_
ATELIER
STANZIQ
gutem Geschmack in Anlage und Auswahl des Pflanzenmaterials offenbaren. Man dulde hier kein
Unterdrückung, Kampf aller gegen alle und Eigen-
Gießen tm
Rhein-Mainiscken Äorantieverband °>n°n gründlichen Um,chwung durchzuführen, b-darf ‘ . ! es rechtzeitigen Eingreifens, damit das Frühjahr für
Deutschen in Elsaß-Lothringen, im Saargebiet
der
Zu
in dieser Form der Lot-
Gie-
KZ u ‘UHL nmuiliuj lll XU V UU 1A.IJL , l live .
Rahmen an würdiger Stelle vertreten, und wir Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brand,
logisches Institut, 11.30 Uhr, öffentlicher Vortrag über Physiologie. — Stadtkirche, 18.30 Uhr und
2tm Schlüsse gedachte man noch in Lied und Wort *20 Uhr, Missionsfilm aus Ostafrika. — Infanterie-
aus dem betreffenden Land in seiner Heimatsprache vortrug. Unser Hessenland war natürlich in diesem
— Tageskalender für Sonntag: Stadt» theater, 19 bis 22 Uhr, „Die lustige Witwe". —
gleichzeitig mit der Reichswinterhilfe-Lotterie ein gutes Werk getan wird. Ii
Die Stadt Gießen ift1 dem Rhein-Mainischen Garantieoerband G. m. b. H. beigetreten. Ausschließ-
Zu bedenken ist, daß der nach der Straße zu gelegene Vorgarten ähnlich wie die Vorderfront
nutz sind
Um unter einer jo wüsten Pflanzengejellschaft
Kameradschastsabend des Kameradschastshauses der lHiehener ^tudenienA'aff
Rittersporne, Flammenblumen und anderes, an dem man nach Herzenslust für Vasensträuße und zum Verschenken schneiden kann, ohne daß davon der Garten eine Verarmung an Blumen erkennen läßt.
die damit verbundene Neugestaltung nicht zu kurz wird Um zunächst einmal Raum für Besseres zu schaffen, für dessen späteres Gedeihen der ausgesaugte und verarmte Boden tief umgearbeitet und gedüngt werden muß, sind noch Hunderte von Händen vorhanden, die entweder noch keine oder nur ungenügende Beschäftigung haben und für ein solches Großreinemachen zu gebrauchen sind
Oberflächliches Aufräumen mit Nachpflanzen in den Gärten, die Veifallserscheinungen der hier geschilderten Art aufzuweisen haben, ist so gut wie vergeblich. Was man unter solchen Umständen auch pflanzen mag, zeigt kein Gedeihen und verkümmert. Man sorge bei der Neueinteilung vor allem für Sonne und Luft. Wo Wildbäume bisher in der Nähe geduldet wurden, sind sie zu fällen, für Sitz-,
Vielerlei, das vielleicht sonstwo am Platze wäre, keine Wege, die niemand begeht, vor allem keine verschnörkelten, keinerlei Rasenstreifen, die nicht zu mähen sind, weil sie nicht die nötige Breite dafür haben und die nichts als Aerger bereiten, wenn man sie nicht selbst abzusicheln in der Lage ist. Auch lasse man Blumenbeete fort, bei deren alljährlicher Bepflanzung gespart werden soll, weil die Mittel für derartige Ausgaben nicht reichen. Passend sind kleine frischgrüne Koniferen, die nicht zu hoch werden, eine niedrige, sauber geschorene Hecke, ein Band mit niederen Rosen, eine chinesische, schön blühende Paeonie, längs der Wand Schlinggewächse, ein Weinstock oder Wandpfirsisch und frischgrüner, mit Sense oder Maschine rechtzeitig gemähter Rasen, in dem kein Unkräutchen aufkommen darf. Im übrigen hüte man sich vor lieber- ladung, richte sich nach der Lage, denn es gibt sowohl für sonnige, wie auch schattige mancherlei Auswahl. Man scheue sich nicht, den Rat eines Fachmannes einzuholen.
Trotz der unmißverständlichen Fassung dieser Bestimmung sind bei vielen Geschäftsinhabern Zweifel darüber entstanden, ob die Plakate, die die N S. - Volkswohlfahrt im Rahmen der bevölkerungspolitischen Aufklärungsaktion an Schaufenstern, Verkehrsmitteln, Hausfluren und Haustüren aushängen läßt, weiterhin gestattet sind. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und der Präsident des Reichswerberates machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß diese, einem gemeinnützigen Ziele dienenden Plakate der NS.-Volkswohlfahrt von dieser Be-
auch für eine lauschige Ecke durch Anpflanzen schön- und reichblühender Ziersträucher ist Sorge zu tragen. In jedem Hausgarten gehören außerdem ein reicher Frühlings-, Sommer- und Herbstflor, weiter Rojen, Nelken, Dahlien und Sommerblumen, schöne
konnten manche bekannte Dichtung unserer oberhessischen Heimatdichter hören. Mit Begeisterung wurde auch die oberhessische Nationalhymne „Siehste net" gesungen.
mat in Lied und Sprache, Ernstes und Heiteres" stand. Sehr zahlreich waren die eingeladenen Dozenten erschienen an ihrer Spitze der Rektor der Landesuniversität, Herr Professor O. B o r n k a m m.
Der Abend wurde eingeleitet durch ein Andantino von Martini-Kreißler für Klavier, Violine und Bratsche, das sehr ansprechend vorgetragen wurde. Nach diesem Musikstück begrüßte der Führer des Kameradschaftshauses, Herr Paul Seipp, im Namen der Kameraden die zahlreich erschienenen Gäste und führte u. a. folgendes aus: ..Allw chentl'ch Donnerstagsabend veranstalten die Insassen des Kame- radschaftshauses einen Kameradschaftsabend, zu dem
terie ein gutes Werk zu tun, sollte sich niemand entgehen lassen!
Anschlag der bevöl erungspolitischen Plakate allgemein erwünscht.
Dsr Werberat der Deutschen Wirtschaft hat in der zweiten Bekanntmachung vom 1. November 1933 den wilden Plakatanschlag verboten. Für ieden Einsichtigen, der diese Bestimmung aufmerksam liest, ist ohne weiteres klar, daß es sich hierbei nur um Wirtschaftswerbung handeln kann. Es ist also verboten, daß ein Handeltreibender in den Schaufenstern seines Ladens Werbeplakate ganz anders gearteter Gewerbebetriebe oder Handelsunternehmungen aushängt, mit denen er und seine eigene Leistung nichts zu tun hat. Solche Plakate gehören an die „dafür bestimmte Stelle".
Veranstaltungen von Vereinen anmelöen!
Kreisleiter Dr. Harth gibt folgende Mitteilung Der Kreisleitung Gießen über die "23 er»
Borrrotizcu.
— Tageskalender für Samstag: Stadt- theater, 20 bis nach 22 Uhr, „U-Boot 116". — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Schwarzwaldmädel". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der König der Arena" und „Das flammende Schwert". — Gesangverein Frohsinn, Quartett-Verein 1884, 20 Uhr, „Stadt Wetzlar", Jahres - Hauptversammlung. — — 224er, 20.30 Uhr, Zusammenkunft bei Kam. Wenner. — Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP., 20.15 Uhr, „Graf Zeppelin", Zelle 2, Block 1 und 4, Blockabend.
11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schwarzwaldmädel". — Physio-
10. Februar in der Gegend Alten - Buseck geplante Winterschießen des Bataillons fällt aufgrund höherer Weisungen aus."
Masienveriammlung
der Deut '^en Arbeitsfront in &i ßen.
Die Kreis-Betriebszellenleitung Gießen, Kreisleitung der Deutschen Arbeitsfront, kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil eine Massenversammlung der Deutschen Arbeitsfront am nächsten Dienstag abend in der Volkshalle zu Gießen an. Gaubetriebszelleninspekteur Pg. Göbel (Frankfurt a M.) wird über das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit sprechen. Alle Angehörigen der Wirtschaft sind zu der Versammlung eingeladen. Man beachte die heutige Anzeige.
wer Gluckstreffer aut der Straße.
Die Reichswinterhilfe-Lotterie, die gegenwärtig durch ihre Glücksmänner im grauen Mantel auf den Straßen und in den Lokalen unserer Stadt ihre Lose anbieten läßt, hat gestern zwei Loskäufern eine große Freude gebracht. Beide Käufer gewannen für ihr 50-Pfennig-Los je den lOOfachen Betrag, also je 50 Mark. Die Freude bqr glücklichen Gewinner war groß, und das um so mehr, als ja
und in Siebenbürgen, von denen Vertreter gegen« wärig hier im Kameradschaftshaus weilen.
Zwischen dem ersten und dem zweiten Teil des Abends besichtigten die Gäste das Kameradschaftshaus. Der zweite Teil des Abends vereinigte Dozenten und Studenten in kameradschaftlicher Weise, wobei noch manches Ernstes und Heitere, diesmal aus dem Munde der Dozenten, vorgetragen wurde. Nur allzu früh beendete der Zapfenstreich diesen Kamerad- schaftsabend.
Bei dieser Gelegenheit sei schon auf die kommenden Abende hingewiesen, die jeweils unter dem Motto „Arbeitertum", Soldatentum", „Germanische Götter- und Heldensagen", „Deutschland" aufgezogen werden.
lArbeMMaffung in den Sans- und Vorgärten
Nicht nur die durch Geschäftselend und Arbeits- Spiel-, Turn-, Bleichplatz, für den einen oder an- losiqkeit vergrämten Gesichter der M e n s ch e n deren Steinobstbau, Naschobst, namentlich Erdbeeren ! haben sich wieder aufgehellt, auch die W o h n h ä u - und — wo die Umstände dafür günstig sind — . . ' . r- i -i.r. .t:.... i - _c -E.1 . -X. F.".*. "; Hr rf n hiirrti 'llnnffnn lon nn«
Die Führung des Kameradschaftshauses der _ ßener Studentenschaft hatte zum Donnerstag in das Studentenhaus zu einem Kameradschaftsabend eingeladen, der unter dem Leitgedanken „Deutsche Hei-
j stimmung nicht betroffen sind. Die Geschäftsinhaber und Hausbesitzer werden aufgefordert, dem entsvrechenden Ersuchen der Ortsgruppen der NSDAP, und der NS.-Volkswohlfahrt nach Aushang solcher Plakate bereitwillig weiterhin Folge leisten.
liche Ausgabe dieses Unternehmens ist die gemeinnützige Förderung von Arbeitsgelegenheiten, um die Arbeitslosigkeit im Gebiete des Treuhänders der Arbeit für Hessen zu mildern.
Kern Winter chretzen un eres Bataillons
Vom Kommandeur unseres Bataillons wird uns, mitgeteilt: „Das für die Zeit vom 30. Januar bis ' 1 Februar in der Gegend Erda und vom 1. bis '
anftaltungen von Vereinen bekannt: '----------- - , .. . .
Im Einverständnis mit Pg. Soldan, dem Kreis- s er, soweit sie vom Arbeitsbeschafsungsplan erfaßt obmann des REV., ist folgendes vereinbart worden: wurden, find freundlicher und heller geworden. Die-
1. Sämtliche Veranstaltungen sind bei der Kreis- ses vorteilhafte Aeußere steht aber noch nicht überall leitung (für Gießener Vereine, sonst bei den poli- mit der Umgebung im Sinflang^ weil noch fein tischen der NSDAP.) anzumelden, um das Zu- Mensch an die dringend notige n eu erring
sammenfallen mit den Veranstaltungen der NSDAP. , der Haus- und Vorgart en gedacht hat. Auch zu vermeiden. I sie haben wahrend der langen Kriegs- und Nieder-
2. Bei sämtlichen Veranstaltungen (Fasching, gangsjahre Not gelitten. Allerlei Gestrüpp von wil- Winterseste und ähnliche) sind 75 Prozent des dem Flieder, der niemals vluht, wildem Holunder, Reingewinns an das Winterhilfswerk abzu-! Schneebeeren und anderes verwildertes Gesträuch, liefern. Bei Veranstaltungen kultureller Art, bei ungepflegte Hecken, überalterte Obstbaume und ~ •* “*<:•****'
Vereinen, die gemeinnützige Ziele verfolgen (Sport, i Beerenstrauch r deren Abernten., nicht mehr lohnt,i des Hauses der Repräsentation zu dienen Gesang) brauchen nur 50 Prozent des Reingewinns > verwucherte Goldru en und unschöne Staudenastern, ha und darum keine Vernachlässigung erleiden - . v nicht zu vergessen die ausdauernden, zwischen ihnen sollte. Hier soll sich Einfachheit, verbunden Mit
heimisch gewordenen Unfräuter bilden oftmals eine gutem Geschmack in Anlage und Auswahl des
sie jeweils die Dozenten nach Fakultäten einladen. Dieser Donnerstag hat seine besondere Bedeutung, weil er mit dem Reichsgründungstag zusammenfällt. Wir hoffen, daß wir aus einem bestimmten Blickpunkt heraus die Größe und die Tiefe dessen, was Deutschland und was deutsch heißt, erkennen könn"n. Wir wollen dabei daran denken, daß dieses Deutschland schon seit Generationen in den Herzen der Besten lebte, aber erst am 18. Januar 1871 Wirklichkeit wurde. Bei den Darbietungen auf unferen Kameradschaftsabenden handelt es sich nicht um künstlerische Darbietungen Einzelner, sondern um die Arbeit einer Gemeinschaft, an der wir Sie teilnehmen lassen wollen, um den Gemeinschaftsgeist zu erleben. Wenn heute abend mehr Heiteres geboten wird, dann liegt das in der Natur der Sache, denn es ist nun einmal das Merkmal unserer Heimatdichtung, daß sie sich in heiterem Gewände mit den ernstesten Dingen abgibt."
Die Dortragsfolge wurde durch einen Sprechchor eingeleitet, der wirkungsvoll den Leitgedanken des Abends vermittelte. Nach dem gemeinsamen Lied „Schleswig-Holstein meerum'chlungen" trugen Kameraden Sachen von Rudolf Kinau und Fritz Reuter vor. Nach dem „Kennt ihr nicht das neue Lied" kam wieder ein Sprechchor. Dann wechselten gemeinsam gesungene Lieder mit Einzelvorträgen, von verschiedenen Kameraden zu Gehör gebracht, ab. So vermittelten alle diese Lieder und Vorträge einen Eindruck von den verschiedenen Dialekten und Eigenarten unserer deutschen Gaue und Länder. Besonders interessant war es, daß jeweils ein Kamerad
abgeliefert zu werden.
3. Vereine und Gesellschaften unterliegen bei grö^ v- „ , ...
feeren Veranstaltungen, auch wenn diese nicht öffent- Gemeinschaft, deren Hauptmerkmale gegenseitige «< « i * z->—. . । . . - f i a/ (K 11 Vi tfrl I HA W A Hl TI T rtll OT* A Ö/T ö TI A11 ö 1T TT .o fr ! A OH -
lich und ohne Eintritt erfolgen, der Anmeldung.
a
gegen g
4 Fortjegung
Nachdruck verboten!
Rentmeister Berndt stand vor dem Tore und be=
m c r • i — n c. x öernui war oer sruyere iztenimeiner von Hart- glaubten, Serrn (Strafen st. etwas Mg-stoßen, und linqen, der auch jetzt noch treu und unentwegt über ba - d° - wollte ich doch - lieber nachsth-n. die Gelder des Grafen Zärtlingen wachte, wie er Der Graf erhob (id) ging auf einen Diener zu, e5 Mützer getan hatte. Er wußte nicht, daß der Graf legte ihm die Hand auf die Schulter. ihn nur behalten hatte, weil er ihn nicht auch mit
„Ich weiß schon, was du gefürchtet hast, Gar
des Grafen. Jetzt verschwand er im Walde
„Hab' ich dummes Zeug Ottilie! Man wird eben doch
Eilig ging er davon. Seine schüttelnd nach.
geredet? Vergiß es, langsam alt."
Frau blickte ihm köpf.
immer ein fleißiger Landwirt war, wenn er daheim in Schloß Härtlingen weilte.
Gormann sah prüfend in das Gesicht seines geliebten Herrn. Dessen Augen blickten klar in die
Grau und schwer senkte es sich wieder auf ihn, nieder, und draußen war doch noch immer lachender sonniger Frühling.
Behutsam stellte der Graf bas Bild wieder auf seinen Platz zurück. Dann ging er langjam hinaus.
Auf der Veranda deckte Mutter Ottilie den Tisch mit flinken, geschickten Händen. Blütenweife war das feine Tuch. Das Geschirr blitzte. Ein guter, angenehmer Geruch von starkem Kaffee und von fri-- schem Kuchen durchzog die Luft.
Gormann stand da in seiner braunen Livree und mit weißen Handschuhen: er wartete. Wartete, bis er bedienen durfte.
Hatte er nicht noch eine Arbeit in feinem Schreibtisch liegen, die er bereits ein ganzes Stück vor- wärtsgebracht und von der Lelio ihn voll eifersüchtiger, spielerischer Laune stets wieder fortgeholt hatte? Diese Arbeit wollte er jetzt vollenden. Schreiben war eine Arbeit, bei der man keinen Menschen brauchte, bei der man still für sich dahinleben konnte. Für einen Menschen, dessen Seele wund und weh war, die rechte Beschäftigung!
Und Graf Härtlingen ging in sein Arbeitszimmer. Hier war alles sauber, peinlich geordnet. Die Gor« manns hielten ihm mit Liebe und Umsicht sein Eigentum in Ordnung. Die beiden alten Menschen, die doch irgendwo in einem stillen Winkel der Ruhe pflegen könnten. Gedankenlos hatte er diese Treue hingenommen.
„Herr Gras, ich kann es nicht sagen, wie mich das freut, daß Herr Graf endlich wieder wissen, wie schön
Wenn er käme! Wenn er plötzlich wieder zu ihm träte: „Da bin ich, Rudolf."
Ein Geschenk wäre das Kommen des Freundes. Der einzige Mensch, nach dessen Händedruck er sich sehnte.
Würde er noch einmal zu ihm kommen?
Doch! Der Glaube blieb, daß er ihn noch einmal sehen und sprechen würde.
Langsam erhob sich Graf Härtlingen. Langsam schritt er zwischen dem jungen Grün weiter. Duster blickte er auf all bas Werden um sich.
Auf einmal stieg der Gedanke vor ihm auf:
--Wenn ich wieder reifte? Wenn ich doch wieder unter Menschen ginge? Gerade auf Reisen kann ich mir die Leute aussuchen, mit denen ich verkehren will. So kann es doch schließlich auch nicht weitergehen."
Graf Härtlingen horchte in sich hinein.
Was war das? Ihn verlangte es fort? Fort aus der freiwillig gewählten Einsamkeit?
„Weshalb arbeitest du nicht, Rudolf Härtlingen? Weißt du nicht, daß die Arbeit über vieles hinwea- trösten kann?"
Wieder diese geheimnisvolle Stimme, die aus seinem Innern kam.
Arbeiten?
Augenblick schon hinausgegangen „Du alter Getreuer", sagte der Graf.
Und um dieses alten, wartenden, mit feierlicher L^ö„. ™ uct vvlu
Miene dastehenden Mannes willen aß und trank her auf das Vorwerk zuführte. Er zuckte zusammen, hör Kmlnnnorr nun finftT«wz>am m.if ___i _«. tst, Gespenst ° u ’
Herr Graf! Machen Sie, daß Sie fortkommen, Kuhn — fix!"
i Rentmeister Berndt ging dem Grafen entgegen.
1 Respektvoll verbeugte er sich schon in einiger (Entfernung.
(Er ging an seinen Schreibtisch zurück und schloß die Arbeit fort. Dann trat er an eines der breiten, hohen Fenster. Still sah er eine ganze Weile hinaus.
Die Heimat! Seine Heimat! Er hatte sie doch noch lieb. Vielleicht würde die Arbeit doch imstande sein, auch ihn mit der Zeit zu trösten über bas, was er verloren.
Gras Härtlingen wanbte sich ins Zimmer zurück. Sein Blick suchte bas große Bild auf feinem Schreibtisch.
ßelia! Mit ihrem berücfenben Lächeln lehnte sie an einem hohen Spalier weißer Rosen.
Der Graf war mit einem Schritt am Schreibtisch, rtfe bas Bilb an seine heißen Lippen, keuchte:
„Dich vergeßen, Lelia? Niemals!"
Schweigenb begleitete er seinen Herrn bis durch den Wald. Der Händedruck, den der Graf dann mit seinem alten Rentmeister wechselte, war fest und voll gegenseitigen Vertrauens.
Berndt stand noch lange da und blickte dem Grafen Härtlingen nach.
„Er hat kein schlechtes Gewissen. Es war Sünde, ihm die Tat zuzutrauen. Aber ein todunglücklicher Mann ist er!"
Frau Berndt sah ihren Mann traurig an, als er chr sagte, daß der Graf die kleine Einladung nicht angenommen hätte.
(Fortsetzung folgt)
Frau Gormann war entsetzt, und ihr gutes, durchfurchtes Gesicht sah vor Angst und Schrecken ganz blaß aus bei ihres Mannes Worten.
Der alte Gormann erwachte wie aus einem Traum, erschrak, stotterte:
mann, aber ich glaube, das ist vorüber. Ich habe nämlich gearbeitet. Hat Frau Ottilie vielleicht einen guten Kaffee fertig? Ich würde ganz gern auf der Veranda sitzen, die Sonne scheint noch so verführerisch."
Das Rätsel einer Krühlingsnacht Vornan von Gert Nothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Derlag, Halle, Saale
| Der Gras kam auf ihn zu, gab ihm die Hand.
„Na, Berndt, da wäre ich einmal wieder. Ich । wollte einiges mit Ihnen besprechen."
| Noch immer voll grenzenlosen Staunens ging der alte Berndt neben seinem Herrn her. Aber der redete ganz klar und verständig mit ihm über die Einstellung eines gewissenhaften Försters und auch darüber, daß nach Ablauf des Pachtvertrages dieser nicht wieder erneuert werden solle, da er selbst die Bewirtschaftung wieder übernähme.
Graf Härtlingen setzte sich. Seine schönen, großen, grauen Auchen blickten wieder lebhaft. Die düstere Gleichgültigkeit war nicht mehr darin.
Seine Arbeit! Da lag sie vor ihm.
Seltsam! Nur einige Zeilen hatte er gelesen, ba ftanb roieber alles lebhaft vor ihm. Alles, was er bamals hatte schreiben wollen.
Gras Härtlingen arbeitete feit Stunben.
Der alte Gormann beriet sich mit seiner Frau.
„Er ist nie lange dort oben geblieben in seinem Arbeitszimmer. Es ist mir unheimlich. Ob ich doch nicht lieber mal nach ihm sehe, Ottilie?"
„Tue es, Alterchen. Wenn ..."
Die beiden sahen sich an, in beider Augen lag das Entsetzen. Dann ging Gormann auch schon mit
Der alte Gormann faßte sich endlich:
„Mutter, es ändert sich etwas. Hoffentlich ist es zum Guten. Dieses Leben kann er doch nicht immer führen, dazu ist er doch viel zu jung und zu kraftvoll. Ja, wenn er alt wäre wie wir! Es wäre so gut, wenn er wieder unter die Menschen ginge! Dieser Weg zu Rentmeister Berndt erfüllt mich mit einer ganz bestimmten Hoffnung. Und ich will es noch erleben. Der Herrgott soll mich noch so lange leben lassen, bis der Herr Graf das verfluchte Weib vergessen hat."
„Wilhelm — aber Wilhelm, du sprichst von einer Toten! Und was sind denn das überhaupt für Worte? Was hast du denn gegen unsere arme, gnädige Frau Gräfin?"
Ja, gewiß! Er würde wieder arbeiten. Den Päch- neDIpn ter konnte er vorläufig nicht fortschicken, der hatte fP; ' ' seinen Kontrakt auf fünf Jahre in der Tasche Aber < m „ ,f . c er konnte sich schriftstellerisch betätigen Er hatte 165 roar m Ordnung. das bereits früher getan, trotzdem er eigenMch auch S™ orgr,ff p‘°81^ b,es^anb *e.,ne5 $"rn' immer ein k eib aer Landwirt mar men " brU(tte. bl? S'PPen barauf und war ,m nächsten
großen Schritten davon. I der Schloßherr von charstinqen west er die, n treuen Äs Ä
Droben «opste er ^rf.chttg an. Das erstaunte Menschen und feine Lebensgefährtin nicht kranken I ,j)er
„fjetein des Grafen ertönte. | mochte. Und doch war ihm das Herz wieder schwer.! men, Ku
Gormann atmete auf. Gott fei Dank, er lebte! Die wilde Sehnsucht nach Lelia war wieder da mit
Es war nichts geschehen! Daß es nun ein paar , unverminderter Kraft.
ärgerliche Worte des Herrn Grafen über diese1 Am Nachmittag des anderen Tages folgte dann Störung geben würde, das war nichts im Vergleich noch eine neue grOfje Ueberraschung für die alten dagegen, daß nichts geschehen roar. Nicht das Grüß- (Bormanns. Der Graf kleidete sich an, sagte, er liche, was feine gute Alte und er bereits befürchtet, wolle zu Rentmeister Berndt gehen. Er habe einiges Gormann trat ein, verbeugte sich tief. mit ihm zu besprechen.
„Herr Graf verzeihen di- Störung, aber wir, Berndt war der früher- Rentmeister von Hart-
sprach mit einem der Schäfer den Verkauf einiger fetter Schafe. Auf einmal hielt er die Hand vor die Augen und sah den Weg entlang, der vom Walde
entlassen wollte gleich den vielen anderen, jüngeren Leuten. So hatte der Graf bestimmt, daß Berndt
i »--M «• --- «w,... Kirisch wurden noch zwei große Schafherden gehal- v früher, hatte er zuweilen eine - ten. Dazu waren zwei Schäfer da. Frau Berndt . Familie des Rentmeisters getri hielt noch zwei Ziegen, eine Kuh und einige r":-"
Schweine.
Früher hatte er zuweilen eine Tasse Kaffee in der Familie des Rentmeisters getrunken. Er war immer gut gegen seine Leute gewesen. Der Rentmeister wagte nach langem Zögern die Einladung, Dorthin begab sich am anderen Tage der Graf. I aber 1)0 sagte Graf Härtlingen:
Gormanns sahen ihm nach, noch immer stumm vor „Ich muß mich erst nach und nach wieder an Die Staunen. Drüben am Walde ging die hohe Gestatt Menschen gewöhnen. Vorläufig möchte ich lieber des Grafen liefet nerldimonh pt im ^TRnlhp wieder nach Hause gehen."
Der alte Berndt sah in das noch so junge, düstere Gesicht, und er hätte am liebsten laut geheult.
Dos zeig« N zeige
6d m
mi lu! ßu &
Ae
sp"
N uni) W- DOh1 Jlili
jB-
bel. sehen die Unte:
men. ©ei go"e gejtl
lobt
8?n giiet tritt
marl 1,45 ÜJlai Gier bis 15,i 25 t Noj 10. toff 3'1 15, 65 40 5t
D
r
Ql w 1.
1.
M
Rc
ti
h
3 c f
I I
t
V 2
8 e; ti tt kl
„( b de 19 de: fin bit foi
s TI d a
31 sek tc
kkih 15.
«bei hie bch
schci hier öen Uno


