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Nachdruck verboten!
2. Fortsetzung.
seinem schlürfenden Schritt
Schlitten am Walde dahin.
Unterdessen fuhr der
sprechen
kann/
Tante Malchen nickte dem Geheimrat freundlich
zu, gab
ihm die Hand, die er herzlich drückte.
Statt besonderer Anzeige.
nach mehrmonatigem schweren Leiden, das er mit großer Geduld ertrug.
Gießen, den 17. Januar 1934.
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Lieh. Homberg a. d. Ohm, Im Januar 1934.
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Gormann ging mit ins Schloß zurück.
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dem Namen Härtlingen ruhte. Sie würden dann sagen können:
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Mit verbissenem Gesicht lehnte der alte Graf Härtlingen in seiner Ecke. Der Geheimrat drehte eine Zigarre, die längst kalt geworden war, zwi- chen den Fingern. Er sah sehr nachdenklich aus.
Plötzlich sagte der Graf:
„Sie haben mich glänzend im Stich gelassen, lieber Doktor! Wissen Sie das?"
Und der Geheimrat antwortete:
„Ich kann einem völlig gesunden Menschen nicht einreden, daß er geisteskrank ist!"
„Völlig gesund? Mein Lieber, Sie irren sich! Graf Härtlingen ist krank. Wie könnte er sich sonst von aller Welt zurückziehen? Er lebt nur mit diesem alten Diener und dessen Frau in dem großen, chönen Schloß. Ist das etwa keine Manie — he?"
Der Geheimrat schüttelte den Kopf.
„Weshalb soll er sich das Schloß voll Leute nehmen, wenn sie ihm nun mal alle zusammen zuwider sind?"
Der Graf schwieg. Aber der Blick seiner Augen
„\JU, Ull|CL ||t '-*' — **• --
Tat wirklich begangen haben, was wir keineswegs glauben, so wäre das Rätsel ja gelöst. Geistige Umnachtung! Nun, nun, wir haben ihn in Sicherheit gebracht. Er tut uns furchtbar leid, unser armer Neffe, so sehr leid tut er uns."
So würden sie sprechen, sie alle, die den Namen Härtlingen trugen. Und dabei würden sie sein Hab und Gut einstreichen!
Das würde der zweite Schlag sein, den sie gleich
Dann nickte sie ihren Verwandten zu:
„Ich muß mich ein bißchen legen — der Kuchen war zu frisch, ich bekomme schon wieder meine Magenbeschwerden."
Dann schloß sich die Tür hinter der kleinen, bissigen, freundlichen Tante Malchen.
(Fortsetzung folgt.)
laut, was du zu sagen hast. Ihr seid alle beide viel zu grün, um ein tiefes Leid zu verstehen. Euch ist es immer gut gegangen, und nur eure Eltern haben sich geplagt. Redet lieber nicht in die Verhältnisse in Schloß Härtlingen hinein, es ist besser für euch."
Fetzt sagte Graf Eno:
„Malchen, aber Malchen, bedenke doch, daß wir nicht allein sind!"
„Ach was, allein?! Du hast den Geheimrat mit- geschleppt zu deinem gründlich mißglückten Ausflug nach Härtlingen, nun kann er auch gleich das andere alles mit wissen. Es wird ihm kaum was Neues sein."
So! Tante Malchen wich und wankte nicht vom Kampfplatz. Es war besser, sie nicht zu reizen.
Das Thema wurde schließlich geschickt auf ein anderes Gebiet gelenkt. Zuletzt kam es so, daß man noch gemütlich um den Tisch saß und Kaffee trank. Dem Kuchen, der frisch und duftend hereinkam, wurde auch alle Ehre angetan.
Tante Malchen fütterte ihre fette Katze, und der junge Graf Benno sagte leise zu seinem Bruder:
„Weshalb brauchen wir die alte Jungfer so notwendig? Wie schön wäre es, wenn sie nicht immer in alles hineinzureden hätte. Zudem, sieh dir das bloß an, wie sie den Kater füttert. Einfach ekelhaft!"
„Du hast ganz recht, Bennochen, es ist ekelhaft, auf die Leute schimpfen, denen man im Laufe der Jahre eine nette Summe abgepumpt hat!" meinte Tante Malchen freundlich und gab der Katze ein großes Stück von dem duftenden Kuchen.
„Unglaublich! Die Male sieht durch zehn Wände und hört auch das Gras wachsen", sagte Graf Eno zu seiner Frau.
Tante Malchen stand auf.
„Du irrst dich, lieber Bruder, ich sehe nicht durch zehn, sondern durch zwölf Türen; denn wie wüßte ich sonst, daß du wieder so ein kleines Wechselchen unterschrieben hast. Das glaube ich, bei eurem ewigen Gelddilemma wäre euch der Fang von Schloß Härtlingen sehr willkommen. Aber beruhigt euch, der Rudolf ist geistig gesünder als wir alle zusammen. Unser guter Geheimrat scheint das ja auch auf den ersten Blick festgestellt zu haben. Von euch habe ich gar nichts anderes erwartet. Aber mir ist ein guter Gedanke gekommen. Ich werde ihn mal aufsuchen. Vielleicht kann er mich brauchen. Meine Rente braucht er ja nun nicht, die kann euch auch weiterhin zu gute kommen. Aber vielleicht braucht er doch einmal einen Menschen, mit dem er einmal
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zu werden!"
Er verbeugte sich leicht und überließ die beiden Herren seinem alten Gormann.
„Unerhört!" sagte Graf Eno. „Man wird dann eben schärfere Maßnahmen ergreifen müssen. Er ist ja irrsinnig."
Gormann spitzte die Ohren. Er sah jetzt beinah aus wie ein alter böser Hund. Aber er wartete in demütiger Haltung, bis die beiden Herren gehen würden.
„Ich hätte das Stammschloß so gern für meinen Sohn. Der hier ist ja imstande und verkauft es noch zu einem Spottpreis an einen gänzlich fremden Menschen!" sagte der Graf.
Mit kleinen, komischen Schrittchen trippelte der alte Arzt neben seinem alten Freunde her. Er sagte jedoch nichts in Gegenwart des alten Dieners.
Höflich schloß der Diener dann die Tür des Gefährts. Er blieb noch ein Weilchen stehen und sah den Daoonfahrenden nach. In seinen treuen Augen war tiefe Trauer. Er wußte jetzt genau, wo das alles hinaus sollte. Man wollte seinen geliebten Herrn für irrsinnig ausgeben!
War — er — es am Ende nicht auch wirklich?
Erschrocken duckte sich Gormann. Erschrocken vor den eigenen Gedanken.
Krank?
Nein!
Man sollte einen Menschen, der ungeheures Leid ertrug und allein zu sein wünschte, auch allein lassen.
Die Familie des Herrn Grafen aber dachte wahrscheinlich anders. Wenn er krank war, dann konnte hier ein anderer Härtlingen wohnen!
Das war es, was sie wollten. Das und nichts anderes!
Es mochte immerhin sein, daß sie glaubten, gleichzeitig den Makel mit abwaschen zu können, der durch den furchtbaren Verdacht bis jetzt noch auf
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„Schade ist's natürlich", lenkte auch der Geheimrat ein.
„Sehen Sie das wenigstens ein? Das freut mich. Wenn er einmal wie ein Einsiedler lebt, dann ist es doch für ihn ganz gleich, wo er dieses weltabgewandte Dasein führt?"
Der alte Arzt dachte ein Weilchen nach. Dann fragte er:
„Hat der Graf Rudolf die Frau eigentlich geliebt?"
„Rein toll! Darum eben bleibt es ein ewiges Rätsel, warum er es getan hat."
„Er hat es nicht getan, und es ist sehr traurig, daß seine Familie es nicht bei dem damaligen Unrecht, ihn für einen Mörder zu halten, bewenden läßt."
Graf Eno Härtlingen war starr.
Welser! Sein Freund und Berater seit langen Jahren! Er hatte Rudolf jetzt das erstemal gesehen, und nun stellte er sich ohne weiteres auf seine Seite!
„Er ist ein tiefunglücklicher Mensch; aber niemals hat dieser Mann sich zu irgendeiner Tat hinreißen lassen, für die ihn die Menschen verurteilen dürsten", sagte der alte Arzt noch.
Es hätte dieses Zusatzes nicht bedurft, Graf Eno sprach sowieso nichts mehr. Wenigstens so lange nicht, wie sie sich im Schlitten befanden.
Daheim in Hellmannshagen gab es allerdings noch eine lange Debatte, und eine kleine, alte Dame meinte:
„Ich hab' es ja immer gesagt, daß ihr alle zusammen verrückt seid, weil ihr ihn dieser feigen Tat auch nur für fähig halten konntet."
Es war Tante Malchen, die Schwester des Hausherrn.
Benno, der jüngste Sohn Graf Enos, saß gelangweilt daneben. Aber er sagte:
„Wenn man ihn entmündigt, wenn ein Familienrat über ihn beschließt, daß er einzusperren ist, wird ihm keiner groß helfen können."
Tante Malchen lächelte freundlich, dann meinte sie:
„Erst tritt der Familienrat deinetwegen zusammen. Du mußt auch irgendwohin, damit du arbeiten lernst. Bis jetzt kannst du nur Geld vertun!"
Der junge Graf richtete den Blick, hilfesuchend, auf eine Mutter. Die winkte ihm zu. So erbittert sie mch über diese Antwort ihrer Schwägerin war, zu agen wagte sie ihr auch nichts, denn Tante Malchen lebte mit hier in Hellmannshagen, und sie gab ihre hohe Rente fast restlos her. Und das Geld konnte man so gut gebrauchen.
Bodo, der älteste Sohn, sagte halblaut:
„Verrückte Weiberwirtschaft!"
Und wieder nickte Tante Malchen freundlich, denn sie hörte sehr gut.
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Aber — schwer ausführbar. Man konnte den Herrn Grafen doch nicht gewaltsam —!
Dem alten Gormann stockte der Atem. Er erinnerte sich, daß er einmal in einem Buche gelesen habe, wie man einen Menschen, der einem unbequem geworden war, ins Irrenhaus sperrte.
Ob — man das etwa hier in diesem Falle auch so hatte machen wollen?
Der Herr Graf hatte die beiden schön an die Luft gesetzt. Das war ihnen sehr gesund gewesen.
Gormann ging zum Tor und schloß es sorgfältig zu. Dabei schlug ihm das Gewissen. Er hatte das Tor leider offen gelassen, weil ja doch nie jemand hierher kam. Und er hatte dann ins Dorf zu seinen Einkäufen fahren wollen. Er würde es aber be° timmt nicht wieder eher öffnen, als bis er fuhr. Bestimmt nicht wieder. Der Herr Graf würde sehr ungehalten sein. Mit Recht wäre er das. Gormann rüttelte zum Ueberfluß nochmals an dem großen, chmiedeeisernen Tor, aber es war ganz, ganz fest zu.
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war mit zornigem Schmerz auf die verschneiten Wälder gerichtet. Plötzlich vergaß er allen Groll gegen den alten Arzt. Er beugte sich zu ihm:
„Lieber Doktor, ein Vermögen liegt allein an den »Wäldern brach! Er läßt nichts schießen hier, und I gerade hier gibt es prachtvolles Wild."
„Die Familie? Oh, die hat sich ja gleich damals von mir zurückgezogen. Es ist mir gar nicht recht, daß sie sich plötzlich wieder auf mich besinnt, die liebe Familie!"
„Herr Geheimrat! Könnten Sie nicht eingreifen? Mein Neffe ist krank."
Graf Eno sagte es.
Graf Rudolf ging zur Tür, öffnete sie weit, sagte: „Gormann, die Herren wünschen, hinausbegleitet
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Die trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Ibring und Familie
Paula Luft, geb Ihring, und Familie.
Die Beerdigung findet in der Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir
abzusehen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Ernst Karl
Gießen (Mittelweg 9), den 17. Januar 1934.
Die Beerdigung findet am Freitag, dem 19. Januar, um
14.00 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.
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Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die zahlreichen
Kranzspenden beim Heimgange unserer lieben Mutter
Frau Marie Ihring, geb. Rehe
sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus.
Gestern morgen 4y2 Uhr verschied nach langem, schwerem. mit großer Geduld ertragenem Leiden mein geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel
Wilhelm Schwarz
im Alter von 51 ahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;
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Gießen (Steinstraße 23), den 18. Januar 1934.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigst-
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Hilde
im blühenden Alter von 19 Jahren zu sich in die Ewigkeit
abzurufen.
In der Nacht vom 16. auf den 17. d. M. verschied unser treuer, guter Sohn und Bruder
Ernst Schaumann, Kunstmaler
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