M- Jahrgang
Eichener Anzeiger
Ligen Aussagen können als Auftakt der Wahlkampagne angesehen werden."
Die Morgenpresse steht am Donnerstag im Zeichen der Aussagen Tardieus, deren innerpolitische Bedeutung kein Blatt bestreitet. Während die Rechtspresse ihre Genugtuung über die Angriffe Tardieus nicht verhehlt, und von einem überzeugenden Sieg Tardieus spricht, lassen die linksstehenden Organe ihrer Empörung freien Lauf. „Oeuvre" nennt die Aussagen des ehemaligen Ministerpräsidenten eine Unverschämtheit. Das Blatt verzeichnet das Gerücht, daß der r a d i k a l s o z i a l i st i s ch e Parteivorstand sofort nach der Rückkehr Herriots aus Genf den Vollzugsausschuß der Partei einberufen werde, um die radikalsozialistischen Mitglieder aus der Regierung zurückzuziehen. Der auf
Ausruf an die Vetriebsführer zum Eintritt in die Deutsche Arbeitsfront.
Memel, 18. 3uti. (DJIB.) Dieser Tage fanden eingehende Besprechungen zwischen dem Gouverneur des Memelgebietes, dem Landespräsidenten Reisgys, und dem kommissarischen INemeler Oberbürgermeister L i m o n a i t i s statt, in deren Verlauf Sparmaßnahmen und die Ver- einheitlichungdesVerwallungsappa- rotes behandelt worden find. Landespräsident Reisgys erklärte, daß ein Gesetz in Vorbereitung sei, wonach im Memelgebiet die Gemeindeverwaltungen aufgelöst werden sollen, was auch einer Auflösung der drei Landrat s ä m t e r zur Folge hätte. Dadurch würde die gesamte ländliche Selbstverwaltung des Gebietes nicht mehr von den Landratsämtern, sondern vom Direktorium selb st ausgeübt werden. Diese Maßnahme würde eine weitere Entlassung von Beamten nach sich ziehen und zur Ausschaltung von etwa 700 Gemeindevorstehern führen. Außerdem erklärte Reisgys, daß im Memelgebiet überhaupt alle
Beamten entlassen werden sollen, die der litauischen Sprache nicht mächtig sind. Ferner sei man gewillt, das Kreditwesen vollkommen umzugestalten. Darüber werde das Direktorium mit der Zentralregierung noch in Verbindung treten müssen. 3m B i l d u n g s w e s e n werde in bezug auf eine Gleichstellung der litauischen Sprache alles das nachgeholt werden, was in den letzten 10 3ahren versäumt worden sei.
Auch der kommissarische Oberbürgermeister von Memel, S i m o n a i t i s äußerte sich in ähnlichem Sinne über die bevorstehende Reform in der memelländischen städtischen Selbstverwaltung, Abbau der Beamten und ihrer Gehälter seien unerläßliche Maßnahmen. Von den bevorstehenden Beamtenentlassungen dürfte darnach weit über die Hälfte der memelländischen Beamtenschaft betroffen werden, wozu noch die Entlassungen bei den Selbstverwaltungen treten. Somit würden also weit über 800 Beamte zur Entlassung kommen.
Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers der Wirtschaft, Graf von der Goltz, erläßt an die Betriebsführer einen Aufruf zum Eintritt in die Deutsche Arbeitsfront, in dem es heißt:
Es ist Ehrensache jedes deutschen Unternehmers, Mitglied der Deutschen Arbeitsfront zu sein und damit den Willen zu nationalsozialistischer Volksgemeinschaft aller schaffenden Deutschen zu betätigen. Die Zugehörigkeit zur Organisation der national* sozialistischen Wirtschaftsführung macht die Mitglied chaft zur Arbeitsfront nicht überflüssig. Beide haben nach dem Gesetz und dem Willen des Füh-
Ein neuer Schlag gegen die Memelautonomie geplant Auflösung der kommunalen Selbstverwaltung und Entlassung von weit über 800 Beamten.
Gefährdung des innerpolittschen Burgfriedens in Frankreich.
Scharfe Angriffe Tardieus gegen den Führer der Radikalsoziatisten.-Ein Stoß gegen das Kabinett der nationalen Einigung.
Abbau des Mißtrauens!
Italienische Forderungen für eine nützliche Gestaltung des Ostpaktes als Jriedensinstrument.
Letztes Ziel der neuen Getreidewirtschaft ist die Wahrung des Gemeinwohls auf dem gesamten Ge- ; biete der Ernährungswirtschaft. Dabei wird den Trägern dieser Wirtschaft jede Freiheit gelassen, die mit dem Allgemeininteresse vereinbar ist. Weder wird die Dispositionsfreiheit des Landwirts durch Kontingentierung des Anbaues eingeschränkt noch wird der handel durch Errichtung eines staatlichen Monopols ausgeschaltet. Aber Landwirtschaft und handel, Mühlen, Absatzgenossenschaften und Backer werden in dem großen, allumfassenden Reichsnährstand ein geordnet, der seine Belange unter Aufsicht des Staates selbst verwaltet. Auch in diesem Falle gelangt der Grundsatz zur Durchführung, daß der Staat n i ch t s e l b st w i r t s ch a f t e n, sondern die Wirtschaft lenken und ordnen soll.
Die eigentlichen Träger der neuen Getreidebewirtschaftung werden die G e t r e i d e w i r t s ch a f t s- verbände fein, welche die am 16. Juli in Kraft getretene neue Verordnung ins Leben ruft. In ihnen sollen alle Wirtschaftskreise organisatorisch zu- sammengefaht werden, die mit dem Verkehr des Getreides von der Erzeugung bis zum Verzehr befaßt sind. Vom 1. November dieses Jahres ab werden diese Verbände, die ihrerseits wieder in der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft eine einheitliche Spitze erhalten, den Getreideverkehr zu regeln und zu ordnen haben. Ihre Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, daß der Absatz auf dem Wege bis zum Verbraucher an keiner Stelle stockt und daß die Versorgung des Nahrungsbedarfs des deutschen Volkes vollkommen gesichert ist. Bis zum 1. November wird durch eine Uebergangs- regelung, die eine gewisse Ablieferungspflicht für die größeren roggenerzeugenden Landwirte umfaßt, dafür gesorgt werden, daß die Versorgung mit Brotgetreide auch in der Zwischenzeit bis zur Einschaltung der neuen Organisation keine Störungen erleidet. Das deutsche Volk kann sich darauf verlassen, daß es in dem neuen Erntejahr zu Preisen, die seiner Kaufkraft angemessen sind und in denen sich auch soziale Gesichtspunkte nach Möglichkeit auswirken mit Mehl und Brot ausreichend verso r a t werden wird. Die Erkenntnis, daß es nicht genügt Brot für die Ernährung der Volksgesamtheit zu erzeugen, sondern daß die richtige Verteilung, die gerechte Preisgestaltung und der gesicherte Absatz von mindestens ebenso aroßer Bedeutung für die Volksernahrung sind, hat endlich dazu geführt, daß an die Stelle der früheren ungeordneten und ständigen Preisschwankungen unterworfenen nunmehr eine restlos geregelte und stablle Getreidewirtschaft tritt.
Eine Mahnung an Frankreich
Mailand, 19. Juli. (DNB. Funkspruch). Der Chefredakteur der „Stampa" Alfredo Signore t t i wendet sich gegen Frankreich, in dessen Einstellung er ein schweres Hindernis für günstige Verhandlungen um den Ostpakt sieht. Barthous Polemik in Bayonne sei durchaus fehl am Platze gewesen. Der Minister habe mit seiner Behauptung, daß, wenn überhaupt, dann erst nach der Vertragsunterzeichnung über die Abrüstung gesprochen werden könne, der Sache des Ostpaktes einen schlechten Dienst erwiesen. Der Ostpakt dürfe nicht unter dem Gesichtspunkt strategischer Projekte aufgefaßt werden. Die G e n e r a l st ä b e sollten unbedingt aus dem Spiel gehalten werden. Der Pakt müsse vielmehr ausschließlich unter politischen Gesichtspunkten betrachtet werden, als ein Mittel, von dem toten Punkt loszukommen, in dem die Hauptmächte Europas steckten.
Es sei ganz offensichtlich, daß Deutschland, das ein Friedensabkommen auf zehn Jahre mit Polen geschloffen habe, nicht die Absicht habe, mit Feuer und Schwert feine Oftgrenzen zu verändern. Frankreich könne nicht päpstlicher als derPapst fein, wenn die Regierung von Warschau sich mit diesem deutschen Abkommen zufrieden erkläre. Es
feien daher keine weiteren Garantien nötig, die doch wieder Mißtrauen bei Deutschen und Polen einflößten. Notwendig fei vielmehr, daß dieses erdichtete Gebäude nicht existierender Gefahren und Drohungen endgültig a b g e b a u t wird. Für eine Entspannung der Geister, die als logische natürliche Schlußfolgerungen die Anerkennung der Gleichheit der Rechte Deutschlands hätte, könne der Ostpakt nützlich sein. Andernfalls bekenne man, daß der Pakt dem ursprünglichen Plan gegenüber unverändert geblie- ben fei und die Isolierung Deutschlands be- zwecke, ein Ziel, das in der Absicht der italienischen und englischen Politik nicht liege und niemals liegen werde.
Signoretti fährt warnend fort: Der gallische Chauvin ismus zeige ein dreistes Wiederaufwachen, besonders nach den letzten innerdeutschen Ereignissen. Redensarten kämen wieder in Mode, die seit der Ruhrbesetzung vergessen schienen. Aber der Boden müsse ein für allemal von den Mißverständnissen geräumt werden, da eine Politik des Friedens und der Zusammenarbeit nicht anders möglich sei, als durch Frieden und Zusammenarbeit m i t D e u t s ch l a n d. Alle anderen Straßen hätten denselben Endpunkt, nämlich den Ab- grunddesKrieges.
Feste Äetreidepreste.
Die lähmende Sorge um den Getreidepreis ist von dem deutschen Bauern genommen. In früheren Jahren hat oft die Aussicht auf eine gute 1 Ernte ebenso drückend auf der Landwirtschaft getastet wie eine Mißernte. Denn volle Scheuern waren gleichbedeutend mit Preisdruck. Das vielgerühmte „freie Spiel der Kräfte" bestand darin, daß dem Landwirt, der unbedingt verkaufen muhte, um seinen drängenden Verpflichtungen nachzukvm- men, ein Markt gegenüberstand, der die Fülle des zum DerIauf stehenden Erntesegens nicht auszunehmen vermochte. So wurde fast alljährlich nach ; der Einbringung der Getreidernte das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage an den Getreidemärkten gestört. Die Preise sanken ab; aber der Bauer mußte zu diesen unter dem Druck des über- i mäßigen Verkaufsangebotes zustandegekommenen : angeblich „natürlichen" Unterpreisen seine Ernteerträge verkaufen. Die Spekulation heimste Gewinne ein, und der Bauer war um den Segen seiner mühevollen Arbeit betrogen.
Mit diesem ungerechten und unwirtschaftlichen System hat die nationalsozialistische Agrarwirtschaft gründlich aufgeräumt. Sie hat ein Festpreis- s y st e m geschaffen, das dem Erzeuger des Getreides den Absatz zu stabilen und gerechten Preisen gewährleistet. Die landwirtschaftlichen Produkte wurden aus der freien Marktbildung herausgenommen und damit dem Wirkungskreis der Spekulation entzogen. Das Getreidegrundgesetz hat dem Reichsernährungsminister die erforderlichen Vollmachten gegeben, um den Absatz des deutschen Getreides zu festen, von dem Ausfall der Ernte unabhängigen Preisen sicher- zuftellen. Schon im vorigen Jahre waren für eine Reihe von landwirtschaftlichen Erzeugnissen feste Preise eingeführt worden. Dieses System der Marktregelung zu stabilen Preisen ist jetzt in dem G e - treidegrundgesetz verankert und kann daher auf weitere große Gebiete ausgedehnt werden. Es ordnet und sichert den Weg des Getreides vom Erzeuger bis zum Verbraucher und schaltet auf per ganzen Linie alle Preisschwankungen aus. Nicht nur für das Brotgetreide, sondern auch f u r ®erfte und Hafer werden in dem neuen Getreidcwirtschaftsgesetz Festpreise festgesetzt, ine weder über* noch unterschritten werden dürfen. Nicht nur die Landwirte, sondern auch Mühlen- und Getreidehandel sind an diese Preis- und Absatzordnung gebunden. Was im vorigen Jahre ein Anfang und ein vorsichtiger Versuch war, ist nun zu einem endgültigen, im Gesetz verwurzelten Bewirtschaftungssystem geworden, nachdem die im Vorjahre gemachten Erfahrungen gezeigt haben, daß dem deutschen Bauern ar’ diesem Wege ein Absatz seiner Produkte zu gerechten und auch für den Verbraucher tragbaren Preisen gewährleistet werden kann. Durch seine Ausdehnung aus das Futtergetreide hat das Festpreissyftem eine noch solidere Basis erhalten. Sie wird künftig nicht nur dem Erzeuger Absatz und angemessene Preise, sondern auch den Konsumenten eine ausreichende Versorgung sichern.
rers völlig verschiedene Aufgaben zum gleichen nationalsozialistischen Endziel.
„Das hohe Ziel der Arbeitsfront", so heißt es im Aufruf vom 27. November 1933, „ist die Erziehung aller im Arbeitsleben stehen > den Deutschen zum nationalsozialistischen Staat und zur nationalsozialistischen Gesinnung". Hier werden die schaffenden Menschen — gleichviel ob Betriebssichrer oder Gefolgschaft — zusammengeführt und menschlich nahegebracht. .
Die nationalsozialistische Organisation der W i r t • schaftsführung sorgt, daß die Führung der Betriebe als solche Dem Volke bient Damit die 2ü>
Heftige Auseinandersetzungen im Stavisky-Ausschuß.
Tardieu beschuldigt Chautemps unlauterer Motive.
Paris, 18. Juli. (DNB.) Die Zeugenvernehmung im Stavisky-Skandal vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß droht zu unübersehbaren Folgen für die innerpolitische Entwicklung in Frankreich zu führen. Die früheren Innenminister Mahieu, Laval und Tardieu verhielten sich, über gewisse, im Innenministerium liegende Stavisky-Akten und über die Verwendung her Geheimfonds des Innenministeriums befragt, sehr zurückhaltend. Tardieu, der dem Kabinett Doumergue als Minister ohne Portefeuille angehörte, wandte sich zunächst gegen den Vorwurf, mit der Stavisky-Affäre etwas zu tun zu haben und wies die Behauptung gewisser Kreise, daß ein Stavisky-Scheck mit dem Vermerk „für Andre Tardi ..." auf i h n gemünzt gewesen wäre, zurück. Tardieu warf den radikalsozialistischen Kreisen um Chautemps vor, sie hätten eine Polemik gegen ihn versucht, obwohl sie wüßten, daß er mit der Stavisky-Affäre nichts zu tun habe. Der Vermerk auf dem Scheck- abschnitt sei in Wirklichkeit unleserlich. Er stehe dem Falle Stavisky so fern, daß er Ende 1933 sogar von den kleinen Wochenschriften im Solde Sta- viskys angegriffen worden sei.
Als bezeichnend für die Kenntnis, die der frühere Ministerpräsident Chautemps von Staviskys Angelegenheiten gehabt haben müsse, führte Tardieu an, daß Chautemps die Kandidatur des in den Stavisky-Skandal verwickelten radikalsozialistischen Abgeordneten Bonnaure im 3. Bezirk in Paris unter st ützt habe, daß das von Bonnaure her- ausgegebenc Wochenblatt des 3. Pariser Bezirks in Blois (der Heimat der Familie Chautemps) gedruckt und daß nach der Wahl Bonnaures zum Abgeordneten des 3. Bezirks in diesem ein Denkmal für Öen Vater Chautemps errichtet werden sollte, daß Stavisky die Wahl Bonnaures finanziert habe und daß somit zwischen beiden eine Verbindung bestanden haben müsse. Außerdem erklärte Tardieu, daß der Polizeiinspektor Bony zwar nicht unmittelbar mit Stavisky in Verbindung gestanden habe, daß aber die Scheckabschnitte niemals ver- > loren gegangen seien, daß Bony vielmehr a u f Betreiben Chautemps Fälschungen : an den S ch e ck a b s ch n i t t e n vorgenommen
Donnerstag einberufene Parteivorstand der Radikalsozialisten werde sich bereits mit dem Bruch des Burgfriedens befassen. Nach der Auffassung einiger Mitglieder des Stavisky-Aus- schusses, so schreibt das Blatt weiter, müßte der Justizminister C Heron zitiert werden, da larbleu unmöglich die Verantwortung für eine der- artige Politik übernommen haben könnte, ohne die anderen Kabinettsmitglieder, bei Cheron angefangen, befragt zu haben. Die kommunistische „Humanitö" schreibt,, Der Provokateur Tardieu ruft zur Sammlung der faschistischen Kräfte auf. Wir fragen, ob die Radikalsozialisten in der Regierung bleiben werden." Diese Frage wird auch von anderen Blättern gestellt.
habe.
Diese Behauptungen bestimmten den Unter- uchungsausschuß, die Gegenüberstellung von Chautemps und Tardieu für heute nacht anzu- beraumen. In gewissen Kreisen wird der Vorstotz Tardieus gegen den Führer der Radikalsozialisti- chen Partei fast als Bruch desWaffen- tillstandes und als eine Gefährdung des Kabinetts der nationalen Einl- qunq aufgefaßt. Der Vorstand der Radikalsozia- listichen Partei ist für Donnerstag einberufen um zur ßaqe Stellung zu nehmen und über die Folgen zu beraten. Auch die Reife des Ministerpräsidenten Doumergue nach seinem Landsitz, die am Mittwochabend erfolgen sollte, ist ungewiß geworden.
Vor ernsten politischen Folgen
Will Tardieu die Auflösung der Kammer erzwinge«?
Die Gegenüberstellung Tardieus und Chautemps soll einen sehr stürmischen Verlauf genommen haben, ohne jedoch ein positives Ergebnis zu zeitigen. Auf die Frage eines Ausschuß-Mitgliede-, ob er Beweise dafür erbringen könne, daß her Polizeiinspektor Bony bei der Hinterziehung und Fälschung von Stavisky-Schecks nur das ausführende Organ im Auftrage des v o r m a l i g e n M i n i st e r p r a f l d e n t e n Chautemps gewesen sei, hat T a r d i e ui n i ch t g a n t cd o r t e t, sondern sich auf die Erklärung beschrankt, er habe keine Beweise beizubringen, sondern Zeugen, die solche beschaffen könnten. Tardieu lehnte es ausdrücklich ab, sich auf eine direkte Anklage gegen Chautemps festzulegen, obwohl Chautemps ihn der Verleumdung bezichtete, für die er die Beweise schuldig bliebe.
Der Lrnst der Lage und der möglichen politischen Folgen ergibt sich aus folgenden Erklärungen Chautemps: „Die Aussagen Tardieus sind ernst, ebenso vom politischen wie vom moralischen Gesichtspunkt aus. 3ch nehme zur Rennfnis, babeinRegierungsmitglieb bie Berantroortung für ben Bruch bes Burgf Hebens übernimmt. wahren!» ich mich bemühte, fetbft um ben Preis gemittet Sugeffänbniffe hinsichtlich unserer Lehre, bie Regierung zu nerfeibigen, bereitet fich eines i ihrer Mitglieder barauf oor, ben 3 üb ter bet t Regierungsmehrheit mit bern Ziele zu ent- i ehren, bi e R e g i er u n g ber n a t i on at e n 1 E1 n 1 gungzu treffen, einen Bruch bes Burg- 1 stiebens herbeizuführen unb auf biefe weife bie
Muflöfung bet Rammet ju etjroingen. Die heu-
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General-Anzeiger für Oberhessen
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