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Litwinows Jungfernrede in Genf

reichen.

ent

Holland in der WirlschasMrisis.! zuwenden.

en gegen die Staatsautorität

Als die Königin die Verlesung ihrer Thronrede beendet hatte, erhob sich einer der ältesten Abgeord­neten, um die Monarchin mit dem gebräuchlichen Ruf:Es lebe die Königin" zu ehren. Ehe noch die übrigen Anwesenden in diesen Ruf einstim-

Sowjetdelegation unter Führung von Litwinow den Saal und nahm unter sehr schwachem Beifall den für sie vorgesehenen Platz ein. Einige Dele­gierte, darunter der Rumäne T i t u l e s c u, be­gaben sich zu den Bänken der Russen, um sie zu begrüßen.

Die Sowjetdelegation wurde dann von Präsident Sandler mit einer kurzen Rede begrüßt. Er bat sie, ihre Plätze in der Versammlung einzunehmen, was aber, wie mit einiger Heiterkeit selbst bemerkt wurde, die Russen inzwischen schon selbst getan hat­ten. Sandler betonte, daß die Sowjetunion nun­mehr alle Rechte und Pflichten eines Dölkerbundsmitgliedes erworben habe.

Litwinow war in einem hellgrauen Anzug er­schienen. Er sprach wie immer schnell und überstürzt in vielfach unverständlichem Englisch. Schon deshalb konnten seine Worte keine rednerische Wirkung haben. Litwinow dankte zunächst den Mächten, die sich um die Zulassung der Sowjet­union bemüht hatten, vor allem Frankreich, Eng­land und Italien, und machte den Versuch, der kritischen Stimmung der Versammlung durch eine Darstellung der Lage in Sowjetrußland entgegen­zutreten, die aber zweifellos starkem Widerspruch begegnen wird. So behauptete er, daß sich die

Eröffnung der niederländischen Generalstaalen.

Kommunisten provozieren einen Zwischenfall durch Anpöbelung der Königin.

Die mamstischen Llmsturzpläne in Spanien.

Nach Ermordung des Staatspräsidenten und der Minister war die Ausrufung der Diktatur des Proletariats geplant.

gestört.

Keine ungeteilte Freude in Paris.

Paris, 19. Sept. (DNB.-Funkfpruch.) Die fran­zösische Presse, soweit sie mit dem Eintritt Rußlands in den Völkerbund einverstanden ist, wertet sie als Friedensfaktor. Die Erklärung Litwinows wird in diesem Sinne unterstrichen. Der regierungsfeindliche Petit Parifien" schreibt, alles lasse vermuten, daß die russischen Absichten nicht heuchlerisch seien. Um die Möglichkeit zum Unterminieren und Zerstören au haben, hätte der kommunistische Staat nicht in den Völkerbund einzutreten brauchen. Das unge­heuere Rußland wolle die Selbsterhaltung und damit den Frieden. Dies gehe auch aus der ersten Rede Litwinows hervor. Der Händedruck, den Lit­winow beim Betreten des Saales Barthou bot, sei als Zeichen des Dankes und des Versprechens der Mäßigung zu deuten. Das nationalistischeEcho de Paris", das von dem Eintritt Rußlands an sich nicht entzückt ist, billigt ihn außenpolitisch. Es schreibt, die Aufnahme Rußlands gehöre, so mißlie­big sie auch in mehrfacher Hinsicht sei, in den fran­zösischen Plan, Deutschland vom russischen Hinter­land zu trennen.Ordre" sagt, der Völkerbund habe eigentlich nur demokratisch regierte Völker umfassen sollen. Er begnüge sich jetzt mit der bescheidenen, aber nützlichen Aufgabe, der Verhütung von Krie­gen, ohne deshalb das Ende der Kriege zu prokla­mieren. Unvermeidlich sei es gewesen, die Poli­tik des Gleichgewichts und der Bünd­nisse wieder hervorzuholen. Die royalistische Action Francaise" wendet sich gegen eine falsche Wiederaufnahme der Politik Delcassts. 1890 habe Frankreich keine anderen Verbündeten als das zaristische Rußland gewinnen können, da es weder Polen noch die Kleine Entente gegeben habe. Ein Spiel mit zuviel Bällen sei niemals zu empfehlen.

Gegen die Uebersetzung im Bankgewerbe

Von unserer Berliner Redaktion

Das Geheimnis in den Llrwäldem des Amazonas.

Oie Abenteuer des »letzten Ueberlebenden".-Zweifel in der deutschen presse. - Sensationshascherei des Muterbüros.

Heimkehr der deutschen Himalaja-Expedition

Oie ersten Berichte der Ueberlebenden.

Der Völkerbund habe sich durch Sowjetrußlands Eintritt sehr wesentlich vergrößert. Der heutige Tag eröffne neue Möglichkeiten und sei eine Bestätigung dafür, daß der Völkerbund der Vervollstän­digung zu strebe, die stets ein wichtiges Ziel bleiben müsse. Er bitte die Russen, am Friedens­werk des Völkerbundes mitzuarbeiten.

Daraufhin bestieg der erste russische Delegierte, Volkskommissar Litwinow, die Rednertribüne. »Er wurde mit mäßigem Beifall begrüßt. Die Ju­piterlampen wurden für die Photographen einge­schaltet, und Litwinow stand, als er seine Rede be­gann, im grellsten Lichtkegel.

Madrid, 19. Sept. (DNB.) lieber den vor kur­zem aufgedeckten Waffenschmuggel der spa­nischen Marxisten und ihre Umsturz- pläne brachte die Madrider ZeitungInforma- ciones" weitere Mitteilungen, nach denen die Mar­xisten einen völlig durchgearbeiteten Plan hatten, Die Revolution sollte am Tage der Ueberführung der beiden zur Zeit der Monarchie im Jahre 1930 erschossenen revolutionären Offiziere Galan und Hernandes nach Madrid ausbrechen. Der Hauptschlag war festgesetzt für den Augenblick der öffentlichen Trauerfeier, an der der Staatspräsident und sämtliche Kabinettsmitglieder teilnehmen sollten. Angesichts einer erhofften Teilnehmerzahl von 300 000 bis 400 000 Arbeitern, die zum größten

Auf die Aufblähung des Bankenapparats in der Inflationszeit ist keineswegs eine entsprechende Rück­bildung gefolgt. Zwar hat nach der Kreditkrise ein großes Bankensterben begonnen. Aber wenn auch zahlreiche Kreditinstitute, die nicht mehr lebens­fähig waren, ihre Schalter schlossen, so haben ande­rerseits die Umstellungen der Wirtschaft und die Notwendigkeit, ihr durch Stützungsmaßnahmen zu Hilfe zu kommen, zur Neugründung zahlreicher Banken geführt. Dor allem hat sich das öffentlich, rechtliche Bankwesen in ungeahnter Weis« entwickelt. Seit der Vorkriegszeit ist die Zahl deröffent. lich-rechtlichen Kreditinstitute, zu de­nen man außer den Staatsbanken und Landesban­ken auch die Girozentralen, Kommunalbanken, Spar- kosten u. a. m. zählen muß, von 205 auf 3149 ge­stiegen. Sie hat sich also mehr als verfünf- z e h n f a ch t. Auch die Zahl der genossen- schaftlichen Banken hat sich von 18557 im Jahre 1913 auf 21415 im Jahre 1932 erhöht.

Der ungeheuren Ausdehnung der öffentlichen Banken gegenüber konnte es nicht von ausschlag­

gebender Bedeutung fein, daß die Zahl der pri* oaten Kreditbanken, zu denen vor allem die großen Aktienbanken zu zählen sind, von 352 auf 220 gesunken ist. Diese Verminderung M größtenteils durch Fusionen zustande gekommen, die nicht zu einer entsprechenden Verminderung des Apparates, der Bankfilialen ufw. geführt haben. Bedeutungsvoller ist freilich, daß die Zahl der Privatbankiers feit der Vorkriegszeit van 1221 auf 709 zurückgegangen ist. Aber auch das fällt gegenüber der Ausweitung des öffentlichen Bankwesens nicht schwer ins Gewicht. Beweis dafür ist schon allein die Tatsache, daß die Zahl 6er Bankzweigstellen (Depositenkasten ufw.) bei den Pr, Daten Banken insgesamt von 2506 auf 3125, bei Den öffentlich-rechtlichen Banken aber von 52 auf 51® (und zwar ohne Einrechnung der Sparkassenzweig' stellen) gestiegen ist. .,

Es unterliegt hiernach keinem Zweifel, daßi Die Feststellung einer starken Übersetzung des deutschen Bankenapparats durch die Banken-Enquöte durch' aus den Tatsachen entspricht. Dabei ist es vollkoM'

men konnten, hatte der aus Nie-derländisch-Jndien lammende kommunistische Abgeordnete der zweiten Kammer R u st an Effendy die Worte:W e g mit der Königin" in den Saal geschrien. Aller Anwesenden bemächtigte sich eine große Erre­gung. Mehrere Kriminalbeamte stürzten sich so­fort auf den Kommunisten und warfen ihn zum Saal hinaus. Auch die beiden anderen kommunistischen Abgeordneten der 2. Kammer wur- den schleunigst aus dem Saal geführt. Die übrigen Anwesenden stimmten begeistert in den. RufEs lebe die Königin" ein und fangen daraus die Na­tionalhymne. Auch auf den Straßen mußte die Polizei mehrfach kommunistische Ansammlungen zer­streuen.

Reichsdeutsche Jugendliche von tschechischen Behörden verhaftet.

Prag, 18. Sept. (DNB.) Auf der Rückreise vom Nürnberger Parteitag wurden am 12. September die deutschen Reichsangehörigen Eugen und Gertrude Seiffert-Beißenber- ger, die Kinder eines Budapester reichsdeutschen Journalisten, auf dem Bahnhof in Eger verhaftet und in Polizeiarreft gebracht. Ger­trude Seiffert ist 13 Jahre al t, Eugen Seiffert 17 Jahre alt. Das Mädchen wurde, nachdem es eine Nacht im Polizeiarrest verbracht hatte, ohne überhaupt vernommen worden zu fein, wieder aus der Haft entlassen. In demselben Polizeiarrest, in dem sich das Kind über Nacht be­fand, waren auch Zuhälter und Prosti- tuierte untergebracht. Eugen Seiffert wurde dem Kreisgericht in Eger vorgeführt. Er befindet sich heute noch im Gefängnis. Als Grund für die Verhaftung wurde angegeben, daß in d e m G e - päck der Geschwister Seiffert zwei Unifor­men d e r Hitlerjugend, einige Leitun­gen, Briefe, Drucksachen und Aufnah. m en vorn Parteitag vorgefunden wurden. Der deutsche Gesandte in Prag, Dr. Koch, hat wegen der Freilassung des noch in Haft befindlichen Eugen Seiffert sofort die nötigen Schritte beim Prager Auswärtigen Amt unternommen.

Sprachen erscheine.

Die Voraussetzung für Rußlands Mitarbeit und Zusammenarbeit mit den anderen Staaten in Genf mütje der Grundsatz der Richtein- Mischung In die inneren Angelegenheiten eines Staates sein. Jeder Staat müsse das Recht haben, sich nach seinen Vedürfnissen zu entwickeln. Rußland sei hier der Vertreter eines neuen Systems vor allem auf dem Gebiete der Wirtschaft. Sowjetrußland werde auch in Zukunft auf keine seiner Besonderheiten ver­zichten.

Litwinow sprach dann von Rußlands Arbeit für den Frieden. Dor 15 Jahren, als der Völkerbund gegründet wurde, habe man sich die gegenwärtige Lage noch nicht vorstellen können. Jetzt aber sei der Krieg die Gefahr von heute. Der Völkerbund müsse sich der Organisation des Krieges entgegenstellen. Jeder Staat müsse wissen, daß ein

Schwaches Echo.

Als Litwinow seine Rede geendet hatte, war der Beifall etwas stärker als am Anfang, aber immer noch erheblich unter dem Durchschnitt. Obgleich die meisten Delegationen und die Tribünenbesucher zweifellos nur zum geringen Teil die Rede verstan­den hatten, verließ doch alles Den Saal, als die Uebersetzung der Litwinowrede begann. Nur ganz wenige Delegationen hielten bis zum Schluß auf ihren Plätzen aus, so daß die russische Delega­tion schließlich fast allein zwischen leeren Bänken saß. Sobald Die Uebersetzung beenDet war, schloß Der PräsiDent Die Sitzung. Die russische Delegation fuhr Diesmal im Auto auf normalem Wege ab, wobei einige Anhänger Des Sowjetfystems, meist junge Burschen, klatschten. Auch einige Gegen­rufe waren zu hören. Die OrDnung wurDe aber nicht

Teil bewaffnet fein sollten, sollten Der Staats- präfiDent unD sämtliche Kabinetts- m i t g I i e D e r ermordet roerDen. Dies wäre Das Zeichen gewesen für Die offene Erhebung Der anroefenben Arbeitermaffen, Die Den Leiter DerAllgemeinen Arbeiterunion", Den ehemaligen fozialDemokratischen Minister Largo Caballero, auch Derspanische Lenin" genannt, zu ihrem Führer ausgerufen hätten. Die­ser war beauftragt, dann sofort die Errichtung

In Genua sind mit dem MotorschiffVictoria" die Ueberlebenden der deutschen Himalaja- Expedition eingetroffen. Nach Erklärungen Dr. Schneiders an italienische Journalisten hat die Expedition eine Höhe von 7899 Meter erreicht. Sie ist somit dem Gipfel des Nanga Parbat (8150 Meter) sehr nahe gekommen. Der Aufstieg wurde in acht Einzelabschnitten bewältigt, bis sich das Unglück, dem vier Leute der Expedition und einige Träger zum Opfer fielen, ereignete. Prof. Mer kl, Dr. Wieland und Dr. S ch n e i d e r waren die ersten, die die Höhe von 7899 Meter erreichten und dort das achte Lager errichten woll­ten. Aus diesem Grunde begab sich Dr. Schneider nach dem 7. Lager zurück, um die Träger herbeizuholen. Als er kaum im 7. Lager eingetroffen war, brach ein Unwetter von ungeheurer Ge­walt aus der Tiefe zu den höher gelegenen Regio­nen herauf. Sogleich habe man vom 7. Lager an Merkl und Wieland gefunkt, sie sollten sich nicht von ihren Plätzen entfernen, bis das Unwetter vor­bei fei. Aus dem 8. Lager fei aber keine Antwort gekommen. Entweder fei dort das Funkgerät be= chädigt ober die beiden bereits ein Opfer des Un­wetters gewesen.

Die Heb erlebenden der Expedition sind in Mün­chen eingetroffen. Neben den Angehörigen der heim­kehrenden Teilnehmer und den trauernden Eltern Welzenbachs und Drexels hatten sick nur Vertreter der Reichsbahn eingefunden, um In schlich­ter Weise die Expedittonsteilnehmer Aschen-

brenner, Schneider, Bechtold, Dr. Fin- sterwalder, Hieronymus, Mühlritter, Dr. Be r n ha r d, Raechl und Dr. M i s ch zu begrüßen. Einem Vertreter des VB. gegenüber be­richteten die Fahrtteilnehmer von den Schicksalen der Expedition seit den verhängnisvollen Julitagen Sie teilten mit, daß, als der Abmarsch begann, nicht der geringste Unfall mehr zu beklagen war. Sehr anerkennend äußerten sich die Teilnehmer über Die freunDliche unD tatkräftigste Unter st ützung Der engli schen BehörDen in DarDjeeling, die sie übrigens überall gefunden haben. Alle Expeditions­mitglieder sind voll des Lobes über die Teilnahme, die ihnen von den Engländern in Indien allent­halben entgegengebracht wurde. Anderseits erklär­ten auch die britischen Behörden, die Form und Art der Abwicklung, wie sie von der Expedition mit Den Trägern vorgenommen wurde, als beispiel­gebend. Nicht genug konnten sich Die Teilnehmer der Expedition im Lob Der wackeren DarDjee- lingleute tun. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition sind unabhängig vom unglücklichen Ausgang des Unternehmens bedeutend. Dor allem waren wir, so erzählten die Heimgekehrten, in Der Lage, nachzuweisen, daß die photogrammetrische Methode Der Geländeaufnahme, die wir verwen­deten, eben tatsächlich geeignet ist, auch in dem un­übersichtlichen und schwierigen Gebiet erstklassig« Ergebnisse zu erzielen. Die Teilnehmer sind über­zeugt, daß das Unternehmen vom wissenschaftlichen StanDpunkte aus ein voller Erfolg war.

bald wieder in Die Stille Des Urwaldes, wo er sich am wohlsten fühle."

DieDAZ." fährt Dann fort:Ganz ähnlich, si, in Den Hauptpunkten sogar völlig gleich, lautet die Nachricht, Die jetzt Reuter Der Welt ovrsetzt. Und das macht stutzig. Zudem muß betont werden, daß die Wissenschaft von einer Expedition des von Huth geschilderten Ausmaßes nichts weiß, und daß ihr auch Der Führer mit Dem seltenen Namen Schulze nicht geläufig ist. Wir haben im Lauf der Jahrzehnte eine unenDliche Fülle von Pioniertaten Deutscher Männer miterlebt, haben ihr mutiges Vor­dringen in Das Eis Der Arktis unD Der Antarktis ebenso wie in Die heißen Aequatorialzonen Der alten unD Der neuen Welt mit BewunDerung verfolgt. GeraDe aber wegen Dieser Deutschen GrünDlichkeÜ Der Forschung unD der Kritik an ihr sollte man solchen Nachrichten gegenüber größte Zurück» haltung bewahren und abwarten, bis eine wirk­lich einwandfreie und klare Berichterstattung vor- liegt.

DieKreuzzeitung" bemerkt zu Der Deuter-Mel­dung:Das Auffallende ... bei der ganzen Ange- legenheit ist die Tatsache, daß in Deutschland von einer so großen Expedition deutscher Wissenschaftler nach dem Amazonas nichts bekannt ist, und daß sogar von Dr. Huth genannte Namen in wissen­schaftlichen Kreisen fremb sind. Zum mindesten muß man also dieser ein wenig zu sehr nach Sensa- tionshascherei klingenden Meldungen des englischen Nachrichtenbureaus Reuter mit aller ge« botenen Vorsicht gegenübertreten."

Zu Der gestern mitgeteilten sensationell aufge­machten MelDung Des englischen Reuterbüros aus Quito (EcuaDor) über Die angebliche Vernichtung einer Deutschen ExpeDition in Den Dschungeln Des Amazonas unD über Die abenteuerliche Rettung Des einzigen UeberlebenDen Dr. Hermann Huth Durch eine Eingeborene finDen sich jetzt in Der Deutschen Presse Kommentare, welche Die englische MelDung unD Den Bericht Des Dr. Huth in einem mehr als merEroürDigen Licht erscheinen lassen. So erinnert dieDeutsche Allgemeine Zeitung" in diesem Zu­sammenhang daran, daß man vor genau, einem Jahr Die gleiche Geschichte gelesen habe: Damals kam Dr. Huth plötzlich aus Dem UrroalD unD gab einem Mitarbeiter Des ,Ielegrafo eine eingehenDe SchilDerung von feinen furchtbaren Leihen im UrroalD. Mit 23 Kamerahen war er 1924 aufgebrochen, um Den geheimnisvollen Mebizinmännern am Amazonenftrom ihre Rezepte abzulauschen. Sie rourhen von feinbfeiigen Einge­borenen, Den Borras, überfallen und bis auf ihn sämtlich niederaemetzelt. Huth erzählte, wie er Zeuge war, als man den Botaniker und Führer der Expedition, Dr. Otto Schulze, zer­stückelte. Nur die Zuneigung einer kleinen Indianerin habe ihm (Huth) das Leben ge­rettet. Sie habe ihn zum Gatten erkoren, und er habe sie lieben und schätzen gelernt. Mitten unter den Indianern lebend, sei er jahrelang ganz einer der ihren gewesen und vieles von ihren geheim­nisvollen Pflanzen und Arzneimitteln habe er sich zu eigen gemacht. Nun wolle er nicht mehr für immer in die Kulturwelt zurückkehren, sondern sehr

Die Thronrede der Königin.

Haag, 18. Sept. (DNB.) In der üblichen feier­lichen Weise fand am Dienstagmittag die Eröffnung der neuen Sitzungsperiode der Niederländischen Ge­neralstaaten statt. Königin Wilhelmina be­gab sich hierzu zusammen mit der Thronfolgerin, Prinzessin Juliana, und in Begleitung des Hof­staates von ihrem Palais am Noordeinde in der mit acht Pferden bespannten traditionellen Hof­kutsche, der Kavallerieabteilungen voranritten und folgten, durch die von Militärabteilungen abge-- sperrten Straßenzüge zum Rittersaal. Die Königin wurde dort von den Vertretern beider Kammern zu dem inmitten des Saales aufgestellten Thron geleitet.

Nach kurzer Begrüßung her im Saal versammel­ten Mitglieher her Regierung, hes Diplomatischen Korps unb hes Parlaments schritt die Königin zur Verlesung der Thronrede, wobei sie zu­nächst ihren tiefempfundenen Dank für das ihr aus allen Kreisen her Bevölkerung anläßlich des Hin- scheidens der Königin - Mutter und des Prinz-Gemahls zuteil gewordene Mitgefühl zum Ausdruck brachte.

In der Thronrede wird sodann einleitend betont, daß auch Holland die Folgen bergeiftigen unb wirtschaftlichen Krise, von der die ganze Welt ergriffen wurde, zu spüren bekomme. Die Entwicklung des Wirtschaftslebens in Holland, wie in Niederländifch-Jndien gebe z u großen Besorgnissen Anlaß, die um so schwerer wirken müßten, als im Hinblick auf die Verhältnisse in denjenigen Ländern, mit denen Holland wirt­schaftlich am engsten verbunden sei, noch weitere Schwierigkeiten zu befürchten seien. Weiter wird in her Thronrede mit großer Besorgnis festgestellt, daß beinahe überall die Tendenz zur Ver­stärkung der militärischen Rüstungen wieder aufgelebt sei. Obwohl die niederländische Regierung ihr möglichstes zur Einschränkung dieser Bestrebungen tue, halte sie sich doch auch ihrerseits für verpflichtet, bei ihren auf die Landesver­teidigung gerichteten Maßnahmen dieser Ten­denz Rechnung zu tragen. Im Innern werde die Regierung ihre volle Aufmerksamkeit der Wah­rung der sittlichen Kräfte des Volkes und der Stärkung der Einheit her Na - tion, zugleich aber auch der Abwehr von

Spanien zu erklären.

Das genannte Blatt schreibt, diese Plane feien der Regierung bekannt gewesen, weshalb sie die Ueberführung her sterblichen Ueberrefte her beibenMärtyrer her Revolution" nach Mahrid unb ihre feierliche öffentliche Beisetzung in her Hauptstaht verboten habe. Jrn Zusammenhang mit her gerichtlichen Untersuchung hes Waffen­schmuggels würbe hie Verhaftung von zwei portugiesischen Staatsangehörigen bekanntgegeben. Einer her beiben Verhafteten ist ein ehemaliger portugiesischer Mi n i » st e r, her hem heutigen Regime in Portugal feind- ich gegenübersteht unb angeblich umstürzleri- s ch e Pläne hegt. Die Vermutungen, wonach spa­nische Politiker her Linken hie portugiesischen Re­volutionspläne gefördert unb hurch Waffenlieferun­gen unterstützt hätten, sinh bisher ohne Dementi geblieben. Die Regierung hat eine strenge Uederwachung her Küste angeorbnet unb zwei Torpebobootszerstörer an bie Küste von Astu­rien beorbert mit bem Auftrag, ben an hem auf» geheckten Waffenschmuggel beteiligten spanischen DampferTurquefa" aufzubringen, der sich an- fer war beauftragt. Dann sofort Die tr r r i ch t u n g.gedlich noch in den nördlichen Gewässern auf» der Diktatur d e s Proletariats in ganz! halten soll.

Rassen und Völker in der Räteunion frei wickeln und ihrer Kultur gemäß leben könnten. Es gebe in her Sowjetunion kein Vor­urteil gegen Rassen ober Nationen, unb es gebe auch keine Mehrheit unb keine Minderheit, da Gleichberechtigung herrsche. Die Sowjet­union habe sogar Nationen, bie im Verschwinden waren, wieder zum Leben erweckt. Ein Zeichen für hie russische Toleranz unb für bie Vielseitigkeit bes russischen Völkerlebens fei bie Tat­sache, baß bie russische Presse in fünfzig

Krieg nicht mehr örtlich begrenzt werben könne, unb baß auch bie neutralen Staaten schwer unter ihm leiden würden. Noch immer seien die furcht­baren Wirkungen bes Weltkrieges nicht überwunden. Deshalb müßten verstärkte Sicherheits­garantien verlangt werden. Freilich kenne niemand fo gut wie er die Grenzen, die der Frie- densficherung des Völkerbundes gesteckt feien. Aber bei gutem Willen lasse sich unter Mitwirkung der Sowjetunion zweifellos auch hier ein Erfolg er-