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Donnerstag, 19. Juli 1934

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)

Nr. 166 Drittes Blatt

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Heinrich Sievert über seinen Weltrekord.

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Juffolini verdient sich 6,60 Lire.

Von unserem römischen E-Korrespondenten.

Sengende Juliglut über den pontinischen Feldern, die gestern noch berühmte und berüchtigte Sümpfe waren. Hat es hier schon jemals geregnet? Da, dort, überall in gleichen Abständen sind seltsame blaß­blaue Blumen aus der gottverfluchten Fieberode aufqeblüht, große steinerne Blumen, die genorm­ten Bauernhöfe. Jeder hat seine Nummer und hinter der Nummer steht das Baujahr nach faschistischem Kalender. Anno X Anno XI

Podere heißt so ein Selbstversorgergütchen. Die meisten gehören Frontkämpfern, die sich mit der Pflugschar, in die sie das Schwert verwandelten, und mit Hilfe des Duce ihr Stück Brotland er­oberten. ~ ~

Podere 685. Besitzer Angelo Zanetti aus Vicenza Familie mit sieben Kindern. Ein mächtiger Getreide­haufen harrt der Dreschmaschine

Um 9 Uhr kommt der Mann, der ihr Bündel auf Bündel das goldene Korn vorwirft. Er sieht nicht nach einem Bauern aus, eher nach Sportsmann, trägt eine Baskenmütze und hat darüber die Auto- dritte geschoben. Wirft den Rock ab, steht da im kurzärmeligen Hemd, steht breitspurig in seiner der­ben Hose da, greift mit sehnigen braungebrannten Armen zu, während sich der Singsang der Zuträge­rinnen mit dem Lärm der Zikaden vermischt.

Mittagspause!

Drei Stunden in der Tropensonne warten und keinen Hitzschlag kriegen dürfen die Herren von der ausländischen Presse, denn sie sind natürlich auch dabei, wundern sich. Der Mann an der Dresch­maschine lächelt wie Willi Fritsch, zeigt seine Zähne und läßt sich kurbeln. Die schöne Schnitterin neben ihm desgleichen. Der Chor tut seine Pflicht und ^Endlich, endlich heulen die Mittagssirenen. Selbst oie Sumpfbüffel mit ihren vorsintflutlichen Hörnern sinken erschöpft in den Schatten. Der Duce aber __ denn er war es, würde die Courths-Mahler letzt binnulefcen nimmt seine Lohndüte in Empfang und quittiert: drei Stunden zu je 2,10 Lire, ab- -üalick 15 Centesimi Versicherungsbeitrag und 5 Eentesimi Syndikatsabgabe, macht netto 6 Lire

Es ist nicht das erstemal, daß sich der Film um dieses Thema bemüht. Hier geschieht es mit viel Glück, so daß aus dem Besuch des Lichtspiel­hauses (seit gestern wird der Film gezeigt) eine Stunde vielfältiger Freude wird. Das meiste davon geht aber von dem Komponisten Schubert selbst aus, dessen Lieder man hört, von dem Chor der Wiener Sängerknaben in seinem Geiste gesungen, und dessenUnvollendete"obwohl nur in Bruch­stücken ihren Zauber ausübt. Das Wiener Phil­harmonische Orchester läßt durch hervorragende Interpretation die ganze hehre Großartigkeit dieser Schubertschen Schöpfung erkennen. Es verdient außerdem erwähnt zu werden, daß die Darstellerin der Gräfin Esterhazy das Lied, das dem Film den Titel gibt, so gut singt, wie es diese feine Volks­lied-Komposition überhaupt nur verdienen kann. Hinzu kommt noch, daß die Tonwiedergabe so vor­züglich ist, daß der musikalische Gehalt keinerlel Trübung erfährt.

Leise flehen meine Lieder ...

Ein Film von Franz Schubert! Es ist jene schmerzliche Episode, die den Komponisten in die Arme der koketten, launischen, arroganten und doch auch wieder ernsten und verständnisvollen Komtesse Katherina Esterhazy führt, in die Arme jener jungen Dame, die bei der musikalischen Soiree der Gräfin Kinsky hellauf lacht, als Schubert, vertieft in seine tt-Moll-Symphonie, am Klavier sitzt, die ihn dann in das Schloß ihres Vaters kommen läßt, um ihn um Verzeihung zu bitten, sich in ihn ver­liebt, ihn auch heiraten will aber der Graf Esterhazy macht einen Strich durch die Rechnung. So bleibt für Schubert tnur die Enttäuschung und das bittersüße Glück der Erinnerung. Der Film schildert Schubert in seiner kleinbürgerlichen Um­gebung, als den stets in Musik schwelgenden Aus­hilfslehrer, zeigt ihn als den armen Komponisten, der im Versatzhaus ständiger Kunde ist, bis er dann durch den Hofkapellmeister Salieri in die Welt der überkultivierten Wiener Gesellschaft ge-

Rüstzeug erhält, um diese Arbeit für sein Volk Vaterland verrichten zu können.

So mögen denn die Deutschen Kampfspiele

Satz lebenswahr machen:

Leibesübungen eine Sache des Volkes!

Italiener gemeldet war. Man geht wohl nicht fehl, darin ein Anzeichen dafür zu sehen, daß auch das Ausland allmählich den deutschen Verhältnissen und ihrer Stabilität und makellosen Sauberkeit mehr Vertrauen entgegenbringt, als dies noch 1932 der Fast war. Am stärksten ist, was das Ausland an­betrifft, Italien vertreten, nämlich mit insgesamt 25 Fahrzeugen, an deren Spitze eine Motorrad­mannschaft von der Leibgarde Mussolinis auf Gilera-Maschinen steht. Holland stellt zehn Fahrer, Dänemark entsendet sechs, England, Polen und die Tschechoslowakei je drei, Frankreich zwei, die Schweiz und Amerika je einen Vertreter.

Aufgebot und Streckenablauf dieses außer­ordentlichen Sportereignisses ist bis ins letzte durchgegliedert.

Der Führer begrüßt eine Abordnung der unga­rischen Levente-Jugend, die auf Einladung des Reichsjugendführers zur Zeit Deutschland bereist.

So lautet die offizielle Bezeichnung eines riesigen sportlichen Ereignisses, das sich am kommenden Samstag und Sontag in unserm Vaterland ab­spielen 'wird: am Samstag früh setzen sich 1760 Kraftfahrzeuge mit insgesamt 2575 Fahrern in Be­wegung und brausen durch die deutschen Gaue. Startplatz und gleichzeitig Ziel für die Autos ist Baden-Baden; die Motorräder jagen von Leipzig aus los, das Ziel ist das gleiche wie bei den Autos.

(Ein riesiges Aufgebot der Formationen JISfifL, Motor-SA. und Polizei wird die Strecke sichern, die durch sämtliche Provinzen und Landesteile führt.

Es handelt sich hier um den größten motor- sportlichen Wettbewerb auf dem Gebiet der Zuverlässigkeitsprüfungen und der Langstrecken­fahrten, um eine gewaltige Zerreißprobe für die Maschinen und um eine entscheidende Prüfung des Materials und der Fahrer-Zuverlässigkeit; die Er­gebnisse werden von außerordentlicher Wichtigkeit für die Anlage, Ausgestaltung und eventuelle Ver­besserung der künftigen Autobahnen sein.

Außerordentlich erfreulich ist die Tatsache, daß in diesem Jahr nicht weniger als 54 ausländische Teil­nehmer bei dieser gigantischen deutschen Veranstal­tung starten, während noch im Vorjahr nur ein

Strafgericht über Alemannia-Olympia Worms.

Ein schweres Strafgericht ist über Alemannia- Olympia Worms hereingebrochen. Wegen Verstoßes gegen die Spesenbestimmungen des DFB. wurden zahlreiche Spieler mit Disqualifikationen belegt, die sich zum Teil bis 31. Dezember 1935 hinziehen.

Insgesamt wurden 20 Spieler, drei ehemalige Spieler und einige Vorstandsmitglieder für lange Zeit aus dem DFB. ausgeschlossen. In die Ange­legenheit verwickelt ist auch der Frankfurter Spieler Hugo Mantel, der allerdings auf Grund augenblick­licher Vereinslosigkeit von dem Strafgericht noch nicht erfaßt werden konnte.

Frankreichs Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936.

Jahre 1936 vorsieht.

Kurze Sportnotizen.

Weltrekordmann Sievert spricht

Im amtlichen französischen Publikationsorgan wird das Gesetz veröffentlicht, das die Beteiligung Frank­reichs an den Berliner Olympischen Spielen :~

Reichssender Frankfurt. In der Reihe SendungenAus Volk und fieben" spricht am Don­nerstag, den 19. Juli, von 17.50 bis 18.15 Uhr, der bekannte Weltrekordmann im Zehnkampf Hans

Zweitausend Kilometer durch Deutschland."

DL Sonne schüttet flüssiges Blei herunter, der Mann an der Dreschmaschine lacht und arbeitet. Als eine Stunde um ist, schreibt ihm der Aufseher die Lohnquittung auf, aber der Mann will nicht er schaffe weiter, sagt er trocken. Mit einem sauersüßen Lächeln vernehmen es die Umstehenden, ein sauer­süßes Lächeln pflanzt sich durch die Kette von zwei­hundert Automobilen fort, die samt ihrem vorneh­men Inhalt zu rauchen und zu schmelzen anfangen. Der Mann an der Dreschmaschine wirft die Bas­kenmütze weg, setzt einen mächtigen Sombrero auf. Wie lange er noch zu arbeiten gedenke? Bis zur

Die Darstellung kommt dem Charakter des Stof­fes weit entgegen. Das gilt schon für das Mundart­liche, das man hier bestimmt nicht vermissen möchte. Hans Jaray gibt den Komponisten Franz Schu­bert etwas bestimmter in der Sprache und im Auf­treten, als er uns von der Geschichte überliefert ist, ja, er macht insbesondere in der Szene bei der Gräfin Kinsky von einem komischen Mißgeschick abgesehen aus ihm eine glänzende Erscheinung der Wiener Gesellschaft. Andererseits verleiht der Darsteller dem Komponisten doch feine, schwärme­rische und vergeistigte Züge. Martha Eggerth zeigt sich als Gräfin Esterhazy als Weltdame mit viel Koketterie, in den entscheidenden Szenen aber mit großem glaubhaften Ernst, ohne den diese Rolle auch nicht zu denken wäre. In starkem Gegensatz zu ihr steht Louise Ullrich als die um Schubert liebevoll bemühte Tochter des Pfandleihers Passen­ter, die den' Typ des gemütvollen, warmherzigen Wiener Mädels verkörpert. Otto Treßler als Graf Esterhazy und Raoul Aslan find rechte Grandseigneurs der Wiener Gesellschaft. Als Pfand­leiher Passenter ist Hans Moser eine sehr charak­teristische Figur. Die kleineren Rollen sind eben­falls gut besetzt.

Die Regie (Willy Forst) hat es an Aufwand nicht fehlen lassen. Die Wiener Vorstadt ist m vie­len schönen Bildern charakterisiert, in den In­terieurs (bei der Gräfin Kinskz und im Schloß Esterhazy) ging man mit erlesenem Geschmack zu Werke, die Landschaft, insbesondere die ungarische Landschaft ist in künstlerischen Bildern festgehalten, reizvolle Szenen bringt der Film aus einer unga­rischen Dorfschenke. Die Handlung steigert sich von Szene zu Szene in ihrer Wirkung und klingt aus in Schuberts Verzicht und feiner Versöhnung mit der Gräfin Esterhazy. Der Film steht über Dem Durchschnitt der Berliner Filmoperette. N.

bei Nacht in schwierigem z

übrigen werden in Baden-Baden in jeder Minute zwei Wagen, in Leipzig in jeder Minute zwei Ge­spanne und fünf Einzelräder abgelassen.

Der 1922 verstorbene berühmte Berliner Chirurg Karl Ludwig Schleich hat zu jenen grotzen Aerzten gehört, die auch Künder der Seele sind und durch ihr dichterisches Wort ihren Mitmenschen über eben- soviele Herzensnot hinweghelsen, wie sie durch ihre ärztliche Kunst die körperlichen G-brech-n he,kn. Besonnte Vergangenheit" hat Schleich seine Er­innerungen, die in einer Auslage oan mehreren Hunderttausend ein echtes Volksbuch geworden sind, im Rückblick auf sein Leben genannt, und diesen Hellen Schimmer verdankt es nicht zum wenigsten seiner heiter-mutigen Lebensaussassung, Durch Kon- trnffipruna zweier Phantasie- und Wirklichkeits­strome" entstehe im menschlichen Gehirn derAsso- rintiansknick" der Humor,dieer knorrige Ast, gegen den die Säge Der Logik aufkreischt" schrieb Schleich einmal in einem Essay. Mit Hilfe diejes Humors und dank eines sicheren und klugen ärzt­lichen Wirkens hat Schleich sein reiches ^esßeben gemeistert. Die Lokalanästhesie Die örtliche Betäu­bung zur Durchführung schmerzloser Operationen ist ihm zu verdanken. Auch Diese entscheidenDe Ent- hprfuna taucht er in seinen Erinnerungen m em frSes ßWEs war ums Jahr 1890, als ich ebdaftim Krise Dehmel, Bierbaum, Hartleben auch mit Dem Polen Stanislaus Przybyszewski in Beruh- run9 Än mir immer den blutigen Physiologen nannten einem Geniemen chen, spinnenartiger Gei­stigkeit ä la Rops, Callot unD E. T. A Hoffmann. Dieser hinreißenD Chopin spielende Dichter 3eigh? mir einst seine wundervollen Kollegienhefte nach Waldeyer, dessen Hörer er m°r worin sich prach^ »olle Details von Ganglienstrukturen fanden. Ich lab sie durch und war wie versunken in diese mir einft fo vertraute Intimität kleinster Wunder. Plotz-

gez. Dr. Frick, Reichsinnenminister."

SA. bei den Kampsspielen.

Der Chef des Stabes Victor Lutze hat in einem Telegramm an den Reichssportführer vonTscham- mer und Osten mitgeteilt, daß der Urlaub und das Uniform-Verbot für die an den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg beteiligten SA.-Mann­schaften aufgehoben seien.

Leichtathletiktreffen Mitte- Aordheffen verlegt.

Der ursprünglich für Sonntag, 22. Juli nach Erfurt abgeschlossene Leichtathletik-Gau­kampf Mitte Nordhessen, mußte von den Gastgebern abgesagt werden, weil ein Teil der Wettkämpfer am Wochenende zu den Kampfspielen nach Nürnberg fährt. Aller Voraussicht wird das Zusammentreffen daher erst im September statt­finden können.

Neuer deutscher Hochschulrekord.

Bei dem am Mittwochabend vom Düsseldorfer SC. 99 veranstalteten Amerikaner-Sportfest gab es einen deutschen Rekord. Der Kölner W e i n k ö tz bezwang im Hochsprung 1,975 Meter und verbes­serte damit den alten Rekord von Bornhöfft - Limbach (1,94 Meter) ganz beträchtlich. Der Ame­rikaner Lyman gewann das Diskuswerfen mit 45,94 Meter vor dem deutschen Weltrekordmann Sievert mit 45,32 Meter. Die 400 Meteroffen/ wurden eine Beute des Düsseldorfers Küsters in 51,2 Sek.

Nordhessens Gaumeisterschaften im Schwimmen, die am letzten Sonntag abgesagt wurden, finden am Samstag und Sonntag in Kassel statt. Mit 133 Einzel- und 34 Staffel­meldungen sind die Titelkämpfe sehr gut, für eine Meisterschaft" vielleicht zu gut besetzt.

und 10 Centesimi. Er streicht das sauer verdiente Geld ein, wischt sich den Schweiß ab und spricht zu den pontinischen Bauern: Nächstes Jahr werde ich das erste Korn in Sabaudia dreschen!

Sabaudia ist, nach Littoria, die zweite Stadt, die aus dem Malariaherd entstehen soll. Jetzt ist es nicht mehr das Wechselfieber, jetzt ist es das Ar­beit s f i e b e r, das die Menschen ergriffen hat Und schweißtriefend hört alles dem Duce zu und wirbelt die Hüte und haut die Sensen m die Luft .. . Mussolini unter seinen Bauern! Mussolini arbeitet! 40 Zentner hat er gedroschen

Welch Schauspiel, ach, ein Schauspiel nur! mur­melt ein goethefester Kollege. Nun ja, Schauspiel, aber ist es nicht schön? Man muß D i e F r e u d e an der Arbeit aus den Augen Mussolinis blitzen sehen.

Oie Entdeckung der Lokalanästhesie.

Zum 75. Geburtstag von Earl Ludwig Schleich am IS.Iuli.

Getulio Varaas, Der zum BunDesprä- fidenten von Brasilien für die nächsten vier Jahre gewählt wurde.

Daten für Freitag, 20. Juli.

1832 gestorben der Schriftsteller Karl Ludwig Weber (Demokritos) in Kupferzell (geboren 1767); 1880 geboren der Philosoph Hermann Graf Keyserling in Koenno in Livland; 1933 Reichs» konkordat unterzeichnet.

lich sprang ich hoch.Stanislaus!'

Mensch! Die Neuroglia ist ein Klaviersaitendämp­fer! Ein elektrischer Sordino, ein Registrier-Schalt- apparat, ein Hemmungsregulator!"Blitz! Himmel! Kreuzmillionen Fis-Moll noch einmal! Bruder, sag' es noch einmal. Er ist verrückt geworden. Oder ist es eine Erleuchtung?" Schnell setzte ich ihm Die Mög­lichkeit auseinander, daß Nerven durch Einschaltung feuchter Ströme abgebämpft werden könnten, daß Denken phasisch sei mit Dem Blutpulse und daß, wenn Das richtig sei, man ja nur veränDertes Blut zwischen Die Hauttasterglocken zu spritzen brauche, um GefühlsDämpfung ober Ueberempfinblichkeit be­liebig künstlich zu erzeugen. Ich stürzte in mein In­stitut unD habe in Gegenwart meines Assistenten innerhalb einer halben Stunbe Durch Selbstinjektio- nen verschiebener blutähnlicher Salzlösungen fest- gestellt, daß Wasser ein Anästhetikum erster Klasse ^st, nach vorheriger Reizung; Daß Diese Reizung aus­schaltbar ist, wenn man 0,5 pro Mille Kochsalz zusetzt, unD Daß physiologische Kochsalzlösung das Gefühl läßt, wie es bei 5ölutumfpülungk ist. Das war Die Basis. Sehr baID geschah Das Entschei­denDe. Setzte man Der O,5-pro-Mille-Kochsalzlosung Kokain zu, so ergab sich, daß alle Anästhetika ihre Wirksamkeit um das Mehrtausendfache erhöhen, wenn sie in geeigneter Kochsalzlösung enthalten sind. Damit war Die neue Lokalanästhesie entberft." Dieser temperamentvolle unD knappe Bericht über Die für Die gesamte Chirurgie beDeutenDe EntDeckung ver­rät wenig von Den großen Schwierigkeiten, mit Denen Schleich zu kämpfen hatte,, bis seine Versuche gelangen unD vor allem bis sie auch anerkannt wurden. Dann aber finD sie zum Segen Der Hell­kunst geworDen, Dem nicht weniger Menschen zu Dank verpflichtet find als seinen philosophischen unD dichterischen Schriften.

Vor allem hat man Die Wagenklafsen gemischt, läßt nicht etwa die stärksten Wagen zuletzt ab, wodurch Die Zahl Der Ueberholungen vermutlich auf ein ge­fährliches Höchstmaß emporgetrieben würbe. Ferner Darauf beDacht, Daß Die Gruppen sich nicht in schwierigem (BelänDe überholen. Im

Graf Trojsi von DerScuDeria Fer­rari" siegte bei Dem am Sonntag ausgetragenen Großen Auto-Preis von Vichy mit vier SefunDen Vorsprung vor Dem Engländer Whitney Straight (Maserati) und Etancelin (Maserati). Graf Trossi fuhr einen Alfa-Romeo-Wagen.

Präsident Pauli, der Führer des Deut­schen Ruder-Verbandes, feiert am 17. Juli seinen 60. Geburtstag.

Im Kanu-Länderkampf zwischen West­deutschland und Holland feierten die Westdeutschen einen überlegenen Sieg von 20:12 Punkten.

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Am er ft en Tage d e s 93 erb en er Reit- t u r n i e r s, für bas bekanntlich über 3000 Nen­nungen abgegeben worben waren, ftanb als Haupt­ereignis bas Jagbspringen um ben Großen Preis von Nieberfachsen im Mittelpunkt bes Programms. Sieger biefer Konkurrenz würben Axel H o l ft auf Sachsenwalb, Oblt. 93r anbt auf Balmung unb E. Twief el auf Toni. Den Gerstenberg-Preis, ein Jagbspringen ber Klasse L gewann Oblt. E. Hasse auf Nemo.

DerGroße Preis von Jtalien" soll auch in biefem Jahre roieber auf ber Unglücksbahn von Monza ausgefahren werben. Als Termin steht ber 9. September fest.

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D i e 13. Etappe berTour" von Marseille nach Montpellier über 172 Kilometer würbe von Weltmeister Speicher in 5:04:54 Stunben vor A. Magne unb Louviot gewonnen. Bester Deutscher war roieber Geyer, ber zusammen mit acht weiteren Fahrern auf ben 7. Platz gesetzt würbe.

Die 14. Etappe ber Tour de France gestaltete sich am Mittwoch zu einer Bummelfahrt ersten Ranges. Auf bem über 177 km führenben Wege von Montpellier nach Perpignan verspürten bie Fahrer aus Protest gegen bie Späteransetzung ber Starts, bie bisher meist in ber grellsten Mittags­tag sson ne erfolgten, wenig Lust unb trafen erst mit eineinbalbftünbiger Verspätung geschlossen nach einer Fahrzeit von 6:33,13 in -Perpignan em.

Leibesiibungen-eineSache desVolkes!

(Ein Ausruf des Reichsinnenminlsters.

Die Deutschen Kampfspiele 1934 sinb bas na­tionale Hochfest der deutschen Turn- und Sportbe­wegung. Vor einem Jahr fanden sich in Stuttgart Deutschlands Turner zusammen und hörten dort die Worte des Führers. Sie waren ihnen Ansporn und gaben ihnen neuen Impuls. In den Tagen vom 23. bis 29. Juli wird sich in Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage, die gesamte deutsche Turn- und Sportbewegung versammeln zum Zeug­nis ihrer Größe und aufbauenden Arbeit, zum Bekenntnis für Führer und Vaterland. Der neue Staat räumt den Leibesübungen den Platz ein, der ihnen gebührt; er sieht in ihnen einen wichtigen Faktor zur Gesundung unseres Volkes. Schon an die Jugend müssen daher die Leibesübungen heran­getragen werden.

Vergessen wir nicht, daß es Pflicht eines jeden ist, sein Teil zur Weiterentwicklung der Leibes­übungen beizutragen, daß er daher auch den Deut­schen Kampfspielen bie gebührenbe Beachtung zu schenken hat. In Nürnberg werben auslanbsbeutsche Turner unb Sportler zugegen sein; sie müssen bie Gewißheit mit nach Hause nehmen, daß im natio­nalsozialistischen Deutschlanb jeber feine Pflicht tut und arbeitet, baß aber auch jeber bas körperliche

Beim Kongreß ber Leichtathleten, ber in ben Tagen vom 24. bis 30. August vom Schwebischen Leichtathletik-Verbanb in Stockholm ausgerichtet wird, wird u. a. über eine von Finn­land vorgeschlagene neue Zehnkampfwertung und über die Verleihung von Diplomen für Weltrekorde beraten werden müssen. Außerdem ist die Einfüh­rung von Mindestleistungen in einigen technischen Hebungen bei den Olympischen Hebungen beantragt.