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Reichsstatchatter Gauleiter Sprenger bei -en Studenten.

Grundsätzliche Ausführungen bei der Weihe eines Kameradschastshauses.

LPD. Frankfurt a. M., 18. Jan. Im An­schluß an die Reichsgründungsfeier der Universität Frankfurt sand heute die feierliche Einweihung des er st en Kameradschastshauses der Frankfurter Studentenschaft, desHaus Langemarcf", in der Westendstraße 55 statt. Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter S p r e n g e r, nahm in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Be­hörden die Weihe des Hauses vor.

In seiner Begrüßungsansprache betonte der Füh­rer der Frankfurter Studentenschaft, daß die Frank­furter Universität eine der ersten sei, die ein Kame­radschaftshaus in dieser Größe sich geschaffen habe. 100 bis 150 Studenten könnten in diesem Hause untergebracht werden und hier die erste Zeit ihrer Studienzeit in Gemeinschaft mit ihren Kameraden verbringen.

Reichsstatthalter Gauleiter (Sprenger weihte das Haus und benannte esHaus Lange­mar ck". In seiner Ansprache beschäftigte sich der Reichsstatthalter eingehend mit Fragen der stu­dentischen Neugestaltung. Er führte u. a. aus:

Mit der Rückkehr der Front st udenten aus dem Weltkrieg begann die Revolutionierung der akademischen Jugend. Längere Zeit ging dann vorüber, bis festere Formen gefunden wurden. Später hat sich insbesondere die preußische Systemregierung mitReformen" der Studenten­schaft befaßt, die ein Kompromiß zwischen Unver­stand der Parteioertreter und der Ueberheblichkeit der damals maßgebenden veralteten Kreise waren. Im alten preußischen Staatsrat wurde das Mach­werk behandelt und verabschiedet. Ick gab damals rückhaltlos meiner Meinung dahin Ausdruck, daß es für solche Reformen absolut nicht an der Zeit sei und daß den Triebkräften die innere Berechti­gung hierzu abgesprochen werden müsse. Trotz des heftigen und geschlossenen Widerspruches, den ich damals als Nationalsozialist fand, freue ich mich heute, recht behalten zu haben.

Nun Hal die nationalsozialistische Revolution die Voraussetzungen geschaffen zur Neugestaltung der Studentenschaft und zur Verwirklichung der Kameradschaftsidee.

Der Gedanke der Kameradschafts-Häuser ist gegenwärtig zersplittert und zum Teil noch un­vollendet, aber der Geist, den der NameHaus Langemarck" kennzeichnet, ist der richtige. Der deut­sche Student muß sich darüber klar sein, daß es

nicht nur gilt, seine studentischen Dinge m neue Bahnen zu lenken, sondern daß der ganzen Univer­sität grundsätzliche Umgestaltung ihres Wesens und der Arbeitsweise nottut. Professor K r i e ck ist einer der wenigen, die in diesem Sinne schon seit langem und auf weite Sicht gewirkt haben; der Führer der «arter Studentenschaft steht mit ihm auf glei- inie zur Erkämpfung dieses nationalsozia­listischen Zieles.

5o wie es Adolf Hitler einmal ausführte, müssen wir alle bestrebt sein:Unsere Universitäten, die heute vielfach nur Fachschulen und reine Gelehr­tenstuben sind, müssen wieder zurückgeführt wer­den zur Universitas".

Gemeinsam also müssen Studenten und Dozenten diesem vom Führer gezeigten Ziele zustreben. Die Erweiterungsmöglichkeiten der heutigen Kamerad­schaftshäuser zeigen sich auf, und ich spreche das offen aus, daß ihre Fortentwicklung aus der gegen­wärtigen unzulänglichen Lage erfolgen muß zu einer umfassenden. Ich kenne die Regierung gut genug, um zu wissen, daß sie diese Entwicklung offen hält. Wir aber wollen hier beginnen, Charaktere zu erziehen; dazu gehört Kameradschaft bis zum Aeußersten. .

So sei dieses Haus em Grundstein für den zu erstrebenden fundamentalen Umbau der* Universität, der mit nationalsozialistischem Gestaltungswillen errichtet werden soll.

hier lebe Nationalsozialismus der Tal, der an der Auslese der Hochschule, aber auch im Volke wirken mutz.

So weihe ich dieses Haus auf den NamenLange­marck", den Namen der Kameradschaft bis in den Tod, ich weihe es dem Nationalsozialismus. Alle, die hierher kommen, müssen Soldaten Adolf Hitlers werden und sein wollen.

Dank an den Gauleiter.

Der nationalsozialistische Studentenführer SS.- Sturrnsührer Müller dankte dem Gauleiter für seine tatkräftige Unterstützung und zielweisende Mit­arbeit am Leben der studentischen Jugend. Rektor Professor Krieck richtete eine Ansprache an die Studentenschaft, in der er besonders heroorhob, daß mit der Revolution auch eine neue Entwicklung des Erziehungslebens unseres Volkes begonnen habe. Nach einer Besichtigung des Hauses nahmen Reichs­statthalter Gauleiter Sprenger und Staatsrat Oberbürgermeister Dr. Krebs zusammen mit dem Rektor der Universität am gemeinsamen Mittags­tisch der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität teil.

Aus der provinzialhaupistadi.

Sauermilch für Kinder.

Von Or. med. Gottfried Fischer.

Die moderne Ernährungswissenschaft hat immer neue Gebiete und neue Aufschlußmöglichkeiten der verschiedensten Nahrungsmittel erschlossen. Vor allem ist es ihr zu danken, daß sie nachgewiesen hat, .wie einzelne Speisen und Getränke ganz unberechtigt stiefmütterlich behandelt worden sind. Eine Sonder­stellung in dieser Hinsicht nimmt die Sauermilch ein. Sie wurde zuerst von einem holländischen Arzt als Buttermilch in die Kinderernährung eingeführt. Die Buttermilch ist bekanntlich eine saure Milch, die bei der Buttergewinnung übrig bleibt und deshalb nur über den geringen Fettgehalt von 0,5 o. H. verfügt.

An Stelle der natürlichen Säuerung durch die Milchsäurebakterien ist neuerdings im Laufe der Jahre ganz allgemein die künstliche getreten. Die Herstellungsarten sind mannigfach. Milchsäure, Zi­tronensäure, aber auch frischer Zitronensaft finden zu diesem Zweck Derwenduna. Aus welchen medi­zinischen Gründen heraus ist solche Sauermilch nun eigentlich mitunter frischer, süßer Kuhmilch vorzu­ziehen?

Die natürliche noch immer unerreichbare Frauen­milch hat den ungeheuren Vorzug, im Magen äußerst feine Flocken zu bilden, ganz im Gegensatz zur ge­wöhnlichen Kuhmilch, die grobe Gerinnung zeigt. Erstaunlicherweise kommt in dieser Beziehung die Sauermilch der idealen Frauenmilch äußerst nahe. Auch sie zeichnet sich durch eine Feinslockigkeit aus, und entzieht daher dem Magen nur geringe Spuren Magensäure. Diese Magensäure kann also in Re­serve gehalten werden und ihren sonstigen Aufgaben ungehindert dienen. Diese Aufgaben bestehen haupt­sächlich in einer erheblichen Derdauungsförderung und in einer Abtötung etwaiger schädlicher Bakterien im Magen-Darmkanal.

Die Sauermilch ist im Haushalt leicht herzustellen. Frische Kuhmilch wird kurz mit Mehl aufgekocht, in der heißen Mehlmilchmischung wird etwas Zucker aufgelöst und nach der Abkühlung auf Zimmer­wärme die gewünschte Säure ganz langsam unter ständigem Rühren zugefügt. Je nach Wunsch erhal­ten wir so eine schmackhafte Milchsäurevollmilch oder Zitronensäureoollmilch.

Es ist übrigens ganz abwegig, eine gute Milch- forte, die etwas sauer geworden ist, einfach als un­brauchbar für die menschliche Ernährung zu betrach­ten und wegzuschütten. Alan kann sie nämlich ab­kochen, 10 Gramm Mehl und 25 Gramm Zucker pro halben Liter müssen vor dem Kochen hinzu- gefügt werden. Auf diese Weise entsteht wieder ein vollwertiges Nahrungsmittel.

Ordnung und Disziplin.

Das Staatspresseamt teilt mit: Es ist wiederholt in der Presse darauf hingewiesen worden, daß die Sprechstunden des Hessischen Staatsministeriums nur Samstays von 8 bis 13 Uhr stattfinden. Trotz dieser Hinweise überlaufen zahlreiche Volksgenossen tagtäglich das Staatsministerium, um ihre Wünsche vorzubringen. Müssen sie dann lange Zeit warten, bis sie zur Vorsprache kommen, dann gibt es oft Mißstimmung; aber diese Volksgenossen vergessen ganz, daß sie durch ihr unangemeldetes Vorsprechen den geordneten Dienstbetrieb gefährden.Ordnung und Disziplin", dies sollen auch die Besucher des Staatsministeriums wahren. Wer auf dem Staats­ministerium vorsprechen will, der komme an dem obengenannten Sprechtag; falls ihm dies nicht mög­lich ist, melde er sich vorher schriftlich an, damit ihm Bescheid zugeht, wann er zur Vorsprache kommen kann. Es ist Anweisung gegeben worden, daß, abgesehen von dem Sprechtag Samstags von 8 bis 13 Uhr, Besucher an den anderen Wochen-1 tagen nur vorgelassen werden können, wenn sie eine schriftliche Aufforderung zur Lorsprache vor«!

zeigen. Deshalb sind hiermit nochmals alle Volks­genossen, die auf dem Staatsministerium vorspre­chen wollen, aufgefordert, auch hierin Ordnung und Disziplin zu halten.

Oie Ausführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses.

Der Hessische Staatsminster Jung hat unter dem 18. Januar folgende Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses erlassen:

Auf Grund des § 11, Abs. 1 des Gesetzes zur Ver­hütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 (RGBl. I, S. 529) wird verordnet:

Zur Ausführung des chirurgischen Eingriffs zur Unfruchtbarmachung von Frauen auf Grund des Gesetzes find bis auf weiteres lediglich die Universi­tätsfrauenkliniken in Gießen und die Hebammenlehr­anstalt und Frauenklinik in Mainz berechtigt. Für die Ausführung des chiruvgischen Eingriffs bei Män­nern werden die Städtischen Krankenhäuser in Darm­stadt, Offenbach, Mainz und Worms und trie chirur­gische Universitätsklinik in Gießen bestimmt. Die Operation darf in den vorgenannten Anstalten nur von den Direktoren der Kliniken bzw. von den Chef­ärzten der chirurgischen Abteilungen ausgeführt wer­den, in deren Verhinderung von den Oberärzten der betreffenden Kliniken und chirurgischen Abteilungen.

Ortsgruppe Gießen Süd.

Zu der am Sonntag, 21. Januar, stattfindenden Straßen sammlung haben sämtliche Amtswalter der PO. und der NSV., 9 Uhr, in der Chirurgischen Klinik (Frühstücksstube der Studenten) pünktlich zu erscheinen.

gez.: Schwarz, Ortsgruppenleiter.

Deutsches Jungvolk.

Stamm I Welfen.

In der nächsten Zeit finden folgende Appelle statt:

Samstag, 20. Januar: Pionierjungzug. Antreten 15 Uhr (Stammesgeschäftsstelle).

Montag, 22. Januar: Fähnlein Allemannen. Antre­ten 16.30 Uhr (Wiosecker Schule).

Mittwoch, 24. Januar: Jungzüge 1/116/1/2/1 und 2. Antreten 15.30 Uhr (Heuchelheimer Schule).

Heil Hiller!

Der Führer des Stammes I Welfen.

(m. d. F. b.)

Gez.: Hans Ebe.

Filmvorführung nur durch Mitglieder der Filmkammer.

Die Polizeidirektion Gießen teilt fol- gendes mit:

Es liegt Veranlassung vor, auf die Verordnung über die Errichtung einer vorläufigen Filmkammer vom 22. Juli 1933, Reichsgesetzblatt Teil I, Nr. 86 vom 25. Juli v. I., hinzuweisen. Dor Erlaß dieser Verordnung war es jeder Organisation, Verein oder sonstigen Personen gestattet, von der zuständigen Behörde zugelassene Filme unter Beobachtung der von den Polizeibehörden im Interesse der Sicherheit erlassenen Bedingungen laufen zu lassen. Diese lockere Bestimmung ist durch obige Verordnung fallen ge­lassen und bestimmt worden, daß jede Organisation, Verein oder jede Person, >bie sich auf irgend einem ©ebiete des Filmwesens betätigen und insbesondere Fstme vorführen wollen, Mitglied der Filmkammer sein müssen. Dies trifft auch zu für die auf dem ©ebiete des Volksbildungswesens und des Sports sich betätigenden Organisationen, sowie auch auf Schulen, die etwa öffentliche Aufführungen auf Elternabenden und dergleichen veranstalten.

Im Interesse aller bieder Stellen und Personen [liegt es, sich sofort als Mitglied der Fttmkammer,

die ihren Sitz in Berlin hat, anzumelden. Wer nicht die Mitgliedschaft der Filmkammer nachzuweisen vermag, kann künftighin nicht mehr auf Genehmi­gung zur Vorführung von Filmen rechnen.

Das rote Blinklicht an Bahnübergängen beachten!

Die Roichsbahndirektton Mainz hat neuerdings stellenweise an Bahnübergängen, die nicht mit Schranken versehen sind, Warnlichtanlagen an­bringen lassen, die beim Herannahen eines Zuges rechtzeitig in Tätigkeit treten und durch ein rotes Blinklicht den gesamten Straßenverkehr sperren sollen. Es wurde beobachtet, daß Kraftfahrer die Warnlichtanlagen nicht genügend beachten und der­art gesicherte Bahnübergänge noch überqueren, ob­wohl das Warnzeichen die unmittelbar bevorstehende Annäherung eines Zuges bereits ankündigt.

Ein derartiges Verhalten verstößt aber nicht nur gegen Paragraph 79 (4) der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung, sowie Paragraph 18 der Kraftfahr­zeugverordnung, sondern muß auch, ganz abgesehen von der mit einer solchen groben Fahrlässigkeit ver­bundenen Gefahr, in bedenklichster Weise dazu bei­tragen, die Disziplin des öffentlichen Straßenver­kehrs zu untergraben. Es ist von größter Bedeutung, daß sich die Kraftwagenführer an diese neuzeitliche Sicherungseinrichtung für Bahnübergänge gewöh­nen, und beim Erscheinen des roten Blinklichtes das Sperrzeichen unbedingt beachten.

Um den Wert dieser Einrichtung nicht in Frage zu stellen, muß mit allen Mitteln dahin gewirkt werden, daß sämtliche Wegebenutzer das rote Halte­zeichen der Warnlichtanlagen beachten.

Das Hessische Staatsministerium hat daher die Polizeibeamten angewiesen, gegen alle Personen, die hiergegen verstoßen, und dadurch sich und andere in Lebensgefahr bringen, unnachsichtlich Straf­anzeige zu erstatten.

BDA.-Opfertag für die Winterhilfe.

Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kul­tus, Kunst und Volkstum hat an die unterstellten Behörden folgende Verfügung gerichtet:

Im Rahmen des Winterhilfswerks und im Auf- trag des Winterhilfswerks-Reichsführers führt der Dolksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) in Abänderung der bereits bekanntgegebenen Ter­mine am 2 6. Januar und 23. Februar 1934 einenVDA.-Opfertag für die Winterhilfe" durch.

Im Nachgang zu unserer Verfügung vom 23. De- zember 1933 zu Nr. I. 5730 empfehlen wir Ihnen, auch über die Befreiung der sammelnden Schüler hinaus die Durchführung des Opfertages in jeder Weife zu fördern, insbesondere an den Orten, an denen Gruppen des VDA. nicht bestehen. Der Lan­desverband Hessen wird vor allem an die Kreis­schulämter Ausführungsbestimmungen zu dem Opfertag für die einzelnen Schulen Ihres Bezirkes übersenden, die Sie tunlichst sofort guf terminge­mäßen Durchführung an die Schulleiter weitergeben wollen. Ringshausen.

XSornoti&en.

Tageskalender für Freitag. Stadt­theater: 20 bis 22.30 Uhr,Alle gegen Einen Einer für Alle". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Schwarzwaldmädel". Astoria-Lichtspiele, Selters­weg:Der König der Arena" undDas flammende Schwert". Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP.: 20.15 Uhr, Kaufmännisches Vereinshaus, Zelle 6 und 7, Zellenabend. Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr, Horsaal des Geologischen Instituts, Zelle 4 und 7, Zellenabend. Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld, Zelle 4, Zellenversammlung.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend zum ersten Mal das SchauspielAlle gegen Einen Einer für alle" von Friedrich Forster-Burggraf. Spielleitung: In­tendant Hanns König. Dieses Werk, das bereits von über 60 Bühnen zur Aufführung erworben wurde, erlebte am 9. November 1933 in München seine Uraufführung. Es konnte für das deutsche Theater schwerlich eine größere Ehrung denkbar sein, um die Toten der nationalsozialistischen Revolution

am 6. November ergreifender zu ehren, als durch die Uraufführung dieses neuen Lühnenwerkes von Forster.

Die Deutsche Bühne machte in unserem gestrigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die zweite Januaroorstellung für die Samstags-Mit- wieder am Montag, 29. Januar, ftattsindet.

Der Hessische Jagdklub, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet heute abend einen Vortrag von stua. torest Hesse überDer zahme Fuchs als Schweißhund". (Siehe gestrige Anzeige.)

** Opfersinn des Po st Personals. Im Monat Dezember 1933 smd vom Personal des Oderpostdirettlonsbezirks Darmstadt lu 200 Mk. für die Winterhilfe und rund 6000 Mark zur Förde- rung der nationalen Arbeit gespendet worden. Daneben hat der größte Teil des Personals noch lausend zu der örtlichen Volkswohlsahrt Spenden überwiesen. v .

** Vortrag im NS.-Lehrerbund Öie» ßen-Stadt. Am Mittwoch der nächsten Woche hält der NS.-Lehrerbund Gießen-Stadl eine Ver­sammlung ab, in der Professor Dr. L a u t e n s a ch über das ThemaGeopolitische und wehrpoutyche Eindrücke auf einer Reise durch Ostasien" sprechen wird.

** VHC. Gießen. Die erste Wanderung im neuen Wanderjahr, an der sich 57 Personen beteiligten, führte am vorigen Sonntag über Klein-Linden, teil­weise dem gelben Punkt entlang, nach Allendorf a.d.Lahn, wo Mittagsrast gehalten wurde. Da die Feldwege nur schlecht gangbar waren, wurde der Weg auf der Landstraße über Dutenhofen gewählt. Allmählich steigt die schöne, breite Straße, die nach Wetzlar führt, an. Auf der Anhöhe treffen die gel­ben Punkte, die von Klein-Linden über Munchholz- Hausen gehen, wieder auf die Straße. Kurz vor Wetzlar führt ein gut gangbarer Feldweg links an dem Bismarckturm vorbei nach Garbenheim. Die­sen benutzten die Wanderer. Auf der Höhe vor Gar- benheim bot sich eine schöne Aussicht auf Garben­heim, Wetzlar und die Lahn, die durch das flache Wiesental mehrfach gewunden dahinfließt. Da die Wanderer schon um 3 Uhr nach Garbenheim ta­rnen, wurde hier mehrere Stunden eingekehrt. Bei Gesang, unterhaltenden Mundart- und Klavieroor- trägen ging die Zeit schnell vorbei. Nach einem kür­zeren Marsch von Garbenheim nach Wetzlar erfolgte von dort die Rückreife.

** D i e Ortsgruppe Gießenim Reichs» verbände der Gehörlosen Deutsch­lands e. V. (Mitglied der NS.-Volkswohlfahrt) hielt so schreibt man uns am Sonntag ihre gut besuchte Monatsversammlung ab. Der mit der Führung der Ortsgruppe beauftragte SA.-Mann B e ck 12/116 machte die Mitglieder mit den neuen Satzungen und Bestimmungen des Reichsoerbandes bekannt und hob die Vorteile der neuen Bestim­mungen gegen die alten Satzungen hervor. Dann gab er die neuen Beitragssätze und die Höhe der Unterstützungen bekannt. Am 1. Februar wird die Aufnahmesperke in den Reichsverband aufgehoben. Danach können die in der Umgegend und im Kreise Gießen lebenden Gehörlosen sich zur Ausnahme mel­den. Der Reichsverband der Gehörlosen Deutsch­lands e. V. ist die einzige staatlich anerkannte Ge- Hörlosen-Organisation Deutschlands. Sodann er­klärte der Ortsgruppenleiter noch kurz das Gesetz gegen Erbkrankheiten und hob hervor, daß dieses Gesetz in weiten Teilen der Bevölkerung die Mei­nung aufkommen ließ, als ob die Gehörlosen von nun ab nicht mehr heiraten dürsten. Dies sei ein großer Irrtum, denn an und für sich gehöre die Taubheit nicht zu den eigentlichen Erbkrankheiten im Sinne des Gesetzes. An Hand von praktischen Beispielen konnte nachgewiesen werden, daß der überwiegende Teil der Gehörlosen hörende, also normal gesunde Eltern habe und also den Gehör­losen der Weg zur Ehe nicht versperrt fei. Zum Schluß wurde noch Schreinermeister Philipp Rühl anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehrenmit­glied ernannt. Der Bezirksleiter G u ck e s - Wetzlar stimmte dieser Ernennung zu.

Die Reichsgmn-lmgsfeier der LandesumverW

Zum ersten Male im neuen Reich beging gestern mittag die Hessische Landesuniversität in althergebrachter Weise die Reichsgrünüungs- feier. Nachdem der Akademische Lehrkörper unter den Klängen eines Orgelvorspiels in die mit Grün geschmückte und durch die Faynen der Korporattonen wirkungsvoll belebte Aula eingezogen war, und nach einem vom Akademischen Chor unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Professor Dr. T e - mesvary klangvoll zum Dortrag gebrachten ChorgssangFrisch auf in Gottes Nomen, du werte deutsche Nation" ergriff

(Seine Magnifizenz der Rektor, Professor Or. Bornkamm

das Wort zu einer Ansprache, in der er fol­gendes ausführte:

Es entfpricht einer besonderen Anordnung unse­res Führers Adolf Hitler, wenn die deutschen Uni­versitäten auch in diesem Jahre neuen politischen Geschehens und neuer nationaler Feiertage den Tag der Reichsgründung wieder festlich begehen. Wir sind dem Führer dankbar dafür, denn wir würden den Tag, an dem wir feit dem Ende des Krieges unsere vaterländische Sehnsucht zusammen­getragen und den wir all die Jahre der Schmach und des Niedergangs hindurch nicht losgelassen haben, nur schwer missen. Er gehört gerade heute zu uns, wo wir oft ausgesprochene Hoffnungen er­füllt sehen. Wir sind ein durch einen großen Mann geeintes Volk geworden. Die Ehre Deutschlands ist wieder unser aller Ehre. Wir haben gegen eine Welt von Feinden endlich wieder die Stimme der Wehrhaftigkeit und des Rechts auf Leben erhoben. Das Erbe der Väter, die Einheit des Reiches, die uns auch in den fürchterlichsten Drangsalen erhalten blieb, wächst immer tiefer in die Herzensgründe der Deutschen hinab und wird unterfangen von einem ©efühl der Kameradschaft und Schicksalsgemein­schaft auf Tod und Leben, das uns allzu lange versagt blieb. Unser Volk ist in der Heimkehr zu sich selbst begriffen. In einem solchen Augenblick, in dem uns die ganze Verantwortung eines neuen Beginns auf die Schultern gelegt wird, ergreift uns die Verbundenheit mit dem Werk der Väter mit neuer Macht. Was um das Reich gelitten und gekämpft worden ist, geht als Kraft und Feuer in unseren Kamps ein. Aber in dieser gemeinsamen Leidenschaft für das Reich sehen wir doch zugleich das Werk unserer Väter gerechter und ehrlicher als bisher. Wir haben wohl alle in den letzten Jahren die Reichsgründung nicht ohne eine gewisse Be­klemmung feiern rönnen. Wir feierten nur den herrlichen Beginn, aber wir wagten nicht einzu­gestehen, daß er schon die Todeskeime heimlich in

sich trug. Die Dolkskraft und vor allem die geistige Gesundheit des Volkes hielt nicht lange genug vor, um den mächtigen Bau mit dem inneren Leben zu erfüllen, dessen er bedurfte. Das Zweite Reich liegt schon so weit übersehbar vor uns, daß wir ehrlich auch bas schwere Erbe nennen können, das es uns hinterlassen hat: die ungelöste Arbeiterfrage, das Schicksalsproblem des deutschen Volkes und ein in Weltansichten, Systeme, freie Individualitäten zer­spaltenes Volkstum; eine übermäßig ausgewucherts Wirtschaft und ein zu sich selbst unsicher geworde­nes Staatsempfinden; erloschene völkische Urinstinkte und eine Bereitschaft, in die Ferne zu schweifen und sich dort Rat und Ziel zu holen. Das alles war dem neuen Reich schon in die Wiege gelegt, als unabwendbarer Keim des Zusammenbruchs. So herrlich und maßvoll das Gebäude erschien, es war von Anbeginn an unterwühlt. Beides lag von Anfang an ineinander: großes geschichtliches Wer­den und eine Todzerfallenheit, die im geistigen Leben und in -der völkischen Spaltung schon er­schütternd früh nach der Reichsgründung zutage trat. Beides muß man mit ganzer Bereitschaft sehen, will man nicht den geschichtlichen Augenblick, den Uebergang des Zweiten zum Dritten Reich, in dem wir stehen, versäumen. Darum ist die Feier der Reichsgründung zugleich dankbare Erhebung wie entschlossene Buße. In aller Große des vater­ländischen Wollens, im Glanze siegreicher Waffen, unter der Führung der großen deutschen Staats­männer und Heerführer war das Zweite Reich doch [eit Anbeginn von der Tragik umwittert, daß ihm Der tiefste, nicht faulende Bohlenrost eines feinem Schöpfungsgesetz lebenden Volkstums fehlte.

Eine romantische Verklärung des Väterreichs wäre ebenso verantwortungslos wie eine Flitter­vergoldung der Eingangspforten des Dritten Rei­ches, durch die wir jetzt schreiten. Wir bedürfen vielmehr unbestechlicher Erkenntnis aus der Ge­schichte, um wach und rauschlos das Werk, das unserem Geschlecht aufgetragen ist, zu beginnen. Wir können die Väter, die das Zweite Reich schufen, nicht übertreffen an Leidenschaft der Hin­gabe für das Vaterland. Wir werden ihr Werk auf lange hinaus an Macht und Ansehen in der Welt nicht erreichen können. Wir können nur versuchen, die Deiche, mit denen wir dem Meer der zerstören­den Gewalten Land für uns und unsere Kinder abringen müssen, stärker zu befestigen. Wir müssen bis zu den Grundgesetzen alles dauerhaften poli­tischen Lebens hinabstoßen. Der Staat steht heute wieder vor uns mit der fordernden Gewalt, die ihn erst zum Staat macht. Wir müssen sie wie­der ernst nehmen lernen, ungeachtet aller persön­lichen Opfer, die dadurch von uns verlangt werden. Denn wir verdanken ihm unsere ganze Existenz.