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zeit habe Frankreich in die Lage versetzt, im fol­genden Jahre den Eindringling zurückzuhalten und sich von einer Todesgefahr zu retten. Die Vater­landsliebe, van der Barthou in jenen schweren Stun­den beseelt war, können den jungen Generationen als Beispiel hingestellt werden. Denn sie fei weder her­ausfordernd noch lärmend, sondern wachsam und einfach gewesen. Es sei für Frankreich eine uner­läßliche Notwendigkeit, bereit und stark zu sein. Mit allen seinen Kräften habe Barthou den Frieden sicherstellen wollen durch seine Politik der Annähe­rung, die loyal geführt worden sei und an der mit­zuarbeiten er alle Völker guten Glaubens auffor­dere die ein gemeinsames Ideal der Zivilisation, der Gerechtigkeit und des Fortschrittes hätten. Die tra­gischen Ereignisse von Marseille werden die Freund­schaft der beiden betroffenen Volker nur noch enger gestalten. Doumergue gedachte des verstorbenen Kö­nigs, seines Sohnes und seiner Gemahlin und wies auf den Gedanken Barthous hin, den der Verstor­bene mit ihm empfunden habe, daß nämlich jede Voraussetzung für internationale Arbeit die Sir» beitimJnneren sei, und daß diese Arbeit nur durch Einigkeit geleistet werden könne. Un­einige Völker seien schwach und eine Beute der Gefahr.

Nach der Rede des Ministerpräsidenten fand der Vorbeimarsch der Truppen statt. Der

ncn Ministerposten bekleidet, bis Doumergue als Kolonialmini st er in die Regierung nationalen Einigung berief. Im Senat gehörte val keiner politischen Gruppe an.

Alexander, des Einigers, zu erfül­len, indem sie Südslawien behüten wollen." Der König reichte allen Würdenträgern die j)an und begab sich sodann in den Wartesaal, wo \W j die Vertreter des Senats und der Skuptschina, bd

Pfund. .

Der Preis der Konfummargartn«

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sterlum. Nach dem Sturz des Kabinetts Steeg 1931 bildete Laval die neue Regie-

Die Neuregelung der Fettwirischast.

Neue Maßnahmen für die Versorgung der minderbemittelten Devölkerunil mit Margarine und anderen Speisefetten.

In einem Leitaufsatz erinnert dieT.i m e s" an die Besuche, die Laval als französischer Mini­sterpräsident in Washington, London und Berlin abgestattet hat. Sie sagt: In der Haupt­stadt Deutschlands suchte er den Reichspräsi­denten von Hindenburg auf, dessen Name damals vor nur drei Jahren noch auf der Liste der Kriegsverbrecher stand. Sein Wunsch, dem Staatsoberhaupt persönlich seine Achtung zu be­zeugen, wurde in Berlin als eine besonders freund­liche Tat aufgefaßt. Damals bezeichnete er als das allgemeine Ziel dieses Berliner Besuches die For­derung der wirtschaftlichen Zusam­menarbeit, die er als die beste Annäherung zu einer politischen Zusammenarbeit betrachtete. Die nächste Aufgabe, die ihn jetzt erwartet, ist mehr politischer als wirtschaftlicher Art, ob­wohl es außer Zweifel steht, daß die tiefe Verwir­rung im heutigen Europa hauptsächlich auf wirt­schaftliche Not 'zurückzuführen ist. Wenn es Laval

War der Mörder von Marseille ein mazedonischer Terrorist?

fteiq befanden sich bereits der griechisch-katholisch Patriarch, der Ministerpräsident U s u n o > witsch mit den Mitgliedern des Kabinetts und dir ranqälteften Generäle. Im Augenblick, als der Hof. zug in die Bahnhofshalle rollte, ertönte die Staats. ^Aus' dem Zuge stieg als erster der junge K ö ni a im Reiseanzug. Ihm folgte die fcontgtn. mutter Maria, die Königinmutter Mari, von Rumänien, Prinz Arjen Karageorge, witsch der Oheim des kleinen Königs, Prinzessin Jleana, Außenminister Jeftitsch, sowie die Mitglieder der Volksvertretung und der Regierung, die dem König bis an die Grenze entgegengereijt waren. König Peter II. wurde zuerst von Prinz Paul und den übrigen Mitgliedern des Regen,, schaftsrates begrüßt. Sodann schritt er die Front der Ehrenkompanie ab, die durch die Gardemfanteri? gestellt wurde. Dem Patriarchen, der ihm gerich entgegen kam, küßte der König die Hand. 2)t Bürgermeister von Belgrad bot lhm nah alter Sitte Salz und Brot zum Willkommen«, grüß. Schließlich trat Ministerpräsident Usuno witsch an ihn heran und sprach folgende Worten

Eure Majestät! Die Regierung und das ganze südslawische Volk begrüßen Sie auf das herzlichste und bringen Ihnen durch mich die Versicherung ihrer grenzenlose/, Liebe und unerschütterlichen El. g e b e n h e i t zum Ausdruck. Sie geloben g e. treulich hinter Ihnen zu stehen und das heilige Vermächtnis Ihres großen Vaters, des unsterblichen, ritterlichen Königs

JW der gleichzeitigen Abnahme anderer Margarine anderer Waren abhängig zu machen. Schu^ wird die Örtliche Verteilung der Margarineliesei^ durch besondere Maßnahmen verbessert und die Versorgung der Hauptverbrauchsgebiete iw gestellt. J

Ab 1. November 1934 werden nur folgende I Margarinesorten zum Verkauf gelangen: A

Konsummargarine zum Preise von W'

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Las durch die Krankheit Briands frei gewordene Außenministerium übernahm. Im Herbst 1931 kam Laval als erster .französischer Minister­präsident nach Berlin. Zur Zeit der verschiede­nen Kartellregierungen ist der Name Laval wieder­holt aufgetaucht, doch hat er seit seinem Sturz fei» .......... ~ ihn

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Des loten Königs Heimfahrt.

Feierliche Totenehrung in Split. Auch der Slowenenführer Koroscheh an der Bahre Alexanders. Oie Hauptstadt rüstet zum Empfang des toten Herrschers.

heraufzulasien. Denn schon um 10 Uhr wurde der Sara nach dem Bahnhof gebracht wo em Sonderzug für die Weiterfahrt bereitftand. Prmz Arsen, die Mitglieder der Regierung und die Volks- Vertreter sowie der französische Marineminister be­gleiten den Zug. Auch die Strecke nach Agram war zu beiden Seiten von der Bevölkerung besetzt, die Zug mit Gesängen alter Totenlieder empfing.

Der Sonderzug traf am Sonntag um 21.15 Uhr i n Agram ein. Der König wurde im Hoswartesaal aufgebahrt. Sein Leichnam bleibt bis Montagnach- mittag in ülgram. Erst in den fpüten Abendstunden des Montag wird der Sonderzug in -o e l g r a 0 ankommen. Dort wird der Leichnam vom Bahnhof im feierlichen Zuge in den alten al a ft ge­bracht werden, wo ein Trauergottes b 1 en ft stattfindet. Der König bleibt am Dienstag und Mitt- woch im Schlosse a u f g e b a h r t. Die Bevölke­rung hat an beiden Tagen Zutritt zum Sarge. An diesen Tagen findet auch die Niederlegung der Zahl­losen Kränze statt, die dem König vom In- und Auslande gespendet wurden. Am Mittwoch gegen Mitternacht wird der Leichnam in die 9 r ie- chisch-katholische Kathedrale gebracht. Donnerstag morgen findet die feierliche E 1 ns eg - nung statt, worauf der Leichenzug von der Kathe­drale durch die Stadt bis an die Stcmrt- grenze gehen wird. Von dort aus wird der Sarg nach Topola gebracht werden, wo die Beisetzung in der Stiftungskirche König Peters I. erfolgt. König Peters Einzug in Velgrad.

Jubelnde Begrüßung durch Regierung und Volk.

Ä^en. Öler, l Ipmii.

grab der Mörder Königs Alexander fein soll, ter demNamenWlado der Chauffeur' bekannt ist. Die bulgarischen Behörden haben ihn am 7. September d.J. durch das Amtsblatt und durch die gesamte Presse auf Grund des Gesetzes zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und im Zusammenhang mit Maßnahmen gesucht, die gegen die mazedonischen Terror isten un­ternommen wurden. Das Bild Wlado Georgieffs

Trauerzug bildete sich aufs neue hinter der Must, kapelle der Garde Republicaine. Durch ein SM" von Fahnen gelangte der Sarg in den Ehrend." der Invaliden, um von dort in d i e Kirche bi.-. H l. Ludwig überführt zu werden, in berl; religiöse Handlung stattfand. Der Sarg des Sh storbenen war auf einem Katafalk aufgebahrt, ilt geben von Blumen und Fahnen. Als der T«. zug die Kirche betrat, spielte das Orchester die (to von Beethoven. Der Koadjutor des Kaidii- nalerzbischofs von Paris erteilte die folution am Katafalk, worauf der Chor das SIUi'- gretto der Symphonie in A=2)ur von Beethovn fang das eines der Lieblingsstücke Barthous um Beim Verlassen der Kirche fang der Chor bs Staatsoper unter Begleitung des Orchesters bs Konservatoriums den Heldenmarsch von Sain Säens. Die sterblichen Ueberreste des Außenmiu sters wurden dann auf den Pariser Frielb Hof Pöre Lachaise übergeführt, wo die An setzung im Beisein der nächsten Angehörigen 11:» Freunde in der Familiengruft stattfand. Die P/Mr: Bevölkerung nahm an den Trauerfeierli/Mm großen Anteil. Das Militär, das die letzteir Wrv. erwies, bestand zur Hälfte aus farbigen Truppen.

Der Verlcht der Aerzte.

In Marseille ist am Freitagabend der Morde-; beerdigt worden. Der mit der Untersuchuir betraute Richter hat im Laufe des Samstags d e Arzt vernommen, der sich zuerst um bei König bemüht hat. Dieser Arzt hat sm Schußwunden festgestellt, die durch zwei oder brn Kugeln hervorgerufen worden sind. Auch der Ari­der Außenminister Barthou behandelte, wuriö vernommen. Er verwahrte sich nachdrü-l' l i ch gegen die Behauptung, man hätte Barths! nicht die nötige Hilfe zuteil werden lassen. Back.'.l habe auf dem Wege zum Krankenhaus zwar mi Blut verloren, sei aber noch im Verhältnis" mäßig rüstigem Zu st and im Krankens eingetroffen, wo man ihm sofort den Arm abgebunden und ihn betäubt habe,un den Unterarmknochen, der von der Kugel zersM" war, zu richten. Die Operation sei verlaufen, und erst, nachdem der Ach-' Minister langsam wieder zur Besinnung kam, habe er plötzlich einen S ch w äche ani-r erlitten. Hieraus sei die Blutübertragung erfolgt, die jedoch das Unvermeidliche nicht nieit verhindern konnte.

Oer Operateur des MordfilmS von Marseille plötzlich gestorben.

DNB. Paris, 14. Oktober. Der Dperal« Dacombs, der die Ermordung des KöM Alexander aufzunehmen vermochte (der W läuft in der Pariser Wochenschau und erzeugt -- gemeine Empörung wegen der ungenügenden P'-' zeilichen Sicherungsmaßnahmen), ist plötzl- g e ft o r b e n. Er war den Kugeln der Mörder Marseille entkommen. In Paris traf er völlig ff sund ein, und am Sonntag wurde er ro e fl1' eines plötzlichen Schwächeanfalles Krankenhaus von Neuilly eingeliefert, wo er den Folgen einer G e h ir n b l u t u n g starb.

Berlin, 13. Oft. (DNB.) Auf dem Gebiete der Fettwirtschaft sind neue Maßnahmen getroffen wor­den, die mit dem 1. November 1934 in Kraft treten. Zweck der Neuregelung ist es, der Verbraucher­schaft in den kommenden Wintermonaten eine Reihe von Erleichterungen zu bringen. Es handelt sich im Wesentlichen um eine Verbilligung der Konsum margarine, die bisher 66 Pf. je Pfund gekostet hat, Vereinheitlichung und bessere Kennzeichnung der Sorten, um eine Verein­fachung und Verbesserung der Fett­verbilligung für Arbeitslose und an­dere bedürftige Volksgenossen. Außerdem wird ver­boten, bie Abgabe ber billigsten Margarinesorte von

VluB vut vtmu.,u...,. M" ungeheuere Begeisterungsstürn! o ihr im ^rnffmnnpn unter dkk Bie y

Paris, 13. Oft. (DNB.) Unter bem bewölkten Himmel eines trüben Oktober-Mittags fand die Ueberführung der sterblichen Hülle Barthous vom Außenministerium zum Jnvalidendom statt. Der Sarg stand auf einer Geschützlafette, die von sechs Pferden gezogen wurde. Hinter zwei Reihen von Offizieren folgten die An­gehörigen des Verstorbenen, darunter fein Bruder, und das offizielle, vom Präsidenten der Republik Lebrun geführte Trauergefolge.

Schon feit Stunden hatte sich eine riesige Menschenmenge eingefunden. Schweigend standen die Massen hinter den spalierbildenden Soldaten und der Garde Republicaine. Matt wehten die mit Trauerflor umgebenen und aus Halbmast gesetzten Fahnen. Es verging über eine halbe Stunde, bis die in- und ausländischen Würdenträger, die Ver­treter der Behörden und Verbände, die Fahnenab­ordnungen, Kriegsteilnehmergruppen, Abordnungen von Universitäten und Akademien vorbeigezogen waren, um an dem Katafalk Aufstellung zu nehmen bzw. auf den Tribünen Platz zu suchen.

Dann ergriff Ministerpräsident Doumer- gu e das Wort, um im Namen der Regierung das Gedächtnis des Verstorbenen zu ehren. Alle feine Taten, so führte er u. a. aus, feien von feiner leidenschaftlichen Vaterlandsliebe bestimmt gewesen. Er habe einer Generation angehört, die die Niederlage miterlebt und ihren Schmerz mitempfunden habe, aber das Vertrauen in die Zukunft behalten und auf eine Zeit gehofft habe, in der das Recht die Oberhand über die Gewalt ge­winne. Die Männer dieses Zeitabschnittes hätten während ihrer Laufbahn verschiedener Ansicht sein und verschiedenen Dingen dienen können, aber sie seien immer wieder einig gewesen, sobald die Große Frankreichs auf dem Spiele gestanden habe. Als Frankreich Gefahr drohte, habe Barthou als Mini- fterpräfibent nicht gezögert, den unentschlossenen Kammern heroische Maßnahmen vorzuschlagen und sie durch seine Tatkraft durchzudrücken. Das Gesetz von 1913 über bie dr->iiährige Dien ft»

war zusammen mit ben Bildern einiger anderer mazedonischer Terroristen indenbulgarischen Zeitungen veröffentlicht worden. Wlado Georgieff ist im Jahre 1897 geboren. Als er vier­zehn Jahre alt war, ließ sich fein Vater mit ihm im Dorf Kamenitza in Südbulgarien nieder. Wlado Georgieff hat Bulgarien im Juli 1932, also vor 2 Iahren, verlassen.

Wer war die Frau in Aix?

Paris, 14. Okt. (DNB.) Bei dem gegenwärtigen Stand der polizeilichen Untersuchung über den Mar­seiller Anschlag ergibt sich folgendes Bild:

Die Terroristengruppe bestand aus vier oder fünf Personen, darunter eine Frau. Diese junge und ausfallend schöne Person stieg am vergangenen Sonntag in einem erstklassigen Hotel in Aix-en- Provence ab und war von einem jungen Mann begleitet, der mit stark slawi­schem Akzent sprach. Sie trug sich unter dem Namen Marie Voudros em, gab an, 1910 in Triest geboren und tschechoslowakische Staatsangehörige zu sein. Ihr Begleiter verließ sofort wieder das Hotel. Am Abend nahm die Frau mit einem ande­ren Slawen die Mahlzeit ein. Nach dem Essen verließ der Besucher das Hotel. Die junge Frau suchte allein ihr Zimmer auf. Groß war daher das Erstaunen des Kellners, als er am Montag morgen das Frühstück ins Zimmer brachte und in dem Bett neben der Frau einen Unbekannten be­merkte, der in der Nacht unbemerkt herausgekom­men war. Montag abend verließen beide das Hotel. Die junge Frau kehrte spät nachts allein zurück. Der unbekannte Mann, der, wie man heute weiß, sich Egon Kwaternik nennt, war zusammen mit dem Mörder Kalemen und dem noch gesuchten M a l n y in einem Hotel dritter Klasse ad- gcftiegen und hatte sich unter dem Namen Egon Kramer eintragen lassen. Er fuhr am Montag abend in einem Mietsauto nach Avignon. Kalemen und Malny, die den Montag zusammen verbracht hatten, trennten sich am Dienstagmittag. Kalemen begab sich nach Marseille, während sich Malny im Taxi nach Avignon fahren ließ, von wo aus er sich im Zug nach Paris bzw. nach Fontainebleau begab, wo man ihn heute noch sucht. Wohin sich die Frau begeben hat, konnte noch nicht festgestellt wer­den. Es scheint jedoch festzustehen, daß sie das Haupt der Terroristenbande war.

gen der Nationalhymne auf den Katafalk. Die Trup­pen gaben die Ehrensalve ab und senkten die Fah­nen. Flugzeuge warfen Blumen und Kränze auf den Sarg. Der Erzbischof von Sibenik (Sedenize) hielt einen kurzen Trauergottesdienst ab. Dann be­gann die ungeheure Menschenmenge zum Katafalk emporzusteigen und an der Bahre des Toten voroei- zuziehen. Es waren meist Bauern und Bäuerinnen aus Dalmatien in ihrer Nationaltracht.

Großes Aufsehen erregte die Ankunft des Slowenführers, des Pfarrers Dr. ko­roscheh, im Spliter Hafen, als der König dort aufgebahrt lag. Dr. koroscheh, der infolge seiner unversöhnlichen Haltung zum Belgrader Regime auf der dalmatinischen Insel hwar an­derthalb Iahre lang interniert war, kam überraschend mit einem Sonderfchiff und be­gab sich sogleich zum Katafalk, wo er lange Zeit im Gebet verbrachte. Später er­zählte er Journalisten:In dem Augenblick, wo ganz Südslawien an der Bahre des großen Königs weilt, muh altes ver­gessen werden. Wir alle müssen für das Wohl Südslawiens arbeiten und beten." Die Er­klärung des ehemaligen Slowenenführers wird so aufgefaht, daß er nnnmehr bereit ist, seine

Opposition gegen Betgrab aufzugeben.

Es war unmöglich, alle Menschen zum Katafalk

gelingt, etwas zu tun, was die.Unzufriedenheit auf das regelmäßige Maß zuruckbnngt, bann wirb er Europa einen vorzüglichen Dienst erweisen.

Die neuen Wanner.

Der neu ernannte Innenminister M arch an - b e a u ist 1882 in Gaillac (Departement Tarn), nördlich von Toulouse, geboren. Von Beruf aus Rechtsanwalt, wurde Marchendeau erstmalig im Februar 1926 in die Kammer gewählt. Marchen- deau ist feit Jahren Bürgermeister von Reims Er war Mitglied des Ausschusses für Elsaß Lothringen und später Unterftaa ts- fefretär im Innenministerium m der Regierung Chautemps im Februar 1930. Im De­zember des gleichen Jahres wurde er als Unter» ftaatssekretär beim Ministerpraildlum m die Regie­rung Steeg berufen und war als Unterstaatssekre- tär im gleichen Ministerium auch Mitglied der letz­ten Regierung Herriot. Marchandeau gehört der radikalsozialistischen Gruppe der Kammer an.

Der neue Kolonialminister Louis Ro11in ist am 27. März 1879 in Uzerche (Departement Cor- reze) Südwestfrankreich, geboren. Er ist von Berus Rechtsanwalt und gehört seit November 1919 ber Kammer an, wo er bei der Republikanischen Linken eingetragen ist. Louis Rollin war lange Zeit Präsident des Wirtschaftsausschusses der Kammer und später Unterstaatssekretär des Handelsmarme- ministeriums. Als dieses Unterstaatssekretariat auf Wunsch des Handelsmarineausschusses der Kammer in ein Ministerium umgeroanbelt wurde, wurde Rollin mit dem Portefeuille des Handels^ marinemini sters betraut. Rollin gehörte noch verschiedenen anderen Regierungen als Unterstaats­sekretär und als Wirtschaftsminister an.

Das Siaaisbegräbnis für Vachon.

Ministerpräsident Oouniergne spricht am Katafalk vor dem Jnvalidendom.

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rung und übernahm gleichzeitig bas Innenmini­sterium. 1932 geriet er in ber Kammer in die Min- berhell, trat zurück und wurde mit der Bildung der Regierung beauftragt, in der er außerdem rch die Krankheit Briands frei gewordene

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Split (Spalato), 14. Okt. (DNB.). lieber 100000 Menschen wohnten der Ankunft des Zerstörers Dubrownik" in Split bei, der den Leichnam des Königs brachte. Die südslawische Kriegs­flotte, die vollzählig in Split zusammengezogen war, begann um 5 Uhr Kanonenschüsse ab­zufeuern zum Zeichen, daß sich das Geschwader mit dem toten König nahe. Um diese Zeit setzte auch in den Kirchen das Glockengeläut ein. Im Ha­fen lagen fünf Großkampfschiffe der englischen Mittelmeerflotte mit dem Admiralsschiff Queen Elizabeth". Am Kai war ein gewaltiger 15 Meter hoher Katafalk errichtet worden, der von vier hohen Säulen flankiert war, auf denen große Feuer brannten.

Wenige Minuten nach 6 Uhr lief das Geschwader in den Hasen ein. Die südslawischen und die eng­lischen Kriegsschiffe gaben den Konigssalut ab. Als das Fallreep niedergelassen war, begaben sich Prinz Arsen, der Oheim des verstorbenen Königs und Bruder König Peters I., die Mitglieder der Regierung und die Vertreter der Parlamente an Bord des ZerstörersDubrownik". Sodann ta­rnen der französische Marineminister P i 6 t r i, der auf dem Schlacytschiff(Tolbert" den Zerstörer be« gleitet hatte, und der Kommandant des englsichen Mittelmeergeschwaders, Admiral Fisher, an Bord, um dem toten König die Ehrenbezeugung zu er­weisen.

Südslawische Marineoffiziere trugen nun den Sarg auf den Kai und stellten ihn unter den Klän-

romisch-katholische Erzbischof von Belgrad und dc- Diplomatische Korps in Galauniform erwartete. *

Als der König den Platz vor dem Bahnhof betra

Belgrad, 14. Okt. (DNB.) Wie von gut unter­richteter Seite verlautet, glaubt man in Südslawien, den Urheber der Marseiller Bluttat nunmehr wie­dererkennen zu können. Nachdem in den Blät­tern die Bilder des Mörders veröffentlicht worden waren, sollen sich bei den südslawischen Behörden unabhängig voneinander zwei Südserben ge­meldet haben, die in verschiedenen Städten leben, früher aber längere Zeit in Sofia lebten. Sie erklärten, nach den Bildern sei der Mörder e i n gewisser Wlada Georgieff, der den Beinamen Tschrnozemski führte. Er habe .der Inneren Mazedonischen Revolutionären Orga­nisation (I m r o) angehört.

Georgieff, der in dem südbulgarischen Dorf Kamenitza geboren ist, war als einer der a k- tivsten Terroristen bekannt. Er hatte im Jahre 1922 den bulgarischen Abgeordneten Hadschi Dimoff ermordet. Im Jahre 1930 tötete er den bekannten Anhänger Protegeroff Toma­te w s k i. Er wurde abermals verhaftet und ein- gekerkert. Ein Jahr später aber wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Kurz darauf trat er in bie revolutionäre Organisation des Want- scha Mischailoff ein, der er einige Zeit auch als Kraftwagenlenker biente. Später würbe er von biesem als Kurier für verschie- bene Aufgaben im Auslanbe verwenbet. So fall er auch mit ben kroatischen Emigranten Pertschetz unb Pawe 1 itfch in 23erbinbung getreten sein.

Die südslawischen unb bie bulgarischen Behorben arbeiten Hcmb in Hanb, um ben Sachverhalt um Georgieff restlos zu klären. Von Sofia soll bereits eine Melbung in Belgrab eingelaufen sein, bie bie südslawischen Vermutungen über Georgieff bestä­tigt. In der Meldung soll besonders auf die voll­ständige Ähnlichkeit der Photographien Georgieffs und des Marseiller Mörders hingewiesen werden.

Die Aachsorschungen der bulgarischen Polizei.

S o s i a, 15. Okt. (DNB.) Sobald die ersten Nach­richten über die tätowierten Anfangsbuchstaben der Jmro (Jnnermazedonische revolutionäre Organisa­tion) auf dem linken Arm des Mörders König Alexanders in Sofia einliefen, hatte die bulga­rische Polizei umgehend die N a ch f o r -

Belgrad, 13. Okt. (DNB.) Der junge König Veter II. hielt Samstagvormittag in Belgrad einen feierlichen Einzug. Schon um 8 Uhr herrschte in der Stadt ein ungewöhnlich lebhaftes Treiben. Die Regimenter der Garnison nahmen in Parade­uniform in den Straßen Aufstellung, die der König durchfahren sollte. Hinter dem Spalier der Sol- . .

baten brängte sich eine ungeheure Menschenmenge. I Als ber König Um 9.10 Uhr trafen am Bahnsteig bie Mitglie- brach bie Menge m i .

ber bes Regentschaftsrates mit bem Prin- aus. Der König fuhr im ^£(^^nla9en unter bet zen Paul unb ber Prinzessin Olga ein. Am Bahn-1 Jubel ber Menge nach bem Schloß.

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