Ser amerikanische Betrüger Mull aus abenieuer- licher Flucht aus Griechenland festgenommen.
Die Untersuchungen des Staviskys-Skandals ergeben immer wieder, daß die verschiedensten Pariser Regierungen, deren Mitglieder und nicht zuletzt auch nicht wenige von den zur Wahrnehmung der Interessen des Volkes gewählten Parlamentarier immer nur die eine Sorge hatten, daß dem Bayonner Großbetrüger nur kein Haar gekrümmt werde und er seine Raubzüge auf die Taschen der französischen Bürger ungestört durch die Polizei fortsetzen könne. Äehnliche Sorgen hatten einstmals auch bei uns gewisse Größen der Vergangenheit. Aber auch in Griechenland scheint es nicht anders auszusehen. Der Betrüger I n s u l l, der in Amerika unerhörte Reichtümer auf Kosten vertrauensseliger Mitbürger zusammenraffen und dann das Weite suchen konnte, muß es verstanden haben, die ganze Aufmerksamkeit verschiedener griechischer Minister in Anspruch zu nehmen. Jedenfalls hat er burch seine Flucht einen Mini st er st urz aus- gelöst.
Jnsull hat seine Flucht sehr sorgfältig vorbereitet. Durch Mittelsmänner hat er in London den griechischen Dampfer „M a i o t i s" g e - charchert, um Griechenland vollkommen unbemerkt
verlassen zu können. Als alte Frau verkleidet hat er sich dann des Nachts aus seinem Hause geschlichen. Als seine Flucht mit dem Dampfer „Maiotis" bekannt wurde, nahm ein griechi- scherTorpedobootszerstörersofortdie Verfolgung auf. Das Kriegsfahrzeug konnte die „Maiotis", die bereits bis zur ägyptischen Küste gelanat war, noch rechtzeitig einholen und nach Pyräus zurückgeleiten. Nachdem der g r i e - chischeJnnenministerimZusammenhang mit der Flucht Jnsulls gezwungen worden war, seinen R ü'ck t r i t t einzureichen, ist auch d e r Polizeipräsident von Athen seines Amtes enthoben worden. Nach der Rückkehr des Dampfers „Maiotis" in den Piräus wird Samuell Jnsull sofort an Amerika ausgeliefert werden.
In Toronto (Kanada) hat das Berufungsgericht nach einem Juristenstreit von 17 Monaten die Auslieferung Martin Jnsulls an Amerika angeordnet. Martin Jnsull, ein Bruder Samuel Jnsulls, wird bekanntlich mit diesem zusammen großer Betrügereien in Chi- kago beschuldigt, die zum Zusammenbruch des Jnsull - Konzerns führten.
Die Bildung der Berlrauensräle in den Betrieben
Voraussetzungen für die Bestellung zum Vertrauensmann.
Berlin, 16. März. (DNB.-Funkspruch.) A m t - l i ch wird mitgeteilt: Wie aus Anfragen zu entnehmen ist, haben sich in Betrieben bei der Bildung der Vertrauensräte verschiedene Zweifel sowohl über den Kreis der Abstimmungsbe- r e ch t i g t e n wie über den Kreis der als Vertrauensmänner in Betracht kommenden Personen ergeben. Zur Klarstellung teilt das Reichs- arbeitsministerium mit:
Zum Kreis der Abstimmungsberechtigten gehören alle Angehörigen der Gefolgschaft vom Lehrling bis zum leitenden Angestellten. Nicht abstimmungsberechtigt sind lediglich die Unternehmer selbst, bei juristischen Personen diejenigen Persönlichkeiten, die das aeschäftsführende Organ der juristischen Person bilden, also zum Beispiel die Vor st and s- mitglieder einer AG., die Geschäftsführer einer G. m. b. H. Nicht abstimmungsberechtigt sind ferner die zuyi Stellvertreter des Führers des Betriebes be- stellten Persönlichkeiten. Prokuristen werden hiernach in der Regel abstimmungsberechtigt sein, sofern sie nicht im Einzelfall Stellvertreter des Führers des Betriebes sind.
Als Vertrauensmänner können diejenigen abstimmungsberechtigten Personen bestellt werden, die den besonderen Voraussetzungen des § 8 des Gesetzes entsprechen. Das Gesetz schreibt vor: „Vertrauensmann soll nur sein, wer das 2 5. Lebensjahr vollendet hat, mindestens ein Jahr dem Betriebe oder Unternehmen angehört und mindestens zwei Jahre im gleichen oder verwandten Berufsoder Gewerbezweige tätig gewesen ist. Er muß die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen, der Deutschen Arbeitsfront anaehören, durch vorbildliche menschliche Eigenschaften Gewähr bieten, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt.
Von der Voraussetzung einer einjährigen Betriebsangehörigkeit kann bei der ersten Ernennung von Vertrauensmännern, die nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes erfolgt, abgesehen werden. Von den Voraussetzungen der Vollendung des 25. Lebensjahres und einer zweijährigen Tätigkeit im gleichen oder verwandten Berufs- ober Gewerbe
zweig kann gleichfalls abgesehen werden, wenn in besonderen Ausnahmefällen Personen, die neben den sonstigen Voraussetzungen auch den Erfordernissen des Alters und der zweijährigen Zugehörigkeit zum Berufs- oder Gewerbezweige entsprechen, nicht vorhanden sind. Die Zugehörigkeit zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ist nach dem Gesetz nicht Voraussetzung für die Bestellung als Vertrauensmann. Die Entscheidung, ob ein Vertrauensmann die Gewähr bietet, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt, ist nicht nach der Parteizugehörigkeit, sondern nach der Persönlichkeit des einzelnen Angestellten oder Arbeiters zu treffen. Bei der Auswahl der Vertrauensmänner ist neben der politischen Zuverlässigkeit entscheidender Wert auf ihr Sachverständnis zu legen, da sie andernfalls ihren Aufgaben nicht gerecht werden können. Es ist selbstverständlich, daß auch leitende Persönlichkeiten eines Betriebes — mit Ausnahme des Führers des Betriebes, der kraft feiner Stellung auch der natürliche Führer des Vertrauensrates ist — als Vertrauensmänner bestellt werden können.
Aushebung der Mitgliedersperre der AeuMen Arbeitsfront.
Berlin, 16. März. (DNB.) Das Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront gibt bekannt:
„Um den Volksgenossen, die noch nicht Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind, die Möglichkeit zu geben, die Mitgliedschaft zu erwerben, wird mit Wirkung vom 3 0. März d. I. die Mitgliedersperre der Deutschen Arbeitsfront aufgehoben. Die Aufhebung der Sperre soll es ermöglichen, daß Volksgenossen, die in der Wirtschaft tätig sind, und die als Vertrauensräte usw. nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit kandidieren wollen, die für die Kandidatur erforderliche Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront erwerben. Die Aufnahme wird über die Obleute der NSBO. in den Betrieben und die sonstigen Dienststellen der NSBO. und NS.-Hago vollzogen.
Der Klotz der poliüschen Auslandsverschuldung m Bein der deutschen Wirischast.
Reichsbankpräsident Or. Schacht über die Voraussetzungen zur Belebung des Welthandels und der Rohstoffmärkte.
Berlin, 16. März. (DNB.) Auf dem Jahresbankett der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland führte Reichsbankpräsident Dr. Schacht über das Auslandsschuldenproblem u. a. aus:
Seit vier Jahren leben wir in einer Krisis, die den Bestand der Weltwirtschaft langsam untergräbt. Wenn auch einzelne Volkswirtschaften eine gewisse interne Belebung zeigen, so wollen wir doch nicht verkennen, daß, international gesehen, das Geschäft nach wie vor außerordentlich schlecht liegt. Wir haben keine freie Wirlschafts- entwlcklung, weil die Politik ständig die Wirtschaft unter Druck hält. Das ganze Konglomerat von politischen und aus dem politischen Druck her- rührenden Schuldenverpflichtungen lastet als dauernder Alb auf der internationalen'Wirtschaft. Vor 10 Jahren hat der Dawes-Plan es klar ausgesprochen, daß internationale Schulden nur mit Waren und Dienstleistungen abgegol- t e n werden können und internationale Kreditoperationen die Abtragung von Schulden wohl zeitweilig verschleiern können, aber sie nicht endgültig ermöglichen. Es gibt aber immer noch Theoretiker, die glauben, daß die politischen Schulden aus dem Versailler Diktat durch seine Nebenabmachungen einmal voll bezahlt werden können. Diese Schulden können nur voll bezahlt werden, wenn der Gläubiger bereit ist, Waren des Schuldners in Zahlung zu nehmen. Bis jetzt hat sich herausgestellt, daß der Gläubiger hierzu nicht bereit ist. Der Gäubiger macht demnach die Bezahlung seiner Forderung unmöglich.
Daß man mit Anleihen eine Zahlungsfähigkeit nur vortäuscht, hat sich an den deutschen kommerziellen Schulden als richtig erwiesen; 10,3 Milliarden Mark aus den kommerziellen Anleihen sind niemals in die deutsche Volkswirtschaft hineingelangt, sondern direkt zu Reparationszahlungen verwendet worden. Diese 10,3 Milliarden Mark Schulden aber bestehen nun in kommerzieller Form weiter. Wenn man zu ihnen noch die Zinsen hlnzuzählt, und wenn man weiter beachtet, daß unsere Auslandsschuld heute nach den ungeheueren Rückzahlungen, die wir geleistet haben, nur noch 15 Milliarden Mark beträgt, so sieht man, daß der gesamte
heute noch bestehende deutsche Auslandsschuldenbetrag genau seinem politischen Ursprung entspricht, während wir alle die kommerziellen Schulden, die nicht für Reparationen, sondern für die deutsche Wirtschaft verwandt worden sind, restlos zu- rückgezahlk haben.
Die ganze Welt schreit förmlich nach neuer Wirtschaftsbetätigung und wird so durch den Schuldenklotz am Bein fe st gehalten. Die Deckung beläuft sich heute nur noch auf 274 Millionen. In der letzten Woche allein haben wir 45 Millionen RM. Gold und Devisen eingebüßt. Unsere Gold- und Devisendeckung beträgt heute 8 v. H. Eine weitere Kürzung der Devisenzuteilung für die Einfuhr wird die unmittelbare Folge sein müssen. Ich kann mir aber auch denken,daß es notwendig sein wird, die Einfuhr von Roh st offen unmittelbar zu beschränken. Damit ist die Frage der Belebung oder Nichtbelebung des Welthandels wieder aufgerollt. Denn ob man Deutschland mit Sympathie oder Antipathie gegenübersteht, ist völlig gleichgültig gegenüber der Tatsache, daß der Ausfall von 66 Millionen hochwertiger Verbraucher für die Weltwirtschaft ein Unglück bedeutet.
Man spricht immer davon, daß Deutschland sich autarkischen Bestrebungen zuwende. Aber die geschilderten Verhältnisse rechtfertigen es, wenn ich erkläre, daß nicht Deutschland sich der Autarkie zuwendet, sondern daß d i e sinnlose S ch u l d e n p o l i l i k gegenüber Deutschland uns in die Autarkie hlneinzwingt. wir haben keinen lebhafteren Wunsch, als einen internationalen handel zu treiben, wir können aber zur Zelt keine Erzeugnisse in der Welt mehr kaufen, weil man uns gezwungen hat, Schulden zu zahlen, die wir nicht aufbringen konnten, Schulden zu zahlen, für die wir niemals einen Gegenwert bekommen haben.
2ch sehe heute einen einzigen Mann in der Welt, der den Kern des internationalen Pro- b/erns richtig sieht und anzupacken entschlossen lst. Dieser Mann ist Präsident Roosevelt.
Wenn man das Große Los gewann!
Wie fühlt man sich, wenn man das Große Los gewonnen hat? Diese Frage bewegt alle Lotteriespieler, wenn wieder einmal der große Tage vorbei ist, und sie die Gewißheit haben, daß sie nicht zu den Glücklichen gehören, sondern wieder einmal andere vom Glück bedacht wurden. Es ist heute schwer, Gewinner des Großen Loses festzustellen, weil von der Lotterie die Namen nicht mehr bekannt gegeben werden, um die Gewinner vor Belästigungen zu schützen. Trotzdem bleibt es von dem einen oder anderen nicht geheim. Man muß schon sagen, daß das Glück seine Gaben diesmal gerecht verteilt hat. Es sind durchweg arme Leute und kleine Angestellte, denen der Segen in Form von 100 Tausend-Markscheinen in den Schoß fällt.
Eine Abteilung des Glücksloses wurde i n Magdeburg gespielt. Bei den glücklichen Gewinnern handelt es sich um zwei Beamte, einen Dreher und eine Witwe, die alle das Geld gut gebrauchen können. Besonders gerecht hat Fortuna gehandelt, indem sie das Los einem Taubstummen gab, der sein Dasein mit den geringsten Mitteln bestreiten mußte. Das Geld für ein Achtel-Los hatte er sich stets vom Munde abgespart. Immer wieder brachte er die drei Mark in dem festen Glauben an sein Glück auf. Zuletzt wollte es aber nicht mehr reichen und vor der letzten Ziehung war er entschlossen, aufzuhören. Auf einen Zettel schrieb er die Worte: „Ich kann nicht mehr bezahlen." Mit
diesem Zettel ging er wenige Tage vor Zeichnungsschluß zu seinem Lotterieeinnehmer, der ihm noch einmal zuredete, doch die fünfte Klasse, die die Hauptgewinne bringt, noch zu spielen. Mit vieler Mühe gelang es dem Taubstummen denn auch die drei Mark zusammenzubringen, die ihn über Nacht zum wohlhabenden Manne gemacht haben.
Die zweite Abteilung des Loses ist nach Berlin gefallen. Mit großer Mühe gelang es einem Journalisten, einen der Gewinner ausfindig zu machen. Er ist Angestellter und Vater von drei Kindern. Eine zeitlang ging es ihm sehr schlecht. Seit einiger Zeit hat er wieder Stellung gefunden. Er selbst möchte gern einmal nach Afrika und Indien reifen. Das war fein Spleen als Junge und jetzt wird er sich die große Reife leisten. Wenn feine Frau nicht mit will, dann nimmt er feinen ältesten Sohn mit. Seine Frau ist ganz aus dem Häuschen, sie wird aber wohl bald in ein eigenes kleines Häuschen hineinkommen, denn das Geld, das von der großen Reife nach Indien und Afrika übrigbleibt, wird auf die Bank gebracht werden. Denn abgesehen von dem Reisespleen ist der Gewinner ein solider Mann, der seine Stellung nicht aufgeben und auch keinem im Büro von feinem großen Glück etwas erzählen wird. Seine alten Eltern werden ihren Teil kriegen, aber alle anderen Verwandten und Bekannten wird er rausschmeißen.
Er hat niemals vergessen, daß die Wiederbelebung des internationalen Rohstoff m a r k t e s der Ausgangspunkt jeder wirtschaftlichen Gesundung der Welt sein muß. Zwischen 1929 und 1933 sind die Welthandelsumsätze von 277 auf 97 Milliarden Mark, also auf ein Drittel zurückgegangen. Diesem Verhältnis entspricht genau, daß Deutschland in 1929 für 7,2, in 1933 aber nur für 2,4 Milliarden Mark Rohstoffe eingeführt hat. Wenn es Roosevelt gelingt, für die wichtigsten Roherzeugnisse seines Landes und der Länder, an denen er als Gläubiger interessiert ist, stetige Abnehmer zu festen Preisen zu finden, so würde das die unmittelbare Gesundung nicht nur der amerikanischen Farmer bedeuten, sondern auch der südamerikanischen Länder, an deren Gedeihen Amerika und die übrigen Industriestaaten der Welt, besonders auch Deutschland, interessiert sind.
Jedes Land muh in sich selbst versuchen, die größtmögliche Belebung seiner inneren Produktionskräfte herbeizuführen. Innerhalb des ersten Regierungsjahres ist es unserem Führer Adolf Hitler gelungen, 2,7 Millionen Menschen wieder in den Arbeitsprozeß einzuführen, und es ist kein Zweifel daran, daß ein weiterer erheblicher Fortschritt im zweiten Jahr erzielt werden wird. Wir haben damit die inneren Voraussetzungen füreine Wiederbelebung desWett- .Handels geschaffen. Run gilt es, die große weitere Aufgabe zu lösen, den Welthandel wieder in Gang zu bringen. Die Bereinigung der zwischen st aallichen Verschuldung ist eine Vorbedingung hierfür. Ich sehe die Möglichkeit einer Verbindung diese Problems mit der von Präsident Roosevelt ins Auge gefaßten Besserung der Rohstoff m ä r k t e. Die Schulden der Vergangenheit lassen sich aber nicht aus dem gegenwärtigen Beharrungszustand, sondern aus der künftigen Geschäftsbelebung abzahlen.
Die Gründung der Reichsschast Hochschullehrer.
Berlin, 16. März. (DNB.) Der „Dölk. Beobachter" meldet u.a.: Nachdem in Preußen im Herbst v.J. die D o z e n t e n s ch a s t als staatlich ständische Organisation des akademischen Nachwuchses gebildet worden war, sind im Laufe der letzten Monate in fast allen deutschen Ländern ebenfalls Dozentenschaften auf Anordnung staatlicher Stellen entstanden.
Die einzelnen deutschen Dozentenschaften waren als „Deutsche Dozentenschaft" der Fachschaft 1 dem NSLB. beigetreten. Die endgültige Klärung des Verhältnisses zum NSLB. war aber bisher nicht erfolgt, nunmehr sind Anfang März die Verhandlungen über diese Fragen zwischen dem Führer des NSLB. Staatsminister Schemm und dem Führer der Deutschen Dozentenschaft im NSLB. Dr. (Breite erfolgreich abgeschlossen worden.
Die Fachschaft 1 im NSLB. heißt künftig: „Reichsschaft Hochschullehre r". Sie besteht aus der Deutschen Dozentenschaft und aus Einzelmitgliedern, d. h. allen deutschen Hochschullehrern, die nicht Mit- alieder einer örtlichen Dozenten- 1 chaft sind. Die „Reichsschaft Hochschullehrer" bildet eine Verwaltungseinheit entsprechend der Stellung eines (Baues. Der Leiter der Reichsschaft hat die Funktion eines Gauobmannes und beruft selbständig die Leiter der Untergliederungen. Im Sinne der Gemeinschaft aller deutschen Führer arbeitet die Reichsschaft im engsten Einvernehmen mit den landschaftlich zuständigen (Bauen. Ein vom beiderseitigen Vertrauen getragenes Mitglied der Reichsscha'st wird als Referent für Hochschulfragen für die bei jedem (Bau gebildete Abteilung „Erziehung und Unterricht" berufen
3m Anschluß an diese Regelung ist der Landesführer der bayerischen Dozentenschaft Professor Dr. Gall (München) als Referent in die Reichsleitung des NSLB. berufen worden. Ferner hat der Führer der „Reichsschaft Hockschullehrer" Ministerialrat Dr. Haupt Berlin) den Führer der Deutschen Dozentenschaft Dr Greif zum Führer d e r R e i ch s s ch a f t ernannt und ibn mit der Durchführung der gesamten Oraanisa- hon und Verwaltung beauftragt.
Ein musikalischer Abendempfang beim Reichspräsidenten.
Der Herr Reichspräsident Generalseldmar- schall von Hindenburg veranstaltete am Fr-i- tagabend einen musikalischen Abendempfang, an dem neben zahlreichen andern Gästen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichsaußenminister Freiherr von Neurath teilnahmen. Das Klingler- Ouartett spielte in bekannter Meisterschaft frag Mozartsche B-Dur-Quartett und das Haydnsche Kaiser-Quartett, und Kammersänger H. Schlußnus begeisterte die Zuhörer durch seinen wundervollen Gesang von Schumann- und Schubert-Liedern.
Die Industrie feiert die Arbeitsostensive am 21. Marz in den Betrieben. Berlin, 16. März (DNB.) Der Reichsverband der Deutschen Industrie teilt mit: Mit freudiger Zustimmung hat die Industrie den Rus der Reichsregierung, mit ihr und dem ganzen deutschen Volk zusammen den 21. März als Beginn der neuen Arbeitsschlacht zu feiern, ausgenommen. Handwerk und Handel werden diese Feiern in öffentlichen Versammlungen begehen. Dagegen wird die Industrie diese Feierstunde ihrer Struktur entsprechend in den Betrieben selb st abhalten, um hierdurch auch gleichzeitig der Volksverbundenheit von Werkführung und Gefolgschaft gerade ander Stätte der gemeinsamen Arbeit sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Bei dieser Gelegenheit wird die Werksleitung die seit dem 1. Oktober v.J. neueingestellten Arbeitskräfte feierlich in den Betrieb einführen und einen Ausblick auf d i e geschäftliche Entwicklung des Unternehmens in der nächsten Zeit geben.
Die Berichte stimmen darin überein, daß der Aufruf der Reichsregierung überall in der Industrie einen begeisterten Widerhall findet. Dem Reichsstand der Deutschen Industrie ist aus allen Teilen des Reiches gemeldet worden, daß die Durchführung der vorgesehenen Feier überall sichergestellt ist.
Gemeinsame Kunstreisen derLandbevölkerung in dieStadi.
In Kreisen des Deutschen Gemeindetages wird es als besonders notwendig empfunden, bessere und geeignetere Kulturarbeit für das Dorf zu leisten. Der Kulturreferent im Deutschen Gemeindetag, Dr. B e n e rf e, hat einen interessanten Vorschlag in dieser Hinsicht ausgestellt. Grundgedanke des Planes ist es, dem Bauern das zu geben, was die Stadt nur in ihren eigenen Mauern geben kann: Theater, Konzerte, Museen. Der Referent empfiehlt gemeinsame Kun st reisen der Landbevölkerung in die Städte. Wenn der Gemeindevorsteher oder sein beauftragter Kulturvertrauensmann mit den Intendanten der städtischen Theater, der Reichsbahn oder der Reichspost zusammenarbeite, bann werde eine Reisegesellschaft ihre Kunstreife für den halben Preis durchführen können, wie jeder einzelne Landbewohner, wenn er für sich eine Stadtreise unternehme. Weiter werde eine Z u - fammenarbeit von Landgemeinden mit kleineren Städten es ermöglichen, daß auf dem Lande selbst Vorstellungen von guten Wanderbühnen oder Konzerte guter Orchester durchgeführt werden. Dafür sei Zusammenarbeit mit der „Gesellschaft für Volksbildung", mit der „Deutschen Bühne", der „Deutschen Musikbühne" und dem Freilichtspielbund erwünscht, wodurch viele Möglichkeiten entständen, die städtische Kultur auf das Land oder mindestens bis an das Land heranzutragen. Selbstverständlich müsse bei all diesen Plänen be- rütfficf)tigt werden, daß der Bauer nicht über über« flüssige Zeit in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten verfüge. Während dieser Monate müsse versucht werden, die Stadtkultur auf öas Land reifen zu lassen. Dagegen sei cs in den Wintermonaten möglich, Kunstreisen durch« zuführen. Der Kulturwart des Dorfes müsse mit freudigem Herzen an die Arbeit gehen und dürfe sich durch erste Fehlschläge nicht entmutigen lassen.
Polsterung der 3. Wagenklaffe.
DNB. Berlin, 16. März. Um der notleidenden Industrie einen weiteren Arbeitsauftrag zukommen zu lassen, und um damit gleichzeitig den vielfachen Wünschen der Reisenden nach Erhöhung der Bequemlichkeit nachzukommen, hat sich die Reichsbahn entschlossen, die Sitze der HI. Wagenklasse polstern zu lassen. Für die Polsterung sind zunächst die O - Z u g- rn a g e n und die vierachsigen stählernen Eilzugwagen vorgesehen, ferner die Triebwagen, soweit sie nicht im Stadt- und Vorortverkehr verwendet werden. Noch im Jahre 1934 sollen die Sitze Hl. Klasse in den seit Beginn des Jahres 1919 in Betrieb befindlichen v-Zugwagen gepolstert werden. — Die Polsterung soll in der Weise geschehen, daß die Sitze eine Polsterung unter Verwendung der Regelfedern und die Rückenlehnen eine Filzauflage mit Plüschbezug erhalten.
Aus der Arbeit
der Strafrechtskommission.
Die Regierungskornrnifsion zur Erneuerung des Strafrechts, die der Reichsjustizminister Dr. Gür t« ner im vorigen Herbst einberufen und deren Der- Handlungen er persönlich geleitet hat, hat jetzt d i e Beratung des allgemeinen Teils bes
Gesetzbuches abgeschlossen. Damit sinb bie (Brunbltnien bes künftigen Strafrechts her- ausgearbeitet. Die Beratung bes-b e f o n b e r e n Teils bes Strafgesetzbuches beginnt am 16. April.


