lionen Reservisten alles Material bereitliegen, Bombengeschwader, Geschütze aller Art, Minenwerfer, Maschinengewehre, Gewehre und Flammenwerfer, um im Nu dieses Millionenheer marschieren zu lassen. Daß die SS. und SA. nicht einmal Waffen besitzen, ist offenkundig. Wogegen sich Deutschland wandte, war nicht eine unparteiliche Kontrolle, aber diese Kontrolle muß überall mit den gleichen Maß- städen angesetzt werden und darf nicht einseitig gegen Deutschland gerichtet sein. Alles Drehen und Deuteln, um den eingefrorenen französischen Standpunkt zu retten, kann die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß Frankreich jeden positiven Vorschlag zur Angleichung der Rüstungen zuruckweist.
Die Engländer beurteilen wohl die Aussichten einer weiteren unmittelbaren deutsch-französischen Aussprache sehr gering. Sie rücken deshalb ihren eigenen Vermittlungsvorschlag mehr in den Vordergrund, der für den Fall gedacht war, daß der Faden zwischen Deutschland und Frankreich abriß. Dieser Zeitpunkt könnte jetzt gekommen sein. England will ihn aber nicht abwarten, sondern schon vorher eine neue Verhandlungsbasis schaffen. In Rom und in Berlin wird Eden dabei kaum irgendwelche Schwierigkeiten haben. Die deutschen Noten und die Rede des Reichskanzlers haben ja deutlich genug gezeigt, daß wir zu dem denkbar weitesten Entgegenkommen bereit sind, sobald nur der gute Wille auf der anderen Seite vorhanden ist. Denn wir wollen ja bis zur äußersten Grenze abrüsten, unter der einen Voraussetzung, daß auch die anderen Staaten das tun und nur, soweit unsere Nachbarn ihre Sicherheit für so gefährdet halten, daß sie mit allen technischen Mitteln eine Verteidigungsstellung beziehen zu müssen glauben, verlangen wir für uns das gleiche Recht, schon weil kein anderes Land aus seiner Lage in Mitteleuropa und aus der Gestaltung seiner Grenzen heraus so bedroht ist wie wir. Die Abrüstung bleibt also für uns die grundsätzliche Forderung, und erst als Ersatz kommt für uns der Ausgleich der Rüstungen in Frage. Nach der französischen Note ist kaum noch ein Zweifel darüber möglich, daß die neue französische Regierung an eine Abrüstung ernsthaft nicht denken wird. Eden wird daher die deutsche Gleichberechtigung in der Richtung eines deutschen Rüstungsausgleiches mehr in den Vordergrund schieben. Und aus der englischen Presse glauben wir auch herauslesen zu dürfen, daß London sich den notwendigen Folgerungen nicht verschließt. Eden wird also in Berlin jedes Entgegenkommen finden bis an die Grenzen, die der deutschen Regierung durch die Selbstachtung und die Notwendigkeiten der nationalen Sicherheit gesetzt sind.
Oer Gaarausschuß des Völkerbundsrats.
Der Polizeiantrag der Regierungskommission bis zum März verschoben. Genf, 16. $ebt. (DRB.) Der Dreierausschuß für.die Saar hat Freitag nachmittag mit den zugelassenen Völkerbundsbeamten und juristischen Sachverständigen etwa zweieinhalb Stunden beraten. Trotz aller Geheimniskrämerei sind die wichtigsten Ergebnisse der Freitagstagung des Saarausschusses durchgesickert. Die Frage der etwaigen Inanspruchnahme ausländischer Polizeitruppen ist auf die Märztagung des Ausschusses verschoben worden, da darüber keine Einigung möglich war. 7Nan rechnet noch mit zwei bis drei Tagungen bis zur Sitzung des Völkerbundsrates im 7Nai. IRit der Einsetzung eines Juristenausschusses wird schon für Samstag gerechnet. Unsicher bleibe, ob der Ausschuß über den genauen Termin für die Saarabstimmung und über die Einsetzung des Abstimmungskomi- tees schon Beschlüsse fassen wird.
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Zu der Forderung des Präsidenten Knox, während der Abstimmungszeit eine internationale Polizeitruppe'im Saargebiet zu stationieren, schreibt die „Sa ar front" u. a.: Die Saarbevölkerung steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß eine solche internationale Polizeitruppe überflüssig ist und daß Dank der vorbildlichen Disziplin es auch in der Erregung des Abstimmungskampfes durchaus möglich ist, die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung durch die vorhandenen einheimischen Polizeikräfte zu gewährleisten, die ja in ihrer höchsten Spitze noch nicht einmal einem Saarländer, sondern einem Franzosen unterstehen. Die Saarbevölkerunq gibt der Erwartung Ausdruck, daß der Dreierausschuß nicht etwa seine Entscheidung auf Grund dieses Vorschlages der Saarregierung fälle. Es wäre vielmehr Aufgabe des Ausschusses, an Ort und Stelle unter Fühlungnahme mit den wirklich berufenen Vertretern der Saarbevölkerung selber zu prüfen, ob diese Forderung der Regierungskommission berechtigt ist oder nicht. Unter dem Einfluß der marxistischen Greuelpropaganda ist im Ausland die Meinung aufgekommen, daß im Saargebiet schon jetzt alles drunter und drüber gehe. Ausländische Journalisten, die in das Saargebiet gekommen find, geben offen ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß im Saargebiet eine solche m u st e r g ü l - tige Ordnung herrscht. Die Saarbevölkerung ist gewillt und entschlossen, komme was da kommen mag, auch weiter eiserne Disziplin zu wahren. Sie hat aber dabei den dringenden Wunsch, daß alles vermieden wird, was zu einer Verschärfung der Lage führen muß. Man wird erwarten dürfen, daß der Dreierausschuß diese Frage auch einmal unter diesem Gesichtspunkt prüft. Das Ergebnis einer sorgfältigen Prüfung kann nur das sein, daß unter feinen Umständen internationale Polizei ins Saargebiet entsandt werden darf. — Im gleichen Sinne äußert sich die katholische Presse im Saargebiet.
Kleine politische Nachrichten.
Die in Berlin unter dem Vorsitz von Frank C. Tiarks (London) zusammengetretene S t i l l h a l t e- konferenz ist beendet worden mit dem Ergebnis, daß das am 28. Februar 1934 ablaufende Stillhalteabkommen durch ein neues Abkommen mit Laufzeit bis 28. Februar 1935 verlängert wird. Eine allgemeine Kürzung der Kredite findet diesmal nicht statt. Es wurde eine vorläufige A u f - fchiebung der Ratenzahlungen vereinbart, die die deutsche Golddiskontbank aus ihrer Garantieverpflichtung bis Ende Februar 1935 zu leisten hätte. Das Registermark-System, das sich für Deutschland wie für die ausländischen Gläubiger gut bewährt hat, wird fortgesetzt. Das Kreditvolumen, das durch das neue Kreditabkommen erfaßt wird, beträgt zu ietzigeu Deoiienkurlerr noch
rund 2,6 Milliarden Mark, worin ca. 270 Millionen Mark ungenutzte Linien enthalten find.
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Reichspr ä f i dent von Hindenburg empfing den Reichshandwerksführer Schmidt-! Wiesbaden, dessen Stellvertreter S e l e n y - Berlin und den Generalsekretär Dr. Schild, welche Über die Neuorganisation des Handwerks, die Durchfüh- rung des Führerprinzips im Handwerk und die gebesserte wirtschaftliche Lage berichteten. Der Herr Reichspräsident wies auf die wichtigen Aufgaben und die Bedeutung des Handwerks für das gesamte Volk hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr auch für das Handwerk wieder bessere Zeiten gekommen sind.
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Der Reichskanzler empfing in Gegenwart des Reichsminifters Rudolf Hetz den Schwaben- bifchof Dr. Augustin Pacha von Temes- v a r, in dessen Begleitung sich der Vizepräsident der deutschen Fraktion in der rumänischen Kammer Abg. Dr. Franz Kräuter und der Führer des Reichsverbandes für die katholischen Ausländsdeutschen Dr. Clemens Scherer befanden. Der Bischof entbot dem Reichskanzler die Grüße der Banater Schwaben und wünschte ihm für das große Werk der Erneuerung und des Wiederaufbaues des deutschen Volkes Gottes reichen Segen.
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Das preußische Staatsministerium hat ein Gesetz beschlossen, das die bisherigen Bestimmungen über die Zusammensetzung der Prooinzialräte in einigen Punkten abändert. Das Gesetz ist vom preußischen Ministerpräsidenten erstmals mit den Worten verkündet worden: Im Namen des Reiches verkünde ich für den Reichskanzler das vor
stehende Gesetz, dem die Reichsregierung ihre Zustimmung erteilt hat.
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Reichsdauernführer R. Walther D a r r 6 hat den Reichskommissar für Milchwirtschaft, Freiherrn von Kanne, mit der Leitung der Reichshauptabteilung II des Reichsnährstandes beauftragt. Die Reichshauptabteilung II, die aus dem früheren Deutschen Landwirffchaftsrat hervorgegangen ist, hat alle mit dem Hof des Bauern in Beziehung stehenden praktischen Fragen zu betreuen. Der bisherige Leiter Dr. Karl K r ä u t l e wird mit einem wichtigen Auslandauftrag betraut werden.
Laut Verfügung des Geheimen Staatspolizel- amtes ist das bis zum 17. März 1934 ausgesprochene Verbot der „Deutschen Wochenschau" derart abgekürzt, daß die Nummer vom 24. Februar 1934 wieder erscheinen darf.
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In japanischen Kreisen Mukdens wird erklärt, daß die mandschurische Regierung die Zwecklosigkeit von Verhandlungen mit Sowjetrußland über den E r - werb der chinesischen O st bahn eingesehen und beschlossen habe, die Bahn auf Grund eines Gesetzes zum Schutze der Selbständigkeit des mandschurischen Staates zu beschlagnahmen.
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In Neufundland, dem ältesten Dominion Großbritanniens, wird die Regierung durch eine Regierungskommission ersetzt werden. Diese besteht aus drei von Großbritannien und drei von Neufundland ernannten Kommissaren. Die Aenderung war kürzlich vom britischen Parlament wegen der finanziellen Schwierigkeiten der Insel bewilligt worden.
Der 25. Februar - Heldengedenktag.
Berlin, 16.Febr. (DRB.) Der fünfte Sonntag vor Ostern (25. Februar) wird a t s Helden- gedenktag einheitlich im ganzen Reiche begangen. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat die Landesregierungen ersucht, die zur würdigen Begehung dieses Tages erforderlichen Maßnahmen unverzüglich zu treffen und besonders alle Lustbarkeiten zu verbieten.
Am Sonntag, dem 25. Februar, findet in der Reichshauptstadt um 12 Uhr ein Staatsakt in der Staatsoper Unter.den Linden mit folgendem Programm statt: Trauermarsch aus der Eroica von Beethoven, Gedenkrede des Reichswehr
ministers von Blomberg, Lied: Ich halt' einen Kameraden!, Einzug der Götter in Walhall aus der Oper „Rheingold" von Richard Wagner, das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Der Staatsakt wird auf alle deulfchen Sender übertragen.
Die im ganzen Reiche angetretenen Amtswalter der R S D A P. und ihrer Unterorganifatio- nen hören nach der Vereidigung die Ueber- tragung des Staatsaktes auf den Aufmarfchplähen. Rach dem Staatsakt findet ein Vorbeimarsch der Reichswehr und anderer Forma- ti o n e n statt.
Aus aller Well.
Schönheitspflege tut not.
Im Informationsdienst der Deutschen Arbeitsfront bejaht Dr. M. G a r n i ch die Frage, ob die deutsche Frau Schönheitspflege treiben solle. Er sagt, daß es Frauen gebe, die die Schönheitspflege als Luxus und „undeutsch" bezeichneten. Manche bildeten sich ein, wegen dieses Irrtums besonders frauenhaft und besonders deutsch zu sein. In Wirklichkeit sei die Sache so, daß Anmut und Gepflegtheit nicht nur als erlaubter, sondern sogar als unbedingt wichtiger Schmuck zum Bilde der deutschen Frau erscheinen. Leider gestatteten die wirtschaftlichen Lebensverhältnisse bisher den wenigsten Frauen, ausreichenden Gebrauch von diesem Schmuck zu machen. Schönheit und Gepflegtheit seien aber um so mehr ein erstrebenswertes Ziel für jede Frau, als sie ohne Gesundheit nicht denkbar sei. In eingehenden Darlegungen weist der Verfasser darauf hin, daß Schönheitspflege bereits so lange getrieben wird, wie die Menschheit besteht, und daß auch die alten Germanen sich an der Schönheitspflege beteiligten, indem sie zum Beispiel, wie der Römer Plinius berichtet, ihren Körper mit Butter und Deien einrieben und Buchholzasche zum Haarfärben benutzten. Der Referent betont zum Schluß, daß man bei der Schönheitspflege allerdings die deutschen Erzeugnisse bevorzugen müsse und daß wir in Deutschland wirklich nicht ausländische Parfüms nötig hätten, da an wissenschaftlicher Zuverlässigkeit und Sorgfalt der Herstellung das deutsche kosmetische Erzeugnis Weltruf besitze.
Der Tabakverbrauch steigt.
Es wird mehr geraucht in Deutschland, aber es wird billiger geraucht. Im Jahre 1932 wurden in Deutschland noch 2108 Millionen Mk. für Tabakwaren ausgegeben, im Jahre 1933 nur noch 2043 Millionen Mark. Auf den Kopf der Bevölkerung find die Ausgaben um 3 o. H. von 32,48 Mark auf 31,45 Mark zuriickgegangen. Der Zigarrenverbrauch ist von 84 auf 87 Stück pro Kopf der Bevölkerung gestiegen, der Zigarettenverbrauch von 483 auf 506 Stück. Der Verbrauch von Rauchtabak ist aber von 533 Gramm auf 513 Gramm zurückgegangen. Der Mehrverbrauch von Tabakwaren ist eine Folge der verminderten Arbeitslosigkeit. Dem widerspricht nicht, daß der geldliche Aufwand der Raucher 1933 geringer war, als 1932. Die Ursache liegt vielmehr in der Verbilligung der Tabakwaren. Besonders bei Zigaretten wurden zahlreiche billige Marken eingeführt. Der Durchschnittspreis der Zigarre ist von 11,05 Pfennig im Jahre 1932 auf 9,75 Pfennig im Jahre 1933, und der Durchschnittspreis der Zigarette von 3,8 im Jahre 1932 auf 3,6 Pfennig im Jahre 1933 gefallen. Aus dem Umstand, daß, während der Verbrauch an Zigarren und Zigaretten gestiegen, der Verbrauch aber an Tabak gefallen ist, kann geschlossen werden, daß viele Pfeifenraucher zur Zigarre übergegangen sind.
Römerfunde in der Pfalz.
An dem umstrittenen Brunholdisstuhl bei Bad Türkheim (Pfalz) wurden Versuchsgrabungen vorgenommen. Man fand eine Inschrift, aus der sich einwandfrei ergibt, daß sich hier ein römischer Stei.nbruch befand. Er diente offenbar der 22. Legion, die in Mainz lag. Nach früheren Funden hat sich hier vor der Besitzergreifung durch die Römer eine germanische Kultstätte befunden. Eine ähnliche Inschrift wie am Brunholdisstuhl ist in der Nähe von Reinhardsbrunn bet Zabern im Elsaß bekannt, wo eine Felswand als Steinbruch der in Straßburg liegenden 8. Legion bezeichnet wird.
Wildschwein greift eine wandernde Schulklasse an.
Als eine Knabenklasse aus dem Ort Föhren (Landkreis Trier) einen Schulausflug in den Wald machte, sichteten die Jungen auf einer Waldwiefe ein Wildschwein. Plötzlich sprang das Wildschwein auf die Knaben zu und griff sie an. Diese versuchten ihr Hell in der Flucht und kletterten auf
die Bäume. Ein Junge wurde jedoch von dem wütenden Eber erreicht und zu Boden geworfen. Geistesgegenwärtig eilte der Lehrer hinzu und versuchte mit seinem Spazierstock gegen das Wildschwein vorzugehen. Dadurch konnte sich der Knabe in Sicherheit bringen, doch auch der Lehrer mußte schließlich Reißaus nehmen. In der Zwischenzeit hatten die anderen Jungen einen Jagdhuter benachrichtigt, der das Wildschwein mit einem wohlge- Aielten Schuß zur Strecke brachte. Der Jagd- Hüter, als bester Wildschweinschütze weit und breit bekannt, hat mit diesem Abschuß sein 50. Wildschwein in wenigen Jahren erlegen können.
Sühne für die Ermordung des SS.-IHannes von der AHL
Unter außerordentlichem Andrang des Publikums wurde in dem Prozeß gegen die Mörder des SS.- Manns Kurt von der Ahe vom Berliner Sondergericht folgendes Urteil verkündet: Der 25jährige Arbeiter Richard H ü 1t i g wird wegen schweren Landfriedensbruches in Tateinheit mit versuchtem Mord zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. 14 weitere Angeklagte wurden zu insgesamt 94 Jahren Zuchthaus und 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Mit diesem Urteil wird eine Mordtat gesühnt, die sich vor etwa einem Jahr in Charlottenburg ereignet hat; dort wurde, wie erinnerlich, der Scharführer der SS. Kurt von der AH6 bei Nacht auf offener Straße von Kommunisten überfallen, niedergeschlagen und erschossen. Der Urteilsverkündung wohnten die Frau und zahlreiche Kameraden des SS.-Mannes von der AH6 bei.
Seinen schweren Brandwunden erlegen.
Wie gemeldet, hatte in dem Koblenzer Vorort Moselweiß eine Anzahl Kinder „Feuerchen gespielt", wobei die Kleider eines neunjährigen Schülers Feuer fingen. Mit schweren Brandwunden war der Junge ins Krankenhaus gebracht worden; Wie jetzt aus dem Krankenhaus gemeldet wird, ist der Junge den Brandwunden erlegen. Die Aufnahmesperre für den Kampfring der Deutsch-
Oesterrercher im Reich aufgehoben!
Die von der Reichsleitunq des Kampfringes verfügte Mitglieder-Auknahmesperre ist seit 6. Februar 1934 vorübergehend aufgehoben, so daß foroohl öfterreidjiMt'’, als auch reichsdeutsche Staatsangehörige als Mitglieder aufgenommen werden können. Der Kampfring dient durch feine Aufklärungstätigkeit dem Gesamt-Deutschtum.
Von der karnevalssihung auf die Bühne.
In der großen Mainzer Fremdensitzung wirkte im musikkünstlerischen. Teil als Sängerin Elisabeth Müller aus Mainz mit, deren Darbietungen begeisterten Beifall fanden. Die hervorragenden Leistungen der jungen Künstlerin veranlaßten den der Sitzung beiwohnenden Opernintendanten Trede, Fräulein Müller für das Fach des ersten lyrischen Soprans an die Mainzer Bühne zu verpflichten, keffelerplosion in einer Danziger Fabrik — Ein
Toter, ein Schwerverletzter.
In der Danziger Maschinenfabrik von, Gebr. H e y k i n g ereignete sich beim Ausprobieren eines neuen eisernen Luftdruckkessels eine schwere E x - p l o s i o n. Der 28jährige Schmied Ewald Schulz wurde so schwer verletzt, daß er sofort st a r b. Der 16jährige Schlosserlehrling Walter D i e b o w s k i wurde s ch w e r v e r l e tz t ins Krankenhaus eingeliefert.
Mordversuch und Selbstmord in einem Riviera-Hotel.
Wie „Havas" aus Nizza meldet, hat sich dort ein seltsamer Mordversuch und Selbstmord ereignet. Ein Züricher Antiquitätenhändler, Albert Meier, der in Trier geboren ist, war in einem Hotel mit einer Begleiterin abgestiegen, von der man nur den Vornamen Jaqueline wußte. Aus unbekannten Gründen gab die Frau auf Meier einen Revolverfchuß ab, der ihn in die Brust traf. Sie nahm sich dann das Leben durch einen Kopf
schuß. Man vermutet, daß die Tat entweder im Zustand der Trunkenheit oder eines narkotischen Rausches begangen worden ist. Nach dem „Matin handelt es sich bei der Begleiterin Meiers um Juli» ette Pompon, Tänzerin und Mannequin aus (Senf.
Lawinenunglück in Steiermark. — Fünf Tote.
Auf der Mühlbach-Alpe bei Judenburg in Steiermark wurde eine Ski-Abteilung des Wiener Uni- oerfitätsinftituts für Turnlehrerausbildung von einer Lawine überrascht. Von 15 Teilnehmern des Lehrgangs wurden fünf Teilnehmerinnen verschüttet. Sie konnten nur als Leichen geborgen werden. Die Verunglückten find Wienerinnen.
Schneestürme in der Türkei.
In der Türkei herrschen seit drei Tagen heftige Stürme, die von starken Schneefällen begleitet sind. An zahlreichen Orten sind die Eisenbahnverbindungen unterbrochen. Zahlreiche Schiffsunfälle find zu verzeichnen. Die Schiffe suchen so schnell wie möglich in den Häsen Schutz. Ein griechischer Segler von 120 Tonnen und ein Kohlendampfer sind gekentert.
Verheerende Brände in Aegypten.
Wie Reuter aus Kairo meldet, wurden zwei ägyptische Städte von verheerenden Bränden heimgesucht. In Ben-Haelasal wurden durch einen Brand 36 Häuser zerstört, fünf Menschen kamen ums Leben. Ein anderer großer Brand kam in der Stadt Zagazig, dem Mittelpunkt des unterägyptischen Baumwollhandels, zum Ausbruch. Hier fielen 250 Häuser den Flammen zum Opfer.
Vom Karnevalstreiben in den Tod.
Ein Einwohner von Koblenz, der sich an den Karnevalstagen als Bärentreiber maskiert hatte, wurde mit einer schweren Schädelverletzung aufgefunden und sofort in das städtische Krankenhaus eingeliefert. Hier ist er wenig später geworben. Man nimmt an, daß der Bedauernswerte die Haustreppe hinuntergestürzt ist und sich dabei den Schädelbruch zugezogen hat.
Der Raubmord bei Welle aufgeklärt.
Vor einigen Tagen war, wie gemeldet, auf der Landstraße in der Nähe von Melle (Hannover) der Brotkutscher Brandhorst erschlagen aufge- funben worden. Der Verdacht der Täterschaft hatte sich sofort auf einen jungen Mann namens D o - g e lschmid t aus Neuß a. Rh. gelenkt, der sich erst kurze Zeit in der Gegend aufgehalten hatte und der mit Brandhorst bekannt war. Er hatte wiederholt geäußert, daß er wegen Geldmangels nicht nach Neuß zurückkehren könne. Nach dem Ueberfall war er plötzlich abgereist, nachdem er vorher Einkäufe gemacht hatte. Sofort nach feiner Ankunft in Neuß war er verhaftet und nach Melle zurückgebracht worden. Hier legte Dogelfchmidt nach mehrtägigem Leugnen das Geständnis ab, daß er den Brotkutscher ermordet habe, um ihn zu berauben.
Düchertisch.
— Marie Madeleine: Wie starb Stella Blackborn? Kriminalroman. — D i e Klein st a d t Babylon. Kriminalroman. — Kart, je 1,90 Mark, in Ganzleinen je 3 Mark. — (14/15).
— Heil Deutschland! Hinaus mit den Jesuiten! Von Karl Revetzlow. 43 Seiten. Edelgarten-Derlag, Horst Posern, Beuern (Hessen). — (280).
— Arnold Hoellriegel: Das Mädchen von Sankt Helena. Roman. 252 Seiten. 8°. E. P. Tal u. Co., Verlag, Leipzig, Wien, 1933. — (133).
— D i e Herkunft Jesu. Im Lichte freier Forschung. Von Dr. Emil Jung. Dritte Auflage. Neubearbeitet und wesentlich erweitert. 291 Seiten. Wingolf-Verlag in Wien, 1934. — (423).
— I. Kirchner: Schrifttum und wissenschaftliche Bibliotheken im nationalsozialistischen Deutschland. Leipzig 1933. 8°. — Sonderabdruck aus „Zentralblatt für Bibliothekswesen", Jg. 50, Heft 8/9. Preis 1 Mark. Otto Harrasfowitz, Leipzig 1933.
— Prof. D. Dr. Ernst Barnikol: Zurück zum alt en Glauben Jesus der Christus. Ein evangelischer Ruf an deutsche Theologen und Laien. 68 Seiten. 1 Mark. Dritte Auflage. Akademischer Verlag, Halle, 1933. — (302).
— Kegelschnittlehre. Von Oberstudiendirektor Dr. W. L i e tz m a n n. Mit 36 Figuren im Text. 46 S. kl. 8°. Mathematisch-physikalische Bibliothek, Reihe I, Heft 79. Kart. 1,20 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1933. - (325.)
— In der Sammlung „Der Weg der Kirche" erschien als 2. Heft: „Kirche und junge Generation im Ringen der Zeit" von Hans Böhm. 31 Seiten. 0,95 Mk. Walter de Gruyter & Co., Berlin und Leipzig, 1933. — (83,
Wettervoraussage.
Die Luftdruckverteilung zeigt keine wesentliche Verschiebung. Noch immer lagert der Kern des Hochdruckgebiets über den britischen Inseln, und an seiner Vorderseite fließt bei meist nordwestlichen Winden vielfach ozeanische Luft nach Deutschland. Sie verursacht neblige Bewölkung, stellenweise sogar etwas Nebelregen, zwischendurch dürfte aber auch bei verhältnismäßig hohen Barometerständen Aufheiterung eintreten.
Aussichten für Sonntag: Neblig-wolkig mit Aufklaren, nachts Temperaturen um Null, tagsüber mild, meist trocken.
Aussichten für Montag: Noch keine wesentliche Aenderung des Witterungscharakters.
Lufttemperaturen am 16. Februar: mittags 7,6 Grad Celsius, abends 3,7 Grad; am 17. Februar: morgens 3,6 Grad. Maximum 10,4 Grad, Minimum — 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Februar: abends — 0,2 Grad; am 17. Februar: morgens —0,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 23/< Stunden.
Amtliche Winlersporlnachrichten.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 2 Grad, 25 cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit mäßig.
Sauerland. Winterberg: Nebel, — 1 Grad, 20 cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit mäßig.
Schwarzwald. Feldberg: Klar, — 3 Grad, 60 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit mäßig.
Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, — 2 Grad, 35 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit gut.
Haupffchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch, und Steindruckerei L. Lauge. K. G, iämtlich in Gießen.


