um in fünf Gewichtsklassen ihre Meister zu ermitteln. Hier schickte die Universität Marburg allein fünf Mann in die Entscheidungen. Bei den Turnern siegte der zweite Zwölskampssieger Heinz Sandrock im Zwölfkampf.
In den drei Ruderwettbewerben siegten: der berliner Simon im Einer, die Techn. Hochschule Berlin im Vierer mit Steuermann und die Hochschule Breslau im Achter.
Rekorde am Sonntag.
Am Sonntag wurden die Kämpfe fortgesetzt und beendet. In der Leichtathlethik gab es sechs neue deutsche Studenten-Bestleistungen und zwar bei den Herren im 400-Meter-Lauf, 800-Me- ter-ßauf und Weitsprung und bei den Frauen in der 4 X 100-Meter-Staffel, im Speer- und Diskuswerfen. Bei den Schwimmern wurden vier Stu- denten-Rekorde verbessert und zwar über 1500-Me- ter-Crawl, in der 3 X 100-Meter-ßagenstaffel, der 4 X 100-Meter-Bruststaffel und der 4 X 100-Meter- Crawlstaffel. Die Wasserball-Meisterschaft sicherte sich die Th. Darmstadt durch einen 5:4-Sieg über die Th. Dresden, Handballmeister wurde die Universität Köln mit 12:8 gegen Universität Breslau. Als beste Universität nach Abschluß aller Wettbewerbe zeigte sich die Universität Berlin mit 95 Punkten vor Universität Köln mit 60 Punkten.
Leichtathletiksieg der deutschen Krauen in Warschau.
Zum ersten Male traten deutsche Leichtathletinnen zu einem Länderkampfe gegen Polen an, der am Sonntag in Warschau stattfand. Der Kampf endete mit einem in dieser Höhe nicht erwarteten Sieg der deutschen Frauen, die sich in diesem Kampfe selbst übertrafen. Die Polinnen mußten
allerdings die Olympiasiegerin Stella W a f a f i e - wicz ersetzen, die das Punktverhältnis wohl wesentlich verbessert hätte. Allerdings befand sich gerade in der 100-Meter-Strecke die Nürnbergerin Dollinger in einer ausgezeichneten Form. Sie durchlief die Strecke in der neuen deutschen Rekordzeit von 11,9 Sekunden. Noch erfolgreicher schnitt die Münchnerin Gisela M a u e r m e y e r ab, der im Kugelstoßen mit 14,38 Meter sogar ein Weltrekord gelang. Im 80-Meter-Hürdenlauf erreichte Frl. P i r ch (Berlin) die deutsche Rekordzeit von 12,1 Sekunden und im Diskuswerfen kam Frl. Mollenhauer (Hamburg) zwar nicht an ihren jüngsten deutschen Rekord heran, aber sie übertraf .mit ihren 41,05 Meter doch die alte Bestleistung.
Don den neun Wettbewerben gewannen die deutschen Vertreterinnen allein sieben und außerdem belegten sie noch acht zweite Plätze. Damit fiel der prächtige Wanderpokal des Berliner polnischen Gesandten L i p s k i an die deutsche Mannschaft.
Großer Preis von Berlin in Hoppegarten.
Der Große Preis von Berlin gelangte am Sonntag zum erstenmal in Hoppegarten zum Austrag. Acht Pferde fanden sich am 2600-Meter-Pfosten zum Kampf um die 27 000 Mark ein, und wiederum triumphierte der Derbyjahrgang über die älteren Pferde. Der Oppenheimsche Blinzen drehte diesmal, von W. Printen umsichtig gesteuert, den Spieß gegen seinen Bezwinger auf dem Derby um und schlug Athanasius sicher mit. einer halben Länge. Arjaman als erster Vorjähriger belegte den dritten Platz.
Gießener Springer im Training.
Allabendlich treffen sich in der Müllerschen Badeanstalt die Schwimmer und Springer zu einem regelmäßigen ernsthaften Training. Die Springer des Gießener Schwimmvereins lassen es sich sehr angelegen sein, ihre Form ständig zu verbessern. Immer wieder besteigen sie das 3-Meter-Brett, und springen vor kritischen Augen, bemüht, immer bessere Haltung, besseren Absprung und einwandfreie Ausführung des einen ober anderen Sprunges zu erreichen. Das Springen vom Turm erfordert, das wird auch dem Laien angesichts dieses Trainings auffallen, außerordentliche Körperbeherrschung und' Disziplin. Der Springer muß seinen Körper reft- los in der Gewalt haben, wenn jene hohe ästethi- sche Wirkung erreicht werden soll, die mit einem gut ausgeführten Sprung sehr wohl erreicht werden kann. Viele Zuschauer verfolgen deshalb das Training mit großer Aufmerksamkeit. Unsere Bilder zeigen einen der besten Gießener Springer, Max Schüler (Gießener Schwimmverein) in verschiedenen Sprüngen. Schüler ist zur Teilnahme an Den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg gemeldet. — Links oben: Auerbach-Schraube; rechts oben: gestreckter Salto vorwärts; rechts ' unten: Hechtsprung rückwärts.
Hans Stuck Sieger im „Großen preis".
Kampf vor 250 000 Zuschauern.
Deutschlands Automobilsport hat am Sonntag nad) den verschiedenen Fehlschlägen der letzten Zeit einen großen Erfolg errungen. Im größten Rennen Deutschlands, im „Großen Preis", der nach ein- jähriger Unterbrechung wieder auf dem Nürbura- rmg zum Austrag kam, belegten zwei Wagen deutscher Firmen die beiden ersten Plätze. Hans Stuck auf dem Porsche-Wagen der Auto-Union und der Italiener Luigi Fagioli auf dem neuen Renn- magen der Da,mler-Ben§-AG. sicherten sich nach S A'gant.schen Kamps geflen befte ausländische K/asse den Sieg, nachdem Caracciola, kurz darauf
erdle Führung erlangt hatte, wegen Motor-' defektes seines Mercedeswagens aufgeben mußte. 2)ritter wurde der Franzose Louis Chiron auf Alfa Romeo. 1
Der Nürburgring war von 250 000 Zuschauern umlagert. Erst gegen Schluß, als der Sieg Stucks und der zweite Platz Fagiolis fast schon feftstand, verließen zahlreiche Besucher vorzeitig den Ring. Unter den Ehrengästen bemerkte man den Reichs- nerfebrsmmtfter Eltz von Rübenach, den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr.Dorp- m aller und den Führer des Deutschen Kraftfahr- sports, Obergruppenführer Hühnlein. ’
Am Start, der pünktlich 11 Uhr erfolate be- fanben sich 19 SBagen. Schon in ben ersten ^unben entwickelte sich em großer Kampf zwischen ben deutschen Wagen unb den Alfa Romeos, ben schließ- M) ^ns Stils für sich entschieb, ba er bald mit kleinem Vorsprung vor Caracciola bie Spitze errang. Die ersten Ausfälle ließen nicht lange auf sich warten. Wahrend Stuck und Caracciola er»
biftert um die Führung rangen, schieden nacheinander Hamilton, Varzi, Balestrero, Battilana, Burggaller und Moll aus. Bei Beginn der 9 Runde führte Stuck vor Caracciola, Fagioli, Chiron und Momberger. Das übrige Feld folgte im weiten Abstand nach. Der Abstand zwischen Stuck und Caracciola betrug etwas über eine Minute, als aber Stuck tanken und Reifen wechseln mußte holte „Carratsch" auf. In der 13. Runde erreichte er Stuck und ging an ihm vorbei.
Kurz darauf erreichte ihn aber das Geschick, er mußte wegen Motordefektes aufgeben. Stuck hatte nun wieder die Führung. Fagioli folgte mit vier Minuten Abstand, Chiron hielt seinen dritten Platz vor Burggaller, der Momberger in der Führung Des zweiten Auto-Union-Wagens abgelöst hatte. Diese Reihenfolge blieb dann bis zum Schluß, ob- wohl Fagioli bie größten Anstrengungen machte an Stuck heranzukommen. Stuck brehte aber feine Runden mit gleichmäßiger Runde und hielt seinen Vorsprung. Er überführ als vielumjubelter Sieger das Zielband. s
Das Ergebnis:
©rofeer Preis von Deutschland für Automobile auf dem Nürburg-Ring (25 Runden gleich 570,250 Kilometer): 1. Hans Stuck-Deutschland (Auto-Union) 4:38:19.2 Stunden. 2. Luigi Fagioli- Italien (Mercedes-Benz) 4:40:26.2 Std
Louis Fhiron-Frankreich (Alfa Romeo) ^0:32.4 Sw 4 Tazw Nuvolari-Italien (Maserati) 4:55:10.2 Std. 5. Hans Geyer- Deutschland (Mercedes-Benz) 4:59:05.3 Std.
3m Zeichen des Radsportes...
~ Der Gießener Radsport dürfte am vergangenen Samstag und am gestrigen Sonntag den Höhepunkt der Saison erreicht haben. Der Radfahrverein 1885 Gießen, der in der jüngsten Zeit sehr aktiv war und ben Rabsport in Gießen roieber mehr in bas Licht der Öffentlichkeit rückte, hat alle Mühe auf sich genommen, um ber Bevölkerung unserer Stabt ben Rabsport weiterhin näherzubringen. Die einzelnen Veranstaltungen, bie ber Samstag unb ber Sonntag brachte, fanben außerordentliches Interesse.
Meisterschaften im Gaalfahren
Einen glücklichen Auftakt bilbete bie Austragung ber Meisterschaften im Saalfahren, bie im idylli- schen Garten ber „Karlsruhe" auf einem eigens dafür hergerichteten Platz durchgeführt wurden. Schon diese Wettbewerbe brachten insbesondere in den Radballwettkämpfen spannende Begegnungen. An den Meisterschaftskämpfen im 2er-Radball beteiligten sich fünf Vereine des Bezirks Gießen (Gau XII des Bundes Deutscher Radfahrer). Die Mannschaften der Vereine von Wieseck, Niedergirmes, Aßlar, Krofdorf und 1885 Gießen lieferten sich zum Teil erbitterte Kämpfe. Insbesondere das Entscheidungsspiel, das zwischen Krofdorf I und Radfahrverein 1885 Gießen ausgetragen wurde, stand auf einer hohen Stufe. Es wurden glänzende Leistungen gezeigt, nicht nur hinsichtlich der gesamten Spielanlage, der Technik, der Ballbehandlung, sondern auch der Körperbeherrschung, die ja eine wesentliche Voraussetzung für Radballspieler ist. Der Entscheidungskampf, der mit einem knappen Sieg der Gießener Brüder Von-Eifs (1885) endete, sah zwei völlig gleichwertige Gegner im Wettbewerb. Diesem Entscheidungsspiel waren verschiedene Vor- bzw. Zwischenrundenspiele vorausgeaangen.
Der weitere Verlauf des Abends brachte dann verschiedene Darbietungen im Kunstradfahren. Die Leistungen, die hier gezeigt wurden, grenzten an das Artistische. Walter Göbel (Niedergirmes) wartete mit sehr schwierigen Figuren auf, die, wenn sie ihm auch nicht alle gelangen und er verschiedentlich zu Boden mußte, doch eine intensive Schulung und langes Traininig verrieten. Paul Gaßmann (Großen-Linden) fuhr einfachere Figuren, die er aber sehr beherrschte. Die Meisterschaft wurde Walter Gödel (Niedergirmes) mit 207,9 Punkten zu- aesprochen. Für die übrigen Darbietungen im Kunstfahren hatten sich die Fahrer des Radfahrvereins Großen-Linden zur Verfügung gestellt. Im Zweier- Kunstfahren (Maidt - Lang und Gaßmann - Kolwes) überraschte die große Sicherheit, mit denen die Fahrer ihr abwechslungsreiches Programm hinter sich brachten. Stürmischen Beifall erntete das Gruppen- Kunstfahren der Großen-Lindener, die vier Mann hoch, und zum Schluß gar mit sieben Mann auf einem Rad glänzende Pyramiden bauten. Ein Vierer-Schulreigen und das sehr schwierige Einradfahren, die beide ebenfalls mit größter Aufmerksamkeit von den vielen Zuschauern verfolgt wurden, bildeten den Abschluß. Die Darbietungen bewiesen, daß in Großen-Linden das Kunstradfahren eine Pflegestätte hat, wie sie wohl selten in einer Landgemeinde zu finden sein dürfte. Der restliche Teil des Abends war der geselligen Unterhaltung und dem Tanze gewidmet.
Die Ergebnisse.
2er Radball-Gruppe I: 1. Gießener Radfahrverein von 1885 (Von-Eiff) 4 Punkte; 2. Krofdorf II 2 Punkte; 3 Wieseck I 0 Punkte. Einzel- ergeb Nisse: 1885 — Wieseck I 15:7 Tore; 1885 gegen Krofdorf II 13:6 Tore; Krofdorf II — Wieseck I 11:6 Tore.
2er Radball-Gruppe II. 1. Krofdorf I 4 Punkte; 2. Aßlar, 2 Punkte; 3. Wieseck II 0 Punkte. Einzelergebnisse: Krofdorf I — Aßlar 12:6 Tore; Krofdorf I — Wieseck II 18:5 Tore; Aßlar — Wieseck II 11:2 Tore.
Das Spiel zwischen Krofdorf II und Aßlar um den 3. bzw. 4. Platz endete mit 12:16 Toren für Krofdorf. Das Spiel um die Bezirksmeisterschaft 1885 — Krofdorf I endete mit 9:7 Toren für die Gießener.
„Großer Giraßenpreis von Gießen."
lieber den Feldern und Wäldern unserer Heimat lagen noch dichte Nebelschleier, als gestern morgen zu früher Stunde die Straßenfahrer einer nach dem anderen aus ihren Quartieren in der Stadt an der Volkshalle eintrafen, um sich dem Starter zu stellen. Das Rennen wurde in zwei Gruppen gefahren. In der ^-Klaffe beteiligten sich etwa 20 Mann am Rennen, das diese Gruppe über Die Strecke von insgesamt 180 Kilometer führte. Die Fahrer, durchweg alte Kämpen, in vielen Straßenrennen erprobt, wurden punkt 6 Uhr auf die große Reife geschickt. Zehn Minuten später folgte das weitaus größere Feld der etwa 50 Fahrer der 6 - Klaffe, die eine Strecke von 150 Kilometer zurückzulegen hatten. Die landschaftlich hervorragend schöne Rennstrecke führte die Fahrer durch Kaiser- allee, Moltkestraße, Adolf-Hitler-Wall, Marburger Straße. An der Wellersburg und am Fuße des Hangelstein vorbei führte die Strecke nach Daubrin- gen, dann in stetiger, schwer zu nehmender Steigung über den Daubringer Paß, hinunter nach Alten-Buseck, durch Großen-Buseck und schließlich bis zur Grünberger Straße, auf der die Fahrer wieder zum Startplatz zurückkehrten. Diese Strecke mußte von der -^-Klasse sechsmal, von der 8-Klasse fünfmal bewältigt werden. Das Rennen nahm insbesondere in der 8-Klasse einen sehr anregenden Verlauf.
Die ^-Klaffe fuhr in einem raschen, ziemlich gleichmäßigen Tempo los und hielt während des größten Teiles der Strecke dicht beieinander. Kaum gelang es einem der Fabrer, Vorsprung zu gewinnen. Die Fahrer bewältigten die Strecke sehr taktisch, verausgabten sich auf den ersten Runden nicht übermäßig, Spurtversuche waren nicht allzu häufig, weil der einzelne nicht damit rechnen konnte, daß er wesentlich gewinnen würde. Erst auf der letzten Runde, und hier wiederum erst in der zweiten Hälfte, zog sich das Feld mehr auseinander, und nun erst wurde das Rennen entschieden. Auf der Strecke gab es nur wenig Ausfälle. Großes Pech hatte der aussichtsreich liegende Hochkeppler (Köln), der beim Sturz eines anderen Fahrers ebenfalls zu Fall kam und durch einen Schaden am Rad 200 Meter vor dem Ziel aus dem Kampf um ben Sieg ausgeschieden wurde.
Die Ergebnisse der ^-Klasse.
1. Hupfeld W., Vehmlinde Dortmund, Zeit 5:15 Stunden
2. Meuerer W., „Staubwolke" Köln 3.Rocholl H., RC. 08 Dortmund
4. Hochkeppler P., Kölner Straßenfahrer
5. Schorn L., Köln
6. Figay SX, Vehmlinde Dortmund.
Das Rennen der 6-Klasfe gestaltete sich um einiges abwechselungsreicher. Hier starteten Teilnehmer, die zwar noch nicht so routiniert fuhren, wie die Beteiligten der ^-Klasse, aber mit um so größerem Eifer bei der Sache waren. In einem scharfen Tempo wurde, als die Strecke auf der Marburger Straße freigegeben war, losge- Aogen. Im 30-Kilometer-Tempo wurden die verschiedenen kleineren Steigungen genommen, im bis zu 65 Kilometer Tempo wurden die Gefälle bei Daub» ringen, hinter dem Daubringer Paß und hinter ber Ganseburg hinabgefahren. Verschiedentlich versuchte ber eine ober anbere auszureißen. Immer aber würbe er roieber geholt. So blieb bas Gros ber Fahrer stets bicht beisammen unb nur auf bem Wege zur Paßhöhe fiel bas Felb etwas ausein- anber. Aber bei Großen-Bufeck lag roieberum meist alles beisammen.
Es wurde durchweg sehr scharf gefahren, so daß es der 8-klasse sogar gelang, die mit zehn Minuten Vorsprung voranliegende ^-Klasse auf der vierten Runde zu sichten und auf der Fahrt durch die Stadt an der Marburger Straße einzuholen.
Fast die ganze fünfte Runde fuhren beide Klassen zusammen, das Tempo wurde etwas mäßiger, bis sich die 6-Fahrer auf der Grünberger Straße am Rödger Bahnübergang frei machten und nun im Endspurt dem Ziele zustrebten. Auf der Strecke hatten verschieden Fahrer zum Teil aufgegeben, zum Teil auch so an Terrain verloren, daß sie in die Entscheidung nicht mehr eingreifen konnten. So fiel vor allem der vorzüglich Fahrende C f i k o w s k y von Leipzig aus. Der aussichtsreiche Gießener M e • b u 5 (1885) kam durch einen Schaden am Rade ins Hintertreffen, holte aber wieder glänzend auf. Ganz hervorragend fuhr Preis (Radklub „Germania" Gießen), der unverwüstlich erschien und dem es in ber Hauptsache zu banken war, baß z. B. die ^-Klasse eingeholt wurde. Fast alle Spurts wurden, wenn es einen Ausreißer einzuholen galt, von ihm geführt.
Leider gab es auf dem letzten Teil der Strecke ein Mißverständnis über den Weg zum Ziel. Verschiedene Fahrer hatten sich nicht informiert unb fuhren gerabeaus, in ber Richtung Kaiserallee, als es auf ben Sportplatz ber Spieloereinigung 1900 einzubiegen galt. Anbere stürzten ober verloren bas Tempo. Aus bem entftanbenen Wirrwarr löst sich H. Feuerbach (Germania-Wanberlust Frankfurt) zuerst unb entschieb bas Rennen mit knappem Vorsprung vor bem zweiten Sieger für sich. Die beiben Gießener M e b u s unb Preis mußten sich mit bem 2. bzw. 4. Platz begnügen.
Die Ergebnisse der 8-Klasse.
1. H. Feuerbach, „Germania-Wanberlust" Frankfurt a. M.
2. A. Mebus, 1885 Gießen.
3. H. Kühling, Mars-Rotweiß Frankfurt a. M.
4. H. Preis, Germania Gießen.
5. P. Trinks, Weftig (Westfalen).
6. W. Möller, „Germania-Wanberlust" Frankfurt a. M.
7. I. Becker, Cransberg (Taunus).
8. Fr. Hofefelb, RC. Fulba.
9. Karner, Frankfurt a. M.
10. A. Kufchke, Brennabor Fulba.
Die Bahnradrennen.
Nicht weniger als etwa 2000 Zuschauer hatten sich zu ben Bahnrabrennen eingefunben. Die bisherigen Bahnrabrennen, bie von bem Rabfahrer- verein 1885 veranstaltet roorden waren unb große Erfolge zeitigten, hatten biefe Art ber Rennen recht bekanntgemacht. Mit großem Interesse würben allenthalben bie Kämpfe auf ber Aschenbahn ber Spielvereinigung 1900 verfolgt. Verschiebene gute Bekannte aus früheren Rennen wurden beifällig begrüßt. Die einzelnen Rennen nahmen zum Teil einen sehr dramatischen Verlauf. Leider ging es nicht ohne einige Stürze ab, die dadurch hervorgerufen wurden, daß die Fahrer, bie ein scharfes Tempo vorlegten, aus ben Kurven getragen zu werben brohten. Glücklicherweise gab es keinen ernsteren Unfall, fonbern nur Hautabschürfungen, bie bei ben Stürzen auf bie Aschenbahn nicht zu oermeiben waren. Zum Austrag gelangten ber. „Große Fliegerpreis von Gießen", ber vier Vorläufe, zwei Zwischenläufe unb bie Entscheibungen um ben 3. unb 4. Platz, wie auch um ben 1. unb 2. Platz brachte. Sieger würbe ber Kölner Johann Schorn, ber bas Publikum roieber mit feinen glänzenben Spurts begeisterte, vor bem Kölner Wollenschläger. 20 Fahrer beteiligten sich an biefem Rennen.
Das Ausscheibungsfahren für bie Fahrer, bie im ersten Rennen keinen Platz belegen konnten, enbete mit einem Sturz aller Teilnehmer ber letzten vier Runben, so baß bie beiben Sieger öohbein (Frankfurt a. M.) unb Neumann (Dortmunb) nur zu Fuß unb ihre Räber mit sich tragenb bas Ziel passieren konnten.
Das Punktefahren, mit ber Wertung jeber zweiten Runbe, bas auch mit zwei Vorläufen aus- getragen werben mußte, enbete ebenfalls roieber mit einem Sieg von I. Schorn, ber mit 14 Punkten vor bem vorzüglichen Zacharias (Koblenz, 13 Punkte) erster würbe.
Vor ber Durchführung bes Ein-Stunben-Mann- schafts-Rennens fuhren bie Sieger ber beiben Klassen bes Straßenrennens am Vormittag, mit großen schönen Eichenkränzen bebacht, ihre Ehren- runben unb mürben mit herzlichem Beifall begrüßt.
Das Ein-Stunden-Mannfchafts-Ren- n e n (Rubolf-Schönhals-Gebächtnis-Rennen), bei dem 10 Mannschaften starteten, konnten sich bie Brüber Schorn (Köln), von benen ber eine am Vormittag bas Rennen bestritt, als erste Sieger qualifizieren. Es gab einen heftigen Zweikampf Zwischen ben Brübern Schorn unb bem Paar Zacharias unb Müller (Koblenz). Zacharias unb Müller sicherten sich ben zweiten Platz. Auf ben Verlauf ber Rennen auf ber Aschenbahn kom- men wir noch zurück.
Kurze Gportuotizen.
Der deutsche Fußballmeister Schalke 19 0 4 trug anläßlich einer Schlesien-Kundgebung in Gelsenkirchen einen Kampf gegen die schlesische Gauelf aus. Der Kampf fand vor 7000 Zuschauern statt und endete mit einem sicheren 3:0 (1:0) Sieg des neuen Deutschen Fußballmeisters.
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Die elfte Etappe her Tour he France von Cannes nach Nizza sah wieder den jungen Franzosen Vietto vor Martano und A. Magne siegreich. Vietto rückte damit im Gesamtklassement auf den dritten Platz. Bester Deutscher war wieder Geyer, der als Zwölfter einkam. Die übrigen Deutschen endeten weit zurück.


