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m.271 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)
Montag, (9. November (93^
Stahleck - die deutsche Zugendburg am Rhein
InSlStunden quer burchAmerika
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nen — in denen eine von uns allen miterlebte Ver-
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Die zweite Szene spielt auf Pinings Burg auf ?m Rucksack. Der Hase wird gespickt, gebraten und Island und schildert den Abschied von seiner „edlen Qegeffen unb a(5 man damit fertig ist, sagt Frau Hausehre Decke Witten; das Bild Dideriks beginnt jedermann: „Eigentlich war es ein sehr komischer nch. zu runden: es erscheint eine Persönlichkeit von ^ose den du da in Kroischen geschossen hast. Stell em ^ann Tat und der nahen bir Dor: Um seinen Hals hing ein Zettel mit den Wirklichkeit, aber auch ein Mensch voller Plane o acx »
ausgeschrieben Ihr Name ...'
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Hase, den du da in Kroischen geschossen hast. Stell
— lieber das in Ostafrika und
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ittag; 6,1 toveinber Kinimuii cm Ties 9. Noveik ),6 mm.
Federmann.
Don Hans Mebau.
Die Hasenjagd.
„Das ist mehr als zu viel", schüttelt der Lehrer den Kopf, „und bei wem hat es am meisten weh getan?"
„Merkwürdige Frage", sagt Federmann, „bei mir!"
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Nach abenteuerlichen Irrfahrten, die über zwei Jahrzehnte dauerten, ist nun der heute vierund- dreißigjährige Guiseppe Gigi in sein sizilianisches Heimatdorf in der Nähe bei Palermo zurückgekehrt. Nun schön — aber was geht diese Tatsache denn die breite Oefsentlichkeit an? — Gemach! Die italienischen Zeitungen haben sich ausführlich mit seiner Heimkehr beschäftigt und ihm obendrein sozusagen feierlich einen Ehrentitel verliehen:
„Guiseppe Gigi: Weltrekordler im Pech!"
Die Berechtigung zur Verleihung dieses Titel er- weisen die Blätter durch die Wiedergabe der Gigi- schen Erlebnisse; und wahrhaftig: dieser Heimkehrer ist der König aller Pechvögel und als solcher für die Welt weiß der Himmel nicht ohne Interesse! Man höre und staune!
Als Sohn armer Fischer wurde Guiseppe geboren und sollte natürlich ebenfalls Fischer werden; jedenfalls war er fürs Wasser bestimmt, weshalb man den zwölfjährigen Knaben als Schiffsjungen einem Segler zur Schulung übergab. Dieser Segler machte keine Fahrten hinaus auf ferne Weltmeere, sondern schlich gemächlich an den Küsten des Mittelländischen Meeres auf und ab. Aber auf der ersten Reise schon bewährte Guiseppe Gigi seinen .späteren Weltruhm als Pechvogel. Kaum versuchte er, wie das seine Aufgabe, zum ersten Male die Wanten zu entern, als er auch schon aus beträchtlicher Höhe a b st ü r z t e. Ihm persönlich geschah nichts, denn im Pech hatte er Glück: er sauste nämlich wie ein Meteor ausgerechnet auf den Kopf seines Steuermanns, der wie vom Blitz gefällt zusammensackte und ob der unvorhergesehenen Belastung seines Hauptes einen schweren Nervenschock erlitt. Das Ende für Guiseppe waren Prügel von unvorstellbarer Güte mit dem Tauende und ein
fahrern, Entdeckern, Bauern und Gottesmännern, handelnd von den weiten Fahrten und dem Weltblick unserer Väter und Urväter. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Diderik Pining aus Hildesheim, der, um 1470, ein gewaltiger Seeräuber, Seefahrer und Entdecker Amerikas vor Columbus war, auch Admiral und Statthalter des Dänenkönigs in den nordischen Meeren und Ländern zwischen Grönland und Sibirien; mit einem Wort, wie Blunck sagte, eine der größten Gestalten der europäischen See-
Federmann ist zur Jagd in Kroischen bei Hagenow gewesen. Als er zurückkommt, hat er einen Hasen
Ziffern 3,40 —"
„Was ist dabei?" zuckt Federmann die Achsel, war genau drei Uhr vierzig, als ich das Tier
Die Züchtigung.
Federmann lernt einen Junglehrer kennen. Der Junglehrer ist voll von neuen pädagogischen Grundsätzen. Zum Beispiel lehnt er unter allen Umständen ab, Kinder zu züchtigen.
„Auch wenn sie frech werden?" fragt Federmann.
„Auch, wenn sie frech werden", lächelt der Lehrer. „Wie ist es, haben S i e zum Beispiel in Ihrer Jugend viel Prügel bekommen?"
„Und ob", nickt Federmann, „von meinen Lehrern, von meinem Vater, von meiner Mutter, von meinem Großvater, von meinem Lehrherrn ..."
Der Stromlinienzug nach seiner Ankunft in Neuyork, nachdem er die Riesenentfernung Los Angeles-^- Neuyork in 56 Stunden 56 Minuten durchrast hatte — eine in der Geschichte der Eisenbahn unerhörte Leistung.
Zeitschriften.
Leben auf einer deutschen Farm über den Anbau von Kaffee und
gangenheit heraufbeschworen und auch der Blick in die nahe deutsche Zukunft gewendet wird. Die Hörerschaft dankte dem Dichter mit großem Beifall. — Eine zwanglose Zusammenkunft der Mitglieder beschloß am Abend die Zwanzigjahrfeier.
kaufen! wieder Fischer werden, wie es die Väter waren! — Leb wohl, Amerika! — Gigi fährt im Zwischendeck über den Ozean, landet in Neapel, dis Heimat ist nah. Um das Geld für eine Herbergs zu sparen, entschließt sich der Heimkehrer, in einem Asyl für Obdachlose zu übernachten — und dis Ausführung dieses Entschlusses kostet ihn mehr, als man ihm abverlangt haben würde für ein Appartement mit Bad im teuersten Luxushotel: in eben dieser ersten Nacht auf italienischem Boden stiehlt man Gigi seine gesamten Ersparnisse .. * — wer tat es? — Täter unbekannt! Zerrissen von Gram und Wut stürzt der Unglückliche zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Hier aber erklärt man ihm tief befriedigt, daß man schon lange auf ihn gewartet habe und er sich als — verhaftet betrachten dürfe! — Bestohlen und dazu verhaftet — wirklich ein hübscher Rekord! — Was hat er denn verbrochen? —: nun, in Amerika hat er in öffentlichen Versammlungen wilde Schmähreden gegen die italie- nische Regierung gehalten, und das wird ihm teuer zu stehen kommen! — Gigi weiß von diesem Verbrechen nichts, immerhin muß er Monate lang in Untersuchungshaft sitzen — dann erst stellt sich heraus, daß man ihn mit einem anderen Italiener gleichen Namens verwechselt hatte, und man läßt ihn frei.
Arm wie ein Hiob, pechverfolgt bis zum letzten Augenblick der Heimkehr ist nun Guiseppe Gigi in fein Heimatdorf nahe bei Palermo zurückgekehrt. Als letztes Ergebnis seiner jahrzehntelangen Irrfahrten muß er noch die Tatsache verbuchen und verarbeiten, daß niemand seiner Familie mehr am Leben ist, die männlichen Mitglieder, den Vater und die Brüder, verschlang ein nächtlicher Sturm während einer Fischfangfahrt ... Was hat er nun davon, daß die Zeitungen schreiben über seine Abenteuer und ihn sogar zum Weltrekordler im Pech ernannt haben? —: nur die flehentliche Herzenshoffnung, das Schicksal möge ihn fortan verschonen mit neuen Rekorden ...!
Sisal berichtet Dr. A. Herrlich in der neuen Nummer der Leipziger „I l l u ft r i r t e n Zeitun g". Die fesselnde Schilderung aibt einen lebensvollen Einblick in das Farmerdasein in der ehemaligen Kolonie. Die hervorragenden Aufnahmen zu betrachten, ist ein Genuß für sich. Ferner enthält dieses Heft noch reich illustrierte Beiträge über die Externsteine, ein altgermanisches Heiligtum, über die spanische Totenstadt, über einen Besuch im Botanischen Garten und über deutsches Volkstum in Südslawien. Ein Bildbericht von der internationalen Himalaja- Expedition läßt den gefahrvollen Kampf um die gigantischen Gipfel miterleben. Den Photofreund wird der mit guten Beispielen versehene Artikel „Wir photographieren Blumen" besonders interessieren. Dazu gibt es Kunstbeilagen, eine aktuelle Bildertafel, eine Modenschau und Bilder von den deutschen Bühnen.
Balladen und aus den „Deutschen Schicksalsgedichten": zunächst die „Ballade vom strandenden Mond", die, als merkwürdig vermenschlichtes Naturgedicht, ein wenig an die Welt der Blunckschen Märchen erinnert; die ftöhliche Ballade vom Paracelsus und feiner Begegnung mit dem Teufel; den „Bienen- Pfarrer", ein echtes Balladenmotiv, das übrigens in gewandelter Form auch bei Löns im „Wehrwolf" auftaucht; endlich, für die engeren Landsleute unter den Hörern, eine niederdeutsche Ballade „De dode Königin". — Den Ausklang bildete eine Gruppe der meist kurzen kulturpolitischen Gedichte — „Novembertag 1918"; „Frei wird mein Volk"; .^Jugend"; „Meine Erde"; „Auswandererschiff"; „Nimmer ver
Wirklichkeit, aber auch ein Mensch voller Pläne und Träume. Vom Politischen ins Menschliche ad- lenkend, ist die Szene mit Deike eine Schilderung von starker und lebendiger Wirkung. Auch die Gestalt der Frau rückt unmerklich näher, und sie spricht, in dieser Stunde des Abschieds, die gültigen Worte, so wie wohl auch noch heute Braut oder Frau zu den Ihren sprechen mögen, wenn die Männer Ab- schied nehmen und auf große Fahrt gehen von den St.-Pauli-Landungsbrücken.
Zum Schluß hörten wir die Schilderung vom wil- den Sturm über Pinings Kogge, manchem Binnenländer vielleicht nicht in allen seemännischen Einzelheiten und Fachausdrückeckn völlig verständlich; aber von starker Wirkung wiederum der Schluß, wenn Pining, nachdem der Sturm sich gelegt und der Nebel sich gelichtet hat, in den Schrei ausbricht: „Land voran!", den gewaltigsten Ruf in Dideriks Leben; so mögen einst die zehntausend Griechen nach endlosem Marsch das Meer gegrüßt zu haben.
Nach der Pause und nach einem zweiten Musik- Dortrafl des Rein-Quartetts las Blunck aus den
Der König aller Pechvögel
Die abenteuerlichen Erlebnisse eines Sizilianers.
Fußtritt des Käptens, der ihn für immer von Bord des Seglers beförderte.
Immerhin gelang es dem Jungen, auf einem andern Schiff unterzukommen. Im zweiten Kriegsjahr ist er schon Leichtmatrose auf einem Transportschiff, das die Bananenbeförderung als Geschäft betreibt Dies Schiff gerät eines Tages auf eine Treibmine, fliegt in die Luft — und die gesamte Besatzung mit ihm... Wieder hat Gigi Glück im Pech, denn er gehört zu den wenigen Mann der Besatzung, die mit dem Leben davonkommen. Aber er ist schwer verletzt; blutend treibt er stundenlang auf dem Wasser, auf einer Schiffsplanke ... Dann entdecken ihn Fischer und retten ihn.
Ein paar Jahre vergehen ohne besonders „pechöse" Ereignisse. Der Krieg ist zu Ende, und Gigi schwimmt im Golf von Mexiko auf einem Tankdampfer. Den überfällt plötzlich ein rasender Sturm, er kentert, geht unter. Glücklicherweise vermag ein in der Nähe befindlicher Passagierdampfer die Besatzung zu übernehmen — aber Gigi hat durch dies Ereignis all seine bescheidenen Ersparnisse verloren; als bettelarmer Landstreicher findet er sich plötzlich im fernen Amerika.
Nun geht die monatelange Wanderung als Vagabund, als Tramp durch die Staaten los, immer auf der Suche nach Arbeit, die sich dem Ausländer heftig verschließt. Von den Gehöften Hetzen ihn die Hunde, den blinden Passagier werfen die Zug- beamten der Eisenbahnen auf die Schienen, zweimal bricht Gigi dabei den Arm. Endlich scheinen sich die büftern Wolken zu lichten. Der Fremdling erhält Stellung, welch ein Glück, welch ein Glück! Er wird Laufbursche bei einem Trödler, das ist doch wenigstens ein Unterkommen... — Glück?—: Pech über Pech! Denn der harmlose Trödler ent-
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Die alte Hohenstaufenburg S t a h l e ck bei Bacharach am Rhein wird zur größten deutschen Jugendburg ausgebaut. Am 18. November wird der Grundstein für den Ausbau gelegt, der den im Bilde links sichtbaren Teil der Burg umfassen wird.
Goethe-Bund.
2tt Jahrfeier: Hans Friedrich Blunck.
Der Gießener Goethe-Bund kann in diesem Jahre oauf eine zwanzigjährige Tätigkeit zurückblicken. Der Wundesvorsitzende hat bereits vor einigen Tagen oaus diesem Anlaß hier über die Arbeit und über die Ziele des Bundes sich ausführlich geäußert. Zur Zwanzigjahrfeier in der Aula am Sonntagnachrnit- i:ag hatte man den Präsidenten der Reichsschriftturns- Pammer, Dr. Hans Friedrich Blunck, zu Gast gebeten.
Nachdem das Rein-Quartett der Veranstaltung einen würdigen und stimmungsvollen musikalischen Auftakt gegeben hatte, überbrachte Professor Dr. B i e t o r im Namen des Rektors dem Goethe- Bund die Glückwünsche der Landesuniversität. Die Beziehungen zwischen Goethe-Bund und Universität •eien ja nicht nur äußerlicher und räumlicher Art, lionöern beide verbinde — trotz verschiedenen Wegen und Arbeitsformen — der gemeinsame Dienst am geistigen Gut der Nation. Die Universität fei sich Llcher Gemeinsamkeit wohl bewußt. Die regelmäßig veranstalteten Dichterabende bildeten die eigentliche Krönung der Arbeit des Goethe-Bundes. Er, Prof, □ietor, lege als Literarhistoriker großen Wert auf d ie Berührung feiner Studenten mit dem lebendigen ; eistigen Leben der Nation. Die Arbeit des Goethe- Bundes, aus dem Umkreis bürgerlicher Kultur erwachsen, fei nötig gewesen gestern unö roerbe aud) morgen nötig sein: bie Universität wünsche dieser Arbeit für bie Zukunft alles Gute.
Hierauf betrat, von herzlichem Beifall begrüßt, Hans Friedrich Blunck bas Podium, der den Lesern des Gießener Anzeigers nicht nur in seiner weithin sichtbaren amtlichen Stellung, sondern auch zeit Jahren als freier Mitarbeiter aus vielen Beiträgen im Feuilleton gut bekannt ist. lieber seine Anfänge schrieb er selbst: „Es bleibt dabei: Er hat sich das Leben so umständlich wie möglich gemacht I nnfc hätte es gut haben können! Denn er wurde ur Freude seiner Eltern geboren und zu einem gehorsamen Kind erzogen, das seine Zeiten, den Zahnwechsel und später auch alle Schuljahre redlich inne- ielt. Bei feiner niederdeutschen Breite war aller« | üings absonderlich ein Trieb zu Gedichten; eine chöne Krankenschwester begeisterte den Knaben zu Chorälen, die Elbe öffnete ihm den Mund zu fchmerzlicher Lyrik und an schöne Schiffertöchter Blankeneses verhandelte er Balladen . .
Wer hätte das gedacht; es muß jedenfalls schon lange her sein, und Blunck hat inzwischen seinen guten Weg gemacht. Gestern las er nicht, wie ur- svrünglich geplant war, aus den Sagen und Legen- foen, sondern aus dem kürzlich erschienenen neuen Huche „Die große Fahrt", einem Roman von See
Der Kutscher als Sherlock Holmes.
Der berühmte Verfasser der Sherlock - Holmes - Kriminalgeschichten, Sir Arthur Conan Doyle, erhielt einst bei einem Aufenthalt in Paris einen Sen Beweis feiner Volkstümlichkeit. Conan » nahm am Bahnhof eine Droschke und zu seinem größten Erstaunen horte er, wie der brave Rosselenker ihn sofort mit seinem vollen Namen ansprach. Er fragt den Kutscher, woher er wisse, wer er sei. „O, ich las in den Zeitungen, daß der berühmte Conan Doyle von Marseille' nach Paris kommen würde, und als ich Sie eben sah, erkannte ich sofort, daß Ihr Haar von einem Friseur in Marseille geschnitten war und hier auf Ihren Schuhen sehen Sie noch ein wenig Straßenschmutz aus Lyon." Sir Arthur Conan Doyle war sehr stolz darauf, zu sehen, wie genau der Kutscher seine Werke doch kennen mußte, um mit Sherlock Holmes Methode sogar praktisch arbeiten zu können und aus den geringsten Einzelheiten sofort untrügliche Schlüsse zu ziehen. „Sind das die einzigen Zeichen, an denen Sie mich erkannt haben?" fragte Sir Arthur. Der Kutscher lächelte ein wenig ironisch vor sich hin, trieb fein Pferd an und wandte sich dann zu dem geschmeichelten Autor zurück: „Das nicht, auf Ihrem Koffer steht nämlich in dicken
puppt sich allmählich als der Anführer einer Bande und als ein Hehler wahrhaft klassischen Formats; nicht umsonst hat ihm die Unterwelt den Ehrennamen „Ritter mit der eisernen Faust" verliehen.
Es kommt denn auch, wie es kommen muß: Eines schönen Tages erscheint Polizei in dem Geschäft und will Gigis Arbeitgeber „hoppnehmen". Der „Ritter mit der eisernen Faust" zieht den Revolver, knallt einen der Beamten über den Haufen, erst nach wildem Kampf kann man ihn überwältigen und ad- schleppen. Er ist reif für den elektrischen Stuhl, versucht aber sich zu retten und behauptet, nicht etwa er habe den Polizisten niedergeschossen, das sei vielmehr fein höchst gefährlicher und bösartiger Laufbursche gewesen, ein berüchtigter Gangster. Gigi ist sprachlos — Gigi wird verhaftet, eingelocht — er hat keine Zeugen dafür, daß er unschuldig ist, denn die übrigen Beamten sind erst in den Trödel- laden hereingestürzt, als ihr Kollege schon tot am Boden lag — es sieht also so aus, als wolle das Schicksal mit dem Pechvogel Gigi Schluß machen. Bis das Pech sich in rettendes Glück wandelt: Im letzten Augenblick meldet sich ein Mann, der in dem Augenblick, da im Laden der tödliche Schuß fiel, hier vorüberfuhr und beobachtete, wie der Laufbursche brav nahe der Tür stand und einen alten Anzug klopfte. Diese eidliche Aussage, die Gigis Chef auf den elektrischen Stuhl brachte, war für den armen Pechvogel die Rettung.
Aber mit Stellung und Arbeit ist nun wieder Schluß. Hungernd und frierend begibt sich der Italiener von neuem auf auf die Landstraße und durchstreift das fremde Riesenland. Eines Tages schließt er sich einem Trupp von Goldgräbern an und pilgert mit ihm hinauf nach Alaska. Hier schuftet er sklavisch ein ganzes Jahr unter unerhör- ten Strapazen — aber er hat Glück, jawohl, der „vorbildliche" Pechvogel hat Glück, mählich rafft er Gold im ungefähren Wert von viertausend Dollar zusammen. O, er ist reich, er hat es in der Hand, seinen höchsten Traum zu verwirklichen: nach Hause! drunten in Sizilien ein winziges Häuschen
schossen hab'."
„Haha", lacht Frau Federmann, „aber hinter der Ziffer 3,40 stand das Wort.Mark'."
„Ich verstehe gar nicht, was du willst", sagt Feder- mann, „Kroischen bei Hagenow liegt doch in der Mark!"
I MYO lebhaft« ’ inbc der fonöina« | kältere n unb i leichtem i i es zu Einfluß' ter nicht
i Lange, lö. Lanc! n übrig« ans A ■ Theo!« i Deck nbrutfeti n.
h 25 ft ßf. mehl 515 ft'
934 M
fahrt.
Aus diesem Buche las der Dichter drei Kapitel: das Gespräch mit dem Abt Stefan, die Szene vor der großen Fahrt nach dem Westen, und die Schilderung des Sturmes auf Pinings Kogge zwischen! gebens' Grönland und Neufundland. Blunck liest ziemlich """ — schnell, in großen Absätzen, mit kurzen Atempausen, in einem etwas getragenen, manchmal leicht singenden Vortragston. Die erste Szene, zwischen Pining und dem Abt, war als Exposition nicht schlecht gewählt, sie wechselt zwischen Schilderung und Gespräch und führte den Hörer mit Bedacht in den ihm wohl zunächst etwas fernliegenden Umkreis der nordischen Seesahrerchronik ein, und allmählich gewann auch die den meisten kaum geläufige oder aar gegenwärtige Gestalt des Diderik Pining schärfere Umrisse — das Bild eines Mannes mit seiner bohrenden Sehnsucht ins Weite und Neue, mit einem starren, von mächtigem Willen gebannten Blick in die noch von Nebeln verhängte Ferne.


