Nr. W Erstes Vlatt
184. Jahrgang
Mittwoch. 18. April 1934
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Dank des Führers und Dr. Goebbels für das Winkerhilfstverk.
„Ein Beweis des Opfergedankens, der in unserem Volke lebt."
Berlin, 17. April. (DNB.) Heute mittag emp- !fing der Reichsmmister für Dolksaufklärung und Propaganda im Großen Festsaal des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda die Gauamtsleiter der NSV. als die G a u f ü h r e r d e s W i n- l e r h i l f s w e c k s , die unter Führung des Reichs- Führers des Winterhilfswerkes Pg. Hilgenfeld Erschienen waren.
Neichsminister Or. Goebbels
erklärte, daß er vor dem Empfang durch den Füh- r e r den Hauptträgern des Winterhilfswerkes einige Danke sworte im Namen der Partei und der Regierung sagen wolle. Er tue das an der- elben Stelle, von der im September des vorigen Jahres der Ruf des Führers erging: „In diesem Winter soll niemand frieren und hungern". „Wir wußten gar nicht", so führte Dr. Goebbels aus, ,wie groß die Aufgaben dieses Winterhilfswerkes ein würden. Aber wir Nationalsozialisten sind es ;ia gewöhnt, austauchettde Schwierigkeiten, wie groß ue auch sein mögen, mit Intelligenz und Kraft zu überwinden.
Unser einiger Ehrgeiz war, im ersten Winter der nationalsozialistischen Macht ein Symbol der wiedererwachten Volksgemeinschaft zu geben. Tausende und Zehntausende von Briefen, die an mich gelangt sind, geben Zeugnis davon, daß Ihnen dies gelungen ist. Die Arbeit des Winterhilfswerks hat Millionen von Menschen in Deutschland das Leben wieder lebenswert gemacht.
Die vielen Armen haben Sie geholfen! Dor allem rber: Wie vielen ehemaligen Feinden und Gegnern 1*5 Nationalsozialismus haben Sie das E i n - cangstor zum Verständnis unserer Üdeen geöffnet' Der größte und edelste Ge- Kante des Nationalsozialismus wurde von Ihnen verwirklicht: der Sozialismus der Tat. Ich weiß, wieviel Arbeit hinter diesem Hilfswerk steckt, sch selbst bin ja kein Faulenzer, der nur eine Anlegung gibt und sie dann laufen läßt. Ich weiß, iaft Sie Tage und Nächte im Dienst des WHW. [»arbeitet haben, und ich danke Ihnen dafür. Es ! i t ein glücklicher Gedanke für mich, daß in dieser I tiefenhaften Organisation ein Einschreiten bei irgendwelchem Verfehlungen nur in ganz verschwindend l^tenen Fällen nötig war, die an den Fingern her- Wählen sind. Dafür statte ick meinen Dank vor tllem dem Reichsleiter des WHW., dem Amtsleiter Iss Amtes für Volkswohlfahrt, dem Pg. Hilgen- I«e l d t, ab.
Aber mit her jetzt hinter uns liegenden Leistung ist die Arbeit noch nicht zu Ende. Zunächst gilt es, das h i l f s w e r k „Mutter und Kind" durchzuführen.
2 ann werden wir im September aufs neue an das Vinterhilfswerk Herangehen, das eine ft a n- *| tii g e Einrichtung sein und bleiben wird — such wenn es keine Erwerbslosen mehr gibt.
Anschließend versammelten sich die Gauführer d^s WHW. im Arbeitszimmer des Reichskanzlers in b?-r Neuen Reichskanzlei. Der Führer begrüßte d>e Erschienen einzeln und drückte jedem die Hand.
Reichsminister Dr Goebbels wies einleitend hierauf hin, daß er im Juli vorigen Jahres vom siührer den Auftrag zur Organisation eines Winter- hlfswerks erhalten habe. Hier stünden nunmehr die Männer, die bei der Vorbereitung und Durch- fi hrung des Winterhilfswerks halfen.
Reichskanzler Adolf Hiller
eilklärte darauf, daß ohne die soziale Tätigkeit des xo'ßen Hilfswerks niemals ein solcher politischer, piychologischer und wirtschaftlicher Erfolg hatte er- riid)t werden können-, ohne dieses Werk wäre der vergangene Winter nicht ohne Rückschläge auf allen Gebieten zu überwinden gewesen.
„,Der Erfolg des Winterhilfswerks", |o sprach der Führer weiter, „ist nicht nur im Illand zu beobachten, er ist auch im Ausland se tzustellen. Es ist schwer zu sagen, wieviel Tau- jenbe von Ausländern gerade durch dieses soziale h lfswerk von dem Wert der Neuordnung in Deutschland unmitetlbar überzeugt wurden. Sicher isl aber, daß diejenigen Ausländer, die in Deutschland gewesen sind, sich dem großen Eindruck, den tzcs WHW. auf sie machen mußte, nicht entziehen tonnten.
Ein großer Teil des Sttmmungsumschwunges ün der welk ist auf die Erfolge der nationalsozialistischen Revolution, insbesondere ober auf das WHW. zurückzuführen; denn aus ihm wuchs die Erkenntnis von der überragenden ozialen Bedeutung der nationalsozialistischen Idee ln unserem Vaterland.
3c re Arbeit, meine Parteigenossen und Partei- qinossinnen, ist jedoch noch nicht beendet. Ein ge- vlsser Prozentsatz von Arbeitslosigkeit wird in itiem Volk von 65 Millionen immer bleiben. Wir holten auch vor dem Kriege eine Arbeitslosigkeit von etwa 800 000 Mann. Wenn es uns gelingt, i Zahl der Arbeitslosen auf etwa i im e Million herunterzudrücken, dann können ö't das Problem der Erwerbslosigkeit als aelöft de rächten. Auf dieses Ziel ist zunächst unsere c nze Arbeit rückhaltlos eingestellt. Ton muß sich bei der Fülle der Probleme auf die )|unfl einer Ausgabe beschränken, well man nicht
alles aus einmal machen kann. Das brennendste Problem, das zunächst gelöst werden muß, ist die Arbeitslosigkeit. Wenn auch die Lohnsätze noch nicht wesentlich erhöht werden konnten, so mutz doch bewiesen werden, daß etwas geschieht. Und das Winterhilfswerk hat gezeigt, daß wir tun, was wir überhaupt nur tun können.
Es lebt die Ueberzeugung in Deutschland, daß der Dille da ist, alle für einen und einen für alle einzusehen."
Der Reichskanzler bat dann Dr. Goebbels, mit seiner Energie und Kraft wieder die Organisation des Winterhilfswerkes zu übernehmen, und gleichzeitig die Anwesenden, ihre Dienste wieder zur Verfügung zu stellen. Im vergangenen Winter traten wir vor Aufgaben, für die es noch kein Vorbild gab. Es mußten ganz neue Wege gesucht werden, und schon wurde Großes gel eist e t. Das Ergebnis des nächsten Jahres muß noch besser werden. Nach der Verminderung der Zahl der Arbeitslosen und nach der allgemeinen Besserung der Wirtschaftslage wird es uns gelingen, im nächsten Jahr ein noch größeres Hilfswerk aufzubauen. Sie, meine Parteigenossen und Parteigenossinnen, die Sie im Dienste des Winterhilfswerkes stehen, müssen stets das soziale Gewissen der Partei sein, das im Winterhilfswerk einen immer neuen, lebendigen Ausdruck findet. Die schönsten Programme nützen nichts, wenn sie nicht durch Kleinarbeit ergänzt werden. Man kann nicht nur in die Zukunft blicken, man kann
nicht nur an den großen Problemen arbeiten, auch die Sorge des Tages muß berücksichtigt werden.
Immer erneut mutz der Appell an die Nation und an das sozialistische Empfinden gerichtet werden. Das Winterhilfswerk soll die Not beseitigen, die durch offizielle Maßnahmen nicht beseitigt werden Fann. Es soll ferner dazu beitragen, das Volk zum sozialistischen Denken zu erziehen. Man soll nicht vom Opfer reden, wenn man das, was nan gibt, nicht auch selbst als Opfer empfindet.
Sie müssen klarstellen, daß es kein Opfer für einen Millionär bedeutet, wenn er fünf Mark spendet, ein Opfer aber ist es, wenn ein Arbeiter bei einem Monatslohn von hundert Mark fünfzig Pfennige gibt. Wenn wir diesen Opsergedanken ins Volk tragen, dann Helsen wir beim Aufbau der neuen Gemeinschaft. Es kommt auf das s o z i a - listische Gemeinschaftsgefühl an. Im reichen Deutschland der Vorkriegszeit ist es nicht möglich gewesen, ein ähnliches Hilfvwerk durchzuführen. Das Deutschland vor dem Kriege erzielte bei monatelanger intensivster Propaganda nicht mehr als sieben Millionen Mark für die Zeppelin- Spende, die eine hadje des ganzen Volkes war.
Wir haben in einem einzigen Winter in dem verarmten Deutschland 320 Millionen Mark aufgebracht. Diese gewaltige Summe ist nicht nur eine Tat an sich, sondern sie ist ein
DerMrrrausdempanzerkreuzer„DeuWand"
„Deutschland", an desse die skandinavischen Gi
mehrtägiger Fahrt in
rale genau so wie gegen die Mannschaften. — wässer er teilgenommen hat, bei der Rückkehr nach Unser Bild zeigt Reichskanzler Adolf Hitler an Wilhelmshaven. Neben dem Führer Reichswehr- Bord des Panzerkreuzers „Deutschland", an dessen Minister von Blomberg.
Oer norwegische Lotse über den Sübret.
Oslo, 17. April. 1DNB.) Die Fahrt des Reichskanzlers durch die westnorwegischen Fjorde an Bord des Panzerkreuzers „D eutsch - land" kam der hiesigen Oeffentlich- feit völlig überraschend. Die Zeitungen brachten die Nachricht unter großer Aufmachung mit Bildern des Reichskanzlers und des Panzer- kreuzers.
„Nation" bedauert, daß der Reichskanzler die Fjorde nicht einige Wochen später, in der Zeit der Baumblüte, besucht habe. „Tidens Tegn" veröffentlicht ein Gespräch mit dem norwegischen Lotsen Karl- s e n , der die „Deutschland" durch die Fjorde geführt hat. Der Reichskanzler habe, so sagte der Lotse, beinahe die ganze Zeit auf der Brücke gestanden und fei von den Gebirgsformalionen und dem strahlenden Wetter b e ge i ft e r t gewesen. Er sei auch an Bord herumgegan- qen und habe mit allen gesprochen, Matrosen und Offizieren, und es sei so, als ob es für Hitler keinen Rangunterschied gebe. Er sei bei der ganzen Besatzung sehr behebt gewesen: aber er sei ja eben auch ein angeneh - merund gemütlicher Mensch. Es lasse sich nicht leugnen, daß Hitler durch seine Bescheidenheit besonders auffalle. Er sei einfach und offen und gegen die Gene-
Ehrenbrief
Gelsenkirchener Bergleute für den Führer.
Diefer Ehrenbrief wird dem Führer an feinem Geburtstage von Gelsenkirchener Ruhrbergleuten überreicht werden. Das plastische Mittelfeld ist aus Steinkohle geschnitten und mit verschieferten Abdrücken vorgeschichtlicher Pflanzen und Bäume eingefaßt Das Werk schuf der in Gelsenkirchen wohnende junge Bildhauer Robert Nielsch.
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Oer H. Mai!
5. Anordnung.
Zur Ausgestaltung der Aufmarfchplähe zum Tag der nationalen Arbeit werden die Mitglieder des Kampfbundes der deutschen Architekten und Ingenieure sowie alle Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste hiermit aufgefordert, sich unverzüglich über ihre Bezirksleitungen mit den Kreispro- pagandaleltern zu ehrenamtlicher Mitarbeit zur Verfügung zu stellen bzw. sich dort zu melden.
heil Hitler!
Gez.: Müller-Scheld.
Beweis des Opfergedankens, der in unserem Volke lebt.
Sie hat ihre psychologischen Wirkungen im Inland und auf das Ausland nicht verfehlt.
„So danke ich", damit schloß der Führer, „dem Reichsminister Dr. Goebbels und dem Leiter des WHW., Hilgenfeldt, und Ihnen allen, die Sie hier erschienen sind. Ich bitte Sie aber auch, allen denen im Lande meinen Dank zu übermitteln, die ihre Arbeit dem WHW. zur Verfügung gestellt haben, all den Hunderttausenden von namenlosen Volksgenossen, all den unbekannten Soldaten der großen Hilfsarmee."
Flaggen heraus am Geburtstag des Führers!
Berlin, 17. April. (DNB.) Auf Anordnung des Herrn Reichsministers des Innern flaggen am Geburtstag des Reichskanzlers, Freitag, 20. April, sämtliche Dienstgebäude des Reiches, der Länder und Gemeinden, sowie die Gebäude der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen.
Oer Reichsaußenminister beim Reichspräsidenten.
Berlin, 17. April. (DNB.) Reichspräsident von Hindenburg empfing Dienstag vormittag Reichsminister Freiherrn von Neurath zum Vortrag.
Admiral Or. h. c. paeder dankt.
Berlin, 17. April. (DNB.) Der Chef der M a r i n e le i t u n g teilt mit: Anläßlich meines 40jährigen Dienstjubiläums sind mir von. so vielen Seiten Glückwünsche ausgesprochen worden, daß ich zu meinem Bedauern außerstande bin, sie alle persönlich zu beantworten. Ich bitte daher, auf diesem Wege meinen herzlichen und aufrichtigen Dank für die vielen Zeichen freundlichen Gedenkens zum Ausdruck bringen zu dürfen.
gez.: R a e b e r, Admiral, Dr. h. c., Chef her Marineleitung.
Gruppenführer Weiß spricht vorauslandischenZournalisten
Die rechte Pflichterfüllung des Pressemannes.
Berlin, 18. April. (DNB.) Im Haus der Deutschen Presse fand am Dienstagabend ein Kameradschaftsabend statt, an dem diesmal auch eine große Anzahl ausländischer Journalisten als Gäste des Reichsverbandes der Deutschen Presse teilnahmen. Gegen 23 Uhr erschien der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß.
Gruppenführer Hauptschriftleiter Weiß betonte in seiner Ansprache, es gebe keine größere Auf- klärungsarbeit, wie die des Journalisten. Aber es gehöre eines dazu, das sei der gute Wille. Es könne nicht die Aufgabe des Journalisten fein, nur die Angriffspunkte, die er in einem Volke sehe, herauszustellen und sensationell zu verbreiten; es sei vielmehr des Journalisten durchaus nicht unwürdig, wenn er auch die Vorzüge, die er bei einem Volke sehe, offen und ehrlich anerkenne, und besonders dann, wenn man innerlich zugeben müsse, daß sich eine Nation ehrlich bemühe, durch Lei st ungen und Arbeit hoch zu- ko m m e n Hauptschriftleiter Weiß führte sodann weiter aus, daß in der Auslandpresse in der letzten Zeit wiederholt die Zustände innerhalb der deutschen Presse erörtert worden seien. Man könne gelegentlich davon lesen, daß der Grundzug in der deutschen Presse heute durch ein gewisses Angstmoment bestimmt würde. Derjenige, der so etwas schreibe, vergesse, daß im deutschen Schriftleiterberuf im Lauf eines Jahres einige Veränderungen vor sich gegangen feien; was man dem Ausland Angst nenne, das sei heute im Wahrheit der freiwillige Entschluß der beut» chen Journalisten, durch Disziplin und durch Verantwortungsbewußtsein mitzuhelfen amAufbauunseres Staates.
Oie Schmähungen der Emigranten in Prag entfernt.
P r a g, 17. April. (DNB.) Laut mündlicher Mitteilung des tschechoslowakischen Außenministeriums an den Prager deutschen Gesandten sind die von diesem beanstandeten Kartka- tu ren aus der Prager Manes-Ausstellung Diens- tü^jrüh entfernt worben.


