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Nr. 2(6 Viertes Blatt

(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Samstag, (5. September 1954

Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen.

Oberheffen.

Großfeuer im Kreise Büdingen.

Wenn in diesen Tagen die Bevölkerung des Stadt- und Landkreises Gießen durch Plakate und eine sinnreich zusammengestellte Broschüre über die Bedeutung des Feuerschutzes, insbeson­dere auf die Brandverhütung, unter dem Leitmotiv:

Brandschutz ist Volksschutz" Brandschaden ist Volksschaden"

in ausgiebiger Weise aufgeklärt wird, dann soll ein Blick von der Gegenwart, in der alles als selbstverständlich betrachtet wird, in die jüngere Vergangenheit geworfen werden, der uns einen Vergleich gestattet von Einst und Jetzt.

Vor etwa 20 Jahren war das Feuerlöschwesen im kreise Gießen noch recht aufbaubedürftig auf fast allen Gebieten des vorbeugenden Feuer­schutzes. Einschließlich der Freiwilligen Feuer­wehr der Stadt Gießen und der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr befanden sich 12 Frei­willige Feuerwehren im kreise Gießen, die unbeirrbar ihren Weg gingen, dem Nächsten hab und Gut im Falle von Brandgefahr schützen zu helfen.

Wie segensreich sich diese braven Korps im Laufe der Jahrzehnte ausgewirkt haben, davon zeugen die alljährlichen ausgiebigen Jahresberichte. Dem Bei­spiel der bereits bestehenden Freiwilligen Feuer­wehren folgten erst zögernd, dann in etwas rasche­rem Tempo die Pflichtfeuerwehren auf dem Lande, die, wenn auch verspätet, so doch noch rechtzeitig genug erkannten, was eine Freiwillige Feuerwehr zu leisten imstande ist. Mit den Gründungen Frei­williger Feuerwehren stiegen auch die technischen Anforderungen, und es zeigte sich bald, daß hier und dort der Wille zum Auf- und Ausbau des Feuerschutzes lebendige Formen angenommen hatte. Nur die Kriegs- und Jnflationsjahre vermochten hier einigen Einhalt zu gebieten, teils hervorgerufen durch die kriegsfähigen Männer von 18 bis 50 Jahren, die gerade die beste feuerwehrfähige Kraft darstellten, die aber dem Vaterlande draußen zum Schutze der Heimat gegeben werden mußten, ander­seits waren es die Geldmittel, die z. T. aufgezehrt wurden durch stärksten Bedarf an Kriegsmitteln. So behalf man sich auf gut Glück mit dem Vor­handenen, und in der Tat, der Schutzpatron der Feuerwehren, St. Florian, war mit unserem da­maligen kleinen Häuflein zurückgebliebener Kame­raden. Die Brandstatistik weist nur geringfügige Zahlen von Bränden auf.

Nach dem Kriege ist man erneut an die Aufgabe des Feuerschutzes herangegangen, insbesondere als die Geldverhältnisse wieder in geordnete Bahnen gelenkt waren. Aber auch hier gab es Widerstände, mit denen die Feuerwehrführer nicht gerechnet hat­ten. Nur schleppend kamen die Neugründungen in Fluß, dan man infolge der Zerfahrenheit der po­litischen Zeit keinerlei disziplinierte, nach militäri­schen Grundsätzen ausgebildete Korps duldete. Doch dem damaligen undeutschen Geist zum Trotz ging es frohgemut an die Arbeit! Es wurde Fuß ge­faßt in verschiedenen Gemeinden, und es traten einige Freiwillige Feuerwehren auf den Plan.

3m Jahre 1924 waren nach der Statistik im ganzen 14 Freiwillige Feuerwehren im kreise Gießen. Bescheiden nur machte sich der Geist der Freiwilligkeit auf den Weg, um dann, an­geregt durch mutiges, entschlossenes handeln verschiedener Feuerwehrführer, bis zum Jahre 1934 sprunghaft anzuwachsen auf die statt­liche Zahl von 34 Freiwilligen Feuerwehren mit zwei Werksfeuerwehren.

Es seien kurz die Gemeinden aufgeführt, die dem Rufe im Streite Folge leisteten und mit viel Ge­schick und Hingabe an das Ganze Freiwillige Feuerwehren gegründet haben. Nachstehend folgen sämtliche Freiwilligen Feuerwehren: Allendorf an der Lumda, Allendorf a. d. Lahn, Annerod, Birklar, Daubringen, Eberstadt, Ettingshausen, Gießen, Freiw. Gailsche, Großen-Buseck, Großen-Linden, Grünberg, Hausen, Heuchelheim, Hungen, Klein- Linden, Lang-Göns, Langsdorf, Lauter, Leihgestern, Lich, Lollar, Lollar-Buderus, Londorf, Lumda, Muschenheim, Münster, Nieder-Bessingen, Ober- ' Bessingen, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, 'Watzenborn-Steinberg und Wiefeck.

Mit einer Feuerwehr-Mitgliederzahl von 2000 Mann steht heute der kreis Gießen mit an führender Stelle in der Provinz Oberhessen.

:Die Freiwilligen Feuerwehren waren von jeher »vonHitlergeist" beseelt, der Geist der Nächstenliebe, der Kameradschaft und über Volksverbundenheit war und ist in üihnen lebendig nach unserem Wahlspruch:Einer «für alle, alle für einen, Gott zur Ehr, dem Nächsten föur Wehr". Die Freiwilligen Feuerwehren haben ihre Aufgabe stets in ernster Arbeit erfüllt, indem ilfie immer der Gemeinde mit Rat und Tat zur Veite gestanden haben; z. B. beim Bau von Was- iserleitungen, Brandteichen, Feuerwehrgerätehäusern iu. a. m. gaben sie wertvolle Winke und Anregun­gen. Es entstanden im Laufe der letzten zehn Jahre !?ine ganze Anzahl Wasserleitungen, zum Teil selb­ständig, zum Teil auch Gruppenwasserwerke mit :red)t ergiebigen Wasserbehältern.

Der kreis Gießen ist ausgiebig mit Wasser­leitungen versorgt, so daß im Brandfalle immer­hin schon vorbeugende Maßnahmen zur schnel­len Bekämpfung eines Brandes getroffen find.

Eine ganz geringe Anzahl von Gemeinden ist bis ieute noch ohne eigene Wasserleitung; es sind die Gemeinden Albach, Dorf-Gill, Harbach, Holzheim, Nieder-Bessingen, Steinheim, Stockhausen undWei- rershain. Aber auch diese Gemeinden werden Mit­tel und Wege finden, diesen Rückstand im Dritten Reich aufzuholen zum Segen ihrer Gemeindeglie- ner. Ferner haben sehr viele Gemeinden neue Heuerwehr-Gerätehäuser erbaut, z. T. mit beträchtlichem Aufwand an Kosten. Eines der neuzeitlichsten ist das der Gemeinde Klein-Lin­ien; ihr folgen wenn man die Gießener Ge- Mehäuser, resp. Steigertürme außer Betracht läßt Hungen, Lich, Lollar, Heuchelheim, Grünberg . a. m. Erwähnenswert ist noch Göbelnrod, das, Obwohl Pllichtfeuerweh., durch seinen rührigen Bürgermeister und Gemeinderat ein sehr aeräu- uniges Spritzenhaus erbaut hat, darin die Geräte !;er noch zu gründenden Freiwilligen Feuerwehr L-ntergebracht werden sollen. Die Gründung dürfte

Von Kreisfeuerwehrinspettor Bouffier.

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Die Kreismotorspritze beim Abprotzen des Geräts.

in naher Zukunft liegen. Weitere Gemeinden fol­gen diesem Beispiele, um die Schlagfertigkeit der Feuerwehren zu erhöhen, um Szenen, wie sie sich in früheren Jahren abspielten, wenn ein Brand ausgebrochen war, zu verhindern. Meistens waren nämlich die Geräte verborgen aufgestellt und der­art untergebracht, daß kein Mensch heran konnte. Damit verstrich kostbare Zeit, ehe Hilfe gebracht werden konnte.

Cs sei bei der Schaffung von erhöhtem Feuer­schutz auch der Hess. Brandversicherungskammer gedacht, die bei Anfordern stets ein offenes Ohr hatte und den Gemeinden bei der Ausführung ihrer Pläne unterstützend zur Seite stand durch

Bewilligung von namhaften Zuschüssen.

Die Gemeinden stellten sich mit ihren Erfahrungen auf dem Gebiete des Feuerschutzes restlos in den Dienst ber guten Sache und, veranlaßt durch zahl­reiche größere Brände, ließen sie sofort vorgefundene Mängel beseitigen, selbst unter oft sehr schwierigen Verhältnissen. Hier sei lobend der Bau einer Was­serleitung in G a r b e n t e i ch mit einem Fassungs­vermögen des Hochbehälters 250 Kubikmeter er­wähnt.

Als in der Nachkriegszeit die Motorisierung der Feuerspritzen immer größere Fortschritte machte, im Gegensatz zu den in großen Städten vorhandenen Dampfspritzen, faßte der vor fast zwei Jahren verstorbene Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r 6 den Entschluß, dem Kreis Gießen die Anschaffung einer Motorspritze für den Kreis Gießen vorzuschlagen. Dieser Vorschlag wurde zur Tat.

3m 3ahre 1926 ging der kreis an die Anschaf­fung einer Motorspritze heran, die der Firma Flader in 3öhstadt i. Sa. in Auftrag gegeben wurde und 1000 bis 1200 mttr. Leistung auf­weist. Die kreismotorsprihe hat von dieser Zeit an bei allen großen Bränden im kreise mitge­wirkt und dank ihrer Leistungsfähigkeit schon sehr wertvolle und segensreiche Dienste ge­leistet.

Sie itt bis heute noch ohne größere Reparatur voll auf ihrer Leistungszahl und hat erst vor noch nicht allzu langer Zeit beim Brande in Dorf-Gill erfolgreich mitgewirkt. Das dazu gehörige Schlauch- material ist von sehr guter Qualität; es muß selbst­verständlich von Zeit zu Zeit ergänzt werden; es ist gummiert aus Ramie-Hanf in Längen von fünf­zehn Metern. Der Bestand beträgt einschließlich der diesjährigen Ergänzung 450 Meter, 75 Millimeter Durchmesser und 235 Meter 52 Millimeter Durch­messer, insgesamt 685 Meter, die selbst in den ent­

legensten Ortsteilen ausreichen dürften, einen Brand erfolgreich zu bekämpfen. (Siehe Dorf-Gill 450 Meter). Die Kreismotorspritze hat bei großen Bränden auf Anforderung mitgewirkt in Großen- Linden, Watzenborn-Steinberg, Röthges, Neuhof bei Leihgestern, Saasen, Heuchelheim, Lumda, Stein­heim, Dorf-Gill u. a. m.

Dem kreis Gießen, der mit der erste kreis im Hessenland gewesen ist, der eine Motorspritze zur Bekämpfung von Grohbränden im kreise anfchaffte, gebührt Dank und Anerkennung, be­sonders seinem damaligen technischen Leiter, dem Kreisfeuerwehrinspektor August D i ck o r ö, der in richtiger Erkenntnis ein solches Fahrzeug hat schaffen helfen, das freilich auf allerlei Um­wegen der Kostenersparnis halber gebaut wurde, bis das heutige Fahrzeug erstand.

Im Laufe der Jahre wurde natürlich auch dieses Fahrzeug von der modernen Feuergerätefabrikation überholt, so daß auch hier manches zu än­dern ist, da es den modernen Löschgeräten nicht mehr ganz entspricht.

Der Feuerschutz einer Gemeinde darf nie erlah­men, selbst nicht in Zeiten, da sich die Gemeinde in der angenehmen Lage befindet und ausruft, wenn der Aufsichtsbeamte dies oder jenes zur Verbesse­rung anordnet:Bei uns hat es schon 50 Jahre nicht mehr gebrannt." Erst recht ist dann Sorgfalt am Platze, und Schillers Worte gewinnen da be­sondere Bedeutung:

Doch furchtbar wird die Himmelskraft, wenn sie der Fessel sich entrafft einhertritt auf der eignen Spur, die freie Tochter der Natur!"

Solange der Mensch den Gebrauch des Feuers kennt, währt auch schon der Kampf mit dem Feuer. Don dem Augenblick an, wo der Mensch das Feuer in seinen Dienst zwang, hat auch diefreie Tochter der Natur" gegen diese Fessel angekämpft.

Der Kreis Gießen besitzt heute neun Motor­spritzen, und zwar in den Gemeinden Gießen Stadt und Kreis je eine, Allendorf/Lda.» Grün­berg, Lollar, Lollar-Buderus, Lich, Hungen und Langsdorf, die den im Brandhilfeverband stehenden Gemeinden auf Anfordern zur Ver­fügung stehen.

Möge diese zusammengedrängte Abhandlung der Be­völkerung des Stadt- und Landkreises Gießen zei­gen, daß die maßgebenden Stellen nichts ver­säumen, dem Feuerschutz die gebührende Aufmerk­samkeit zu zollen, die er verdient. Möge aber auch sie selbst m i t h e l f e n und dieser idealen Aufgabe tatkräftig zur Seite zu stehen.

Aufruf

zur Feuerschuhwoche vom 47. bis 23. September 4934.

In Deutschland entstehen jährlich 16 000 Brände. Sie vernichten nicht nur wertvolles Dolksvermögen, sondern auch eine große Zahl Volksgenossen muß in jammervoller Weise hierbei durch Verbrennen oder Ersticken ihr Leben lassen. Mit der im Jahre anfallenden Schadensumme könnten 40 000 Ein­familienhäuser, oder 15 000 stattliche Bauernhöfe gebaut werden. Von der durch Feuer zerstörten Nahrung ließen sich 250 000 Deutsche auskömmlich ernähren, und die in Form von Rohstoffen und Fertigfabrikaten verbrannten Textil- und Woll­waren würden ausreichen, um die gleiche Zahl Volksgenossen mit Wäsche und Kleidung zu ver­sorgen.

Alle diese Schäden können durch Aufklärung und Erziehung vermieden werden.

3eber Volksgenosse muß wissen, daß der Ver­lust an Volksvermögen durch Brände, auf den Kopf des einzelnen umgelegt, eine Belastung von 25 Mark im 3ahre ergibt.

Die Schadenfeuer auf ein Mindestmaß herabzu­drücken, ist Sache des Volkes. S ch a d e n Ver­hütung ist besser als Schadenvergütung.

Für die in der Zeit vom 17. bis 23. September stattfindende Feuerschutzwoche wurde folgen­des Programm festgelegt:

17. September:

Ab 8 Uhr Verkauf der Broschüre durch die Feuer­wehr. Gleichzeitig erfolgt die Verteilung der Fragebogen über die Durchführung der Ent­rümpelung.

Ab 17 Uhr Brandangriff mit Probe­alarm.

18. September:

Sprechchöre, die die Gießener Bevölkerung auf die Wichtigkeit der Feuerschutzwoche aufmerksam machen.

19. September:

Ab 17 Uhr: Platzkonzert auf dem Brandplatz; gleich­zeitig ist der Bevölkerung Gelegenheit ge­geben, das Gerätehaus am Brandplatz zu besichtigen.

20. September:

Von 16 bis 18 Uhr auf Oswaldsgarten Vorführun­gen von Brandsätzen, Schaumlöschversuchen usw. durch die Feuerwehr und Luftschutz ge­meinsam.

21. September.

Ab 17 Uhr Gerätevorführungen auf Oswaldsgarten. Ab 18 Uhr Konzert im Hof des Gailschen Depots.

Besichtigung von Geräten.

22. September:

Fallen alle geplanten Veranstaltungen aus, da am gleichen Tage ein Konzert der 83. SS.-Stan- darte in der Volkshalle stattfindet.

23. September:

7 Uhr Mocken.

9 Uhr Feldgottesdienst und Gefallenenehrung auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Anschließend Werbeumzug.

Ab 15 Uhr große Waldbrandübung im Gelände zwischen Trieb und Philosophenwald.

Für die Landorte gilt vorstehendes Programm mit entsprechender Abänderung.

Fast 400 Millionen Mark kann das deutsche Volk jährlich ersparen, wenn wir den Sinn der Feuer­schutzwoche erfassen und stets dessen eingedenk sein wollen, daß nur unsere Unvorsichtigkeit und Unacht­samkeit des Schadenfeuers Nährboden sind.

Kreisamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt Gießen.

Willi H a i n b a ch , Kreispropaganda- und Pressewaller der NSV.

* Hitzkirchen (Kr. Büdingen), 15. September. (Drahtbericht des Gieß. Anz.) Gestern gegen 15 Uhr geriet bei Drescharbeiten auf dem Grundstück des Schmiedemeisters Zahn das in der Nähe eines Bulldoag liegende Stroh auf bis jetzt noch unge­klärte Weise in Brand. Trotz aller Bemühungen breiteten sich die Flammen mit rasender Geschwin­digkeit aus und zogen in kurzer Zeit das ganze Gehöft in Mitleidenschaft. Obwohl die Feuerwehr und die Ortseinwohner eifrig tätig waren, brannten das Wohnhaus, die Scheune mit sämtlichen Erntevor­räten und Maschinen, sowie die Stal­lungen des Schmiedemeisters Zahn völlig nieder. Ebenso wurde die Dresch­maschine ein Raub der Flammen. Der Brand griff auch auf die angrenzenden Stallun­gen und die mit Erntevorräten gefüllte Scheune der Landwirtswitwe Schmidt über; auch diese Gebäude wurden durch das wütende Element völ­lig zerstört. Eine Anzahl Kleinvieh und ein Stück Großvieh kamen in den Flammen um. Der Schaden ist groß, er soll jedoch durch Versicherung gedeckt sein.

Landkreis Gietzen.

)( Großen-Linden, 15. Sept. Landwirt Philipp P e p p l e r IV. wird am nächsten Montag 9 0 Jahre alt. Dem hochbetagten Manne mundet noch die Tabakspfeife.

$ Alten-Buseck, 14. Sept. Am Mittwoch- abend fand in der Wirtschaft von W. Rühl eine ge­meinschaftliche Versammlung der Ortsgruppe des Deutschen Luftschutzbundes, des Krie­ge r v e r e i n s und der Ortsfeuerwehr statt. Der Leiter der Ortsgruppe Lehrer Dr. Haas sprach in kurz gefaßter Rede über den gegenwär­tigen Stand des Luftschutzes und die Aufgaben der einzelnen Ortsgruppen. Er gab bekannt, daß zur Erreichung eines ausreicheiMn Luftschutzes und zur gewissenhafteren Ausführung der notwendigen Maßnahmen künftig ein Zusammenarbeiten der obengenannten -drei Gruppen in Aussicht genom­men sei. Die freigewordene Stelle des Geschäfts­führers der Ortsgruppe wurde dem Mitglied Lud­wig Schreiner II. übertragen. Mit der Auffor­derung an die Besucher bei den übrigen Einwoh­nern für den Beitritt zum RLB. mit Nachdruck zu werben, schloß der Redner die gutbesuchte Ver­sammlung.

5 Steinbach, 14. Sept. Heute fand hier die große Obstversteigerung der Gemeinde Steinbach durch Bürgermeister R?'c statt. Die Gemeinde hatte das Frühobst schon vor einigen Wochen versteigert. Die Ernte fiel mittelgut aus, der Erlös war befriedigend. Anschließend wurde das Obst der Pfarrei Steinbach versteigert. Wäh­rend in einem Teil der Obstanlage die Ernte relativ gut ausfiel, hatte ein anderer Teils ast gar keinen Behang. Dieser Teil wurde in einem Lose ver­steigert. Bei starker Beteiligung der Obstliebhaber wurden von der Pfarrei über 500 RM. erlöst.

§ Harbach, 14. Sept. Am Mittwoch wurde hier das Gemeindeobst versteigert. Der Behang der Bäume war befriedigend. Die Preise für das Kernobst waren durchweg sehr hoch. Dafür ließ aber auch die Qualität der Früchte nichts zu wünschen übrig. Ein Baum mit gutem Behang kostete 10 bis 15 Mark. Die Rekordleistung in der Eiaenzucht erzielte Bürgermeister Heinrich Münch VII. Die besten Exemplare seiner Obstsortege­flammter Kardinal" wogen durchschnittlich 280 g.

oo Eberstadt, 15. Sept. Dieser Tage fand hier im Saale -er alten Schule eine gut besuchte Bau­ern v e rsam m l u n g statt. Ortsbauernführer G ö r l a ch hieß die Teilnehmer willkommen. Er wies zunächst auf die Möglichkeit der juristischen Beratung durch Dr. K n e i p p hin und sprach dann über Pachtfragen. Leider, so führte er u. a. aus, seien in diesem Herbst noch keine festen Pachtsätze genannt worden. Er schlug den Pächtern vor, sich mit denVerpächtern auf gütlichem Wege zu einigen und warnte bei öffentlichen Verpachtungen vor Preistreibereien. Er betonte in diesem Zusammen- hang, daß der in diesem Herbst teuer pachtende Pächter keine Herabsetzung des Pachtsatzes erwar­ten könne. Wer seit zwei Jahren mit seinen Ver­pflichtungen im Rückstand sei, müsse mit dem Ent­zug des Landes rechnen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung beschäftigte man sich mit der Kar' toffelbewirtschaftung. Das Kartoffelgeschäft soll sich in diesem Jahre so vollziehen, daß der Bauer bei einer alten Kundschaft vorspricht, der Verbraucher bestellt durch Unterschrift seinen Winterbedarf, der Bauer geht mit seiner Bestelliste zum Ortsbauern- führer und läßt sich den Schlußschein ausstellen. Der Ortsbauernführer legte den Versammlungsteilneh­mern die Aufnahme von Landhelfern nahe und empfahl zum Schluß den Besuch des Erntedank­festes in Bückeburg und der Grenzlandschau in Bad Kreuznach. Es wurde fsstgestellt, daß aus Eberstadt drei Mitglieder nach Bad Kreuznach (G. Koch, P. Gör lach und F. Weisel) und drei nach Bückeburg (H. G ö r l a ch, H. Eich und K. Rühl) fahren.

Kreis Schotten.

* Laubach, 14. Sept. Dieser Tage wurde hier das Obst der Stadt versteigert. Da es be­sonders an Aepfeln viel gibt, war die Nachfrage sehr groß. Von weither waren die Käufer gekommen. Die Preise waren dementsprechend auch gut.

Kreis Alsfeld.

*c» Nie der-Gemünd en, 14. Sept. Bei der hiesigen Gemeinde - Obstversteigerung wurden pro Korb Aepfel etwa 2 Mark bezahlt. Zwischen konnte man für 1 Mark bekommen. Zur Zeit ist die Dreschmaschine hier in Tätig­keit. Trotz der langanhaltenden Trockenheit im Vor­sommer kann das Ergebnis der Körnerernte sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht befriedigen. Ganz besonders trifft dies für den Roggen zu. Die Kartoffelernte ist in vollem Gange. Die Erfolge können hier mitmit­tel" bezeichnet werden.

ss Bleidenrod, 14. Sept. Die Kartoffel­ernte ist hier soweit beendet. Die (Erträge blei­ben infolge der großen Trockenheit etwas hinter denjenigen der Vorjahre zurück. Anderseits zeigen sich aber sehr wenig faule Kartoffeln, so daß ein Ausgleich geschaffen ist. Die Dreschmaschine ar­beitet schon einige Tage hier. Die F r u ch t e r n t e bringt in diesem Jahre zufriedenstellende Erträge. Körner und Stroh bleiben hinter den Erträgnissen des Vorjahres nicht zurück. Die Qualität kann als gut bezeichet werden.