$ür den Bücheriifch.
Deutsche Erzähler.
— Gustav Schröer: Land „Not". Roman. 51.—55. Tausend. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. 381 Seiten. Gebunden 4,40 Mk. — (360) — Land „Not", ist das Land, dessen Schicksal in allen deutschen Gauen widerklingt. Seinen Derzweif- lungskampf schildert Schröer an der Geschichte eines Thüringer Dorfes. Er stellt es in den großen Rah- Mn des politischen und wirtschaftlichen Geschehens der letzten Jahre, wo der Arbeiter den stillgelegten Schacht verlassen mußte, die Roggenanleihe den Bauern um den Ertrag seines mühevollen Schaffens betrog, als Kreditnot und Wucherzins Haus und Hof zum Erliegen brachten. Da ist nichts phantastisch, nichts beschönigt. Immer wechselnd, vollziehen sich hier die menschlichen Geschicke: Unzufriedenheit, Klassenhaß, Verschwörung, Verzweiflung, Revolten; bis praktischer Bauernstand und zäher Bauernwille das schaffende Volk zusammenschweißen zum Kampf für eine neue Zukunft deutscher Menschen.
— Hans Christoph Kaergel: Bunt die Erde unter Dir. Martin Warneck Verlag Berlin W 9. Kart. 0,90 Mark. — (626) — Die sieben kleinen Erzählungen in diesem Bändchen ordnen sich zu einer wohltuenden Buntheit in ihrem Ernst und Humor, in ihrer Liebe zu Mensch und Natur. Erheitert einen die Weihnachtsgeschichte „König Hero- des streikt" oder die Pfingsterinnerung „Ein Mädchen ging vorbei", so wird man getroffen durch die Frage nach dem Nächsten in der anderen weihnachtlichen Erzählung „Das Christkindl im Heu", durch die Begegnung mit dem Heiland, die „Der Klarinettenspieler" in seinem Leid erlebte. Im ganzen weist die Titelzeile auf die Stimmung der Freude des Liedes, aus dem sie genommen ist.
— Gustav Renker: Die Hirten von Rocca. Aus dem Tagebuch des Pfarrers Johannes Sartoris. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. Leinenband 6,50 Mk. — (383) — In Tagebuchblättern erleben wir die Schicksale eines jungen Pfarrers, der einer Berufung nach einem ltalienischen Bergdorf an der Schweizer Grenze folgt. Mit wenigen, einaeschüchterten Bergbauern steht der Geistliche einer Schar gewalttätiger Hirten gegenüber, die ihm feindselig gesinnt sind und völlig unter dem Banne eines unheimlichen, hoch über dem Dorfe hausenden Mannes stehen. Gian Pa- drutt, so heißt ihr Führer, ist ein begabter, mit der Welt zerfallener Ingenieur, der sich hier zum Schmugglerkönig aufgeworfen hat. In zähem Kampf ringen diese beiden willensstarken und doch so verschiedenen Männer um die Herrschaft im Dorfe. Mit starkem Empfinden ist die alpine Umwelt des Geschehens geschildert.
— Friede H. Kraze: Land im Schatten. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. Volksausgabe 16. bis 20. Tsd. Gebunden 3,50 Mk. — (103) — Friede H. Kraze, selbst eng dem Grenzlanddeutschtum verbunden, hat in diesem Roman einen gewaltigen Stoff gemeistert. Die Zeit der Grenzkämpfe 1919, welche Fülle spannenden Geschehens. Ernst und schwer, gleichwie bleigrauer Schneehimmel über westpreußischer Ebene, drückt das Geschehen auf den Leser. Unerbittlich rollt das deutsche ^Schicksal dahin wie der Weichselstrom. Aber die gewaltige, tiefreligiöse Darstellungskraft der Dichterin läutert das Dunkle dieses Schicksals. Es keimt unb wächst der Glaube dieser gehetzten und gequäl- cken Menschen: Durch Leiden geht der Weg aufwärts — und einst wird auch dem Lanoe im «Schatten wieder die Sonne scheinen.
— Hans Fallada: Wer einmal aus idem Blechnapf frißt. Roman. 510 Seiten. Mowohlt, Berlin 1934. — (119) — Von Fallada haben wir früher an dieser Stelle den Roman „Bauern, Bonzen und Bomben" besprochen, der den bekannten Fall von Neumünster in Holstein Gehandelt und das erste klare Zeugnis für die un- Dewöhnliche erzählerische Begabung des jungen Autors ablegte. Falladas großer Erfolg war der Roman „Kleiner Mann — was nun?7', der ihn mit einem Schlage bekannt machte und entschieden sein bisher wertvollstes Buch ist, dem auch eine mit unzulänglichen Mitteln unternommene Verfilmung lucht wesentlich geschadet hat. Den negativen Helden des vorliegenden neuen Romans, den Strafgefanae- ien Willi Kufalt, nennt Fallada selber einen „be- »chatteten Bruder des kleinen Mannes Pinneberg", iinb in ber Tat könnte bie Geschichte Kufalts mit Fug unter bem gleichen Titel laufen wie bie Geschichte von Pinneberg unb seinem Lämmchen. Aber lonft ist bieser Roman boch sehr anbers. Was Fallaba gewollt hat, faßt er in einem kurzen Vorwort zusammen: kein Geschwätz von Humanität für Strafgefangene, sonbern Arbeit für Strafentlassene, ‘■eine öbe berufsmäßige Betreuung, sonbern Ver- Stänbnis. Keine ©nabe, sonbern Strich barunter, rnd nun zeige, wer bu bist. — Die Ueberschrift nuß allerdings folgenbermaßen ergänzt werben: Wer einmal aus bem Blechnapf frißt, frißt immer oieber baraus; also: wer einmal im Gefängnis luß, kommt zuletzt boch wieber hinein. Unb bie Geschichte bes kleinen Ganoven Kufalt, ber freilich cuch diesen „Beruf" verfehlt hat, liest sich wie ein Ohefenroman, eine keinesfalls erfreuliche, aber ciußerorbentlich spannende und aufschlußreiche Lektüre, ein ungemein geschickt und begabt geschriebe- nes Buch. Das Beste gibt Fallada im ersten Teil, hi ber Schilderung des Gefängnislebens, bie schiech- drbings von einer erstaunlichen, oft unheimlichen Sachkenntnis unb Anschaulichkeit ist. In späteren teilen gerät bas Buch ein wenig in bie schon bekannten Bezirke bes holsteinischen Bauernromans, Ö>n wir oben erwähnten. ..Wie bei „Bauern, Bon- 3?n unb Bomben", wie beim „Kleinen Mann" fonnte ber Verfasser nur barstellen, was er sah, ncht was ba sein wirb. Dies schien ihm seine Auf- gnbe, sonst nichts." Aufgabe des Lesers, der mehr äs nur „Leser" zu sein wünscht, mag es sein, sich selbständig mit den Problemen ein wenig ausem- anderzusetzen, bie ber Roman reichlich zur Dis- Mfion stellt. — Wir unsererseits sinb einstweilen aif bas schon angefünbigte neue Buch von Fallaba g spannt bas zu Weihnachten unter bem Titel .Dir hatten mal ein Kinb" erscheinen soll -y-
_ Der Ausblick Jahrbuch neuer beutscher Achtung. Herausgeber: Hanns Maria Braun inb Rudolf Schmitt Sulzthal. 224 Seiten. Tukan-Verlag, München. — (118) Der rührige, bchonbers um bas Schaffen ber lunaen unb iung° fte-n Generation eifrig unb idealistisch bemühte v Ünchener Verlag legt hier eine stattliche Anthologie neuer beutscher Prosa vor. Von den 28 Mit- aifeeitern haben einige bereits einen fluten Namen urb gesicherten Platz im beutschen Schrifttum; alle hb schon hier unb ba mit größeren unb kleinen 21- beiten an bie Öffentlichkeit gekommen; etliche ö rben selbst bem Kenner ber jüngsten Literatur sicher noch nicht begegnet sein. Sinn unb Ziel des
Jahrbuches werben von Verlag unb Herausgebern mit folgenben Sätzen zusammengefaßt: „Ein neuer Stil- unb Kulturwille, eine gefestigte bichterische Haltung unb ein strenges künstlerisches Verantwortungsgefühl sinb bie Mittel, mit benen unsere formende Jugend das Werk des geistigen Wiederaufbaues leisten will. Viele der Mitarbeiter haben sich als Lyriker die Beherrschung des reinen Wortes unö die tiefe seelische Beschwingung des Inhaltes erworben, und so dürfen wir hoffen, daß diese Erfüllung klassischer Bedingungen Weg und Ausblick öffnet für eine neue Landschaft deutscher Prosa- kunst." Auch wem die Ernte des Bandes mehr Hoffnung als Erfüllung, also vornehmlich eben Ausblick zu sein scheint auf das zu erwartende Neue und Kommende, wird die Bereitschaft und Opferwilligkeit des Verlages begrüßen, jungen und noch unbekannten Schriftstellern eine Möglichkeit zu
bieten und einen vielleicht ersten Weg in bie Oeffentlichkeit zu bereiten. Als bie stärksten unb reifsten Arbeiten ber Sammlung empfanben wir bie Erzählung „Merret" von Hans Franck, ber unfern Lesern seit langem vertraut ist, unb „Das Gespräch" von Fritz Diettrich, bem schon rühmlich bekannten Dresdener Lyriker, der hier außerordentlich eindrucksvoll eine Begegnung Gandhis mit dem Repräsentanten des britischen Weltreiches schildert. Von den übrigen Mitarbeitern nennen wir Hans Brandenburg, Wolfgang Petzet, Karl Ude und die leider zu früh verstorbene zarte Lyrikerin Maria Luise Weißmann. Biographisch-bibliographische Notizen runden die Anthologie erfreulich ab und geben dem interessierten Leser Gelegenheit, sich mit Werk und Leben ber jungen Erzähler ein wenig vertraut zu machen. —y—
Volkstanz, Lied
— Deutsche Lieber für bie Jugend. Herausgegeben von hessischen Schulmännern. 114 Lieder mit Noten, 1,50 Mark. — Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt a. M. — (39) — Dieses neue Liederbuch, das von der hessischen Unterrichtsbehörde sämtlichen Schulen zur Anschaffung empfohlen wurde, bringt neben 55 der im Volke noch lebendigen und gern gesungenen Lieder zu den Themen: Heimat, Feld und Wald, Wandern, Leid und Freud 59 meist neuere vaterländische Lieder n zum Teil ein-, zum Teil mehrstimmigem, gefälligem Tonsatz. Textbücher mit den zeitgemäßen Liedern stehen zwar in großer Zahl zur Verfügung, nicht aber Liederbücher mit einem für den Schulgebrauch und zum häuslichen Musizieren und Singen geeigneten Melodienschatz. Bei mehreren Liedern sind auch Hilfen zur Lautenbegleitung angegeben.
— Aus der Reihe der „Deutschen Volks- t ä n z e", herausgegeben von Oswald F l a d e r e r im Bärenreiter-Verlag zu Kassel, liegen uns vor Heft 1: Deutsche Volkstänze aus verschiedenen Gauen mit einstimmiger Sangweise, mit Beschreibung und Tanzschlüssel. Erschienen als Heft 19 des „Musikalisch Hausgärtlein", für die deutsche Jugend und die Singgemeinde angelegt von Walther Hensel. Heft 2: Die sudetendeutschen Volkstänze, I. Teil. Sangweisen mit Tanzbeschreibungen ver-
und Laienspiel.
sehen aus den deutschen Gauen ber Tschechoslowakei, Gesammelt unb herausgegeben von Oswalb F lade r e r. — (10) — Die Sammlung bemüht sich, dem Volkstanz wieder eine ähnliche Geltung zu verschaffen wie dem verwandten Volkslieds. Die Hefte sammeln altes echtes Volkstanzgut aus deutschen Gauen und wollen die vielfach schon in Vergangenheit geratenen Weisen neu lebendig machen. Die Bestrebungen des Herausgebers verdienen gerade heute nachdrückliche Förderung.
Volkstanz, Lieb unb Laienspiel.
— Erich Scharff: Ha ndb uch für bas Laienspiel. 333 Seiten. Im Verlag Eduarb Bloch, Berlin. — (644) — Der Verfasser, seit langem Vorkämpfer in ber Laienspielbewegung, hat hier ein sehr brauchbares Hilfsbuch für Spielleiter geschaffen, bas Lehrern, Jugenbführern unb Spielgemeinschaften wertvolle Dienste leisten wirb. Aus langjähriger Erfahrung gibt Erich Scharff mancherlei Hinweise unb Anregungen für eine praktische Spielgestaltung; auch über bie Geschichte und die Dramaturgie des Laienspiels findet der Leser will- fommene Aufschlüsse. Die Auswahl der besprochenen Stücke ist, ohn engherzig oder künstlerisch übertrieben anspruchsvoll zu sein, so bunt und vielgestaltig, baß jeder schnell das für ihn Passende herausfinden wird.
Geschichte der bildenden Kunst.
— Paul Schultze-Naumburg: Die Kunst der Deutschen. 120 S. in großem Format (23 X 31 cm) mit 160 Abbildungen und drei Kunstbeilagen. In Leinen 3,75 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart/Berlin. — 112) — Schultze- Naumburg ist seit Jahren als einer der verdientesten Vorkämpfer für gute und echte deutsche Kunst bekannt. Hatten sein Wort und sein Urteil schon früher Geltung bei allen, denen die Erhaltung arteigener Kultur und Kunst am Herzen lag, jo kommt ihm heute, nachdem er durch die nationale Erhebung zur Leitung der staatlichen Kunsthochschulen in Weimar berufen wurde, besonders autoritative Bedeutung zu. Die Aufagbe, die Schultze-Naumburg sich hier gestellt hat, charakterisiert er selbst im Vorwort mit folgenden Sätzen: Es ist hier versucht, eine Schilderung der deutschen Kunst zu geben wie sie aus der Blickrichtung des nationalsozialistischen Staates entsteht. Daß bei einem solchen Unternehmen mit sehr vielen Anschauungen und Urteilen gebrochen werden muß, die bisher zu den scheinbar unerschütterlichen „Wahrheiten" gezählt werden, darf nicht wundernehmen. — Auf die Ausstattung und Bebilderung des Werkes ist besonderer Wert gelegt worden. So ist schon das flüchtige Blättern in dem prachtvollen Bande ein Vergnügen. Der ungewöhnlich niedrige Preis für ein Werk von solch reicher und vorbildlich schöner Bebilderung sichert dem richtungweisenden Buch weitere Verbreitung.
— Leo Bruhns: Das neunzehnte Jahrhundert. 355 Seiten. Mit 106 Bildern. Gebunden 5 Mk. Verlag von E. A. Seemann, Leipzig. — (106) — Dies ist der Schlußband (leider der einzige uns vorliegende) einer achtbändigen, unter dem Titel „D i e Meisterwerke" zusammengefaßten „Kunstgeschichte für das Deutsche Volk", die der ausgezeichnete, früher in Frankfurt, jetzt in Leipzig aus dem Lehrstuhl von Wilhelm Pinder wirkende Kunsthistoriker Leo Bruhns nunmehr abgeschlossen hat. Pinder selbst hat die besondere Eigenart des Werkes folgendermaßen gekennzeichnet: „Diese Kunstgeschichte sieht zum ersten und einzigen Male die gesamten Vorgänge in der Geschichte ber abendländischen Kunst
ausschließlich vom deutschen Standpunkt an." Es liegt wohl im Charakter des in diesem achten Band behandelten Zeitraumes, wenn hier die großen, repräsentativen und wegweisenden Werke der französischen Kunst des vorigen Jahrhunderts verhältnismäßig breiten Raum beanspruchen in einer Darstellung, die mit dem berühmten „Schwur der Horatier" von Jacques Louis David beginnt und mit dem „Pferdeführer mit Nymphe" von Hans von Marees abschließt. Wir glauben, wenn wir nach dem Schlußbande das Gesamtwert beurteilen dürfen, daß dieses seine besondere Ausgabe wirklich erfüllen wird und in der Tat eine Kunstgeschichte für das deutsche Volk werden kann. Bruhns ist ein vorzüglicher Pädagoge, der Schüler wie Leser unmittelbar und intensiv an die Dinge heranführt, sie nicht mit abstrakter und toter Gelehrsamkeit abschreckt oder langweilt, ihnen vielmehr in einer außerordentlich lebendigen, glänzend stilisierten Darstellung gleichsam einen Extrakt seines profunden Wissens vermittelt; er ist auch, wie man beim Lesen sehr bald gewahr wird, nicht nur Gelehrter, ein Wissenschaftler und Historiker der Kunst, sondern ein mit Herz und Auge impulsiv beteiligter und empfindender künstlerischer Mensch. Das beweisen zahlreiche Einzelanalysen der in schönen und klaren Reproduktionen vorgeführten Werke auf den ersten Blick. Indessen reiht die Darstellung nicht einfach chronologisch aufzählend Werk an Werk, sondern Bruhns versteht es hervorragend, durch die bestechende und immer Überzeugende Schilderung des Außeneindrucks hindurch ins Innere und Wesenhafte vorzudringen, Parallelen und Verbindungslinien zu zeichnen, Hintergründe aufzureißen, Zusammenhänge zu schaffen und Ausblicke zu öffnen. Wir kennen kaum eine Kunstgeschichte, die Wissenschaftlichkeit und Genauigkeit so glücklich mit wohlverstandener Volkstümlichkeit und anregender Lesbarkeit und Verständlichkeit verbindet. Die Handlichkeit des Formates, klarer Druck, gediegene verlegerische Ausstattung und nicht zuletzt ein übersichtliches Register gehören zu den weiteren Vorzügen dieses Bandes, auf den wir mit nachdrücklicher Empfehlung Hinweisen möchten. —y—
Politik und Geschichte.
— Erich Czech-Jochberg: Cäsaren. Bildnisse römischer Kaiser. Nach dem Geschichtswerk des Suetonius. Mit 16 Tafeln und einem Stadtmodell des alter Rom. In Ganzleinen 4,80 RM. Verlag „Das neue Deutschland", Leipzig CI. — (140) — Sueton, der berühmte, pedantische, oft ein wenig schrullenhafte Biograph von zwölf Cäsaren, ist Rohstoff für einen politischen Schriftsteller geworden, der aus der Pedanterie Suetons das lebendige Bild des alten Rom für moderne Menschen aufbaut. Czech-Jochberg schält aus Suetonius die dramatischen Svenen, übersetzt den Alltag, die Mode, die Küche Des alten Rom, übersetzt die Atmosphäre des römischen Hauses ins Moderne Erschütternd ist der Fall des Weltreiches von dem Gipfel unter Cäsar und Augustus in das Chaos unter Caligula und Nero Vor den Toren der zusammenbrechenden antiken Welt steht schon der künftige Weltherrscher: das aufsteigende Volk ber Germanen. Dieses gewaltige Völkerdrama weiß Czech-Jochberg in ungemein farbigen Kapiteln zu schildern.
— Professor Paul Wentzcke: „Der Freiheit entgegen." Ein Buch vom deutschen Abwehrkampf an Rhein, Ruhr und Saar. Im Verlag Uststein, Berlin. Mit zwei Karten und 39 Photos. Preis: broschiert 3,80 Mark, Ganzleinen 5 Mark. — (98) — Der Autor, Direktor des Stadtarchivs und des Historischen Museums in Düsseldorf, Professor an der Universität Köln, hat die schwere Zeit an Rhein und Ruhr selbst miterlebt und gehört zu denen, die in stiller Energie die Ab- schüttelung der fremden Herrschaft vorbereiteten. Sein Bericht damaligen Geschehens ist knapp und klar. Aber wenn Professor Wentzcke die Dergewal- tigung des deutschen Volkes schildert und die Gefahr oes Separatismus aufzeigt, der von franzö
sischen Generälen gefördert wurde, bis in führende deutsche Wirtschaftskreise drang und das Land zu zerreißen drohte, wenn er endlich zeigt, wie das deutsche Volk, Arbeiter und Unternehmer, Bauer und Wirtschaftsführer, aufstand, um den Zerfall zu hindern, so wandelt sich sein trockenes Tatsachenmaterial zum großen vaterländischen Schauspiel. Noch einmal steigen aus der Vergangenheit Schicksalsstunden unseres Volkes auf; dankbar gedenken wir der Männer, die die Einheit des Reiches retteten
— Hans Schomerus: „Kaiser unb Bürger. Gestaltwandel deutscher Herrschaft in der Geschichte." Leinen 4.90 RM. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (126) — In einer umfassenden Schau gibt ber Verfasser eine Darstellung jener Kräfte, bie zur Bildung von Reich und Gegenreich in der deutschen Geschichte geführt haben. Die Darstellung richtet den verhängnisvollen Lauf der deutschen Geschichte als stete Mahnung vor uns auf unb läßt uns erkennen, daß das Reich sich nur da vollendet, wo echte Herrschaft und Ordnung besteht. Wir erfahren aber auch, daß das nationalsozialistische Reich eine Rückkehr zur vollen Wirklichkeit im politischen Raum bedeutet.
— Dr. Johann von Seers: Geschichten a u f rassischer Grundlage. Reclams Uni- versal-Bibliothek Nr. 7249. Gebunden 75 Pf. — (52) — Der politische Schulungsleiter der Deutschen Studentenschaft gibt in diesem neuen Reclam-Buch einen großangelegten Durchblick durch die Menschheitsgeschichte vom rassischen Standpunkt. Von der Steinzeit bis zum Staate Adolf Hitlers zeigt Seers den „Weg unseres Blutes" und weiß bie Fülle der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf die einfachsten Grundzüge der Rassenkunde zurückzuführen und jedem klarzumachen.
Obst- und Gartenbau.
— E11y Petersen: Das Gelbe Gartenbuch. Ausgabe 1934. 400 Seiten mit 125 Zeich- nungen und 7 Farbtafeln. Geh. 4 RM., Seinen 5.30 RM. Verlag Knorr 8t Hirth G. m. b. H., München. — (73) — Mit Recht nennt sich das Gelbe Gartenbuch von Elly Petersen, das „Gartenbuch für jedermann". Denn gleichviel, ob man einen Garten fein eigen nennt, ober feine Blumen im 3immer und auf dem Balkon hegt, ob man Rosen und Kakteen züchtet, ober Obst unb Gemüse ernten will — für alles gibt es Rat unb Anleitung. Es ist von einer Frau geschrieben, bie — einst von der Großstadt aufs Sand gezogen — nach langen Jahren des Versuchens und Mißlingen sich selbst mit einfachen Mitteln und bei größter Wirtschaftlichkeit einen ertragreichen Garten geschaffen hat. Sie will anderen Gartenfreunden unb solchen, die es werden wollen, die vielen Enttäuschungen ersparen, die sie selbst durchgemacht hat und teilt hier alle ihre Er- fahrungen langer, arbeitsreicher Jahre mit, aber nicht trocken und lehrhaft, sondern anschaulich und lebhaft, aus vollem Herzen und so einfach und klar, daß das Sefen und Semen eine Unterhaltung und das Arbeiten danach eine Freude ist. 125 Bilder unb mehrere Farbtafeln erläutern den sehr übersichtlich angeordneten Text.
— Neuzeitlicher Obstbau. Don Obstplantagenbesitzer Hans Schmitz-Hübsch. Gartenbauverlag Trvwitzsch 8r Sohn, Frankfurt/Oder. 90 Seiten Text mit 69 Abbildungen unb Zeichnungen und vier zweifarbigen Svrtentafeln. Preis kartoniert 3,60 RM. — (306) — Das Buch behandelt alles, was der Obstgärtner beachten muß, um mit seinen Erzeugnissen den Sieg auf dem Markt zu erringen. Das praktische Werk, das mit mehreren Dutzend Abbildungen und Skizzen ausgestattet ist, verbreitet sich über die wichtigsten Obstarten, gibt Sorten» tabeilen für jede dieser Früchte, spricht von ber Anlage, Bodenuntersuchung und -bearbeitung, Düngung, Bauformen, Straßenobstbau, über Ernte, Verpackung und Schädlingsbekämpfung — alles auf Grund eigener praktischer Erfahrungen des Verfassers.
— Flüssiges O b st. Don Prof. Dr. Kochs und Gartenbauinspektor H. Schieferdecker, Berlin-Dahlem. Neuzeitliche Obstverwertung ohne Gärung im Haushalt und Betrieb. Gartenbauverlag Trowitzsch & Sohn, Frankfurt/Oder. Zweite verbesserte Auflage. 79 Seiten Text mit 71 Abbildungen und Skizzen. Preis kartoniert 2,50 RM. — (307) — Das Buch ist sowohl für denjenigen, der sich ber häuslichen Herstellung ber Süßmoste widmen will, geschrieben, wie auch für den gewerblichen Erzeuger. Die guten Abbildungen im Verein mit dem verständlichen Text geben eine umfassende Anleitung. Die Kapitel des Buches handeln von dem Dampfentsaften, von der Saftgewinnung durch Mahlen und Pressen, vom Haltbarmachen durch Pasteurisieren in Flaschen und Apparaten, und vom Kaltentkeimen, nebst allen sonst wichtigen Fragen.
Tierkunde.
— Walter Rammner, Die Tierwelt der deutschen Sandschaft. Das Seben der Tiere in ihrer Umwelt. VIII, 455 Seiten mit 577 Abbildungen im Text und 17 mehrfarbigen Tafeln. Großoktao. In Ganzleinen gebunden 7,80 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Seipzig. — (638) — Seit einiger Zeit ist die Biologie in einer Umstellung vom Systematischen auf das Sebenbige begriffen. Nicht mehr das Tier als solches erweckt unsere Anteilnahme, sondern die Tiere innerhalb ihrer besonderen Sebensgemeinschast, ihr Nebeneinander am gleichen Ort, ihr Nacheinander im Verlauf der Jahreszeiten, ihre Beziehungen untereinander und zu ihrer Umwelt wollen wir kennenlernen. Dazu will dieses Buch verhelfen. Es schildert die gesamte einheimische Tierwelt so, wie sie uns in der freien Natur entgegentritt. Daß über ein Drittel des Buches den Wäldern gewidmet ist, entspricht ganz unserer seelischen Verbundenheit mit dem deutschen Wald. Ueberraschend vielgestaltig ist ferner die Tierwelt der Heide, Oedländereien, Wiesen, Felder, Sümpfe und Moore. Die Darstellung der Sebensgemeinschaften des Süßwassers (Tümpel, Teich, See, Bach, Fluß) dürfte besonders der Schule eine hochwillkommene Stoffsammlung barbieten. Das über die Meerestiere Mitgeteilte versetzt uns in die Sage, uns ohne besondere Kenntnisse am Strand zu orientieren, und der Abschnitt über die Alpentiere gibt ein abgerundetes Bild von den eigentümlichen Sebensoerhältnissen, die das Hochgebirge der Tierwelt darbietet. Schließlich wird noch die Tierwelt der Park- und Gartenanlagen behandelt. Das Buch zeigt eindringlich, daß die deutsche Tierwelt voller Wunder und ungelöster Rätsel ist. Wir brauchen nicht erst in die Tropen zu gehen, um andächtig vor Geheimnissen zu stehen. Mit der rein materialistisch-utilitaristischen Betrachtungsweise wird in diesem Buch gebrochen. An vielen Beispielen wrd auf das Autonome des Sehens hingewiesen, auch das Seelische im Tier wird gewürdigt. Ein erheblicher Teil des Werkes gründet sich auf eigene Beobachtungen und wissenschaftliche Untersuchungen des Verfassers, auch sind im einzelnen die neuesten Forschungsergebnisse verwertet worden, so daß ein durchaus modernes Bild der deutschen Tierwelt geboten wird. Die Bebilderung ist reich und vielseitig.
— F. W. Fitz Simons: Schlangen. Einzig berechtigte Uebersetzung aus dem Englischen von Rudolf I m s ch e i d t. Mit 27 Bildern; 204 Seiten. Kart. 4 Mark, Seinen 5,50 Mark. I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. — (156) — In der Reihe seiner interessanten und spannenden Tierbücher gibt der Verlag Engelhorn ein neues heraus, das sicher besondere Beachtung finden wird, denn es behandelt diesmal eine Tierart, die ganz besonders mit dem Menschen durch Sage, Mythos, Aberglauben, Verehrung und Furcht verbunden ist: die Schlangen. Doch in diesem Buch ist weniger von der Hydra, dem Medusenhaupt, dem Sündenfall oder der Märchenschlange mit der Krone die Rede, sondern von ihrem tatsächlichen Dasein, ihrem Seben, ihren Gewohnheiten und Giften. Fitz Simons, ein gebürtiger Ire, einer der besten Schlangenkenner Südafrikas, gliederte dem Port-Elizabeth-Museum dort in jahrelanger Arbeit einen Schlangenpark an, in dem bis zu 1000 Schlangen — giftige und ungiftige — fast wie in Freiheit leben und beobachtet werden können. Auf diese Weise konnte er ein riesiges Material über ihr Seben und ihre Gewohnheiten sammeln. Und er versteht es, davon zu berichten. Nicht nur von dem Schlangenpark mit seiner Einrichtung und Erhaltung, von dem trefflichen Schlangenwärter Johannes oder von den Schlangendieben, sondern auch von den Schlangen


