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Ja Fort Davis sprangen zwei amerikanische Sol­daten aus einem Fenster der Kaserne. Liner wurde getötet, der andere erlitt schwere Verletzungen.

Südamerika-Lustpost planmäßig in Natal eingetroffen.

Am 11. Juli um 20.58 Ahr traf der Dornier-Wal Taifun" der Deutschen Lufthansa planmähig mit der für Südamerika bestimmten Luftpost des deut- schen Transozeandienstes in Natal (Pernambuco) ein und beendete damit erfolgreich den 17. Südat- lantikflug der Deutschen Lufthansa. Die Post hatte Deutschland am Samstag, 7. Juli, 13.30 Uhr, ver­lassen. Postschluß für die nächste Luft­postsendung nach Südamerika ist In Ber­lin beim Postamt C2 am Samstag, 21. Iull vor­mittags 11.30 Uhr, in Stuttgart beim Postamt 9 am gleichen Tage 13.30 Uhr. Auskunft darüber, wie die Sendungen aus anderen Teilen Deutschlands am schnellsten den zuständigen Aemtern in Berlin und Stuttgart zugeleitet werden, erteilen alle ört­lichen Postanstalten.

Deutsche Kriegsschiffe besuchen die Insel Oesel.

Die 1. Minensuchhalbflottille Pillau besuchte am Mittwoch d i e Taggabucht an der Nordwestküste von Oesel. Es war dies das erste Mal seit dem Kriege, daß deutsche Kriegsschiffe diese Bucht aufsuchten, wo am 12. Oktober 1917 San- dungskämpfe stattfandyn, die den Beginn zur Eroberung der Insel Oesel durch deutsche Truppen bildeten. Obgleich die Taggabucht völlig abgelegen in einem Teil der Insel Oesel liegt, der durch Landstraßen nicht erschlossen ist, waren zahl­reiche Deutsche aus der Hauptstadt Arensburg in Kraftwagen gekommen, um den deutschen Kriegs­schiffbesuch mitzuerleben. Der Halbflotillenchef, Kor- vettenkapitän Rüge, der an den Kämpfen um die Eroberung der Insel Oesel teilgenommen hatte, legte I in Anwesenheit des deutschen Gesandten in Estland, I Reinebeck, einer Abordnung von Offizieren und I Mannschaften der Halbflottille und einer großen I Menschenmenge einen Kranz an den Grä-I b e r n der in dem Kampf um die Taggabucht gefal-1 lenen deutschen Seeleute und Soldaten! nieder. Ein zweiter Kranz wurde im Namen des Verbandes der Reichsdeutschen in Estland niederge-1 legt. Die schlichte Gedenkfeier an den einsamen I Gräbern, die vom Hochwald umstanden sind, machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Am Abend lichtete die Halbflottille die Anter und ging mit Kurs auf Pillau in See.

Ein bestrafter Gouverneur widersetzt sich mit Waffengewalt seiner Amtsenthebung.

Sm nordamerikanischen Bundesstaat Nord- Dakota spielen sich zur Zeit ungewöhnliche Vor­gänge ab. Das Oberste Gericht erklärte den S t a a t s g o u v e r n e u r William Langer,! der am 29. Juni vom Bundesgericht des Staates wegen Betruges ander Bundesregie-! rung zu eineinhalb Jahren Gefängnis und 10 000 I Dollar Geldstrafe verurteilt worden war, für un­fähig, das Amt weiterzuführen, und verfügte seine Enthebung von diesem Posten. Der Vizeaouverneur Dijon wurde an seine Stelle berufen. Langer erklärte daraufhin das Kriegs­recht und ließ mitteilen, daß er sich jedem Versuch seiner Absetzung mit Gewalt widersetzen würde. Damit brach der Autoritätskonflikt offen aus. Dijon forderte den Befehlshaber der von Langer aufgebotenen Nationalgardisten zum Rück-1 zug auf. Die weiter von ihm verfuchte Einbe­rufung des Parlaments wurde von Langer I widerrufen, jo daß zunächst Ungewißheit darüber bestand, wessen Befehle maßgebend waren. Die Anhänger Langers veranstalteten in der Nacht lärmende Umzüge. Es ist nicht ausgesch assen, daß Bundestruppen entsandt werden, um ßan-1 gers Rücktritt zu erzwingen.

Gute Nachrichten aus dem west­galizischen Üeberschwemmungsgebiet.

Im südpolnischen Üeberschwemmungsgebiet ist in­sofern eine leichte Entspannung eingetreten, als der starke Regen zeitweilig nachläßt, so daß der Wasserdruck auf die Flüsse etwas ab­nimmt. Der Schwerpunkt der Gefahr scheint sich jetzt auf die Weichsel zu konzentrieren. Ihr Wasserstand stieg am Mittwochabend noch, aller­dings in etwas langsamerem Tempo. Wenn nicht neue starke Regenfälle einfetzen, kann die größte Gefahr am Oberlauf der Weichsel und der ande­ren Flüsse bereits als überwunden gelten. Der Verkehr im Üeberschwemmungsgebiet ist vorläufig noch nicht wieder aufgenommen worden. Die internationalen Züge, die normalerweife über KrakauLemberg gehen, werden über Kielce umgeleitet. Unterftaatsfefretär Korsak vom Innen­ministerium berichtete über den Zustand in den ge­fährdeten Wojewodschaften. Die Zahl der ertrunte-1 nen Personen betrage etwa 100. Der Material-1 schaden fei um so erheblicher, als die Ernte in! vollem Gange war. Die Ueberschwemmung er­strecke sich bis jetzt auf ein Gebiet mit etwa 2 Mil­lionen Menschen, die ihr ganzes Hab und Gut verloren hätten. Der Wasserstand der Flüsse nimmt ziemlich rasch ab. Zwischen Tarnow und Lemberg ist der Verkehr teilweise wieder auf» I genommen worden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichskanzler empfing im Beifein des Staatssekretärs im Reichswirtschaftsministerium Dr. Posse den mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Führers der Wirtschaft betrauten Grafen von d e r Goltz zu einer Besprechung über orga­nisatorische Fragen.

Im Rahmen des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft bat | Gottfried Dietrig, der Führer der Haupt- gruppe VI (Leder, Textilien und Bekleidung), Cle­mens Martini jun., Augsburg, zum Führer der Textilindustrie ernannt.

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Der Schweizer Bundesrat hat beschlosfen, das vorläufig auf 14 Tage ausgesprochene Der- bot des .Völkischen Beobachters", desAngriff" und derBerliner Börsenzeitung" bis auf weiteres zu verlängern.

Der geplante russische Geschwander- flug nach Paris wird voraussichtlich am 28. Juli stattfinden. Das Geschwader wird sich aus den neuesten Typen der russischen Militärluftflotte zusammensetzen. Der Flug der russischen Flugzeuge nach Paris erfolgt als Gegenbesuch für den Besuch des französischen Lustfahrtminifters Cot in Mos- tau.

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