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Germain. Zwölf andere haben so schwere Ver­letzungen erlitten, daß man an ihrem Aufkommen zweifelt.

Lin Jahr Gefängnis für den Urheber des Warener Daldbrandes.

Vor dem Warener Schöffengericht unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrates Dr. Poll hatte sich der-Schäfer WilhelrnJörß aus Charlotten- hof wegen fahrlässiger Brandstiftung zu verant­worten. Jörß ist geständig, während er die aum Gut Charlottenhof gehörigen Schafe hütete, sich eine Pfeife mit einem Streichholz an­gezündet und das brennende Streichholz i n das Gras geworfen zu haben. Er will das Streichholz ausgetreten haben und in der Meinug, daß es verlöscht sei, weitergegangen sein. Erst durch das mit rasender Geschwindigkeit um sich greifende Feuer, das er zu löschen versuchte, will er auf das von ihm angerichtete Unheil aufmerksam geworden sein. Der Angeklagte wurde wegen feiner groben Fahrlässigkeit, durch die Millionen­schaden entstanden ist, zu der gesetzlichen Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Vier Todesopfer einer Unvorsichtigkeit.

In einem kleinen Ort bei Olkusch (Ostoberschlesien) ereignete sich ein furchtbares Unglück, dem vier Menschenleben zum Opfer fielen. Die vier Kinder des Landwirts Boranek im Alter von 13 bis 17 Jahren hatten sich in der Küche zu Bett ge­legt, als die Mutter im Küchenofen noch einmal Feuer anmachte. Die Frau ließ die Ofentür offen und legte sich im Nebenraum gleich­falls zur Ruhe nieder. Als sie nach mehreren Stun­den erwachte und in die Küche ging, fand sie ihre vier Kinder leblos in den Betten vor. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur noch den inzwi­schen durch Kohlengasvergiftung einge­tretenen Tod feststellen.

Hundert Boote durch Feuer vernichtet.

In Breslau brach in dem an der Klosterstraße gelegenen Ohle-Haus Feuer aus. Da der Brand rasch großen Umfang annahm und die Umgebung durch Funkenflug stark gefährdet war, wurden fast sämtliche Breslauer Löschzüge eingesetzt. Das Ge­bäude brannte bis auf die Umfassungs­mauern nieder. Etwa hundert Paddel­boote und Kleinmotorenboote mit Aus­rüstung sowie die Umkleideräume wurden ver­nichtet. Rund 50 Paddelboote können noch in Sicherheit gebracht werden.

Kindeshand wirft Hundertmarkschein ins Herdfeuer.

In Niederschelden (Westerwald) hatte, um Ein­käufe zu tätigen, eine Hausfrau einen Hundert­markschein auf den Küchentisch gelegt. Sie machte sich dann noch einen Augenblick im Nebenzimmer zu schaffen. Als sie in die Küche zurückkam, war der Hundertmarkschein ver­schwunden. Die noch offen st ehende Tür am Herdfeuer und das davor st ehende Kind der Familie zeigten der Frau, wohin das Geld gekommen war.

Drei Todesopfer eines Racheaktes.

In Fenkensees bei Seybothenreuth überfiel der 22jährige Fritz Gottfried den 54 Jahre alten Gast­wirt Thomas Beringer, dessen 20jährige Tochter Lina und den früheren Gemeindediener von Sey­bothenreuth Andreas Haber. Er stach alle drei mit einem Schlächtermessen nieder. Die Tochter des Gastwirts erhielt einen Rückenstich und war sofort tot, während sich Beringer selbst noch in den Hausflur schleppen konnte, wo er bewußtlos zusammenbrach und verschied. Allein Haber gelang es, sich bis zur Wohnung des Bürgermeisters Werner zu schleppen. Dort brach er bewußtlos zusammen; er konnte nur noch einige unverständliche Worte stammeln und verschied dann ebenfalls.

In Fenkensees war am letzten Sonntag Kirch­weih. Auch Gottfried befand sich mit auf dem Tanzboden. Er war ziemlich angetrunken und b e - lästigte die Kirchweihgäste so sehr, daß der Gastwirt ihn schließlich gewaltsam ent-

Die berliner Minen-Ausstellung vor ihrer Vollendung.

Die neuen gärtnerischen Anlagen im Freigelände der Ausstellungshallen am Kaiserdamm, w jetzt Berlins größte Freiland-Blumenschau vorbereitet wird. (Im Hintergrund das Haus der Deutschen Arbeitsfront mit seinem beherrschenden Wahrzeichen.)

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fernen mußte. Aus Rache dafür hat Gottfried die furchtbare Bluttat begangen. Als ihm bewußt wurde, was er angerichtet hatte, stürzte er sich in einen am Rande der Ortschaft gelegenen Weiher. Ein in der Nähe arbeitender Ortsbewohner zog ihn aus dem Wasser. Gottfried lief jedoch in die Scheune seines Dienstherrn und erhängte sich dort.

Kartoffelkäferauftreten schlagartig unterdrückt.

Auf einem Acker im Stadtbezirk Stade (Hannover) hat sich der Kartoffelkäfer gezeigt. Es handelte sich um einen kleinen Befalls­herd, der er st im Entstehen begriffen war. Durch sofortiges Eingreifen des Bekämpfungs­dienstes wurde nach der Anweisung der Biolo­gischen Reichsan st alt unter Einsatz von SA., Freiwilligem Arbeitsdienst und Arbeitslosen die Gefahr wieder vollkommen besei­tigt. Nicht nur der kleine Acker, auf dem Insek­ten aufgetreten waren und der noch nicht einen Morgen groß war, sondern auch die umliegenden Kartoffelschläge von insgesamt acht Morgen Größe wurden vorsichtshalber vernichtet. Der Boden wurde mit 90 000 Liter Rohbenzol und Schweröl getränkt. Die Umgebung ist unverzüglich genau abgesucht und schädlings f r e i befun­den worden. Sicherheitshalber werden die Kar­toffelfelder in einem Umkreis von zwei Kilometern mit Bleiarsenat bespritzt. Die ganze Gegend ist unter Ueberwachung gestellt. Die Til­gungsaktion war innerhalb von sechs Tagen be­endet.

Erhöhte Gefängnisstrafen für die Einbrecher Gebrüder Sah.

Von dem Kopenhagener Stadtgericht wurden am 4. Juni die berüchtigten Brüder Erich und Franz Saß wegen Uebertretung des Fremden­gesetzes, Paßfälschung sowie vollendeten und ver­suchten Einbruches zu drei Jahren Gefäng- n i s, dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte, Schadenersatz von 4000 Kronen und Auswei­sung aus Dänemark nach Strafverbüßung verurteilt. Die von den Brüdern Saß gegen dieses Urteil ein­gelegte Berufung kam am Dienstag vor dem Landgericht in Kopenhagen zur Verhandlung. Der

Staatsanwalt verwies auf die mit beispielloser Drei­stigkeit begangenen Verbrechen und beantragte Verschärfung der Strafen im Hinblick darauf, daß nach dem ersten Urteil neue Einzelhei­ten über einen geplanten Einbruch in der Zweigstelle einer Kopenhagener Sparkasse bekannt geworden sind. Dort waren vor der Eröff­nung an dem Schloß eines Geldschrankes Manipu­lationen vorgenommen worden, die ein einfaches Oeffnen des Schrankes ermöglichten. Der Verdacht fiel auf die Brüder Saß, weil man bei ihnen eine Skizze der Räumlichkeiten und den Paraffinabdruck eines Türschlos­ses gefunden hatte. Ericht Saß mußte zugeben, daß sich die Skizze auf einem aus seinem Notizbuch stammenden Blatt befand. Das Landgericht er­höhte die vor der ersten Instand verhängte Ge­fängnisstrafe um je ein Jahr auf je vier Jahre.

Der Tod in den Bergen.

Im Oberwallis» sind auf einem Gletscher ander Rhone plötzlich große Wassermassen her­vorgebrochen. Ein Ehepaar und ihr acht­jähriger Sohn wurde von den Fluten hin­weggetragen. Während die Frau gerettet wer­den konnte, wurden der Vater und der Junge nur a l s Leichen geborgen.

rNassenvergiftung auf einem Abendfest.

In der bulgarischen Hafenstadt Burgas am Schwarzen Meer nahm eine Abendveranstal- tung im Offizierskasino ein schlimmes Ende. Als die Feier in vollem Gange war, bra­chen der Reihe nach zahlreiche Gäste un­ter furchtbaren Schmerzen zusammen, während viele andere von schweren Uebelkeits- erscheinungen befallen wurden. Als sich heraus- stellte, daß die Unfälle auf den Genuß von vergiftetem Speiseeis, das den Gästen gereicht worden war, zurückzuführen seien, brach eine allgemeine Panik aus. Da sich bei nicht weni- iger als 75 Personen zum Teil schwere Vergif­tungserscheinungen zeigten, wurden sofort alle erreichbaren Aerzte herbeigerufen. Dadurch konnte schwereres Unglück verhütet werden. Der Zu­stand von sechs Personen ist ind^sen noch äußerst besorgniserregend. Unter den Schwerkranken be-

finden sich auch der Garnisonkommandant und seins beiden Kinder. Die Untersuchung ergab, daß es sich um eine Kupfervergiftung handelt; das Eis war in einem Kupfergefaß ausbe­wahrt und durch Grünspan giftig ge- worden. Der Kasinowirt wurde verhaftet.

Wagners kaisermarfchauf japanisch".

Als Huldigung für den japanischen Kronprinzen Tsugu, der am 23. Dezember des vergangenen Jahres geboren wurde, veranstaltete die kaiser­liche Musikakademie ein festliches Konzert, dessen Programm in Richard WagnersKaiser- marsch" gipfelte. An der Aufführung, an der unter Professor Klaus Pringsheims Leitung alle Profeffo- ren und Schüler der Akademie teilnahmen war besonders bemerkenswert, daß der das Werk krö­nenden Hymne ein japanischer Text unter- l e g t wurde, der für diesen besonderen Zweck von einem bekannten japanischen Dichter im Auftrage der Akademie verfaßt worden ist. Die Hymne, mit der Richard Wagner bekanntlich den Deutschen eine neue Volkshymne geben wollte, wurde von dem vielhundertköpfigen Chor auswendig gesun­gen und verspricht in Japan volkstümlich zu werden.

Drei Deutsche der Hitze in China erlegen.

Die außerordentliche Hitze in China hat a l l e i n in der deutschen katholischen Mission Denchoufu in der Provinz Südschantung drei Todesopfer gefordert und zwar zwei Patres und einen Bruder.

Taufende von Opfern der Cholera in Indien.

Begünstigt durch die Verhältnisse nach den Ueber- schwemmungen ist in vielen Bezirken die Cholera ausgebrochen und hat Tausende von Opfern gefor­dert. In der letzten Juniwoche wurden aus den Zentralprovinzen allein 1055 Todesfälle gemeldet. In ganz Indien wurden in der ersten Juliwochs 5155 Erkrankungen an Cholera, davon 2799 mit töd­lichem Ausgang beobachtet.

Sechs Verletzte

bei einem Klosterbrand auf dem Peloponnes.

In dem uralten Kloster Megaspelion bei Kalavrita auf dem Peloponnes, das am Montag ein Raub der Flammen wurde, ereignete sich eine schwere Explosion. Durch die Hitze war das seit dem griechischen Freiheitskampf im Jahre 1821 aufbewahrte Pulver in die Luft geflogen. Es sollte damals dazu dienen, das Kloster bei einer etwaigen Einnahme durch die Türken in die Luft zu sprengen. Durch die Explo­sion wurden sechs Personen schwer ver­letzt. Außerdem wurde eine kostbare Biblio­thek sowie zwei Riesenweinfässer mit Inhalt vernichtet.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck über Zentraleuropa ist erheblich zusammengeschrumpft und über dem Kanal hat sich ein Wirbel entwickelt. Da infolge der großen Hitze das Barometer weiter fällt, kann sich das Tief ost­wärts fortbewegen und wird durch Zuzug kühler ozeanischer Luft Anlaß zu Gewitterstörungen geben. Im großen ganzen bleibt aber der Witterungscharak- ter noch sommerlich.

Aussichten für Donnerstag: Noch zeit­weise Aufheiterung und heiß, aufkommende Ge­witterstörungen.

Lufttemperaturen am 17. Juli: mittags 28 Grad Celsius, abends 19,2 Grad; am 18. Juli: morgens 17,3 Grad. Maximum 29 Grad, Minimum 10,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juli: abends 26,6 Grad; am 18. Juli: morgens 20,1 Grad. Sonnenscheindauer 14,4 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: J.V.: H.L.Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10 100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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Krieüerverein GieBen

Die Beerdigung unseres lie- ben Kameraden

Theodor Loos

findet am Donnerstag, dem 19. Juli, nach­mittags 2% Uhr, auf dem Neuen Fried­hof statt. Um zahlreiche Beteiligung

Mahnung!

Die Beiträge für den Monat Juni 1934 noch bis zum 25. Juli 1934 ohne Kosten werden.

Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen.

Betr.: Statistik der Obsternteschätzung.

Eine Anordnung des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und der Ministerial- abteilung le (Landwirtschaft) des Hessischen Staats­ministeriums zufolge findet auch 1934 eine Obsternte­ermittlung statt. Allen Gemeinden, die 1932 minde­stens 100 tragfähige Obstbäume hatten, werden vom Landesstatistischen Amt in Darmstadt im Verlauf des Monats Juli unmittelbar Fragebogen zugehen. Die Bürgermeister bestimmen im Einvernehmen mit dem zuständigen Ortsbauernführer, welche Sach­verständigen zur Durchführung der Obsternteermitt­lung hinzuzuziehen sind. Für die ehrenamtliche Tätigkeit als Obsternteschätzer kommen insbesondere führende Persönlichkeiten des Obst- und Garten­baues, Baumwärter, Feldschutzpersonal usw. in Frage. Die Fragebogen sind nach gewissenhafter Ausfüllung bis fpäleflens 5. Oktober 1934 unmittel­bar an das Landesstatistische Amt einzusenden.

Richtlinien für die Durchführung der Obsternte­ermittlung befinden sich auf der Rückseite der vor-

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Der Vorstand.

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1878-1928

Wir machen unseren Alterskollegen die traurige Mit­teilung von dem Ableben unseres lieben Alterskame­raden und Vorstandsmitgliedes

Herrn Theodor Loos

und bitten um zahlreiche Beteiligung bei der Trauer­feier am Donnerstag, dem 19. Juli, 14.30 Uhr. auf dem

Unseren Bundesbrüdern machen wir die

traurige Mitteilung, daß uns unser lieber

Freund

Theodor Loos

durch den Tod entrissen wurde. Mit ihm ist

einer unserer Treuesten von uns gegangen, dem wir stets ein ehrendes Gedenken be-

Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 19. Juli, nachmittags um

6 Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße Nummer 29, aus statt

4199U

Frau Marg. Schleenbecker Witwe

geb. Germer

im Alter von 81 Jahren

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

August Schleenbecker

Heuchelheim, den 18. Juli 1934

Im Beiprogramm:

41R4A

Ufa-Ton-Wochenschau

Anfangszeiten: 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr.

Donaumärchen ........

Kulturfilm v. d. schönen blauen Donau

Lichtspielhaus

Bahnhofstraße 34

Ab heute Mittwoch bis einschließl. Sonntag: Das unerreichte, künstlerisch voll­endete Meisterwerk deutscher Filmkunst!

Ein großer, herrlicherSchubert - Film!

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mit

I Martha Eggerth als Gräfin Esterhazy, voll­endet in Gesang und Darstellung

I Luise Ullrich ... als Pfandleihers - Tochter Emmy, eine Wiener Annabella

I Hans Jaray.... als Franz Schubert, über­zeugend und tragend

I Willi Forst .... als alles überragender Regisseur.

I Ferner: Das Wiener Philharmon. Orchester und die Wiener Sängerknaben.

I Ein Film von dem Gießen sprechen wird!