Aus der Provinzialhauptstadt
biger Führer.
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Wer feinenDank der sozialen Regierung durch die Tat abtragen will, opfere am 21. Januar für das Wmterhilfswerk!
und sich
wurde.
Shanghai war im übrigen ebenso international
Soannung schäft lösten Beifall.
Daß man damals gerade in denselben Zeitungen von „Barbaren" und „Hunnen" redete, die „Hunderte von unschuldigen Juden abschlachteten", empfanden die Australier durchaus nicht als Taktlosig- feit oder Greuellügen. Sie entschuldigten uns „Köln-Leute" damit, daß wir eben noch zu dem anständigen Deutschland gehörten und unschuldig an der neuen Regierung wären. Wir benutzten natürlich jede Gelegenheit, um die Greuellügen und diese irrige Auffassung auszurotten und unsere Verbundenheit mit dem neuen Deutschland, unser Vertrauen zu seiner neuen nationalen Regierung zu bekunden, eine Aufklärung, die zweifellos sehr wich-
tanz auf Neu Lauenburg sang ein Eingeborener das „Deutschlandlied" und „Heil Dir im Siegerkranz" mit einer solchen Begeisterung, daß wir ganz gerührt waren. Als Gegengabe brachten wir den Eingeborenen einen „Kutterläufer", d. i. ein gleichmäßiges, immer schneller werdendes, plötzlich abbrechendes, diszipliniertes Händeklatschen. Der nicht endenwollende Beifall ermutigte unsere Schrarnmel- kapelle aus dem Stegreif ein Kanackerlied zu spielen. Durch Aneinanderschlagen aller möglichen Gegenstände, Pfeifen auf Bierflaschen, Jodeln und Ausstößen unartikulierter Laute, verbunden mit Händeklatschen, kam eine für ehemalige Menschenfresser anscheinend leidliche Melodie heraus. Denn bald begannen die Eingeborenen im Takt dieses Lärms, unter Heulen und Grunzen, zu tanzen.
Bei dieser Musik fällt mir ein Erlebnis in Shanghai ein: Wir bummelten mit einem deutschen Freund durch die Stadt, als uns ein langer chinesischer Begräbniszug entgegenkam. Voran trug man große Plakate, aus denen die Taten des Toten verzeichnet standen. Dann folgten Tierbilder wie Drachen, die wohl die verbannten Geister dar- stellen sollten. Plötzlich ertönte aus der Schar der Leidtragenden, von einer starken Musikkapelle gespielt, das Lied „Freut euch des Lebens" und bald darauf der Schlager „Wir versaufen unsrer Oma ihr klein Häuschen". Es fiel uns schwer, ernst zu bleiben. Der Deutsche meinte, es handle sich um eine Kapelle, die früher auf einer Tanzdiele gespielt habe und brotlos geworden sei. Ihr Tätigkeitsfeld hatte zwar nicht unerheblich gewechselt, aber warum sollten deshalb die Melodien wechseln? Hauptsache war, daß überhaupt Musik gemacht
Sein stärkster Gegenspieler, Bischof Trolle, wurde von Anton Neuhaus gegeben: er führte die Linie fort, die er mit dem Varus bet Kleist begonnen hatte, und spielte den Dänen als einen Mann der Macht, mit schneidender Dialektik, hart, kalt und grausam: nur in seiner letzten Szene einen Augenblick die Haltung verlierend im jähen Ausbruch später Erkenntnis.
Herr Hub gab den Bauern Elfsvn breit, laut trotzig aufbegehrend: ein gefährlicher Gegner und ein aufopfernder Freund. Herr M a r ck s umriß mit festen Strichen die Gestalt des Erzhauers Nils, den Wasas auirüttelndes und zündendes Wort aus dumpfer Untätigkeit in eine unerschütterliche, todbereite Gefolgschaft zwingt.
Ufer steht, wenn die kleinen Entchen in das Wasser steigen. Sie kann es nicht begreifen. Wir aber wissen, daß die kleinen Dinger schon den rechten Weg eingeschlagen haben.
Und schauen wir um uns! UeberaU im öffentlichen Leben werden neue Wege beschritten, neue begehrenswerte Ziele aufgestellt. Wir sehen mit
innere Anteilnahme der Hörerin starkem und ausdauerndem hth.
Mehr als ein Jahr ist vergangen, feit wir mit unserer „Köln" Wilhelmshaven verließen. Voller Erwartungen zogen wir hinaus, um die weite Welt, die lärmerfüllten Millionenstädte des fernen Ostens und die stille Einsamkeit der zauberhaften ©übfee kennen zu lernen. Unsere schönste Ausgabe sollte sein, das Deutschtum in die Welt hinauszutragen, den Menschen dort draußen einen wahren Begriff von deutschem Denken und Fühlen zu geben. Gleichzeitig sollten wir unseren Volksgenossen die Grüße der Heimat übermitteln und ihnen im Kampf um ihr gefährdetes Dasein helfen.
Welch schweren Stand die Ausländsdeutschen haben, sahen wir überall. Starke wirtschaftliche Konkurrenz, eine verhetzte Presse und einseitig eingestellte Politiker arbeiteten gegen sie. Doch wie anders war meist die Stimmung 'des Landes und damit die Lage der Deutschen nach unserem Besuch! Die heftigsten Gegner wurden oft zu überzeugten Freunden. So hatte man sich die „huns“ cber, was heute dort draußen gleichbedeutend, die „Nazis" nicht vorgestellt. Sogar ein alter Sozialist in Sumatra meinte: „Dieses herrliche Schiff und dazu diese prachtvollen Menschen, da mochte man wahrhaftig ein Deutscher sein!" Manchmal kam die Anerkennung Deutschlands auch ungewollt zum Ausdruck. So ist an dem Ufer des Suezkanals ein riesiges Denkmal zur Erinnerung an die Verteidigung des Kanals im Weltkriege errichtet. Wir auf der „Köln" hatten das stolze Empfinden, daß gerade dieses Monument in beredter Weise mehr von deutschem als fremdem Heldenmut zeugt. Bewies es doch, daß deutsche Krieger bis hier, an die fernen Ufer des Suezkanals vorgedrungen waren und, im Kampf gegen eine ganze Welt, sogar auf Asiens Boden Lorbeeren errungen hatten.
Wohl kein Geschehen des Weltkrieges hat das Denken des einfachen Inders so stark beeindruckt wie die Taten unserer „Emden". Oft wur-
nir" zu besitzen.
Der Aufenthalt der „Köln" in Australien gestaltete sich weit herzlicher, als wir angesichts der Tatsache, daß Australien einer unserer unversöhnlichsten Gegner geblieben war und noch kurz vor unserer Ankunft in den Schulen, besonders in der Presse gegen uns gehetzt wurde, erwartet hatten. Aber schon am zweiten Tage unseres Aufenthalts in jeder australischen Stadt jubelten die Schulen uns zu, und die Presse schrieb: „Noch niemals sahen unsere Straßen solche schmucken, gut erzogenen Blaujacken wie diese Deutschen" ober „Es ist schabe, baß ihr Aufenthalt nur so kurz ift. Unstre ßanösleute hätten sich ein Beispiel an ihrem Benehmen unb ihren Sitten nehmen können oder Jedes australische Mäbel würbe stolz sein, einen von ben beutschen Seekadetten heiraten zu dürfen!
Zwei Frauen stehen allein in diesem Männerstück. Frau Koch als Kerstin (Elffon gestaltete aus echtem Gefühl den schweren Konflikt und dke entscheidende Wandlung im Herzen der bäuerlichen und mütterlichen Frau. Elisabeth Wielander sprach sehr sicher, knapp, kühl und scheinbar überlegen die Gräfin Torsäker.
Herr V o l ck schilderte mit beredten Worten das Elend der unter der Dänenherrschaft seufzenden Bauern. Herr Lüpke fnielte ruhig und besonnen den Schulmeister, Herr Schorn mit jugendlicher Begeisterung den Sten, Herr Förderer den Iönson als'einen brutalen, gemafttätm larm-mden Kriegsknecht. Auch alle übrigen fügten sich der Spiel- gemeinschaft — jeder gerecht an seinem Platz — willig ein. —
Sochsckmlnaäi richten.
Der derzeitige Rektor der Universität F r a n k ° f u r t, der bekannte nationalsozialistische Vorkämpfer Professor Dr. K r i e ck, hat zum 1. April einen Ruf nach Heidelberg auf ben Lehrstuhl für Philosophie unb Pädagogik erhalten, der durch bte Entpflichtung des Geh. Hofrats Prof. Dr. Rickert frei geworden ift.
-m gr°ß°r und i-il-"»« * *’ntörÜ£ftB Dielen
feiner glanzvollen Münchener Uraufführung am 9 November 1933 einen Siegeszug ölh} h fch-n Mhn-N angetreten. D°- war- iMM°rh.n^b°. merkenswert für ein rem historisch "b schon in ben ersten Sjenen das Geschichtliche hier keineswegs en . .
In diesem Sinne ist auch das Schauspiel vom Intendanten König aufgefaßt und in Szene ge= eht worden: er begriff die außerordentliche Aktualität des Stoffes und ließ sie von Szene zu Szene in großer Steigerung spürbar werden. Er gab den Schauspielern den Impuls und die Leidenschaft eines heroischen Aufbruchs. Er stellte die Persönlichkeit gegen die Masse, die Gemeinschaft hinter den Führer, Freund wider Feind Nation wider Nation. Er schwächte nicht ab und glich nicht aus wo es dem Dramatiker darauf ankam, Gegensätze' unüberbrückbar aufzureißen, aus tiefstem Schatten und hellstem Licht die Umrisse ferner Gestalten sichtbar werden zu lassen. Der theatralischen Energie und Jnstinktsicherheit des Dramatikers Forster verhalf die Spielleitung zu unmittelbarer Wirkung: am stärksten für unser Gefühl in der aroßen "Szene bei (Elffon, in der Ratssitzung zu Mora in der Szene mit der Gräfin Torsäker und endlich in jener letzten, aus der wir oben die wichtigsten Sätze herausgehoben haben.
Durch die szenischen Entwürfe des Herrn Löf f- l e r wurde der Spielleiter ausgezeichnet unterstützt: sie waren dem Stil des Schauspiels angeglichen, schlicht, sparsam, großzügig in Farbe und tform. Gleichermaßen orbnden M) als che ser 'M Reg e- ftab bie Herren Seim «Beleuchtung) unb S) u b e r (Softüm) jeber zu seinem Teil bem Willen her Spielführung unter. *
’ Herr ß ö f e r gab den Wasa. Wir glauben, daß er hen Absichten des Dramatikers vollkommen entsprach Er formte die Gestalt von innen her, ohne Pathos ohne laute Steigerung und ausgreifende Gebärde. Er gab eine ßeidenfchaft, die m aller Beherrschung und Verhaltenheit sich mitteilte Ueber= reuounaskraft gewann, ans der Masse die Gemeinschaft machte, aus dem Volk die Gefolgschaft. Ec
Freude, wie gerade die Jugend diese Wege beschreitet.
So ganz im innersten Herzen muhen mir uns auch sagen, daß wir in den letzten Jahrzehnten gar viele ausgetretene Wege gegangen sind. Diele Menschen sind so langsam im Alltag versunken, haben nicht Nach rechts und links geschaut, nur Ruhe wollten sie haben. Aber immer wieder wurde gewarnt, daß die beschrittenen Wege abseits führen muhten. Viele glaubten es nicht. Bis dann eines Tages die Erkenntnis aufdämmerte: So kann es nicht weitergehen! Und als die meisten so ziemlich ratlos da- standen und auf die zurückgelegten Wege schauten, da kamen neue Führer und sagten: Auf dieser Straße wandern wir nicht weiter, wir wählen ganz andere Wege!
Neue Ziele tauchten auf, Hoffnung kehrte wieder ein. (Ein Aufatmen ging durchs deutsche Volk. Und als echte Kameraden änderten die meisten ihre Marschrichtung und streben nun gemeinsam „zu neuen Ufern". Den Führern, die wir als ausdauernd, zielsicher und willensstark erkannt haben, wollen wir gern folgen; denn wir haben die feste I Zuversicht, daß sie uns gut ans Ziel bringen K.
Vesuch in den denlschen Sndseekolonien
Als Seekadett mit Kreuzer „Köln" auf weiter Fahrt.
Von Fähnrich zur See Wieting, Kiel.
war, auch im äußeren Bild, der Mensch und der Mann, den man hier zu sehen wünschte: ein glau-
Strindberg behandelte in seinem Wasa-Drama einen nationalen Stoff aus der Geschichte feines Volkes- ihn beschäftigte eine bestimmte Episode tm Leben seines Helden. Forster nahm den ganzen Wasa, sein Schicksal, seine Mission und seine Tat... nicht um einer historischen Chronik willen, die uns im tiefsten Grunde nicht wesentlich wäre, sondern als ein Sinnbild dessen, was wir alle letzt m Deutschland erlebt haben und noch erleben: er schrieb nicht ein schwedisches Stuck, sondern em deutsches; nicht ein historisches sondern ein gegenwärtiges. Dies erklärt den Erfolg: alles was auf der Bühne geschieht, geht uns an ist unsere eigene Sache- man kann die Augen schließen in diesem bück und Worte hören, als ob sie beute bei uns und für uns gesprochen würden. Das ist das Ent
scheidende- dieses Schausviel um Gustav Wasa ist ein Volksstück und ein Freiheitsdrama; hier aeht es um Führung und Gefolgschaft, um fanatischen Glauben und bedingungslose Treue, um die nationale Ehre einer Nation, um den unermüdlichen Kamps für eine große Sache und umi den Sieg eines starken, jungen und gesunden Geschlechts. — Damit ist alles gesagt.
tig war und gute Früchte trug.
Sehr oft mußten wir Auskunft über das Versailler Diktat geben. Am häufigsten wiederholten sich die von grober Unkenntnis dös Diktats zeugenden Fragen, wo unsere Flugzeuge ständen und wieviel 0-Boote Deutschland jetzt besähe. Das „pocketbattleship“, die „Deutschland", stand im Mittelpunkt des Interesses. Sprach man mit den ßeuten persönlich, waren sie meist verständig und einsichtig. Leider beherrscht aber die Presse das Volk und hetzt es auf. Im übrigen war die australische Gastfreundschaft unübertrefflich. Man riß sich ärmlich um uns, veranstaltete Bälle, Autoausflüge, Festessen und Zoobesichtigungen. — Um d a s Deutschtum in 21 u ft r a l i e n war es teilweise schlecht bestellt. Es gab dort viele Deutsche, doch vergaßen die meisten von ihnen bald ihre erste Heimat über die zweite. Natürlich gibt es Ausnahmen. So liegen bei Adelaide die Dörfer Hahn- dorf und Tanundra, die, vor 100 Jahren von Deutschen erbaut, trotz aller Verhetzung und Drangsalierung bis heute deutsche Sitten und deutsche Mundart bewahrt hatten. Doch spürke man auch hier bereits ein Nachlassen des Deutschtums. Der Besuch des Kreuzers hat aber alle die, die deutsch fühlen wollen, wieder fest zusammengeschmiedet.
Von Sydney aus brachte uns die „Köln" i n ö i e Südsee, über Suva nach Rabaul auf Neu- Pommern. Unser dortiger Aufenthalt zählt sicher zu den schönsten (Erinnerungen der ganzen Reise. Aehnlich wie später in Tsingtau sah man auf Schritt und Tritt deutsche Arbeit, deutsche Kolonisation. Wehmut erfüllte uns bei dem Gedanken, daß dieses herrliche Land jetzt australisches Mandat ist. Man hatte uns Deutschen ja in Versailles die Befähigung zur Kolonisation abgesprochen. Doch auch hier lehrten die Tatsachen überall das Gegenteil. Selbst Engländer meinten uns gegenüber, daß es „eine Schande sei, dieses Paradies den unkundigen Händen der Australier zu überlassen, die es nur auszubeuten schienen. Gedeihen könne das Land nur unter deutscher H e r r - j ch a f t!" — Die (Eingeborenen waren außer sich vor Freude, nach 20 Jahren wieder ein deutsches Kriegsschiff zu sehen. Oft fragten sie uns in ihrem Kauderwelsch, wann denn nun die Uebergabe der Kolonie stattfinden solle. Sie konnten es gar nicht verstehen, daß wir so bald wieder abfahren wollten. Manche boten sich ohne (Entgelt als Diener an und fragten uns immer wieder in ihrem „Pidgin-Engush : „Boy wants belong master“, d. h. „Laß mich dem Diener fein!" Nun, uns Seekadetten hätte es schon gepaßt, Diener beim Schuhputzen und Kartoffelschälen zu haben oder das Frühstück an der Hangematte serviert zu bekommen.
Das Kanacker-Englisch hatte sich seit Jahrzehnten kaum verändert. Die Ausdrücke, die mein Vater auf der alten „Möwe" um 1900 kennen lernte, maren immer ' noch gebräuchlich. So heiß ein Klavier „Big fellow box, you fight him. by and by he cry , d h „Große Kiste, wenn Du mit ihr kämpfst, fängt sie allmählich an zu schreien" Zigarrenasche hat den etwas drastischen Namen „Sheet belong fire , d h. „Schiet zum Feuer gehörig". Aber man konnte auch noch deutsch sprechen. Bei einem Kriegs-
den wir auf der Straße angehalten, und man erzählte uns von dem Jnbrandschießen der Oeltanks bei Madras, zeigte uns Granattrichter oder Gedenktafeln für Getötete. Trotz aller erlittenen Schäden hatten die Inder große Hochachtung vor den Taten der „Emden". Eine nationalistische indische Streichholzfirma druckte sogar das Bild der „Emden" als Symbol auf ihre Erzeugnisse, und auf Ceylon ift der Name „Emden" selbst in den Sprachschatz der (Eingeborenen übergegangen. Man bezeichnet damit solche Leute, die ihrer Gemeinde „troubles“, d. h. ernstere Schwierigkeiten bereiten. Auch in Australien waren die Kaperfahrten des Kreuzers überall bekannt. In vielen Museen fand man Erinnerungsstücke wie Bojen, Kleidungsstücke oder sogar Geschütze. Neben der „Emden" wurde ein Zweiter deutscher Name mit besonderer Hochachtung genannt, der unseres Kampffliegers von Richthofen. Er gilt allgemein als Symbol für den fairen Gegner, den ritterlichen Kämpfer, und man fühlte sich nahezu als Millionär, wenn man so glücklich war, nur einen kleinen Splitter seines Flugzeuges als „souve-
wie TH n gl a u deutsch geblieben war. Jy unserer einstigen Kolonie fühlten wir uns wie daheim. Wodl war Tsingtau als schönstes Seebad Ostasiens von Fremden überschwemmt, aber überall gatte sich das Deutschtum b e h a up t e t, sah man deutsche Namen, deutsche Firmen, ja.Straßen und Häuser hätten ebensogut in meine Heimatstadt Miel gepaßt. Noch heute bauen die Chinesen nach den früheren deutschen Plänen weiter Kennzeichnend für die hohe Einschätzung alles Deutschen ist die chinesische Uebersetzung für das Wort „deutsch . Sie heißt „do" und setzt sich aus.Einzelzeichen zuiam- men, die „Fortschritt" — „Geradheit" und -,Herz bedeuten! Der Begriff „do" wurde allmählich verallgemeinert, indem man es jetzt nicht nur für deutsche Waren usw., sondern eben für alles „Ausgezeichnete" gebraucht. — Allerdings war in Tsingtau auch manches vernichtet und verfallen oder durch die Japaner während ihrer vorübergehenden Herrschaft verschleppt. So fehlte an vielen Stellen d'e einst wunderbare Straßenbeleuchtung. Auch das größte Dock Ostasiens hatte sich Japan angeeignet, so daß die „Köln" in Kobe im ehemals deutschen Schwimmdock ausgebessert wurde.
In China trafen wir zum erstenmal die schmucken Uniformen der SA. und des Stahlhelm auf den Straßen. Ein herzerfrischender Anblick! Wie Brüder saßen wir zusammen und gedachten des schweren Kampfes unseres Vaterlandes gegen seine inneren und äußeren Feinde. Bei unserer Rückkehr in Die Heimat konnte es wahrlich keinen schöneren Abschluß geben, als daß der Führer Adolf 11 U r persönlich die „Köln" mit warmen Worten der Anerkennung für die vorzügliche Erfüllung aller übertragenen Aufgaben begrüßte und uns den Weg in das neue, geeinte Deutschland wies.
Gießener Gtadtthealer
Friedrich Forstcr-Burggraf: „Alle gegen Einen — Einer für Alle." Friedrich Forster, über den wir einige persönliche Daten bereits veröffentlicht haben, ist Dem Gießener Publikum durch die frühere Ausführung seines Schülerstückes „Der Graue" bekannt geworden Eine Würdigung des Dramatikers im Programmheft versucht die innere Verbindung herzustellen zwischen jenem Erstling und den späteren Schauspielen — die Entwicklungslime aufzuzeigen, die vom „Grauen" über den „Robinson" zum Wasa führt Da auch das zweite dieser drei wichtigsten Werke von Friedrich Forster auf unserem Spiel- plan erscheinen soll, ergibt sich vielleicht spater noch eine Gelegenheit, auf die angedeutete Entwicklung einzugehen, was jetzt verfrüht scheint, da uns das Mittelglied in der Kette fehlt.
Schon Strindberg.wählte sich - in der Reihe seiner schwedischen Königsdramen und auch 'n anderem Zusammenhang — ben „(Emen zum Helden, . de7 im Zentrum von Forsters Schauspie steht. Gustav Eriksson, aus dem Hause Wasa (1497 bis 1560) den Großvater Gustav Adolfs Er empörte sich 1521 gegen die dänische Fremdherrschaft, eroberte Schweden den Schweden zuruck, wurde zum Reichsverweser und 1523 zum König erhoben und ( e n,; Lübecks Hilfe die Kalmarer Union. rte Regierungszeit fällt die Einführung der rot ' her Bau einer Flotte, eine Reform
^es'©reuerroefen5. Er führte Krieg gegen Rußland, des Steuerw^ Bauernaufstände, errichtete ein ut,e,r©nniatum und begründete Schwedens nationale Unabhängigkeit und politischen Aufstieg.
Neue Wege.
Wir haben uns bei Wanderungen in den Bergen oder weit draußen in den Wäldern gar manchmal verlaufen. Wir hatten zu viel zu schauen, wir achteten nicht auf die Wegezeichen. Und plötzlich standen wir irgendwo und wußten nicht ein und aus. Aber nur einen Augenblick! Dann ging'5 rüstig weiter auf unbekannten Wegen. Und wie oft wurde es erst recht schön.
Von jeher hat es einen gewissen Reiz, auf neuen Wegen, die vielleicht noch kein Fuß betrat, weiterzuwandern. Die Wandersleute, die in diesen Fällen über den Führer herfallen und scharfe Kritik üben, die von Umwegen, schlechter Vorbereitung usw. sprechen, sind keine rechten Kameraden. Auch die Führer, die genau wissen, daß sie einen andern Weg, als geplant war, einschlagen und es nicht sagen, sind keine Kameraden. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gehören zur Kameradschaft. Wir sollen offen bekennen: Ich habe den Weg verloren, aber wenn wir die Richtung beibehalten, kommen wir schon ans Ziel. Die andern werden dann schon folgen. Und wenn uns das Glück hold ift, machen wir auf diesen unbekannten Wegen oft die schönsten Entdeckungen.
Wenn ich allein wandere, gehe ich oft absichtlich vom Wege ab und habe schon sehr viele reizende Punkte gefunden, die in keinem Führer, auf keiner Karte verzeichnet waren. Mir aber waren gerade diese. Plätzchen am liebsten, und gern habe ich Dann später gute Freunde dorthin geführt und ihnen den Ausblick, den kleinen Waldweg, die Grotte, die tiefe Schlucht, oder auch nur irgendeinen merkwürdigen Baum gezeigt.
Wir follen.alfo nicht stumpf und ergeben nur die ausgetretenen Wege gehen. Wir fallen den Mut haben, neue Wege zu entdecken und unsere Wan- Dergenofjen, besonders die Jugend, auffordern, dies nachzutun. Die ängstlichen Mütter müssen mehr Mut zeigen. Sie lassen ihre Kinder nicht gern allem hinaus in die freie Welt. Sie meinen, „es könnte was passieren". Ich muß bei solchen Einwendungen immer an die Henne denken, die brav unb bieder (Enteneier ausgebrütet hat und nun schreiend am
dem Feierabendalter, ich gab es euch! Jugend soll wach sein und arbeiten! Arbeiten! Sie haben uns unser Haus zertrümmert, wir müssen es erst wie
der aufbauen! Ebe wir uns dieser Arbeit rühmen und sie feiern, müssen wir sie getan haben! ... Die Losung heißt: Weiter!" In solchen Sätzen erhalt nicht nur das Drama seine ethische Rechtfertigung und Sinngebung; sondern man mag auch aus ihnen als einem Beispiel erkennen, rote unmittelbar und gegenwärtig es zu uns spricht. Und so, als ein Beispiel und als ein Sinnbild, heraus- gehoben aus nationaler und zeitlicher Begrenzung und Einmaligkeit, wird das Wasa-Schauspiel heute in Deutschland empfunden und miterlebt.
In vier Akten, in zehn Bildern wird der Schick- falsroeg Gustav Wasas geschildert — aus tiefem Dunkel, aus Namenlosigkeit, Armut und Emfam- keit zum Befreier und geliebten, umiubelten Führer eine- Volkes. Er beflinnt feinen Weg als Der- femter und Verfolgter in einem unter der Fremdherrschaft seufzenden Lande. Alle sind 9e9en ihn, nicht nur der Landfeind, sondern auch die Lands- leute. Keiner will ihn hören, keiner ihm folg-n. Aber er glaubt an ferne Mission, er Zieht durchs Land und rührt die Trommel, er predigt und mahnt und rüttelt die trägen Herzen aus. Die Feigen und die Alten stoßen ihn Zurücks Aber. d'e Jungen und die Gläubigen werden wach. Erst lst es em em ziaer der an ihn glaubt und ihm durch alles Elend und alle Erniedrigung folgt, dann sind es br°i, dann 'ebn — auf einmal Fünftausend. Jetzt kann er den Kamps aufnehmen. Der Kamps 's -rb.tter aber Wasa gewinnt an Baden. D'e Welle schwi an- der Feind selber, mit unmenschlicher Gewalt- tat' treibt das schwedische Volk unter Gustaos Fad- neu Wasa enttäuscht seine Leute Nicht, er ist wahr- batt ein Führer der auch Riickschläge uberwmdet, der Schädlinge ausrottet, die Müden und Murrenden ^!j!>der ausrichtet, beschwichtig au,s neue en - stammt und zum Siege fuhrt. Und er leg,ihm deutlich, daß sich in «L^dkm er bem Sieg er t ntfdjeibenb ift. S^-ne des^Sch^ gab jch Schweben nicht


