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Ur. 270 Erstes Blatt

184. Jahrgang

Samstag, 17. November 1954

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Südslawien bringt die Ermordung König Alexanders vor den Völkerbund.

Paris, 16. Nov. (DNB.) Der ständige Vertreter I Zufriedenheit neue Nahrung gegeben. Deutsch-

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Rom, 16. Nov. (DNB.) Am Freitagabend der österreichische Bundeskanzler S ch u s ch n i

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GauletterSprenger leitetdteneue Arbettsbeschaffungsattwn ein.

Frankfurt a. M., 16. Nov. (LPD.) In einer Pressebesprechung der Gauleitung Hessen-Nassau gab der Gauleiter Grundsätzliches über das Ar- beitsbcschasfungsprogramm im Rhein-Main-Gebiet bekannt. Er knüpfte an den A u t o st r a ß e n b a u in unserm Gau an, wies auf das große Ried- Projekt hin, erinnerte an die Erfolge der Elek- t r o - G a s - F r o n t und an die Förderung der Jnftandfetzungsarbeiten für Wohnungen durch den Rhein-Mainischen Garantieoerband, die auch von den Reichsstellen als mustergültig aner­kannt worden sei. Selbstverständlich könne jetzt zu Beginn des Winters auch bei bestem Vorsatz ein Rückstrom nicht vermieden werden. Aber es komme darauf an, in welchem Maße man ihn auffange. Staatliche Hilfe sei nicht mehr zu erwarten, weshalb man sich auf Selbsthilfe einstellen müsse.

Der (Bauleiter führte in erster Linie ein neues großes Siedlungsvorhaben an, für das der Landesplanungsverband gute Vorarbeit geleistet hat. Die Vorarbeiten find bereits so weit gediehen, daß wahrend des Winters im gan­zen Gau rund 2 0 0 0 Siedlungen in Angriff genommen werden können. Diese Sied­lungen sollen nicht wie früher Werk-, Beamten-, Eisenbahner-, poft- usw. Siedlungen fein, son­dern Siedlungen, in denen ohne Rücksicht auf Stand und Beruf s l ch das Volk trifft. Der größte Teil der großindustriellen Unternehmungen ist bereit, mit namhaften Zu­schüssen es zu ermöglichen, daß ihre Werk­angehörigen die Möglichkeit haben werden, sich ein Eigenheim zu erwerben.

Die Siedlungen sollen in erster Linie Eigen­heime sein. Wenn alle diejenigen, die sich an diesem Werk beteiligen, in ihrer Opferwilligkeit wirklich bis an die Grenze des Möglichen gehen, dann werden wir erreichen, daß ein Rückschlag in der Arbeitsschlacht verhindert wird, vielmehr noch weitere Volksgenossen in Arbeit und Brot kommen können.

Der Präsident des Rhein-TNainischen Indu­strie und Handelstages, prof. Dr. Earl £ ü e r erläuterte die einzelnen Maßnahmen. Um nach Fortfall der Reichszuschüsse den Auftraggebern einen Anreiz zu bieten, ihren Bedarf im Winter 1934/35 zu decken, wurde den Elektrizitätswerken der Vorschlag gemacht, zugunsten der Arbeltsbe- schaffungsaktion für eine begrenzte Zeit a u r o i e volle Ausnutzung des durch die öffentliche

enischer Stellen lenken wolle.

Der österreichische Bundeskanzler in Vom.

Strom und Gas zu verzichten. Die Werke des Rhein-Main-Gebiets haben sich daraufhin sofort bereit erklärt, 20prozentige Zuschüsse in Form oon Stromgutschriften zu gewäh­ren, die auf den Mehrverbrauch eines Jahres mo­natlich angerechnet werden. Voraussetzung ist, daß ein Mehrverbrauch eintritt. Die Beteiligung der Elektrizitäts- und Gaswerke konnte sich daher nur auf Neuinstallationen, Erweiterungen und den Kauf oon Geräten erstrecken, während reine Jn- standsetzungsarbeiten oon den Werken nicht bezu- schußt werden. Insgesamt erfolgt eine Verbilligung oon 28 o. H. für Neuinstallationen und Erweiterun­gen, 25 Prozent für den Kauf oon Geräten. Es soll auch die Instandsetzung von Wohnge­bäuden gefördert werden. Handel und*Hand­werk werden einen Barzuschuß von je 5 Prozent im Falle der Barzahlung oon dem Rechnungsbetrag in Abzug bringen. Der Rhein-Mainische Garantieverband hat ferner die Laufzeit der von ihm neu zu garantierenden Kre­dite oon 2 auf 3 Jahre ausgedehnt.

Für das S i e d l u n g s p r o j e k t ist in Ver­handlungen mit der preußischen Landespfand­briefbank, der Nassauischen Landesbank und den Sparkassen die Finanzierung der Gelände- und Baukosten sicherge- st e l l t. Der Vorsitzende des Landesplanungs­verbandes Stadtrat Dr. Niemeyer errechnet d i e kosten für die Eigenheimbauten auf 8000 bis 15 000 Mark. Die Gemeinden haben sich bereiterklärt, günstiges Ge­lände zu vorteilhaften Bedingun­gen zur Verfügung zu stellen. Die Amortisa­tion soll erst mit dem Beginn des zweiten Jah­res einsehen. Die monatlichen Lasten für den Eigenheimbesiher (Zinfendienst und Tilgungs­rate) werden nicht höher als die bis­her bezahlte Miete betragen, durch­schnittlich etwa 27 bis 30 Mark, in einzelnen Fällen auch nur 5 Mark pro Woche. Der Landeshandwerksmeister Garner betonte, daß, wenn d e r Voranschlag für ein Eigenheim auf 12 000 Mark laute, das Haus bann auch bei der Fertigstellung nicht mehr als 1 2000 Mark kosten werde. Die Brandversicherungskammern hätten etwa 350 000 Mark Kredite zu verbilligtem Zinsfuß von 3 bis 3,5 v. h. zur Verfügung ge- stellt, jedoch nur für solche Arbeiten zur Be­seitigung von Feuergefahr.

mit dem Außenminister von Berger-Wal­tz e n e g g und dem Staatssekretär für Unterrichts- wesen Dr. P e r n t e r in Rom eingetroffen. Unter

Eine südslawische Denkschrift über die politischen Hintergründe des Attentats von Marseille Die Belgrader Regierung wird eine Untersuchung beantragen.

Propaganda erzielten Mehrabsatzes

Ein umfassendes Giedlungsprojekt für Hessen-Nassau.

Die Errichtung von 2000 Eigenheimen geplant.-Instandsetzungen und Neuinstallationen tatkräftig gefördert.

südslawische Volk verknüpfen. Arn besten wäre es, wenn die Großmächte den Versuch machen würden, die Aufregung der Leute zu beschwichtigen, die den Wunsch hätten, die Streitfragen in ihrer bedrohlichsten Form wieder aufzurollen. e

In einem Pariser Bericht derTimes" heißt es, die Bemühungen um eine französisch - italienische Verständigung hätten eine Verständigung zwischen Italien und der Kleinen Entente zur Voraussetzung. Jede Rei­bung zwischen Südslawien, dem Freunde Frankreichs, und Ungarn, dem Freunde Italiens, könne unglückliche Folgen haben. Aus die­sem Grunde hoffe man, daß der Streit sich in den juristischen Grenzen halten werde. Die südsla- wische Denkschrift sei maßvoll im Ton. Aber viel werde oon dem in Genf beschlossenen Ver­fahren abhängen.

Der Pariser Berichterstatter derM o r n i n g Poft" äußert große Sorge über die Folgen einer Erörterung der südslawischen Angelegenheit in Genf, er betont, Italiens Ansehen als Groß­macht hänge von seiner Fähigkeit ab, d i e De­mütigung eines seiner kleinen Bun­desgenossen (Ungarn) z u verhindern. Frankreich wäre es peinlich, wenn das Versätzen der Marseiller Polizisten vor einer internationalen Körperschaft erörtert würde. Auch würde es verschie­denen Mächten nicht schwer fallen, Aktenmaterial über die gefährliche Tätigkeit einer der Dutzend

iübflaroiens beim Völkerbund potitfd) und derj 1 and habe diese Lage benutzt, um die Bedeutung ------ der Bande hervorzuheben, die das deutsche und das

hiesige südslawische Gesandte haben den französischen Luhenminister davon in Kenntnis gesetzt, daß rüdslawien beim Völkerbund eine Untersuchung über die Ermordung König Alexanders beantragen werde. DieIn­formation" rechnet damit, daß wegen der starken Idaftung der bevorstehenden Völkerbundsrats- tigung und der Unvollständigkeit der südslawischen c'tenmäßigen Unterlagen die Angelegenheit wahr- scheinlich erst aus der 3anuarfagung Los Völkerbundsrats zur Behandlung kommen wird.

Der türkische Außenminister Tewfik Rüschtü leg verhandelte in Belgrad mit dem südslawischen Außenminister I e f t i t s ch. Südslawien hat eine Denkschrift vorbereitet, die es in Gens über In Marseiller Königsmord vorlegen will. Der drkische Außenminister hat sich mit Jeftitsch ein- x hend über die Denkschrift unterhalten.

Frankreich in der Zwickmühle

Anklage gegen Ungarn zu entwickeln, sondern zu einer Aussprache über die Möglichkeit der Unter­drückung terroristischer Organisationen.

Auch ein ungarischer Schritt in Genf?

Budapest, 16. Nov. (DNB.) In gut unter­richteten Kreisen heißt es, daß die ungarische Regie­rung ebenfalls einen Schritt beim Völker­bund beabsichtige, um die Aufmerksamkeit des Völkerbundsrates auf die Tatsache zu lenken, daß die südslawische Regierung durch die Verfol­gung der in den abgetretenen Ge­bieten lebenden Ungarn sowohl den Ver­trag von Trianon als auch die übernommenen Minderheitenschutzbestimmungen verletzt habe. Amtlich werden bisher keinerlei Mitteilungen über die Absichten der Regierung gemacht. Man glaubt, daß der Schritt der südslawischen Regierung beim Völkerbund sich weniger gegen Ungarn als gegen d i e italienische Regierung richtet und daß Belgrad durch die Aufrvllung der Schuldfrage des Marseiller Anschlages die Aufmerk­samkeit auf eine Mitverantwortung ita -

Man hofft ans die »beschwichtigende Atmosphäre" von Genf.

Paris, 16. Nov. (DNB.) Die französische Presse is in der Beurteilung des südslawischen Schrittes s hr zurückhaltend. Einige Blätter vertreten jmvch den Standpunkt, daß Frankreich nicht umhin ' firme, denen zu helfen, die Klarheit in diese Ange- liyenheit bringen möchten, so daß Frankreichs Ver- ii-ter sich darauf oorbereiten müßten, an einer veileicht sehr heiklen Aussprache t! i l z u n e h m e n. DerParis Soir" schreibt, zwei- elos werde die Aussprache über die südslawische ^nkschrift lebhaft und leidenschaftlich em, aber die Umsicht, die Belgrad bisher bewiesen Hube, und die beschwichtigende Atmo­sphäre von Genf gestatteten die Hoffnung, daß nun die von der Gerechtigkeit geforderte Festigkeit ni.t der Mäßigung in Einklang bringen könne, die fir die friedliche Entwicklung der internationalen ^Ziehungen notwendig sei. Laval werde sich darum bnnühen.

DasEcho de Paris" berichtet, die Note der Wgraber Regierung werde durch eine tsche- ! ^slowakische und eine rumänische tote unterstützt werden, die die Einigkeit der Steinen Entente bekräftige. Es fei noch unentschie- im, ob bann auf Grund des Artikels 11 der Völ- Ikrbundssatzung der Dringlichkeitsantrag gestellt n?rbe. Die Kleine Entente wolle keinen Aufschub, lasEcho be Paris" berichtet weiter, baß ber Ge- [tmbte Fotitfch in seiner Besprechung mit L a - on l ben Sinn bes sübslawischen Vorgehens erläu= fort habe unb ber französische Außenminister habe bes Borgetragene nur billigen können. Das £ att wendet sich gegen bie Möglichkeit einer Ver­mischung ber Angelegenheit burch die Annahme eher allgemeinen Entschließung zur Bekämpfung

Terrors. Besser fei es, einfach bie Wahr- Ih>. j t z u bekunben unb im übrigen möglichst billb ben Bunb berer zu schaffen, die den Frieden lvollen.

Frankreich und seine Verbündeten

Belgrad, 17. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die .Tolitika" gibt eine Unterredung mit einem der mchsten Mitarbeiter Lavals wieder, der zu dem Schritt Südslawiens in Genf erklärte, Frank- i- ich steht auch in dieser Frage hinter d r Kleinen Entente. Es handelt sich nicht nur um Südslawien, sondern ebenso sehr auch um bi- Ehre Frankreichs. Wir verstehen vollständig )(tn Wunsch Belgrads, die Hintergründe b s Anschlages zu durchleuchten und glauben, Südslawien Anspruch auf eine recht- lirfje Genugtuung hat. Frankrelcy wünscht einzig und allein, daß in dieser Frage feine 6« gensätze zwischen Südslawien und g wissen Nachbar st aaten ausgelost wer- bci, mit denen Belgrad gute Beziehung Herstellen linnte.

Sorge in London.

London, 17. Nov. (DNB. Funkspruch.)Daily LUegraph" schreibt, der Beschluß Südslawiens hübe in mehr als einer europäischen Hauptstadt r n ft e Sorge verursacht. Wenn Belgrad seine il»sichten bis zum logischen Ende durchführe, könne nm auf eine ernstliche Verschlechterung ö r Lage in Zentraleuropa gefaßt fein. Silber glaube die südslawische Regierung, daß sie otii) beträchtliches belastendes Material gegenüber Lilien habe. Der Vertreter Belgrads in Gen D:rbe behaupten, hohe italienische Beamten seien o i] kroatischen Komplotten beteiligt ceivesen, bie auf italienischem Gebiet g e - sct mi e b e t würben. Frankreich fei burch biefe Entwicklung in eine unglückliche Lage ge­lt te n. Es habe ernsthaft gewünscht, freunbschaft- Me Beziehungen zwischen Italien und Südslawien in fördern. Südslawien habe diese Bemühungen ines Alliierten mit ausgesprochenem Mißtrauen Machtet, das Versagen der franz o si­ch en Polizei in Marseille habe der Un-

Gruppen politischer Flüchtlinge in Frankreich vor­zulegen. In französischen amtlichen Kreisen errege ,

das Vorgehen Südslawiens daher k e i n e B e g e i - den Klängen der österreichischen Nationalhymne be- st e r u n g, wenn es auch als natürlich unb viel- grüßte Mussolini ben Bunbeskanzler. Das Pro­leicht als notroenbig anerkannt werde. Es bestehe ber gramm für ben viertägigen Aufenthalt entspricht lebhafte Wunsch, bie Erörterung mög 1 ich st all- bem eines hohen Staatsbesuches. Am Montagabend gemein zu halten und nicht zu einer förmlichen gibt Mussolini im Capitol einen großen Empfang.

GchafftArbeiimid Brot!

Ein Ausruf des Gauleiters Sprenger.

Deutsche Volksgenossen!

Wieder sieht der Winter vor der Tür. Gegen Hunger und Not, zur Unterstühufty bedürf­tiger Volksgenossen ruft uns das Winterhilfs- werk. Daneben aber gilt es, auch vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um allen Arbeits - kameraden bie bisherigen Arbeits­plätze z u erhalten und wenn irgendmög- lich die noch unbeschäftigten Volks­genossen wieder in die schaffende Front einzureihen. Jeder einzelne muß hier­an zu seinem Teil durch Vergebung von Aufträgen Mitarbeiten!

Das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Winters 1934/35 sieht mehrere durchgreifende Aktionen vor. Dabei wird der deutsche h a u s b e s i h wie im Vorjahre wieder mit in vorderster Reihe stehen. Elektrizitätswerke, Gasanstalten, Handwerk und handel haben sich in ein­mütigem opferbereitem Zusammenwirken bereit er­klärt, für Instandsehungs- und Ergän­zungsarbeiten im Rahmen der Llektro-Gas- Front sowie für alle sonstigen Hausreparaturen beträchtliche Zuschüsse zur Verfügung zu stellen. Ich richte daher an die Bevölkerung des rhein-mainischen (Baues die dringende Aufforde­rung: Seht eure Häuser und Wohnun­gen instand und verbessert eure (Bas- u n b Elektrizitätsanlagen!

Gleichzeitig aber rufe ich alle biejenigen Volks­genossen, bie noch kein eigenes Haus be­sitzen, aber über ein kleines, wenn auch noch so be- scheibenes Bauguthaben vorfügen, zum Bau eines billigen unb gefunben Eigen­heimes auf. Släbte, (Bemeinben unb krebitan- ffalten stellen bafür günstiges Baugelänbe unb bil­liges Kapital zur Verfügung.

Auch von ber 3 n b u ff r i e erwarte ich eine nach­haltige Unterstützung bes Sieblungsprogramms unb richte an sie ben einbringlichen Appell: Verhelft euren Stammarbeitern burch Gewährung von Spihenbarlehen zu einem eigenen heim! 3hr för­dert damit Arbeitsfreude und Gesundheit.

Deutsche Volksgenossen! Stellt euch während die­ses Winters ohne Ausnahme in den Dienst der Volksgemeinschaft! Scheut euch nicht, gewisse Opfer auf euch zu nehmen! Denkt immer an die Worte unseres Führers:3eder einzelne hat die Pflicht, von sich aus nicht zu zögern und nicht zu warten mit feinen Anschaffungen, mit dem, was er machen soll und einmal machen muß. 3eber hat bie pflicht, von sich aus, oerkauenb auf bie Zukunft, feinen Teil sofort beizutragen."

gez. Sprenger.

Kameradschaft der Hafion.

2Jon Franz V. Maddalena

Je besser es dem einzelnen, je besser es dem Durchschnitt eines Volkes geht, um so mehr verliert er häufig den Sinn für die Gemeinschaft. Es ist eine alte Erfahrungstatsache, daß der Reiche unb Wohlhabende, der selber nie Not am eigenen Leibe gespürt hat, häufig weniger opfer- und hilfsbereit ist als der Arme. Echte Kameradschaft schmiedet sich von selbst bei allen denen, die gewohnt sind, in gleicher Gefahr im Die n ft für d i e Menschheit stets dem Tod in die Augen zu sehen. Echte Kameradschaft finden wir bei dem Bergmann, der ohne zu zögern sein Leben einsetzt bis zum äußersten, um die in der Grube verschütteten Kameraden zu retten. Echte Kameradschaft zeigt der Seemann. Wenn der RufSOS durch die Wellen des Aethers gejagt wird, verläßt jedes Schiff, ganz gleich, wie stark der Sturm ist, feinen Kurs und fetzt jeder Mann unbedenklich Gut und Leben ein, um den von See­not bedrängten Kameraden zu helfen. Echte Kame­radschaft finden wir bei den Fliegern aller Na­tionen, finden wir bei den Forschern, die in fremde unbekannte Länder eindringen oder im ewi­gen Eis neue wichtige Erkenntnisse für die Menschheit zu gewinnen suchen, finden wir i n d e n Bergen, wo im schwersten Schneesturm Hilfs­expeditionen ausgerüsttet werden, wenn Bergsteiger verschollen sind. Echte Kameradschaft bedeutet nicht nur Gemeinschaftsgefühl, gegenseitige Hilfe unb Unterstützung, sie bedeutet Einsatz des einen für den anderen und Einsatz aller zusammen für die Ge­meinschaft bis zum äußersten unter vollbewußtem Opfer auch des Letzten.

Unser deutsches Volk war vor dem Kriege heute wissen wir das ein reiches Volk. Der Be­griff der Volksgemeinschaft, der Kameradschaft aller Volksgenossen und aller Stände begann zu schwinden, Standesdünkel auf der einen, Klassen­kampfhetze auf der anderen Seite zerstörten ihn mehr und mehr. Wohlleben, das Gefühl der Si­cherheit und Geborgenheit ließ den Sinn für Hilfs­bereitschaft zurückgehen. Da brach mit Sturmge» walt der Krieg über dieses Volk herein, unb feine Gewitter wuschen alle Schlacken von dieser Nation ab. In alter Stärke und Bereitschaft trat sie an, alle Grenzen der Stände und Kasten fielen, vom Ersten bis zum Letzten eilte alles, was Waffen tragen konnte, zu ben Fahnen, stellte sich jeder ein-