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Nur selten denkt man wohl darüber nach, daß unsere heutigen Ansprüche an die technischen Einrichtungen unserer Wohnung und ihre ständige Gebrauchsfähigkeit, an Bequemlichkeit, Sauberkeit und Hygiene nicht gestellt werden könnten, wenn nicht der Mann in der blauen Bluse, der Installateur und Spengler, seiner stillen Arbeit nachgehen und diese häuslichen Anlagen ständig kontrollieren, ausbessern und instandhalten würde. Ihm kommt ein Hauptoerdienst zu, wenn wir in unserem Heim Bequemlichkeit und Komfort genießen, die uns zur Selbstverständlichkeit geworden sind.
Ein vor dem Kriege noch im Wohlstand blühendes Gewerbe hat das Jnstallationshandwerk in den Jahren der Wirtschaftskrise, die hinter uns liegen, schwer zu leiden gehabt. Dem Hausbesitz fehlte es an Mitteln, um notwendige Reparaturen ausführen zu lassen, und die Neubautätigkeit sank auf ein Mindestmaß.
Erst die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung brachten dem Jnslallalionshandwerk neue Beschäftigung. Mit dem besonderen Zweck der Förderung des Mittelstandes reichte sie dem Installateur- und Spenglergewerbe die Hand, um es einer neuen Blüte. zuzuführen.
Auf der einen Seite hob die Eingliederung der Fachinstallateure und Spengler in die Gas-Gemeinschaften diesen Zweig des Handwerks über seine bisherige Stellung heraus und räumte ihm einen bevorzugten Platz in der allgemeinen Versorgungswirtschaft ein, allerdings, indem sie ihm zugleich eine harte Schulung seiner handwerklichen Fähigkeiten auferlegte. Damit verbunden waren eine finanzielle Stärkung der Installateure und Spengler durch den Rückhalt, den sie in den Gas-Gemeinschaften finden, und eine Sicherung ihres Absatz- und Arbeitsfeldes. Auf der anderen Seite brachten die von der Reichsregierung im letzten Winter bereitgeftellten Mittel zur Förderung der Jnstand- etzung von Gebäuden aller Art dem Installateur- Handwerk neue Arbeit in größerem Umfange und
Bearbeiter vorlieaen. Es können auch noch Kalender bestellt werden. Gleichzeitig wird
Weisung der Beträge für „Hilf mit!" einschließlich Heft 3, gebeten.
modernen Geräte sind, gestellt, wenn sie nicht
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ihr Wert wird in Frage _ , . , von einem Fachmann
gemäß installiert und einreguliert sind.
Noch heute seien viele arbeitslos, aber die gierung Adolf Hitler sei bemüht, auch denen zu helfen, die heute noch keinen Arbeitsplatz erhalten konnten. Hier zu helfen fei aber auch die Pflicht eines jeden einzelnen Volksgenossen. Außerdem gebe das Winterhilfswerk jedermann Gelegenheit, zu helfen, jedermann müsse sich hier verpflichtet fühlen, auch wenn sein Opfer einmal nicht registriert werde. Für die Mitglieder der Partei, für den Trä- ger irgendeiner Uniform sei die Mitgliedschaft eine Verpflichtung. Wir alle müßten uns stets den Führer als Vorbild vor Augen halten. Wer heute feine Pflicht tue im Dienste der Volksgemeinschaft, dem dürfe diese Arbeit nicht schwer gemacht werden.
In seinen weiteren Ausführungen sagte der Redner folgendes:
Das Amt für Beamte, Kreis Gießen, vereinigte am gestrigen Freitagabend im CafL Leib feine Mitglieder zur letzten Versammlung des Jahres 1934. Der Fachschaftsleiter, Pg. Heß, eröffnete die Kundgebung und erteilte sofort dem
stellvertretenden Kreisleiter, pg. Hopfenmüller
das Wort. Der 30. Januar des Jahres 1933 fei Schicksalstag des deutschen Volkes gewesen. An diesem Tage sei ein System abgelöst worden, das Deutschland bergab getrieben habe. Vom Weltkrieg ab bis 1933 habe es in Deutschland nichts gegeben, was eine Regierung zu nennen gewesen wäre. Erst mit der Machtergreifung Adolf Hitlers habe ein neues Wirken begonnen, das von Verantwortung dem ganzen Volke gegenüber getragen fei. Der Führer habe auf einem Trümmerhaufen aufbauen müssen. Der Grundsatz der nationalsozialistischen Bewegung sei die Volksgemeinschaft, die man rüher nie gekannt habe.
Heute werde alle Kraft auf ein Ziel konzentriert: auf das deutsche Volk!
Vorher seien die Parteien immer nur Jnteressen- tcngruppen gewesen. Ueberall habe sich kämpferische Gegenüberstellung gezeigt und die Jnteressm der Parteien standen höher als das Wohl des ganzen Volkes. Verbrecher und Phantasten brachten das deutsche Volk schließlich in eine Lage, die in 6,5 Millionen Arbeitslosen ihren furchtbarsten Ausdruck gefunden habe.
Diese Situation habe sich erst grundlegend geändert, als Adolf Hitler die Macht im Staate übernahm. Zwar habe sich sein Aufbauwerk — so wie es manche noch im vorigen Jahre wünschten — nicht in einem Vierteljahre verwirklichen lassen, aber heute sei doch unbestreitbare Tatsache, daß die Entwicklung in steter Aufwärtsbewegung zur Besserung der Verhältnisse in unserem Vaterlande geführt habe.
Es fei bewiesen, daß der Führer dem deutschen Volke das gebracht habe, was das deutsche Volk längst zutiefst wünschte: die Einigkeit!
Die Zerrissenheit in unserem Volke, die durch die vielen Parteien vor der Machtergreifung durch Adolf Hitler bis in die Familie hineingetragen worden fei, habe der Nationalsozialismus, habe der Führer beseitigt. Das, was Adolf Hitler bisher geleistet habe, verschaffte ihm nicht nur die Achtung des ganzen deutschen Volkes, sondern die A ch t u n g der ganzen Welt. Es gehe in Zukunft nicht an, daß der einzelne feine persönlichen Wünsche in den Vordergrund stelle, wenn es darum gehe, einem breiteren Kreis von Volksgenossen zu helfen. Mehr und mehr müsse der Geist der Opferbereit- chaft Platz greifen, der Geist, der heute in die Jugend gepflanzt werde und der dieser Jugend eines späteren Tages zur Selbstverständlichkeit werden würde. Die Einsatzbereitschaft, die in den Jahren 1914 bis 1918 unser Volk erfüllt habe, müsse auch heute wieder neu lebendig werden.
Der Kreissachberater: Heller.
Ortsgruppenappell des NSOFB.
Die Pressestelle des NSDFB. (Stahlhelm) in Gießen berichtet uns:
Der Nationalsozialistische Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm), Ortsgruppe Gießen, hielt am 13. Dezember im Cafö Leib feinen allmonatlichen, sehr gut besuchten Ortsgruppenappell ab.
Nach dem Fahneneinmarsch gedachte der Ortsgruppenführer, Kamerad L o p p e, in Worten herzlichen Gedenkens eines der ältesten Mitglieder der Ortsgruppe, des verstorbenen Kameraden Oberst a. D. S u u r. Nach einer Reihe geschäftlicher Mitteilungen gedachte der Ortsgruppenführer ferner in alter Treue des 85. Geburtstages des Generalfeldmarschalls von Mackensen, des nimmermüden Stahlhelmkameraden, der bei keiner Stahlhelmveranstaltung in der Nähe seines Wohnsitzes fehlt und der als Vorbild des preußischen Offiziers die uneingeschränkte Achtung und Verehrung aller alten Soldaten genießt Anschließend erfolgte die Ver- vflichtung einer Anzahl Kameraden, die angesichts der Stahlhelmfahne als Symbol der Tradition dem Führer des deutschen Volkes und dem Führer des Bundes der Frontsoldaten unverbrüchliche Treue und Hingabe an das Vaterland gelobten.
Kamerad Kock hatte sich als Vortragsstoff für den Abend gewählt „Nationalsozialismus und Faschismus". Er ging davon aus, die Aehnlichkeiten beider Bewegungen aufzuzeichnen, dann aber die Widersprüche und Unterschiede, die sie trennen, klarzulegen. Beide Bewegungen sind aus dem Frontgeist geboren, ihr Lebensgefühl ist heroisch, Dienst und Opfer für die Nation sind der höchste Zweck des Daseins. Sie fühlen sich beide berufen, eine absterbende Welt abzulösen und eine neue heraufzuführen. Beide verkörpern eine Weltanschauung und fühlen sich berufen, das ganze Dasein danach umzugeftalten. Wenn auch nicht alle Feinde des Nationalsozialismus zugleich Feinde des Faschismus find (Judentum, Ultramontanismus, Legitimismus), so beseelt sie doch der gemeinsame Kamps gegen Marxismus und Demokratie gegen Liberalismus und Freimaurer tum, gegen Parlamentarismus und Pazifismus. Sowohl die deutsche, wie die italienische Bewegung haben den autoritären Staat geschaffen, nach dem die Sehnsucht der Völker ging und geht. Auch im Vorgehen hinsichtlich
Im „Gießener Anzeiger" Nr. 255 murik.' Bürgerschaft von Gießen auf das neue 8«. Projekt der Gagfah (Gemeinnützige ' Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten), fc' stück Lessing-Stephanstraße, hingewiesen. V.
Stadttheater 15 bis 17.45 Uhr, „Peters.» » fahrt", 19.15 bis 22 Uhr „Das Land d — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: , Rürft 1 Zeff". — Aftoria-Lichtspiele, Seltersweo- Rätsel einer Nacht". — Reichskammer ber hin." Künste, Turmhaus am Brand, 11 bis n 7 18 Uhr, Weihnachts-Ausstellung. — $erJ Hahn", Sonnenftraße, 9 bis 18 Uhr, ;nD und Kanarienausftellung. — Aliceschnb M straße 2, 11 bis 18 Uhr, Ausstellung von kü rinnenarbeiten. — Turnverein von 1846- 15 S? Turnhalle, Weihnachtsfeier der ßinberabfpih
Stadttheater Gießen, fonte *2 für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche gerade Mitgliedsnummern „Das Spiel vo heiligen drei Königen" von Timmermans L leitung: der Intendant. Kein Kartenverkauf — Stadttheater Gießen. SonnL Dezember, 15 Uhr, Wiederholung des ®eihj Märchens: „Peterchens Mondfahrt" von unter der Spielleitung von Karl Do Ick 19 iS auf vielseitigen Wunsch die romantische „Das Land des Lächelns" von Lehar; Wrede, Cuje, Bäulke; die Partie' Sou-Ehong singt nach seiner Erkrankung erw ■ Heinz Weiser. — Dienstag, 18. Dezember Ji! die zweite Opernvorstellung dieser Spielzeit malig zur Aufführung, in szenischer Neubearb^' die romantische Oper: „Der Freischütz" von Leitung Wrede ; die musikalische Leitung b?’ Gast Generalmusikdirektor Stöver (feu heim). Die Vorstellung beginnt 20 Uhr. - K woch, 19. Dezember, 19.15 Uhr, ©ieberbofc „Der Freischütz". — Donnerstag, 20. geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturqe^ Ring „Deutsche Bühne", ungerade Mitglieds, mern, das Drama: „Opferstunde" von klu Unger; Spielleitung Anton Neuhaus. 20 Uhr. — Freitag, 21. Dezember: „Der FreM Anfang 20 Uhr. — Samstag, 22. Dezember Uhr, geschloffene Vorstellung für die NS..M gemeinde, Ring „Deutsche Bühne", gerade lli gliedsnummern: „Opferstunde" von Unger.
— Eine Vogelzucht- und Kanari!,!, ausfteHung findet am morgigen Sonnta-i, „Auerhahn", Sonnenstraße, statt. (Siehe hr»i Anzeige.)
ermöglichten die Neueinstellung arbeitsloser Fachkräfte.
Sie dürfen nicht wieder arbeitslos werden, und daher müssen neue Arbeitsmöglichkeiten für das Handwerk geschaffen werden. Dazu gehören vor allem auch das Ueberholen und Auswechseln der Gasleitungen und der Ersah oder die Neuanschaffung von Gasgeräten aller Art, die Haus und Wohnung modern machen.
Jeder Wirt und jeder Mieter sollten an Aufträgen dieser Art vergeben, was sie nur irgend finanzieren können, um dem Handwerk Arbeit und Verdienst zukommen zu lassen. Die Mitglieder der Gas-Gemeinschaft unterstützen diesen neuen Angriff in der Arbeitsschlacht für den Winter 1934/35 durch weitgehend erleichterte Zahlungsbedingungen in Form von langfristigen Teilzahlungen. In enger Gemeinschaft und Zuschüssen bis zu 28 v. H., teils Barzuschüsse, teils Gas-Gutschriften, arbeiten Gaswerk, Installateur und Fachhandel in diesem Winter wieder zusammen, um eine neue breite Welle von Aufträgen des Hausbesitzers an Industrie, Handwerk und Handel auszulösen und so für B e - schäft igung in der ungünstigen Jahreszeit zu sorgen. Die Installateure sind bestens geschult in der Kenntnis der Konstruktion und Leistungsfähigkeit moderner Gasgeräte, die einfach zu bedienen find und zuverlässig und billig arbeiten. Sie kennen die neuesten technischen Vorschriften und Richtlinien der Fachverbände für den Bau und die Installation der Geräte und können Wirt und Mieter in jeder Weife fachgemäß beraten.
Jeder Verbraucher von Gas und Gasgeräk
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„Sagen Sie es draußen: ich habe Veranlassung daraus hinzuweisen, daß die Treue des lehlen und unscheinbarsten SA.-Wannes oder Parteigenossen das Fundament des Staates ist. Sagen Sie es draußen, daß es im nationalsozialistischen Deutschland nur einen einzigen Treueid gibt, den Eid auf den Führer. Deutschland ist der Führer und der Führer ist Deutschland. And glauben Sie mir, daß das braune Hemd eines horst Wessel und seiner toten Sturmkameraden nichts zu tun hat mit bunter Farbenpracht. And glauben Sie, daß der Opfergang der deutschen Jugend, wie der bei Lange- marck war, und der Öpfergang der politischen Soldaten über alle Wesenlosigkeit, über alle Widersacher hinweggeht und die neue Marschrichtung anzeigt. Es gibt keinen Gegensatz zwischen der nationalsozialistischen Jugend und der Frontkämpfergeneration. Es darf auch kein Gegensatz zwischen Alter und Jugend konstruiert werden. Einen Gegensatz gibt es nur zwischen
dem neuen Deutschland und der Reaktion.
Der Führer vertrete die Interessen des deutschen Volkes, selbst wenn unsere Gegner wenig Wohlwollen äußerten. Aber sein Friedenswille werde mehr und mehr auch im Ausland anerkannt. Deutschlands Heil fei ja auch nicht in kriegerischen Verwicklungen zu suchen. Deshalb mußten wir dem Führer allen Glauben und alles Vertrauen entgegenbringen, müßten wir hinter ihm und dem Hakenkreuzbanner in eine bessere Zukunft mar- schieren, und damit dem ganzen deutschen Volke, wie auch der Welt den Glauben an Deutschland wiedergeben. (Lebhafter anhaltender Beifall!)
In einer kurzen Schlußansprache wies der Fachschaftsleiter Pg. H e h darauf hin, daß die Beamten- schäft, an Disziplin und Gehorsam gewohnt, in treuer Gefolgschaft, in Kameradschaft und verant» wortungsbewußter Mitarbeit hinter dem Führer stehen werde.
Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Füh- rer Adolf Hitler, mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Horst-Wessel- und des Deutschland-Liedes fand die Kundgebung ihren Abschluß.
anderen Völkern verständlich zu machen und damit statt Haß Achtung des neuen Deutschland zu gewinnen.
Gemeinsamer Gesang des Bundesliedes und Fahnenausmarsch schloß den dienstlichen Teil des Appells. Darauf blieben die Kameraden in angeregter Unterhaltung bei den Klängen der Stahlhelmkapelle noch einige Zeit zusammen.
Vornotizen.
— Tageskalender für Samstag: Be- rufsgemeinschaft der weiblichen Angestellten, Gießen, 20.15 Uhr, Lonystr. 18, weihnachtliche Abend- stunde. — Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Das Spiel von den heiligen drei Königen" (Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde — Ring Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fürst Woran- Zeff". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Das Rät- sei einer Nacht". — Reichskammer der bildenden Künste, Turmhaus am Brand, 16 bis 18 Uhr, Weihnachts - Ausstellung. — Aliceschule, Sonnen- straße 2, 14 bis 18 Uhr, Ausstellung von Schülerinnenarbeiten der Kurse, Weißnähen'und Schneidern. — Amt für Leibesübungen, 14.30 Uhr, Universitäts- sportplatz, Handball: Techniische Hochschule, Mün- chen, gegen Unioersiät Gießen.
— Tageskalender für Sonntag: NS.- Frauenschaft, 20 Uhr, Cafs Leib, Adventsfeier. — Berufsgemeinschaft der. Werkmeister, 15 Uhr, Kaufmännisches Vereinshaus, Monatsoersammlung. —
der Kirche lassen sich Aehnlichkeiten feststellen, eben- 0 wie HI. und Balilla, SS., SA. und „fasci dei combattimenti", „Kraft durch Freude" und „Dopolavoro“ Vergleichspunkte bieten. Trotzdem bestehen zwischen beiden Bewegungen große Reibungen und Widersprüche. Schon die Art der Machtergreifung beweist dies. Mussolini wählte den Staatsstreich, Hitler aber schlug den längeren und mühseligeren Weg des Gesetzmäßigen, der Wahlen ein. Die größten Gegensätze aber bestehen m den Grundbegriffen: Rasse und Volkstum. Rein praktisch betrachtet, laufen die Unterschiede in der Rassenfrage auf einen Gegensatz in der Judenfrage hinaus. Das ist um so verwunderlicher, weil Mussolini mit der Ausrottung der italienischen Freimaurerei auch dem internationalen Judentum einen chweren Schlag versetzt hat. Wenn daher von aschistischer Seite der Kampf gegen das Judentum verurteilt wird, braucht man nur auf die Der- olgung der Freimaurer hinzuweisen. Es ist in beiden Fällen eine Auflehnung gegen Internationalismus, Klaffenkampf und Volkszersetzung. Verschieden st ferner die Stellung zu Volk und Staat. Das aschistische Denken geht ganz im Staat auf, das nationalsozialistische in Volk und Staat, der Fa- chismus will die Macht, der Nationalsozialismus das Leben des Volkes. Ihm ist das Volkstum tragender Begriff. Hitlers Bewegung ist nicht imperialistisch, sie will Leben und Gleichberechtigung für jedes Volk. Es muß das Ziel jein, diese Auffassung
noch einen wesentlichen und entscheidenden Einfluß gewann.
Als seine Lebensaufgabe betrachtete Prof. Sommer die Psychophysiologie und Psychophysik; innerhalb der klinischen Psychiatrie interessierten ihn von vornherein alle Probleme, bei denen es sich um motorische Erscheinungen und Ausdrucksbewegungen handelte. Aber es gibt wohl kaum ein Grenzgebiet zwischen Neurologie und Psychiatrie, auf dem er nicht wertvolle Beiträge geliefert hätte. Ich nenne neben dem 1899 erschienenen „Lehrbuch der psycho- pathologischen Untersuchungsmethoden" und der Zeitschrift „Klinik für psychische und nervöse Krankheiten", die 1904 erschienene „Kriminalpsychologie unb strafrechtliche Psychopathologie auf naturwissenschaftlicher Grundlage", die 1909 ins Italienische und 1911 ins Russische übersetzt wurde; dann die 1927 in dritter Auflage erschienene „Familienforschung und Vererbungslehre", die „Tierpsychologie", die sich in erster Linie auf die Beobachtungen an dem Rufsenpferdchen „Puck" stützt; ferner die zahlreichen Schriften zur Sozialpsychologie und psychischen Hygiene, seine Studien über die Nibelungen- and Rennwege. Ich erinnere ferner an fein schöpferisches und organisatorisches Wirken in dem deutschen Verband für psychische Hygiene, in der deutschen Gesellschaft für Psychotherapie und der hessischen Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie, von denen er für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.
Nicht vergessen werden darf fein lebhaftes Interesse an städtischen Angelegenheiten, an der Entwicklung der Stadt und des Gemeinwesens in Gießen. An einer Reihe von Bauten in und bei Gießen ist er inbezug auf Vorbereitung, Entwurf und Plan beteiligt gewesen, so z. B. der Heil- und Pflegeanstalt und der Provinzial-Siechenanstalt, dem alten Liebigschen Laboratorium, dessen Erhaltung und Ausgestaltung als Museum allein seiner Initiative zu danken ist; ihm ist ferner zu danken für die Schaffung eines akademischen Turn- und Sportplatzes während seines Rektoratsjahres 191445, weiterhin für die neue Anlage vor der Universität, für den Studentengarten zwischen Aula und Bis- marckstraße; ich nenne ferner die Überweisung und spätere Stiftung eines etwa 5000 Quadratmeter umfaß enden Gartengeländes am Gleiberger Weg für die Angehörigen der Universität und schließlich die Robert-und-Emmy-Sommer-Stiftung für Famibien- sorschung an der Universitäts-Bibliothek ist Gießen.
Geheimrat Sommer begrüßte es stets besonders warm, wenn feine engeren Schüler sich ebenfalls Grenzgebieten der Psychiatrie und Neurologie zuwandten; er ließ ihnen jede Freiheit, ihren Neigungen uneingeschränkt arbeiten zu können, und stellte ihnen, soweit es in seinen Kräften stand, alles zur Verfügung, was zu neuen Erkenntnissen führen konnte.
Feststellung der Norm und von da aus schrittweises Weitergehen, aufbauende, nicht ertötende Kritik, Ablehnung jeglicher Spekulation und Phantasie, ein wohltuendes Einfühlungsvermögen kennzeichnen Sommer als Kliniker und Forscher, als gütigen Arzt und Lehrer; ihm gelten die Glückwünsche seiner dankbaren Schüler.
Sommer ist noch in rüstigem Schaffen begriffen, er nimmt noch regsten Anteil an allem Geschehen. Weitere publizistische Tätigkeit, so die Neuherausgabe der Zeitschrift „Schule und Elternhaus" und seine vielseitigen Interessen gestalten seinen Lebensabend reich, 'der nur durch ein sehr langwieriges und ernstes Krankenlager seiner Lebensgefährtin, seiner treuen Mitarbeiterin, beschattet wird.
Beruföhanptgruppen in der 091$.
Verufsgemeinschaft der Werkmeister.
Unsere diesmonatliche Zusammenkunft findet am Sonntag, dem 16. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im . Kaufmännischen Vereinshaus, Gießen, Wernerwall, . statt. Es spricht der Bezirksrefernt Pg. Timm, Frankfurt a.M., über „Von der l i b e r a l i st i - ; schenzurnationalsozialistischenWirt- , schäft".
NGLB., Kreis Gießen.
Arbeitsgemeinschaft Musik.
Nächste Orchesterprobe Mittwoch, 19. Dezember, , 15.30 Uhr, im Singsaal des Lyzeums. }
Nebeling. , Betrifft: Schülerzeitschrift „hilf mit!“
Alle Bestellungen für Heft 4, Hartung 1935, müs- > sen spätestens bis zum 18. d. M. bei dem Kreissach- 1
erfahren würde, ist nicht zu leugnen, bagec’ heben sich in anderer Beziehung erheblich:; denken. Es wird in diesem Artikel der vor (it ' Jahren von der Gagfah in der Feuerbachsttch richtete Wohnhausblock erwähnt, der gewiß Zierde des östlichen Stadtteils ist. Besonder9
Philipp Blum, Bruchstrabe 3, kann am (om», den Montag, 17. Dezember, seinen 70. Geb^», begehen. Der Jubilar ist seit 40 Jahren - Leser des Gießener Anzeigers.
** Die Dreimark° und Dreirr^.. Markstücke werden nur noch bis zum Lkw» der 1934 bei den Reichs- und Landeskassen'ij lung genommen oder umgetauscht. Vorn l.ta 1935 ab hört die Einlösungspflicht vollkommen .. .
** Weihnachtsspenden in Gießen Betrieben. Gestern abend vereinigten sich V ii Gefolgschaftsführer und die GefolgschastderLtc i pelfabrik Joseph Kreut er zu einem :1 triebsappell, der in schönster Kameradschaft net': 11 Dabei überreichte der Gefolgschaftsführer ft: Joseph Kreuter jedem verheirateten Gefolgt» Mitglied 20 Mark, jedem Ledigen 10 Mar! r. Weihnachtsgabe. Der Leiter des Vertrauen«! der Firma, Herr Rüdiger, brachte in üi kurzen Ansprache den herzlichen Dank der dküi schaftsmitglieder zum Ausdruck. — In der Mi: zentrale Gießen wurde jedem GefoigichL:! Mitglied eine Weihnachtsgabe von 20 Mark üh reicht.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser 'Rn: stehenden Artikel übernimmt die Redaktion L i Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung i
Das Bauprojekt der Gagfah.
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hier auf, daß in jede Wohnung Lust unö - Zutritt finden. Wie sieht aber das neue Bautt- : (Ecke Lessing-Stephanstraße) aus? Man will • einen Bautyp anwenden, der in die jetzige c Überhaupt nicht mehr paßt. Anstatt kleine, ss stückige Häuser mit großen Zwyu-eniMNM bauen, will man hier einen fa|erncnni(i^en । stockigen Wohnhausblock ohne jegliche räume hinstellen. Man muß sich wundern, in dieser Zeit, zumal an solchen beengten Plätzen, solche kasernenmäßige Bauten hi^, will. Immer und immer wird gefordert, nur Häuser zu bauen, in die Sonne, Licht uni u- genügend von allen Seiten in die Wohnungeii^ tritt finden, was von der Regierung in hochh^ Weife unterstützt wird und auch das Ideal vF Führers ist.
Das vor Jahren erbaute Finanz- urw Zi gungsamt hat zum Schaden der angrenj^” mohner diesen schon viel Licht und ßuh en? ;yn' , 'JZun will man durch den geplanten Neisa^w wohner noch mehr schädigen. Nicht allein pr • iondern auch für die künftigen Bewobner , imues würde der geplante unförmige, r-LA jt-1 ! hygienischer Beziehung unvorteilhaft sein. '11 gäbe sollen 42 Zwei- und Dreizimmenvan, r auf genanntem kleinen Grundstück 8^^ " - den. Unwillkürlich kommt einem da der wo sollen die vielen Kinder (60 bis unö y hin? Finden diese zu ihrem Wachstum Rau und Licht genug, die ihnen doch schon in den Wohnungen entzogen werden? Wenn aucy Kinder des geplanten Neubaues ein keiner Platz vorgesehen ist, so wird dieser für oi Kinder nicht reichen. Die Folgen werden fei , Zänkerei und Schlägerei unter der kleine . schäft und dadurch stete Belästigung der zu। j
Wenn auch die großen Kinder i^rAn, öp,lnt?n *; die Straße verlegen, was polizeilich verv so wird aber diese durch die zwei llrotzen gegenüberliegenden Bauten (Neubau u*" hl’ fjy- Versorgungsamt) so beschattet, daß da, ,ß üiC, ein Sonnenstrahl hinkomrnt. Man hn Ler nen Staatswegen für die Ge-sunm-eir . :
wachsenden Jugend. Sollte es nicht ,
sein, zum Wohle dieser und der angren; wohner anstatt des großen geschlossenen . zweistöckige Häuser mit großen ZwlM zu errichten, die sich dann in der Form
Häusern anpassen würden? 9M
Die maßgebenden amtlichen Stellen ufr’
beten, dahin zu wirken, daß nicht wn i । förmiger Bau hingestellt wird, der Stadtteil nicht zur Zierde 8^^)^ w^^-
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