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Das Genfer Programm

Von unserem W-H.-Äerichterflaiter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Genf, Mitte November 1934.

Eine Woche trennt uns noch von der N o v e m - bertaguna des Völkerbundsrats, die diesmal für Deutschland eine große und schicksals­schwere Bedeutung gewinnen kann. Als einziger Punkt der Tagesordnung ist bis jetzt die Saar­frage vorgesehen. Aller Voraussicht nach wird der Völkerbundsrat diesmal sein letztes Wort vor der Abstimmung zu sagen haben. Gewiß sind wichtige Beschlüsse über die Vorbereitung und Durchführung der Volksabstimmung im Saargebiet schon auf früheren Völkerbundstagungen gefaßt worden und die vom Völkerbund eingesetzten Abstimmungs- oraane haben ja inzwischen ihre Tätigkeit schon ausgenommen. Es geht aber diesmal um etwas anderes, nämlich um den Versuch Frank­reichs, durch Vermittlung des Völkerbundsrats, stimmungsmähig auf das Ergebnis der Saarabftimmung selbst Einfluß zu ge­winnen. Diese Versuche sind ja schon seit Monaten erkennbar und fanden zuerst in dem bekannten französischen Aide Memoire und später in den Er­klärungen Barthous während der Septembertagung des Völkerbundsrates ihren Ausdruck. Auch die letzten militärischen Drohungen Frankreichs gehören mit in das Gebiet der Stimmungsmache. Sie sollen den Separatisten, Emigranten und sonstigen Geg­nern des Dritten Reichs im Saargebiet Mut machen und der antideutschen Propaganda dort Auftrieb verschaffen. Es wäre allerdings nicht das erstemal, daß sich Franzosen bei der Anwendung solcher Mittel über den deutschen Charakter gründlich täuschen.

Bei den Saarverhandlungen des Völkerbunds­rats, die am 21. November beginnen, wird es sich nun vor allem darum handeln, ob oder in welchem Umfange der Völkerbundsrat sich dazu hergibt, diesem französischen Manöver Vorschub zu leisten. Bekanntlich legt Frankreich den größten Wert dar­auf, durch den Rat eine sogenannte Definition des Status quo im Saargebiet zu er­reichen, von der man sich in Paris eine starke pro­pagandistische Wirkung im Saargebiet verspricht. Entgegen den klaren Bestimmungen des Friedensoertrages, die kürzlich auch von der Akademie für deutsches Recht nochmals unterstrichen wurden, soll hier dem Status quo ein neuer Sinn gegeben werden. Status quo soll nicht der bisherige Zu st and, also die schwer kompromittierte und unbeliebte Dölkerbundsdiktatur, sondern eine Art Selbstverwaltung un­ter Völkerbundsoberherrschaft, ähn­lich wie in Danzig, sein. Mit diesem Köder hofft man Anhänger für den Status quo zu gewinnen! Darüber hinaus soll die Möglichkeit einer späteren zweiten Abstimmung eben­falls entgegen den Klauseln des Frie­densvertrages! mehr oder weniger be­stimmt in Aussicht gestellt werden.

Da man in Paris genau weiß, daß für den An­schluß an Frankreich so aut wie niemand im Saar­gebiet stimmen wird, so bleibt die einzige Hoffnung die, durch Vertragsverdrehungen und durchsichtige Täuschungsmanöver wenigstens einen namhaften Prozentsatz für den Status quo oder für das, was Frankreich so nennt, zu erreichen. Daneben geht die französische Politik dahin, eine Reihe von wirt­schaftlichen Fragen, die viel besser nach der Abstimmung gelöst werden könnten, schon jetzt in die Debatte zu werfen, um Deutschland damit Schwierigkeiten zu machen und um gleichzeitig Ver­wirrung und Unsicherheit ins Saargebiet zu tragen. Dazu gehören vor allem die Frage des Rück­kaufs der Saargruben und das Schicksal der im Saargebiet umlaufenden Frankenwäh­rung, mit allem was an Einzelfragen damit zu­sammenhängt.

Noch liegen die Beschlüsse des in Rom tagenden D r e i e r k o m i t e e s , das dem Völkerbundsrat Vorschläge für seinletztes Wort" vor der Abstim­mung ausarbeiten und unterbreiten soll, nicht vor. Es steht aber fest, daß Frankreich auch hier schon mit Zähigkeit um die Verwirklichung seiner Pläne

kämpft, von denen es allerdings wissen muß, daß sie im Dreierkomitee selbst, wie auch im Völker­bundsrat Wider st and finden. Die künstliche Ver­drehung des Vertragstextes zum Nutzen des Saar- separatismus und der französischen Politik ist doch allzu offenkundig. So ist es möglich, daß man in Rom über die technischen Einzelfragen, an deren Verhandlung auch deutsche Sachverständige teil­nehmen, nicht viel hinauskommt, und daß der Be­richt des Saarkomitees erst unmittelbar vor der Ratstagung in Genf feine endgültige Fassung er­hält, nachdem gewisse diplomatische Sondierungen vorher abgeschlossen sind.

Neben der besonders heimtückischen Frage des Status quo und neben den wirtschaftlichen und finanziellen Problemen kann man im Hintergrund auch noch andere Fragen entdecken, die auch den Saarausschuß heute schon beschäftigen. Man stellt sich so, als könne man jene kleine Minderheit, die voraussichtlich gegen Deutschland stimmen wird, bei der Rückgliederung des Saargebietes an das Reich nicht ohne besonderen Schutz lassen. Deshalb besteht die Absicht, ein besonderes M i n - derheitenstatut und andere Garantien aus­zuarbeiten, die in Wirklichkeit natürlich die deut­schen Hoheitsrechte einschränken und die Möglich­keit fremder Einmischung in die Angelegenheiten des Saargebiets verewigen würden. Damit hängt auch die Krage des Optionsrechts zusammen, die ebenfalls neue und verwickelte Probleme auf­werfen und spätere Konflikte wahrscheinlich machen würde.

*

Obgleich natürlich die Saarfrage während der Novembertagung im Vordergrund des deutschen und des internationalen Interesses steht, wird auch die gleichzeitig damit stattfindende Tagung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz nicht ohne Bedeutung sein. Zwar kann diesmal weniger denn je irgendeine Entscheidung gefällt werden, und an eine Wiederbelebung der Abrü­stungskonferenz selbst ist wohl auch nicht mehr zu denken. Aber die Stellung der maßgebenden Mächte zu den Abrüstungsfragen, wie sie hierbei zu Tage treten muß, und vor allem die Haltung Sowjet­rußlands, werden, im Zusammenhang mit der Londoner Flottenkonferenz und der ganzen inter­nationalen Lage, vielleicht doch interessante Auf­schlüsse geben.

Henderson hat bekanntlich vorgeschlagen, den Gedanken an ein umfassendes Abrüstungsabkom­men vorläufig zurückzustellen und Teilverträge abzuschließen. Dabei denkt er an jene Gebiete, auf denen nach seiner Meinung wenigstens gewisse Fortschritte erzielt und ein Mindestmaß von lieber« einstimmung erreicht ist. Er nannte dabei bekannt­lich die Frage des Waffenhandels und der Waffenherstellung, der Rüstungshaus- halte sowie der Einrichtung einer ständigen Abrüstungskommission. Diese Fragen klin­gen ziemlich harmlos und so, als ob ihnen jeder abrüstungswillige Staat von vornherein zustimmen müsse. Wir wissen aber aus Erfahrung, daß sich auch hinter einer harmlosen Fassade Fußangeln und Fallstricke verbergen können und daß man der­artige Methoden gerade gegenüber Deutschland an­zuwenden liebt.

Da Sowjetrußland sehr wahrscheinlich nicht ohne Fühlung mit Frankreich seit einiger Zeit einen Sonderkurs in der Abrüstungsfrage ver­folgt und immer wieder den Versuch macht, die eigentliche Konferenz in ihrer alten Form zum Abschluß zu bringen und dafür entweder eine so­genannte ftänöige Friedens- und Sicher­heitskonferenz ins Leben zu rufen, oder aber den Völkerbunosrat nunmehr wieder mit der Abrüstungsfrage zu befassen, sieht man, wie er­wähnt, der Haltung Litwinows auf der Präsidiums­tagung mit einiger Spannung entgegen. Man kann auch gelegentlich die Vermutung hören, daß die von Henderson vorgeschlagene ständige Abrüstungs­kommission für die Russen ein besonderes Interesse haben müsse und sie vielleicht zu einer deutlicheren Klarlegung ihrer eigenen Pläne veranlassen könne. Wie stellt man sich im übrigen aber etwa eine wirksame Kontrolle sowjetrussischer Rüstungen durch Einforderung und Prüfung des russischen Rüstungshaushalts praktisch vor? Am wahr-

Urlauber.

Von Kar» Lerbs

Ein Leutnant, dessen jungfröhliche Art sich unter dem harten Griff unerhörten Erlebens zu bewuß­ter Männlichkeit gefestigt hatte, bestieg, seinen An­teil an den wilden flandrischen Kämpfen durch eine Fahrt in die lange entbehrte Heimat unterbrechend, in Brüssel den nach Deutschland bestimmten Zug. Er traf im Abteil mit einem Hauptmann zusam­men, der vor dem Kriege in einem westfälischen Städtchen den wenig aufregenden Posten eines Amtsrichters ausgefüllt hatte und durch den ner- venanspannenden Nachtdienst in einem belgischen Küstenort aus der leise beginnenden Beschaulichkeit zunehmender Jahre aufgerüttelt worden war. Da der ältere Offizier an der heiteren Offenheit des jüngeren ein rasch erwidertes Gefallen fand, ver­ging ihnen die Zeit, da der Zug seinen Weg durch den regnerisch verhangenen belgischen Herbsttag nahm, in gutem Gespräch rasch genug.

Erst als der wirre Klirrklang der über viele Weichen hineilenden Räder sie aus dem Getriebe des ersten deutschen Bahnhofs entführte, wurde ihr angenehm empfundenes Alleinsein durch eine junge Dame unterbrochen. Indessen die neue Reisegefähr­tin sich mit anmutig runden, sicheren Bewegungen ihres geschmeidigen Körpers augenscheinlich für eine längere Fahrt einrichtete, tröpfelte das unwillkür­lich verlangsamte Gespräch der Herren in spär­lichen Worten weiter, da sie beide in der unauffäl­ligen, aber gründlichen Art, wie sie Männern von Welt eignet, ihre Beobachtungen anstellten. Das übereinstimmende Ergebnis war die Feststellung großen natürlichen Reizes, der durch eine schel­mische, naiv ungezwungene Koketterie eher ver­mehrt als vermindert erschien. So kam es, daß dem Leutnant das Zusammentreffen wie ein Gruß und Vorgenuß lange ersehnter friedlicher Heimatstage war' und er sah sich alsbald von rheinischer Fröh- lichkeit, die das Abteil mit Hellem Lachen und Plaudern erfüllte, in ein heiteres Wortgeplänkel verstrickt, in dem er sich in aufqueUenber Frohlaune wacker behauptete.

Darüber entging es ihm, daß der ältere Kame­rad allmählich' in ein Stillschweigen verfiel, das feinen Grund in einer diesem selbst nicht recht er­klärlichen Verstimmung hatte. Hätte jemand sie ihm als Folge einer mißgünstigen Regung gedeutet, so würde er das sicherlich weit von sich gewiesen haben; immerhin gewann sie soviel Macht über ihn, daß er, obwohl seinem Reiseziel noch ziemlich fern, seinen Säbel einhakte und sieb, aufbruchsbereit da- sitzeud, einem verdrossenen Spiel mit der Säbel­

quaste widmete. Bald aber mischte er sich, einem plötzlichen Antrieb folgend, in das Gespräch der anderen und geriet dabei in einen solchen Eifer, daß in dem anfangs spielerisch harmlosen Hin und Her launigen Wortgefechts zuweilen die schärfsten Waffen einer leichten Spannung flüchtig aufblitzten.

Diese seltsame Wendung der Dinge brachte es mit sich, daß in dem Leutnant, der erst nur der prickeln­den Regung seines nach langer Hast wieder auf- wallenden Blutes nachgegeben hatte, ein Plan ent­stand, der, anfänglich fast erschrocken und abweisend beiseite geschoben, bald sich unwiderstehlich auf­drängte. Als daher der unerleuchtete Zug durch den Schacht eines langen Tunnels toste, erhob sich nach einem letzten kopsschüttelnden Zögern der junge Offizier und tastete sich in herzklopfender Spannung vorwärts, um, ohne der möglichen Fol­gen seines Tuns zu gedenken, von den willfährig lockenden Lippen seines anmutigen Gegenübers in knabenhaftem Trotz die Bekrönung dieser wunderlich erregten Stunde zu pflücken. Da geschah es, daß er innehielt, in dem unabweisbaren, alle Nerven durchzuckenden Gefühl, daß jemand neben ihm stehe; er tat einen unwillkürlichen, heftig zufassenden Griff ins Dunkle und hielt einen Gegenstand in den Händen, in dem er tief erschrocken die Säbel­scheide des Hauptmanns erkennen mußte.

Es ist sicher, daß beide Herren sich nach dieser Begegnung wieder an ihre Plätze verfügten und die ihnen noch verbleibende kurze Spanne Dunkel­heit dazu benutzten, ihre ins Wanken geratene Sicherheit und Unbefangenheit zurückzugewinnen. Nicht sicher dagegen ist, ob die junge Dame, die zu alle dem Anlaß war, des unterbrochenen Erleb­nisses inne ward. Denn beide Offiziere wagten keinen Blick in ihr Gesicht. Der Leutnant sah un­verwandt zum Fenster hinaus, um nicht zu zeigen, daß ihn nach anfänglichem Aerger eine kaum zu bezwingende Lachlust anwandelte; und der Hauptmann, dem das Blut in die Ohren gestiegen war, saß vorn­übergebeugt, mit einer scharfen Kalte zwischen den Brauen, und ließ den Zorn über sich selbst an der heftig zwischen den Fingern gewirbelten Quaste seines schuldig-unschuldigen Säbels aus.

Als indessen der Hauptmann, seinem Reiseziel nahe, von dem jungen Kameraden Abschied nahm, da sah der Leutnant in dem Gesicht des anderen ein gütiges und von leichter Traurigkeit überschattetes Lächeln, das von einer wehmütigen Resignation Kunde gab, und er umspannte die dargereichte Hand mit festem Druck. Er begriff plötzlich, daß jenem diese Stunde mehr bedeute als den über­legen belächelten Verzicht auf eine flüchtig lockende Tändelei. Und er blieb auf der ferneren Fahrt schweigsam und sinnend, da er sich nicht eines billig

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Geschichten aus aller Welt

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errungenen Sieges freuen mochte. Denn er fühlte tief, daß ihn in diesem Erlebnis ewiges und schmerz­liches Schicksal mahnend gestreift hatte.

konferenz vielfach auch dahin gedeutet, daß niL es damit den Sowjetrussen unmöglich nuG wollte, den Völkerbundsrat mit der AbrüsttM frage zu belasten, und sie zwingt sich nunmehr L das zuständige Organ der Abrüstungskonfererz L wenden.

hervor, Verlierer blieb Herr Lee mit 991598 P ten, während Herr Lindquist leider inzwischen Zeitliche gesegnet hatte.

Weltrekordler im Muschelessen ist eine Vertret desschwachen Geschlechts", eine Miß Rose I ney aus Central Kalls auf Rhode Island. L1 leistungsfähige Dame verspeiste auf einen n"

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Die non den Siemens-Wertei baute selbsttätige Steuerung Flugzeuge wurde jetzt zum en mal der Oeffentlichkeit vorgeft DerAuto-Pilot" soll den F zeugführer nicht ersetzen, aber i lasten. Er nimmt ihm die wiä sten mechanischen Tätigkeiten und hält die einmal eingefj Flugrichtung und Höhenlage a matisch ein. Die Aufnahme j das an der Vorderkante der 5'n flächen angebrachte Pilotro'' einen Staudruckmesser, der zur c.

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Ein Flugzeug, das sich selbst Id

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Rekorde in USA.

(th) Neuyork.

Eine amerikanische Zeitschrift veröffentlich eine ausführliche Liste von einheimischen Rekordinha­bern. Diese Liste ist echt amerikanisch und wird in der alten Welt wahrscheinlich nur mit berechtigtem Kopfschütteln ausgenommen werden. Ein kleiner Auszug wird genügen:

Da beherbergt z. B. Los Angeles die Rekord- Staubwischerin Fräulein Edna Äselin, der es an­läßlich einer Haushaltsausstellung gelang, innerhalb von 38 Sekunden ein TVe Meter langes Wand­paneel völlig staubfrei zu wischen. Wettrekord­inhaber ist auch James Aagard in Ord in Nebraska. Er besitzt eine Stimme, die auf zehn Kilometer Abstand noch deutlich zu vernehmen sein soll. Die-

3eiffcbriffen.

Die Kun ft", Monatsschrift für Plastik und Wohnkultur (Verlag K. Bruckmann^ München) bringt eine interessante, vergleichendes Handlung über Rodin und Hildebrand mit Bildwiedergaben ihrer Werke; ferner fesselndes sätze über Erich Heckel,Christliche Kunst" Bezugnahme auf die 2. Internationale Aussig christlicher Kunst in Rom), Hermann Gradl, Husmann u. a. m. Aus dem Bereich der Wohlig sind Neuheiten für Tafelschmuck heroorM.^ Ebenso werden die Einfamilienbauten und bilderte ArtikelDer Kleingarten", ferner nenräume aus der Mustersiedlung Ramers^^« achtung finden. Schmuckgegenstände aus und Silber, insbesondere Ketten und Kassette

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mitspäter" odernachmalig" vertauscht. Din Wort rechnet von der Gegenwart aus. Man Ich also von einem Mann nicht erzählen, daß er .; einer bestimmten Gesellschaft seinekünftige mahlin" kennen gelernt habe, sondern darf sagen, daß er dort die Bekanntschaft feiner Jp ren" odernachmaligen" Frau gemacht habe. M schicken" undübermitteln" werden oft falsch" gewendet. Wer seinem Freund oder Betank einen Gruß oder Gegenstand nicht unmittelbar W gen kann, schickt ihm den Gruß oder den (N9 stand durch einen Boten ober durch ein ai^ Beförderungsmittel. Der Bote und der eleftr" Draht aber übermitteln, denn sie sind das M mit dem Gruß und Gegenstand geschickt werdtt

scheinlichsten ist es immer noch, daß die Konferenz, wenn nicht in der Frage der Waffenherstellung, so doch in der des Waffenhandels, zu einer Einigung kommt. Aber selbst bann wäre immer noch mit einer bauernben Durchlöcherung dieser Beschlüsse auf Grund von Vorbehalten und eige­nen Auslegungen der verschiedensten Staaten zu rechnen.

In dem französisch-tschechischen Propagandablatt, Journal des Nations", wird hier wieder lebhaft für ein Eingreifen des Völkerbunds gegen die angebliche deutsche Aufrüstung Stim­mung gemacht. Dem gleichen Zweck dienen auch zahlloseEnthüllungen" über militärische Rüstun­gen Deutschlands, mit denen die Weltpresse über­schwemmt wird. Da aber die Abrüstungskonferenz selbst sich hier als gleichgültig aber ohnmächtig ge­zeigt haben soll, so würden eben bestimmte Kreise diese ganze Frage gern an den Völkerbund s- rat abschieben, dessen Zusammensetzung den fran­zösischen Wünschen mehr entspricht. Trotzdem ist mit Vorstößen dieser Art während der November­tagung nicht zu rechnen. Der Rat wird schon an der Saarfrage einen genügend harten und unver­daulichen Brocken vorfinden. Daher wird die gleich­zeitige Einberufung des Präsidiums der Abrüstungs-

den auch das Interesse der Dame finden.

Im Novemberheft vonVolk u n b a,' (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 Sw» * 0,70 Mk.) berichtet Enno Folkerts über Bet­tungen an einem eineiigen Zwillingspaar bringt einige sehr anschauliche Bilder und tr* abdrücke. Der Aufsatz von Dr. Karl Mierke o psychologische Beobachtungen an eineiigen lingen, wobei den Handschriften besondere j sichtigung zuteil wird. Gertrud SchruckenbergL an einem Beispiel aus dem Gebiet der p fieblung, wie gerabe bas alte bobenoerwu . Bauerntum ein steter Erneuerungsquell « Volkes ist. Der Münchener Rassenhygientier Dr. L. G. Tirala nimmt in seinem Aufsatzu Hygiene ober Eugenik?" nochmals Stellung v, bie Verfälschung bes Rassengebankens u Rassenhygiene. Weitere Beiträge, wie: yr unb Kinberzahl, ber Geburtenrückgang m ein Fragekasten unb Mitteilungen Hygiene unb Bevölkerungspolittk oervolls ben Inhalt bes Heftes.

Hinter diesen beiden großen Fragen tritt bQ Chaco-Problem, das in derselben Nove woche sogar eine Vollversammlung Völkerbundes beschäftigen soll, naturgemäß ft, europäischen Staaten an Bedeutung zurück, gleich hier um Krieg und Frieden ge wird. Vieles spricht übrigens dafür, daß auch dasGezerre" weitergehen wird, daß der A bunbsrat im Bewußtsein seiner geringen Au! unb seiner schwachen Eingriffsmöglichkeiten Entscheibungen ausweichen unb bafür biesmal Haager S ch i e b s g e r i ch t s h o f einzusH versuchen wirb. Man barf aber nicht übers baß bie sübamerikanischen Staaten, bie ja im ferbunb sehr zahlreich unb auch im Rat mit Mitgliebern vertreten finb, sich gerabe für Krieg sehr stark interessieren, weil auch

" "' 1 Held näher liegt als der Rock.,

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fer beste Brüller der Wett wird demnach in fift Städtchen Ord kaum ein Telephon nötig haben.. Welt-Bridge-Dauerrekord hält Frau Lindqur i Cincinnati. Im Jahre 1924 kam das Cton Lindquist mit seinem gemeinsamen Freundin

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überein, eine Bridgepartie solange zu fpieleir einer der Teilnehmer 1000 000 Punkte enr habe. Der mit den wenigsten Punkten solle K den beiden anderen ein vorzügliches Diner Sekt geben. Kürzlich ging Krau Lindquist - 1006 718 Punkten als Siegerin aus dem Kur VWw

Bon den Feinheiten der deutschen Sprache.

Bismarck soll einmal einer jungen Französin, der Gattin eines ehrgeizigen aber nicht sehr klugen Diplomaten, auf ihre von Geringschätzung zeu- aende Bemerkung über Geist und Aufbau der deut­schen Sprache geantwortet haben, daß sich die Feinheiten im Deutschen nicht so einfach erfassen lassen. So könne die richtige Anwendung der Wör­tersenden" undschicken", die zunächst als gleich­bedeutend angesehen werden, eine Wirkung von großer Treffsicherheit erzielen. Dann wandte sich Bismarck zu seiner Nachbarin und beendete wie in dieser kleinen Geschichte weiter berichtet wird die kurze Unterredung über die deutsche Sprache mit dem Satz:Ihr Herr Gemcchl z. B., verehrteste gnädige Frau, ist zwar ein Gesandter, aber kein geschickter." Die boshaft-scherzhafte Er­zählung, die gewiß gut erfunden wurde, ist ein Gegenstück zu dem Wirrwarr im Gebrauch ein­zelner Wörte im Deutschen, der ein bedauerliches Schwinden des Sinns für bie Feinheiten unserer Sprache verrät. Dr. Karl S ch n e i b e r zählt in ber Zeitschrift bes Deutschen SprachvereinsMut­tersprache" eine Reihe berartiger Verwechslungen ober Vertauschungen auf. Häufig werbenBewei­sen" unbunter Beweis stellen" gleichgesetzt.Unter Beweis stellen" bietet aber erst einen Beweis an; es ist eine zweite Frage, ob baraus bie Wahrheit einer bestimmten Behauptung hervorgeht, ob sie also alsbewiesen" angesehen werben kann. Demselben Schicksal finbhaltlos" unbunhaltbar" verfallen. Man kann nicht sagen, daß bie Wirkungen bes Alkoholverbotshaltlose Zustänbe" verursacht haben. Richtig ist, baß bie Verhältnisseunhaltbar" gewor­ben sind unb beshalb nicht mehr aufrecht erhalten bleiben können.Haltlos" finb hingegen Menschen, begleichen Behauptungen unb Vermutungen, bie keinen Halt in sich haben. Nicht besser steht es mit ben Wörternkeinesfalls" unbkeineswegs". Eine Verneinung, bie für jeben möglicherweise vorlie­genden Tatbestand gelten soll, wird durchkeines­falls" zum Ausdruck gebracht.Keineswegs" be­kräftigt jedoch die Verneinung eines bestimmten Sachverhalts mit besonderem Nachdruck. Man kann also einem Menschen nicht nachsagen, daß er noch vor einem Jahr der deutschen Sprachekeinesfalls" mächtig gewesen sei. Hier muß es natürlichkei­neswegs^ heißen. Auchkünftig" wird von vielen Deutschen sehr stiefmütterlich behandelt und häufig

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