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die Notstandsgebiete mit Arbeitsurlaubern beschickt werden. Auch die Seereisen sollen eine beträchtliche Erweiterung erfahren.

Sie Sammlung

der Kriegsgräberfürsorge.

Berlin, 17.Oft. (DNB) Der Bundesfüh. rer des Volksbundes Deutsche Kriegs- gröberfürsorge, Dr. Eulen, wird am kom­menden Freitag, dem 19. Oktober, etwa um 19.50 Uhr im Rundfunk über Aufgaben und Ziele des Volksbundes sprechen und zur (Samm­lung aufrufen. Die am Samstag und Sonntag, dem 20. und 21. Oktober stattfindende Straßen- und Haussammlung ist insbesondere auf einen der letzten Wünsche des verewigten Herrn Reichspräsiden­ten und auf Grund der Anerkennung des Führers genehmigt worden und soll jeden deutschen Volksgenossen auch innerlich für diese große kul­turelle und vaterländische Aufgabe erfassen. Oeffent- liche Stellen, Parteigliederungen und Verbände haben sich helfend in den Dienst dieses Werkes zur Ehrung der für Volk und Vaterland Gefallenen gestellt.

Das Ehrenkreuz für Feldpostbeamte und Angehörige der Eisenbahn.

Anfragen über die Berücksichtigung der Feldpost- beamten und Angehörigen der Eisenbahn bei der Verleihung des Ehrenkreuzes geben dem Reichs- Minister des Innern zu einer Klarstellung Veran­lassung, in der es u. a. heißt:

Nach einem Erlaß des früheren preußischen Kriegsministeriums waren die F e l d p o st b e a m- ten vom Tage ihrer Mobilmachung an Mili­tärbeamte. Sie waren als solche Angehörige des aktiven Heeres und kommen somit für die Ver­leihung des Ehrenkreuzes in Frage. Die während des Krieges vorhanden gewesenen Feldeisen­bahnformationen (also auch die Militär- eisenbahndirektionen usw.) waren sämtlich mili­tärische Dienststellen; mithin waren die bei ihnen befindlichen Personenzur Wehr­macht eingezoge n". Das Personal der Feld­eisenbahnformationen bestand: aus den Angehöri­gen der Eisenbahntruppen und aus dem von den zivilen Eisenbahnverwaltungen zur Verfügung ge­stellten Personal. Die ersteren waren ohne weiteres Soldaten. Das zuletzt genannte Personal gehörte, soweit es militärdienstpflichtig war, für die Dauer der militärischen Dienstleistung zu den Personen des Soldatenstandes. Soweit es nicht militärdienst- pflichtig war, war es als Militärbeamte anzustellen. Da auch die Militärbeamten zum aktiven Heere gehörten, find auch diese Personen bei der Verleihung des Ehrenkreuzes zu berücksichti­gen. Wer von diesem Personal als Front­kämpfer oder nur als Kriegsteilnehmer in Betracht kommt, muß von Fall zu Fall geprüft werden.

Japanischer Vorstoß nach Lnnerasien.

Von Mongolen blutig zurückgewiesen.

Schanghai, 17. Oft. (DNB.)Central Eve- ning Post" meldet, daß es an der Grenze von Iehol und Tschalar zu blutigen Zusammenstößen zwischen Japanern und Mongolen gekommen ist. Die japanischen Truppen hatten die Aufgabe, zwei a n Salzfeldern reiche Gebiete der inneren Mongolei der Mandschurei <ü n 3 u g l i e b e r n. Die mongolischen Bauern und Arbeiter der Salzbergwerke, angeblich in einer 'Stärke von 20 000 Mann, hätten sich den japanisch- imandschurischen Truppen entgegengestellt. «Es soll auf beiden Seiten viele Tote gegeben haben. 18 i e r japanische Flugzeuge wurden von Iden Mongolen abgeschossen. Gegenwärtig lhaben sich die japanischen Truppen in die P r o - :vinz Iehol zurückgezogen, um in der 'Gegend von Kailu, Tunjo und Tschifyn eine neue Offensive vorzubereiten.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler empfing «m Mittwoch die zur Zeit in Deutschland weilende chinesische Studienkommission.

Der deutsche Gesandte in Wien, Vizekanzler a. D. D. Papen, trifft wahrscheinlich am Donnerstag in Schweden ein. Er wird mit schwedischen Freunden an einer Elchjagd in der Provinz Deftergötlanb teilnehmen. Ein Besuch in Stockholm ist nicht vorgesehen. Herr v. Papen kehrt von Schweben bireft nach Wien zurück.

Times" glaubt zu wissen, baß Graf Raczin- s k i, ber polnische Vertreter beim Völkerbunb zum neuen polnischen Botschafter in Lon­don auserfehen sei. Er wirb aber seinen Posten nicht vor Dezember antreten.

Einen Erpressungsversuch an Forb jat ein gewisser Ebuarb Lickwals unternom­men, ber verhaftet werben konnte. Er hat in einem Brief bie Zahlung von 5000 Dollar ver­langt unb bamit gebroht, falls er sie nicht erhalte, 3bfel Forb, ben einzigen Sohn bes Autofabrikan- :>en, zu töten.

Kuba hat bie biplomatifchen Beziehungen mit leer Dominikanischen Repub l i k abgebro­chen, ba bie Dominikanische Republik die Ausliefe- "ung bes borthin geflüchteten früheren kubanischen spräsibenten M a ch a b o abgelehnt hat.

Zwecksparen.

Berlin, 17. Oft. Anläßlich bes Banks üh° ' ^er-Schulungskurses an ber Universität Frankfurt a.M. führte ber Vertreter bes Führers »er FachgruppeZwecksparunternehmungen", Dr. §ssers, Berlin, folgenbes aus: Der Gebanke bes Hemeinschaftssparens habe sich tatkräftig burchge- Ltzt, es gebe gegenwärtig mehr als 120 000 i egelmäßig zahlenbe Zwecksparer. Ge­lobe ber Mittelstanb sei am Zwecksparwesen inter« (Jfiert, bie Auszahlungen, bie von Dr. Friebrichs, tem ersten Direktor ber Bau- unb Bobenbank, mit M Millionen Reichsmark angegeben seien, seien zu i4 v. H. bem Hanbwerker unb Kleingewerbetreiben- i$n, zu 25 v. H. Angestellten unb Arbeitern, zu je 14 v. H. ben Beamten unb Lanbwirten, zu 9 v. H. i-en freien Berufen unb zu 4 v. H. übrigen Volks­schichten zugeflossen. Man könne heute mit Recht ligen, baß 80 bis 90 v. H. ber Ausschüttungen reine Mittel st andskrebite feien. Ober» fier Grunbsatz sei bie Sicherheit ber Sparein­lagen unb bie Gewährleistung einer pünktlichen

Auszahlung. Heber diese wache der Reichs- beauftragte für Zwecksparunternehmungen, ber eine biktatorische Gewalt gegenüber ben Zweckspar­unternehmungen besitzt. Die Zahl ber Zweckspar­unternehmungen betrage gegenwärtig 80. Der Reichsbeauftragte habe seit ber Uebemahme bes Amtes in jebem Falle bie Belange ber Sparer unb die Belange ber Zwecksparunternehmungen mit wirtschaftlichem Weitblick gegeneinanber abgewogen. Es habe sich als richtig herausgestellt, baß bie Reichsregierung einen erfahrenen Wirtschaftler mit ber Leitung ber Behörbe beauftragt habe.

Die noch junge Zwecksparbewegung fei in ihrer Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Ta­riffragen, Zuteilungsfragen, bie Frage ber Sicher­heiten, bie Frage ber Zins- ober zinslosen Tarife seien noch im ftänbigen Fluß. Da bie Aufsichtsbe- hörbe aber nicht nur beaufsichtige, fonbern auch an ber Weiterentwicklung bes Zweckspargebankens m i t a r b e i t e, sei bie Gewähr bafür gegeben, baß bei absoluter Sicherheit ber Spargelber bie zweck­mäßigste Form bes Gemeinschaftssparens gefunben werbe. Durch bie Einschaltung von Frembgelb, die

bevorstehe, werde auch das Problem ber Warte- zeit gelöst, unb bamit würben bie Zwecksparunter­nehmungen in bie Lage versetzt, ihre Hauptaufgabe zu lösen, nämlich Kapital für ben Mittelstanb zur Entschuldung unb Kapitalbilbung bereitzuftellen.

Gerabe bie Krebitehrlichkeit bes klei­nen Krebitnehmers versetze bie Zweckspar­unternehmungen in bie Lage, mit einem ganz ge­ringen Risikozuschlag zu arbeiten. Statistisch sei fest- gestellt, baß 98 v. H. ber Tilgungsraten ohne jebe gerichtliche Zwangsmaßnahme eingekommen seien. Die Zwecksparunternehmungen wollten keine Konkurrenz ber herkömmlichen Kre- bit i n st i t u t e sein, fonbern solche Krebite geben, bie sowohl wegen ber niebrigen Höhe (Durchschnitts­satz 1150 Mark) wie auch wegen ber mangelnben Sicherheiten ber Kleinsparer unb enblich wegen ber langen Laufzeit von ben herkömmlichen Krebitinstituten nicht gegeben werben konnten. Durch bewußte Pflege bes Personal-Kre- bites sei es ben Zwecksparunternehmungen immer mehr gesungen, in weiten Dolkskreisen Derstänbnis zu finben.

Kunst und Wissenschaft.

Generalmusikdirektor Karl Muck 75 Jahre alt.

Generalmusikdirektor Dr. Karl Muck, einer der be­kanntesten deutschen Wagner - Dirigenten, vollendet am 22. Oktober bas 7 5. Lebensjahr. Muck war erster Kapellmeister am Prager Deutschen Landes­theater, dann von 1892 bis 1912 Kapellmeister ber Königlichen Oper in Berlin, dirigierte kurze Zeit bie Deutsche Oper in Lonbon, die Sinfonie-Konzerte in Boston und die Konzerte bes Wiener Hoftheaters. 1922 übernahm er die Leitung des Philharmonischen Orchesters in Hamburg. Als Dirigent der Bayreuther

Festspiele hat er Weltruf erlangt.

Die Reichsmusikkammer lagt in Darmstadt.

Die erste Landestagung ber Reichs- mufiffammer in Hessen-Nassau begann im alten Palais in Darrnstabt. Lanbesrnusikerschafts- leiter Fichtrnüller (Darrnstabt) eröffnete bie Tagung mit einem herzlichen Willkommensgruß. Die Grüße ber Stabt übermittelte Oberbürger­meister Kreisleiter Wambolb. Jntenbant Fricke (Frankfurt) sprach im Namen bes bienstlich in Ber­lin weilenden Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, Glückwünsche aus. Präsidialrat Ihlert, Geschäftsführer der Reichsmusikkammer, hielt eine Rede, in der er bie gesetzlichen Grunb- lagen ber Reichsmusikkammer unb ihr jetzt zum Ab­schluß gekommenes organisatorisches Werk umriß. Dr. Jhlert unterstrich bie Bebeutung, bie bie beut« scheu Gemeinben im Kulturleben bes Reiches hät­ten. Deshalb fei bie Einsetzung ber Musikbeauftrag­

ten in allen größeren Gemeinden erfolgt, um regelnd, ratend und überwachend zu wirken. Unter keinen Umständen dürfte bie private Initiative im Musikleben ausgeschaltet werben. Im Gegenteil wolle man burch intensive Pflege ber Haus­musik zu einer Belebung im Konzertbesuch kom­men. Im Musikleben ber Gaststätten werde ein grundlegender Wandel erfolgen, um ben Geschmack bes breiten Publikums zu verbessern. Der Rebner schloß mit bem Appell, bas große Werk ber Reichs­musikkammer zu unterstützen. Das Hessische Lanbes- theater gab zu Ehren ber Gäste BeethovensFi- belio" als Festvorstellung.

Die Bayreuther Festspiele im Olympiajahr.

Die Festspielverwaltung in Bayreuth gibt jetzt das Programm der Fe st spiele imOlympia- j a h r 1 9 3 6 bekannt. Die Spielzeit wurde wieder vom 20. Juli bis 22. August festgelegt. Im Spiel­plan sind neben einer zweimaligen Aufführung des Ringes der Nibelungen achtLohengrin"- und sechs Parsival"-Aufführungen vorgesehen.

Oie 6 Bücher des Monats^ Oktober.

Die Reichsschrifttumsstelle teilt mit: Die Liste ber6 Bücher bes Monats" Gilbharbt (Ok­tober) trägt diesmal bem hohen politischen Inter­esse dieser Zeit Rechnung. Sie behanbelt insbeson- bere politische Themen, bereu Grundsätzlichkeit für bie gegenwärtige unb fernere Gestaltung unseres Vaterlaubes von Bedeutung ist. Bei dem großen Streben, bas allenthalben uns insbesondre jetzt roieber nach bem Parteitage unb ber gewaltigen Kundgebung ber deutschen Bauern für bie richtige Erkenntnis unb Verwirklichung ber fieitgebanfen bes Nationalsozialismus zutage tritt, werben ge­rabe biefe Bücher ein besouberes Echo finben. Denn es liegt ja im Wesen bes Deutschen, nicht nur zu hören und danach zu handeln, sondern bie Dinge geistig unb in ihrem Ursprung zu erfassen unb sich zu eigen zu machen. Dabei will bie neue Liste helfen unb bem politischen Stubium bes einzelnen, wie ber Schulung ber Gesamtheit, in gewohnter Weise ein zuverlässiger Wegweiser fein.

Im einzelnen fetzt sich bie Liste ber6 Bücher bes Monats" aus folgenben Büchern unb Schriften zusammen: Darre: Das Bauerntum als Lebens­quell ber norbischen Rasse. Dietrich: Mit Hitler in bie Macht. Frank: Zur Geschichte bes Nationalsozialismus. Fuchs: Heimkehr ins Dritte Reich. Eine farbige Schilberung ber gro­ßen Auslanbsreife bes KreuzersKöln". R o - f e n b e r g : Das Wesensgefüge bes Nationalsozia­lismus. Schulz: Jube unb Arbeiter. Enthül­lungen über bie Drahtzieher unb Nutznießer ber beutschen Elenbsjahre.

Aus aller Wett.

Beugt Berg spendet zum deutschen Tvinterhilfswerk.

Der bekannte schwedische Schriftsteller Bengt Berg spendete demW interhilsswerk des deutschen Volkes 1 9 3 4/35" den gesamten Erlös einer größeren Artikelreihe. Das bem WHW. zufließende Honorar beträgt mehrere tausend Mark. Diese Liebestat Bengt Bergs wird überall freudi­gen Widerhall finden, da sie im diesjährigen Win­terhilfswerk des deutschen Volkes die erste bekannt gewordene Spende eines ausländischen Freundes Deutschlands darstellt.

Tagung

des Reichsverbandes der Zahnärzte Deutschlands.

Zu Beginn der Tagung bes Reichsver­bau b e s ber Zahnärzte Deutschlanbs in Berlin, bie unter bem Motto:Der national­sozialistische Zahnarzt" staub, ergriff ber Reichs- zahuärzteführer Dr. Stuck das Wort und gab einen Ueberblicf über die großen Aufgaben, die der deutschen Zahnärzteschaft im Aufbauprogramm eines nationalsozialistischen deutschen Volksgesundheits- dieustes erwachsen. Nachdem verschiedene Redner zu den Fragen des zahnärztlichen Volksgesundheits­dienstes Stellung genommen hatten, sprach Pg. Dr. Rehm, MdR., über die nationalsozialistische Schu­lung des deutschen Zahnarztes, die sich in eine Be- rufsstandesdienstpflicht im Referendarlager Hanns Kerrl nach bestandenem Staatsexamen unb in bie Schulung ber in ber Praxis steheuben Zahnärzte gliebert. Der Zahnarzt ber Zukunft hat in erster Linie bie nationalsozialistische Weltanschauung vor- zuleben, inbein er in wissenschaftlicher unb sittlicher Berufsausübuug Diener feines Volkes wirb.

Vierter Internationaler Vuchdruckereibesiher- kongreß in Utrecht.

In Utrecht (Hollanb) findet am 25. unb 26. Ok­tober ber vierte Internationale Buchbruckereibefitzer- Kongreß statt. An dem Kongreß nehmen die Buch- druckereibesitzervereiuigungeu der meisten europäi­schen Staaten teil, nämlich von Deutschland, Hol­land, England, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien, Schweden, Norwegen, Estland, Ungarn und der Schweiz. Von außereuropäischen Staaten wer­den vertreten sein: die Vereinigten Staaten, Süd­afrika, Indien unb Australien. Mit bem Kongreß ist bieGrat o", Ausstellung graphischer Maschinen unb Erzeugnisse ber ho l - länbi scheu Buchbruckerkunst, oerbunben. Die von bem Kongreß zu behanbelnben Fragen erstrecken sich auf bie Organisation unb Ausbilbung des Buchdruckernachwuchses, den internationalen Austausch von Jungbuchdruckern, auf bie Beachtung bes Preisniveaus, bie Einhaltung von Preistanfen

sowie ben Schutz bestehenber Auftragsbestänbe, auf die technischen Fortschritte im Druckgewerbe, auf Lohn- und Manteltarifverträge sowie auf das Ver­hältnis zwischen den Lieferindustrien in den ver­schiedenen Ländern. Deutschland wird auf bem Kon­greß durch den Deutschen Buchdrucker-Verein ver­treten fein. Die deutsche Delegation besteht aus Frisch-Berlin, Oldenbourg-München, Dr. Vogtmann- Berlin und Hofrat Weber-Leipzig.

Gras Zeppelin" in Pernambuco.

Das LuftschiffGras Zeppelin" ist am Dienstag um 21.35 Uhr in Pernambuco an­genommen.

Llly Beinhorn in Hollywood.

Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn ist aus San Diego kommend in Hollywood eingetroffen.

Es fängt an zu schneien.

Durch ben frühen Schneefall würben beson- bers in Steiermark schwere Schöben an den Gartenanlagen sowie an den Obstkulturen und an Waldungen verursacht. Auch die Licht- und Tele­phonleitungen wurden an zahlreichen Stellen ge­stört. *

Seit Mittwoch nacht herrscht überall in der Rhön starkes Schneetreiben, so daß auf dem Bergen überall eine Schneehöhe von 10 bis 15 Zentimeter gemessen wird.

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In Rostock hat ber Winter ungewöhnlich frühzeitig begonnen. Seit Mittwoch vormittag herrscht lebhaftes Schneetreiben.

Sturmschaden an der Ostfeeküste.

Der plötzlich nach Norbosten umgesprungene Sturm hat bie Badeorte unb Fischerdörfer in der Swinemünber Bucht schwer heimgesucht. Am ge- fährlichsten war bie Lage am Streckelberg, ber sich bei Koserow in die See erstreckt. Die hochgehenden Wellen rissen am Fuße der Steilküste große Erd- massen hinweg, wodurch ber obere Teil bes Berges in Bewegung geriet unb abstÜ r z t e. In 40 Meter Höhe sinb große Risse entstanden, bie auch ein hart am Rande ber Steilküste gelegenes Hotel gefährden. In große Bedrängnis kamen bie Koserower Fischer, die zu nächtlicher Stunde ihre Boote bergen wollten. Da die Fischer allein gegen bie hochgehende See machtlos waren, würbe in ber Nacht die Feuerwehr gerufen. Mit vereinten Kräften konnten gegen Mit- ternacht sämtliche Boote in Sicherheit gebracht wer­ben. Glücklicherweise hat ber Sturm keine Opfer an Menschenleben geforbert. In Albeck hat ber Sturm

ten Fischern schwere Netzverluste gebracht. Nachts gingen bie Wellen bis an bve Düne. In Misdroy würbe durch Sturm und hochgehenbe See bie See- brürfe hart in Mitleidenschaft gezogen.

Furchtbares Autounglück in der Mark.

6 Tote, 8 Schwerverletzte.

An einem ungeschützten Bahnübergang an bet Slrerfe TreuenbriehenJülerborg in der Mark er­eignete sich ein schweres Unglück. Als ein mit Arbeitern und Arbeiterinnen besetzter Lastkraft­wagen mit Anhänger den Bahnübergang passieren wollte, erfolgte ein Z u f a m m e n st o ß mit dem Personenzug, der im gleichen Augenblick aus der Richtung Treuenbriehen kam. Der Anhänger des Lastkraftwagens wurde vom Zuge erfaßt und stürzte um. Sämtliche Insassen wurden heraus­geschleudert. Eine Arbeiterin wurde vom Zuge über­fahren und sofort getötet. Ein Arbeiter geriet unter die Maschine und wurde 60 bis 70 Meter weit mitgeschleifl; auch er war aus der Stelle tot. Bon den übrigen Insassen erlitten vier weitere gleichfalls tödliche Verletzungen, während außerdem acht Personen schwer und fünf leicht verletzt wurden. Bei ben Verunglückten handelt es sich um Arbeiter und Arbeiterinnen aus Potsdam und Rowawes.

Deutscher Kraftwagen siegt in einem aufregenden Rennen in Südafrika.

Der erste deutsche Autosieg nach bem Kriege auf afrikanischem Boben wirb aus Johan­nesburg gemelbet. A. S. buTort, ein Sohn bes bekannten Führers aus bem Burenkriege, gewann auf einem Trumpf-Sportwagen bas schwere Kim­berley-Rennen über 160 Kilometer in 1:25,43 mit einem Stunbenmittel von 112,8 Kilometer gegen stärkste englische unb amerikanische Gegner. Das Rennen würbe bei tropischer Hitze unb fast sturm- artigen Wind auf einer ebenso krümmungsreichen wie staubbedeckten Strecke entschieden, wobei be sonders ein Bahnübergang mit einer dicht darauf folgenden Biegung äußerst gefährlich war. Die Wagen machten bei der Schienenüberquerung wahre Luftsprünge. Der deutsche Wagen sprang jedesmal 16 Meter weit, ehe er wieder mit den Rädern auf­setzte. Er ging bann in unoerminberter Geschwirr- bigfeit, ohne zu schleubern, in bie Biegung. Du Tort siegte mit über brei Minuten Vorsprung. Stürmischer Jubel umbrauste ben beliebtesten afri­kanischen Rennfahrer, bem ber Sieg gleichzeitig bett Hobnett-Humphreys-Wanberpokal eintrug.

Durch Unachtsamkeit eine Kirche eingeäschert.

Die Kirche von Heukewalbe (Kreis Gera) ist bis auf bie Umfassungsmauern niebergebrannt. Vernichtet würbe bie gesamte Einrichtung, barunter bie Orgel, bie Glocken unb wertvolle Malereien, bie bie Kirche zu einem ber wertvollsten Bauwerke ber gesamten Umgebung gemacht hatten. Der Schaben dürfte sich auf etwa 50 000 Mark belaufen. Die Ursache bes Branbes bürste barin zu suchen sein, baß ber Kirchenbiener versuchte, im Glocken- stuhl Kehricht zu verbrennen. Als diefer nicht brannte, trat ber Kirchenbiener bie Glut aus. Ein zurückgebliebener Funke bürste bann ben Turm in Branb gesetzt haben. Ehe noch bie Feuerwehren wirksam eingreifen konnten, stürzte ber Turm über bem Kirchenbach zusammen unb vernichtete bas ge­samte Bauwerk. An ber Branbstelle erschienen sechs Feuerwehren ber Umgebung mit zwei Motorspritzen, aber jebe Hilfe war vergebens. Das Bauwerk brannte vollkommen aus.

Fünf blinde Passagiere im MarschauRom-Expreß.

Auf dem Bahnhof von Leoben (Steiermark) wur­den auf der Achse eines Pullman-Wagens des WarschauRom-Expresses fünf junge Polen ent» teckt, bie in Warschau heimlich diese gefährlichen Sitze eingenommen hatten. 27 Stunden lang saßen sie in zerlumpten Kleidern trotz der eisigen Kälte auf den Gestängen des Wagens. Die Burschen sind zwischen 13 und 18 Jahre alt. Sie erzählten, daß sie während der Fahrt furchtbar gelitten hätten, da in der Tschechoslowakei unb auf dem Semmering ber Schnee bereits hoch gelegen habe. Sie werden von den Behörden nach Warschau zurückgeschickt werben.

Die Ehefrau

aus Eifersucht erwürgt und aufgehängt.

In Ludwigshafen erwürgte der erwerbslose etwa 4Ojährige Franz Phuelb feine in den 30er Jahren stehende Ehefrau unb hängte sie nachher auf, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Phuelb beging bie Tat aus Eifersucht, obwohl hierfür kein Grunb vorlag, ba bie Frau allgemein als korrekte unb burchaus anstänbige Ehefrau bekannt war. Der Mörder würbe verhaftet unb in bas Amtsgerichtsgesängnis eingeliefert.

Wettervoraussage.

Obwohl bie Storungstätigkeit infolge Luftdruck­anstiegs von Südwesten her über Deutschland nach­gelassen hat, kommt die Wechselhaftigkeit des Witte­rungscharakters noch nicht zum Stillstand. Ein kräf­tiges Tief rückt im Norden östlich vor und schneidet zunächst die Kaltluftzufuhr ab, wodurch auch bei uns Milderung eintritt. Mit der Zufuhr milderer Ozeanluft ist aber auch erneut Bewölkungsaufzug verbunden, der vereinzelt zu Niederschlägen führen wird.

Aussichten für Freitag: Wechselnd­wolkig mit vorübergehender Aufheiterung, etwas milder, vereinzelte Niederschläge.

Aussichten für Samstag: Weiterhin wechselhaftes Wetter.

Lufttemperaturen am 17. Oktober: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 18. Oktober: morgens 3,8 Grad. Maximum 6,6 Grad, Minimum 1,2 Grad. ©rbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Oktober: abends 6,2 Grad; am 18. Oktober: mor­gens 5,4 Grad Celsius. Niederschläge 7,5 mm.

Hauplschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts Buch- unb Steinbruckerei

R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

NIVEA CREME

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