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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
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Das Erdbeben in Tlordindien
Zum Tode von Hermann Bahr
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Maß aller Dinge zu machen.
Die Jlof der Abiturienten fängt eigentlich erst an, wenn man sich für einen Beruf in handel.
außerhalb der Beamtenkarriere gute Fortkommens- Möglichkeiten haben und leitende Stellen in der Wirtschaft einnehmen können. Es gibt genug handwerklich Tätige, die ihre Existenz mit der vieler Akademiker nicht tauschen möchten, und genug Akademiker, die, wenn sie es nochmals zu tun hätten, lieber ein Handwerk erlernten.
In der großen Zeit wirtschaftlicher Umgestaltung braucht ein Uebermaß von Schulbildung nicht unbedingt verloren zu sein und kann in allen Berufen gut gebraucht werden. Wem seine bessere Allgemeinbildung ein Hemmnis ist, einen praktischen Beruf zu ergreifen, der wäre lieber nicht auf die höhere Lehranstalt gegangen. In die Volksgemeinschaft passen solche jungen Leute nicht. Volk, Staat und Wirtschaft sind nicht dazu da, unmögliche Be- rufswünsche zu erfüllen und den Einzelnen zum
Sonntag, 28. Januar, findet nachmittags zur Eröffnung der Volksmistionswoche in der Stadtkirche zu Friedberg ein Gottesdienst statt für die Pfarrer des Dekanats, die Volksmissionare und sämtliche,Gemeindeglieder von Friedberg und Umgebung. Direktor Pfarrer Röhricht (Darmstadt) hält die Predigt. Prälat D Dr. Dr. Diehl wird sich in eüiai Ansprache an die DolksmMonare wenden.
Der österreichische Dichter Hermann Bahr, der, wie bereits gemeldet, nach längeren Leiden im Alter von 70 Jahren in München gestorben ist.
Handwerk, Industrie oder Landwirtschaft zu gut dünkt. Denn wer sich ohne übermäßige Ansprüche
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Innere Mission, welcher der Träger der Veranstaltung ist, gewonnen worden. Zweck einer solchen Veranstaltung ist, das Evangelium von Jesus Christus, in dem das heil der Menschheit liegt, immer mehr an die Gemeindeglieder heranzubringen und sie unter seine Wirkung zu stellen. Die zu behandelnden Themen dürften allgemeines Interesse erregen. Es sind folgende: „Radikale Revolution", „Gott oder Schicksal", „Blut, Rasse und Boden im Licht des Evangeliums", „Braucht der arische Mensch Erlö- sung?", „Der Totalitätsanspruch Jesu Christi", „Die neue Kirche im Dritten Reich", „Das Wort, sie sollen lassen stahn", „Ein Blick in die Zukunft".
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Zwei indische Städte, die besonders schwer betroffen wurden. — Oben wichtigsten Handelsstädte Nordindiens. - Unten: Benares, der berühmte Wallfahrtsort am Ganges. — In der Mitte, rechts: Karte der Unglucksgebiete.
Il Hrimwehrlandesführer Graf A l b e,rU. korben hu österreichischen Bundespolizel verhaftet worden, wsi er be? einer Haussuchung in der Wohnung des nntionalsozialistischen Gauleiters Frauenfeld ange- loffen worden war. Alberti hat inzwischen seinen Mief tritt als Landesführer von Niederosterrelch mit- a teilt und feinen Beitritt zu den Nationalsozialisten vollzogen.
wurden.
Ein Teil der 15 000 Zuzulassenden wird sicherlich aus finanziellen und anderen Gründen gar nicht studieren. Die Regierung erwartet sogar, daß die meisten von ihrer Studienmöglichkeit keinen Gebrauch machen möchten, da sonst die große Zahl hochschulberechtigter nicht zu verantworten ware^ Auf alle Fälle wird es Abiturienten Mit und ohne Berechtigungsschein geben, die nichtakademische Berufe ergreifen müssen. Bei der Bewerbung um einen praktischen Beruf ist es nun v e r b o e n , d e n Berechtigungsschein zu verla n gen oder vor^u legen. Es soll damit eine Benachteiligung der andern Abiturienten, denen nicht das Recht zum Hochschulstudium bescheinigt wurde verhütet: werden. Die hoch chulreife erhalten vor allem die theoretisch Begabten, und die Wirtschaft wäre schlecht beroiten menn sie diese auch immer für die besseren Praktiker hielte. Man kann wohl großer Theoretiker und Praktiker zugleich sein, aber häufig ist es doch auch.so, daß recht gelehrte Leute die ungeschicktesten Menschen sind. Jedenfalls werden die Vermittlungsstellenstreng darauf sehen, daß bei Zuweisung m praktische Berufe der Berechtigungsschein, der nur für das Studium gilt, feine Rolle spielt.
Welche praktische bzw. nichtarademischc Berufe kommen für Abiturienten in Frage?
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ersparten Studienkosten ein tüchtiges Handwerk erlernen zu lassen, in dem er sich später einmal vielleicht selbständig machen könne.
Auf solche Vorschläge bekommt man gewöhnlich prompi zur Antwort: „Ja, dazu hätte man doch kein Abitur gebraucht." Allerdings, und es wäre be-1 stimmt für viele besser gewesen, schon mit Ober- ekundareife die Schule zu verlassen. Aber das einmal gemachte Abitur sollte doch wenigstens kein Anlaß lein, die schon nicht leichte Berufswahl noch unnötig zu erschweren. Viele Abiturienten finden nur deshalb ihren Platz so schwer im Wirtschaftsleben, weil ihnen vor lauter Vorurteilen praktische Berufe nicht gut genug sind. Viele könnten namhaft gemacht werden, die heute als Hilfsarbeiter Herumlaufen, weil sie nur Beamtenanwärter werden wollten und nicht die Entschlußkraft aufbrachten, sich für einen praktischen Berus zu entscheiden.
i Man vergißt gewöhnlich, daß auch Nichtakademiker
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In Bremerhaven traf, von Behörden und Verbünden aufs herzlichste begrüßt, der ^iermali- tooner des Grafen Luckner, „Mopelia" (früher „Baterland ) ein. Dtefes Schiff M unter Führung des ehemaligen „Emden"-Kapitäns Lauterbach °me sieben Jahre lange Propaganda- fahrt für Deutschland hinter sich, die es in alle Telle der Welt führte. Im Bild vbe" llnks. Der Führer des Seglers, Kapitän Lauterbach (links), Grastn Luckner, Graf Luckner.
Zur Abiturieuieufrage
Von Dr. Rottenbacher, Arbeitsamt Gießen
Die meisten, wenn sie nicht studieren können,! wollen in die mittlere, gehobene Beamtenlausbahn. I Reichsbahn, Post, Finanzamt, Justiz und Kommunalverwaltung stehen da im Vordergrund. Man I wird soviel Abiturienten wie möglich einstellen. Natürlich müssen die Behörden auch Maß halten, um nicht auf Kosten der Allgemeinheit unnötige Beamte heranzuziehen. Sehr viele suchen als Offiziersanwärter bei der Reichswehr oder Polizei unterzukommen. Wer nicht als solcher ausgenommen wird, versucht es in der Mannschaftslaufbahn, um schließlich auf nichtbeschleunigtem Wege noch Ossi-1 zier zu werden Auch andere Wege führen in die Beamtenlaufbahn. Man bildet sich nach gewöhnlich zweijähriger Volontärpraxis auf einer höheren Fachschule zum Maschinenbau-, Elektro-, Verrnes- sungs- oder Bautechniker aus und kann dann nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch bei den verschiedensten Behörden im gehobenen technischen Beamtendienst Aufnahme finden. Schließlich werden von den Abiturienten noch die kaufmännischen, die Büroberufe und die Banklehre bevorzugt. Daß es aber auch handwerkliche und landwirtschaftliche Berufe für sie gibt, daran denken die allerwenigsten; ebenso finden die kunstgewerblichen Berufe zu wenig Beachtung. Hierzu sei folgendes gesagt:
In den sog. „Versorgungsberufen" können als Beamtenanwärter nicht allzu viele unterkommen, wenn die Behörden auch mehr als bisher einzu- stellen gewillt sind. Die gehobene Technikerlaufbahn mit ihrem fünfsemestrigen Studium kommt für viele aus Eignungs- und finanziellen Gründen nicht in Frage Die Lehrerstudenten fallen bekanntlich nicht unter die Richtzahl der „15 000"; aber wenn die Lehrerausbildungsanstalten auch aufnahmefähiger geworden sind, so ist die Zahl der Aufzunehmenden verhältnismäßig doch sehr beschränkt.
Wohl ober übel wird der größte Teil der Abiturienten sein Unterkommen in der „freien Wirtschaft" suchen müssen und zwar nicht nur in Büros und Kontore, sondern auch in den Werkstätten und in der Landwirtschaft.
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Die große A k a d e m i k e r n o t und Hoch- c ^(c ul Überfüllung hat die Regierung zu un- i v« meidlichen, energischen Maßnahmen gezwungen. !Dnn schützt die Zahl der arbeitslosen Akademiker I arj mindestens 40 000, und an 60 Prozent der Be- < I (li^ftigten sollen in Berufen tätig sein, wozu wirk- - Ibi kein Hochschulstudium, ja nicht einmal das Abi- ■ ti nötig gewesen wäre. Ueberall findet man Akademiker in ganz untergeordneten Arbeiten ihr Brot d "bienen.
Men Warnunaen zum Trotz sind von Jahr zu Ahr die Zahlen der Abiturienten und Hochschul- (Udierenden immer mehr angewachsen. Obgleich der Mars an Akademikern nicht größer, sondern eher Hiner geworden ist, stieg die Zahl der Hochschul- jtibierenben seit 1913 von 72 000 auf rund 140 000.
Das sind 90 000 zuviel! 90 000, die keine Aussicht aus akademische Stellen haben.
rnn nach Ansicht eines der besten Kenner der akademischen Verhältnisse genügten 50 000 Hochschul- (tibierenbe, um den Akademikerbedars vollauf zu dckken. Nehmen wir hinzu, daß jeder Hochschul- [tibierenbe dem Staat jährlich über 1500 Mark feitet, so mag sich jeder ausrechnen, w i e v i e l e t jllionen vorn Staat für überflüssige Hoch- iciulftubierenbe verschwendet worden sind, kmentlich zu feinem anderen Zweck als das Schick- ic der allzu vielen Akademiker noch zu verschlech- ■ |rn Es war eine nicht hoch genug einzuschätzende r»t der nationalen Regierung, der unerträglich gewordenen Hochschulüberfüllung endlich einen Rie- g.I vorgeschoben und verfügt zu haben: Bis hierher u b nicht weiter!
Die Regierung hat die Zahl der Studienberech- ti, ten für 1934 auf 15 000 beschränkt, während etwa I noo Abiturienten zur Entlassung kommen von bmen wahrscheinlich wiederum 25 000 bis 30 000 j. Fachschulen besuchen wurden. Die Beschränkung
aus 15 000 ist noch sehr entgegenkommend, denn nach den vorhandenen Berechnungen sind normaler- weise kaum 10000 Neuimmatrikulierte ür den akademischen Nachwuchs nötig. Die Staumasse der Hochschulstudierenden, läßt die Regierung erklären, ist so groß, daß wir auf 4 Jahre aus jeden Neuzugang zum Studium verzichten konnten und immer noch zuviel Akademiker hätten. Wenn trotzdem 15 000 zum Studium zugelassen werden, so nur deshalb, weil man die jetzigen Abiturienten nicht für die Sünden der früheren libe- ralistischen Regierungen büßen lassen will.
. Den Besten dieser Jahrgänge soll nicht die Möglichkeit verschlossen werden, sich als ausgelesener Qualitätsnachwuchs gegenüber dem Massendruck der Vorausgegangenen durchzusehen.
Die Direktoren der höheren Lehranstalten haben nun die verantwortungsvolle Aufgabe, unter Berücksichtigung von Eignung und nationaler Zuverlässigkeit die Hochschulberechtigten nach bestimmten Quoten auszuwählen. Von 40 Abiturienten dürfen im Durchschnitt nur 15 den Berechtigungsschein zum Hochschulstudium erhalten, den andern 25 selbst wenn sich unter ihnen noch Hochschulrene befinden sollten, wird er abaesprochen werden müssen Das Ueberfüllungsproblem läßt sich ohne Harten einfach nicht lösen. Natürlich sind Irrtümer in der Auslese unvermeidbar Aber, nationalsozialistisch gedacht, diese Irrtümer wiegen federleicht gegenüber den vielen Irrtümern, die bisher von individualistisch eingestellten Eltern in ihrem Standesdünkel gemacht worden sind Als Opfer falschen (^rgeizes haben ungezählte Schüler das Abitur machen und nachher studieren müssen, die niemals zu einem> Lv- schlußexamen gekommen sind und auf der Hochschule glänzend versagt haben Was will es nun heißen, > wenn wirklich da und dort nicht immer gerade die I allertüchtigsten ausfindig gemacht werden, wenn wir ' dagegen auf der andern Seite diese Hochflut von Pseudoakademikern loswerden, für die lahraus, sahr- ein ungeheuere Summen privaten und öffentlichen Kapitals sozusagen zum Fenster hmausgeworfen
In unsere Berufsberatungssprechstunde kam letzthin der Vater eines Abiturienten und meinte: es wäre doch nicht richtig, daß man seinem Sohn nun wahrscheinlich das Studium sperre. Die Regierung hätte die Eltern rechzeitig aufklären und weniger Schüler in die Oberklassen zulassen sollen; dann brauche man jetzt keinen „numerus clausus" für's Hochschulstudium und die Eltern würden nicht so viel Schulgeld unnötig ^gegeben haben. Es stellte I einordnen kann, der wird b-stimmk
K lei"«« Pl°h im ->irffch°ft-leben finden.
Hilfestunden in die folgenden Klassen immer nur Man muß nur mit Mut und Kraft fern Schicksal mit knapper Not versetzt wurde. Wir erwiderten, zu meistern suchen, dann finden sich auch die Lehr- daß es an Aufklärung über die Hochschulüberfüllung Herren, denen 19jährige noch nicht zu alt sind. Vor und die Akademikernot bestimmt nicht gefehlt habe, allem auch die Eltern, die ihren Standesmaterialis-
Denn 360 öffentliche Berufsberatungsstellen in mu9 noch nicht abgestreift haben, sind häufig noch Deutschland haben sich schon seit Jahren diese Auf- verpichter auf einen sogenannten „besseren" Beruf, klärung in Schulbesprechungen, Vorträgen und Ar- als ihre Söhne selbst. Es gibt keinen Unter- tifein in der Presse sehr angelegen sein lassen, nur schied mehr zwischen dem Arbeiter der fanden sie gerade auch bei den Eltern wenig Gehör. F a u st und der Stirn. Der Wegfall dieses al- Allerdings, die früheren Regierungen waren un- ten, verderblichen Unterschiedes sollte die Bereitschaft fähig und haben versäumt, die notwendigen Konse- erleichtern, sich einem praktischen Berufe z u- quenzen zu ziehen. Aber seien Sie der neuen, natio- Izuwenden und im Wiederaufbau des neuen nalen Regierung von Herzen dankbar, daß sie nun Deutschland sich dort zur Verfügung zu stellen, mit eisernem Besen auskehrt und die von andern ro0 hie Möglichkeit dafür vorhanden ist. versäumten Konsequenzen zieht. Denn sonst würden -------
Sie ihren Sohn, den Sie aus freien Stucken bis TUffdmiffmndtOorfte
zum Abitur durchqequetscht haben, sogar noch 4 bis e ^0trSM!tN0NSw0cye
5 Jahre auf die Universität schicken, um- die Zahl ,m ©efanat Hnedverg.
d-r arbeitstofen ni^t unurpubrtnflenben atabemtfer ?8. Januar bis 1. Februar findet fn siimt-
machen wollen für ttch-n Gemeinden des Evangelischen Dekanats Fried- "olcÄ"mS,»Sota Tu? der berg eine Volksmissionswoche statt. Namhafte Red- £oW uS o^f^bi ®.°QUf I-r sind-hierfür vom ffeimchen ^taesverein ^iür Wir rieten dem Vater, seinem Sohn für die
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