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Oberheffen.

Gemeinderat in Nidda.

ED Nidda, 17. April. Die jüngste Sitzung des Gemeinderats fand unter dem Vorsitz des Beigeordneten Supp statt, der den zur Zeit er­krankten Bürgermeister R u l l m a n n vertritt. Es wurde zunächst mitgeteilt, daß das Telegraphen­bauamt die Errichtung eines Selbstanschluß­amtes im hiesigen Postamt plant, lieber eine Beteiligung der Stadt an den Kosten mürbe noch kein Beschluß gefaßt. Die Straßenrein i- a u n q wurde für das Jahr 1934 gegen eine jähr­liche Vergütung von 470 Mk. an F. Moderegger vergeben. Das Gesuch eines Großabnehmers um Ermäßigung des Wassergeldes wurde genehmigt. Don den beiden angeschafften Eisenbahnwagenkasten wurde einer der Segelflieger-Ortsgruppe Nidda als Unterkunftsraum überlassen. Die Preise für die Benutzung des städtischen Schwimmbades im Jahre' 1934 sollen in der vorjährigen Höhe er­hoben werden. Für die öffentlichen städtischen Ge­bäude wurden Luftschutzwarte bestimmt.

Generalversammlung der Molkerei-Genoffenschast Hungen.

<£ Hungen, 17. April. Die Molkerei- G e n o s s e_n s ch af t e. G. m. b H., Hungen hielt am öonntag im Saale des GasthofesZur Traube" ihre 4 0. ordentliche Generalver­sammlung ab, die überaus starken Besuch auf­wies. Der Vorsitzende Hesse gedachte zunächst der im Weltkrieg und der im Kampfe um die nationale Erhebung gefallenen Kameraden. Besonders gedachte er auch des im vergangenen Jahr verstorbenen Ge­schäftsführers der Genossenschaft, Jean P u t h. So­dann erstattete Geschäftsführer Berk den Jahres­und Geschäftsbericht, sowie den Abschluß im Ver­lust- und Gewinn-Konto. Aus dem Bericht war u. a. zu ersehen, daß die Molkerei im Jahre 1933 eine eingelieferte Milchmenge von 6 329 739 Liter ver­arbeitet hat. Insgesamt zählte die Genossenschaft Ende 1933: 1197 Mitglieder. Da gegen den Ge­schäftsbericht keine Einwendungen erhoben wurden, erteilte der Vorsitzende dem Vorstand für die Ge­schäftsführung Entlastung.

An Stelle des durch die Abtrennung des Liefer­ortes Geiß-Nidda ausgeschiedenen Vorstandsmitglie­des Gustav Beltz er wurde Ferdinand Bopp (Bellersheim) neu bestimmt. Ferner wurden in den Alifsichtsrat neu bestimmt: Robert Alter (Ber­stadt) und Karl Fritz (Nonnenroth).

Sodann wurde der Revisionsbericht für das Jahr 1932 zur Kenntnis gebracht, aus dem zu ersehen war, daß die Geschäftsführung sich in bester Ord­nung befindet.

Anschließend machte der Vorsitzende Ausführungen über die Frischmilchlieferungen und die Magermilch­verwertung. Direktor Schneider sprach hierauf

über Ine neue Milchversorgungsordnung, die in prak­tischer, planvoller Arbeit unsere gesamte deutsche Milchwirtschaft auf eine vollständig neue Grund­lage stellt und die sich schon heute für den deutschen Bauer sichtbar auswirkt.

Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Volks­kanzler und Führer des neuen Deutschland, sowie mit dem Horst-Wessel-Lied wurde die Versammlung geschlossen.

Landkreis Gießen.

+ Grünberg, 17. April. Der Vorschuß- verein Grünberg e. G. m. b. H. veröffentlicht soeben seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1933, fein 71. Geschäftsjahr. Im Geschäftsbetrieb haben sich die Umsätze nur um einen geringen Betrag von 6 629 460,26 Mk. auf 6 506 998,16 Mk. vermindert; dagegen ist die Zahl der Buchungen gestiegen. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 672 919,94 Mk. au: 707 733,69 Mark. Der Hauptanteil hieran entfällt auf die Erhöhung der Einlagen in laufender Rech­nung. Das eigene Vermögen, bestehend in Rück­lagen und Geschäftsguthaben, erhöhte sich von 115 456,08 Mk. auf 119 660,72 Mk. Die ausstehen­den Kredite gegen Hypotheken, einschließlich der aufgewerteten Hypotheken, Darlehen gegen Wechsel und Schuldscheine, in laufender Rechnung und gegen Geschäftswechsel betrugen Ende des Geschäftsjahres 597 351,33 Mk. Kredite konnten in bescheidenen Grenzen während des ganzen Jahres wieder aus- gegeben werden. Die Wertpapiere find mit 52 585,20 Mark eingestellt, Guthaben bei Banken sind in Höhe von 25 620,81 Mk. vorhanden und der Kassenbestand einschließlich Postscheckkonto weist 6544,57 Mk. auf. Die Gesamteinlagen weisen 551797,41 Mk. auf, davon sind in laufender Rechnung 73548,24 Mk., Sparein­lagen mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten und länger 362 325,55 Mk. und aufgewertete Spar­einlagen 115 923,62 Mk. Da bei einer Anzahl Schuld­ner das landwirtschaftliche Entschuldungsoerfahren schwebt und daher mit der Möglichkeit von Ab­strichen der bestehenden Forderungen gerechnet wer­den muß, wurde für diese Fälle ein besonderes Rückstellungs- und Wertberichtigungskonto in Höhe von 32 030,62 Mk. vorgesehen. Die Sollzinsen wur­den gegen das Vorjahr wieder um 1 v. H. gesenkt. Die Mitgliederzahl betrug zu Beginn des Jahres 443, am Schlüsse desselben 439. Da durch eine Ent­scheidung des hessischen Verwaltungsgerichtshofes die Geschäftsguthaben als steuerpflichtig erklärt wurden, stieg die Steuerlast von 2201,05 Mk. in 1932 auf 4283,37 Mk. in 1933 an. Das Ministerium hat jedoch aus Billigkeitsgründen einen Nachlaß in Höhe der Hälfte der auf die Geschäftsguthaben ent­fallenden Gewerbekapitalsteuer bewilligt, was an Landes- und Gemeindesteuer den Betrag von 541,10 Mark ausmacht. Der ausgewiefene Reingewinn be­ziffert sich auf 3796,82 Mk., woraus eine Dividende von 4,5 v. H. (5 v. H. in 1932) zur Verteilung kommen soll.

> Dorf-Gill, 17. April. Dieser Tage fand in unserer Gemeinde die Vereidigung von Bürgermeister Karl Knöpper statt. Die feierliche Einführung nahm Oberregierungsrat Dr. Schönhals vor. Am Abend versammelte sich ein großer Teil der Gemeinde zu einer schlichten Feier vor dem Hause des Bürgermeisters. Nachdem eine hohe, stattliche Tanne gesetzt, SA. und SA.- Reserve aufmarschiert waren, richtete zunächst SA.- Oberscharführer R e u h l einige Worte an den Bürgermeister. Darauf trug der Gesangverein Heiterkeit" ein vaterländisches Lied vor. Zellenleiter G. Sarnes wies in einer kurzen Ansprache auf

die Umwälzungen in der Kommunalpolitik hin und betonte deren Notwendigkeit. Zuletzt dankte Bürger­meister Knöpper für die ihm erwiesene Ehre und gelobte, sein Amt in vollem Verantwortungs­bewußtsein zum Wohle der Gemeinde zu führen. Nachdem er ein dreifachesSieg-Heil" auf den Führer ausgebracht hatte, wurde gemeinsam das LiedNun danket alle Gott" gesungen.

)( L i ch, 17. April. Zur Eröffnung des Volks­opfertags der Inneren Mission sand am Samstag­abend in unserer Turnhalle unter Mitwirkung des Kirchenchors ein Gemeindeabend statt. Nach einem Chor des Kirchengesangvereins (Leitung Leh­rer Stein) und einer einleitenden Ansprache von Stiftsdechant Kahn, der zum Glauben, der in der Liebe tätig ist, aufforderte, hielt Stiftspfarrer D r a u d t an Hand von 70 Lichtbildern einen Vor­trag überDie Arbeit, die Anstalten und Leistun­gen der Inneren Mission in Hessen". Der Vortrag hinterließ einen tiefen Eindruck. Am Sonntagoor- mittag wurde in beiden Gottesdiensten über die Innere Mission gepredigt. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und das Apostelwort Einer trage des anderen Last" führten die Ge­meinde weiter in die Aufgaben der Inneren Mis­sion ein. Am Nachmittag begann dann die Haus- sammlung für das Werk der Inneren Mission; für die Sammlung hatten sich in dankenswerter Weise die Kirchenvorsteher zur Verfügung gestellt. Es kann ein gutes Ergebnis erwartet werden. Am Mon- tagoormittag wurde in der Marienstiftskirche zur Einweisung des neuen Jahrgangs in bie Volksschule eine Schulanfänger­andacht gehalten. Unter feierlichem Orgelspiel zogen die ABC.-Schützen begleitet von ihren Eltern und Lehrern in die Kirche ein, in der nach Lied und Schriftoerlesung Stiftsdechant Kahn im An­schluß an das Wortdas Kindlein wuchs und ward stark im Geist" herzliche Worte an die Kinder und ihre Eltern richtete. Nach Beendigung des Gottes­dienstes wurde eine photographische Aufnahme ge­macht, von der jedes Kind zur Erinnerung an diesen Tag im Auftrag der Kirchengemeinde ein Bild er­halten soll.

cv> Li ch, 17. April. Das neue Schuljahr wurde heute von der hiesigen Volksschule durch eine schlichte Feier mit Flaggenhissung eingeleitet. Lehrer S a - m e 5 richtete an die versammelten Schüler und Lehrer eine Ansprache, in der er auf den Früh­ling, auf das Erwachen der Natur hinwies und hierzu in Parallele das Erwachen des deutschen Volkes unter der nationalsozialistischen Regierung tellte^ Weiterhin sprach er über das Streben deut- cher Jugend, in Schule und Vaterland etwas Tüch­tiges zu leisten. Anschließend begrüßte Rektor Erb die beiden neuen Lehrkräfte: Fräulein Maria W is- 5 l aus Darmstadt (seither in Ober-Ingelheim) und Herrn Karl O 11 aus Birklar (seither in Münster). Die Feier fand mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes ihren Abschluß.

Kreis Büdingen.

* Echzell, 17. April. Am Sonntag wurde im GasthausZur Traube" die Generalversammlung der Molkereigenossenschaft Echzell ab­gehalten. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Pg. O. Scheuer­mann begrüßte die Teilnehmer. Nach dem Vortrag der Bilanz und des Geschäftsberichtes wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Es wurde beschlaf­en, den Reingewinn auf das neue Geschäftsjahr vorzutragen. Auf Vorschlag des Kreisfachberaters

für den Kreis Friedberg, Bürgermeister P^, V e i t h - Reichelsheim, wurde Ortsgruppenfachbe­rater Pg. T r e u f ch, der seit längerer Ziet die Ge­schäfte der Molkerei geführt hat, einstimmig zum Direktor gewählt. Nach der Ergänzung des Vor­standes und des Aufsichtsrates wurde beschlossen, daß der Genossenschaft nur noch Mitglieder arischer Abstammung angehören können. Ferner wurde be­kanntgegeben, daß jenen Genossen, die Geschäfte mit jüdischen Händlern tätigen, die Milchabnahme ge­sperrt wird. Im weiteren Verlaufe der Versamm­lung wurden interne Genossenschaftsfragen, Ände­rungen der Satzungen usw. beraten. Bürgermeister Pg. Veith - Reichelsheim hielt einen Vortrag über die Judenfrage. Pg. Direktor T r e u s ch empfahl, erholungsbedürftige SA.-Männer aus den Städten aufzunehmen. Im Gedenken an Adolf Hitler und feine bewährten Mitarbeiter wurde die Versamm­lung geschlossen.

Starkenburg.

Wegen Irassenschändung in Schutzhast genommen.

LPD. Darmstadt, 17. April. Das Staats­presseamt gibt bekannt: Der 27jährige jüdische Kaufmann Willi Bendorf aus Ober-Ramstadt wurde zum Schutze seiner eigenen Person dem Staatspolizeigefängnis zugeführt, weil er mit der 17jährigen Deutschen Emma Katharina Kehr ge­schlechtlich verkehrte. Der Name der Kehr wird des­halb veröffentlicht, weil sie dem Begehren des Juden keinerlei Widerstand entgegensetzte und da­mit ihre Pflichtoergessenheit gegenüber ihrer Rasse zum Ausdruck brachte.

Preußen.

Oie Einführung des neuen Wetzlarer Bürgermeisters.

LPD. Wetzlar, 17. April. Am Samstagvor- mittag ist der neue Bürgermeister der Stadt Wetzlar, Pg. Kindermann, durch Landrat G r i l l o in fein Amt eingeführt worden. In seiner Einführungsrede gab der Landrat dem Bürgermeister einen Ueb erb lief über die Lage der Stadt Wetzlar und gab der festen Ueberzeugung Ausdruck, daß Bürgermeister Kinder mann alle Kraft einsetzen werde zum Wohle der Stadt und ihrer Bevölkerung. Nach der Vereidigung des Bürgermeisters dankte dieser und gelobte,'im Sinne Gemeinnutz geht vor Eigennutz" seinen Dienst zu verrichten. Den Schluß der Einführungsfeier bildete die Vereidigung der neuen Ratsherren durch den Bürgermeister.

Hüttendirektor Or. Adolf Hecker -f.

LPD. Biedenkopf, 17. April. Einer der be­kanntesten Wirtschaftsführer des Lahn-Dill-Gebiets, Hüttendirektor Dr. Hecker- Ludwigshütte, der Leiter des Heffen-Nasfauifchen Hüttenvereins, ist in Berlin plötzlich gestorben. Dr. Hecker erlitt auf der Reife nach der Reichshauptstadt, wo er an einer Konferenz tettnehmen wollte, im Eisenbahn­abteil einen Schlaganfall, dem er in einem Berliner Krankenhaus erlag. Der Verstorbene, der ein Alter von 56 Jahren erreicht hat, war feit mehr als 30 Jahren in der Geschäftsführung des Heffen-Nassauifchen Hüttenvereins tätig.

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Die Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar e. G. m. b. h. in Frankfurt a. 21t, Dackenheimer Land­straße 25, wird zur Entschuldungsstelle ernannt.

Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre An­sprüche bis zum 15.2Hai 1934 bei dem unterzeich­neten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile.

Gießen, den 9. April 1934.

Hessisches Amtsgericht.