- Öen. In den Moskauer Vororten könne man »Verkrüppelte Häuser" sehen, die gleichfalls von der Standardshilstroi geliefert wurden, lieber die Tausch­

geschäfte der Ballgesellschaft teilt diePrawda" mit, daß die Standardshilstroi beispielsweise dem Geflügeltrust zwei Häuser überlassen und dafür zwei Waggons mit Geflügel e i n g e h a n d e l t habe. Dom Nordkaukasischen Konserventrust habe die Standardshilstroi für ein Haus einen Waggon Konserven b e - gegen ufro. DiePrawda" zählte im ganzen elf Wirtschaftsorganisationen auf, mit denen solche un­erlaubten Geschäfte gemacht wurden. An der Spitze desaußerplanmäßigen Büros" der Standard­shilstroi, das diese Machinationen durchführte, habe das Parteimitglied Wichroff gestanden.

Der Prozeß gegen die Mörder Ducas.

B u k a r e st, 19. März. (DNB.) Unter unge­heurem Andrang des Publikums begann vor dem Kriegsgericht der Prozeß gegen die Mörder des rumänischen Ministerpräsidenten D u c a und gegen die Eiserne Garde. Auf der Richterbank sitzen vier Brigadegeneräle und ein Divisionsgeneral. Auch der Anklagevertreter ist ein General. Der Mörder und seine beiden Helfer, alle drei gepflegte, gut gekleidete junge Burschen, sitzen gesondert hin­

ter den Schranken. Die 60 angeklagten Mitglieder der Eisernen Garde nehmen eine Längsseite des Saales ein. Auf der ersten Bank fitzt der Führer der Eisernen Garde C o d r e a n, ein junger bart­loser Mann im weißen bunt gestickten National­kostüm. Neben ihm General Cantacuzino in einem alten abgeschabten Anzug ohne Krawatte, dar­über einen alten MMärmantel, im bleichen grau- bärtigen Greisengesicht ein schwarzumrändertes Mo­nokel. Hinter ihnen viele Studenten, Männer im bunten Nationalkostüm, mit langem Haupthaar und Bärten, Priester, Professoren, auch drei etwa 18jäh- rige Mädchen in bunten rumänischen Blusen.

Der erste Verhandlungstag verging mit dem Aufruf der etwa 700 Zeugen, u. a. des Ministerpräsidenten, des Außenministers und fast sämtlicher bekannten Politiker und Parteiführer. Dann begann die Verlesung der 8 0 Seiten umfassenden Anklageschrift. Die Anklage wird wegen des Verbrechens ungesetzlicher politischer Tätigkeit, des politischen Komplotts und der Vorbe­reitung zum Aufruhr, gegen die Attentäter wegen vorbedachten Mordes erhoben. Weiter wird der Zu­sammenhang zwischen der politischen Tätikeit der Eisernen Garde und dem Attentat bargelegt.

Gegen die Verschandelung der deutschen Landschaft.

Das Amt Volkstum und Heimat in der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" und der Reichsbund Volkstum und Heimat stel­len uns die folgenden, im Interesse der Hei­matpflege höchst beachtenswerten Ausfüh­rungen zur Verfügung:

In einer vom Reichsbund Volkstum und Heimat einberufenen Pressebesprechung sprach der Leiter der Reichsfachstelle Naturschutz, Professor Dr. Schoe- n: ch e n, über Landschaftsreklame. Er führte aus: Der Geschäftemacherei des liberalifti- scheu Zeitalters ist außer der Dividende und dem Profit nichts heilig gewesen: Weder die Schönheit der deutschen Landschaft, noch der uralte Nimbus der bäuerlichen Scholle, noch das Erholungsbe­dürfnis der Mühseligen und Beladenen, die in der Natur Werktag und Geschäft vergessen wollen. So hat sich allenthalben in unserer Heimat eine Häu­fung von Landschaftsreklame entfaltet, die heute nicht mehr als tragbar erscheint. Zu for­dern ist, daß die Reklame aus der deutschen Land­schaft vollends und grundsätzlich a u s g e t i l g t werde. Die in Preußen seit dem Jahre 1902 be­stehenden Verunstaltungsgesetze haben sich zur Be­kämpfung der Auswüchse der Landschaftsreklame als unzureichend erwiesen. Ihr weiterer Aus­bau ist daher ein dringendes Bedürfnis der neuen Zeit. Zu wünschen wäre, daß die großen Handels­häuser mehr Wert darauf legten, daß sich die Vor­nehmheit ihres Geschäftsgebarens auch draußen auf der Landstraße als echt und wjrklich erweist. Sol­chem guten Beispiele sollten dann auch die zahl­losen kleinen Händler und Gewerbetreibenden, die mit ihrer Reklame vielfach erheblich zur Der- rummelung der Natur beitragen, Nachfolgen.

Auch eine künstlerisch durchgestaltete Reklame darf draußen in der freien Landschaft nicht zugelassen werden. Besonders bedauerlich ist es, daß die Re­klameschilder mit Vorliebe an solchen Stellen auf- gebaut werden, wo der Reiz des Landschaftsbildes sich am stärksten entfaltet. Hier handelt es sich um einen gröblichen Mißbrauch der deutschen Heimat, der heute nicht mehr zugelassen werden darf. Für manche Industriezweige dürfte die Land­schaftsreklame künftig entbehrlich sein, so insbe­sondere für die Automobil- und Treibstoff-Industrie, die jetzt einem niemals geahnten Aufschwung ent­gegengeht. Selbstverständliche Pflicht aller be- hördlichen Stellen ist es, bei der Beseitigung

der Landschastsreklame überall mit gutem Bei­spiel voranzugehen. In diesem Sinne muß es auch als unzulässig erscheinen, wenn Wegweiser und Warnungsschilder mit reklamehaften Hinwesten verknüpft werden. Alle Behörden von der Ge­meindeverwaltung des Dorfes bis zu den höchsten Stellen in den Ländern und im Reich müssen sich mit dafür verantwortlich halten, daß unsere deutsche Landschaft ein reinliches Antlitz zeigt.

Reichsautobahn und Landschafisbild.

Eine Forderung des Generalinspekteurs Dr.Todt.

Berlin, 19. März. (DNB.) Anläßlich der Bau- aufnahme auf zahlreichen Autobahnstraßen am 21. März stellt der Generalinspekteur des deutschen Straßenwesens Dr. ing. Todt, der Zeitschrift Die Autobahn" folgende Ausführungen zur Ver­fügung:

Nicht öde Rennstrecken werden wir bauen, sondern Straßen mit einem der deutschen Landschaft entsprechenden Charakter. Wohl ist Sicherheit für wesentlich höhere Geschwindig­keiten, als sie heute üblich sind, die erste Be­dingung. Für den Entwurf einer Reichsautobahn nicht minder wichtig ist die Forderung, diese neuen Straßen harmonisch der d e u t s ch e n Land­schaft anzupassen. Der Bau der Reichsauto­bahn ist das erste gewaltige Werk der Technik, das vom nationalsozialistischen Reich in Angriff genommen wird. Dieses Werk muß zum Ausdruck technischer Gestaltung im nationalsozialistischen Sinn wer­den. Auch für die Technik gilt das WortGemein­nutz geht vor Eigennutz", lieber dem Eigennutz des rein technischen Zweckes steht auch für die Auto­bahn der Nutzen für die Gesamtheit. Sinnvolle Anpassung der Straßen in die Land­schaft ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Ge­meinnutzes der Autobahn. Mit dieser Aufgabe wird die Reichsautobahn zur gewaltigsten Aufgabe des Jngenieurwefens. Nicht theoretische Kenntnisse und gelernte Formeln, sondern höch ste schöpfe­rische Begabung wird von den Ingenieuren verlangt, die diese Straßen zu entwerfen haben."

Das Mse! von Schloß Wallershausen.

Am 4. April beginnt vor dem Schwurgericht inSchweinfurt die Hauptvert^indlung gegen den Chauffeur Karl Liebig, der beschuldigt wird, den Schloßherrn von Woltershausen, Hauptmann Werther, erschossen zu Haden. Die Verhandlung bildet schon in sofern eine Seltsamkeit, als gegen den Beschuldigten kein Haftbefehl erlassen wurde. Es ist wohl das erste Mal, daß ein Angeklagter sich wegen des schwersten Verbrechens zu verantworten hat und sich trotzdem auf freiem Fuß befindet. Dar­aus allein ergibt sich schon, daß die Anklage auf schwachen Füßen steht. Das Rätsel von Schloß Wol­tershausen ist nun schon seit zwei Jahren ungelöst. Ob man es je wird lösen können?

Am 1. Dezember 1932 wurde Hauptmann Wer- ther in seinem Bett tot aufgefunden. Die Leiche wies einen Kopfschuß auf. Das Bett war über und über mit Blut besudelt. Die Unter­suchung ergab, daß der Schloßherr von Walters- Hausen mit seinem eigenen Revolver er­schossen worden war. Seine Frau, eine geborene Freiin von Feilitzsch, verließ am frühen Morgen, ebenfalls verletzt und blutüberströmt, das Zimmer des Hauptmanns. In der Hand hatte sie einen Trommelreoolver. Sie ging aus dem Schloß her­aus, den Schloßderg hinab und begab sich in das Haus eines Mannes, der gelegentlich im Schloß be­schäftigt wurde. Hier erzählte sie, daß der Chauf­feur Karl Liebig, ihren Mann erschossen und sie selbst verletzt habe. Liebig bestritt die Tat und behauptete, daß er die ganze Nacht über in seiner Kammer im Nebengebäude geschlafen habe Er hatte ebenso wenig etwas gehört, wir irgendein anderer vom Schloßpersonal.

Die Mordwaffe war verschwunden. Weder konnte der Revolver, den der Chauffeur im Besitz hatte, noch eine andere im Schloß befindliche Pistole be­nutzt worden sein, sondern nur des Hauptmanns eigene Pistole, die verschwunden war. Irgendwelche Verdachtsmomente gegen den Chauffeur ergaben sich nicht. Die Verletzungen, die Frau Werther er­litten hatte, waren ganz leichter Natur. Do das Eheleben der Werthers sehr unglücklich war, fiel der nächste Verdacht auf Frau Werther, und es wurde angenommen, daß sich Frau Werther die Verletzungen s e l b st beigebracht habe.

Während Frau Werther in Untersuchungshaft saß, wurde in dem Schloß eingebrochen. In den Mordzimmern war alles durchwühlt worden, aber nicht ein Wertstück war entwendet. Wieder fiel der erste Verdacht auf Chauffeur Liebig, der aber ein einwandfreies Alibi nachweisen konnte. Man fand im Garten des Schlosses auch die frischen Abdrücke des Absatzes von einem Damenschuh.

In der weiteren Untersuchung wurde ein neuer Verdacht auf Liebig geworfen, und zwar auf Grund eines Sachverständigengutachtens, wonach aus der Pistole von Liebig einige Schüsse abgegeben fein konnten, die Möglichkeit also bestehe, daß Liebig an der Tat mindestens beteiligt war. Liebig wurde wieder verhaftet, aber später wieder entlassen. Die Untersuchung richtete sich nunmehr gegen einen Dritten. Kurz bevor dieser jedoch verhaftet wurde, hatte Frau Werther ihn bereits zu sich auf das Schloß rufen lassen. Niemand weiß, was dort gesprochen wurde. Jedenfalls mußte die Verhaftung bald wieder aufgehoben werden, weil sich nichts Näheres feststellen ließ. Das Rätsel ist so ungelöst wie am ersten Tag.

Kunst und Wissenschaft.

Deutsche Frühjahrs-Ausstellung Darmstadt 1934.

Ein bedeutsames Ereignis steht für Darmstadt bevor. Eine deutsche Kunst-Ausstellung großen Aus­maßes wird am 13. Mai im städtischen Ausstellungs­gebäude auf der Mathildenhöhe eröffnet. Die Deutsche Frühjahrs - Ausstellung Darmstadt 19 3 4" wird veranstaltet vom Kampfbund für deutsche Kultur, Ortsgruppe Darm­stadt, unter Mitwirkung der Hans-Thoma-Gesell- schaft Frankfurt a. M. und der Vaterländischen Vereinigung deutscher Künstler. Die Leitung des Kampfbundes und die Landesstelle Hessen-Nassau der Reichskulturkammer haben den Darmstädter Maler Professor Adolf Beyer mit der künstleri­schen Leitung der Ausstellung beauftragt. In einem Aufruf an die deutsche Künstlerschaft im Reiche heißt es u. a.: Darmstadt will seinen guten Namen als hervorragende Stätte der Kunstpflege wieder Herstellen. Wir wollen eine gediegene, ge­konnte, deutsche Kunst hervorbringen.

Professor hönig über die Kunst im neuen Reich.

In Frankfurt sprach der Präsident der Reichs­kunstkammer Professor Eugen Hönig (München- Berlin) über die Kunst im neuen Reich. Professor Hönig betonte in feinen programma­tischen Ausführungen die nationalsozialistische Ge­meinschaftsidee als seelische Voraussetzung der Neu­belebung der deutschen Kultur. Nach einer ein­gehenden Schilderung des ständischen Aufbaues be­tonte der Redner, die Mehrzahl der Künstler habe den festen Glauben an die Sieghaftigkeit des stän­dischen Aufbaues. Der nationalsozialistische Staat habe den Künstlern genügend Reitpferde zur Ver­fügung gestellt; es werde sich jetzt zeigen, ob sie reiten können, wenn nicht, würden sie es lernen.

Der Baukünstler müsse allen anderen Künstlern ein Vorbild sein, denn die Baukunst war zu allen Set­ten die große Rahmenkunst. In der Praxis werde es gelten, den Künstler wieder mehr mit dem Wirt­schaftsleben und damit mit dem ganzen Volk auch auf dem flachen Lande zu verbinden, ihn vor ganz bestimmte Aufgaben zu stellen. Gegenüber klein­mütiger Kritik Vereinzelter unterstrich Professor Hönig die hohe Bedeutung der Selbstverwaltung, die der Kunst mit dem berufsständischen Aufbau zuerkannt ist, die Rechte, aber auch die Pflichten, die ihr daraus erwachsen. Namentlich hob er das Gebot der Ein- und Unterordnung unter die Füh­rung und die Zurückstellung allen berufsständischen Eigennutzes hinter die Verantwortung vor dem Volk und seinen Interessen hervor. Das vordrina- liche Problem sei die Arbeitsbeschaffung. Es müsse gelingen, die Künstlerschaft in den Zustand ihrer Unersetzlichkeit zu bringen.

Aus aller Wett.

Geheimnisvolle Funksprüche von einem kurländischen Leuchtturm.

Rigaer Blättermeldungen zufolge haben sich in den letzten Tagen auf dem Leuchtturm von Domes- naer an der Nordfpitze Kurlands mysteriöse Vorfälle ereignet, die bisher noch nicht restlos aufgeklärt werden konnten. Es find Funk- spräche von dem Leuchtturm aufgefangen wor­den, wonach die Turmbesatzung angeblich durch das Auftauchen feindlicher Kriegsschiffe und zwei gro­ßer Vögel (!) bedroht worden ist. Bis jetzt scheint soviel festzustehen, daß zum mindesten bei einem der beiden Funker Verfolgungswahnsinn aufgetreten ist. Nach vielen Bemühungen hat man endlich erreichen können, daß der auf dem Leucht­turm lebende Mechaniker sich am Telephon meldete und erklärte, daß sich die beiden Funker i m Senderaum eingeschlossen hätten. Wie die Rigaer Blätter melden, sollen zwischen der fünfköpfigen Besatzung des Leuchtturmes zwei Funker, zwei Wächter und ein Mechaniker die denkbar schlechtesten Beziehungen be­stehen. T)\o Funker sprechen nicht mit den Wächtern, und der Mechaniker hält sich ganz zurück. Nunmehr ist von der zuständigen Behörde der Befehl ge­geben worden, die anscheinend geiftesgeftör- t e n Funker vom Leuchtturm abzuholen, was sich aber bei den augenblicklichen Eisverhältnissen recht schwierig gestalten dürfte. Die geheimnisvollen Funksprüche sind übrigens seltsamerweise nicht etwa an Behörden, sondern an eine große Zeitung und an Privatpersonen gerichtet worden.

Todesstrafe für ein entmenschtes Elternpaar.

Das Reichsgericht in Leipzig bestätigte die vom Schwurgericht Landsberg an der Warthe am 11. Ja­nuar 1934 verhängte Todes st rase gegen den früheren landwirtschaftlichen Arbeiter Frz. Spohr und dessen Ehefrau. Das entmenschte Elternpaar hatte sein einige Monate altes Kind in der Nähe des Bahnhofs Gurkow (Neumark) getötet und an Ort und Stelle verscharrt.

Schwerwiegende Folgen einer Eifersuchtstat.

In Havanna verursachten einige Schüsse, die ein Eifersüchtiger auf seine Geliebte abgab, ein längeres Feuergefecht und eine Panik in der Stadt. Die zum Schutz des Kapitols aufgestellten Posten hielten die Schüsse nämlich für den Beginn eines Angriffs auf das Kapitol und begannen gleichfalls zu feuern, worauf sich die Schießerei über mehrere Stadtviertel ausbreitete. Die Ruhe trat erst ein, nachdem es einen Toten und zahlreiche Verwundete gegeben hatte.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident von Hindenburg empfing den langjährigen Vertreter Braunschweigs und Anhalts im Reichsrat Gesandten Boden, der mit Ende dieses Monats in den Ruhestand tritt, in Abschiedsaudienz.

Heute Dienstag spricht der Reichsjustizkommissar Dr. Frank von 21 bis 21.20 Uhr im Deutfdp landsender über das ThemaDer deutsche Rechtsstaat Adolf Hitlers".

Der Leiter des Amtes für Beamte bei der ober­sten Leitung der PO. und Führer des Reichsbundes der Deutschen Beamten Hermann Neef befindet sich seit Montag im Krankenhaus, wo er län­gere Zeit zubringen wird. Für die Dauer feiner Krankheit hat er feinen Stellvertreter, Stabsleiter Pg. Joseph R e u s ch - München, mit der Führung des Reichsbundes der Deutschen Beamten beauftragt.

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Der Schweizer Bundesrat M u f y, der Leiter des Finanzdepartements, erklärte, daß für die schweize­rische Finanzpolitik weder Freigeld, noch Inflation, noch Entwertung in Betracht kommen, sondern nur die Aufrechterhaltung des Schweizer Franken auf der gegenwärtigen Goldbafis.

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Marschall Tschiangkaischek hat den Chef der chinesischen Armee in Tibet, General Ljuscha - s ch i n, abberufen,, da er keine ausreichenden Maß­nahmen zur Bekämpfung der tibetanischen Armee getroffen habe. Marschall Tschiangkaischek hat zum Nachfolger einen feiner Offiziere ernannt, der sich sofort mit feinem Flugzeug nach dem Kampfgebiet begeben hat.

Wettervoraussage.

Im Kampf verschiedener Luftmassen bleibt der Witterungscharakter noch ziemlich unbeständig. Die an der Vorderseite des Tiefs über England und dem Kanal vorgeschobene Warmluft hat bei dem Aufgleiten bereits Niederschlagstätigkeit hervor­gerufen. lieber den britischen Inseln fließt wieder kältere Luft abwärts, so daß weiterhin mit wechsel­hafter Bewölkung und schauerartigen Niederschlä­gen zu rechnen ist, wobei auch die Temperaturen etwas zurückgehen.

Vorhersage für Mittwoch: Bewölkt, vorübergehend aufheiternd, noch ziemlich mild, ein­zelne Niederschläge.

Lufttemperaturen am 19. März: mittags 9,1 Grad Celsius, abends 4,1 Grad; am 20. März: morgens 4,2 Grad. Maximum 9,7 Grad, Minimum 1,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. März: abends 4,3 Grad; am 20. März: mor­gens 3,3 Grad Celsius. Sonnenscheindauer sechs Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.