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men gleichgültig, welche Verschiebungen unter den einzelnen Zweigen und Gruppen im Bankwesen einaetreten sind. Die Hauptsache ist, daß sich der gesamte Kreditapparat wesentlich ver­größert hat, obwohl Wirtschafts- und Kreditoolumen sicherlich kleiner sind als in der Vorkriegszeit. Selbst bei vorsichtiger Schätzung wird man zu dem Ergeb­nis gelangen müssen, daß die von der Gesamtheit der Banken verwalteten Kreditmittel heute um min­destens 25 Prozent geringer sind als im Jahre 1913. Der Einlagenbestand bei sämtlichen privaten und öffentlichen Kreditinstituten z. B. betrug im letzten Dorkriegsjahr 55,7, im Jahre 1933 dagegen nur 41,4 Milliarden Mark.

Um dieser Uebersetzung des Kreditapparats, der mit einer Verschwendung von Kosten verbunden ist und darum zu einem erheblichen Teil als Leer­lauf angesehen werden muß, Schranken zu setzen, ist jetzt eine Sperre für die Neugründung von Banken aller Art angeordnet worden. Sie ist zunächst bis zum 31. Dezember 1936 be­fristet. Bis zu dieser Zeit dürfen weder neue Geld­institute gegründet, noch von bestehenden Instituten neue Zweigstellen errichtet werden. Nur in drin­genden Fällen kann der Reichswirtschaftsminister bzw. der Reichsernährungsminister, wenn es sich um landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften han­delt, Ausnahmen zulassen. Auf diese Weise wird zum mindesten eine weitere Aufblähung des über- setzteu Kreditapparats verhindert werden. Es war

namllch zu befürchten, daß die in letzter Zeit ein­getretene Belebung der deutschen Wirtschaft im Verein mit dem weitverbreiteten Wunsche, Produk- tionssteigerungen durch Kredite zu finanzieren, eine neue Welle von Bankgründungen und Bank­erweiterungen hervorbringen werde. Dem ist jetzt, in Uebereinstimmung mit den aus der Banken- Enquete sich ergebenden praktischen Folgerungen durch die Sperrverordnung ein Riegel öorgeschoben worden.

Die Sperre ist freilich nur als eine Ueber- gangsmaßnahme anzusehen. Sie gibt der Reaierung die erforderliche Zeit, um das Zu­la s f u n g s v e r f a h r e n zum Bankgewerbe endgültia zu regeln. Indem sie verhindert, daß in der Zwischenzeit die Uebersetzung der Ban­ken, die bekämpft werden soll, noch weiter um sich greift, sichert sie auch die Existenz der bestehenden Banken. Es ist daher begreiflich, daß der Erlaß der Verordnung eine Aufwärtsbewegung der Kurse der Bankaktien ausgelöst hat. Denn die Verhinde- rung neuer Bankgründungen bedeutet eine Der- besserung der Rentabilitätsaussichten der bestehen­den Bankunternehmungen, die bisher wegen der starken Uebersetzung zum großen Teil recht niedrig eingeschätzt wurden. Auch von diesem Gesichtspunkte aus ist die Sperrverordnung ein weiteres Glied der großen wirtschaftlichen Sanierung, die den Kreditapparat leistungsfähiger machen und dadurch eine Verbilligung der Kreditzinsen ermöglichen soll.

sehen und größte Abscheu erregt. Der preußische Ministerpräsident hat wegen der tierischen Ro­heit, mit der der Mord ausgeführt wurde, von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch ge­macht. Wer in so brutaler Weise ohne jede Veran­lassung einen Volksgenossen, der seinem Volke wert­volle Dienste, insbesondere auch in der national­sozialistischen Bewegung geleistet hat, niedermetzelt, schließt sich damit aus der Volksgemeinschaft aus und kann auf einen Gnadenbeweis nicht rechnen. Mit der Hinrichtung hat der an dem Amtswalter Elsholz am 18. Juni d. I. begangene Mord feine verdiente Sühne gefunden. Die Hinrichtung fand im Hof des Elbinger Landgerichtes statt.

Der einsame Tote an der Felswand.

Bei einer Klettertour auf die Südwand der Scharnitzfpitze im Wettersteingebirge machte ein österreichisches Geschwisterpaar eine schaurige Ent­deckung. Auf einer kaum sitzflächengroßen Stein­platte stand, zur Wand gekehrt, ein Mann, der tot war. Seine mageren Hände krampften sich um einen Mauerhaken, im Haken hing ein Seilstück, das den Körper an der Wand hielt. Keine äußere Verletzung war an der noch nicht entstellten Leiche zu sehen. Das völlig eingefallene Gesicht ließ auf einen Tod durch Erschöpfung schließen. Die Geschwister verständigten sofort die Behörde. Dar­auf wurde der Tote geborgen. Es handelt sich um einen Münchener Studenten. Die Ursache des Todes ist bis heute unbekannt. Nach Ansicht der Aerzte ist der Mann, wie dasGarmisch-Partenkirchener Tagblatt" meldet, langsam verhungert und schließlich an Entkräftung gestorben. Der Tod dürfte am Tage vor Auffindung der Leiche einge­treten sein.

Riefenbrand In Alaska. Fast die ganze Stadt Rome zerstört.

Im Regierungs- und Geschäftsviertel von Nome (Alaska) ist ein Brand ausgebrochen, der mit großer Schnelligkeit um sich griff. Fast sämtliche Häuser der Stadt sind zerstört worden. Sie bestan­den fast ausschließlich aus Holz. Nome selbst wurde durch das Goldfieber in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts weltbekannt. Wie der Untersuchung zu entnehmen ist, dürfte der Brand durch Funkenflug aus einem Schornstein verur­sacht worden sein. Bei dem Unglück sind zwei Per­sonen ums Leben gekommen. Die Bevölke­rung ist bei den Regierungsstellen vorstellig gewor­den, damit angesichts des herannahenden Winters möglichst rasch Nahrung und Obdach geschaffen wird. Besonders vordringlich ist die Ernährungs- frage, da alle Lebensmittelvorräte durch das Feuer zerstört worden sind.

Zwölf Verschwörer in Guatemala hingerichtet.

In Guatemala wurden 12 Beteiligte an der radikalistischen Verschwörung, die am 11. Septem­ber aufgedeckt worden war, erschossen. Das Kriegsgericht hatte sie zum Tode verur­teilt. Sie hatten Anschläge auf hohe Re­gierungsbeamte, darunter den Präsidenten Ubico, geplant. Außerdem sollten besonders Banken und Privathäuser geplündert werden. Die Polizei, die mehrere Monate hindurch das Treiben der Verschwörer beobachtet hatte, fand im Hause des Rädelsführers Waffen, Munition und Bomben. Die Hingerichteten find größtenteils ehemalige Politiker.

Der Saar-Abstimmungskalender

Ein Beitrag znm Saar-Winterhilsswerk.

Berlin, 15. Sept. (DNB.) Bereits vor einigen Tagen wurde auf die großzügige Aktion hingewie- en, die mit dem Saar-Abstimmungs­kalender zugunsten des Winterhilfswerks an der Saar eingeleitet ist. Hundert Tage läuft der Kalender, und 100 Tage vor der Abstimmung sollen dem treuen Gedenken an die Saar gelten!

Der Abstimmungskalender, der am 5. Oktober in jedem deutschen Arbeitsraum hängen soll, ist in seiner künstlerischen wie inhaltlichen Aufmachung ein Meisterwerk, an dem alle Beteiligten gern, freudig und selbstlos mitgearbeitet haben. 100 Blatt erzählen vom deutschen Saarland, dem Saarvolk, der Saarwirtschaft, erzählen von den tausend und aber tausend Fäden, die die Saar mit dem Reich verknüpfen. Bild und Text zeigen die völkische, po­litische und wirtschaftliche Verbundenheit des Saar­landes mit dem Reich.

Der Kalender ist vom ersten bis zum letzten Blatt ein wertvolles Aufklärungswerk, das den Willen der Saardeutschen kundtut: Das deutsche Saarland zurück zum Reich! Er gibt ein anschauliches Bild von dem Leben und Schaffen an der Saar. Zahlreiche selten schöne Naturauf­nahmen sind zerstreut über die 100 Blatt, Kleinode deutscher Naturschönheiten, die 15 Jahre hindurch vom Mutterlande getrennt waren. Das Leben an der Saar ist in all seinen Sitten und Gebräuchen geschildert.

Der Kalender ist in jeder Buchhandlung zu haben. Preis 1 Mark. Jeder deutsche Volksgenosse bringt sein Saaropfer durch Erwerb des Kalenders! In jedem deutschen Arbeitsraum soll am 5. Oktober ein Abstimmungskalender hängen!

Das Arbeiisprogramm -er Reichstagung der Deutschen Christen.

Berlin, 18. Sept. (DNB.) Die kirchenamt­liche Pressestelle teilt mit: Weite Kreise blicken voller Erwartung auf die bevorstehende Reichstagung der Deutschen Christen in Berlin. Das organisatorische Ziel der Bewegung, aus der Zerrissenheit der evangelischen Kirche in 28 verschiedene Landeskirchen eine einheit­liche Deutsche Evangelische Kirche zu schaffen, ist in Erfüllung gegangen. Es ist selbst­verständlich, daß außer dem äußerlichen kirchlichen Verwaltungsaufbau auch die Fkagen behandelt werden sollen, die unsere Zeit an die Kirche der Gegenwart stellt. So ist vorgesehen, daß die theolo­gische Arbeit auf der Reickstagung am 21. und 22. September durch eine oesondere theolo­gische Tagung sichtbaren Ausdruck finden soll. Grundsätzliche Darstellungen über den Glau­ben und die Theologie des National­sozialismus sollen gegeben werden. Auf der geschichtlichen Grundlage wird auch die apologetische Abgrenzung von Mystik und Glauben, Mythos und Offenbarung, artechtem Christentum und Mis­sion, ökumenischer Frage und deutschen Christen usw. behandelt. Für den Gemeindeaufbau sollen das G r o ß st a d t p r o b l e m, das Problem der Kirche auf dem Lande in ihrem Ver­hältnis zum Volkstum und Brauchtum, die Feier­stunde als Quelle der inneren Erneuerung der

Kirche, das Jugend-, Männer- und Frauenwerk, die innere Mission, die landeskirchliche Gemeinschaft u. a. aus der Dienstverpflichtung der Deutschen Christen für das Dritte Reich und die Kirche mit allem Ernst angefaßt werden. Die Reichstagung der Deutschen Christen hat nur die Aufgabe, eine lebendige Lebensgemeinschaft in der Arbeit an der Gemeinde und der Kirche zu schaffen. Damit wird auch dem Willen des Reichsbischofs entsprochen, der sich die Gestaltung einer lebendigen deutschen evan­gelischen Kirche im Dritten Reich zur Lebensauf­gabe gesetzt hat.

Frontkämpfer-Aufmarsch in Leipzig.

Leipzig, 18. Sept. (Fksp.) Das Völkerschlacht- Denkmal in Leipzig sah am Sonntag die feldgrauen Kolonnen des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), die anläßlich der 15jährigen Traditionsfeier der Ortsgruppe Leipzig zu einem Gautreffen zusammengekommen waren. Rund 15 000 Frontkämpfer waren mit 100 Fahnen aufmarschiert. Vor der Freitreppe hatte ein Ehrensturm der Baltikum- und Grenzlandkämp­fer Aufstellung genommen, und unter dem St. Michael versammelten sich die Ehrengäste. Beint Feldgottesdienst sprach Pfarrer Mühlhausen. Im Glauben an Gott und Vaterland haben 400 Stahl­helmkameraden ihr Leben gelassen und diesen 400 zu Ehren senkten sich die Fahnen. Aus dem Glau* den ward, so sprach der Pfarrer, der Wille gebo­ren, und aus dem Willen die Tat. Das Wort Habs sich an keinem Menschen so leuchtend bewährt wie' an unserem Führer Adolf Hitler. Dann sprach der Landesführer, Kamerad Hausse. Seine Worte waren ein Gelöbnis der Treue zu Staat und Füh­rer und zu den Idealen des Bundes. Dann formier­ten sich die Kolonnen zum Rückmarsch durch die Stadt nach dem Augustusplatz, wo ein Parade­marsch vor dem Landesführer die Tagung abschloß-

Eine Anordnung Dr. Leys.

B e r li n, 18. Sept. (DNB.) DieNationalsozia­listische Parteikorrespondenz" veröffentlicht folgende Anordnung Dr. Leys:

Hiermit enthebe ich den Pg. Karl Busch seines Amtes als Amtsleiter für Bresse und Propaganda in der Deutschen Arbeits­front und der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", sowie als Hauptschriftleiter der TageszeitungDer Deutsch e". Als Nach- folger für das Amt Presse und Propaganda ernenne ich den Pg. Geiger, als Hauptschriftleiter der ZeitungDer Deutsche" den Pg. C o r b a ch.

Dr Ley hat ferner den bisherigen Schulungslei­ter der PO. Pg. G o h d e s auf dessen eigenen Wunsch von seinem Amte entbunden und ihm gleich­zeitig das neue A m t für Ausbildung der PO. und der DAF. und das Referat für Be­triebsappelle in der DAF. übertragen. Pg. Gohdes hat die Aufgabe, die Haltung des politischen Leiters weiterhin nach einem einheitlichen Willen zu ormen, das Führerkorps in der DAF. zusammenzu- chweißen und den Gedanken von Betriebsappellen in die Betriebe hineinzutragen. Mit der Leitung des Schulungsamtes der PO. wurde kommissa­risch der Amtsleiter für ständischen Aufbau Pg. Dr. Frauendorfer beauftragt, der im übrigen sein bisheriges Amt beibehält.

Oie monarchistische Restauration in Oesterreich nicht aktuell.

Wien, 18. Sept. (DNB.) DemTelegraph" wird von der österreichischen Abordnung erklärt:Die österreichische Regierung hat gerade in Gens nach­drücklich den Standpunkt vertreten, dpß eine mon­archische Restauration für Oesterreich in keiner Weise akut ist. Die Restaurationsfrage hat ausgesprochen außenpolitischen Cha- ratter. Die Regierung ist weit davon entfernt, die Situation im mitteleuropäischen Raum durch die Ausrollung einer Frage zu komplizieren, die nur geeignet sein kann, die Befriedung zu erschweren. Nachrichten, die man beharrlich immer wieder ver- brettet, um Unruhe und Nervosität zu stiften, müs- en als Ausfluß des Willens zur Stimmungsmache bezeichnet werden."

Große Erfolge planmäßiger landwirlfchaftticher Züchtung.

Auf der 93. Versammlung Deutscher Natur- orscher und Aerzte in Hannover behandelte Prof. Dr. Nilsson-Ehle aus Lund das Thema Züchtungsforschung im Dienste der Landwirtschaft". Er legte dar, daß es durch planmäßige Züchtung bei den Hauptgetreidesorten gelungen sei, aus dem zwar winterfesten aber wenig ertragreichen schwedischen Landweizen durch Kreu­zung mit einem sehr ertragreichen aber nicht winter­festen englischen Weizen eine für den größten Teil Schwedens geeignete Weizensorte heranzuzüchten. Die volkswirtschaftliche Wirkung dieser Züchtung komme darin zum Ausdruck, daß Schwedens Ein­fuhrbedarf an Brotgetreide von 60 auf 6 Millionen Tonnen gesunken sei. Aehnlich seien die Erfolge bei Hafer, Gerste und Roggen gewesen.

In einer kombinierten Sitzung der naturwissen­schaftlichen Hauptgruppen behandelte Professor Dr. A. Kühn (Göttingen) das ThemaPhysiologie der Vererbung und Artumwandlung", und Prof. Dr.Freiherr O. von Verschuer (Berlin) sprach über die Methoden der Erbforschung beim Menschen.

Wettervoraussage.

Die isländische Störung, die sich noch mehr ver­tieft hat, dringt vom Kanal her nach dem Fest­lande vor und befördert an ihrer Südseite kühle Ozeanluft heran. Da auch bei uns das Barometer fallende Tendenz zeigt, wird der Einfluß des öst­lichen Hochs nachlassen, so daß sich der Witterungs­charakter unfreundlich gestaltet. Bei vorwiegend be- decktem Himmel wird es zu Niederschlägen kom- men, die Temperaturen werden im allgemeinen niedrigere Werte erreichen.

Aussichten für Donnerstag: Dunstig und wechselnd bewölkt, im ganzen kühler, aufkom­mende Niederschläge.

Aussichten für Freitag: Fortdauer des wechselhaften, teils regnerischen Wetters.

Lufttemperaturen am 18. September: mittags 25,8 Grad Celsius, abends 15 Grad; am 19. September: morgens 11 Grad. Maximum 26 Grad, Minimum 8,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. September:- abends 19,3 Grad; am 19. Sep­tember: morgens 14,8 Grad Celsius. Sonnen­scheindauer 8,8 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Der Waw als Rohstoffversorger der Wirtschaft. Zur Tagung des deutschen Forstvereins in Bonn.

Eben begann in Bonn die diesjährige Haupt­versammlung des Deutschen Forstvereins, der heute mehr als 5000 Mitglieder umfaßt. Seit 1933 wird er von dem Leiter der preußischen Landeshaupt­verwaltung, Generalforftmeifter Dr. von K e u - d e l l, geführt. Die Tagung, die sich wie gewöhn­lich über eine volle Woche erstreckt, wird sich mit den wichtigsten forstwirtschaftlichen und forsttech- nischen Fragen der Gegenwart beschäftigen.

Der deutsche Wald ist seit jeher ein Hauptroh- stofslieserant der deutschen Wirtschaft. Es gibt keinen Industriezweig, der nicht in irgendeiner Art Holz verwendet; es gibt keinen Menschen, der nicht täglich mit Holz oder Erzeugnissen aus Holz zu tun hat. Die holzverarbeitenden Ge­werbe, Stellmacher und Möbeltischler, Stock- und Schirmfabrikanten, Sägemühlen, Zündholz- mnd Papierfabriken, Klavier- und Geigenbau, Bür- fsten-.und Pinsel-Hersteller, Flechterei und Dreherei, »Spielzeugindustrie usw. beschäftigten nach der letz- tten Vorkriegsbetriebszählung in rd. 400 000 Haupt- mnd Nebenbetrieben nahezu 1 700 000 Personen oder Hl,6 v. H. aller Gewerbebeschäftigten. Diese Zahlen allein erläutern genug die große Be­deutung unseres Waldes, obgleich sie noch nicht die Zahlen der wichtigen ständig wachsenden holzver­arbeitenden chemischen Industrie enthalten. Der Rohstoff Holz greift hier in Versorgungsge- öiete ein, die bisher fast ausschließlich in der Hand des Auslandes lagen. Die Kunstseide hat längst die jahrhundertelange Vorherrschaft der Naturseide gebrochen. Auch die Baumwolle ist vor ihr im Weichen. Die Kun st wolle aus Holz wird liegen die ausländische Schafwolle zu Felde ziehen. ?luf dem Gebiete der Treibstosfwirtschaft hllft der Holzgasgenerator, der den Motor mit Treibstoff aus gewöhnlichem Brennholz versorgt, die Auslandseinfuhr einschränken. Spiritus und Zucker werden aus Holz hergestellt und die Mög­lichkeiten neuer Erfindungen und Überraschungen i'ind immer noch unbegrenzt. Der Wald hat somit vls heimische Rohstoffquelle gerade unter den heu­rigen Verhältnissen besonders wichtige Aufgaben i;u erfüllen.

Dabei ist aber nicht zu vergessen, daß der jähr- iiiche Anfall von Nutzholz in Höhe von rund 25 Mill. Festmetern den Bedarf der eigenen Wirtschaft in nor­malen Wirtschaftsjahren bisher nicht zu decken «ermochte, sondern daß eine Einfuhr von rund einem Drittel des Gesamtbedarfs notwendig war. Aus :i Hebern ergibt sich die Fragestellung: Welches sind li ie Möglichkeiten, den jährlichen Anfall zu st e i - em, und wie wird dieser am nutzbringendsten □r die Wirtschaft verwendet, um die Einfuhr von .iwlz und anderen Rohstoffen auf ein Mindestmaß iserunterzudrücken? Die Frage der Steigerung der .^»olzerzeugung ist kurzfristig nur durch einen ver­mehrten Einschlag, auf weite Sicht einesteils

Aus aller Welt.

Die Ruhmeshalle auf Dergschloh Hoheneck.

Auf dem mittslfränkifchen Bergschloß Hoheneck bei ?Psheim sind die anläßlich des großen Armeege- tenftages einzuweihenden Bronzeplaketten riit den Bildnissen der Weltkriegsführer ein» (troffen. Auch die von Professor Ernst Pfeiffer- München geschaffene Büste Adolf Hitlers ist be- riits im Geistesrittersaal der Burg zur Aufstellung al kommen, wo sie am nächsten Sonntag im Bei- fcn von Staatsvertretern eingeweiht wird. Dabei is besonders bemerkenswert, daß die letzte freie 7 sche, in der nun die Hitlerbüste zur Aufstellung aDracht wurde, seit fünf Jahren freigehalten wor­ein war. In der Nische befand sich bisher die Jn- llarift:Raum für die Büste des Schöpfers des Lütten Reiches. Helft alle mit, ihm den Weg zu be- j raten." Dieses Hoffen hat nun Erfüllung gefunden.

Hannöversche Siedlung von einem Waldbrand bedroht.

UEin Waldbrand im Weißen Moor bei Gif- i trirn (Hannover) entwickelte sich zu einem Groß- faier, von dem 3000 Morgen Wald, Heide und ^oor ergriffen worden sind. Die Siedler, die im Leihen Moor wohnen, konnten zunächst der Flam- irm nicht Herr werden. Als sie sahen, daß ihre i Aedlungshäuser in unmittelbarer Gefahr schweb- le.i, verständigten sie den Freiwilligen Arbeits- liinft, der sofort eingesetzt wurde, um an der Süd- i[He des Brandherdes Dämme aufzuwerfen und Sogenfeuer zu entfachen, um auf diese Weise den I Summen Einhalt zu gebieten. Die Siedlung befand ' ie bald außer Gefahr.

Schweres Unwetter im Ostharzgebiet.

Heber Quedlinburg und dem ganzen Ostharzgebiet Mud sich ein schweres Unwetter, das ftellen- 1 Kife erheblichen Schaden anrichtete. Heftige Ge­übter waren von wolkenbruchartigen Regengüssen gleitet Die Wasserläufe schwollen schnell an. In It-eblinburg schlug der Blitz dreimal in das Emp- NNsgebäude des Bahnhofs ein, glücklicherweise

ohne zu zünden. Durch einen weiteren Blitzschlag wurde das Stellwerk heimgesucht, wo die Schalt­tafel zerstört wurde. Alle dienstfreien Kräfte der Reichsbahn wurden zur Wiederinbetriebsetzung der verschlammten Weichen und Schienen eingesetzt. Die Strecke QuedlinburgSuderode mußte vorüber­gehend für den Zugverkehr gesperrt werden, da sie an mehreren Stellen unterspült worden war. Auf den Fluren haben die Wassermassen erhebliche Ver­heerungen angerichtet. Die Chausseen sind auf große Strecken überflutet und verschlammt. Die Felder der großen Samenzüchtereien in der Um­gebung Quedlinburgs bildeten einen großen See. Trotz des Unwetters hält die ungewöhnliche Schwüle weiter an.

Schweres Unwelker über dem Erzgebirge.

5m östlichen Erzgebirge ging ein Wolken­bruch mit Hagelschlag nieder. Am schwer­sten wurden die Orte Nieder-Frauendorf, Rein­hardtsgrimma sowie die Gegend von Glashütte be­troffen, wo viel Vieh ertrunken ist. In der Glas- hütter Gegend stiegen die Wasser des Priesnitz- baches innerhalb von zehn Minuten um drei Meter. Auch alle übrigen Gebirgsbäche führten gewaltige Wassermengen zu Tal. Außerordentlich schwer ist auch die Gegend von Luchau betroffen worden. Sofort nach Bekanntwerden des Unglücks eilten die Feuerwehren der Umgebung herbei, bargen, so weit möglich, das Vieh, räumten die Wohnräume aus und pumpten die Keller leer. Auch die SA. half tatkräftig mit, wie überhaupt die Hilfsbereitschaft außerordentlich groß war.

Sühne für die Bluttat von Gollmüh.

In Elbing ist der von bent Sondergericht in El­bing am 4. Juli 1934 wegen Mordes an dem Politischen Leiter Elsholz rechtskräftig zum Tode und zu lebenslänglichem Verlust der bürger­lichen Ehrenrechte verurteilte Gregor Meißner aus Gollmütz hingerichtet worden. Die Blut­tat hat seinerzeit in ganz Deutschland größtes Auf-

durch die Vermehrung der Waldfläche zu lösen, wie dies durch das nationale Aufforstungs­werk in Angriff genommen ist. 160 000 preußische Morgen Wald sind schon neu e n t ft a n 6 e n. An­dererseits sind es waldbauliche Fragen, von der Saatgutfrage angefangen, die für die Zukunft von außerordentlicher Wichtigkeit sind. Man muß beden­ken, daß noch längst nicht alle Möglichkeiten erfaßt sind, aus heimischem Holz Stoffe für den täglichen Bedarf, für Technik und Industrie herzustellen, bei denen wir heute noch im großen Ausmaß vom Aus­lande abhängig sind. Das Holz als Rohstoff wird sich dann einer immer regeren Nachfrage erfreuen. Der Tagung des deutschen Forstvereins, auf der man sich mit allen diesen Fragen befassen wird, sollte aus den weitesten Kreisen des Volkes reges Interesse entgegengebracht werden. Denn es handelt sich um Dinge, die jeden Einzelnen angehen, nicht nur weil der Wald als nationales Eigentum betrachtet werden muß und jedem weit mehr gibt, als nur die Erzeugnisse aus feinem Rohstoff, son­dern weil jeder hören muß, wo er vielleicht mithel­fen kann am Wiederaufbau, und fei es nur indem er künftig achtsamer ist, damit dem deutschen Wald kein Schaden geschieht.

30. Mitgliederversammlung des Deutschen Forstvereins.

In der überfüllten Aula der Universität Bonn eröffnete der Generalforstmeister von Keudell die 30. Mitgliederversammlung des Deutschen Fo. t- vereins. Die Tagung fei, so führte der Generalforst­meister aus, dazu da, der Deffentlief)feit Rechen­schaft abzulegen von der Arbeit innerhalb des Ver­eins und den Fachgenossen neue Wege und Winke für ihre Arbeit zu geben. Das Leben -des Forst­mannes habe unter der n a ti o na lsoz icrli stischen Re­gierung einen neuen und tieferen Sinn bekommen. Der Führer habe dem Forstmann neue Aufgaben gestellt, deren Erfüllung ihn stolz mache.

Vom Gaugeschäftsführer Forstmeister Raab wurde der Geschäftsbericht erstattet. Der Redner wies auf den verhältnismäßig großen B r e n n h o l z a u s f a l l hin, der mit dem in nächster Zeit notwendigen Mehreinschlag nicht etwa aesenkt, sondern eher verstärkt werden dürfte. Auf einer Gruppenführerversammlung habe man sich auch eingehend mit der Holzstraßenbau­weise befaßt. Als nächster Tagungsort wurde Würzburg bestimmt. Die Versammlung sandte Telegramme an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, an Reichsforstmelfter Minister­präsident Göring und an den Reichsbauernfüh- rer Darre, lieber bas ThemaLeistungswirt­schaft und Einzelstammpflege" sprachen sodann Oberregierungsrat Ortegel (Berlin) und Privat- dozent A b e tz (Braunschweig).