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Aus her provinzialhauptstaht

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lge muß die Hausfrau Gut, ihre Lieben vor

die Wohnung sei sie nun Teil eines großen Hauses oder eines kleinen Hauses für sich. Sie ist ein bedeutender Wert, besonders in unserer immer noch von Wohnungsnot beherrschten Zeit. Ihre Räume sind erfüllt von den Dingen des täglichen Gebrauches oft auch noch von viel Ueberflüffigem dazu. Aber jeder Stuhl, jedes Bett, jedes Stuck Wasche oder Geschirr ist ein Teil unseres Vermö­gens. Sie alle sind der Hausfrau unterstellt, die mit der guten Pflege ihres Heims, dem guten und richtigen Einkäufen und Wirtschaften eine hohe Der- antwortung in ihrem kleinen Reich und damit auch

Die Formblätter sind beim zuständigen Arbells- amt erhältlich. Die ordnungsmäßige und richtige Ausfüllung der Formblätter wird vom Arbeitsamt nuchgeprüft. Von diesem wird auch die Durchfüh-

im Volksganzen hat.

Die Frau hat auf ihrem Posten mit allerlei Feinden zu kämpfen. Jeden Tag muß sie Krieg gegen Staub und Schmutz führen, muß ihre Tep­piche, Möbelbezüge, Kleider vor den gefräßigen Motten schützen, vor dem Verbleichen durch Son­nenstrahlen, vor Beschädigung durch das Toben der Kinoer. Daß sie dabei frisch und tapfer bleibt, statt vor lauter Sorgen und Sparen ganz nervös und grämlich zu werden, ist freilich vor allen Dingen zu wünschen lieber mal ein Fleck, ein Kratzer in der Politur, ein zerschlagener Teller, als ewiges Scheuern und saure Gesichter! Denn diese kleine Feinde sind alle noch nicht lebensgefährlich. Aber den Kampf gegen einen Feind kann man gar nicht ernst genug nehmen er hat schon unend­lichen Schaden angerichtet, liegt in jedem Haus­halt auf der Lauer und wartet nur auf den unbe- wachten Augenblick, wo er über dieses kleine Reich mit allen seinen vielen hübschen Dingen, ja wo­möglich gar über seine Bewohner herfallen, sie verschlingen, vernichten kann das Feuer!

Es lauert in jeder Streichholzschachtel, in jedem Ofen und jedem Licht, es wartet, ob einmal nicht aufgepaßt wird, ob das Kind mit Zündhölzern spie­len wird, ob die glimmende Zigarette in den Pa­pierkorb fliegt, ob die Christbaumkerzen die Gardine erfassen, elektrische und Gasleitungen schadhaft sind, glühende Kohlen aus dem Herd fallen, ob die Ben­zinflasche dem offenen Licht zu nahe kommt ach, und wie oft findet es solche und andere Gelegen­heiten, um auszubrechen und seinen wilden Tanz aufzuführen! ~

Diesem unheimlichsten Feind im Reiche der Frau kann sie nur mit großer Vorsicht, Umsicht und Ge-

Die Hausfrau im Dienste der Feuerverhütung.

wenigen nötigen Küche-nmöbeln', alle Kochger sind im Schrank untergebracht, statt an der Wi herumzuhängen. So stauben sie nicht ein, machen weniger unnötige Arbeit und helfen so auch mit dazu, daß in diesem feuergefährlichsten Bezirk des Hauses Ordnung und Uebersicht herrscht, und damit eine wichtige Voraussetzung zur Feuerverhütung.

Unendlich viele kleine Dinge muß die Hausfrau wissen, um ihr Heim, ihr Gut, ihre Lieden vor Feuersnot zu schützen. Sie alle hier auch nur anzu­deuten, würde zu weit führen. Aber viel Wichtiges und Wissenswertes kann sie darüber erfahren in der kleinen SchriftBrandschaden ist Landschaden", die anläßlich der Feuerschutzwoche vom 17. bis 23. September in ganz Deutschland verbreitet wird und die jeder lesen und beherzigen sollte.

Das Volksvermögen geht zum großen Teil durch die Hände der Hausfrau. Ein Staatswesen besteht aus einer riesigen Zahl von Hauswesen; jedes ent­hält feste Werte, die vor allen Dingen von der Frau gehütet und erhalten werden müssen. Da ist die Wohnung sei sie nun Teil eines großen Hauses oder eines kleinen Hauses für sich. Sie ist

hat die gesetzliche pflicht, sich für die Durchfüh­rung der Bestimmungen persönlich emzusehen. Schon im Laufe des September hat jeder Be­triebs- und Verwaltungsführer nach der Ver­ordnung den Bestand feiner Gefolgschaft zu überprüfen und zu ermiteln. wieviel und welche jugendlichen Kräfte unter 25Jahrengegenüllerefreige stellt werden können und zu welchem Zeitpunkt die Freistellung erfolgen kann. Lehrlinge wer­den von dem Austausch nicht erfaßt.

Die Führer derjenigen Betriebe und Verwaltun- aen für die ein Vertrauensrat zu bilden ist (Be­triebe mit in der Regel mindestens 20 Beschäftigten), haben ohne besondere Aufforderung bis zum 1 Oktober 1934 dem zuständigen Arbeitsamt auf einem besonderen Formblatt mitzuteilen, wie­viel Arbeiter und wieviel Angestellte über und unter 25 Jahren, nach Geschlechtern getrennt, zur Zeit der Prüfung in dem Betrieb (Derwallung) tätig waren. Sofern ein Betrieb (Verwaltung) außerörtlich oder betriebstechnisch voneinander ge­trennte Abteilungen hat, sind die Mitteilungen für jede dieser Abteilungen gesondert zu machen.

wissenhaftigkeit auch im Kleinsten begegnen. Und zu der gleichen Achtsamkeit muß sie ihre Kinder anhal­ten, nicht durch Ueberängstlichkeit mit dem ewigen: , faß dies oder das nicht an". Rein, die Kinder sollen so früh wie möglich alle Dinge unter Aufsicht der Großen anfassen und mit den gefährlichen richtig umgehen lernen. Dann wird es ihnen eine Selbst­verständlichkeit, vernünftig und vorsichtig zu sein.

Die Hausfrau kann sich den Kampf gegen die Feuersgefahr durch die Anordnung und Einrich- tung ihrer Wohnung sehr erleichtern. Ueberfüllte Stuben, wie die stil- und geschmacklose Zeit.der 80er Jahre bis um 1900 sie liebte, mit ihrer Anhäufung von Möbeln, Nippes, Etageren und Portieren find dem Feuer äußerst willkommen; da findet es leick- ter eine Gelegenheit zum Zünden, als in den schlich­ten, klaren und übersichtlichen Räumen unserer Zeit. Wenn man auch nichtmodern" eingerichtet ist, sondern alten Hausrat geerbt hat, man kann doch den entbehrlichen Kram, der weder schön noch prak­tisch ist, aber sehr gut brennt, hinauswerfen und seine Wohnung dadurch schöner und prakischer ma­chen. Mit der Küche ist es dasselbe. In der prak­tischen heutigen Küche steht nichts herum außer den ' "Geräte

Die Anfahrt erfolgt über die schöne deutsche Grenz- i stadt Passau, die Rückfahrt über Regensburg. Zur I Besichtigung beider Städte wird ausreichend Zeit zur Verfügung stehen. Die Kosten für diese Fahrt I betragen nur 31 Mark. Anmeldungen werden bis < zum Dienstag, 18. September, entgegengenommen. I

Heimatbund Staufenberg. !

Am Samstagabend wurde auf der Burg Staufen- i berg in Gegenwart von Volksgenossen aus Staufen- i berg und den benachbarten Orten, wie auch aus . Gießen einHeimatbund Staufe n b e r g gegründet, dem die Aufgabe gestellt wurde, for­dernd und werbend für die Burg Staufenberg als altehrwürdiges Denkmal der Heimatgeschlchte tätig zu sein. In der Aussprache trat allseitig Uebereln- stimmung über die Notwendigkeit und Zweckmäßig­keit dieses Heimatvereins zutage. Die Versammlung bestimmte als Führer des Heimatbunds Stausen- bera Dekan Guß mann (Kirchberg b. Lollar). Die weiteren Mitglieder des Vorstandes sind: Uni­versitäts-Bibliothekar Dr. W a l b r a ch (Gießen), stellvertretender Vereinsführer; Bankbeamter Kern (Gießen), Kassenwart; Gemeinderechner Stephan (Staufenberg), stellvertretender Kassenwart; Lehrer Rabenau (Staufenberg) 1. Schriftführer; Kauf­mann Völzing (Gießen) 2. Schriftführer; Bei­sitzer: Weinhändler August Balzer (Gießen), Gartenarchitekt Schwarz (Gießen), Obersorst- meister Lipp (Gießen), Bürgermeister Reuter, Polizeidiener Geißler, Werkmeister i. R. Fuchs, sämtlich von Staufenberg, Bürgermeister Wagner (Lollar), Bürgermeister Schwarz (Ruttershausen), Bürgermeister Greiling (Mainzlar), Bürger­meister Deines (Saubringen). Der Beitrag wurde aus 1 Mark pro Jahr festgesetzt, da man es jedem Volksgenossen ermöglichen will, dem Heimatbund anzugehören. Bis jetzt zählt der Bund etwa 60 Mitglieder.

Konzert der Klavierschule Kömer.

Die Klavierschule Körner hielt zugunsten der NS.- Volkswohlfahrt am Sonntag nachmittag ihr dies­jähriges Schülerkonzert ab. Solche Veranstaltungen sind vor allen Dingen ein Rechenschaftsbericht, den der gewissenhafte Lehrer vor den Eltern seiner Schutzbefohlenen ablegt. Jetzt, wo leider viele junge Menschen auf eine musikalische Ausbildung ver­zichten, sind solche Schülerkonzerte doppelt nötig und wichtig, da sie werbend und belehrend zugleich sind. Letzten Endes aber sind sie ein Prüfstein für die Art und Weise der Ausbildung selbst, denn einem schlechtgeleiteten Schüler wird es unmöglich sein, sich im Feuer des öffentlichen Auftretens zu behaupten. In den staatlichen Mufikinftituten des Reiches wird die Erteilung eines Reifezeugnisses von der Bewäh­rung im öffentlichen Auftreten abhängig gemacht.

Die Darbietungen bewiesen, daß hier eine erfah­rene Pädagogien zielbewußt ihren Weg geht. Finger, Arme und Schulter werden gleichmäßig gebildet und der Technik dienstbar gemacht. Nebenbei werden Stilgefühl und Vortrag gefördert. So stand der Abend auf recht hoher Stufe und rechtfertigte das Vertrauen, das man der Schule Körner entgegen­

bringt.

Margret K r ö ck und Lina Brunnengräber spielten kleinere Stücke von Mozart, erstere mit schon gutem Anschlag, letztere dynamisch gut stufend, rhythmisch noch etwas befangen. Bei Hans Iun - k e r freute man sich an dem frischen, sagenhaften Mufikantentum, das schon Ansätze zur Eigenart zeigt. In den Regerstücklein bewies Margret Bill sinniges Eingehen in die Vorlage. Herr Kopp und Herr Müller spielten zwei vierhändige Stücke von Beethoven technisch zuverlässig und dynamisch recht farbig. Davon war das selten gehörte Lied mit Veränderungen, in dem Herr Müller (Schule Heermann) den gesanglichen Teil ausführte, be­sonders interessant. Fräulein Annemarie Stoll be­gleitete die Violinsonate und die Schubertlieder. Ihr weicher Anschlag macht sie dazu recht geeignet; die rhythmische Verschiebung im Menuett der Violinso­nate will zu dem Klassiker Mozart nicht recht passen. Herr Erwin Müller ist seiner Lehrerin zu viel Dank verpflichtet, daß sie ihn so in die Höhen und Tiefen der Kunst einführt. Ohne Zweifel ist er eine technische Begabung, das bewies er in der Etüde vonPaganim-Lifzt(auch jetzt noch ^-Erreichung höch­ster Meisterschaft unentbehrlich), auch bei der Beet­hovensonate stand das technische Moment noch im Vordergrund, aber auch der Ausdruck hat gewonnen und wird bei zunehmender Lebenserfahrung weiter

sprach Gruppenführer B e ck e r l e in kurzer Rede zu den Kameraden, anschließend nahm er die Weihe neuer Fahnen vor. Nach Dankesworten des Stan­dartenführer Schäfer an den Gruppenführer wurde zum Schluß mit begeisterten Sieg-Heil-Rufen des Obersten SA.-Führers A d o l f H i t l e r gedacht.

Sodann traten die Kolonnen zum Marsch durch die Stadt an, bdr mit einem Vorbei­marsch vor dem Gruppenführer und den Standar­tenführern abfchloß.

DerAustausch von Arbeitskräften Wichtige Anordnungen für Betriebsführer und Behördenleiter.

LPD. Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes

wachsen. Erfreulich war wieder, daß zur mufifat lischen Weitung des Konzerts Schüler anderes Musikschulen beitrugen. Fräulein Minna ©toll (Schule Heermann) sang mit gut gebildeter Stimme und deutlicher Sprache erfolgreich Schuberts lieber, Fräulein Gretel Seyffarth (Schuld Schüttler) spielte warm und kammermusikalisch eine Mozartsonate. Ein Streichquartett: Waltraud und Martha Schüttler, Gretel Seyffarth (Schule Schüttler), Heilwig R o l o f (Schule Heermann), musizierte in einem Quartettsatz von Beethoven tonrein und dynamisch sehr gut fdjattie» rend zur Freude der Zuhörer.

Es ist dringend zu wünschen, daß der Vortrags« abend den Erfolg hat, daß die Eltern mehr wie bis« her, ihre Kinder auch musikalisch bilden lassen. Der schwer um seine Existenz ringende Musiklehrerstand wird ihnen dafür dankbar sein. a

Herbstversammlung der Imker.

Die O r t s f a ch g r u p p e Gießen der Reichsfachgruppe I rn k e r hatte für gestern nachmittag in denTannhüufer" Einladung zur üblichen Herbftverfammlung ergehen lassen, zu der sich eine recht stattliche Zahl Mitglieder eingefunden hatte. Der Fachgruppenvorsitzende erteilte nach em« leitenden Begrüßungsworten Obertelegraphensekre» tär i. R. H. Pfeiffer, Launsbach, das Wort zu seinem VortrageErfahrungen bei der diesjährigen Seuchenrevision . ll. a. führte der Redner folgendes aus: Nach Der für ganz Preußen bestehenden Verordnung, betr. Feld» und Forftfchutz, ist die Faulbrut anzeiaepflichtig. Im Unterlassungsfälle können neben hohen Geld« strafen dem lässigen Imker noch die Kosten der Entseuchung auferlegt werden. Das gleiche besagt das Seuchengesetz, das in Hessen gültig ist. Wer Bienenvölker einführt, erhält innerhalb der ersten zehn Wochen für Faulbrut- oder Nofemaverlustr keine Entschädigung. Auf dem Bienenstand muß größte Sauberkeit herrschen, und verwaiste Kasten sind immer fluglochdicht zu halten. Zur Gesund» erhaltung der Völker ist dem Bau-, Vermehrungs« und Sammeltrieb entsprechend Spielraum zu las« sen. In sechs Ortschaften diesseits und jenseits der Lahn wurde sowohl die gutartige als auch die bös« artige Faulbrut festgestellt. Schwache sind auf dein Stande nicht zu dulden, denn nur mit starken Völkern und hochgezüchteten Edelköniginnen find Höchsterträge zu erzielen. Der Redner erntete für feine aus der Praxis als Seuchenfachverftändiqet erwachsenen klaren Ausführungen reichen Beifall. Der Fachgruppenvorsitzende sprach noch über das Einwintern der Bienen und konnte insbesondere den zahlreich anwesenden Jungimkern wertvolle Fingerzeige für diese wichtige Bienenpflegemaß. nähme mitgeben.

Zu dem ThemaBienenzucht im Klein« bauernhof" übergehend, forderte der Redner, daß nur der Imker werden soll, der dazu geboren ist und Lust und Liebe zur Sache mitbringt. Wei« ter ermahnte er, jede Gelegenheit zur Verbesserung der Bienenweide auszunutzen und insbesondere die Salweide als vorzüglichen Pollenträger zur An« Pflanzung zu bringen.

In der anschließenden regen Aussprache wurde noch die Behandlung von Schwächlingen, die Der« einigung mehrerer Völker, die Durchführung der Honigverordnung, die Bedienung des Wachs« schmelzers und die Gewinnung der bisher nicht organisierten Imker besprochen. Der Vorsitzende gab dann noch den nun endgültigen durchgeführten Aufbau der deutschen Jmkerschaft bekannt. Die Bienenzucht ist in den Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter eingegliedert und steht unter der Reichsfachgruppe Imker als Dachorganisation. Diese gliedert sich in Landesfachgruppen. Die Landesfach' gruppe Hessen-Nassau umfaßt fünf Kreisgruppen: Hessen, Biedenkopf mit Dill und Wetzlar, Rhein« Taunus, Lahn und Main-Taunus. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Vereinsangelegenheiten wurde die Tagung in üblicher Weife geschloffen.

Gictzener W-Ernmarktpreise.

* G i e ß e n, 18. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Mattr 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (in« ländische), Klasse S 11, Klasse A 10/2, Klasse B 10, Klasse C 9^, Klasse D 9, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römisch«

Deutsche Arbeitsfront.

NS.-GemeinschaftKraft durch Freude". Fahrt in den Bayrischen Wald.

Vorn 29. September bis 7. Oktober veranstaltet die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" eine Fahrt in den herbstlichen Hochwald des Bayrischen Wal­des. Die Abfahrt erfolgt in Frankfurt am 29. Sep­tember abends. Rückkehr am 7. Oktober nachmittags. Die Urlauber werden in Zwiesel am Fuße des Ar­bers und in den Orten des bayrischen Hochwaldes untergebracht. Diese Fahrt in den Bayrischen Wald mit seinen Wildbächen und seinen freundlichen Menschen wird ihre Anziehungskraft nicht verfehlen.

Hessen teilt mit:

Die Besserung der Arbeitslnge ist bisher in einem besonders großen Ausmaße den jugendlichen Ar­beitskräften zugute gekommen. Die Einstellung von Arbeitslosen mittleren und höheren Alters, d. h. also insbesondere der Familienväter und Kinder­reichen, ist demgegenüber unverhältnismäßig zu­rückgeblieben. Die Verordnung übrr Verteilung der Arbeitskräfte vom 10. und 28. August 1934 be­zweckt, hierin den erforderlichen Wandel zu schaffen. Auf den Inhalt der Verordnung ist durch wieder­holte Veröffentlichungen bereits hingewiesen.

Jeder Velriebsführer eines privaten oder öffent- nacyyepiun.. «uu uki»» UJk*v, w Uchen Betriebes, aber auch jeder Vehördenleiter | rung des Austausches überwacht.

ORenntiere.

Erinnerung an eine Nordlandreise.

Von Hanns Lohst.

Skarrag ... klingt es nicht, als ob diese Silben von Nomen, die in Wolkengestühl verwurzelten, aus dem Wurf der Runen gefunden wurden?

Skorrag ... klingt es nicht wie der vom Sturm erpreßte heisere Ruf hungernder Raben?

Skorrag ... klingt es nicht wie Einöde, Moor, Moräne und einsamer See in wellenloser Verlas­senheit, ein See, dessen Ufer in Gewölk zu zer­fließen scheinen und ewigem Nebel?

Skorrag ... klingt es nicht wie girrendes Wer­ben springender Lappen hinter trappelnden Hufen jagender Renntierherden?

Wir wurden in Skorrag ausgebootet und es hieß, wir würden eine Renntierherde zu Gesicht bekom­men.

Die Sonne hing wie ein feuriger Gong im blauen Jubel des Tages, und die trübe Dämonie des Or­tes und feines Namens schien vor diesem seltenen Tag entthront. Die gedörrten Klippfische, die zur Bleiche längs der Ufer hingen, raschelten im ver­wegenen Zuge eines kichernden Windes. Die Leute, die uns erstaunt entgegensahen, standen in unbehol­fenen Anzügen herum. Die Arme, die aus breiten Schultern kamen, ließen klobige Hände in die Ho­sentaschen fallen. Die Stummelpfeife vergrößerte und spitzte den Ausdruck der Neugierde zu, der die langen und vom Meerwasser eingesalzenen Gesichter zur Physiognomie von gutmütigen Robben verwarn oelte.

Ein paar winzige Schafe und verkümmerte Zie­gen umstanden die spärlichen Katen, die mit den zerfressensten Lehmwänden und niedrigsten Gras- Dächern den ärmlichen Versuch machten, sich zu einer Art Soff zurechtzurücken.

Ein paar breite, wuchtige Boote waren auf Sand geschleppt und sonnten sich. In ihrem Holze krachte es wohlig, wie in Gelenken von Bummlern, die sich auf der Walze einmal nach taufend Heuschober­nächten, in einem Federbette strecken.

Land" schummerten die alten überteerten, wetterfesten Gesellen.Soll das Meer unter­gehen? Hol's der Teufel! Land!" und sie sogen die zitternde Luft noch einmal in ihre Planken­rippen, daß es nur fo krachte.

Wie schritten auf Moosbänken und zierlichem Preifelbeergeftrüpp an kleinem Hange hin. Sanfte Hügel, wie verfteinte und übersandete Dünung,

engten den Blick mit jener geduldigen und verhalte­nen Gebärde ein, die ihn der nächsten Umgebung mit verdoppelter Eindringlichkeit verpflichtet.

Eingebettet in dieses Kuttenbraun und abgenutzte Grün des schrägen Bodens, fand sich die schwarze Fläche eines Sees, der wie ein lidloses Auge, ohne mit der Wimper zu zucken, ununterbrochen und wie Rechenschaft fordernd, grimmig und streng den Blick des Himmels suchte.

Rötliches Gestein umlagerte die Ufer wie eine böse und giftige Entzündung.

Plötzlich standen auf der Höhe des Westens die scharfen und kantigen Zeichnungen von den tausend Geweihen einer anstürmenden Renntierherde. Die Körper wuchsen nach ... die schmalen Schatten der Beine begannen zu wirbeln ...

Die Tiere waren auf uns zugetrieben worden und sollten dicht an uns vorüberfliehen. Stille war das Gebot und regungsloses Verhalten.

Die Renntiere hatten ihrem Hirten gegenüber Vernunft angenommen, sie kamen. Aber die Passa­giere konnten diesen Gran Zucht nicht aufbringen.

Hundert entfesselte Linsen und starre Prismen sausten der Erscheinung knuffend und stoßend, schupfend und stolpernd entgegen ... und erreichten eine Kehrtwendung der ersehnten Herde, die Pots­dam Ehre aemacht hätte und ein Verschwinden auf Nimmerwiedersehen ...

Worauf sich die Passagiere untereinander Vor­würfe machten und jeder dem anderen die Schuld in die Schuhe schob.

Ich wälzte mich wie Till Eulenspiegel im Grase vor lauter Lachen, indes die unwillige Herde von Passagieren an mir vorüberzog, dem Dampfer zu, der im Licht zu schaukeln schien, so strahlte das Meer in der Tiefe.

Und plötzlich waren es Renntiere ... Die Beine warfen freilich dickere Schatten, auch waren die Be­wegungen breiiger und die Geweihe unsichtbarer, aber Renntiere blieben es, sie graften mit der Ka­mera und dem Cookticket um die Welt.

Zuletzt wurde ein Renntier eingebootet. Am Halse hing das blaue Gerinnsel des Blutes. Schließlich mußte man so ein Tier doch wenigstens auf der Souperplatte kosten, wenn man es schon nicht auf die lichtempfindliche Platte zu zwingen vermochte.

Das Tier hatte das große Auge, das überdunkelt war von dem Entsetzen des Todes, weit offen. Wie der See eben unter dem Himmel lag und zu fragen schien und zu suchen, so schaute dieses Auge in das Nichts und in das Alles ...

Die Schwalben werden weniger.

Naturfreunde und Vogelliebhaber stellen seit einigen Jahren bekümmert fest, daß der Bestand eines unserer schönsten und zierlichsten Vögel in vielen Gegenden Deutschlands im Abnehmen be­griffen ist. Diese betrübliche Wahrnehmung gilt für beide Schwalbenarten, also sowohl für die Rauch­schwalbe als auch für die Mehlschwalbe. Zu der Auseinandersetzung über die Gründe dieses Rück­ganges äußerst sich Dipl.-Landwirt K. F. F i n u s in der im Hugo Bermühler Verlag in Berlin er­scheinenden ZeitschriftDer Naturforscher". Unter den verschiedenen von ihm angeführten Ur­sachen ist zunächst der in südlichen Ländern und besonders in Italien sehr verbreitete Vogelfang zu nennen, dem jährlich Tausende dieser anmutigen Flieger zum Opfer fallen. Erfreulicherweise hat Mussolini inzwischen ein Verbot des Schwalben­fangs erlassen, so daß hier ein Wandel eintreten dürfte. Die Zahl der Schwalben, die auf dem Früh­jahrs- und Herbstzug zugrunde geht, ist noch immer sehr hoch. Noch kürzlich hörten wir aus Wien, daß in der österreichischen Hauptstadt und seiner Um­gebung viele unserer gefieberten Freunde infolge des stürmischen und regnerischen Wetters in völlig erschöpftem Zustand angekommen seien und daß ihnen jede Kraft fehle, die Weiterreise vorerst an­zutreten. Derartige Verluste unter dem Schwalben­bestand hat es aber immer gegeben; sie können also nicht den außergewöhnlichen Rückgang der letzten Jahre erklären. Eine wichtige Ursache ist jedenfalls in dem Vorhandensein der Starkstrom­leitungen zu sehen, denen viele Schwalben zum Opfer fallen, denn sie haben bekanntlich eine Nei­gung, sich auf Leitungsdrähten niederzulassen. All­jährlich gehen so viele Schwalben bei den großen oberitalienischen Kraftwerken am Comersee zu­grunde. Vor allem wird ihnen dort ein sogenannter Schwalbenpaß", der als Ausruheplatz bei dem Flug über die Alpen bevorzugt wird, zum Ver­hängnis. Eine Abhilfe könnte nur durch eine ge­eignete Isolierung der von den Vögeln angefloge­nen Leitungsdrähten geschaffen werden. Die Katzen können übrigens für das Abnehmen des Schwal­benbestandes nicht verantwortlich gemacht werden, denn diese Vögel sind ausgesprochene Lufttiere, nehmen ihre Nahrung im Fluge auf und halten sich an Stellen auf, die den Katzen im allgemeinen unerreichbar sind. Manche Opfer fordern die natür­lichen Feinde, Baumfalk, Wiesel und Ratten, und auch tierische Schmarotzer reißen manche Lücke. Wesentlich bedrohlicher ist aber Anhalten des Regen­

wetters, das für die Schwalbenjungen den Hunger­tod bedeuten kann, denn die für die Ernährung fo notwendigen Infekten fitzen während dieser Zeck in ihren Schlupfwinkeln. Einer der Hauptgründe aber ist das Ueberhandnehmen der Sperlinge, o,e den Schwalben ihre Nester streitig machen. <n diesem Kampf find die Schwalben immer unter­legen. Man müßte dafür Sorge tragen, daß Den Schwalben an den Häusern und in Stallen ge­eignete Brutstätten freigehalten werden. Une Ur­sache für den Rückgang des Schwalbenbestandes ist auch in einer baupolizeilichen Vorschrift zu feben, die verlangt, daß jede Dungstätte aus Hygienischen Gründen mit einer Umfassungsmauer umgeben i|L Dadurch werden aber den Schwalben die notwen­digen jauchigen Pfützen genommen an deren Rän­dern sie einen ausgezeichneten Baustoff zum Nester bauen finden. Man sollte deshalb im FruhM zeitig derartige Pfützen künstlich Herstellen, denn Lehm und Jauche, mit Speichel überzogen, gu» haltbare Schwalbennester!

Zeitschriften.

Oesterreich und seine deutsche Sendung, ist das Thema, dessen verschiedenseitige lunq den Inhalt des Septemberheftes der ,Ieu f ch e n Z e i t s ch r i f t" (Verlag Callwey, bildet. Als wichtigster Beitrag ist der Aufsatz,^ deutsche Aufgabe Oesterreichs" des Defterreid)^ Felix Kraus.hervorzuheben, dem es darum zu ' ist, abseits von den Wirren des Tages Derstanvn für die geistige Lage und die Werte des deE Oesterreichers schaffen zu helfen. Don Prostu Heinrich von Srbik wird ein Beitrag über tfia ö Joseph I. beigesteuert, der Licht und Schatten Bilde diesesletzten europäischen Monarchen a Schule" gerecht verteilt, lieberDas Türken! 1683 im österreichischen und deutschen Sch» gibt Edmund von Glaise-Horstenau eine mH chem schiefen Urteil aufräumende Darstellung, b ben davon, was Oesterreichs Kunst und W11 schäft zur gesamtdeutschen Kultur beigetragen 0 und beitragen, bieten u. a. der Aussatz von R. Hahnloser überMeisterwerke ofterreiW Kunst", die Betrachtung überMozart von N Scholz, eine NovelleDie Brille" von Max . . und die Erinnerung an einen posthumen bei Nietzsche in Sils-Maria" von 2U.bert T * Fünfzehn Bilder von Werken österreichischer schmücken das Heft.