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in den Gießener Familienblättern
im Wirtschaftsleben, die ihre Wirkung auf die Aus-1 6.05 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühmeldungen. 7.10: landsgläubiger nicht verfehlt hatten, das Bekannt- Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachwerden der Zurückziehung der Auslandgelder, führ»*richten. 11.50; Sozialdienst. 12: Mittagskonzert L
Mr freuen uns, unsere Leser zum ersten Male mit einem größeren Prosawerk des Dichters Hans Franck bekannt machen zu können, der ihnen seit Zähren aus zahlreichen Beiträgen als ein Meister der Anekdote und der Novelle wohlvertraut ist. „Die Schufterkngel" - das ist die dramatisch bewegte Schicksalsgeschichte des mecklenburgischen Sandwerksmeisters August Micheelsen, ein echtes Stuck deutschen Lebens, wie es vor kurzem — in anderer Landschaft, aber aus gleicher Liebe — die Erzählungen von Friedrich Schnack und Wilhelm Schäfer geschildert haben. Der neue Roman beginnt am Montag
des für um
dadurch betätigt, daß sie mit Vollendung Baues, ab l.Ianuar 1934, die Zinssätze Hypotheken, Darlehen und Kredite erneut ein halbes Prozent gesenkt Hal.
Gießen und der näheren und weiteren Umgebung durch den Bau für sich und ihre Belegschaften Arbeit.
Durch diesen, den neuzeitlichen Bedürfnissen entsprechenden Um- und Erweiterungsbau erhielt die Bezirkssparkasse Gießen neue schöne Geschäftsräume.
Die Sparkasse ist damit dem Wahnwort der Regierung, alle Kräfte in den Dienst der Wirtschaft und der Arbeitsbeschaffung zu stellen, freudig gefolgt. Sie Hal aber auch ihre Bereitwilligkeit, zu dienen und nicht zu verdienen.
„Die Schuslerkugel" °° HansFranck
„Ehret Eure deutschen Meister!" (5) Ludwig van Beethoven. 13.15: Mittagskonzert II. 14.30: (Nur Kassel): Nachrichten. 14.40: Kinderstunde. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 17.30: „Das bißchen Ehrlichkeit, das nötig ist." Vortrag. 17.45: Volkstümliche Lieder. 18.25: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins heute. 19: Stunde der Nation: Neues von Joseph Haydn. 20: Nachrichten. 20.10: „Mein Kleingärtchen!" 20.25: Aufstand um Henriette". Ein Hörspiel. 21.10: Anton Bruckner:. Erste Sinfonie in C-Moll. 22: Nachrichten. 22.15: Du mußt wissen ... 22.25: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Zwischenprogramm. 23: Nachtkonzert, Werke von Hans Fleischer. 24 bis 1: Nachtmusik.
Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger besucht das Basaltwerk Nickel.
* Oberwiddersheim (Kreis Büdingen), 16. März. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, Ministerialrat Ringshausen und andere Vertreter der Regierung besuchten gestern das hiesige Basaltwerk der Firma Johannes Nickel. Sie besichtigten eingehend die ausgedehnten Anlagen des Werkes und verfolgten mit größtem Interesse und Verständnis den Gang der Steingewinnung, Verarbeitung und des Abtransportes. Besonders begrüßt wurde, daß das Werk seinerseits durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einer großen Zahl Erwerbsloser für einige Monate Arbeit und Brot gibt. Am Schlüsse der Besichtigung wurden noch zwei größere Steinsprengungen ausgeführt, die den Herrn Reichsstatthalter und die übrigen Vertreter noch besonders interessierten.
Nach der Besichtigung begrüßte der Inhaber des Betriebes, Herr Karl Nickel, im Beisein der ganzen Belegschaft, die zur Zeit über 200 Köpfe beträgt, den Herrn Reichsstatthalter Gauleiter S p re n g e r und Ministerialrat Ringshausen, sowie die übrigen Herren mit einer kurzen Ansprache, die in einem „Sieg-Heil!" auf den Herrn Reichsstatthalter, den Herrn Reichspräsidenten und unseren Dolkskanzler Adolf Hitler ausklang. Der Reichs st atthalter dankte und gab seiner Freude Ausdruck, daß durch das ausgedehnte heimische Basaltvorkommen die Möglichkeit gegeben sei, einer großen Zahl Volksgenossen Beschäftigung und Verdienst zu geben. Er gab weiter der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß es den Arbcitsbe- schaffungsmaßnahmen der Regierung in Kürze gelingt, alle Volksgenossen in den Arbeitsprozeß einzugliedern. Wenn jeder Volksgenosse in der Arbeitsfront das richtige Verständnis für die hohen Ziele unserer Regierung habe, dann werde es nur Segen für Volk und Vaterland bringen.
Als Vertreter der Gemeinde war der Bürgermeister und Zellenwart Müller zugegen. Die Bevölkerung begrüßte trotz des unerwarteten Besuches den Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger mit lebhaften Heilrufen, die Kinder brachten ihm die ersten Frühlingsblumen freudig dar. Nach etwa ein* stündigem Aufenhalt fuhren die Herren wieder ab.
Rundfunkproqramm.
Sonntag, 18. Rlärj
6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. 10.15: Katholische Morgenfeier. 11: Konzert der Saarsänger. 11.30: Volkmusik. 12.05: Konzert, Musikzug der Leibstandarte Adolf Hitler unter Leitung von Musikmeister Müller-John. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: „Gemischte Gesellschaft". 14.20: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft. 14.30: Stunde des Landes. 15: Blas-Konzert. 16: Kasperle-Stunde. 17: Unter- Haltungs- und Tanzmusik. 18: Zum 60. Geburtstag von Börries von Münchhausen. Vortrag. 18.20: Fröhliches Zwischenspiel. 18.50: Don Heilbronn- Ausschnitt aus dem Hockey-Spiel Süddeutschland gegen Mitteldeutschland. 19.10: Giovanni Boccaccio: „Der Falke". 19.50: Sportnachrichten. 20: Sinfonie Nr. 3 (Rheinische) Es-Dur op. 97 von Robert Schumann (Südfunkorchester). 20.30: Evvioa. Ein Hörspiel von Enrico Caruso. Don Curt Elwenspoek. 22: Nachrichten. 22.40: Zwischenprogramm. 23: Tanzmusik der Kapellen Wilcken und Boerschel. 24 bis 2: Nachtkonzert.
IHonfag, 19. Würz
und Leihkassen"
In Gießen entstand schon zu Anfang des Jahres 1833 bei mehreren Wannern der Stadt der Gedanke, ähnlich, wie an anderen Orten, auch hier eine „Spar- und Leihkasse" zu errichten.
Als hauptsächlicher Zweck einer solchen Kasse wurde bezeichnet: „der unbemittelteren Klasse der Unter- thanen, insbesondere den Dienstboten in hiesiger Stadt Gelegenheit zu geben, auch kleinere Geldvorräte jederzeit zinstragend und mit Erfolg kündbar anzulegen und hierdurch zugleich das Bestreben nach einem Erwerb durch Sparsamkeit zu wecken, letzteres um dem verderblichen Wucher auf eine dauernde Art zu begegnen."
Schon anfangs des Jahres 1833 hatte ein Ausschuß, der sich zur Errichtung einer „Spar- und Leihkasse" gebildet hatte, Statuten entworfen und sie am 10. Juni 1833 an den damaligen Kreisrat des Kreises Gießen, Geheimrat Knorr. übersandt, um die Gemeinden des Kreises Gießen für die Anstalt zu interessieren und die Garantie für sie zu übernehmen.
Neben der Haftung von Privatpersonen, die darin bestand, daß jedes Mitglied eine Aktie von 5 Gulden — übrigens unverzinslich — übernehmen mußte, mußte versucht werden, die Garantie der s Gemeinden zu erlangen, um — wie es in den Akten ■ heißt: „Die Garantie der Kasse und das Zutrauen 311 derselben zu fördern."
In der Folgezeit wurde nun versucht, die Anstalt auf eine breitere Grundlage zu stellen. Der damalige Kreis Grünberg wurde noch in den Bereich des Sparkassenbezirks gezogen. Am 22 Dezember 1833 erging dann von den Großherzogl. Kreisräten Geh. Rat Knorr in Gießen und Ouvrier in Grünberg, eine Einladung zum Beitritt zu einem Verein für „Errichtung einer Kredit- und Sparkasse für die Kreise Gießen und Grünberg auf Montag, den 6. Januar 1834 in den Saal des Gasthauses „Zum Einhorn" in Gießen
In dieser Versammlung wurde ein gegen früher verbesserter Entwurf der Statuten vorgelegt und angenommen. Nach diesem Entwurf war die Bürgschaft (Garantieübernahme) der Gemeinden nur als eine beschränkte vorgesehen. Diese beschränkte Haftung wurde dann von den meisten Gemeinden angenommen. Interessant ist, daß schon der damalige Entwurf der Statuten neben der Realkreditgewährung auch schon den Personalkredit kannte.
Am 7. Oktober 1834 fanden die Statuten die landesherrliche Genehmigung des Großherzogs, während die „Gesellschaftsbeamten", also der Direktor, Rechner und Sekretär, am 19. Wärz 1834 gewählt wurden.
Die Anstalt wurde in der Folgezeit durch die Mitgliedschaft von Privaten und die erwähnten Bürgschaften getragen, von dem „Spar- und Leihkasse- Derein für die Kreise Gießen und Grünberg".
Die Sparkasse erfreute sich in der Folge einer stets steigenden Sympathie des Publikums. Ende 1834 betrug der Stand der Einlagen, die übrigens in den Statuten als „Darlehen an die Kaste" bezeichnet wurden = 18 218 fl., Ende 1913 stieg dieser auf 21 246 413 Mark, die auf 22 784 Sparbücher angelegt waren
Im Jahre 1846 wurden die zum Kreise Grünberg gehörigen Orte abgetrennt und die in dieser Stadt bis dabin bestehende Filiale in eine selbständige Sparkasse umgewandelt Durch den Friedensschluß mit Preußen im Jahre 1866 trat wiederum eine Verkleinerung des Bezirks der Sparkasse ein, indem die bis dahin zur Sparkasse gehörigen Orte des Hinterlandes: Krumbach. Fellingshausen, Königsbern. Rodheim a. d. Bieber, Frankenbach, her- mannftein, Naunheim, Waldgirmes an Preußen abgetreten wurden, heute besteht in Rodheim eine eigene Zwecksparkasse, der die genannten Orte größtenteils als „Haftungsgemeinden" angehören.
Der Bezirk der hiesigen Sparkasse umfaßt heute die Stadt Gießen und 39 Landgemeinden mit etwa 75 000 Einwohnern.
In den auf die Gründung folgenden Jahrzehnten nahm nun die Sparkasse eine rasche Entwicklung: so erreichen Ende des Jahres 1874 die Spareinlagen einen Bestand von 1 200 934 fl. Manche segensreiche Einrichtung wurde mit der Sparkasse verbunden, so die 1881 gegründete „Pfennigsparkasse", die 1889 ganz auf die Sparkasse überging.
Doch nicht nur der Erweckung des Spürsinnes galt die Aufgabe der Bezirkssparkasse in der Folgezeit, sondern auch dem Gedanken, „wohltätigen und gemeinnützigen Zwecken" zu dienen, am Gemeinwohl auch in anderer Weise mitzuarbeiten, als nur durch Anregung zum Sparen und durch her- gabe von Darlehen an den Mittelstand.
Im Jahre 1841 wurde zum erstenmal der bewährten Sparern unter den Dienstboten" in Form von „Zinsennachzahlungen" Prämien bewilligt.
Diese Prämien erreichten später allmählich höhe von insgesamt 1200 Mark pro Jahr. Auch an „brave Dienstboten", Sie mindestens 10 Jahre lang bei ein und derselben Herrschaft gedient hatten, wur-
Die Gründungszeit der Sparkassen fällt in eine Zeit bitterer Not und Armut des deutschen Volkes.
Als Ende des 18. und anfangs des vorigen Jahrhunderts durch Gemeinden, sonstige kommunale Körperschaften oder durch Private, Sparkassen ins Leben gerufen wurden, bot Deutschland ein Bild innerer Zerrissenheit. Durch lange Kriege waren die Länder arm geworden, durch Brandschatzung waren die Dörfer und Städte zum Teil zerstört, das Volk in Not geraten.
Allenthalben machte sich Wucher und schnöde Habsucht breit. Der kleine Mann, insbesondere der Mittelstand, war dem Treiben gewissenloser Wucherer preisgegeben.
Da entschlossen sich in den verschiedensten Teilen des Vaterlandes einsichtige Männer zur Gründung von „Ersparniskassen", „Leihkasten", die zum Teil auch den Bestrebungen auf „Minderung der Ar- menlaften" ihre Entstehung verdankten. Allen gemeinsam ist aber der Gedanke, der minderbemittelteren Bevölkerung Gelegenheit zu bieten, ii)re kleinen Ersparnisse sicher anzulegen, ihr im Falle der Not und für das Alter einen Rückhalt zu bieten.
Mit den „Ersparniskassen" waren meist die sog. „hilfskaffen" verbunden, deren Zweck es war, „redlichen, unverschuldet in Not versetzten Land- und Gewerbsleuten, welche keine Mittel zur Abstellung derselben besitzen, mit Kapitalien gegen billige Verzinsung und fristenweise Rückzahlung, aufzuhelfen und sie in bürgerlichen Ehren zu erhalten."
Nachdem im übrigen Reiche bereits eine ganze Anzahl solcher Kassen errichtet worden waren, wurde als erste in Hessen im Jahre 1827 eine Sparkassen in Mainz (städtische) und im gleichen Jahre die „Sparkassenanstalt für den Kreis Dornberg (letztere wurde im Jahre 1833 auf den Kreis Groß-Gerau ausgedehnt) gegründet. In die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts entfallen dann in Hessen weitere Gründungen von „Spar-
den Prämien verteilt.
Zur Förderung von Lehranstalten für Handwerker, Kaufleute, für landwirtschaftliche Zwecke, Lese- oereine, wurden große Summen aufgewandt; so erhielt z. B. zum ersten Male 1859 die Handwerkerschule in Gießen eine Unterstützung, nachdem schon 1843 den Industrieschulen in den Gemeinden des Svarkassenbezirks eine solche bewilligt worden war. Reiche Unterstützungen erhielten im Laufe der Jahre auch die Kleinkinderbewahranstalten. Von Anstalten, die sich mit der Krankenpflege befassen, wurde 1879 das Kinderhospital in Bad-Nauheim mit einem Betrage bedacht, ihm schloß sich der „Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege" an, der von 1883 ab laufend Unterstützungen erhielt. Desgleichen wurde der „Verein für Krankenpflege" durch Bei
ten zu einer neuen großen Erschütterung des Der-! trauens des sparenden Publikums, zur Julikrise 1931.
Die bekannten Ereignisse des Juli 1931, der 13. Juli 1931 brachte die besorgten Sparer vollends in Verwirrung. Es setzte ein Ansturm auf die Sparkasse ein, wie er selbst in den Augusttagen 1914 nicht festzustellen war. Das Vertrauen der Sparer war vollständig erschüttert Bis in den Herbst 1932 hinein setzten sich die Abhebungen, die die Einzahlungen meistens ganz erheblich überstiegen, fort. Erst von Ende 1932 an trat eine allmähliche Beruhigung ein.
Die Bezirkssparkasfe Gießen, die über reichlich liquide Wittel verfügte, hat auch diese schwere Krisenzeit, ohne irgendwelche Kredite in Anspruch nehmen zu müssen, überstanden.
Inzwischen hatte der sich immer mehr und mehr erweiternde Geschäftsverkehr, insbesondere die Ausdehnung des Giroverkehrs, und die hierdurch bedingte Annahme weiteren Personals die Erweiterung der Geschäftsräume dringend notwendig gemacht. Durch den Ankauf von Nachbargrundftücken konnte man sich zur Ausführung eines Um- und Erweiterungsbaues entschließen, der im April 1933 nach einem von Herrn Architekten Hans Brandt (Berlin) — Spezialarchitekt für Bank- und Spar- faffenbauten — ausgearbeiteten Projekt, bei welchem Herr Architekt Hamann (Gießen) die örtliche Bauleitung hatte, begonnen und anfangs 1934 fertiggestellt wurde, bzw. der Benutzung des Spar- kastenbetriebes und des Publikums übergeben werden konnte. Während des ganzen Sommers und herbstes 1933 und noch anfangs 1934 erhielten zahlreiche Handwerker und Gewerbetreibende der Stadt
Das eben zu Ende gegangene 100. Geschäftsjahr der Bezirkssparkasse Gießen, das Jahr 1933, ist zu einem Jahr der Schicksalswende des deut- ch e n Volkes geworden. Dem leidenschaftlichen, unerbittlichen und zähem Kampf eines Mannes, des Volkskanzlers Adolf Hitler, ist es gelungen, auf allen Gebieten, über alle Schranken und Zerklüftungen hinweg, die die Kräfte des Volkes lahmgelegt hatten, eine Umwälzung zu schaffen, die sich auf das gesamte menschliche, soziale und auch wirtschaftliche Leben erstreckt.
Auch die Bezirks sparkasse Gießen hat mit der Entwicklung neuer Aufgaben ihren alten und vornehmsten Zweck, zu welchem sie vor hundert Jahren, von weitschauenden, von Gemeingeist erfüllten Männern gegründet worden war, nie außer acht gelassen. Sie wird auch in Zukunft daran festhalten, den S p a r g e d a n k e n in die Bevölkerung hineinzutragen, den schwächeren Wirtschaftskreisen, besonders auch dem Mittelstände, durch Kredithilfe zu dienen, wohltätige und gemeinnützige Zwecke zu fördern, in wahrer Volksverbundenheit auf dem beschrittenen Wege weiter zu arbeiten, zum Wohle der engeren Heimat und damit auch des gesamten deutschen Vaterlandes.
Von den Jahren 1925/26 an schien sich ein schneller Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft vorzube- reiten, doch fehlte es an einer starken Hand der Regierung, die rechtzeitig regulierend eingegriffen und der sich immer mehr breit machenden unseligen Pumpwirtschaft ein frühzeitiges Ende bereitet hätte. Die starke Verschuldung der deutschen Wirrschaft an das Ausland, die Kurzfristigkeit der Auslandkredite, die verschiedensten Zusammenbrüche, Konkurse usw. im Wirtschaftsleben, die ihre Wirkung auf die Aus-
träge unterstützt.
Die Diakoniffenstationen in den einzelnen Gemeinden erfuhren ebenfalls seitens der Sparkasse eine nicht unbedeutende Förderung. Leider mußte in der Kriegs- und Nachkriegszeit infolge allmählichen Schwindens der Rücklage von der Bewilligung von Beiträgen zu wohltätigen und ähnlichen Zwecken aus den Reingewinnen ganz abgesehen werden. Insgesamt wurden zu wohltätigen Zwecken ---913Markundl7 155 Mark aus den
Reingewinnen bewilligt. Diel Segen ist von den Anstalten, die seitens der Sparkasse reichliche Unterstützungen erfuhren, für die Bevölkerung des Bezirks ausgegangen.
Auf diesen gemeinnützigen Grundlagen setzte auch im 20. Jahrhundert für die Sparkassen, damit auch für die Bezirkssparkasfe Gießen — insbesondere feit Schaffung des Sparkasfenge- fehes vom 8. August 1902 — eine durchaus günstige Weiterentwicklung ein, die bis zum Ausbruch des Weltkrieges anhielt. In diese Jahre fällt auch die Errichtung des Geschäftsgebäudes in der Johannesftraße.
Eine starke Erschütterung erlitt die Entwicklung durch den Kriegsausbruch, die aber zu einer eigentlichen Vertrauenskrise nicht führte. Denn, soweit in den ersten Kriegsmonaten Angstabhebungen von Einlagen vorgenommen wurden, kehrten diese nach den unerhörten Erfolgen der deutschen Heere als „neue Einlagen" in den ersten Kriegsjahren zurück.
Erst das furchtbare Ende des Krieges, tue Politik der Nachkriegsjahre und vor allem die Zeiten der Inflation von 1920 bis 1923 zerstörten vollkommen das Vertrauen des sparenden Publikums zu den Sparkassen. Diese Nachkriegsjahre bis 1924 zählen zu den schwersten, die die Sparkasse zu bestehen hatte. Die dem deutschen Volk durch den Schmachfrieden von Versailles auferlegten und untragbaren Lasten zerstörten bas Dolksvermögen vollends, da auf feine Kosten die Leistungen an die Auslandsgläubiger erfolgen mußten.
Auch die Bezirkssparkasfe Gießen hat in diesen Jahren schwere Rückschläge erlitten. Die gesamte Rücklage war der Inflation zum Opfer gefallen, die Spareinlagen, die Ende 1913 21 246 413 Mark betrugen, waren fast vollständig zufammenge- schmolzen. Mit einem Spareinlagenbeftanb von 67 000 Billionen Mark und 21 700 Rentenmark und einem Giroeinlagenbestand von 35 600 Billionen Mark ging die Sparkasse in das neue Rechnungs- (Geschäfts-) Jahr 1924 über. Ende 1924 ereidjten die Spareinlagen wieder einen Bestand von über 1 000 000 Mark, die Giroeinlagen einen solchen von 771 000 Mark. Langsam kehrte das Vertrauen der Sparer wieder!
Wenn auch die im Juli 1925 geschaffenen Auf- wertungsgesehe den Gläubigern und Sparern keine volle Befriedigung gebracht haben, so trug doch die Tatsache, daß die Spareinlagen der alten Sparer überhaupt aufgewertet werden konnten, erheblich dazu bei, das Vertrauen des Publikums zu den Sparkassen wieder zu gewinnen und dem erneuten hinaustragen des Spargedankens unter die Bevölkerung den Weg zu bereiten.
In rascher Folge stiegen nun von Jahr zu Jahr die Spareinlagen bei der Sparkasse, Ende 1930 auf 14 200 000 Mark, die Giroeinlagen auf 2 500 000 Mark.
100 Zahle VezirNparkasse Gießen Von Sparkaffenvlrettor Zacheis.
| Jungvolk imEn-kampfe Oie Brotsammlung.
An allen Türen hängen nun die Brotmarken des oberhessischen Jungvolkes, künden von der Bereitschaft aller Opferfreudigen. Roch ein Tag, dann werden die Jungens übergeben dürfen, was sie mit freudigem Herzen gesammelt haben. Roch ein Tag, dann werden die Wagen mit Brote beladen in Begleitung des Jungvolks durch Oberhessen rollen.
An den einzelnen Standorten der Iungbanne werden Kundgebungen stattfinden, an die sich die Abfahrt der Wagen und gleichzeitig der Start der Stafetten anschlieht, die das gesamte Oberhessen durchlaufen mit den Urkunden über die gesammelten Brote.
Iungbann 1/116:
Kundgebung in Gießen um 8 Uhr morgens. , 3.15 Uhr Abfahrt der wagen über Butzbach — Fried- ; berg — Windecken — Hanau — Offenbach.
Verlauf der Stafette: 8.15 Uhr Start Gießen — ’ Butzbach — Friedberg — Vilbel — Offenbach.
Iungbann 2/116:
Samstag abend in Alsfeld Kundgebung. Abfahrt der Wagen und Abgang der Staffel nach 1 Grünberg. Sonntagmorgen 8 Uhr: Kundgebung in ' Griinberg. 8.15 Uhr Abfahrt der Wagen: Hungen — Wölfersheim — Friedberg — Windecken — Hanau — Offenbach.
Verlauf der Staffel: Grünberg — Ruppertsburg — Hungen — Utphe — Friedberg — Vilbel.
Iungbann 1/254:
9.15 Uhr Kundgebung in Friedberg. Anschließend Abfahrt der Wagen, Abgang der Staffel nach Vilbel.
Iungbann 2/25 4:
7 Uhr Kundgebung in Schotten. Anschließend Abfahrt der Wagen nach Büdingen — Lieblos — Hanau — Offenbach. Abgang bet Staffel: Samstagabend in Lauterbach — Schotten. Sonntagmorgen: Schotten 8 Uhr — Ridda — Dauernheim — Reichelsheim — Affenheim — Vilbel. Ab Vilbel werden die Staffeln mit Pferden weitergetragen. Eintreffen 17.20 Uhr Wilhelmsplah Offenbach.
Oberheffen! Tut eure Pflicht! Rur find es wenige Stunden noch zum Abschluß der Sammlung. Schließt euch nicht aus der großen Volksgemeinschaft aus, die nicht müde wird zu opfern.
heil Hitler!
Der Führer des Oberjungbannes 4/13, gez.: hernt. Philippi.
Weisse und gesunde Zähne


