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Nr. 41 Drittes Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für VberWen)

Samstag, 17.8ebruaNYZ4

Die Verlegung des Lahnbeltes bei Gießen.

Die Arbeit in der Tiefe des neuen Flußbettes. (Im Hintergründe links das Elektrizitätswerk.)

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Blick auf eine der Arbeitsbühnen.

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Auf dem Gelände an der Lahn, unterhalb des Elektrizitätswerkes, find zur Zeit wieder viele Hände bei der Arbeit, der Lahn ein neues Bett zu graben. Die Arbeit ist auf weite Sicht abgestellt. Sie soll eines Tages die Schiffahrt auf der Lahn bis nach Gießen ermöglichen. Das neue Bett wird in völlig gerader Linie geführt und schaltet dadurch den alten, dort vielfach gewundenen Lahnlauf aus. Die Maßnahme erfordert einen außerordentlichen Arbeitsaufwand. Insgesamt sind 67 000 Kubikmeter Erde zu bewegen. Die gesamte Arbeit ist auf 76 000 Tagewerke berechnet. In der Zeit vom 1. Dezember 1932 bis heute wurden schätzungsweise etwa 34 100 Tagewerke abgeleistet. Gegenwärtig sind etwa 105 Notstands- und 50 Pflichtarbeiter an zwei Arbeits­bühnen beschäftigt. Die Ausschachtungsarbeiten sind in dem jetzt bearbeiteten Abschnitt bis unmittelbar an die Lahn herangeführt. Das Bett ist bisher bis auf Mittelspiegel, und zwar auf eine Tiefe von etwa 3,1b Meter, ausgehoben. Das Uferprofil ist klar zu erkennen.

Hitler schafft Arbeit!

Bewilligte Maßnahmen im Reinhardt-Programm zur Arbeitsbeschaffung im Gebiet des Landesarbeits­amtes Hessen:

Maßnahme: Tagewerke:

Herstellung von Wasserleitungen zur Ver­besserung der Wasserversorgungsver­hältnisse in Wiesbaden-Bieb- rich 3300

Aufforstung von Oelandflächen, Som­born 628

Verbesserung der Wasserleitung, Kreis

Bensheim 1400

Umwandlung ertragslosen Niederwaldes in Hochwald, Gem. Langenhain 564

Dränage von 8,7 Hektar Ackerland 840

Aufforstung von 7 Hektar ertragslosen Niederwald in Hochwald, Gemeinde Röhrda 240

Aufforstung von Oedlandflächen im Um­fang von 155 Hektar, Gemeindezweck­verband Waldeck 7750

Klcinpflasterherstellung auf den Straßen Dorn-Assenheim Reichelsheim Bingenheim, Provinzial - Direktion Oberhessen 1800

Kleinpflasterherstellung auf der Durch-

gangsstrahe Nr. 5 Gießen Gelnhausen 2500

Herstellung einer Zementschotterdecke auf der 82-Strahe Nr. 63 Butzbach- Griedel Steinfurth Bad-Nauheim 4000

Herstellung von Mittel- u. Kleinpflasler- steinen sowie Randsteinen für später auszuführende Pflasterarbeiten auf den provinzialstrahen 3500

OerGauparieiiaginHeffen Nassau

Oie Vereidigung der politischen Leiter.

In acht Tagen findet, wie bereits bekanntgegeben, der große Gauparteitag in den 3 8 Kreisstädten des Gaues statt. Die Größe der Partei machte diese Dezentralisation im G a u Hessen-Nassau notwendig. In Frankfurt, dem Sitz der Gauleitung, wird sich nur die alte Garde des Gaues mit dem Gauleiter und eine Anzahl Kreisamtsleiter der PO. zu Sondertagungen zusammenfinden. Diese Veranstaltungen beginnen bereits am 24. Februar. Am Abend des Samstag wird von München eine Rede des Führers übertragen und im ganzen Reich von den ver­sammelten politischen Leitern und Amtswaltern ge­meinsam ungehört.

Am Sonntagmoraen wird die Hitlerjugend um 7 Uhr in den Kreisstädten den Tag der V e r- eidigung der politischen Leiter mit einem großen Wecken einleiten, worauf um 8 Uhr die Aufstellung der politischen Leiter der Partei und der Amtswalter der Sondergliederungen erfolgt.

Die Vereidigung wird um 11 Uhr durch den Rund­funk vom Stellvertreter des Führers Pg. Rudolf Heß vorgenommen. Hierbei werden sämtliche poli­tischen Leiter der Partei, sämtliche Amtswalter der Sondergliederungen und sämtliche Hitlerjugendführer Deutschlands mit der Formel vereidigt:

Ich schwöre Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den mir bestimmten Führern unbedingten Gehorsam."

Es kann schon jetzt gesagt werden, daß der 24. und 25. Februar in ganz Deutschland, be­sonders aber in Hessen-Nassau., die Straßen der Städte in das Zeichen dieser großen politischen Demonstration der Partei stellen werden. Die Be­völkerung wird ihre Verbundenheit mit der Partei als der Kraftquelle des neuen deutschen Lebens durch stärkste Anteilnahme zum Ausdruck bringen.

Feierliche Enthüllung eines Hiller-dildes im Gießener Studentenhaus

Die Gießener Studentenschaft hatte für Freitagmittag die Dozenten und die Vertreter der Korporationen und Fachschaften zur feierlichen Enthüllung eines Hitler-Bildes, wel­ches von der Deutschen Wehr schäft in Er­innerung an den Verbandstag 1933 in Gießen der Gießener Studentenschaft übergeben wurde^ einge­laden.

Der Chor des studentischen Kameradschaftshauses eröffnete die kurze Feier mit dem LiedBrüder in Zechen und Gruben". Darauf begrüßte der Füh­rer der Gießener Studentenschaft die zahlreich erschienenen Dozenten und Studenten und erteilte dem Geschäftsführer des Gießener Studen­tenwerkes

Direktor Friedrich Grebe

das Wort. Dieser führte u. a. folgendes aus:Als Beauftragter der Deutschen Wehrschaft habe ich an Sie, Kamerad Adam, als den Führer der Gieße­ner Studentenschaft, ein Bild unseres Füh­rers Adolf Hitler zu übergeben, welches in diesem Hause seinen Platz finden soll.

Die Erkenntnis von den tieferen Ursachen unserer völkischen Not, die zur Bildung der nationalsoziali­stischen Bewegung geführt hatte, ist auch für die Gründung der Deutschen Wehrschaft am 29. Juni 1919, dem Tage von Versailles, ausschlaggebend ge­wesen.

Der Verband entstand im Rahmen des Deutschen Waffenstudententums, gegründet und getragen aus dem Erlebnis des Frontkämpfers. Seine Haltung war neu, und das Alte hatte nur Bestand, soweit es den geistigen und soziologischen Erfordernissen der noterfüllten Gegenwart unseres Volkes gerecht wurde. Die Deutsche Wehrschaft forderte von ihren Angehörigen keinenationale" Einstellung schlecht­

hin, sondern sie forderte das Bekenntnis zur völki­schen Weltanschauung, sie forderte ein Blutsbekennt­nis. Adolf Hitler, der den gleichen Kampf vom Volke aus aufnahm, den die Deutsche.Wehrschaft zur selben Zeit innerhalb eines bestimmten Stan­des begann, hat durch seinen Sieg über den unpolitischen deutschen Menschen die natürliche Folgerichtigkeit einer völkischen Staatsentwicklung bewiesen.

Der Deutschen Wehrschaft erwuchs aus ihrer kämpferischen Zielsetzung ein von Jahr zu Jahr stei­gender Widerstand, der nicht zuletzt durch die übri­gen studentischen Verbände genährt wurde. Der alles ergreifenden Wucht der nationalen Revolu­tion im Frühjahr 1933 stand die Deutsche Wehr­schaft nicht fassungslos gegenüber, sie hatte das Er­eignis dieser Tage ersehnt und hatte seit ihrer Grün­dung dafür gekämpft unter den größten Opfern und trotz nicht erlahmender Angriffe seitens ihrer Gegner.

In den Ostertagen des Jahres 1933 tagte der Ver­band in den Räumen des Gießener Studenten­hauses, und der Erinnerung an diese Tage, die die Ziele der Wehrschaft durch den Sieg ihres Schirm­herrn und Volkskanzlers Adolf Hitler verwirk­licht sahen, gilt dieses Bild, welches ich im Namen meines Verbandes enthülle und der Gießener Stu­dentenschaft übergebe, zugleich als Ausdruck der Verbundenheit der Deutschen Wehr- schast und der Deutschen Studenten­schaft in ihrem Kampf um das Dritte R e i ch."

Kamerad Adam

Übernahm im Namen der Gießener Studentenschaft das gestiftete Bild und gab der Hoffnung Ausdruck, daß künftighin im Gießener Studentenhaus ein

Oie Rasputiza im Wolgadeutschen Lande.

Von Loses Ponten.

Es schneite draußen stark.

In diesem Jahr hatte es nur einen armen Win­ter in den Südländern gegeben, der Schnee hatte sich weit nach Norden zurückgezogen plötzlich und gerade an dem Tage, an dem Christian in den Sprengelvorort Holstein gefahren war, stieß der Schnee wieder vor. Es schneite dicht und lautlos bei völliger Windstille. Flocken und Wattebäusche kamen daher, dick wie Kinderfäuste, wollig, als würden alle Wolkenschäfchen der Himmelsflur auf einmal ge­schoren. Die Luft war mild, fast warm, der Himmel schien ausdrücken zu wollen, daß er es trotz neuem Winter gut meine, es solle ein Vergnügen sein, sich beschneien zu lassen. Gestreichelt wurde man, dick bedeckt wurde man, eingehegt in himmlische Wolle und gab man sich der Lust, sich so angenehm be­schneien zu lassen, nur ein wenig hin, so war man bereits eingeschneit. Christian und der Pfarrer traten bald, nachdem sie sich verwundert ein Weilchen umgeschaut hatten, in den Kriliz zurückschwer zogen sie die Windfangtür hinter sich zu, so viel Schnee war gefallen, während sie draußen gestan­den hatten. Kaum konnten die zur Abfahrt schon angeschirrten Pferde noch ausgespannt und in den Stall gebracht werden. Eines solchen Schneefalls er­innerte sich weder der Pfarrer noch der Schulmeister. Wer draußen war, mußte elend umkommen. Nicht die Länge eines ausgestreckten Armes weit konnte man sehen. Vom Pastorat bis zum Glockenstuhl war nicht /netter als ein Steinwurf, aber weder der Stallknecht des Pfarrers noch dieser selbst noch der Schulmeister aus Bellmann durften es wagen, hinauszugehen und die Glocke Verirrten zum Weg­zeichen zu läuten. Es wäre auch sinnlos gewesen zu läuten, der Glockenton würde nicht über das Dorf hinausgedrungen fein, aller Schall starb so­fort im Schnee, aus Weiche und Wolle kam kein Hall. Die weite Welt beschränkte sich plötzlich für einen Menschen, der draußen war, auf ihn selbst, er bekam Angst, er fühlte sich total allein, er be­gann zu laufen, wenn er noch eine Richtung wußte, er erreichte ein Haus, und dort, bei seinesgleichen entging er der über ihn hereinbrechenden Weltangst.

Man schichtete im Pfarrhause von Holstein dem unfreiroiigen Gaste das hohe Bett auf. Am Mor­gen wurde es nicht Tag, das Haus war eingeschneit vis über hie Fenster.

Das Schneien hörte auf. Man grub Gassen von Haus zu Haus, die auf einen Mittelgang münde­

ten. Der lockere Schnee würde, tags ein wenig I tauend und nachts frierend, unter eigener Schwere sich setzen, man würde Christian einen Schlitten geben, und er würde heimeilen können.

Aber es fror nachts nicht, und der Schnee blieb auch nicht liegen. So unversehens wie der verspätete Schnee aus Norden gekommen war, tat sich ein Wind aus Süden auf. Schwarzmeer und Kaspis schickten ihn und die bereits lange sonnenwarmen Kalkfelsen der Krim. Der Südwind warf sich schwer und warm auf den Schnee, der gar nicht aufwir­belte, sondern naß wurde und in sich zusammen­brach. Zusammenschrumpfte, man konnte es sehen, man konnte es messen mit der Uhr in der Hand. Die Häuser tauchten sichtbar aus einer absinkenden Wollwelt empor. Der Wind tobte und raste. Am Mittagsgebirge der Krim blühten schon Lorbeer und Myrte, an der Küste von Kolchis in der warmen Meerfeuchte Teesträucher und Orangenbäume, die Kalmücken im Manytschlande verbrannten den Win­termist ihrer Herden nirgendwo riecht so der warme Tauwind auf der Welt!

Der Himmel atmete die Erde an und atmete sie nackt. Als wollte der überalterte Winter sich auf die schnellste Weise davonbringen, an Ort und Stelle unsichtbar werden, in der Erde verschwinden, verwandelte der Schnee sich schleunigst in Wasser.

Jeder Fußbreit Landes bekam plötzlich die Auf­gabe, einen auf ihm stehenden Turm von Schnee auf das schnellste zu verarbeiten. Die Erde schluckte, füllte sich, und schluckte wieder, bis zum Aeußersten.

Und so schmolz in zwei Tagen all der Schnee.

Aber vollgesogen, wie das Land vom Wasser war, ein Polster, ein Schwamm, war es nicht mehr im­stande, ein kleines Gewicht zu tragen. Die Erdhasen kamen aus ihren Höhlen hervor, sich vor dem Er­trinken zu retten; aber sie hüpften nicht wie sonst über die Flur, sondern, die Läufe mit dicken Erd­hosen bedeckt, krochen sie wie Schlangen. Matt ge­worden im warmen Wind, wagten die Vögel nicht, am breiigen Boden zu rasten.

Christian ging vor die Tür des Pastorats von Holstein und schaute nach der Gegend hinüber, wo Bellmann lag. Den Belagweg vom Kriliz bis zum Hoftor' konnte man gehen, wenn man sich nichts daraus machte, daß die Tonplatten wie Klavier­tasten sich bewegten und einem aus den Fugen Wasser an die Beine spritzte. Aber der Steig ent­lang den Höfen schien sich auflösen zu wollen und die Koloniestraße war ein schwarzer Sumpf. Auf Springsteinen querte ihn, was in den Höfen auf der anderen Seite zu tun hatte, und wer von den Alten nicht mehr springen konnte, war vom Gassen- i gegenüber abgeschnitten, mochte in den Häusern oor- I gehen was wollte. Eine Karre auf der Straße lief

I mit dem Kasten über den Boden hin, ähnlich einem Schlitten, ihre Speichenräder wurden Radscheiben; die Pferde aber schienen auf den Knien zu gehen, sie zogen vor jedem.Schritt die Beine mühsam aus einer schlürfenden Erdröhre, und bald blieben sie stehen, schweißtriefend, sich zu verschnaufen. Der Fuhrmann, der nur von einem Dorfende zum an­dern unterwegs war, gab das Fahren schon in­mitten der Kolonie auf, verzichtete darauf, innerhalb von acht Tagen heimzukehren und stellte Wagen und Pferde bei der Kirche ein. Christian sah sich das, fiebernd vor Ungeduld, an.

Grün war, von Holstein aus gesehen, die Luft hinüber nach Bellmann, eigentümlich grün, gelb auch und wieder grün. Man konnte den Kirchturm von Bellmann eben sehen. Christian war von Un­ruhe bis an denKolonialrand oonHolstein oorgetrieben worden. Hier aber hörte die begehbare Welt auf. Die Dörfer waren Inseln im Schlamm-Meer der Steppe, Schmutzig-weiße Schneepatzen lagen hier und da hinter dem Windschirm einer Bodenwelle, in einer Fahrrille, in einer Fußspur. Aber auch sie ver­gingen, zusehends, und wenn es still war, hörte man sie langsam verapern. Der Grund glänzte vor Nässe. Vor Christian in der Bahn des auf die Steppe hinausführenden Weges hing schief eine Tarantasse halb versunken, der Fahrkasten saß auf dem Boden, es war dem Fuhrmann noch gelungen, die Pferde auszuspannen und wegzuführen. Im Widerschein des grauen Himmels schien das speckig- nasse Ackerland leicht angeschneit.

Es war erst Nachmittag, aber die Nacht begann schon hereinzusinken. In den Streifen von Grün und Gelb und wässrigem Blau in der Luft mischte sich Grau, und das nasse Braun und Speckigblanke des Bodens, den die Schneeflecke mit unreinem Weih durchfcheckten, fingen an zu dunkeln. Der Wind knatterte und fauste, jetzt hielt er ein und fiel dann gewaltig nieder. Wer festen Grund ün der Jnfelküste des Dorfes hatte, mochte sich darauf hal­ten. Da und dort steckte eine deutsche Kirche den Zeigefinger ihres mageren Turmes über den Rand der Landschaft herauf, die metallne Faust der Kir­chenkuppel von Russisch-Tscherbakoffka ließ sich auch sehen, aber die Dörfer waren in der Tauzeit fern wie sibirische; unerreichbar. Man mußte bleiben, wo man war und sich einrichten. Der Wind blies von Sstden mit Macht.

Wie ein an ein Eiland Geworfener irrte eine Woche lang Christian rundherum im Außenkreise von Holstein und schaute hinaus auf das Meer von Erde, unfähig, es betreten zu können. Der Süd­wind war warm und süß. Schneefetzen verschwan­den. Aber jede Karrenspur wurde ein eiliger Bach, und in allen Geländefalten brauste reißendes Was­

ser. Das Licht wechselte noch immer zwischen Grün, Gelb und Braun. Am Himmel eilten fetzige Wdl- ken nach Norden.

Man hatte Zeit auf der Insel Holstein im Dreck­meer Rasputiza. Rasputiza sagen die Russen und meinen den Weltschmutz der Tauwoche. In der Rasputizazeit steht das öffentliche Leben des Landes still. Rasputiza zur Tauzeit in Rußland ist wie das Chaos vor Zeitbeginn im Weltall; nur der Geist Gottes konnte es beschreiten.

Zeitschriften.

Der Mann, der die Lithographie erfand, ist in Deutschland und der Welt wenig bekannt ustd doch hat er der Menschheit mit seiner Erfindung bedeutsame Werte geschenkt. Die Leipziger 111u - strirte Zeitung" (Verlag I. I. Weber) hat darum dem Erfinder, Alois Senefelder, anläßlich feines 100. Todestages einen großen, reich illustrier­ten Sonderbeitrag gewidmet. Der Text und die Bil­der, unter denen sich ein mehrfarbiges Offfetbfptt befindet, geben einen interessanten Ueberblick über das Leben Senefelders, seine Erfindung und deren Entwicklung. Das Heft enthält außerdem noch eine mit bisher unveröffentlichten Bildern aus- geftattete Reportage aus der italienischen Feier­abendbewegung (Dopolavoro) sowie einen Bilder­artikelErziehung zum Führertum". Daneben fin­den wir ausführliche Sonderbeiträge aus dem Ge­biete der Literatur, des Theaters und der Mode.

Oochfchulnachnchten.

Professor Dr. Wilhelm Kaehler, Ordinarius der Nationalökonomie an der Universität Greifs­wald, der dem kommissarischen preußischen Kabi­nett vom 1. November 1932 bis 2. Februar 1933 als stellvertretender Reichskommisfar für Kultus und Unterricht angehörte, ist im Alter von 63 Jah­ren in Berlin verstorben. Kaehler stammte aus Halle und studierte dort und in Berlin Rechts- Wissenschaft und Nationalökonomie. 1897 habilitierte er sich in Halle. 1900 wurde er zum Ordinarius an der Technischen Hochschule in Aachen ernannt und folgte 1914 einem Ruf an die Universität Greiss- wald, wo er bis zu feinem Lebensende als oröent» kicher Professor wirkte. Kaehler gehörte als deutsch- nationaler Abgeordneter viele Jahre dem Preußi- schen Landtage an. Seine Verdienste sind von der nationalsozialistischen Regierung durch die (Ernen­nung zum Mitglied der Akademie für Deutsches Recht anerkannt worden.