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Das Lawinenunglück im Allgäu.

Zwei Touristen tot gedorgen.-Zwei lieichswehrfchützen noch immer verschüttet

keine Rücksicht darauf genommen, daß alle ande­ren P o st e n der Zahlungsbilanz zwischen Deutsch­land und Frankreich zugunsten Frankreichs erhebliche Ueberschusse aufweisen, so daß auch ohne Drosselung der Wareneinfuhr eine Glattstellung er­reicht wurde.

Deutschland hat sich den Versuch, seine Einfuhr nach Frankreich zu drosseln, nicht ohne weiteres gefallen lassen, sondern mit Einfuhrbeschrän­kungen für Frankreich beantwortet. Das hat Frankreich veranlaßt, sich überrascht zu zeigen, so überrascht sogar, daß es den Handelsvertrag von 1 92 7 kündigte. Es ist indessen mit einer baldigen Wiederaufnahme der deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen zu rechnen. Ausdrücklich wird in der vom französischen Botschafter über­reichten Note erklärt, daß Frankreich die Maß­nahme der Kündigung nur darum ergriffen habe, um eine weitere Verschärfung des Handelskonfliktes zu vermeiden, und datz es jederzeit zu neuen Ver­handlungen bereit sei. Ein weiteres Positioum dürfte die Tatsache sein, daß die französischen Kon­tingentierungsstellen die Anweisung erhalten haben, den Umfang des deutschen Warenkontingents auf 300 Millionen Franken zurückzuführen, so daß die ursprüngliche Verringerung der deutschen Waren­ausfuhr um 600 Millionen Franken bereits auf die Hälfte reduziert ist. Es ist, sowohl im Interesse der politischen als auch der wirtschaftlichen Beziehun­gen, zu hoffen, datz der handelspolitische Schwebe­zustand zwischen Deutschland und Frankreich bald sein Ende findet. Deutschland ist heute noch nicht nur auf die Ausfuhr nach Frankreich angewiesen, sondern Deutschland ist auch umgekehrt einer der besten Kunden Frankreichs, so daß ein baldiger Ausgleich im beiderseitigen Interesse liegt. Es er­gibt sich aus der im Handelsvertrag von 1927 fest- «n Kündigungsfrist von drei Monaten, daß mdelsvertrag mit dem 20. April 1934 außer Kraft tritt, so daß für die Verhandlungen ein gan­zes Jahresviertel zur Verfügung steht. Es ist zu erwarten, daß man in diesem Zeitraum eine Basis der Verständigung findet, um bald wieder zu einer geordneten handelspolitischen Zusammenarbeit zu kommen.

pariser Versuchsballon.

Haben England und Frankreich sich über das Saarproblem geeinigt?

Paris, 19. Ian. (DRV. Funkspruch.) ,Malin" will berichten können, daß Frankreich und England sich über die Behandlung der Saarfrage geeinigt hätten. paul-Boncour habe, so erklärt das Blatt, in seinen Ausführungen zur Danziger Angelegenheit gesagt:Ich zolle dem Bericht Sir Iohn Simons Anerkennung. Die Grundsätze dieses Berichtes be­treffen aber nicht nur die Freie Stadt Danzig, son­dern auch die anderen unter Bölter- buudskon trolle stehenden Gebiete." Rur Eingeweihte, führt das Blatt weiter aus, hätten sogleich begriffen, datz eine en g l i s ch - franzö­sische Einigung in der Saarfrage erzielt worden sei. Diese Einigung werde sehr bald in bestimmten Weisungen zum Ausdruck kommen.

Petit parifien" will die wahrscheinliche Zusam­mensetzung der Saarabstimmungskommis- | i o n angeben können: Vorsitzender Baron Aloisi (Italien), zwei Bertreter außereuropäischer Länder (A u ft r a l i e n und Argentinien) und zwei neutraler europäischer Staaten (Spanien und Dänemark).

Die Saarausstellung in Köln.

Die ungemein instruktive Saarausstellung, die im September als Nachklang zur großen Saar- funbgebung am Niederwalddenkmal in Frank­furt am Main aezeigt wurde, ist nun in Köln aufgestellt. Ein flüchtiger Blick in die Tageszeitun­gen belehrt jeden, daß das Saarproblem heute im Mittelpunkt der Politik steht. Je näher der Termin der Volksabstimmung herannaht, um so schärfer wird der Kampf der Deutschen Front im Saarge­biet um die Rückgliederung an das Reich, je not­wendiger aber auch braucht die saarländische Be­völkerung die Unter st ützung und das warme Interesse der Heimat. Dazu be­darf es genauer Kenntnis der politischen und wirt­schaftlichen Probleme des Saarlandes, wie sie nir­gends besser veranschaulicht werden können, als in dieser von fachkundiger Seite ausgestellten und von Behörden und Verbänden geförderten Saarausstel­lung. Allen, die im Herbst die Ausstellung in Frankfurt a. M. nicht besichtigen konnten, bietet sich nun die Gelegenheit dazu in Köln, wo die Aus­stellung am 20. Januar eröffnet wird.

Die Arbeiielgenehnngungen für Reichsdeutsche im Memelgebiet.

Kowno, 18. Jan. (DNB.) Wie von gut unter­richteter Seite verlautet, hat der Gouverneur des Memelgebietes auf Grund der am 10. Dezember 1933 in Kraft getretenen neuen Ausländer- Verordnung über die Frage der Erteilung von Arbeitsgenehmigungen an die im Me­melgebiet ansässigen und in Privatbetrieben beschäf­tigten Reichsdeutschen eine vorläufige Ent­scheidung getroffen. Insgesamt wurden vom Gouver­neur 1080 Anträge von feiten der reichsdeutschen Arbeitnehmer behandelt. 176 Personen wurde die Arbeitsgenehmigung nicht mehr erteilt. 900 er* hielten Arbeitsgenehmigungen und zwar der weitaus größte Teil nur für bie Dauer von drei Monaten, der übrige Teil für sechs Monate.

(Sm Zwischenfall in Warschau.

Warschau, 18. Jan. (DNB.) Dor der deut­schen Gesandtschaft ereignete sich am Don­nerstag ein unliebsamer Zwischenfall. Der Jude Schaja Bachmarr gab aus einer Schreckschuß- Pistole von _ der gegenüberliegenden Straßenseite zwei Schüsse in der Richtung auf das Gesandtschaftsgebäude ab. Er wurde von dem diensttuenden Polizeibeamten festgenommen und sofort auf die Polizeiwache abgeführt. Dort gab er an, als polnischer Staatsangehöri­ger vor kurzem aus Deutschland ausge- wiesen worden zu sein. Die Schüsse habe er als P r o t e st gegen die Politik der Reichsregierung und gegen das Unrecht, bas er angeblich in Deutschland erleiden mußte, abgegeben. Es wurde kein Scha­den angerichtet. Bachmarr wurde daraus ins Unter­suchungsgefängnis gebracht. Der Chef des Protokolls im Polnischen Außenministerium, Graf Romer hat dem deutschen Gesandten das Bedauern wegen des Zwischenfalles zum Ausdruck gebracht.

Hindelang, 18.Jan. (DNB.) Zu den folgen­schweren Lawinenunfällen, die sich, wie be­reits kurz gemeldet, am Mittwoch im Daumenge­biet ereignet haben, erfahren wir noch folgende Ein­zelheiten: Als sich am Mittwoch gegen 11 Uhr ein Trupp von sechs Mann der Konstanzer Reichs- wehrjäger oberhalb des Giebelhauses bei der Günd- lerhütte befand, wurden sie von einer plötzlich ein- faüenben Staublawine erfaßt. Alle sechs Mann wurden vom Schnee verschüttet. Als ersten ge­lang es dem Truppführer Unteroffizier O h l m f e n, sich aus den Schneemasfen zu befreien. Bald hatten sich auch drei weitere Kameraden, teils durch eigene Kraft, teils durch gegenseitige Hilfe aus dem Schnee befreit. Während diese drei sofort die Suche nach den beiden noch im Schnee vergrabenen Kameraden aufnahmen, fuhr Unteroffizier Ohlmsen in gro­ßer Eile nach Hinterstein ab, um dort Hilfe zu holen. Schon kurz vor 15 Uhr traf aus Hinterstein eine Rettungsexpedition von 15 bis 20 Mann am Unfallort ein, die mit unerhörter An­strengung bis spät in die Nacht hinein unaufhörlich nach den'Verschütteten suchten. Gegen 24 Uhr mußte die Sucharbeit eingestellt werden, da ein ge­waltiger Schnee st urm und die eigene Lebens­gefahr die Rettungsarbeiten unmöglich machten.

Während Unteroffizier Ohlmsen Hilfe anforderte, wurde ein Trupp württembergischer Wintersportler, die sich unter der Führung des Bergführers Adolf Bester aus Hinterstein auf der bekannten Dau­menabfahrt am Kob lat im Nebelhorngebiet be­fanden, ebenfalls von einer Staublawine überrascht. Den unermüdlichen Anstrengungen der Verschütteten gelang es, sich aus den Schnee­massen zu befreien, aber noch ehe die Geretteten sich von ihrem Schrecken erholt hatten sauste wenige Sekunden später eine zweite große Lawine herab, die den Führer sowie einen Skitouristen ver­schüttete. Der von dem Unglück verschont gebliebene dritte Teilnehmer fuhr sofort zum Giebelhaus, um'

Paris, 18. Jan. (DNB.) Die Kammer hat am Donnerstagnachmittag die Beratung des Haus­haltes für 1934, und zwar mit dem Haushalt des Justizministers begonnen. Außerdem hat der Ju- tizminister die sofortige Aussprache über den von der Regierung vor einigen Tagen eingebrachten Gesetzesentwurf verlangt, der allen denjenigen, die ich Verfehlungen zum Schaden der Sparer haben zuschulden kommen lassen, den Handel mit Wertpapieren verbietet.

Die Interpellation des rechtsgerichteten Abgeord­neten H e n r i o t über die gerichtliche Untersuchung des Falles Stavisky verursachte gleich zu Beginn einen wahren Sturm. Der Kammerpräsident hatte zeitweise Mühe, die Ruhe wieder herzustellen. Es zeigt sich, daß diese Angelegenheit auch parla­mentarisch noch nicht begraben ist. In dem Geklapper der Pultdeckel, den Zwischenrufen und dem Klatschen der Abgeordneten, mit dem sie ihre jeweils sprechenden Gesinnungsgenossen zu unterstützen versuchten, verhallte ab und zu sogar die Glocke des Präsidenten. Es gab eine erregte Auseinandersetzung zwischen den Interpellanten und dem Finanzminister. Immer wieder griffen einzelne Abgeordnete von ihren Bänken in die Ausführun­gen Henriots ein. In dem Hin und Her zwischen rechts und links war minutenlang kein Wort zu verstehen, so daß der Kammerpräsident schließlich die Sitzung abbrach.

Nach Wiederaufnahme der Stavisky-Aussprache erklärte der Abg. Henriot, die Regierung habe versprochen, zu handeln; aber man vertusche ) e n Fall Stavisky. Es dürfe nicht eine ver- chiedene Justiz geben, je nachdem ob man über politische oder amtliche Fürsprache verfüge oder nicht. Ein Schutz sei z. B. dem Abg. B o n n a u r gewahrt worden, der Stavisky dreimal nach Ungarn begleitet und ihn bei einem ungarischen Bankier emgesuhrt habe. Warum befinde sich Bonnaur noch auf freiem Fuß? Bei den Zuwendun­gen an dieVolonte" habe man sich der Vermitt­lung eines Mannes bedient, der am Vormittag in derVolants" und am Nachmittag im Finanz­ministerium gearbeitet habe. Der Finanzminister wies diesen Angriff Henriots zurück, der Erwähnte habe nicht em Amt im Finanzministerium bekleidet Henriot fuhr fort, daß sich in den Akten des Unter- uchungsrichters 120 von Stavisky ausge­ulkte Schecks befänden. Dabei habe aber schon Kredit Lyonnais allein mitgeteilt, daß er 30 0

Paris, 18. Jan. (DNB.) Der Senat setzte seine außenpolitische Aussprache fort. Senator Lernern stellte die Behauptung auf, das Ergebnis der fran­zösischen Politik sei die Aufrüstung Deutschlands. Paul-Boncour habe vergessen zu erklären, was er eigentlich unterinternationaler Zusammenarbeit" verstehe. Kontrolle, Sanktionen und Nichtangriffs­pakte, die nur Papierfetzen seien, wünsche Frank­reich nicht. Er und seine Freunde forderten, daß man Frankreichs Militärmacht nicht antaste, solange keine besseren Garantien vorhanden seien. Frank­reich brauche sich nicht von anderen ins Schlepptau nehmen zu lassen, sondern müsse eine entschlossene französische Politik treiben.

Ministerpräsident Chautemps Klarte, er bedauere, daß das französische Volk nicht mit größerer Aufmerksamkeit der außenpolitischen Aussprache im Senat gefolgt sei, weil es gegenwär­tig durch bedauerliche Skandale zu e h r a b g e 1 e n k t werde. Er wolle die Ergebnisse der französischen Politik rechtfertigen, bie in der Erweiterung der Freundschaften Frankreichs be­kunden. Man habe Dinge über die deutsche In - nenpolitik vorgetragen: Frankreich aber habe zu große Achtung vor allen anderen Völkern, als e5<Jlt3 ,in die innerpolitischen Angelegenheiten einer Nachbarn einmische. Es verstehe nichtdesto- weniger die Beunruhigung, die diese Politik aus- losen könne. Eine Lehre, die an sich eine solche Auf­

bort Meldung zu machen. Als man auf dem Nebel­horn von den beiden Unglücksfällen erfuhr, organi­sierte der Hüttenwirt eine Rettungsexpedition, die kurz darauf aufbrach. Unter unerhörten Schwierig­keiten arbeitete sich die Expeditton bis an den En- gratsgrünber See vor, mußte aber infolge des furchtbaren Schneesturms, der bis tief in die Nacht hinein mit unverminderter Heftigkeit anhielt, zurück­kehren.

Vollständig im Dunkeln traf diese Expedition gegen 23 Uhr auf eine zweite Hilfsexpedition von Oberstdorf, die sich in das Daumengebiet vorge­arbeitet hatte. Auch diese Expedition mußte gegen Mitternacht wegen des tobenden Unwetters die Rückkehr auf das Nebelhornhaus antreten. Am Donnerstagfrüh haben sich Rettungsexpeditionen aus Hinterstein und Oberstdorf in der Stärke von etwa 50 Mann erneut an den Unfallort begeben.

Bon den verschütteten 4 Touristen konnten bis Donnerstag mittag zwei Personen tot g e - borgen werden. Ls handelt sich um den Bergführer und Skilehrer Adolf D e s l e r aus hinterstein und um den Touristen k. Felix aus Karlsruhe. Die zwei verschütteten Reichs­wehrleute Oberschühe Johann Ackermann und Oberschühe Alexander D u t s ch k e, beide aus Konstanz, befinden sich noch unter den Schneemassen.

Seit den frühen Morgenstunden arbeiten über 50 Mann der Rettungskolonnen Hinterstein und Hindelang fowie der SS. an der Unfallstelle. Sie wurden am Nachmittag durch eine weitere Ret­tungsexpedition aus Kempten verstärkt. Von Oberst­dorf begaben sich am Donnerstagfrüh 70 Gebirgs­jäger in Lastwagen nach Hinterstein und von dort zur Unglücksstelle, wo sie am Nachmittag die Ret­tungsmannschaften ablösten.

Schecks von Stavisky der Polizei übergeben habe. Wo feien die restlichen Schecks geblieben?

Es kam wieder zu stürmischen Zwischen­rufen. Die Kommunisten schreien von ihren Bän­ken:Hoch die Sowjets!" Darauf verlas Henriot einige Schriftstücke, die beweisen sollen, daß das Verfahren gegen Stavisky schon vor Monaten hätte angestrengt werden müssen, wenn sich nicht b e sondere Einflüsse geltend gemacht hätten. Schließlich fragte er den Finanzminister, ob es wahr fei, daß der Zwischenträger zwischen Stavisky und Volants", von dem er eingangs gesprochen habe, im Finanzministerium ein Büro b e- feiten habe. Der Finanzminister mußte sich au die Beantwortung eines persönlichen Angriffes des Interpellanten beschränken. Don den Bänken der Rechten werden Zwischenrufe laut.

Schließlich legte die Kammer wieder eine Pause ein. Als die Sitzung wieder ausgenommen wurde, nahm Ministerpräsident Chautemps das Wort. Er beantragte, die Kammer möge Freitag vormit­tag erneut zwecks Beratung des Gesetzentwurfes zum Schutze des Sparkapitals zusammentreten. So­dann verwahrte er sich gegen die Behauptung, daß die im Falle Stavisky Beschuldigten verschieden be­handelt würden. Er appellierte an die Kammer, aus dem Fall Stavisky keine Kriegsmaschine, gegen die Regierung zu machen, da man damit nur das ganze Parlament träfe. Chautemps Ausführungen wurden von den Regierungsparteien mit starkem Beifall auf­genommen.

Äm Anschluß an die Aussprache kam es in den Wandelgängen zu einem Zusammenstoß zwi­schen dem Abg. Henriot und dem Unterrichts­minister de M o n z i.e. Henriot hatte u. a. erklärt, daß Frau Stavisky vor ihrer Heirat im Jahre 1926 wegen einer Betrügerei verhaf - t e t worden sei und daß zwei Mitglieder der augen­blicklichen Regierung, nämlick der Unterrichtsmini­ster de M o n z i e und Außenminister Paul- B o n c o u r seinerzeit die (Erlaubnis erhalten hätten, f i e in ihrer Gefängniszelle zu befu­gen. de Monzie eilte sofort nach Bekanntwerden dieser Enthüllungen in die Kammer, wo er mit dem Abgeordneten in den Wandelgängen zusammen­stieß. Es entspann sich ein äußerst heftiger Wort­wechsel, der unweigerlich in Tätlichkeiten ausgeartet wäre, wenn nicht einige Abgeord­nete dazwischen getreten wären.

peitschung der nationalen Leidenschaften predige, laufe Gefahr, sich im Auslande auszuwirken. Der plötzliche Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund fei ungerechtfertigt. Frankreich habe viele Zugeständ­nisse gemacht, um seinen Friedenswillen zu bekun­den. Frankreich habe außerdem niemals daran gedacht, einem so aroßen Lande mit so glor­reicher Vergangenheit, Das mit seinem großen Ge­nie dem internationalen Leben viel Nutzen bringen könnte, im Rahmen der anderen Volker den Platz zu mehren, d er ihm julomme.

Da aber Deutschland plötzlich den Völker- bund verlassen habe und gerade in dem Augenblick, als ein Abrüstungsvvrschlag eingemacht worden sei, mit dem sich fast sämtliche Staaten einverstanden erklärten, könne man nicht überrascht sein, daß diese Haltung in der ganzen AZelt und besonders in Frankreich Seunruhi« PfWu.5flcIöft habe. Die Politik, die die franzö- stsche Regierung betreibe, sei eine Politik der Zu- !lmÜienQrkei* dazu bestimmt, Frankreichs Freund­schaften zu befestigen.

Wenn man von Abrüstung spreche, handele es fich immer nur um das Studium für später zu treffende Waßnah. m e n. Es habe niemals in der Absicht Frank­reichs gelegen, seine Macht gegenüber einem Lande, das aufrüsie, zu schwächen. Er könne dem Senat außerdem versichern, daß die Freund-

schaften Frankreichs besser dennse seien. Eine Politik internationaler Berhandlun- gen schwäche das Vertrauen der Freunde zu Frankreich nicht. Ls gebe große Länder, die ihre eigene Auffassung haben könnten, aber die feste Uebereinstimmung der Meinungen der beiden großen europäischen Demokratien, Frank­reich u n d E n g l a n d, sei der Pfeiler des Weltfriedens. Ls bestünden keine Gegensätze zwischen einer Politik der nationalen Verteidi­gung und der internationalen Zusammenarbeit.

Chautemps ging dann kurz auf die Rede des PrL. fibenten Roosevelt ein und gab seiner Befrie­digung darüber Ausdruck, daß ein großes Land wie Amerika die Notwendigkeit der Zusammen­arbeit mit allen anderen Volkern einsehe. Hierin liege eine große Hoffnung für die Zukunft. Auf die Ausführungen Roosevelts könne er im Namen des französischen Volkes antworten, daß Frankreich niemals einen Angriffskrieg führen werde und keinen Zentimeter fremden Landes for­dere. Wenn alle Staaten die gleiche Verpflichtung übernähmen, wär der Friede gesichert. Herriot habe in einer feiner Reden erklärt, daß Frankreich den ganzen Völkerbunds pakt und nur den Völkerbundspakt wünsche. Die französische Regie- rung bleibe dieser Auffassung treu. Der Völkerbund sei sicher nicht vollkommen, aber Frankreich könne nur solche Reformen annehmen, die die internatio­nale Zusammenarbeit förderten, niemals aber eine Art Direktorium.

Aus die deutsch-französischen Besprechungen anspie- lend, erklärte Chautemps, man habemit einiger Romantik" von direkten Verhandlungen gesprochen und versucht, sie dem Grundgedanken des Völker­bundes gegenüberzustellen. Das treffe nicht zu, denn die Fragen, die mit Deutschland aufgeworfen wor­den seien, gingen sämtliche Länder an. Dies« Verhandlungen könnten auch nicht fortgesetzt werden, wenn sie auf die Wiederaufrüstung hinausführen sollten, denn derartige Zugeständnisse würden notgedrungen zum bewaffneten Frieden füh­ren und damit in Widerspruch zu den Grundsätzen de- Völkerbundes stehen. Abschließend forderte Chau­temps den Senat auf, sich geschlossen hinter die Re­gierung zu stellen, um ihr die moralische Kraft für die schwierigen Verhandlungen zu geben, in denen sie sich augenblicklich befinde.

Der Senat hat darauf der Regierung für ihre Außenpolitik mit 2 5 7 gegen drei Stirn- mendas Vertrauen ausgesprochen durch Annahme einer von dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Bsrenger, einge­brachten Entschließung folgenden Wortlauts: Der Senat bleibt dem Völkerbundspakt und allen aus ihm hervorgegangenen Abkom­men, insbesondere dem Locarnovertrag, treu. Er erinnert an die heiligen Grundsätze dieser Pakte. Er vertraut der Regierung, daß sie das Friedenswerk im Rahmen des Völker­bundes fortseht, um ihre internationa­len Freundschaften zu stärken und ihre nationale Verteidigung 3u si­chern, sowie die Sicherheit Frank­reichs zu festigen. Er geht ohne Zusah- antrag zur Tagesordnung über.

Die berufstätige Frau tm neuen Staat

Ein Vortrag von Paula Liber.

Berlin, 18. Jan. (DNB.) Die Leiterin bi Deutschen Frauenwerkes, Paula S i b e r , sprach am Donnerstag in der Frauenstunde des Deutsch­landsenders über die Arbeitsaufgaben der Frau im deutschen Staat. Ausgehend von dem Worte Adolf Hitlers:Wir kennen nicht Männerrechte und wir kennen nicht Frauenrechte, wir kennen nur e i n Gesetz, dem Vaterlande zu dienen" zeigte die Rednerin, wie die jahrhundertelang unterdrück­ten Frauen in die Irre gegangen seien, als sie im Streben nach Recht auf Berufsarbeit und geistige Bildung Männerrechte forderten. Denn Mann und Frau seien durchaus ungleiche, zu völlig Der- chiedenen Aufgaben berufene und beauftragte Kräfte. Das Gesetz alles Frauenlebens fei Mut- ter fein. Frauliche Mitarbeit verlange der neue Staat auf den Gebieten der Volkserhaltung, Dolks- erziehung und Volkswirtschaft. Das Mädchen be­dürfe der sorgfältigen geistigen und körperlichen Er­ziehung, denn in ihm werde d i e Mutter als erste Erzieherin künftiger Genera­tionen vorgebildet. So sei die Erziehung des Mädchens ein Betätigungsfeld für unverheiratete Frauen. Hinzu komme der neue Frauen- dienft und der vor feinem endgültigen Aufbau tehende M u t t e r d i e n st. Auch als künftige Hausfrau bedürfe das Mädchen der Schulung. Gleiche Verantwortung trage die Frau in der Landwirtschaft als Bäuerin. Mit einem Appell an den Opfermut der Frau trat Frau Siber zum Schluß für die Freimachung der männ­lichen Arbeitsplätze für Familien­väter ein.

Wohnungseinrichtung des früheren SpO.-Zührers Wels eingezogen.

Berlin, 18. Jan. (DNB.) Das Geheime Staats­polizeiamt hat auf Grund des Gesetzes über die Einziehung staats- und volksfeindlichen Vermögens die Einziehung einer Reihe von Vermögenswerten geflüchteter Marxisten und marxistischer Organisa­tionen verfügt. U. a. sind auch die Einrichtungs» gegenftänbe des früheren SPD.-Führers O. Wels eingezogen worden, der in Friedrichshagen bei Serin eine Villa bewohnte. Ferner wur­den eingezogen Einrichtungsgegenstände des berüch­tigtenKritikers" Alfred K e r r, des Vorsitzenden des ehemaligen Rotfrontkämpferbundes W. L e 0 w, der früheren sozialdemokratischen Reichstagsabgeord­neten Frau Wurm und des jüdischen Schriftstellers Arnold Zweig. Unter den neuerdings eingezogenen beschlagnahmten marxisttschen Büchern befinden sich auch 50 Exemplare des Buches von Erich Maria RemarqueDer Weg zurück".

Ein Verleumder des Reichsjugend- führers in Gchuhhast genommen.

Berlin, 18. Jan. (DNB.) Der Waldenburger Marter Weichenheim ist, wie die Justiz- Pressestelle Breslau bekannt gibt, am -Dienstag wegen einer ganz ungeheuerlichen Ver­leumdung des Reichsjugendführer Baldur von ^chirach in Schutzhaft genommen worden. Bie- er Geistliche habe die unglaubliche Behauptung aufgestellt, der Reichsjugendführer sei ein Jude unv heifee eigentlich Baruch Meyer. Dazu schreibt das Deutsche Nachrichtenbureau: Man sollte es nicht für möglich halten, daß in dem Augenblick, in dem

Stürmische Kammerdebatte über

-en Stavisky-Skan-al.

Erregte Proteste gegen Vertuschungsmanöver.

Aeues Vertrauensvotum für Chautemps.

der Senat billigt die Außenpolitik des Kabinetts.