Ausgabe 
16.2.1934
 
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ren, berichtete Pascoe (Dutenhofen) zunächst über Versuche, die im Anschluß an eine Aussprache in der Februaroersammlung des Vorjahres in der hiesigen Veterinärmedizinischen Klinik oorgenommen wor­den sind. Es handelt sich um die Frage, ob die Fuchsräude, die in unseren Revieren auch jetzt noch öfters auftritt, auf den Hund übertragbar ist, also eine für den Besitzer eines Bau-, wie eines Vorfteh- bundes gleich wichtige Frage. Entgegen früherer Annahme hat der Versuch die Uebertragbarkeit in mehreren Fällen bewiesen. Es empfiehlt sich also, Vorsicht zu üben und Hunde nach Berührung mit kranken Füchsen oder nach Schliefen mit benzin­vergälltem Alkohol einzureiben. Die Beseitigung der Milben gelingt dann unschwer.

Holzel machte dann die erfreuliche Mitteilung, daß auch in diesem Jahre wieder neun Stämme Fasanen aus Vereinsmitteln bezogen und in Mit­gliederrevieren ausgesetzt werden. Dazu kommen noch private Bestellungen, also wiederum ein wich­tiger Schritt auf dem Gebiet der Wildhege mit der Tat.

Im Anschluß an den geschäftlichen Teil sprach Studienrat Holzel in eineinhalbstündigen Aus­führungen über dasPreußische Jagdgesetz vom 18. Januar 1934". Er führte die Hörer ein in die Grundlagen des Gesetzes, das dem Jäger eine völ­lig veränderte Stellung im Volksganzen zuweist und erläuterte an Hand der einzelnen Gesetzesvor­schriften das Neue gegenüber dem seitherigen Zu­stand, gab die innerliche Begründung dazu, die erst zum Verständnis führen kann, und behandelte be­sonders eingehend die außerordentlichen Folgen, die sich für den Jäger und insbesondere für den Revier­inhaber daraus ergeben werden. Im Anschluß an den Vortrag, der mit außerordentlichem Interesse und großem Dank und Beifall ausgenommen wurde, wurde bekanntgegeben, daß nach Erscheinen der Ausführungsbeftimmungen wichtige Einzelteile des Gesetzes von besonders geeigneten Mitgliedern in kommenden Versammlungen behandelt werden sollen.

Schließlich sprach Geheimrat Professor Dr. Olt noch über die Ursache der starken Rehverluste in vie­len Teilen Deutschlands, für die allein jagende, starke Hunde verantwortlich zu machen feien. Die eingehenden Untersuchungen, die an gerissenen Tie­ren, wie auch an Rißstellen vorgenommen worden seien, gäben die Berechtigung, das auszusprechen. Die von Seiten der Hunde zur Zeit drohenden Ge- fahren seien so groß, daß verschärfte Jagdschutz- und Ueberwachungstätigkeit unbedingt notwendig seien.

Kreisbetriebszellenabteilung (Kreisleitung der DA!?.) Gießen.

Die Neuordnung der Deutschen Arbeitsfront wird bei vielen Verwaltungsstellen der ehemgligen Ver­bände usw. die Frage aufwerfen, wohin alte Proto­kollbücher, Jahresberichte jeder Art, Niederschriften und Akten über Versammlungen und besondere Er­eignisse, Prozeßakten, Kalender, Bilder und Filme, Kartensammlungen, Verbands- und Vereinsabzei­chen jeder Art, Modelle u. a. abgegeben werden.

Es gilt dem deutschen Volk jetzt und für alle Zu­kunft einen geschichtlichen Ueberblick zu erhalten, wie in den einzelnen Zeitabschnitten und in den ein­zelnen Verbänden, Vereinen usw. Arbeiterinteressen vertreten wurden, wie das schaffende Volk lebte, wie es stritt, wie seine Vertreter ihre Aufgaben lösten, kurz: es gilt,

die Geschichte des schaffenden Deutschlands mit Urkunden jeder Art zu belegen. Groß und wert­voll ist schon die Sammlung, die vorhanden ist, sie kann allerdings der Oeffentlichkeit noch nicht über­geben werden.

Es ergeht an alle ehemaligen Verbände ufw. und Privatpersonen die Aufforderung, dafür Sorge zu tragen, daß nichts von den oben angegebenen Sammlungen verlorengeht, sondern baldigst an die Kreisbetriebszellenabteilung (Kreisleitung der Deut­schen Arbeitsfront), Gießen, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, abgegeben wird.

Gez.: Hermann Wagner, Kreisbetriebszellenobmann und Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront.

*

In dieser Woche findet für alle Amtswalter der NSBO. und Betriebsratsmitglieder die Schulung über das *,Gesetz zur Ordnung der nationalen Ar­beit" statt, und zwar:

1. in Grünberg am Freitag, 16. Februar, ab 20 Uhr, bei Pg. Becker (Taunusbecker);

2. in Gießen am Samstag, 17. Februar, ab 20 Uhr, im großen Saal des Hauses derDeutschen Arbeitsfront" Schanzenstraße 18.

Die Amtswalter und Betriebsratsmitglieder be­suchen an dem Orte den Vortrag, wo sie auch zur Schulung eingeteilt find.

Heil Hitler!

gez. Herm. Wagner, Kreisbetriebszellenobmann und Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront.

F. d. B.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann.

BornoNzcn.

Tageskalender für Freitag. Stadt- theater: 20 bis nach 22.15 Uhr:Das Konzert" Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Wilhelm Tell". Astoria-Lichtspiele (Seltersweg):Der Mann ohne Furcht" undHelden des Alltags". Johannessaal: 20 Uhr, Evangelisationsvortrag. Saal der Stadt­mission: 20.30 Uhr, Vortrag Zelt-Evangelist Krupka Ortsgruppe Gießen-Ost, Zelle 4: 20.30 Uhr, bei Weber, Kaiserallee 52, Zellenabend.

Der Goethe-Bund bittet uns nochmals, auf den Dichterabend am kommenden Sonntag Max-Dauthenden-Abend und -Ausstellung" in dem Großen Hörsaal der Universität hinzuweisen. (Siehe heutige Anzeige.)

** Von d e r Universität. Dr. phil. Fritz Stroh, der sich für das Fach der Deutschen Philo­logie und Volkskunde an unserer Universität zu ha­bilitieren wünscht, wird am Freitag, 16. Februar, 16 Uhr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probe­vorlesung halten über das Tyema:Sinn und Lei­stung des Südhessischen Wörterbuchs."

**D e r Nationalsozialismus in Oesterreich" eine Richtigstellung. In dem gestrigen Bericht über den Vortrag von Universitätsprofessor Dr. Mayer vor der Orts­gruppe Süd der NSDAP, ist ein sinnentstellender Satz unterlaufen. Es mußte am Schluß des dritten Absatzes nicht lauten:Oesterreich stabe in der Ge­genwart feine zweite große Aufgabe gefunden und zwar darin, die deutschen Stämme zu vereinigen und zusammenzustalten", sondern richtig mußte es heißen:Oesterreich statte vor 1918 die Aufgabe, die kleinen nichtdeutschen Völker und Volkssplitter in einem deutschfreundlichen politischen System zu erhalten".

** Spende für das Winterhilfswerk. Ter Industrie-Club Gießen hat den auf seinem Konto stehenden Restbetrag von 112,50 Mark auf das Winterhilfswerk überwiesen.

** Der Schuld eginn in Hessen. Bei der gestern aus Darmstadt verbreiteten Meldung über die Festsetzung des Unterrichtsbeginns der hessischen Schulen auf 8 Uhr handelt es sich, wie heute be­richtigend aus Darmstadt gemeldet wird, lediglich um eine für die Volks- und Berufsschule Darmstadt gültige Anordnung des Stadtschulamtes Darmstadt. Im übrigen unterliegt in Hessen die Festsetzung des Schulbeginns örtlicher Regelung.

** VHC. Gießen. Man berichtet uns: Beinahe 90 Personen beteiligten sich an der Februarwande­rung, die von Lollar den roten Keil entlang bis zum Brünnchen am Fuße des Lollarer Kopfs und von da zur Höhe des Berges führte. Einigen Heimat­treuen Wanderern, den Gießener Wanderoereinen sowie letzten Endes der Gemeinde Lollar verdanken wir es, daß diese charakteristische Basaltgruppe mit mit ihrer interessanten Flora nicht vor einigen Jahren ganz abgetragen worden ist. Besonders im Frühjahr lohnt sich ein Spaziergang auf den Lollarer Kopf. Mehrere Ruhebänke stehen an den schönsten Stellen des Berges, der vor allem nach

Westen und Osten schöne Ausblicke gestattet. Leider war der Himmel dunstig und keine Sicht vorhanden. Doch es war ein schöner Wandertag. Die Luft war von herber Frische, der Wald voll von würzigem Duft. Don dem Lollarer Kopf führte der Weg der Lumda entlang nach Daubringen und nach kurzer Rast nach dem Daubringer Paß. Dort lag an son- nengeschützten Stellen noch leichter Schnee. Bald entwickelte sich eine muntere Schneeballschlacht, an der sich jung und alt beteiligte. Die Sonne kam noch einmal schwach an dem grauen Himmel hervor, als der Weg die Wanderer von dem Daubringer Paß der blauen Strichmarkierung entlang über den Pflanzgarten und von da an der Gnautheiche vor­beiführte. Im Wiesecker Wald kreuzten mehrere Rehe den Weg. Auf der Karlsruhe wurde Schlußrast gehalten. Hier hatte sich noch eine große Anzahl VHCer, die nicht mitwandern konnte, eingefunden. Einige schöne Stunden frohen Zusammenseins und herzlicher Gemütlichkeit, mit Tänzen und unter­haltenden Vorträgen, bildeten den würdigen Ab­schluß des Wandertags.

Dieses Ziel ist durchaus gegen den Kapitalismus gerichtet. In diesen Dingen besteht ein scharfer Gegensatz zwischen ihm und dem Marxismus. Der Nationalsozialismus kämpft in Wirklichkeit gegen den Kapitalismus, während der Marxismus nur den Ueberkapitalismus anstrebt.

Geistige Fragen.

Der Vortragende beleuchtete hier zunächst dis Unterschiede zwischen Marxismus und National­sozialismus in der

Auffassung von der Familie.

Der Marxismus will die Familie auf- lösen. Zu diesem Zwecke will er die Frauen in die Berufe hineinzwingen. Die Erziehung der Kinder soll nicht mehr in der Familie, sondern in staat­lichen Erziehungsheimen stattfinden. (Siehe Ruß­land.) Auf der gleichen Linie liegt auch die Frage der Geburtenbeschränkung.

Der Nationalsozialismus dagegen will die Fa­milie in jeder Hinsicht fördern, insbesondere die kinderreiche Familie.

Aufruf

an die Bevölkerung des Kreises Gießen.

Die schon seit langem angekündigte Spitzen- rofette, welche speziell nur von Heimarbei­tern der Plauener Spihenindustrie hergestellt worden ist und somit vielen Volks­genossen Arbeit und Brot verschafft hat, wird nächsten Sonntag vertrieben werden.

Diese kunslgearbeitele Rosette stellt zum ersten­mal ein Abzeichen dar, welches nicht nur am Sam­meltage, sondern auch später gerne als Gedenk- Zeichen getragen werden wird. Darum hat auch derjenige, der diese Rosette zu dem M l n d e st - betrage von 20 Pfennig erwirbt, für alle Zeilen ein Schmuckstück, das, da demselben zahl­reiche Verwendungsmöglichkeiten gegeben sind, ihm viel Freude bereiten wird.

wir fordern hierdurch alle Volksgenossen auf, diese Spihenrofette zu erwerben.

Denn nur durch deren kauf zeigt er, daß er sich mit dem Nationalsozialismus verbunden fühlt und mit dazu beiträgt, im Kampfe gegen hunger und Kälte sich eins mit d^m Führer zu fühlen. Aus diesem Grunde darf eine Abweisung der Sammler nicht vorkommen. Deshalb lautet die Parole am nächsten Sonntag:

Jeder Volksgenosse kauft die Hand- und kunstgearbeiteteSpihenrosette!"

heil Hiller!

Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34,

Kreisführung Gießen.

Gez.: Kl.ö ß, Kreisführer des WHW.

F.d. R.: Gez.: Wo Haupt, Kreisgeschäftsführer des WVW.

Marxismus, Liberalismus, Raiionalsozialismus.

Vortrag des Kanzlers der Llniversität im Schulungs- und Sprechabend des KOAI., Bezirk Gießen.

Die Bezirksleitung Gießen des Kampfbun - des Deutscher Architekten und Inge­nieure (KDAJ.) veranstaltete am Mittwoch im Cafe Ebel einen Schulungs- und Sprech­abend, der aus der Stadt und aus dem Bezirk Gießen gut besucht war.

Der Bezirksführer

pg. Oberingenieur Kurz-Gießen

betonte in feiner Einführungsanfprache, daß die Schulungs- und Sprechabende den Zweck hätten, alle Teilnehmer mit dem nationalsozialistischen Ge­dankengut vertrauter zu machen, als bisher. Der Nationalsozialismus als Weltanschauung verlange von jedermann, der bisher noch in den alten Ge­dankengängen befangen fei, eine innerliche Umkehr, eine völlige Aenderung der Gesinnung.

Oer Kanzler der Llniversität Gießen Prof. Or. Hummel sprach hierauf in außerordentlich fesselnder Weise über das ThemaM arxismus, Liberalis­mus, Nationalsozialismus". Der Redner erinnerte zunächst an die Uebernahme der Staatsmacht durch den Nationalsozialismus und an das Wahlergebnis vom 12. No­ve m b e r v. I., welches das deutsche Volk in einer nahezu einheitlichen politischen Willensbildung zeigte. Er sagte dann u. a. weiter:

Damit wurden wichtige und wertvolle Nah­ziele der Bewegung erreicht. Aber das wirk­liche und Hauptziel der nationalsozialistischen Be­wegung ist noch lange nicht erreicht, bis zu diesem Ziele liegt noch viel Arbeit und Kampf vor uns.

Das deutsche Volk muh vollkommen von dem nationalsozialistischen Gedankengut durchdrun­gen werden derart, daß nichts anderes mehr denkbar und möglich ist, als das Denken und handeln im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Ein sehr erheblicher Teil des deutschen Volkes folgt heute schon dem Führer und hat sich in die na­tionalsozialistische Bewegung und in ihr Gedanken­gut eingepaßt. Das ist schon ein wesentlicher Er­folg. Aber der Glaube und das gefühls­mäßige Erfassen allein reichen noch nicht aus, das verstandesmäßige Erfassen muß noch hinzukommen. Unsere Aufgabe ist es, allen deutschen Volksgenossen klarzumachen, wodurch sich die nationalsozialistische Weltanschauung von den Gedankengängen des letzten Jahrhunderts, von dem bürgerlichen Liberalismus und von dem Marxis­mus unterscheidet.

Wirtschaftliche Singe.

Der Vortragende beschäftigte sich zunächst mit einer Beleuchtung dieser Unterschiede in den wirt­schaftlichen Dinaen und führte hierzu u. a. aus. Der Marxismus steht auf dem StandpunktEigentum ist Diebstahl"; er verurteilt also

das Privateigentum

grundsätzlich. Der Marxismus der SPD. ist dabei auf dasselbe herausgekommen, wie der Kommunis­mus: die Enteignung aller Menschen, oie Verwandlung aller Menschen in Proletarier. Das würde bedeuten: Verwandlung aller Menschen in Sklaven. Im heutigen Rußland finden wir ja auch bereits einen großen Teil der ouuerlichen Bevölkerung in einem Zustande, der ficf) nicht vom Sklaventum unterscheidet. Es ist ein Hauptverbrechen des Bolschewismus, daß er das Bauerntum vernichtet hat. Die Proletarisierung purd) den Marxismus ist etwas ganz Widernatür­liches, das die Menschen nicht glücklicher, sondern nur unglücklicher macht.

3m Gegensatz dazu will der Nationalsoziatts- mus die Menschen aus der Proletarisierung her- ausholen und jeden zum Eigentum zurückführen. Der Nationalsozialismus erkennt daher den Be­griff des Privateigentums an, denn er will die Menschen entproletarisieren.

In dieser Einstellung des Nationalsozialismus besteht auch ein wesentlicher Unterschied gegenüber dem bür­

gerlichen Liberalismus. Das Bürgertum hat die Auf­fassung, daß das Eigentum in erster Linie Rechte gibt, während der Nationalsozialismus der Auf­fassung ist, daß das Eigentum in erster Linie ver­pflichtet, daß der Eigentümer sich der Ge­samtheit gegenüber als Treuhänder des Besitzes verpflichtet fühlen muß. Daher: Ge­meinnutz vor Eigennutz! Die Anerkennung des Privateigentums durch den Nationalsozialismus entspricht dem natürlichen Bedürfnis, das die Men­schen besitzen. Die Verwirklichung des national­sozialistischen Zieles, vor allem die Proletarisierung aufzuhalten und die Menschen wieder zum Eigen­tum zurückzuführen, ist natürlich keine leichte Auf­gabe. Die Arbeit auf diesem Gebiete kann sich, an­gesichts der gewaltigen Verproletarisierung durch das frühere System, natürlich nur langsam ent­wickeln. Dem großen Ziel des Nationalsozialismus in dieser Richtung dient auch die Förderung unseres Bauerntums und des Mittelstandes durch den Nationalsozialismus.

Der BegriffKapitalismus"

zeigt nur scheinbar eine Uebereinftimmung zwischen dem Marxismus und dem Nationalsozialismus. In Wirklichkeit fördert der Marxismus den Kapitalis­mus, während der Nationalsozialismus ihn ablehnt. Kapitalismus ist zwar kein Gegensatz zum Privat­eigentum, aber das Wesentliche der Grundzüge des Kapitalismus liegt nicht im Privateigentum, sondern in der Loslösung des (Eigentums von der Verantwortung für die realen Dinge, bi e das (Eigentum bar ft eilen. Beweise hierfür sind die Aktiengesellschaften, die Trusts, die Börse usw., die es ermöglichen, daß das (Eigentum sich in den Händen weniger Menschen zusammenballt, die mit dem Besitz an sich nichts zu tun haben. Diese Zusammenballung des Eigentums in den Händen weniger Großkapitalisten stürzt die übrigen in Schuld- und Zinsknechtschaft.

Der Marxismus hat feinen Kampf immer in erster Linie gegen die Unternehmer, also gegen die Verwalter der Sachgüter gerichtet, die eigentlichen Grohkapltalisten, das internationale Finanzkapitel aber hat er immer in Ruhe ge­lassen, weil er von ihm zum großen Teil ab­hängig war.

Ein bezeichnendes Beispiel dafür erlebten wir in den Beziehungen des früheren Systems zu dem schwedischen Großkapitalisten K r e u g e r. Der Marxismus kämpft nur scheinbar gegen den Kapi­talismus, in Wirklichkeit ist sein Ziel eine riesen­hafte Kapitalzufammenballung. Das sehen wir auch in dem Wirtschaftsbau Sowjet- ruß l a n d s mit feinen Trusts und Gesellschaften. Es ist also eine vollkommene Lüge, wenn der Marxismus behauptet, er bekämpfe Den Kapitalis­mus, im Gegenteil er strebt einen riesenhaften Staatskapitalismus an, der alle Nachteile des Kapitalismus zeigt.

Der Nationalsozialismus dagegen will, daß der Eigentümer auch Besitzer ist und verantwortlich für sein Eigentum einsteht, das er verwaltet.

Der einzelne soll der Gesamtheit gegen­über Treuhänder sein für das, was er be­sitzt. Daraus ergibt sich, daß vieles von dem, was wir heute noch in Deutschland haben (Großkonzerne usw.) den nationalsozialistischen Grundsätzen nicht entspricht. Dagegen steht der bäuerliche Besitz, der Handwerker, der Kleingewerbetreibende, der Einzel­unternehmer, auch der große Einzelunternehmer, in Uebereinftimmung mit den nationalsozialistischen Grundsätzen. Die Aufgabe des Nationalsozialismus auf diesem Gebiete ist an sich klar, aber nach der jetzigen Lage der Dinge nicht leicht durchzuführen. Zunächst gilt es auch hier eine Politik der all- mählichen natürlichen Rückbildung zu verfolgen, steilich in vollem Gegensatz zu der Methode Der letzten Jahrzehnte.

Der Nationalsozialismus fördert den kleinbefih. das Bauerntum, die Arbeitersiedlung, Hand­werk und Gewerbe, den Einzelhandel im Gegen­satz zu den Warenhäusern, und sein Ziel wird erreicht werden.

Die Frau will er nicht als Arbeiterin sehen, wenn sie es zunächst noch bleiben muß, soll es sich nur um einen Notbehelf handeln. In erster Linie sieht der Nationalsozialismus die Stellung der Frau in der Familie, weil diese die K e r n - und Keimzelle des Staates, die Grund­lage der Volksgemeinschaft ist, die natür­liche Bindung des einzelnen verkörpert, die durch blutbedingte Verbindung des einzelnen mit feinem Volke darstellt.

Die BegriffeVolk und Nation"

hat der Marxismus vollkommen abgelehnt. Von einem Vaterland, das Deutschland heißt, will er nichts wissen. Er anerkennt nur die Bindung der Klassen auf internationaler Grund­lage, diese schätzt er höher ein, als die Bindung von Volk und Nation. Aus diesen marxistischen Gedankengängen hat sich der deutsche Arbeiter im August 1914, als er zum Schutze von Volk und Heimat in den Krieg auszog, losgelöst, und damals war eigentlich die Geburtsstunoe des National­sozialismus. Später ist aber leider dieses Gefühl der Volksverbundenheit wieder untergegangen, und erst unser Führer Adolf Hitler mußte das deutsche Volk wieder zur Volksgemeinschaft zurück- sühren.

Die internationale Bindung des Marxismus müssen wir ablehnen. Das bedeutet aber feine Feindschaft gegen d i e anderen Völker

Wie der Nationalsozialismus innerhalb unseres Volkes den Kiasfenkampf verdammt und die Volksgemeinschaft herbeiführt, so will er ein ähnliches Verhältnis auch zwischen den Völkern schaffen, das gegründet ist auf der Anerkennung der gegenseitigen Ehre und der Rechte, auf der Gleichberechtigung der Völker.

Wir glauben, daß wir dadurch ein besseres Ver­hältnis zwischen den Völkern schaffen als bisher. Mit der Einstellung zu der FrageVolk und Nation" hängt

die Frage der Wehrhaftigkeit

eng zusammen. Der Marxismus ist arunb- fahnd) pazifistisch eingestellt, er lehnt die Wehrhaftigkeit bewußt ab, er will, daß der einzelne nicht wehrhaft sein soll. Der Nationalsozia­lismus will zwar auch den Frieden und keine Kriege, aber er will die Wehrhaftigkeit pflegen, weil sie notwendig ist zur Verteidi­gung unserer Rechte.

Selbst bann, wenn wir mit keinem Angriff zu rechnen hätten, müssen wir als Nationalsozia­listen die Wehrhaftigkeit des Volkes und des einzelnen pflegen, weit Wehrhaftigkeit ein na­türliches Bedürfnis jedes gefunden und kräftigen Menschen ist.

Sowjetrußland hat ja auch die Grundsätze des Marxismus in dieser Hinsicht nicht durchge­führt, sondern es pflegt und fördert feine Wehr­haftigkeit so stark wie möglich. Der Pazifismus ist etwas Undeutsches, etwas Jüdisches. Wir aber wollen nicht jüdisches, sondern deutsches Wesen pflegen, und deshalb sind wir auch für die Wehrhaftigkeit des einzelnen deutschen Volksge­nossen und unseres Volkes.

Die Stellung zur Rassenfrage

enthält ebenfalls grundsätzliche Unterschiede zwischen dem Marxismus und dem Nationalsozialismus. Der Marxismus sagt:Die Menschen sind an sich gleich, nur die Umwelt hat sie verschieden werben lassen." Wir Nationalsozialisten sagen: Die Menschen sind durchaus nicht gleich von Natur aus, sondern sie sind nach ihren (Erbanlagen verschieden." Was einer wird und barstellt, hängt nicht von der Umwelt ab, sondern von dem, was er an (Erbanlagen in sich birgt. Es muß des­halb verhindert werden, daß fremde Raffenein- schläge in das deutsche Volk hereinkommen. Es muß heißen: Jedem das Seine, nicht aber: Jedem das Gleiche. Das ist eine natürliche For­derung.

Die Stellung zu den religiösen Bedürfnissen des Menschen.

Der Marxismus bekämpft die Religion grund­sätzlich. Daher fördert er auch die Gottlosigkeit. Das ist etwas vollkommen unnatürliches. Der Menfchen- geift strebt nach der Anerkennung von Höherem, nach Göttlichem, das ein inneres Bedürfnis auch des einfachen Menschen ist. Nur ein ganz entartetes Großstadtvolk kann den Gedanken pflegen, sich des Gottesbegriffs zu entledigen. Darin wurzelt die marxistische Gottlosenbewegung. Dagegen richtet sich der Widerstand des gesunden Volkstums.

Der Nationalsozialismus bejaht das religiöse Bedürfnis des Menschen, er bejaht das Chri­stentum im allgemeinen, im übrigen strebt er danach, den Zwiespalt zwischen den Konfessionen zu überwinden, weil dieser Zwiespalt der Volks- gemeinsck)aft schädlich ist.

Deshalb ist der Nationalsozialismus bestrebt, die Kirchen aus dem politischen Gebiet herauszuholen und sie auf ihr religiöses Gebiet zu beschränken.

Liberalismus und Nationalsozialismus.

In nationalen Fragen und in den Fragen des Volkstums hat das Bürgertum ähnliche Auffassungen vertreten, wie der Nationalsozialist mus. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß starke Gegensätze zwischen der bürget« Ilch-lideralistischen Auffassung und dem National­sozialismus bestehen. Wenn diese starken Gegensätze zwischen Bürgertum und Nationalsozialismus nicht vorhanden gewesen wären, wäre ja der National­sozialismus überflüssig gewesen. Der büraer«

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