manische Priester und Mekka-Pllger mit weißen Tüchern um ihre Kopfbedeckung sowie S ü d s e r b e n mit breiten, reich bestickten Schärpen. Irr# des feinen Regens, der ununterbrochen niederrieselt, stehen die Menschen in langer Schlange, die kilometerweit bis in die Borstadt reicht, um an der Bahre des Königs vorbeiziehen zu können. Stark sind auch die Soldaten der fremden Militärabordnungen vertreten, die gruppenweise durch die Straßen ziehen.
Im alten K ö n i g s p a l a st, wo Alexander aufgebahrt ist, häufen sich die Kränze, von denen bis zum Mittag schon über 2000 niedergelegt worden waren. Nur wenige Räume des alten Schlosses sind für den Präsidenten der französischen Republik freigehalten worden. Die übrigen Gemächer sind mit den Blumenspenden angefüllt. Man sieht unter ihnen die prächtigsten Gebinde aus dem Auslande und einfachste Laubgeflechte kleiner und kleinster Dörfer des Landes. Besonders auffallend ist die große Zahl der Dornen- kränze, die vom Landvolk ihrem toten König als letzte Grüße gesandt worden sind. Sie sollen den heldenhaften Leidensweg versinnbildlichen, den der Herrscher gegangen ist. Um Mitternacht wurde der Sarg in die griechisch-katholische Kathedrale gebracht, von der aus Donnerstagvormittag nach einem feierlichen Gottesdienst der Trauerzug fernen Anfang nehmen wird.
Der Terrorist pofpifchil sagt aus
DNB. P a r i s, 17. DEL Der Untersuchungsrichter in Marseille hat den einen der beiden von Anne- masse nach Marseille überführten Terroristen verhört. Dieser gab an, D o s p i s ch i l zu heißen uno am 9. Juni 1904 in Bukoniva bei Agram geboren zu sein. Bon Beruf sei er Zentralheizungsmonteur. Er gehöre der von Rechtsanwalt Ante P a w l e • witsch geleiteten kroatischen r e v o l u t j o - nären Organisation an,die die Unabhängig' feit Kroatiens erstrebe, lieber seine Einreise nach Frankreich und über seine Helfershelfer machte Pofpifchil die bereits bekannten Angaben, ohne daß er den Namen des bisher unbekannten „Delegierten" hätte nennen können, der die Der- schworenen geleitet und ihnen Anweisunaen hatte Zukommen lassen. Der Delegierte, der am 6. Oktober in einem Hotel in Paris abgestiegen fei, habe die Teilung der vier Verschwörer angeordnet. Zwei wurden nach Marseille gesandt, die beiden anderen blieben in Paris. Als Pospischil und sein Begleiter Raitsch in Paris von dem gelingen des Anschlages in Marseille Kenntnis erhielten, hätten sie über die Grenze flüchten wollen, seien aber verhaftet worden. Als der Untersuchungsrichter Pospischil über feine Einstellung zum Anschlag fragte, soll der Verhaftete in erregtem Tone geantwortet haben: „Ich hatte keine Ahnung, was ich in Paris hätte tun sollen, mein Begleiter ebensowenig. Menn ich aber gewußt hätte, daß ich den König hätte töten sollen, so würde ich vor dem Auftrag nicht zurückgeschreckt sein, sondern wäre den Befehlen der Organisation, der ich angehöre, nachgekommen." Auf die Frage, ob er einen Anwalt wünsche, erwiderte Pospischil: „Ich brauche keinen Anwalt. Ich werde übrigens den Anwalt annehmen, den mir d i e Organisation zur Unterstützung benennt."
Danzig und Polen.
Eine berliner Trauerfeier für König Mander.
Berlin, 17.Okt. (DNB.) Die südslawische Gesandtschaft hatte zu einer Irauerfeier für König Alexander I. in die Mathai-Kirche 'M Tier- gärtenviertel geladen. In Stellv c r *r e J 9 des Führers und Reichskanzlers war der Chef der Präsidialkanzlei, Staatssekretär M e i ß- ner, erschienen. Ferner bemerkte man den ^tell- v e r't r e t e r d e s F ü h r e r s, Reichsmim er R u- dolf Heß, die Neichsmimster von Neurath, Seldte, Dr. S ch a ch t u n d K e r r l, den Reichs- leiter Alfred Rosenberg, die Staatssekretäre von Bülow und Dr. Lammers, den Stadtkommandanten von Berlin Generalmajor scha um- b u r a in Vertretung des Reichswehrmmlsters, die Botschafter von Frankreich, Großbritannien der Türkei und der Vereinigten Staaten sowie fast sämtliche in Berlin anwesenden Gesandten und Geschäfts
träger.
Die Kirche war schlicht mit Lorbeer ausgeschmuckt. Vor dem Altar stand das trauerumflorte Bild des verewigten Herrschers, gegenüber hing vom Chor herab die blauweißrote Fahne. Vor dem Bildnis des Königs zelebrierten der griechisch-orthodoxe Bi
schof T i ch o n und der griechische Archimandrit unter großer Assistenz in liturgischer Form da s Totenamt, unterstützt von dem Kirchenchor der rustischen Kathedrale „Zur Auferstehung Christi . Nach dem Trauergesang „Ewiges Gedenken" nahm der fud- slawische Gesandte Balugdschitsch om ZIus- gange der Kirche im Beisein des gesamten Personals der Gesandtschaft die Beileidsbezeugungen der Geistlichkeit, der Mitglieder der Reichsregierung und des Diplomatischen Korps entgegen.
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Von den Beisetzungsfeierlichkeiten in 'fen«
det der Deutfchlandfender am 18. Oktober in der Zeit von 21.30 bis 22 Uhr einen Hörbericht. Es werden Ausschnitte gegeben von der Trauerfeierlichkeit in der Belgrader Kat hed ra l e und von der Ueberführung nach der 82 Kilometer von Belgrad entfernt gelegenen Kirche von T o - p o l a. .
Anläßlich der Beisetzung Sr. Majestät des> Königs Alexander flaggen am Donnerstag die ©ebauöe der Präsidialkanzlei, der Reichskanzlei, des Reichstags und sämtlicher Reichsministerien halbmast.
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Unser Bild zeigt Staatssekretär Meißner (vom auf dem Sessel) als Vertreter des Führers. In der ersten Reihe von rechts nach links: Reichsminister K e r r 1; der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß: Reichsarbeitsminister Seldte; der Leiter des Außenpolitischen Amtes Rosenberg; Reichsaußenminister Freiherr von Neurath. Hinter Seldte Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht. Jenseits des Ganges das Diplomatische Korps.
Bleibt Frankreichs außenpolitischer Kurs im alten Gleis?
KeineAendcrung in derPolitik der NSDAP.
Danzig, 17. Okt. (DNB.) Der Gauleiter von Danzig, Staatsrat Forster, nimmt in der Danziger Presse zu einem Aufsatz der „Gazetta Polska" Stellung, der sich unter der Überschrift „M i t Polen — Gegen Polen" mit dem Verhältnis Danzigs zu Polen beschäftigt. Die „Gazetta Polska" hatte u. a. ousgeführt, daß sich in der Danziger NSDAP, zwei Richtungen gegenüberständen, von denen die eine das Danziger Statut als Unterlage einer Politik der Zusammenarbeit mit Polen anerkenne, die andere hingegen seine Revision fordere. Gegen diese Auffassung nimmt Gauleiter Forster Stellung. Er erinnert daran, daß er sich bereits bei der Machtübernahme zu einer Politik der Verständigung zwischen Danzig und Polen bekannt habe. Am 20. Juni 1933 habe er erklärt, es sei der Wille der NSDAP., aus dem Pulverfaß Danzig in friedlicher Zusammenarbeit mit Polen den Zündstoff zu entfernen.
„Der Weg — so erklärt Forster weiter — den damals die Partei als einzig richtigen Weg erkannt hatte, und der von der Danziger Regierung beschritten worden ist, trug unbestreitbar zur Verständigung zwischen Danzig und Polen bei. Es hat in der ganzen Zwischenzeit nie Veranlassung bestanden, einen anderen W e g zu beschreiten, und die Partei trägt sich auch heute keineswegs mit dem Gedanken, diesen Weg zu verlassen.
Staatsrat Forster stellt weiter fest, daß die Danziger NSDAP, niemals daran gedacht habe, eine Revision des Danziger Statuts herbeizuführen. Die Partei habe vielmehr wiederholt erklärt, daß sie die vom Völkerbund garantierte Danziger Verfassung sowie die bestehenden Verträge i n n e h a 11 en werde, wenn der andere Vertragspartner das gleiche tue. Die Partei habe außerdem stets ihre Bereitschaft zur w i r t- schaf11ichen Zusammenarbeit mit Polen und zur Bereinigung von Streitfragen durch unmittelbare Verhandlungen bekundet.'Keine Partei habe mehr dafür Sorge getragen, daß der innere Frieden in Danzig seinen Einzug gehalten habe und die Polen die ihnen zustehenden Rechte gewährleistet erhielten, als gerade die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. In der Danziger NSDAP, herrsche nur eine Ansicht, sie laute: „Alle Kraft der nationalsozialistischen Bewegung gehört der Erhaltung des schönen, alten deutschen Danzig, das mit Polen nach jeder Richtung hin in Frieden leben will."
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Gleichzeitig veröffentlicht Senatspräsident Dr. R a u s ch n i n g über angebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Partei- und Regierungsstellen in Danzig eine Erklärung, die olqenden Wortlaut hat:
„Ich erkläre hiermit, daß alle in der letzten Zeit in der polnischen und sonstigen ausländischen Presse ausgestellten Behauptungen über einen Streit zwischen dem Gauleiter der NSDAP, in Danzig, Herrn Forster, und mir unrichtig sind. Wenn alle diese Zeitungen an meine schon seit längerer Zeit bestehende Krankheit diese Vermutung knüpfen, so ist daraus nur zu erkennen, daß Kräfte am Werk sind, die der sowohl von der Partei als auch von der Regierung gewollten und durchgeführten Verständigung mit Polen entgegenarbeiten."
Laval will „Öen Frieden retten", fürchtet aber angeblich eine direkte Aussprache mit Deutschland. - Die Bomreise in Frage gestellt.
pettinax ist beruhigt.
Paris, 18. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Der Außenpolitiker des „Echo i>e Paris", Pertinax, hat sich durch ibie verschiedenen in Umlauf befindlichen Gerüchte über einen angeblichen Kurswechsel der französischen Außenpolitik unter der Leitung des neuen Außenministers Laval beunruhigt gefühlt und sich deshalb an die „zuständige Stelle" begeben, um einige Fragen zu stellen. Die Antworten haben ihn sichtlich beruhigt. Wie sie sich in seinem Kopf widerspiegeln, ist aus dem heutigen Leitartikel des „Echo de Paris' ersichtlich.
Pertinax hat die Versicherung erhalten, daß die französische Außenpolitik so wie sie von Barthou bisher betrieben worden fei, nicht nur keine Aenderung erfahren, sondern im Gegenteil noch aktiviert werden solle. Es handele fiefy darum, den Frieden zu retten, und die Frage sei, ob man, um dieses Zieles willen, eine unmittelbare Verständigung m i t Deutschland suchen müsse. Dies erklärt er jedoch für ein hoffnungsloses Werk, das außerdem mit großen Gefahren verbunden fei. Das nationalsozialistische Regime bedeute ein Deutschland „in dauerndem Mobilisierungszustand". Um sich mit Deutschland verständigen zu können, müsse sich Frankreich zu der Erklärung bereitfinden, daß feine Interessen am Rhein aufhörten
und daß Deutschland freie Hand in Mitteleuropa habe. Eine solche Politik würde aber die Isolierung Frankreichs bedeuten und es sei unschwer, sich die Folgen auszudenken. Ohne sich selbst zu verraten, könne Frankreich die Verbündeten nicht verraten.
Mit der französisch-russischen Annäherung dürfe nicht länger gezögert werden. Selbst diejenigen, die einer solchen Annäherung nicht freundlich gegenüberstanden, könnten heute nicht mehr auf diesen Plan verzichten. Denn eine Abkehr Frankreichs von Sowjetrußland würde notgedrungen eine deutsch-russische Annäherung zur Folge haben. Es gehe deshalb darum, ein Abkommen abzuschließen, jedoch mit Vorsicht und Weitblick. Man könne z. B. auch für die Luftfahrt einen Modus für eine enge Zusammenarbeit finden.
Was Italien angehe, so erlaubten es die augenblicklichen Umstände nicht, die beabsichtigte Romreise zu unternehmen. Die diplomatischen Verhandlungen würden aber mit um so größerer Energie fortgesetzt. Frankreich sei entschlossen, Italien in den afrikanischen Fragen gewisse Zugeständnisse zu machen, aber nur unter der Voraussetzung, daß Rom seine Be- z i e h u nge n zu den französischen Freunden in Mitteleuropa regele. Denn ohne eine solche Regelung könne Frankreich nicht mit Italien Zusammenarbeiten.
Lebhafterer Außenhandel.
Erste Erfolge der Umstellung der deutschen Handelspolitik.
Die Ergebnisse der Außenhandels st ati st ik für den Monat September find in mehrfacher Hinsicht befriedigend. Sie lassen den Schluß Zu, daß die Schrumpfung des deutschen Außenhandels beendet ist. Wenn der Passiv- saldo des deutschen Außenhandels, der im Monat August noch 9 Millionen Mark betrug im September auf 2 Millionen Mark gesunken ist, so daß die Außenhandelsbilanz so gut wie ausgeglichen ist, so darf man das wohl als eine selbstverständliche und gewollte Auswirkung der deutschen Einfuhr- und Devisenpolitik ansehen. Ein Land, das über keine nennenswerten Gold- und Devisenreserven mehr verfügt, kann sich den Luxus einer passiven Handelsbilanz nicht mehr leisten. Denn womit soll es das Pafsivsaldo ausgleichen? Aber bedeutungsvoll und ein Anlaß zur Befriedigung ist die Tatsache, daß der notwendige und gewollte Ausgleich zwischen Einfuhr und Ausfuhr nicht, wie die Wirt- schaftspesfimisten befürchteten, auf einem tieferen, sondern im Gegenteil auf einem höheren Ni- d e a u erfolgt ist.
Einfuhr und Ausfuhr weisen im Monat September eine beträchtliche Steigerung auf. Dabei hat sich aber dieAusfuhr in stärkerem Maße als die Einfuhr erhöht. Bei der Einfuhr hat sich das Bestreben, die Rohstoffimporte aus denjenigen Ländern, die ihrerseits wenig deutsche Waren aufnehmen, nach Möglichkeit einzuschränken, offenbar bereits in gewissem Maße ausgewirkt. Infolgedessen ist die Einfuhr aus den meisten über
seeischen Ländern, insbesondere aus den Vereinigten Staaten, Niederländisch-Jndien, Bri- tisch-Jndien u. a. zurückgegangen. Eine Ausnahme bildet hier Argentinien, dessen Käufe deutscher Waren eine Zunahme aufweisen, und von dem daher Deutschland auf Grund der getroffenen Gegenseitigkeitsvereinbarungen Wolle, Leinsaat usw. in erhöhten Mengen bezogen hat. Eine Zunahme weisen ferner die deutschen F e r t i g w a r e n i m- porte aus einer Reihe europäischer I n - dustrieländer, so z. B. aus Frankreich, der Schweiz und Belgien-Luxemburg auf. Die deutsche Fertigwarenindustne ist infolgedessen von 63,7 Millionen Mark im August auf 74,8 Millionen Mark im September gestiegen. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um Mehrbezüge von Textilwaren (Baumwollwaren), Leder und Pelzwaren sowie Walzwerkserzeugnisse. Die Zunahme des Imports dieser Waren ist wohl teilweise jahreszeitlich begründet. Das. gleiche gilt für die E r h ö h u n g d e r Rohstoffeinfuhr um 4,9 auf 199,8 Millionen Mark. Hier fällt vor allem eine Mehreinfuhr von 4,3 Millionen Mark Blumenzwiebeln ins Gewicht, die alljährlich in dieser Jahreszeit zu erfolgen pflegt. Auch die starke Zunahme der Woll- einfuhr ist wohl auf jahreszeitliche Ursachen zu- rückzuführen. Ihr steht ein entsprechender Rückgang der Einfuhr von Baumwolle, Papierholz und anderer Rohstoffe gegenüber. Die Lebensmitteleinfuhr ist von 81,4 auf 75,5 Millionen Mark gesunken.
Am stärksten haben die Obstimporte aus den Der« einigten Staaten abgenommen, ebenso die Einfuhren von Kaffee, Weizen usw. Dagegen hat Deutschland mehr Eier aus Dänemark und Bulgarien eingeführt.
Ein Teil der Einfuhrsteigerungen steht tn eng- ftem Zusammenhang mit Vereinbarungen, Die Deutschland gleichzeitig eine erhöhte Ausfuhr nach den Vertragsländern gewährleisten. Wenn daher die deutsche Ausfuhr von 333,9 Millionen Mark im Monat August auf 350,3 Millionen Mark im Monat September, also um rund 5 v. H. gestiegen ist, so ist das zweifellos auch den Gegenseitigkeitsverträgen, die mit einer Reihe von Ländern auf Grund der neuen handelspolitischen Grundsätze abgeschlossen wurden, zu verdanken. Die Reichsregierung hat durch diese Abmachungen in erster Linie Oie deutsche F e r - tigwarenausfuhr au stärken versucht, weil sie am meisten der Arbeitsbeschaffung dient. Wieweit ihr das bereits gelungen ist, geht daraus hervor, daß die deutsche Fertigwarenausfuhr im Monat September um 15,7 auf 277,9 Millionen Mark gestiegen ist. Insbesondere konnten Textilfertigwaren, Eisenwaren, Pelzwaren, Kinderspielzeug und Maschinen in beträchtlich höheren Mengen ausgeführt werden. Dagegen weist allerdings der Export von Chemikalien und (wiederum aus jahreszeitlichen Gründen) von Kraftfahrzeugen einen Rückgang auf. Eine Besserung hat vor allem die deutsche Ausfuhr nach den Niederlanden, der Tschechoslowakei und Frankreich erfahren, während Italien weniger deutsche Waren als im August kaufte. Ferner haben von überseeischen Ländern China und, wie schon erwähnt, Argentinien mehr deutsche Waren bezogen, während der deutsche Export nach den Vereinigten Staaten weiter zurückging.
Vergleicht man die Außenhandelsziffern mit denen des entsprechenden Dorjahrsmonats, io ergibt sich freilich noch immer eine Abnahme Der deutschen Ausfuhr um beinahe 20 v. H., während die Einfuhr etwas zugenommen hat. Aber man gewinnt trotzdem aus der näheren Betrachtung der neuesten Außenhandelsziffern den Eindruck, daß der Tiefstand der Entwicklung auch auf diesem Gebiets jetzt überschritten ist, und daß die Maßnahmen der Reichsregierung, die eine völlige Neuorientierung der deutschen Handelspolitik zum Ziel haben, im Begriffe sind, die Stellung Deutschlands im internationalen Warenaustausch wesentlich zu verbessern. Der von Deutschland erhobene grundsätzliche Anspruch auf Gegenseitigkeit von Leistung und Gegenleistung wird dazu führen, daß sich alle Länder, die künftig ihre Erzeugnisse nach Deutschland verkaufen wollen, genötigt sehen werden, auch ihrerseits deutsche Waren in entsprechend großen Mengen zu beziehen. Das Ergebnis wird dann nicht nur die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Einfuhr und Ausfuhr, fpndern auch eine Belebung des deutschen Außenhandels sein.
Achtung! Gaarabstimmungsberechtigte!
Berlin, 17. Off. (DBB.) Die nicht in die Abstimmungslisfen aufgenommenen Personen haben, soweit die Ablehnung durch den zuständigen Gemeindeausschuß.des Saargebiefe ihrer Meinung nach zu unrecht erfolgt ist, so- fort Einspruch gegen die Bichlausnahme einzulegen. Die'Frist hierzu läuft am 2 5. Oktober 19 3 4 ab.
Die vorschriftsmäßigen weihen Formulare \^x das Elnfpruchsverfahren sind kostenlos durch die Ortsgruppen des Bundes der Saarvereine und durch deren Beauftragte erhältlich, die auch jede weitere Auskunft erteilen.
Personen, die zwar in die Abstimmungslisten eingetragen sind, deren Eintragung aber Fehler aufweist (z. B. unrichtiges Geburtsdatum, Verstümmelung des Bor- und Zunamens und ähnliches) haben ebenfalls bis zum 25. Oktober 1 9 3 4 im Vege des Einspruchs Berichtigung zu beantragen. Die hierfür in Frage kommenden (grünen) Formulare find ebenfalls bei den obengenannten Stellen kostenlos zu haben.
©er Generaldirektor der pleßschen Unternehmungen in Kattowitz verhaftet
Kattowitz, 17. Okt. (DNB.) Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Kattowitz wurde der Generaldirektor der Pleßschen Unternehmungen A. Iren- eget verhaftet. Er wird beschuldigt, in die Zwangsvoll st reckung bei den Pleßschen Betrieben dadurch hemmend eingegriffen zu haben, daß er her Pfändung unterliegende Gegenstände, die gerichtlicherseits der Zwangsvollstreckung zur Verfügung gestellt worden waren, beiseitegebracht hat. Weiter wird er beschuldigt, gewisse Gläubiger der Pleßschen Unternehmungen zum Schaden des polnischen Staates b e g ü n f t i g t zu haben. Dr. Trenczek wurde in das Kattowitzer Gerichtsgefängnis eingeliefert.
Ein Winterhilfs-Aufruf des BeichS.nnenministerS.
Berlin, 18. Okt. (DNB.) Reichsinnenminister Fr. Frick hat einen Aufruf an die Beamten, Singest eilten und Arbeiter im gesamten Reichsgebiet erlassen, in dem sie aufgefordert werden, sich am Winterhilfswerk zu beteiligen. „Für alle", so heißt es in dem Aufruf u. a., „die das Glück haben, in Arbeit und Brot zu stehen, muh es auch in dem kommenden Winter Ehrenpflicht sein, durch eigenes Opfer den Volksgenossen deizu stehen, die ohne Schuld schwere Not leide n." Der Minister empfiehlt den Beamten, Angestellten und Arbeitern, die sich an dem gegenwärtigen Winterhilfswerk monatlich mit einem gewissen Betrag beteiligen zu wollen, d i e für die Auszahlung der Dienstbezüge zuständigen Stellen zu ermächtigen, diesen Betrag von ihren Dienstbezügen einzubehalten und dem Winterhilfswerk zuzuführen.
Die plätte des Amtes für Brisen, Wandern, Urlaub.
Berlin, 17. Okt. <DNB.) Das Reich samt für Reifen, Wandern und Urlaub in der NS.-Gerneinfchaft „Kraft durch Freude" hatte feine Gaureferenten zu einer Arbeitstagung in Fulda zu« fammenberufen, auf der die Richtlinien für die vorbereitenden Arbeiten für das Jahr 1935 ausgegeben wurden. Zur Bewältigung des zu erwartenden An« sturrns der Urlaubermaffen wurde für sämtliche Fahrten von allen Gauen ein JahresplaN aufgestellt. Außer den weltbekannten deutschen Erholungsgegenden sollen in besonderem Maße


