Er. 45 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Dienstag, 20. Zebruar 1934
Aus der Provinzialhauptstadt
bem Flugzeug „Wölfchen".
Handweberei
mit
tage erreichen in diesem einen Monat den ansehn- Ichen Betrag von annähernd 9 900 000 Mark. In
Stand der Ausgrabungen im August 1933.
In der Zeit vom 1. bis 31. Januar 1934 wurden ii Hessen 10 978 Anträge auf Bewilligung von Leichszuschüssen genehmigt. Die Summe der in Kiefer Zeit bewilligten Reichszuschüsse beträgt ins- jssamt rund 2 514 000 Mark. Die mit diesen Reichs- pschüssen dem hessischen Handwerk zugeführten Auf-
Die Hitlerjugend hat seit ihrer Gründung im Jahre 1925 einen fanatischen Kampf um die Freiheit der deutschen Volkes in vorderster Linie geführt.
In jenen Zeiten des Kampfes um die Macht, um die Verwirklichung der Idee des deutschen Sozialismus blieb nicht viel Zeit übrig, an die Durchführung großer, kultureller Veranstaltungen zu denken. Aber die Hitlerjugend ist sich immer klar darüber gewesen, daß dem großen Umschwung in politischer Hinsicht auch einmal der große Umbruch auf kulturellem Gebiet folgen mußte.
Als revolutionäre Jugend des Führers, als deutsche Arbeiterjugend wissen wir ganz genau, daß dieser Umbruch auf kulturellem Gebiet niemals durch ein Zurückgreifen auf die kulturellen Güter vergangener Zeiten herbeigeführt werden kann, sondern einzig und allein durch das Schaffen neuer Kulturwerte, die unserer Zeit angepaßt sind und ihre Mittel aus unserer Zeit selbst schöpfen.
Es ist immer eine Reaktion, wenn man, wie das leider heute so oft geschieht, auf die kulturellen Güter früherer Zeiten zurückgreift, und nun der staunenden Mitwelt allen Ernstes empfiehlt, sich mit den Lorbeeren, die sich andere Generationen erworben haben, zu schmücken.
Wir stehen nicht an, zu erklären, daß diese vielleicht ganz gut gemeinte Gesinnung absolut nicht zu der bewußt revolutionären Haltung des jungen national-sozialistischen Menschen, der Neues schaffen will, passen kann.
Die Hitler-Jugend ist eine moderne Jugendbewegung. Sie läßt ihre Gedanken nicht in die romantischen Gefilde früherer Zeiten schweifen, sondern sie blickt allein vor sich in die Zukunft. Glühende Nationalisten und fanatische Sozialisten (und das wollen wir sein) schauen nicht zurück, sondern stehen auf dem Boden der Tatsachen und holen sich ihre Ausdrucksmittel aus ihrer Umwelt.
Deshalb scheinen uns (um nur ein Beispiel zu
ter Zeit vom 15. Oktober 1933 bis 31. Januar 1934 v.urben 6 873 000 Mark Reichszuschüsse bewilligt, Diomit dem hessischen Handwerk über 27 805 000 Mk.
Neuentdeckte Kulturen des eiszeitlichen Menschen im Odenwald
Denkmalpflegers, Professor Dr. B e h n (Mainz), und der Bürgermeisterei Groß-Umstadt ermöglicht.
Von den letzten Höhen des Odenwaldes hat man bei Groß-Umstadt einen weiten Blick in ebenes Gelände, eine Stelle, wie sie der altsteinzeitliche Mensch liebte, um sein Jagdgebiet immer vor Augen zu haben. Nachdem Oberflächenfunde zur Aufdeckung einer Kulturschicht unter Löß veranlaßten, zeigten Grabungen des Jahres 1933 überraschend, daß
an einer Stelle nicht weniger als fünf verschiedene, gut getrennte Kulturschichten vorhanden sind.
Immer wieder muß der Eiszeitmensch an die ihm günstig scheinenden Stellen zurückgekehrt sein, um hier seine Werkzeuge anzufertigen. In einst mächtigen Felsen, die er vielleicht auch als Unterschlupf benutzte, stand ihm, wie sonst nirgends im Odenwald, ein Rohmaterial in Form eines eigenartigen
Grabungstechnik im Löß.
Quarzites zur Verfügung. In Tausenden Dort Stücken liegen die Spuren der einsti- gen Tätigkeit auf den alten Werkplätzen noch vor uns. Hier und da finden sich noch große Blöcke, sorglich durch kleine Gesteine gestützt, die als Tische gedient haben. Gratartig zugerichtete Stücke, ebenfalls abgestützt, spielten bei der Werkzeugherstellung oder vielleicht auch der Fellbearbeitung, ähnlich wie in Treis a. d. L., eine uns noch unbekannte Rolle.
Das schlecht zu bearbeitende Rohmaterial — sonst ist meist Feuerstein üblich — bedingt, daß schöne, dem Laien ohne weiteres einleuchtende Werkzeugtypen weniger in das Auge fallen. Gute und voll ausgearbeitete Werkzeuge waren bisher nicht zu erwarten, da
noch keine Wohnstätten gefunden wurden, sondern nur ausgesprochene Werkplätze.
Um so deutlicher wird aber in den fünf aufeinanderfolgenden Kulturschichten, wie man den Rohstoff immer mehr meistern lernte. In der ältesten bisher bekannten Schicht finden wir nur roh zugerichtete, große und derbe Stücke, denen sich in der darüberliegenden Schicht zwei kleinere zugesellen. In Schicht drei treten deutlich flache Abschläge auf, man hatte also gelernt, den Naturstein in beabsichtigte Stücke zu zerlegen. Die flach abspringenden Scherben konnten bessere Werkzeuge geben, als die vorher nur roh zugeschlagenen Artefakte. Lange Zeit ist dann, wie dem Fachmann eine darüber befindliche Lehmschicht zeigt, der Mensch an dieser Stelle nicht gewesen. Als er sich nun hier aufs Reue niederließ, um Werkzeuge herzustellen, was seine Kultur eine viel höhere geworden; das zeigt uns das sorgfältig ausgewählte und feinere Steinmaterial und das Auftreten von sogenannten Klingen, spanartig heruntergeschlagene Quarzitstücke. Vielleicht gehört diese Kultur schon dem jüngeren Teil der Altsteinzeit an, als der Mensch, ausweislich der an anderen Stellen gefundenen Skelettreste, in seinem Aussehen dem gegenwärtigen Menschen schon stark ähneste. In der höchsten, fünften Schicht, die auch mancherlei umgelagerte und verschwenrmte Stücke
Stud. rer. nat. Otto Dölsing (Vierter von rechts) inmitten der Arbeiter, die bei den Ausgrabungen behilflich waren.
erwähnen) die heutigen Baumittel, wie Stahl, Glas, Beton als sehr wohl geeignet, kulturell wertvolles daraus zu schaffen.
Aus diesen Gründen stehen wir auch der modernen Kunst absolut wohlwollend und fördernd gegenüber.
Deshalb sehen wir auch in dem oftmals so heftig angefeindeten Sprechchor und den anderen Abarten des chorifchen Spiels sehr wohl ein Ausdrucksmittel, das in unsere heutige Zeit hineinpaßt.
Wir sind der festen Ueberzeuguna, daß es einmal der deutschen Jugend gelingen wird, auf allen Gebieten, mit neuen Mitteln, Neues zu schaffen und so die Wegbereiterin zur Schaffung neuer Kulturgüter zu fein.
Am Sonntag, 25. Februar, 20 Uhr, veranstaltet die Hitler-Jugend des Bannes 116, gemeinsam mit dem deutschen Jungvolk, im Cafe Leib eine Kul - turveranstaltung „Feierstunde der jungen N a ti 0 n", in der diesem revolutionären Wollen auf kulturellem Gebiet Ausdruck gegeben werden soll. Der Oberbannführer des Oberbannes IV/13 Oberheffen, Walter Blumenröder, und der Gebietsführer des Gebietes Hessen-Nassau der HI. Walter Kramer, M.d. R., werden persönlich anwesend sein und das Wort ergreifen. Auf neuen Wegen wollen wir ein glühendes Bekenntnis zur deutschen Kultur und zum national-sozialistischen Staat ablegen und so darauf hinwirken, daß die Hitler-Jugend auch wirklich zur Kulturträgerin des erwachten Deutschlands wird.
Programme, die gleichzeitig als Eintrittskarten gelten, sind ab Dienstag, 20. Februar, im Straßenhandel zu haben. Außerdem selbstverständlich an der Abendkasse. (Preis 30 Pf.)
Erwerbslofe, Invaliden, Sozial- und Kleinrentner zahlen gegen Dorzeigen eines Ausweises die Hälfte
Das Erwachen der Seele.
Der Kulturfilm „Das Erwachen der Seele" wird »on der Landesfilmftelle Südweft der NSDAP. Innerhalb der NS.-Frauenschaft vorgeführt.
Dieser Film stellt die körperliche und seelische Entwicklung des Kindes bis zum 4.Lebensjahr in klarer mb dabei ansprechender Weise dar. Es ist besonders wichtig, daß es geglückt ist, die Aufnahmen zu wachen, ohne daß sich die Kinder beobachtet wußten. Alles ist daher empfindungsvoller, ungekünstelter Ausdruck.
Den Gesichtsausdruck des Kindes sollten wir viel wehr zu deuten suchen, als es die Erzieher iln allgemeinen tun. Sehr vieles, was das kleine Kind aicht sagen kann oder will, kann man aus feinem Verhalten entnehmen. Wer zu lesen versteht, was 6 ie Augen eines Kindes sagen, was ein Zucken Isiner Mundwinkel, ein Zusammenziehen seiner ötirne bedeutet, kommt seinem Innenleben sicherlich nn vieles näher.
Wenn wir bei diesen Filmaufnahmen nur die Lichtseiten des Kindeslebens sehen, so wird dies vor : llem zwei Gründe haben: Solch ein Film, der die Zeschauer ansprechen und bei dem die Bildwirkung bas Interesse für die Seele des Kindes erwecken soll, 7iuß das Bild vornehmlich von feiner liebenswerten Seite zeigen. Auch lassen sich die Schattenseiten lies kindlichen Seelenlebens, seine tiefen Aengste, »ine Gefühlsnöte — Eifersucht, Haß, Wut u. a. m. - schwerer bildlich erfassen. Wir wollen auf diesen cheinbaren Mangel Hinweisen, weil man die Gefahr nicht übersehen darf, die darin liegt, daß das Binberleben zu rosig unb ungetrübt hingestellt wirb. Vie Erfahrung hat uns gelehrt, wieviel seelisches Leib auch bas kleine Kinb schon burchlebt, unb es it nicht gut, wenn Eltern unb Erzieher bies verliessen.
Der Grunbgebanke, baß zwischen ber Entwicklung ber Seele unb bes Körpers innige Beziehungen testehen, beherrscht ben Film in seinem ganzen Verlauf.
Oie Auswirkung des Arbeitsbeschaffungsprogramms in Hessen.
beutfamen Funbe bei Groß-Umstabt auf Grunb ber beiben Vorträge folgenbes zu berichten:
Nur wenige Stellen im Bereich des Gaues Hessen-Nassau verraten uns bie Anwesenheit bes Menschen ber älteren Steinzeit, ber seine Steinwerkzeuge nur durch Behauen formte. Norddeutschland lag damals bis an den Rand der Mittelgebirge, ebenso wie die Alpen, unter einer mächtigen Eisdecke begraben. Von den Höhen des Riesengebirges, des Harzes, des Schwarzwaldes unb anderer Mittelgebirge erstreckten sich Gletscher talabwärts. Im Zwischengebiet breitete sich eine steppenähnliche, winddurchbrauste Landschaft aus, die nur im höhlenreichen, süddeutschen Juragebiet eine reichere Besiedlung ermöglichte. Wo die Höhlen zurücktraten und der Mensch gezwungen wurde, sich zumeist im freien Gelände aufzuhalten, hat es sich nur um einzelne, nomadisierende Jägerhorden gehandelt, die von Ort zu Ort zogen und daher nur selten Spuren hinterließen. Daher zeigen fast alle bisher bekannten Fundstellen des eiszeitlichen Menschen unserer Gegend nur je eine einzige Kulturschicht, wie Andernach, Metternich, Rhens, Linsenberg und Wallertheim bei Mainz, Lämmerspiel bei Offenbach. Nur Treis a. d. L. zeigt zwei unb Steeben a. b. Lahn brei Kulturschichten.
Einen wesentlichen Fortschritt zur Erkenntnis bebeuten bie neuen Funbe von Groß-Umstabt, bie vorläufig auf 150 000 bis 175 000 Jahre vor ber Gegenwart anzusehen sind.
Sie würben 1929 von stud. rer. nat. Otto Völ- Sing gemacht unb seither von biesem, unter peinlichster Beobachtung ber Fachregeln, gehoben. Die Ausgrabungen würben durch Unterstützung ber Gießener Hochschulgesellschaft, des rheinhejsischen
In einem fesselnben Vortrage, ber gestern abenb im Kolloquium bes Geologischen Instituts vor einem ansehnlichen Kreis von Gästen aehalten mürbe, berichteten stud. rer. nat. Otto Völzing unb ber Direktor bes Geologischen Instituts Professor Dr. Harrassowitz über „Neuentbeckte Kulturen bes eiszeitlichen Menschen im Obenwalb".
Nach kurzen Einführungsworten von Prof. Dr. Harrassowitz schilberte stud. rer. nat. Völ - zing anhanb von guten Lichtbilbern ben Verlauf unb bie bisherigen Ergebnisse ber unter seiner Aussicht vorgenommenen Ausgrabungen bei Groß- Umstabt. Die Zuhörer gewannen habet ben Eindruck, daß es sich bei ber Aufbeckung bieser Funb- stätte um eine besonbers interessante Sache ber wissenschaftlichen Forschung hanbelt, für beren Erschließung bisher schon unb auch weiterhin mit Recht menschliche Kraft unb Gelbmittel nutzbar gemacht worben find unb werben. Im Anschluß an bie auf bie Funbstätte beschränkten Darlegungen bes Herrn Völzing gab Prof. Dr. Harrassowitz anhanb einer kleinen Auslese von Umstabter Funbstücken, bie nicht einmal bie besten Stücke barstellten (biese sinb in Groß-Umstabt in einer Ausstellung vereinigt), unb unter Hinzunahme von Dergleichs- material aus ben früheren Funben bei Treis an ber ßumba unb aus Grabungen in Frankreich einen interessanten Ueberblick über bie ver- schiebenen Verfahren unserer Altvorberen bei ber Herstellung ber als Werkzeuge ober Waffen ver- roanbten Steine, sowie über bie Bebeutung der Funde für bie geologische Wissenschaft. Beiben Vorträgen folgten bie Zuhörer mit gespannter Aufmerksamkeit, ihre bankbare Anerkennung für bie lehrreiche Stunbe brachten sie mit lebhaftem Beifall zum Ausdruck. Zusammenfaffend ist über die be»
Oie Lehrlingschast in der Kraftfahrzeug-Innung.
Von ber Kraftfahrzeug-Innung Gießen wirb uns berichtet:
Nicht Gegensätzlichkeit, wie bisher, sonbern Gemeinschaftsgeist ist ber Grunbgebanke, auf bem bie neue Orbnung aufgebaut ist. In ber Erkenntnis, baß gerabe auch im Hanbwerksbetrieb Lehrling, Geselle unb Meister eine auf Gebeih unb Verberb ver- bunbene Schicksalsgemeinschaft barstellen, rief ber Jnnungsführer ber Kraftfahrzeug-Innung, Obermeister Ernst A ß m a n n , bie Lehrlinge ber hiesigen Kraftfahrzeug-Reparaturwerkstätten bieser Tage zur Bilbung einer Lehrlingschaft zusammen. Der Hauptzweck ber Lehrlingschaft soll bie Erziehung ber jungen Volksgenossen zu gegenseitiger Achtung vor Meister unb Gesellen sein. Neben bieser persönlichen Erziehung soll auch besonbers bas Wissen unb Können ber Lehrlinge burch technische Vorträge — außer bem regelmäßigen Besuch ber Fachschulen — tatkräftig geförbert werben.
Der Vorsitzenbe ber Hanbwerkskammer-Nebenstelle Gießen, Pg. S t ü h l e r, ermahnte bie versammelten Lehrlinge zu treuer Gefolgschaft gegenüber ihrem Jnnungsführer, ber nur um ihr Bestes bemüht fei. Zum Obmann ber Lehrlingschaft würbe ber Lehrling Willi Dönges bestimmt. Mit einem einbringlichen Appell an Die Lehrlingschaft zur un= errnüblichen Mitarbeit an ihrer eigenen Ertüchtigung schloß Jnnungsführer Ernst Aßrnann bie Versammlung.
Vornotizen.
— Tageskalender fürDienstag: Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Branbplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Revolution ber Jugenb". — Neue Aula, 20.15 Uhr, unter dem Protektorat Sr. Magnifizenz des Rektors zu Gunsten der studentischen Fürsorge Lichtbilder-Dortrag des Kapitäns S ch m e h l über „Die 15monatige Fahrt des Hilfskreuzers „Wolf"
Schloß Westerburg, Cafs Ebel, 11 bis 19 Uhr, Hand- gewebe-Ausftellung.
— Aus bem Stabttheaterbüro. Morgen abenb zum erstenmal bas Trauerspiel „Julius Caesar" von Shakespeare untei ber Spielleitung bes Jntenbanten. (Siehe heutige Anzeige.)
** Berufung zur volkspolitischen Arbeit. Stubienrat Dr. Friebrich König (Gießen) würbe von bem Oberbürgermeister ber Lan- beshauptstabt Stuttgart Dr. Str öl in in ben Wissenschaftlichen Rat bes Deutschen Aus- lanbsinstituts in Stuttgart berufen. Dr.König gehört bereits bem Volksbeutschen Ausschuß bes Volksbunbes für bas Deutschtum im Auslanb in Berlin an.
** Jubiläum. Heute kann ber Reise-Direktor Lubwig Engelharbt, Alicenstraße 35, auf eine 25jährige Reisetätigkeit bei ber Firma G. L. Eber- harbt, Bäckereimaschinen-Fabrik, in Halle a. b. S. zurückblicken.
** Die Ablieferung von Büchern ber Univerfitäts-Bibliothek betrifft eine Bekanntmachung der Bibliotheksdirektion im heutigen Anzeigenteil, auf bie besonbers hingewiesen sei.
** D i e Gesellenprüfung im Maler- u n b Weißbinder-Hanbwerk im Kreise Gießen betrifft eine Anzeige in unserem heutigen Blatte, bie ben interessierten Kreisen zur Beachtung empfohlen sei.
** Sterbefälle in Gießen. In ber Zelt vom 1. bis 15. Februar verstürben in Gießen: 4. Februar: Georg Renker, Oberpostschaffner i. R., 69 Jahre alt, Crebnerstraße 6; Heinrich Schalch, Reichsbahn-Assistent i. R., 62 Jahre alt, Wetzlarer Weg 61. — 6.: Wilhelmine Christine Dunkel, geb. Le sch, 70 Jahre alt, Anneröber Weg 32. — 9.: Katharina Vomenb, geb. Preis, Witwe, 57 Jahre alt, Kaiseralle 58. — 10.: Elisabeth Vollanb, geb. Schäfer, 61 Jahre alt, Robheimer Straße 51. — 11.: Heinrich Werner, ohne Beruf, 74 Jahre alt, Bahnhofstraße 27; Anna Becker, geb. Bauer, 79 Jahre alt, Steinstraße 67. — 12.: Anna Rohrbach, geb. Wahl, 58 Jahre alt, Katharinengasse 15. — 13.: Elisabeth Herrmann, geb. Kunz, 66 Jahre alt, Wil- helmstraße 36. — 14. Johannes Blei, Lanbwirt, 57 Jahre alt, Leihgesterner Weg 118.
Die Hitlerjugend als Wegbereiterin zur Schaffung neuer Kulturwerte! Von Walter Krönimelbein, Leiter der Abteilung S (Schulung und Kulturarbeit) im Stabe des Vannes 116.
Aufträge zugeführt worden sinb.
NSDAP. Gießen.
Nächsten Donnerstag, 22. Februar, 20 Uhr be- 1 rnnenb, im Cafö Leib öffentliche Kunbgebung aller 6'ießener Ortsgruppen ber NSDAP. An ber Kunb- ' (»bung nehmen auch bie Unterorganisationen teil, iebner: ©aupropaganbaleiter Pg. Müller-Schelb. Kaffenhygienischer Fortbildungskurs»««
Der zweite Tag bes Rassenhygienischen Fortbil- dungskursus im NS.-Aerztebunb begann am Sonn- ' I: g mit einem Vortrag bes Pg. Professor Dr. ( taeminler - Chemnitz über ben „Geburten- lüürfgang, seine Ursachen unb seine B e- Iri m p f u n g". Staemmler ist als alter Nationalsozia- Ifft unb rassenhygienischer Kämpfer schon lange in beutschlanb bekannt. Seine von innerem Feuer, !,erantwortungsbewußtsein unb Bekennermut getragnen Ausführungen fesselten ben Hörerkreis vor dlem burch ihre Überzeugungskraft. Besonbers ein- teucksvoll war fein Hinweis auf bie Tatsache, baß Ins Ein- unb Zweikiixbersystem gerabe in ben sozial r-hobenen unb sog. gebilbeten Kreisen angefangen h:t unb bann von ben anberen Bevölkerungsschichten mchgeahmt worben ist. Staemmler geißelte biese ^»atsache als eine ber Ichsucht entsprungene Pflicht- r rgessenheit bem Volksganzen gegenüber, als bas „Verbrechen bes Akabemikers". Das Entscheidenbe jfi bie Tat, bas Beispiel unb bas Pflichtbewußtsein.
Am Nachmittag sprach Pg. Dr. Kranz- Gießen, Id er „Die Jubenfrage unb bie Rassenmischung", her Rebner gab zuerst eine Erklärung bes Rasse- hgriffs, wobei er hervorhob, baß bie rein naturwissenschaftliche Definition nicht ausreichenb sei. 3iad)bem er weiterhin gezeigt hatte, baß ber Wert euer Rasse stets ein relativer unb nur für bie be- txffenbe völkische Eigenart ein absoluter sei, zeigte e bie Notwenbigkeit ber Förberung unseres nor- dsschen Erbguts, an bas unsere völkische Wesensart, unsere kulturellen Leistungen unb unsere Sen- bnng als Volk im Abenblanbe unzertrennlich gebunden sinb. Nachbem er bas rassenseelische Moment d r Jubenfrage besonbers beleuchtet hatte, behan- d lte er bie Gefahren ber Rassenmifchung unb Der» viies auf bie Senbung bes Führers unb die großen imb verpflichtenden Aufgaben, bie gerabe uns Deut» fuen als ber ersten rassisch erwachten Nation im Nahmen ber abenblänbischen Völker für bie Zu- tinft gestellt worben sinb.
Den Abschluß ber ersten beiben Kurstage bilbete b:r Vortrag von Dr. Schmibt - Mainz, bem es q iang, über bas schwierige Thema ber „Rassen- Pelenfunbe" einen kurzen unb allgemein Der» stönblichen Ueberblkf zu geben. Er zeigte, baß bei d r Feststellung bes Rasseseelenbilbes bie Verhalt- || nlffe schwieriger liegen, als bei ber Feststellung ber körperlichen Merkmalbilber unb baß man mit ben Glichen naturwissenschaftlich-exakten Methoben unb Isftobjetten, Jntelligenzprufungen usw. nicht weiter fimmen könne. Bei ben großen geschichtlichen Er- enniffen unb Reoolutionen, wie m den Befreiungs- ?üegen, bem Kriege Don 1870/71 unb bem beginn d s Weltkrieges hat es sich um em Aufflackern ber norbifdjen Rassenseele gehanbelt. Die als Ausbruck dir norbischen Rassenseele in ber nationalsozialistischen Revolution emporlobernbe Flamme zu erhal- tm, fei Pflicht ber beutfchen Nation.
Wenn in früheren Zeiten bei Vortragen, bie non mrschiebenen Wissenschaftlern gehalten würben, nicht st'ten gegensätzliche Anschauungen vertreten wurden unb in ber Lage waren, Verwirrung unter den Zuhöhrern anzurichten, so zog hier burch alle Vor- fiüge ber beiben Kurstage bie auf ben ewigen Ge- |<gen ber Natur aufgebaute nationalsozialistische L.eltanschauung wie ein rotes Banb hinburch. Dies kwnt ben Wert bes an ben beiben Tagen gebotenen nid)en Stoffes unb gibt bem großen Interesse, bas dir erste Teil bes Kurses gefunden hat, feine Berechnung.
!Am Samstag, 24. Februar, beginnt ber zweite Lsil des Rafsenhygienijchen Fortbildungskurses,
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