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Vornan von Klothilde von Gtegmann
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag -alle (6.)
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ront (vormals Reichsverband der beeidigten und iffentlich bestellten Sachverständigen Deutschlands e.V. Berlin-Charlottenburg, Milmersdorfer Str. 95) ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit bekundet hat.
** Der Tod in der Lahn. Gestern mittag forderte die Lahn ein Menschenleben zum Opfer. Der Eisenbahninspektor -ans Werner Reinheimer von hier, der unweit des Launsbacher Steges in der freien Lahn badete, versank in den
Spieltisch, so schön sie auch sein mochten, doch nur die zweite Rolle spielten. Denn hier regierte ein Götze, der sogar über ihre Schönheit triumphierte — hier regierte das Geld...
An einem der grünen Spieltische saß der junge bulgarische Attache Demidoff neben Madame de Lormes. Die schöne Frau war in einer Toilette aus mattrosa Chiffon, der sich wie eine Abendwolke um ihre Gestalt schmiegte. Sanfte weihe Perlen lagen in vielen Reihen um ihren schlanken Hals und den
Maße. Das Hallenbad und die Lahnbäder würden allen Ansprüchen gerecht. Die Träger der zu erfüllenden Aufgaben seien die Sportorganisationen, die Schwimmerschaft, die Turnerschaft. Es sei die Garantie gegeben, daß die Reichsschwimmwoche in der Flucht der Erscheinungen nicht nur abrolle, sondern daß das vermittelte Wollen auch lebendig bleibe. Das erstrebenswerte Ziel sei „Jeder Deutsche ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter!"
Kreispropagandaleiter pg. Schmelz als Vertreter der NSDAP., führte u. a. aus, daß die NSDAP, der Reichsschwimmwoche in ihrer Bedeutung für die Gesundheit unseres Volkes erkannt habe. Wer jemals geglaubt habe, daß die sportliche Leistung im Dritten Reich nur eine untergeordnete Rolle spiele, sei nicht auf dem richtigen Weg. Vielmehr stehe die sportliche Betättgung mit in vorderster Linie. Die sportliche Tätigkeit der Jugend müsse noch viel lebhafter werden. Der Schwimmsache werde die größtmöglichste Unterstützung zuteil werden. Er, der Redner, wünsche, daß der Schwimmwoche ein guter Verlauf und ein großer Erfolg zuteil werden möge.
Oberbürgermeister Witter
hielt ebenfalls eine kurze Ansprache. Der Stadtverwaltung sei es ein Herzensbedürfnis, an der Reichsschwimmwoche mitzuhelfen. Sie wolle ebenfalls, daß das gesteckte Ziel erreicht werde. Schwimmen sei ein wesentlicher Faktor zur Ertüchtigung
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Unter den schönen Frauen, die jetzt langsam von ihren Wagen her dem Strande zugingen, fiel eine besonders auf.
Es war eine hochgewachsene, nicht mehr ganz junge Frau von vollendetem Wuchs. Sie trug ein
königlichen Nacken. Ein Perlendiadem krönte das blauschwarze Haar, und ein Hermelinmantel lag lässig um die marmorweißen Schultern.
Sie saß untätig da, die schönen Hände, an deren Fingern Perlen und Brillanten funkelten, leicht auf dem Spieltisch zusammengelegt, und beobachtete aufmerksam das Spiel ihres Nebenmannes.
Der junge Attache spielte nervös. Seine Finger zitterten, wenn er ein Häufchen Ships nach dem anderen dahinschmelzen sah. Wieder rollte die Kugel, wieder griff die raffende Harke des Croupiers nach der Zahl, auf die Demidoff einen großen Betrag gesetzt. Schweißtropfen perlten auf seiner Stirn. Gerade wollte er wieder setzen, da legte sich die schlanke, kühle Hand Madame de Lormes leicht auf den bebenden Arm des jungen bulgarischen Diplomaten:
„Hören Sie jetzt aus, Demidoff!" flüsterte sie leise, aber scharf. „Wollen Sie sich denn mit Gewalt ruinieren? Sie spielen ja um Kops und Kragen! Und das alles bei diesem blödsinnigen Roulette, wo nicht die Geschicklichkeit entscheidet, nicht der Kops und das Denkenkönnen, sondern nur der Zufall. Ich bin Ihnen ernstlich böse, Demidoff! Wenn Sie nicht sofort aufhören, haben wir uns das letztemal gesehen."
Der junge Mann, der bis dahin wie gebannt auf die rollende Kugel gestarrt hatte, schrak zusammen.
„Das kann nicht Ihr Ernst sein, Lou!" flüsterte er ihr jetzt zu.
„Mein voller Ernst, Demidoff!"
Mit diesen Worten stand die Frau auf und ging, ohne sich umzusehen, aus dem Saal hinaus, scheinbar nicht darauf achtend, daß ihr viele Blicke folgten.
In einer Ecke des Saales stand der elegante Herr mit dem Raubvogelgesicht, der durch seine Länge alle anderen überragte. Madame de Lormes schien ihn in der Menge, die sich am Eingang drängte, nicht zu sehen. Aber als sie an ihm vorüberging, strich sie sich wie mit zufälliger Bewegung über das Haar.
Der Herr mit dem Raubvogelgesicht nickte un- merklich.
Madame de Lormes verließ ruhig den Spielsaal.
Als sie gerade zur Garderobe ging, kam der junge Bulgare ihr nach.
„Also, da sind Sie ja!" sagte die Frau und lächelte den jungen Mann an. „Gut, daß es noch ein Mittel gibt, Sie zu Verstand zu bringen, Demidoff."
„Nachdem Sie mich um den Verstand gebracht haben, Lou!" raunte der junge, schlanke Mann heiser. „Warum spiele ich denn so verzweifelt? Doch nur, weil ich Sie erringen will, Lou! Sie kann man nur erringen, wenn man reich ist, viel reicher, als ich es bin."
„Kommen Sie nun, Demidoff!" Madame de Lormes legte ihren Arm in den des jungen Mannes. „Weil Sie so brav sind und auf mich gehört haben, dürfen Sie mich zu Ritz begleiten und mich zum
Fühlt Edele sich hier bei Ihnen zu wohl und geborgen, so könnten wir dann unangenehme Ueber- raschungen erleben, wenn sie mich heiraten soll. Sie könnte zum Beispiel erklären, daß sie lieber in Ihrer Obhut bliebe, als sich den Wünschen ihres verstorbenen Vaters zu fügen. Fühlt sie sich aber hier bei Ihnen nicht allzu glücklich, nun, dann wird ihr die Heirat, die ihr allen Glanz der großen Welt erschließen wird, um so lockender erscheinen. Darum keinerlei Abweichungen von den Regeln der stren- aen Erziehung! Auch keine Freundschaften intimer Art mit anderen jungen Mädchen! Einladungen für die Ferien sind auf keinen Fall zu genehmigen. Motivieren Sie eine Ablehnung einfach damit, daß für diese Dinge keine Gelder zur Verfügung stehen. — Haben Sie begriffen?"
Er sah mit seinen kalten, harten Augen Miß Grab scharf an. Die nickte stumm. Was kümmerten sie die Marotten dieses Herrn von Liewen? Wenn sie nur zu ihrem Geld kam. Je mehr, desto besser!
Als sich Liewen, unter Zurücklassung einer großen Anzahlung, von Miß Crab verabschiedete, wußte er, daß alles nach seinem Plan gehen würde. Er hatte Edele in den Händen, und er würde sie formen, wie er es für seine Zwecke brauchte.
Zwei Tage darauf kam ein blasses, verhärmtes Mädchen in dem Pensionat von Miß Crab an; es ahnte nichts von den dunklen Gewalten, die fein Leben lenkten.
Sechstes Kapitel.
Zwei Jahre waren verstrichen. Es war Frühling — Frühling in Italien.
Am Lido von Dendig promenierte die elegante Wett Europas und Amerikas.
Es war, als hätte sich in diesem von Gott gesegneten Stückchen Erde alles zusammengefunden, was die Blüte der Schönheit und die Blüte des Reichtums darstellte.
Die Badegäste, die in den eleganten Strandloka- kalen des Lido bei ihrem Vormittagsgetränk, einem Aperitiv nach französischer Art, saßen, nannten sich flüsternd die Namen der Männer und Frauen, die da in den neuesten Limousinen angefahren kamen. Es waren die Namen von. Millionären, von denen ein Wink genügte, um die Börsen der Welt in Un- orbnung zu bringen. Es waren Namen von Frauen, die über märchenhaften Reichtum verfügten — oder über den märchenhaften Reichtum ihrer Verehrer.
Die Reichs-SchVimmwoche in Gießen
©er Auftakt! Werbemarsch und Kundgebung.
Die Reichsschwimmwoche wurde am Samstagabend in unserer Stadt mit einem Werbemarsch eröffnet. An dem Marsch nahmen neben den Schwimmern ein Marinesturmbann der SA., Polizei, die Sanitäter, die beiden Feuerwehren (Freiwillige und Gailsche Feuerwehr), ein Zug der Technischen Nothilfe, Abordnungen der Gießener Rudervereine, ferner die Turnvereine und nicht zuletzt auch der BdM. teil. Die Feuerwehr und die Technische Nothilfe stellten Musik und Spielmannszüge. Von Oswaldsgarten aus führte der Marsch durch viele Straßen nach der Liebigshöhe.
Die Kundgebung.
Der mit der Durchführung der Reichsschwimmwoche beauftragte
©r. Krämer
eröffnete die gutbesuchte Kundgebung und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Arbeit, die bisher in kleinerem Kreise geleistet worden sei, nunmehr in breiter Oeffentlichkeit zum Ausdruck kommen könne. Die Aufgabe sei klar: wir wollen, daß die gesundheitliche Bedeutung des Schwimmens allgemein erkannt werde. Gekrönt werde die Arbeit auf schwimmerischem Gebiet durch den Gedanken, aus jedem Deutschen einen Schwimmer zu machen und den Gedanken der Lebensrettung weiter zu fördern. Die Möglichkeiten, das Schwimmen zu betreiben, bestünden in Gießen in ausreichendem
Abendbrot einlaben. Das wird immer noch billiger, als wenn Sie weiter in diesem törichten Roulette verlieren."
„Haben Sie denn niemals diese wahnsinnige Spielleidenschaft gefühlt, Lou?" fragte Demidoff im Auto, das ihn neben Madame de Lormes in das Hotel Ritz tragen sollte. „Sie, eine Frau, die das Leben und seine Sensationen kennt — Sie sollten so kalt dem Spiel gegenüber bleiben?"
In der halben Dämmerung des Wagens lächelte die schöne Frau ein rätselhaftes Lächeln.
„Ob ich dem Spiel gegenüber kalt bleibe? Wenn es Roulette ist — ja! Denn ich verachte jedes Spiel, das nur durch den törichten Zufall entscheidet, und das die menschliche Intelligenz ausschließt. Aber ich bin eine leidenschaftliche Kartenspielerin — und ich habe mich schon beim Portier erkundigt, ob er nicht einen seinen, kleinen Privatzirkel weiß, in dem man spielen kann. Es ist auch viel angenehmer, privat zu spielen, als mit weiß der Himmel welchen Menschen an dem Tisch im Kasino Schulter an Schulter ZU sitzen."
Sie schauerte zusammen, wobei sie wie aus Versehen die Schulter des jungen Mannes berührte. Diese leise Berührung war wie ein elektrischer Schlag für Demidoff. Mit einer leidenschaftlichen Bewegung griff er nach der Hand der schonen Frau, die wie eine kostbare, bleiche Blüte auf bem fließenden Chiffon bes rosafarbenen Kleides ruhte.
„Lou", sagte er leibenschaftlich unb heiß, „alles ist mir gleich, alles ist mir recht, was mich meinem Ziele, Sie zu gewinnen, näher führt. Wünschen Sie, baß ich nicht mehr am grünen Disch spiele, so gehorche ich. Zeigen Sie mir einen anderen Weg, reich zu werben, um Sie zu erringen, um bich zu erringen, Lou, Geliebte, Schönste?"
Seiner Sinne nicht mehr mächtig, schlang er seine Arme um den Hals ber verwirrend schönen Frau.
Einen Augenblick duldete Madame de Lormes die Hände des jungen Mannes um sich, duldete einen heißen Kuß auf ihre Lippen — aber gleich darauf schob sie Demidoff mit einer energischen Bewegung zurück.
„Haltung, Demidoff!" sagte sie scharf. „Wir sind gleich da! Ich habe also Ihr Versprechen, daß Sie Ihr Geld nicht wieder diesem Moloch Roulette opfern werden. Wenn Sie durchaus bem Glück den Finger reichen — schön, gehen wir einmal in einen Spielzirkel, ber solibe unb privat ist. Dort können Sie Ihrer Leidenschaft einmal die Zügel schießen lassen, vorausgesetzt, daß Ihr Kopf kühl bleibt. Dann haben Sie auch die Chance, zu gewinnen, benn ich bin überzeugt, Sie sind ein guter Kartenspieler."
Sie schwieg. Der Wagen hielt vor dem Hotel „Ritz" — unb der in Scharlach und Gold gekleidete Portier eilte herbei, um dem eleganten Paar aus dem Wagen zu helfen.
(Fortsetzung folgt.)
©iealtenRegimentsfahnen inButzbach.
Die Traditionskornpanie des ehemaligen Infanterieregiments Nr. 168, dessen ehemalige Angehörige, wir berichten an anderer Stelle darüber, am Samstag unb Sonntag in Butzbach eine große Wieber- sehensfeier veranstalteten, brachte gestern vormittag gegen 9 Uhr bie Regimentsfahnen von ber Zeughauskaserne nach bem Bahnhof. Der Aufmarsch ber Reichswehr, bie mit Musik burch bie Straßen zog, würbe von ber Bevölkerung mit großer Aufmerksamkeit betrachtet unb löste große Freube aus. Am späten Nachmittag würben bie Fahnen in feierlicher Weise wieber eingebracht. Die 3. Kompanie unter bem Kommanbo von Hauptmann Caesar nahm vor bem Bahnhof Aufstellung unb währenb ber Präsentiermarsch erklang, marschierte bie Fahnengruppe an bie Spitze ber Kompagnie unb unter schneibigen Klängen ber Reichswehrkapelle bewegte sich ber Zug wieber zurück zur Zeughauskaserne. Eine große begeisterte Menschenmenge begleitete ben Zug unb ließ baburch erneut bie innige Verbunbenheit mit unserer Reichswehr erkennen. Den Abschluß bilbete bie feierliche Einbringung ber ehrwürbigen Reaimentsfahnen in bas Wachgebäube ber Zeughauskaserne.
Bornotizen.
— Tageskalenber für Montag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Traum vom Rhein".
ber Erlös soll ihn in ber jetzt so einnahmeknappen Zeit helfen, seine laufenben Ausgaben unb bie Kosten ber Getreibeernte zu bestreiten. So weit man bis jetzt urteilen barf, werben bieje Frühkartoffeln i von ganz befonberer Güte fein, ba sie trocken unb i warm gewachsen finb. Leiber muß man aber schon , festftellen, baß erhebliche Mengen auslänbischer Frühkartoffeln ber beutschen Hausfrau zum Kauf angeboten werben unb baß bie Hausfrau leiber , vielfach gebankenlos bie Auslanbsware nimmt.
Bekanntlich ist ber Absatz von Frühkartoffeln , aller Art burch reichsgesetzliche Verorbnung vom ] 4. Juni 1934 ab geregelt. Der Reichsbeauftragte , für bie Regelung bes Absatzes von Frühkartoffeln ; wirb von jetzt ab ben Minbestpreis festsetzen, ben i in- unb auslänbische Frühkartoffeln beim Groß- , eintauf kosten müssen. Bis zum 6. Juni waren bie auslänbischen Frühkartoffeln noch nicht unter bie Anorbnung bes Minbestpreises gefallen. Vom 7. Juni 1934 ab gilt für alle auslänbischen Frühkartoffeln ber gleiche Preis wie für bie inlänbi- fchen, b. h. also ber Preis, ber vom Reichsbeauftragten für bie betreffenben Verkaufstage festgesetzt worben ist. Wer Frühkartoffeln billiger als zu bem am Tage bes Erwerbs gültigen Minbestpreis einkauft ober verkauft, wirb mit empfinblichen Strafen belegt.
Der beutfche Frühkartoffelerzeuger richtet an bie stäbtifchen Hausfrauen unb Frühkartoffelverbrau- cher bie herzliche unb bringenbe Bitte, ihm feine Frühkartoffeln, fobalb er mit ihnen auf ben Markt kommt, auch abzukaufen. Auch gibt sich ber beutfche Bauer ber Hoffnung hin, baß sich kein beutscher Hänbler bereitfinben wirb, in bem Augenblick, in bem beutfche Frühkartoffeln auf bem Markt erscheinen, noch auslänbische Frühkartoffeln zu handeln ober feinen Kunben zum Kauf anzubieten. Die Mahnung „K a u s t b e u t s ch e W a r e !" müssen in biefem Falle Verbraucher unb Hänbler wie ein Mann befolgen.
Wer darf HandelsNasseneier stempeln?
Es besteht Veranlassung, barauf hinzuweisen, baß der beutfche Stempel auf Eiern ohne Befugnis weber benutzt, noch erworben bezw. veräußert werben barf. Es ist baher auch unzulässig, wenn Firmen Deutschstempel öffentlich in Tageszeitungen zum Verkauf anbieten. Nach § 8 ber Eierverorb- nung vom 17. 3. 32 unb 8. 6. 34 barf eine solche Kennzeichnung nur mit schriftlicher Genehmigung des Reichsnährstandes (Hauptabteilung 2 der Landesbauernschaft) angebracht werden. Verstöße dagegen werden mit Gefängnisstrafe bis zu 3 Mo- naten bedroht. Es wird gebeten, Verdachtsfälle der nächsten Polizeibehörde zwecks Beschlagnahme der Stempel und Bestrafung der Täter zu melden. Diese schließen sich selbstverständlich aus den Reihen des deutschen Eierhandels aus.
©er Sachverständige als Hechtswahrer
Unter dem Vorsitz des Leiters der Reichsfachschaft für das Sachverftändigenwefen in der Deutschen Rechtsfront, Pg. Grevemeyer, fand in Berlin im Haufe der Deutschen Rechtsfront eine Arbeitstagung des Reichsausschusses für bie Neuregelung des Sachverständigenwefens statt.
Nach einer eingehenden Erörterung der Rechtsstellung des Sachverständigen beschäftigte sich der Ausschuß vornehmlich mit den Mißständen auf dem Gebiete der Gutachtertätigkeit und behandelte die Maßnahmen zu deren Beseitigung.
In Erwägung, daß diese Mißstände hauptsächlich durch die Verquickung der Sachverstänbigenpersän- lichkeit und Tätigkeit mit individuellen Erwerbs- interejfen heroorgerufen worden sind, wurde mit Nachdruck gefordert daß die Sachverständigen sich wieder fühlen und betätigen müssen als Diener unb Helfer am Deutschen Recht, als Rechtswahrer in bem höheren nationalsozialistischen Sinne ber Treuhänderschaft für die Allgemeinheit des Volkes.
Es wurde in der Ausschußsitzung mitgeteilt, daß die größere Zahl der führenden Sachverständigen durch ihren Beitritt zu der Reichsfachschaft für das
des Körpers. Mut und Wille würden gestählt. Sich einzusetzen auch für andere, sei die Pflicht eines jeden Nationalsozialisten. Hier sei jeder berufen, mitzuwirken an der Wiedererstarkung unseres Volkes. Lange Zeit habe die Frage gegolten: -üiirD unser Volk vom Abgrund, an dem es stand, zurück, gerissen werden? — Nun haben wir die Erkenntnis, daß durch den Führer Adolf Hitler unser Volk wieder dahin gebracht werde, wohin es kommen müsse. Es müsse erwartet werden, daß jeder Volks- genösse sich in den Dienst der großen Sache stellt: Wiederaufbau unserer Nation!" Noch stehe mancher abseits. Er. der Redner, sei gewillt, neue Wege 3U gehen und jedem bie Hanb zu reichen, ber mithelfen wolle. Der Arbeiter, ber bie Straße rein erhalte, sei mehr wert als ber Mann mit Lackschuhen unb einem Bankkonto, bas er nur dazu verwenbe, seine Mitmenschen auszubeuten. Wir alle müßten im Dienste bes Volkes stehen. Wir durften nicht glauben, daß das, was heute sei, Selbstverständlichkeit sei. Es könne in einem Jahre noch nicht gut gemacht sein, was 14 Jahre lang verdorben, und was vor dem Kriege am deutschen Volke gesündigt worden war. Unsere ganze Liebe müsse unserem deutschen Volke und unserem Daterlande gehören. Wir müßten alle bedingungslos hinter dem Führer stehen, wenn eines Tages der Satz zur Wahrheit werden solle: „Am deutschen Wesen wird bie Welt genesen!".
Als Hauptredner des Abends sprach
pfl. ©r. Äeisvw, Frankfurt a. M.
Begeisterung für unsere Schwimmsache müsse, so führte er u. a. aus, immer neu lebendig werden. Schwimmen und Rettungsschwimmen sei unsere Pflicht. Wir dürften uns ihr nicht entziehen. Es sei nicht immer so gewesen, wie heute, daß die Be- Hörden dem Schwimmen Unterstützung zusagten. Es habe eine Zeit heftiger sittlicher Bedenken und ber Angst vor bem Ertrinken gegeben. Wenn sich heute bie Jugenb im Wasser tummle, bann wisse sie kaum mehr etwas bavon, baß Pionierarbeit geleistet werben mußte, bis es so weit gekommen sei. Schwimmen sei ein Abc, bas sich jeber Mensch an- eignen müsse. Der Rebner schilderte sodann in lebendigen Worten und an Hand charakteristischer eigener Erlebnisse ben Kampf um bie Behauptung unb bie Entwicklung bes Schwimmsportes unb kam bann schließlich auf ben Weltkrieg, auf bas Fronterlebnis zu sprechen. Er erzählte von einem benkwürbigen Schwimmfest am 28. Juni, 1914 in ber Müllerschen Babeanstalt. Er sprach ferner vom Zusammenbruch 1918 unb von ber Frage, bie sich mancher ber zu- rückkehrenben Solbctten vorgelegt habe: Warum finb mir übrig geblieben? Was können wir tun:? Wie können wir bem beutschen Volke helfen?
Da sei bie Kraft in ber Jugenb gesehen worden. Ihr habt es zu helfen gegolten. Als er, der Redner, bie Leitung bes Deutschen Schwimmverbanbes übertragen bekommen habe, sei noch manche Gegnerschaft vorhanben gewesen. Verschiebene Organisationen hatten es vergessen, baß es auf bie Leistung ankomme. Die große Aufgabe von bamals lautete:
dem deutschen Sport eine neue Seele geben!
Hier sei es besonbers ber Schwimmsport gewesen, ber berufen war, neue Wege anzubahnen. Schwimmsport war Kampf gegen ein Element, ohne jebe Hilfsmittel, bazu oerbunben mit bem großen ethischen Gebauten ber Lebensrettung. So habe der Schwimmsport feinem Wesen nach turmhoch über allem Sport gestanden. Der Schwimmsport habe bie Führung übernehmen müssen.
Sport unb Kampf seien von jeher deutsche Eigenart gewesen. Immer herrschte, man denke nur an die Germanen, unsere Vorfahren, der Wille, der erste zu sein. Leider aber entartete der Sport in den Jahren nach bem Kriege, geriet in fasche Führung, er sei ber Sensation ausgeliefert worben unb man habe vergessen, baß ber Geist im Sport bas Aus- schlaggebenbe sei.
Richt ber Sieg an sich, sondern die Tat fei das wesentliche. Der Einsatz der sittlichen Kraft für । ein edles Ziel fei entscheidend.
weißes Kostüm von raffiniertem Schnitt, ber in feiner gewollten Einfachheit jebe Linie bes vollenbeten Körpers beim Gehen nachzeichnete. Die weiße, eng anliegenbe, hoch gegürtete Jacke war verziert mit einer Krawatte aus echtem, weißem Zobel, unb bie Aermel schmückten weite Fechtermanschetten aus bem gleichen kostbaren Rauchwerk. Eine burftig weiße, feibene Bluse kam in weichen Volants aus bem Jäckchen heraus. Der hohe Kragen würbe von einer kostbaren Nabel mit einer erbsengroßen, grauen Perle abgeschlossen.
Graue Perlen hingen wie silberne Regentropfen von den kleinen Ohren herunter. Das blauschwarze wie Seide glänzende Haar bauschte sich in Wellen unter bem kleinen Hütchen, bas nach Jägerinnenart schräg auf bem einen Ohr saß unb von einem kostbaren, feuerroten Reiher geziert war, ber wie eine Feuerflamme von bem Weiß herunter auf bas Blauschwarz ber Locken lohte. Die Füße steckten in hochhackigen roten Schuhen, bie, seitlich tief ausgeschnitten, ben weißen Seibenstrumpf unb ben langen, schmalen Fuß mit ber schmalen Fesselung unb bem sehr hohen Spann mehr enthülle als verbarg. Ein roter Sonnenschirm unb lange, rote Hanbschuhe vervollstänbigten ben raffinierten Anzug ber schönen Frau.
Sie ging lässig zwischen zwei eleganten Kavalieren, unb währenb sie anscheinenb ben Erzählungen ber beiben Herren zuhörte, roanbte sie immer wieder ihre Augen über bie flanierenbe Menge — Augen, tief unb lockenb, wie ein Bergsee. Die Lippen brannten wie eine glühenbe Blüte in bem sehr weißen Gesicht, bas, im Gegensatz zu bem Munbe, kaum Schminke trug. Es wäre auch schabe gewesen, bie elfenbeinerne Schönheit bes fanft getönten Teints zu oeränbern.
Ein für anbere kaum sichtbares Aufblitzen in ben veilchenblauen Augen galt einem sehr eleganten, schlanken, großen Herrn mit scharfen Augen unb einer Habichtsnase, ber, ohne scheinbar auf bie schone Frau zu achten, an ihr oorüberschritt.
Im Kasino von Venebig waren alle Lampen an- gezünbet. Ihr Glanz fiel auf bie grünen Tische. Er fiel auf bie bleichen unb verzerrten Gesichter ber Spieler, auf ihre gierigen Hänbe, bie Ships unb Gelb zusammenrafften, hinwarfen, an sich rissen unb wieber fortwarfen, fiel auf bie gleichmütigen Gesichter ber Croupiers in bem tabellofen Abenb- breß, bie mit ihren kleinen Schaufeln Gelb, Glück, Schicksale an sich rissen, fiel auf die entblößten Schultern unb Hälse schöner Frauen, bie hier am
unb Umgegenb hielt gestern eine Mitglieberver- fammlung ab, bie sich einer außerorbenttlchen Teilnahme erfreute, waren boch über 60 Mitglieber erschien. Altem Brauche folgenb, würbe bie Sommertagung nach auswärts, auf ben Stanb bes Mitgliebs Ebuarb Schäfer in Robgen verlegt. Nach ber Begrüßung legte ber Vereinsvorsttzenbe, Derwal- tungsfetretär Gott!. Bobenbenber (Gießen) bie Aufgaben bes Imkers im nationalsozialistischen Staate bar unb forberte bie Jmkergenossen auf, ihre ganze Kraft zur Erreichung bes gesteckten Zieles einzusetzen, bas beutfche Volk aus beutscher Ernte mit Bienenhonig zu versorgen. Bienenhonig, biese von Autoritäten anerkannte Nerven- unb Herznahrung müsse Dolksnahrungsmittel werben, bamit auch ben minberbemittelten Volksgenossen bie ihm innewohnenben hohen gesunbheitlichen Werte zuteil werben konnten. Die anschließenbe Stanbschau erweckte bas allgemeine Interesse ber Teilnehmer, unb man war ber Meinung, baß sowohl bie Lage selbst als auch bie Inneneinrichtung als mustergültig anzusprechen sei. Mitglieb E. Schäfer hielt bann einen lehrreichen Vortrag über neuzeitliche Maßnahmen zur rationallen Bienenwirtschaft unb führte babei alle interessierten Teilnehmer in die praktischen Methoben ber Königinnenzucht ein, inbem bie Besetzung bes Anbrütekastens unb bas Umlarven einzeln vorgenommen würbe. Auf Grunb seiner langjährigen imkerlichen Erfahrung würbe ber Wert unb ber Erfolg biefer auf hochgezüchtete Stockmutter hinauslaufenben Bestrebungen statistisch mit Zahlen belegt. Der Vereinsobmann gab bann noch Anweisung über bie Behanblung bes Bienenhonigs unb ermahnte bie Anwefenben, bem Wettbewerb bes Auslanbhonigs burch Lieferung von beutschem Ebel- Honig in allerbester Qualität unb in entsprechend Aufmachung zu begegnen. Nachbem noch einige innere Vereinsangelegenheiten erlebigt unb mitgeteilt worben war, baß bie Bienenzüchter nun als Reichsfachschaft beutscher Imker in ben Reichsnähr- toteges tn oer freien «u9n uuue.e, .......... .... stand eingegliedert feien, wurde die anregend rer-
Fluten unb konnte nur noch als Leiche geborgen laufene ©ommertagung mit einem 9^tIlc^en ®ei' tperben 'sammensein auf ber „Walbeslust beschlossen.


