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hing in schweren Schneefahnen. Vom Lager 4 aus wurde der Abstieg von neun Kulis über den Rakiot-Peak beobachtet. Vier von den Kulis trafen mit teilweise erfrorenen hän- «en und Füßen, völlig erschöpft, im Lager 4 ein. Sie berichteten, daß Lager 5 und 6 vom Sturm weggefegt seien. Die anderen fünf Kulls sind wahrschein­lich erfroren, zwei davon sind be­stimmt lot. Seit der Erreichung des Lagers l durch TNerkl, Wieland und Welzen­bach fehlt jede Nachricht von ihnen. Die Kameraden find außerstande zu helfen, weil die Darjeeling-Träger fast ausnahmslos krank find und weil die Witterung eine Hilfeleistung durch die Europäer unmöglich macht. So ist alles in schwerster Sorge um Merkl, Wieland und Welzenbach.

Am II.Juli klarte das Wetter auf. Es herrschte Windstille. Alle Deutschen Bergsteiger stie­gen mit den gesunden Kulis von Lager 4 zur Hilfe­leistung nach Lager 5 auf. Bechthold brachte drei tchwererkrankte Kulis ins Hauptlager. Finsterwal- der, Raechel und Misch sind inzwischen ebenfalls im Hauptlager eingetroffen. Raechel und Misch gingen am 12. Juli zur Hilfeleistung nach Lager 4.

Au dieser Meldung gibt die Vertretung der deut­schen Himalaja-Expedition in München u. a. folgen­des bekannt:

Die Gefahr, in der sich die Spitzengruppe befindet, ist groß. Es besteht noch eine Hoffnung, denn Merk!, Wieland und Welzenbach gehören zu den be­sten und erfahren st en Bergsteigern Deutschlands. Durch ihr überragendes alpines Können und ihre unerhörte oft bewährte Energie werden sie sich vielleicht doch noch einen Weg zur Rettung erzwingen. Merkl und Wolzenbach sind schon in Lagen gewesen, in denen es für andere kaum mehr eine Rettung gegeben hätte.

Ungeheure Schwierigkeiten der wissen- schastlichen Himaaja-Erpedition

Hannover, 17. Juli. (DNB.) Don dem wis­senschaftlichen Teil der Himalajaexpedition, die un­ter Führung von Dr. F i n st e r w a l d e r von der Technischen Hochschule Hannover steht, ist noch am Montag durch Flugpost Nachricht hier eingetroffen, wonach die Aufgaben der Expedition ungeheuer schwer sind. Doch gibt Dr. Finsterwalder der Hoff­nung Ausdruck, trotzdem mit der Durchführung der Aufgabe zu Ende zu kommen. Das Gelände bietet, wie er schreibt, geradezu unvorstellbare Schwierigkeiten durch die ganz außerordent­liche Wildheit und Schroffheit der Grate. Die wissenschaftliche Abteilung der Exvedition geht völlig getrennt von der Merklichen Bergitei- aerexpedition vor, und es ist durchaus möglich, daß beide 100 Kilometer voneinander getrennt sind. Dr. Finsterwalder nimmt das gesamte Gebiet um den Nanga Parbat im umfang von rund 100 Quadratkilometer wissenschaftlich auf.

Englische Bewunderung für die deutschen Bergsteiger.

London, 18. Juli. (DRB. Funkspruch.) Die Berichte über das Schicksal der deutschen Nangat Parbat-Expedition nehinen in der englischen Presse einen großen Raum ein.Daily Tele­graph" schreibt in einem Leitartikel unter der UeberschriftHeldentum und Tragödie", wenn Willi Merkl und zwei seiner Begleiter in einem Schneesturm ums Leben gekommen seien, so sei das einZeichenfür ihre mutigen An- strengungen. Das Blatt erinnert daran, daß die Bergsteiger den Kampf um den Berg nicht auf- gegeben hätten, wo einer ihrer Kameraden an Grippe verstorben sei. Die Menschheit werde niemals zu­geben, daß sie etwas nicht erreichen könne, und eines Tages würden die großen Gipfel des Hima­laya-Gebirges erstiegen sein.

Der Zwischenfall auf Samos.

England fordert gemeinsame Untersuchung

London, 18. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Dem englisch-tllrkischen Zwischenfall bei der Insel Sarnos mißt die englische Presse vorläufig noch keinen sensationellen Charakter bei. Sie verhält sich abwar­tend. Die von englischen Kriegsschiffen angestellten Nachforschungen nach der Leiche des englischen Marinearztes Robinson sind bisher erfolglos geblieben. Aus Jstambul wird gemeldet, daß die vom britischen Botschafter in der Türkei an die tür­kische Regierung gerichtete Forderung, eine g e meinsame Untersuchung des Zwtschenfal» les durch britische Flottenoffiziere und türkische Beamte vornehmen zu lassen, in tür­kischen Negierungskreisen beträchtlicheUeber- raschung hervorgorufen habe. In spater Abend- stunde wurde in Jstambul angedeutet, dah die tür- tische Regierung diese Forderung w a h r s ch e i n » lich nicht anneymen könnte. Zwischen dem englischen Botschafter und dem türkischen Außen­minister Tewfik Rüschtü Bey findet am Mittwoch. !^.?^"ag in Angora eine Unterredung statt. Der türkische Ministerpräsident Ismet Pascha soll wegen des Zwischenfalles seinen Urlaubsantritt verschonen haben. Der türkische Krieasminister Zekai Bey ist nach dem Schauplatz des Zwischenfalls abgereist.

Zwischen der türkischen und der englischen Dar- V.fi ^er Ereignisse bestehen vorläufig noch be- trachtliche Unterschiede. Während die türkischen Behörden erklären, daß sich die englischen Offiziere bet der Beschießung an Land befunden hätten wird von den englischen Flottenbehörden en klart, dah die Offiziere an Bord des Segel­bootes des KreuzersDevonshire" gewesen eien. Nach einem aus Athen eingelaufenen Bericht soll das Segelboot durch Maschinengewehr- feuer und nicht durch Gewehrfeuer angegri fen worden sein Wie der Reuter-Bcrichterstatter aus Jstambul wissen will, soll dort der Eindruck be- stehen, daß der Zwischenfall auf die N e r v o s i t ä t

« rr! ftd) Behörden infolge der R e d e Mussolinis im Februar zurückzuführen sei, in der der italienische Ministerpräsident die Notwendig- keit einer "altonischen Expansion in Asien angedeutet habe. Die türkische Regierung habe daher befürchtet, daß diese Erklärung mög- ucherweise eine i t a l i e n ! s ch e Aktion gegen Küste angedeutet habe und habe daher die türkischen Küstenwachcn und Zollbeamten angewiesen, äußerste Wachsamkeit an den Tag zu legen.

Abwehr einer Schikane derTreuhänder derDawes-Anleihe

Berlin, 17. Juli. (DNB.) Infolge der bekann­ten Devisenlage der Reichsbank konnten die am 15, Juli fälligen monatlichen Devisen für den Dienst der Dawes- und Young-Anleihe nicht zur Verfügung der Treuhänder gestellt werden. Diese Fälligkeiten machten in RM. 4,22 Millionen für die Dawes- und 6,3 Mil­lionen für die Young-Anlethe aus. Die Zinszahlun­gen an die einzelnen Anleihegläubiger sind bei der Dawes-Anleihe erst am 15. Oktober und bei der Young-Anleihe am 1. Dezember fällig. Die deutsche Regierung hat sich daher mit den Regierungen der Länder, in denen die Anleihen ausaegeben sind, ins Benehmen gesetzt, um eine Besserung der Deoisenlage und der deutschen Transferfähigkeit herbeizu­führen. Mit England ist bereits eine solche Vereinbarung zustandegekommen.

Um die Sicherstellung des Anleihedienstes, soweit er die Aufbringung der Reichsmarkbeträge für die Devisenzahlungen betrifft, außer Frage zu stellen, hat die deutsche Regierung die fälligen Monats- veträge für die einzelnen Länderausgaben der An­leihen in Reichsmark auf Sonderkonten bei der Reichsbank am Fälligkeitstage eingezahlt. Außerdem war für die Dawes- Anleihe von den Treuhändern ein Betrag von 4,3 Millionen Reichsmark aus den verpfändeten An­lagen als Sicherheit bereits für diese Fälligkeit zu- rückbehalten worden.

Ohne Rücksicht hierauf haben die drei Treuhänder der Dawes-Anleihe gestern der Reichs­bank mitgeteilt, daß sie den zurückbehaltenen Be­trag von 4,3 Millionen Reichsmark nicht frei- geben und ferner ihren der Reichsbank erteilten ständigen Auftrag widerrufen.

Nach diesem Auftrag überwies die Reichsbank alle bei ihr eingezahlten verpfände­ten Einnahmen aus den Zöllen, der Tabak-, Bier- und Zuckersteuer und dem Branntwein- monovol automatisch an das Reich zurück, so­bald o i e Devisen für den Anleihedienst gezahlt waren. An diesen Einnahmen besteht nur für die Dawes-Anleihe ein Faustpfand. Sie machen monatlich bis zu 200 Millionen aus, mit­unter mehr, also etwa das Fünfzigfache des Monatsdienstes der Dawes-Anleihe. Dabei enthält der Monatsdienst der Dawes-Anleihe sehr wesent­liche Tilgungsbeträge. Die Treuhänder haben nun das gesamte Aufkommen der ver­pfändeten Einnahmen gesperrt, obwohl diese

Einnahmen nur Reichsmark-Einnahmen darstellen und obwohl der am 15. Juli fällige Monglsdienst der Dawes-Anleihe bereits dop­pelt gesichert war. Ferner sind auch für die oben erwähnte Fälligkeit der Dawes-Anleihe vom 15. Oktober bei der Bank für Internationalen Zah­lungsausgleich 50 v. H. bereits in Devisen vor­handen.

Das Vorgehen der Treuhänder kann nur als Schikane odera l sVersuch,einen Druck auszuüben, gewertet werden. Die Reichsmark­zahlungen sind nicht gefährdet, die Transferierung hängt aber nicht von der Zahlungsfähigkeit Deutsch- lands allein ab. Durch die Handlungsweise Der Treuhänder würde ein wesentlicher Teil der Einnahmen der Reichsfinanzver­waltung seiner Bestimmung entzogen werden. Damit würden lebenswichtige Aufgaben der deutschen Regierung gefährdet. Um diese Ge­fahren abzuwenden und da das Vorgehen der Treu­händer mit dem allgemeinen Grundsatz, daß schika­nöse Ausübung bestehender Vertragsrechte nicht be­rechtigt ist, nicht im Einklang steht, hat die deutsche Regierung die erforderlichen Maßnah­men ergriffen, um die Einnahmen für ihre Zweckbestimmung s i ch e r z u st e l l e n.

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Siehe auch den Leitaufsatz auf der Titelseite dieses Blattes.

Oie Schweiz lehnt Herabsetzung des Zinsfußes für deutsche Anleihen ab.

Genf, 17. Juli. (DNB.) Der Bundesrat hat Minister Stucki die nötigen Weisungen zu den am Donnerstag in Berlin wiederbeginnenden deutsch­schweizerischen Wirtschafts- und Fi­nanzverhandlungen gegeben. Cs verlautet, dah der Bundesrat die von Deutschland geforderte Herabsetzung des Zinsfußes für die deutschen Anleihen auf 4 Prozent nicht angenom­men habe. Der Schweizer Delegation, die sich unter Führung von Minister Stuckl am Dienstag zu neuen Verhandlungen über die Einrichtung einer Verrechnung s^asse nach Berlin be­geben hat, gehören außer Den bisherigen Mitglie­dern an der Direktor Ioehr von der Schweizeri­schen Kreditanstalt, Dr. Hornberger vom Schweizerischen Handel- und Jndustrieverein sowie Dr. S ch n e r f von der Schweizerischen National­bank.

Vor Beendigung des General­streiks in San Franzisko.

Die Streikleitung will sich einem Schiedsspruch unterwerfen.Scharfes Vorgehen gegen die kommunistische Streikhehe.

San Franzisko, 18. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die Streikleitung hat das Anerbieten gemacht, den Streik durch einen Schiedsspruch belju» legen. Der Beschluß der Streikleitung wird als Beweis dafür aufgefaßt, daß die befonneren Elemente wieder die Oberhand erhal­ten haben. Diese Wendung ist hauptsächlich dadurch herbeigeführt worden, daß mehrere 100 Mitglieder des vom Bürgerausschuß organisierten Selbst- s ch u tz e s, der anscheinend auch von den weniger radikalen Arbeiterkreisen unterstützt wird, am Diens­tag eine Reihe von kommuni st Ischen Aktionszentren zerstörten. Bis zum Dienstagabend waren bereits über 300 Kommuni­sten von der Polizei in Hast genommen. Einige Kommunisten wurden von der Menge so ver­prügelt, dah sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten.

Die Behörden kündigen an, daß sie die Staats­zugehörigkeit aller Verhafteten untersuchen und sämtliche Ausländer, die an der Streik- Hetze teilnahmen, der Bundesbehörde zur Aus­weisung übergeben werden. Diese Säuberungs­aktion sowie die ständig wachsende Einsicht, daß weder die unmittelbar betroffene Bevölkerung noch bic öffentliche Meinung des ganzen Landes den Generalstreik als gerechtfertigt ansieht, haben das Einlenken des Streikausschusses herbeigeführt. Der Streikausschuß hatte sich bereits am Dienstag zu

Zugeständnissen bequemt, anscheinend in der Erkenntnis, daß eine übermäßige Verschärfung der Lage für die Streikenden selbst nachteilige Folgen haben würde. So hatte der Streikausschuß die Wiedereröffnung beinahe sämt­licher Restaurants erlaubt. Auch die Straßen­bahnen verkehren wieder. In einem Erlaß des Streikausschusses heißt es, daß niemand in San Franzisko hungern solle und daß die Lastwagen mit Lebensrnitteln ungehindert passieren könnten. Auch die Postsendungen sind planmäßig abgegangen.

Großes Interesse in Moskau.

Reval, 17. Juli (DNB.) Wie aus Moskau gemeldet ward, bringt die s o w j e t ru s fisch e Presse ausführliche Mitteilungen über die Lage in San Franzisko. DiePrawda" betont, daß die Ereignisse in San Franzisko bald große sozialpolitische Bedeutung annehmen würden. Sie würden sich unbedingt auf die gesamte wirtschaftliche und politische Lage der Vereinigten Staaten auswirken. Andere sowjetrussische Blätter bedauern, daß die Führung des Generalstreiks noch nicht völlig in den Händen der Kommunistischen Partei liege. Die ameri­kanischen Kommunisten müßten sich um die Gefamt- führung bemühen, um so dem Generalstreik einen sozialistisch-kommunistischen Charakter zu verleihen.

Hochwasserkalaslrophe in Westgalizien.

diesige Ausmaße der üeberschwemmungen im Weichselgebiet. - Oer Eisen­bahnverkehr unterbrochen.-Krakau gefährdet.

Bei den Üeberschwemmungen im Dorkarpaten­gebiet der Wojewodschaft Krakau handelt es sich um eine Katastrophe größten Ausmaßes. Am Do­na j e c und am Poprad wurden die Städte und Dörfer von der Hochwasserwette überrascht und in kürzester Zeit unter Wasser gesetzt. Durch die Zerstörung der von Neu-Sandec nach Tarnow und Limonowa führenden Eisen­bahnlinie ist Neu-Sandec von der Umwelt völlig abgeschnitten. Besonders hauste das Hochwasser an dem Fluß Kamieneca, dessen Fluten das Städten Zalubince und die nm- liegenden Dörfer in wenigen Minuten unter Was« fer setzte. In Zalubince konnten die Einwohner ihre Habe nicht bergen, sondern mußten sich f l u ch t a r - tig aus die Dächer der Häuser retten. Mehrere Kinder und alte Leute, Deren An- gehörige sich auf den Feldern befanden, sind e r - trunken. Auch in der Gegend von Rzeszow hat der Fluß W i s l o k das Gebiet zwischen Jaslo und Rzeszow überflutet. Die Eisenbahnverbindung zwischen den beiden Städten ist unterbrochen. Bei Ta r no w stieg der Spiegel des kleinen Flusses Wontok innerhalb kurzer Zeit um über drei Meter. Zon zahlreichen Ausflüglerautobussen, die am oonntaa von Krakau nach Zalubince unterwegs waren, hat man noch keine Nachrichten.

In Krakau ist bereits am Dienstag mit her Syutnung der niedriger gelegenen Stadtteile begonnen worden. Dabei mußten Planiere und Feuerwehr eingesetzt werden. An mehreren Stellen ist die Weichsel aus den Ufern aetreten. In der Nacht zum Mittwoch ist das Heber- schwemmungsgebiet von einem gewaltigen G e m 111 c r mit Hagelschlag heimgesucht worden. Der unaufhörliche wolkenbruchartige Regen ver­

schlechterte die Lage von Stunde zu Stunde. Das Wasser, insbesondere das der Weichsel, die Krakau selbst gefährdet, [telat fortgesetzt. Das staatliche S t i ck st o f s w e r k Mo sc Ice bei Tarnow ist stark gefährdet. Die Maschinen dieses moder­nen Werkes werden von Pionieren abgebaut.

Der Eisenbahnverkehr auf der Linie KrakauLemberg mußte e i n g e ft e 111 werden, da einige Brücken niedergerissen worden sind und der Oberbau zerstört wurde. Auch der San tritt aus den Ufern und gefährdet die Stadt Przemysl. In vielen Überschwemmten Ortschaften hat die Be­völkerung auf den Dächern Zuflucht gesucht. Mili­tärflieger überfliegen das Ueberschwemmungsgeblet, um die Rettungsabteilungen über den Stand im gefährdeten Gebiet zu unterrichten.

Jrn Ueberschwemungsgebiet befinden sich z a h l- reiche Ferienlager der Jugendverbände. Ge­stern gelang es, 500 Pfadfinder ^u retten, die sich auf hohen Bäumen in Sicherheit gebracht hatten. Ailch die Wojewodschaft K i e l c e ist in Mit- Leidenschaft gezogen. Mehrere Ortschaften sind über, schwemmt. Infolge des anhaltenden Regens ist noch gar nicht zu übersehen, wann her Höhepunkt her Gefahr erreicht sein wird.

Ministerpräsident Professor Kozlowski sowie ^enminister Zyndrarn-Koszialkowski haben sich im Kraftwagen in das Ueberschwem- mungsgediet begeben. In her Hauptstaht hat sich ein Zentral aus schuß für bas Hilfswerk für Die von der Ueberschwernmung betroffene Be- volkerung gebildet.

Oie nationale Bewegung und das Kabinett Dollfuß.

Eine Rede des österreichischen Sozial- Ministers.

Wien, 17. Juli (DNB.) Der Bundesminister für Sozialverwaltung Neu st ädter-Stürmer er­klärte auf einer Tagung des Linzer Heimatschutzes es müsse einmal mit aller Offenheit Darüber gespro­chen werden, auf welchem Wege eine Eingliede­rung der nationalen Bewegung in die Regierungsfront mügllch sei. Sie sei nicht möglich im Rahmen einer nationalsozialistischen Partei oder überhaupt einer Partei. Selbst die Idee, die Versöhnung her Nationalsozialisten hurch den Eintritt einzelner nationalsozialistischer Minister in hie Regierung herbeizuführen, erklärte er für ab» jurh, von chrer völkischen Gesinnung brauchten hie Nationalen nicht bas Geringste zu opfern. Niemand werde in Oesterreich deswegen verfolgt, weil er sich programmatisch zum A n» schluß bekenne. Die Nationalen müßten nur er­kennen, daß bas Festhalten der Regierung Dollfuß an der Unabhängigkeit Oesterreichs un­ter den gegenwärtigen Verhältnissen in Deutschland und in Europa bas em zig Richtige und Mögliche sei. Bei der überstürzten Entwicklung Europas könne kein Staatsmann voraussagen, was in zehn oder 20 Jahren richtig sein werbe. Das Staatspro- gramm her Regierung sei,den Gegensatz zwischen dem parteipolitischen Nationalsozialismus und dem parteipolitischen Klerikalismus zu überwinden und das wertvollste Gut der christlichen wie her nationalen Ideen z u elnerEinheitzu ergänzen."

In nationalen Kreisen haben die Ausführungen des Sozialministers großes Interesse hervorgerufen. Sie vermochten aber nicht zu über« zeugen, daß etwa mit einer wirklichen Aenderung her Haltung her Regierung gegen­über hem Nationalsozialismus in absehbarer Zeit zu rechnen sei. Ganz abgesehen havon, haß auch zwischen Worten und Taten der Regierung ein krasser Unterschied besteht. Der fett her letzten Kabi­nettsumbildung eingeschlagene verschärfte innerpolitische Kurs kommt jetzt täglich in neuen Anordnungen Der Regierung zum Aus­druck. Es wurde verfügt, daß In Zukunft die Er­laubnis zum Betreiben eines Gewerbes ober son­stige behördliche Bewilligungen zur Ausübung eines Berufes nur gegen ben vorherigen Nach- weis oaterlanhstreuen Verhaltens erteilt werden können. Weiter sollen die Steuer­behörden angewiesen werden, Begünstigungen, Stundungen oder Ratenzahlungen von Stevern nur dann zu gewähren und Steuerbittgesuche nur bann günstig zu beantworten, wekm Der Antragsteller sein staatstreues Verhalten nach- gewiesen hat. Ebenso soll bei Erteilung von behörblichen Erlaubnissen zu Veranstaltungen jeg­licher Art her Nachweis staatstreuen Verhaltens zur Voraussetzung gemacht werben. Bei allen Ver­einen, gleichgültig, welche Ziele sie verfolgen, soll eine Ueberprüfung der staatstreuen Gesin­nung durchgeführt werben. Die Regierung hat ferner ein Gesetz beschlossen, wonach blejenlgen Personen, hie sich gegen bas Sprengstoffgesetz ver­gehen, ben Schutz ihres Obdachs durch das sogenannte Mietgesetz verlieren sollen. Schwerer noch wiegt der Umstand, daß dieser Ver­lust des geschützten Obdachs auch jenen droht, die in ihrer Wohnung Nationalsozialisten in größerer Zahl zu einem Besuch oder zu einer Versammlung empfangen ober in beren Woh­nungillegales" Propaganbamaterial burch Der- vielfältigungsapparate hergestellt wird.

Erfolgreiche Genofsenschasts- arbett in Heffen-Naffau.

Für die bäuerliche Wirtschaftsentwickelung ist d i e Arbeit der ländlichen Genolsenschaf- ten von überragender Bedeutung. Die enge Ver- bundenheit mit dem Bauerntum wird dadurch ge­kennzeichnet, baß ihre Tätigkeitsberichte In gewissem Sinne als Maßstab für hie wirtschaftliche Lage des Bauerntums angesehen werden können. Aus diesem äüyften einige Angaben über die genossen- chaftliche Entwicklung innerhalb her Hauptabtei- ung III der L a n d e s b a u e r n s ch a f t Helsen- Aassau besondere Beachtung verdienen. Danach »st innerhalb her dortigen Landesbauernkasse eine Erhöhung des Kassenumsatzes um 56 v. H. und eine Erhöhung im Ueberweifungsverkehr um 100 v H 3u verzeichnen. Die Verbindlichkeiten bei der deut-' chen Zentralgenossenschaftskasse sind um 2 600 000

J.urürfg*flöngen. Weiter ist es gelungen, die Sd)ulb3in5fahe für die einzelnen Genossenschaften fühlbar herabzusetzen. Durch Zusammenlegung her ?ieJ.ben JruI)er getrennt arbeitenden genossenschaft- lichen Warenanstalten in Frankfurt und Darmstadt ist es gelungen, ben Warenumsatz bereits in ben erften nier Monaten des laufenden Jahres um rund oier Millionen Mark gegenüber dem Umsatz der beiden getrennt arbeitenden Institute in der gleichen §eit des Vorjahres zu steigern. Welche Bedeutung dieser genossenschaftlichen Warenvermittlung zu- kommt, besonders im Hinblick auf die zur Zelt herrschende Futterknappheit geht daraus hervor daß bis Ende Wonnemond werktäglich 3000 Zentner Futtermittel und feit Anfang Brächet sogar 4000 Rentner täglich abgegeben wurden. Die (Betreibe« erfassung weist eine Zunahme um 33 v. H. und der Umsatz in Düngemitteln um 35 v. H. auf. Die Steige- rung im Absatz von Luzernesaat um nahezu 50 v. H. aßt erkennen, wie weitgehenb sich die Genossen- schäften durch ihre aufklärende Tätigkeit für die

der nationalsozialistischen Bauern- politit die eine stärkere Erzeugung wirtschaftseige- ner Futtermittel erfordert, einsetzen. Dlefe Entwick- ung innerhalb der Landesbauernschaft Hessen-Nos- fau ist deshalb besonders erfreulich, weil sie kenn- ^"Zuet doß die nationalsozialistische Bauernpolitik tatsächlich ihren Zweck erfüllt, indem sie gerade d?fn kleinen Bauern, hie in diesem Landes- teil bei weitem überwiegen, zugutekommt.

Endgültige Treuhänderernennungen, htt?LV or1 k (DNB.) Folgende Treuhön- 9 "unmehr endgültig in ihrem

Zimt bestätigt und zu Reichsbeamten ernannt wor- oen:

1. Treuhänder Schreiber für das Wirtschafts, gebiet Ostpreußen,

2. Treuhänder (Staffen für das Wirtschafts, gebiet Pommern,

31 ^Äber Döltzer für das Wirtschaft., gebiet Nordmare,

4' Aeuhänder Dr. D aef thner für das Wirt­schaftsgebiet Brandenvurg,

51 ^"Kinder Börger für das Wlrtfchaftsge« oiet Rheinland,