Einzelbild herunterladen

Der AussieKungsskandal in Prag.

Das Blatt des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten gegen die Hetze der Emigranten.

auf der Durchreise nach Ankara in Sofia ein. Er wurde am Bahnhof von Vertretern des Königs, dem Stellvertreter des zurzeit in London weilenden Ministerpräsidenten Muschanoff .unb dem Innen­minister, dem Sofioter Gesandten der Kleinen En­tente und zahlreichen anderen Persönlichkeiten be­grüßt.

In einer Unterreduno mit Pressevertretern er­klärte Ieftitsch, daß sein Besuch in Ankara nicht mehr als ein Höflichkeitsakt und die Erwide­rung der Besuche des türkischen Außenministers in Belgrad darstelle. Anfang Mai werde er auch der bulgarischen Regierung einen offiziellen Besuch ab­statten. Er hoffe noch immer, daß sich auch Bul­garien und Albanien dem B a l k a n p a k t anschließen würden, damit dieser alle Staaten des Südostens umfasse und zu einem wirk­lichen Friedensinstrument werde. Auf die Frage, ob es bald zu einer Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen b£n Staaten ber Kleinen Entente unb ber Sowjet­union komme, erroiberte ber Minister, baß ein enb- gültiger Beschluß noch nicht gefaßt sei.

I e f t i t s ch kam bann auf bas beutsch - f ü b = slawische Verhältnis zu sprechen unb sagte, oaß beibe ßänber starke gemeinsame Inter­essen oerbinben. Die Wirtschaftsverhanb- lungen mit Deutschlanb entwickelten sich für beibe Teile sehr zufriebenstellenb unb ftänben vor ihrem Abschluß. Die freunbschaftlichen Beziehungen zwischen ben beiben Staaten würben burch die neuen Wirtschaftsabkommen noch weiter vertieft werden. Nach einstündigem Aufenthalt setzte der südslawische Außenminister seine Reise nach der Türkei fort.

40Fahre im Dienste der Flotte

Persönlicher Glückwunsch des Führers.

Berlin, 16. April. (DNB.) Anläßlich der Feier des 40 jährigen Dienstjubiläums des Chefs der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Rae - b e r am Montag erschien als erster Reichskanzler A d o l f H i t l e r, um Admiral Raeder unter lieber« relchung seines Bildes die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. Im Lause des Vormittags überbrach­ten der Reichswehrminister, sowie zahl­reiche Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden Admiral Raeder ihre Glückwünsche. Hieran schloß sich die große Zahl der Vertreter ber Wehrmacht und Beamtenschaft. Mittags überreichte der Obe r- bürgepmeister von Kiel dem Ches ber Ma­rineleitung den Ehrenbürgerbrief der Stabt Kiel unb übermittelte gleichzeitig die Glückwünsche ber Stadt, die sich mit Admiral Rae- ber aus ber Zeit, in ber er als Chef ber Marine­station ber Ostsee ein enges Band zwischen ber Ma­rine unb ber Stadt Kiel knüpfte, besonders ver­bunden fühlt.

3um Schuhe des national­sozialistischen Schrifttums. Einsetzung einer amtlichen Prüfungs­kommission.

Berlin, 16. April (DNB.) Der Stellver­treter des Führers gibt folgende Ver­fügung bekannt:

In letzter Zeit find in steigendem Maße von den verschiedensten Verlagen Bücher und Schriften her­ausgegeben worden, die sich in der Behandlung politischer, wirtschaftlicher, kultureller unb allgemein weltanschaulicher Probleme, sowie in historischen, insbesondere biographischen Darstellungen führender Persönlichkeiten der NSDAP, mit dem Wesen und denZielen der nationalsozialisti- schen Bewegung befassen.Obwohl diese Bücher 3u einem nicht unwesentlichen Teil ohne die erfor- oerliche Sachkenntnis geschrieben sind, und die Pro­bleme und Stoffe unvollständig und unzulänglich, oder auch aus nicht nationalsozialistischen Gedanken­gängen heraus entstellt behandeln, werden sie auf Grund ihres Titels und ihrer Aufmachung in der Öffentlichkeit unterschiedlos als ernsthafte Beiträge zur nationalsozialistischen Literatur gewertet. Sie sind damit geeignet, ein gänzlich falsches Bild von der Entwicklung und Zielsetzung ber Bewegung bem Volke zu vermitteln.

Die NSDAP, hat bas souveräne Recht unb bie Pflicht, bar üb er 3U w a chen, baß bas natio- nalsozialistische Jbeengut nicht von Un­berufenen v e r f a l s cht unb in einer bie breite Öffentlichkeit irrefüfjrenben Weise geschäftlich aus­gewertet wirb.

Ich verfüge daher folgendes:

Mit dem heutigen Tage wird eine amtliche Prüfungskommission zum Schuhe des nationalsozialistischen Schrift­tum e s gebildet, zu deren Vorsitzenden ich den Pg. Reichsleiter PH. V o u h l e r ernenne.

Die Kommission, die im engsten Einverneh­men mit dem Reichsministerium für Volksaus­klärung und Propaganda und dem mit der Ueberwachung der gesamten geistigen und welt­anschaulichen Schulung und Erziehung ber Par­tei und aller gleichgeschalteten verbände, sowie des WerkesKraft durch Freude" Beauftragten arbeiten wird, hat die Aufgabe, alle ein­schlägigen Bücher und Schriften zu prüfen. Bücher des bezeichneten Inhalts dür­fen nur dann im Titel, in der Aufmachung, in Verlagsanzeigen oder auch in der Darstellung selbst als nationalsozialistisch ausgegeben wer­den, wenn sie der Prüfungskommission vorge- legen haben und deren Rnbedenklich- kellsvermerk tragen.

Die NSDAP, erwartet, daß Manuskriple, die nationalsozialistische Probleme und Stosse zum Gegenstand haben, in erster Linie dem Zentral- parleiverlag, der Eigentum der NSDAP, ist, zum Verlage angeboten werden.

Die Ausführungsbestimmungen zu dieser Verfügung wird Reichsleiter Bouhler er­lassen.

*

Zu ber Verfügung des stellvertretenden Führers hat ber Reichsgeschäftsführer ber Partei Ausfüh - rungsbestimmungen erlassen, in denen es u. a. heißt:

Die Einreichung der zu prüfenden Bücher und Manuskripte kann nicht durch die Autoren, sondern muß durch die Verlage erfolgen, die die Bücher herausgegeben haben ober eine im Manu­skript vorliegend Schrift herauszugeben beabsich- Ligen.

Bei Vorlage eines Buches ober Manuskripts ist eine Prüfungsgebühr einzusenden, die das sechs­fache des vom Verleger für bereits erschienene Bücher festgesetzten, für Manuskripte kalkulierten

Prag, 16. April. (DNB.) Das politische Ereig­nis des Sonntags war ein Aufsehen erregender, mit aller Deutlichkeit unb Schärfe gegen bie Frech­heiten ber jüdischen Emigranten in Prag gerichte­ter Artikel bes tschechisch-agrarischen Blattes des M i n i st e r p s i be n t e n, besBenko v". Darin heißt cs u. a.:

Unser neuer Konflikt mit Deutsch­lanb beweist, baß wir nicht einmal Herren unserer ei gen en Heimat sein können. Wir haben ben jübischen Emigranten aus Deutschlanb, bie hier bei uns ihre Rechnung mit Hitler austra­gen wollen, Asyl geboten. Das setzt aber ein Benehmen voraus, bas roeber zu innen- noch zu außenpolitischen Konflikten führen barf. Es wäre eine Sache des Taktgefühls.

Die Emigranten aus Deutschland besitzen aber dieses Taktgefühl nicht.

Sie geben Druckschriften heraus, in denen systema­tisch durch Wort und Bild der Leiter der neuen deutschen Regierung unb ferne Mitarbeiter in einer Art beleibigt werben, die bei allen gutherzigen Leuten Ablehnung her- oorruft. Diese Fremdlinge bespeien ihre Widersacher, durch den Rücken anderer gedeckt. Aber von unse­rer Seite ist noch etwas viel Schlimmeres geschehen. Was sagt man dazu, wenn ber Kün st lerne r- banbMane s" sich zu seiner Ausstellung Kari­katuren ausborgt, bie ben Führer bes Nachbar­staates erniebrigen.

Was würden wir dazu sagen, wenn die Deut­schen dasselbe tun würden. Das jetzige Deutsch­land tut so etwas nicht. |

Wien, 17.April. In dem Konzentrati­onslager Kaiser st einbruch, in dem sich nach amtlichen Angaben über SOO^äf Hinge, darunter 390 Nationalsozialisten, befin­den, ist es in den letzten Tagen zu ernsten Ereig­nissen gekommen. Infolge des Verhaltens eines Beamten entstand unter den Häftlingen der Eindruck, daß eine Aenderung der politischen Lage eingetreten sei und ihre baldige Freilassung bevorstände. Als jedoch die Schutzmaßnahmen im Lager weiter verschärft wurden, brach dort ein allgemeiner Aufruhr aus, der, wie berichtet wird, einen ernsten Charakter trug. Die Wachmannschaften, die eine weitere Ausdehnung der Unruhen befürchteten, machten von der Waffe und dem Gummiknüppel Gebrauch. Eine Reihe von Häftlingen wurde hierbei verwundet. Die Insassen des Lagers sind seit Sonntag in den hunger st reik getre­ten. Das Konzentrationslager Kaisersteinbruch soll in der nächsten Zeit abgebaut und die Häftlinge nach Wollersdorf übergeführt werden. Nach übereinstimmenden Berichten sind die Zustände in diesem Lager außerordentlich ungünstig unb die gesundheitlichen Einrichtungen völlig un­genügend.

Entlassungen aus den Konzentrationslagern.

Wien, 17. April (DNB.) Amtlich wird mit- geteilt: Wie bereits vor Ostern gemeldet wurde, hat die Bundesregierung der eingetretenen innerpoliti­schen Beruhigung dadurch Rechnung getragen, daß sie nationalsozialistische Parteigänger in größerer Zahl aus den Anhaltelagern ent = lassen kann. Nachdem dieser Zustand der Ruhe auch in den abgelaufenen Wochen nicht wesentlich gestört wurde, hat die Bundesregierung in den letzten Tagen aus dem Anhaltelager Kaiser- st e i n b r u ch über 100, aus dem Anhaltelager Wölkersdorf über 60 Nationalsozialisten ent­lassen. Es handelt sich dabei um Personen, die freiwillig die Erklärung abgegeben haben, sich in Hinkunft jeder verbotswidrigen Tätigkeit zu ent­halten, deren Führung einwandfrei war und deren Entlassung auch mit Rücksicht auf die Verhältnisse in ihren Wohnorten unbedenklich zu sein scheint. Bei dem Zutreffen vorerwähnter Umstände beab­sichtigt die Bundesregierung, solche Entlassungen auch weiterhin vorzunehmen.

Aber erinnern wir uns nur, daß unser Gesandter Tusar seinerzeit in Berlin zu einer ähnlichen Intervention gezwungen war, wie sie jetzt der deutsche Gesandte in Prag unternehmen mußte, als es sich um eine ähnliche Erniedrigung der Tschechen in Berlin handelte. Das geschah aber unter dem Regime Eberts. Es wäre daher sehr am Platze, sich an eine Stelle der Bibel zu erinnern:Was Ihr nicht wollet, das Euch bie Leute tun ..." Ja, wir haben Frei­heit, eine republikanische Freiheit, wir wissen aber nicht, was wir damit anfangen sollen. Wir gewähren sie in vollem Maße jenen Frem- ben, die sie zu unserem Schaden mißbrauchen. Bei uns ist es so wie in Rußland unter Kerenski, der mit demokratischem Elan das Wahlrecht auch den Gefangenen gewährte.

Wir müssen uns einmal sagen, daß eine solche Politik, durch die wir uns nirgends Freunde schaffen, uns in eine Lage bringen kann, in der wir unsere geringe Voraussicht beklagen werden.

Niemals war unser Verhältnis zu den anderen Staaten so unefreulich wie jetzt. Den Konflikt mit Deutschland, der durch tendenziöse Zeich- ncreien jüdischer Emigranten hervorgerufen wurde, sehen wir als schädlich für unsere Interessen und unser Prestige an."

Man kann das tschechische Volk zu dieser voll­ständig richtigen Erkenntnis der Lage nur beglück­wünschen. Um so leichter müßte es der Prager Regierung fallen, dem jüdischen Skandal der Manes-Ausstellung ein Ende zu machen.

Das DNB. meldet weiter aus Wien: Drei­zehn Nationalsozialisten, die in Wöllers- dorf an Ruhr erkrankt waren unb darauf in das Wiener Kaifer-Franz-Ioseph-Epidemie-Krankenhaus gebracht wurden, sind in Freiheit gesetzt wor­den. Von bekannten Persönlichkeiten befinden sich darunter Bundesrat Schattenfroh, Gemeinde­rat Prof. Suchenwirt und Richard Frauen­feld, der Bruder bes Gauleiters Alfreb Ebuarb Frauenfelb. Die Entlassenen dürfen nicht in Wien wohnen, sondern müssen der leichteren polizeilichen Ueberwachung wegen in der Pro­vinz Aufenthalt nehmen. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete und Gemeinderat V a r o u s e k, Vertreter der Wiener tschechischen Sozialdemokraten, wurde aus der Haft entlassen. _

Schutzkorpsleuie in der Gendarmerie.

Starhemberg tritt in die Regierung ein.

Wien, 16. April. (DNB.) Die Bundes- gendarmerie wird nach einer amtlichen Mit­teilung in der nächsten Zeit durch Neuaufnahmen von Aspiranten ergänzt werden. Berücksichtigt wer­den jedoch nur Angehörige des Freiwilligen Schutz­korps. Insgesamt sollen hierbei einige tausend Schutzkorpsleute in d i e Gendarmerie aufgenommen werden. Von amtlicher Seite wird erklärt, daß die im Vertrag von St. Germain Oesterreich zugestandene Gesamtzahl der Gendar­merie und Polizei bisher noch nicht voll ausgenutzt war. In dem Vorgehen der Regierung erblickt man allgemein die Absicht, die Mitgliederzahl des Frei­willigen Schutzkorps, das bisher als ein unabhängi­ger politischer Wehrverband der Regierung gegen­über stand, zu vermindern und das Schutzkorps der Regierung direkt zu unterstellen.

Im Zuge difer neuen Regelung wird der Bundes­führer Starhemberg, wie jetzt auch von feiten des Heimatschutzes erklärt wird, als Mitglied der Regierung mit Sitz und Stimme aufge­nommen werden. Eine Entscheidung, ob Starhem- berg hierbei den Charakter eines Vizekanzlers er­hält, ist bisher noch nicht gefallen.

Das Ziel ber Romreife des Bundesführers Starhemberg, ber am Samstag nur in Be­gleitung seines Schwagers, bes Grafen Thum, sich nach Italien begeben hat, wirb nach wie vor streng geheim gehalten. Starhemberg soll bereits heute von Mussolini empfangen werben.

tag Barbizon nicht Snd gültig verlassen, fonbern nur einen Ausflug unternommen habe. Das Blatt vertritt bie Ansicht, daß Trotzki abwar­ben bürste, welche Entscheidung ber Ministerrat am Dienstag fällen werbe. Es fei anzunehmen, baß bie französische Regierung Trotzki auf Korsika einen Wohnsitz anweisen werbe.Journal" verlangt bie sofortige Ausweisung Trotzkis. Trotzki lebe nämlich nicht als Privatmann, ber sich von der Politik zurückgezogen habe, fonbern als Agitator, ber eine neue Internationale unb eine neue bolschewistische Weltre­volution vorbereite. Zum Beweis führt bas Blatt eine von Trotzki herausgegebeneZeitschrift ber Opposition" an. Durch biefe Zeitschrift sei es Trotzki bereits gelungen, neue f o m m u n i ft i s ch e Ligen unb ein Aktionszentrum in Frankreich zu schaffen. Das Blatt will über beweiskräftiges Abreffenmaterial verfügen, dessen Bekanntgabe es sich für später vorbehält.

Die Geheimnisse um Trotzkis Billa.

Paris, 16. April. (DNB.) DerFigaro" wirst die Frage auf, was Trotzki in feiner Villa in Bar­bizon eigentlich getan oder vorbereitet haben mag. Die Villa scheine ihre Geheimnisse zu haben; denn es seien Arbeiter während der Ausfüh­rung einiger Erneuerungsarbeiten im Haufe einge- fchlöffen worden. Außerdem sei der Verbrauch an Strom verdächtig hoch. Da man in ber Villa nach 22 Uhr gewöhnlich nur eine elektrische Lampe habe brennen sehen, könne ber Stromver­brauch eigentlich nur bie Schlußfolgerung zulassen, baß in ber Trotzkischen Villa ein elektrischer M o - t o r laufe, ber möglicherweise ein geheime Druck­maschine für bie Herstellung von Flugblättern treibe.

Selbstmord des japanischen Marine- attach^s in Jtom.

ßonbon, 17. April. (DNB.-Funkspruch.) Nach einer hier vorliegenden Reutermeldung aus Rom ist der japanische Marineattach6 in Rom Commander O h t a n i im Schlafzimmer eines Hotels in Neapel erhängt aufgefunben worben. Es hanbelt sich zweifellos um Selbst - mord. Ohtani war Montagnachmittag im Hotel angekommen. Er hatte wenig oder gar kein Gepäck bei sich. Als um 20 Uhr ein Hotelangestellter an die Zimmertür klopfte, erhielt er keine Antwort. Er öffnete die Tür unb fanb Commanber Ohtani im Babezimmer tot auf. Er hatte sich mit Hilfe eines Handtuches am Brausetrichter aufgehängt. Ein Brief oder ein sonstiger Hinweis auf bie Grünbe der Tat würben nicht gefunben.

Aus aller Wett.

Die BVG.-Räuber hingerichtet.

Berlin, 17. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Iustizpressestelle teilt mit: Heute früh um 6 Uhr würben bie sogenannten BVG. -Räuber, ber 22 Jahre alte Erwin Hilbebranbt, ber 24 Jahre alte Alfons Hoheisel, ber gleichaltrige Willi Krebs unb ber 31 Jahre alte Erich Achtenhagen, im Hofe bes Strafgefängnifses Plötzensee von dem Magbeburger Scharfrichter burch bas Beil hingerichtet.

Zu ber Hinrichtung teilt bie Justizpressestelle mit: Die vier Verbrecher waren durch das Urteil des Schwurgerichts beim früheren ßanögeridjt II in Berlin vom 6. Juli 1933 wegen gemeinschaft­lichen Mordes und wegen gemeinschaft­lichen Raubes mit Todeserfolg zum Tode verurteilt worden. Die von ihnen gegen dieses Urteil eingelegte Revision wurde im Dezember vorigen Jahres vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Der preußische Ministerprä­ident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil die Ver­urteilten monatelang Raubüberfälle verübten, sich als berufsmäßige Verbre­cher erwiesen und eine jedem geordneten mensch­lichen Zusammenleben feindliche Gesinnung gezeigt haben. Sie waren als Schädlinge au betrachten, die für bie Volksgemeinschaft endgültig verloren waren.

Die Taten dieser k o m m u n i st i s ch e n Unter­menschen haben monatelang die Berliner Bevöl­kerung in Aufregung unb Schrecken versetzt. So hatte die Staatsanwaltschaft seinerzeit 13 im Ber­liner Westen auf Passanten, Tankstellen unb Laden- geschäste verübte Raubüberfälle zur Anklage ge­bracht. Die Verbrecher fanden mit der Erschießung des Architekten Sauer am Abend des 13. Mai 1932 in einer Gastwirtschaft in Martendorf unb mit der Ermordung des BDG.-Jnspektors Meyer am 15. September 1932, bei der der Bande 33 000 Mk. Bargeld in die Hände fielen, ihren Höhepunkt. Die Verurteilten, die größtenteils der sog.Clique E i e r s ch l a m m" angehörten, haben mit einer bei- piellosen Kaltblütigkeit und Roheit die unglaub- I i cf) ft e n Banditen st reiche ausgeführt und scheuten sich dabei keineswegs, rücksichtslos über Leichen hinwegzugehen. Ihr Plan ging.sogann dahin, von dem durch bie zahlreichen Ueberfälle erlangten Gelb einen eigenen Kraftwagen zu erwerben, ber ausschließlich für ihre Raubüber­fälle benutzt werben sollte.

Auf dem Transport vom Polizeipräsidium zum Untersuchungsgefängnis unb später burch ausge­tauschte Kassiber haben sie selbst weitere von ihnen begangene Straftaten an ben Tag gebracht. So würben von ber gleichen Verbrecher- banbe in der Nacht zum 1. Juli 1932 lieber» äHe auf bie beiben nationalsozialisti- chen VerkehrslokaleZum alten Zielen" unbDie Ameise" gemacht unb babei insgesamt neun Nationalsozialisten zum Teil chwer verwunbet. Bei allen Taten ver- roenbeten sie vorher an bie Banbenmitglieber ver­teilte Pistolen. Bei ihrer Verhaftung würbe neben anderen Beweisstücken sogar eine Maschinen­pistole beschlagnahmt.

22 Arbeilsbieustkamerabeu gemeinsam getraut

Eine Veranstaltung, die wohl wie selten eine an­dere den Gemeinschaftsgeist des neuen Deutschland zeigte, fanb in Heidelberg statt: die Karnerab- chaftshochzeit von 22 Angehörigen des Frei­willigen Arbeitsbienstes. Dse 22 Hochzeiter kamen aus den verschiedensten Orten Nordbadens und wurden am Bahnhof festlich empfangen. Sie wur­den dann zur Stadthalle geführt, wo sie an einem großen gemeinsamen Mittagessen mit Eintopfgericht teilnahmen. Auf bem Universitätsplatz wurden die Paare im Beisein des Reichsstatthalters Wagner zueft standesamtlich vom Bürgermeister und bann die 17 evangelischen Paare ebenfalls unter reiem Himmel kirchlich getraut. Dann ging der Zug nach der katholischen Kirche, wo die Trau­ung der fünf katholischen Paare erfolgte.

unb ber Prüfungskommission bei Einsendung mitzu- teilenben Ladenpreises beträgt.

Für die bereits erschienenen einschlägigen Werke muß nachträglich um ben B i! I i g u n g s v e r- mert nachgesucht werden.

Oer Saarausschuß tagt in Nom.

Rom, 16. April (DNB.) Im Außenministerium sand am Montag bie Sitzung bes Ausschusses statt, ber vom Völkerbund beauftragt worden ift, bie mit ber Saarabstimmung zusammen- hangenben Fragen zu beraten. Der Ausschuß, ber "ch aus Baron A l o i s i als Präsibenten, C a n - P o ( o unb Lepez Olioan als Mitglieber zu- sammensetzt, hat bie Prüfung ber juristischen Gutachten unb ber verschiebenen Schriftstücke begonnen, bie ihm seit seiner letzten Sitzung zuge­gangen sinb, um seinen Bericht vorzubereiten, ber höchsten Sitzung bes Völkerbunbsrates vom 14. iJcat unterbreitet werben soll. Die nächste Atzung roirb am Dienstag, 24. April, ftattfinben.

Aufführung deutscher Festspiele im Saargebiet untersagt.

nli?>.axrb<5ücf<ln- 16- April. (DNB., Das Mit- glieb ber Regierungskommission für innere Anqe- Di e VbiCx Aufführung folgender beider ' P fbas Saargebiet untersagt: Itas deutsche Herz an der Saar" von Hanns Maria 8ÜrflVarbteUtWee 5)°i,en" DOn Prof. Dr.

SA. und NSDFB.

Eine Ergänzungs-Anordnung des Stabschefs.

München, 16. April. (DNB.) Das Presseamt der O b e r st e n S A. - F Ü h r u n g teilt mit: Im Hinblick auf die kürzlich erfolgte Bildung des Natio­nalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) erläßt Stabschef Röhm für die SA. eine Ergänzungsanordnung, wonach die Zuge­hörigkeit von Angehörigen der SA. z u m NS.-Frontkämpferbund auch für biejenigen freiwillig ift, die bisher Mitglieder des Bundes Stahlhelm gewesen sind. Ein Z w a n q Zur Mitgliedschaft darf jedoch nicht aus- geubt werden. Ebenso ist die frühere Ver­pflichtung auf Bund unb Bunbesführer gemäß § 7 der getroffenen Vereinbarung erloschen. In kei­nem Falle dürfen Führer des NSDFB. Führer­stellen in der SA. innehaben. Die Eingliederung der SAR. I wird nach den hierfür erlassenen Bestim­mungen weiter durchgeführt.

Wo steckt Trotzki?

Mit unbekanntem Ziel abgefahren.

Paris, 16. April. (DNB.) Der ehemalige ruf- stsche Volkskommissar Trotzki hat am Montag­vormittag in Begleitung seiner Frau Barbizon verlassen. Trotzki ist im Kraftwagen mit un­bekanntem Ziele weitergereist.

Nur ein Ausflug? Die Wühlarbeit des Agitators.

.Paris, 17. April. (DNB. Funkstwuch.)Ma- tin will berichten können, daß Trotzki am Mon-

Sie Schußmaßnchmen,,weiier verschärf

Mit Waffen und Gummiknüppeln gegen Gefangene. - Hungerstreik als Abwehrmittel gegen die Gewalt.