Gießener Anzeiger
für
— Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was bin ich ohne Dich". — Kreis-Obst, und Gartenbauoerein Gießen, 15.30 Uhr, im Katholischen Vereinshaus, Liebigstraße: Hauptversammlung» — Verein ehem. 116er, 20.15 Uhr, im „Postkeller", Vereinspslichtabend. — Stadt- kasfee: Konzert und Tanz.
— Tageskalender fur Sonntag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was bin ich ohne Dich". — Klavierschule Körner, Horst-Wessel-Wall 48,16.30 Uhr: Schüler-Vortragsabend. — VDA., 19.30 Uhr, im Lass Leib: Fest der Deutschen Schule. — Reichs-
der Bahnhofsmission vor Augen hält, wird zugeben müssen, daß es sich hierbei um ein großes soziales Hilfswerk handelt, dem die Förderung durch eine Geldbeihilfe, auch wenn sie nur aus kleinen Gaben im einzelnen sich zusammensetzt, voll und ganz zu gönnen ist.
Darum gebe jeder heule und morgen nach besten Kräften an die Sammlerinnen für dieses gemeinnützige Werk! Wer der Bahnhofsmission
Ortsgruppenversammlung der NE-Hago Gießen-Ost und -Nord.
Die Ortsgruppen der NS.-Hago Gießen-Ost und Gießen-Nord hielten gestern abend im Saale des Cafe Leib eine gemeinsame Mitgliederversammlung ab, die insbesondere der Erledigung geschäftlicher und organisatorischer Angelegenheiten gewidmet war.
Der Führer der Ortsgruppe Gießen-Ost, Pg. S t ü h l e r , hieß die Parteigenossen und Mitglieder der Ortsgruppen willkommen und betonte, daß es nach der längeren Versammlungspause nun wieder mit allen Kräften zu arbeiten gelte. Dies um so mehr, als nach einer Erklärung des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, die NS.- Hago als führende Organisation des Handels und Handwerks besonders wichtige Aufgaben zu erfüllen habe. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit verschiedenen organisatorischen Fragen, insbesondere mit den Rechten und Pflich- ten, die mit der Mitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront verbunden sind. Ferner wies er auf die Möglichkeiten der Sicherstellung des Handwerkers für die Jahre seines Alters durch die Mitgliedschaft in der Deutschen Arbeitsfront hin und ging dabei auf die einzelnen Bestimmungen ein. Im Zusammenhang damit gab er dem Wunsche Ausdruck, daß den Blockwarten, die ehrenamtlich tätig seien, die Arbeit der Beitragseinziehung nicht so schwer gemacht werde, wie es gegenwärtig häufig noch geschehe. Der Redner gab schließlich noch die Bei
tragssätze in den 20 verschiedenen neu geschaffenen Klassen bekannt und wies auf eine Reihe von Vergünstigungen hin.
und seine eigenen Beilagen „Gießener Iamilienblätter", „Heimat im Bild" und „Oie Scholle". - So wohlfeil sicher« man sich MC ÄetttMg -0v KettUKt
gibt, leistet seinem Volke einen guten Dienst und fördert eine Aufgabe, die in irgendeiner Weise vielleicht auch einmal für ihn selbst oder seine Kinder als helfende Tat wirksam
Die Gießener Lazarette waren nach einer Notiz im „Gießener Anzeiger" bis zum 10. September 1914 mit etwa 900 Der- mundeten belegt, unter denen sich 60 bis 70 Fram zosen befanden. In den nächsten Tagen sollte auch die frühere Alte Klinik für Lazarettzwecke emgench- tet werden. In dem Bericht wird hervorgehoben, daß es den Verwundeten an nichts fehle und alle sich in der Pflege der Lazerette wohlfühlten.
Ein Verpflegungsrapport.
Das Rote Kreuz Gießen berichtete im „Gießener Anzeiger" vom 14. September 1914 folgendes: Bel der Abrechnung für August ergab sich folgender Verbrauch an Naturalien bei der Verband- und Erfrischungsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof Gießen für die durchreisenden Truppen und die deutschen Verwundeten: 1631 Laib Schwarzbrot, 4690 Wecke, 975 Kilo Wurst, 209 Kilo Kaffee, 390 Liter Milch, 250 Kilo Kartoffeln, 60 Kilo Bohnen 3 Kilo Erbsen, 10 Kilo Kakao, 254 Kilo Zucker, 2601 Stück Eier, 15 Kilo Tee, 8 Kilo Schokolade, 190 Kilo Butterersatz, 4 Kilo Salz, 10 800 Zigarren, 32 500 Postkarten, 1 Kilo Pfeffer, 1 Kilo Nelken, 40 Kilo Reis, 5 Kilo Haferflocken, 100 Bullionwur- fei, 68 Maggiwürfel, 193 Kilo Malzkaffee, 46 Kilo Dörrfleisch und Speck, 157 Flaschen Zitronensaft, 26 Kilo Zwieback.
Das Gefangenlager in Gießen.
Im „Gießener Anzeiger" vom 15. September 1914 wurde die Einrichtung des Gefangenlagers m Meßen mit folgender Mitteilung angekundlgt. „ßer vordere Trieb wird jetzt mit einem hohen Bretterzaun umhegt. Innerhalb der Einfriedigung werden 100 Holzbaracken und die nötigen Wirtschaftsraume erbaut, um 10 000 gefangene Franzosen unterzubringen. Die ganze Einrichtung erhalt den Charakter eines militärischen Lagers. Im Innern der Holzumfriedigung wird ein Weg freibleiben,. der nach dem Lager zu mit Stachelzaundraht einen Schutz erhält. Auf diesem Wege wird die Bema- chunqsmannschaft ihres Amtes zu walten haberu Die Baracken werden, soweit die Umfassungswanoe in Frage kommen, innen und außen wetterdicht verschalt und heizbar angelegt. Interessant durste es jedenfalls fein, daß auf dem Trieb im W 1759, also während des Siebenjährigen Kriegesschon einmal Franzosen gelegen haben."
lichen Erzeugnisse hinein, die durch ihre Eigenart bisher den größten Widerstand geleistet haben. Und die Entwicklung geht unaufhaltsam weiter. .
Das zeigt, daß beim Käufer ein Bedürfnis nach Markenartikeln vorhanden sein muß. Uno in oer Tat sind seine Vorzüge gerade für den rechnenden und vorsichtig wählenden Käufer sehr 6wß- , Tatsache, daß der Fabrikant eines Markenartikes mit seinem Namen und seiner ganzen Existenz für sein Produkt eintritt, daß dieses m immer 9sicher Qualität und zu gleichen Preisen m l^em Geschäft zu haben ist, daß es gewissermaßen dauernd unter der öffentlichen Kontrolle von Millionen steht, gibt dem Käufer Sicherheit und Garantie, probieren kann man heute nicht mehr alles selbst; deshalb tut man gut daran, solche Artikel zu kaufen, die dauernd unter Einsatz ihres Namens vor dem kaufenden Publikum ihre Bewahrung Nachweisen.
Verpflichtung der Obermeister der Kreishandwerkerschast.
Man berichtet uns: Am Freitagvormittag ver- sammelten sich im festlich geschmückten Krausmuller- Saal in Gießen die Obermeister der KreiS'Jnnun- aen des Kreises Gießen zur feierlichen Verpflichtung und Entgegennahme der Bestallungsurkunden
Der Vorsitzende der Handwerkskammer-Nebenstelle eröffnete die erste Sitzung der Obermeister -innen), begrüßte die Erschienenen und widmete einen besonderen Willkommensgruß dem Kammerpräsidenten Pg. Fritz Müller (Darmstadt/Malnz).
Hierauf erhielt das Wort Kollege Pg. Muller. In längeren Ausführungen erläuterte er die Pflichten der Dbermeifter(innen) ihren Jnnungsmltglie- bern und der Kreishandwerkerschaft gegenüber. Im An chluß hieran verpflichtete der Kammerpräsident
Im weiteren Verlaufe der Versammlung gab Pg. S t ü h l e r von dem großen Generalappell der NS.- Hago Kenntnis, der am Sonntag, 14. Oktober (Tag des Handwerks) stattfinden werde. Es sei zu erwarten, daß der neue Gauamtsleiter der NS.- Hago dabei sprechen werde. Nachdem der Versammlungsleiter noch zwei Erklärungen des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, hinsichtlich des Verhaltenster Parteigenossen bekanntgegeben hatte,
wurde der ossizielle Teil der Versammlung mit der Ausgabe der Mitgliedskarten und mit einem dreifachen Sieg-Heil aus den Führer Adolf Hitler be- schlossen.
Helft der Dahnhofsmission!
Heute und morgen werden S a m ml er in nen der Bahnhofsmissio n im Straßenbild unserer Stadt erscheinen, um in Sammelbüchsen B e i- hilfen für das gemeinnützige Werk der Bahnhofmission zu erbitten. .Wer die Aufgaben der Bahnhofsmission kennt, die nut viel selbstloser Hingabe und Opferfreudigkeit zu erfüllen sind, wird nicht zögern, bei dieser Sammlung sein Scherflein beizusteuern.
Die Bahnhofsmission betreut Kinder und jugendliche, auch Kranke, Blinde und Alte auf den Bahnhöfen und vielfach auch auf den Wegen zu einem Krankenhaus ober zu einer sonstigen Statte.
Die Hilfeleistung der Bahnhofsmission wird un- enlgeltlich jedermann ohne Ansehen des Standes und der Konfession gewährt.
Erforderlichenfalls wird hungrigen und mittellosen Menschen Speisung gegeben, ja, unter Umstanden greift die Bahnhofsmission auch einmal m ihren knappen Geldbestand und bezahlt für einen Hilfsbedürftigen die Reise. Von besonderer Wichtigkeit ist die Tatsache, daß den Jugendlichen umfasstnder Schutz vor unlauteren Elementen durch die Bahnhofsmission zu teil wird, besorgte Mütter und Vater mit ruhiger Gewißheit ihre Kinder der Obhut der Bahnhofsmission anvertrauen können. DlAU kommt vielfache Rat- und Hilfeleistung in allen Wechselfallen des Reiseverkehrs.
Wer sich diese kurzen Hinweise auf das Wirken
die Dbermeifter(innen) durch Handschlag und überreichte ihnen die Bestallungsurkunden. Kreishand- werksführer Pg. L. Stühler dankte im Namen ämtlicher Dbermeifter(innen) für das Vertrauen, welches man ihnen durch die Bestallung zum Ober- meifter(innen) entgegenoringe, und diese gelobten alles zu tun, was im Interesse des einzelnen Berufsstandes sowohl wie des gesamten Handwerks liege.
Zum Abschluß wurde unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler gedacht, denn nur feiner tatkräftigen Initiative ist es zu verdanken, daß die Aufbauarbeit und die Organisation des Handwerks stetig vorangetrieben wurde und zu der Bildung allgemeiner Pflichtinnungen im Rahmen der Kreishandwerkerschaft geführt hat.
Ein dreifaches Sieg-Heil auf unseren Führer und unser geliebtes deutsches Vaterland schloß die eindrucksvolle Feier.
Platzkonzert des SA.-Musikzuges.
Der Musikzug der Standarte 116, unter Leitung des Musikzugführers Hermann, veranstaltet am morgigen Sonntag, von 11 bis 12 Uhr, ein Anlagenkonzert in der Johannesstrahe/Ecke Plockstrahe mit nachstehender Vortragsfolge:
Pour le m£rite, Marsch.........Schwarz
Ouvertüre zur Oper „Pique Dame" von Suppe Rosenlieder.............von Eulenburg
Estudiantina, Walzer..........2ßalbteufel
Hüons Zauberhorn, Fantasie.....von Weber
Schule haben.
Freilich gibt es auch in europäischen Städten große deutsche Schulen, die oft von vielen hundert Kindern besucht werden. Das sind nicht alle deutsche Kinder. Die Ausländer haben gesunden, daß in unfern Schulen etwas gelernt, etwas geleistet wird. Und fo kommt es, daß viele von ihnen ihre Kinder in die deutsche Schule schicken. Für die Kinder dieser Ausländer ist die deutsche Schule etwas ganz Neues. Sie sehen, wie wir Deutschen in der Schule arbeiten. Sie merken etwas von unserm deutschen Wesen. Sie werden so gewonnen und verstehen vieles, was andern ewig fremd bleiben wird. Deshalb können wir uns freuen, daß unsere Schulen auch von fremden Kindern besucht werden. Deutsche Art und deutsches Wesen bringen so hinaus in alle Welt und zeigen ihr. was wir wollen und was wir leisten können. Wenn ein solches Kind acht Jahre die deutsche Schule besucht hat, dann geht diese Zeit nicht spurlos an ihm vorüber. Es lernt die deutsche Sprache, und die Hauptsacke: es wird allen Lügen entgegentreten, die ja im Ausland immer noch über uns und unser Volk verbreitet werden. —
Viele unserer deutschen Soldaten haben im Weltkrieg mit Staunen bemerkt, wieviel Deutsche draußen in aller Welt leben. Wenn sie durch irgendein schmutziges Dorf in Rumänien gezogen waren, sich mühsam durch den Schlamm der Dorfstraße gearbeitet und nur schlechte, schadhafte Hütten erblickt hatten, kamen sie plötzlich in ein sauberes, weit und großzügig angelegtes Dorf mit guten Straßen, freundlichen Häusern, mit Blumen vor den Fenstern und wohlgepflegten Gärten. Wenn sie bann ftau- nenb ftanben unb nicht wußten, wo bieses schöne Dorf auf einmal herkam mitten in ber Fremde, bann wuchs ihr Erstaunen noch, als die Einwohner kamen und lächelnd sagten: „Grüß Gott!" Denn sie standen ja in einem rein deutschen Dorf! Die Freude auf beiden Seiten war groß. Wieviel wurde da erzählt! Wieviel hörten die Soldaten, und wieviel wollten die Deutschen im Auslande von ihrem Vaterlande wissen! Neue Bande wurden geknüpft und neue Freundschaften geschlossen.
So haben deutsche Bauern und Handwerker — oft unter Einsatz von Leib und Leben — aus Sumpf und Wüstenei blühendes Ackerland geschaffen und der Erde ein deutsches Gesicht gegeben. Sie haben durch ihre Arbeit dem deutschen Namen in der Welt Ehre gemacht.
Mitten unter fremden Völkern haben sie deutsche Art und Sprache, das Erbgut der Ahnen, treu bewahrt. Und sie stehen heute noch in vorderster Front, ganz auf sich selbst gestellt und im Vertrauen auf das Mutterland.
Wir wollen darum dankbar aller Opfer gedenken! Unsere Aufgabe soll es sein, dieses Volkstumserleben immer wieder neu zu vermitteln.
Dazu dient der Tag der deutschen Schule, ber Tag des deutschen Volkstums.
Blut hält zu Blut, trotz Grenze und Wall, Volk will zu Volk, deutsch überall!
Aus der Provinzialhauptstadt.
Das Fest der deutschen Schule.
Millionen von Kindern werden sich am morgigen Sonntag versammeln, um in einer Feierstunde derer zu gedenken, die in der Fremde leben und doch zu uns gehören. Reichskanzler Adolf Hitler hat das neue Deutsche Reich auf eine breite Grundlage gestellt: Auf das deutsche Volk! Und wir erkennen nun, daß das deutsche Volk viel größer ist, als die Gesamtheit aller Bürger, die im Reiche wohnen. Wir sind ein Hundert-Millionenvolk. Zwei Drittel davon wohnen in Deutschland. Das andere Drittel lebt zerstreut in der ganzen Welt. Eine gewaltige Kette deutschen Blutes umgibt uns. Und aller derer zu gedenken, die nicht in ihrem Vaterlande leben können, ist ber Sinn bes Festes ber deutschen Schule.
Ueberall ba, wo Deutsche leben und wirken, ist bic Schule der Mittelpunkt. Sie verkörpert ihnen gewissermaßen ihre Heimat. Ein Schulfest im Ausland ist für alle Deutschen das schönste und höchste Fest des ganzen Jahres. Es vereinigt an einem Tage alle Deutschen in einem Raum, oder im Freien. Deutsche Lieder erklingen, deutsche Spiele werden gespielt. Man hört nur deutsche Weisen und nur die Muttersprache. Das ist für all die Menschen, die in fremden Landen wohnen und ständig mit den dortigen Einwohnern verkehren müssen, ein Stück ihrer Heimat, ein Stück von ^nen selbst. Deshalb freuen sich alle auf dieses Fest. Wer es einmal miterlebt hat, der vergißt es nie.
Aber wie schwer ist es oft, bis die deutschen Familien eine eigene Schule haben! Wenn unsere Kinder einen etwas weiten Schulweg haben, dann kommen schon Klagen. Wie ist es aber draußen in ber Welt? Da steht mitten im Urwald em einfaches Bretterhaus, viele Stunden von der nächsten Bahnstation. Es ist eine rohe Blockhütte. Die Bänke sind aus rauhen Brettern zusammengenagelt. Der Lehrer hat das Schulhaus selber gezimmert. Am frühen Morgen versammeln sich hier die Kinder. Viele müssen zwei und mehr Stunden durch den dichten Urwald, in dem wilde Tiere, Schlangen und an- deres unheimliches Getier ihr Wesen treiben, gehen, um in die Schule zu kommen. Aber sie sind alle froh, wenn sie wenigstens eine Schule haben, daß sie deutsch sprechen und lesen können.
So gibt es Hunderte von einfachen Schulen, die in der Not erbaut wurden. Aber die Deutschen im Auslande fühlen ganz deutlich, daß sie ihr Deutschtum, ihre geistige Heimat verlieren, wenn sie keine
werden kann!
Schwerer Motorradunfall bei der Weitersburg
Ein schwerer Motorradunfall ereignete sich heute Nacht um 1.30 Uhr auf der Straße Gießen—Lollar kurz vor der Wellersburg. Die etwa 20 Jahre alten, in den Buderus-Werken zu Lollar beschäftigten Arbeiter Emil Pfaff (aus Aborn in Hessen-Nassau) und Wilhelm H e 11 ch e von Lollar, die sich mit dem Motorrad auf ber Fahrt von Gießen nach Lollar befanben, rannten mit großer Wucht gegen einen Baum. Der Führer bes Motorrabes, Emil Pfaff, erlitt babei einen schweren Schäbelbruch, sein Beifahrer Gesichtsverletzungen. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, bie rasch an ber Unfallstätte erschien, brachte bie Verunglückten in bie Chirurgische Klinik. Pfaff liegt schwer barnieder. Das Motorrad wurde stark beschädigt. Heber bie Ursache bes Unfalles sind die Untersuchungen im Gange.
Gietzener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 15. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 8%, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 10 bis 15, (gelb) 15 bis 20, Erbsen 30 bis 40, Feldsalat 60 bis 70, Tomaten 12, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 40, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 8 bis 10 Pf., Falläpfel 2% bis Pfirsiche 15 bis 30, Brombeeren 30, Preißelbeeren 25 bis 30, Birnen 6 bis 8, Zwetschen 5 bis 7, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 15 bis 20, Einmachgurken, 100 Stück 50 bis 70, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.
Vornonzen
geöffnet. „ .
** Städtische O b st v e r st e i g e r u n g e n. Am kommenden Dienstag finden weitere städtische Obstoersteigerungen statt. (Siehe heutige Anzeige.)
** Kinder fahren in Erholung. Am heutigen Samstag, 15.04 Uhr, treffen Kinder aus dem Kreise Groß-Gerau hier ein, die einen vierwöchigen Erholungsaufenthalt in verschiedenen Orten des Kreises Gießen nehmen sollen. Am Montag, 17. September, kehren die im Kreise Darmstadt untergebrachten Kinder aus dem Kreise Gießen wieder zurück.
** Die Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen beginnt ihr Winter-Semester am 1. November. Durch die Belebung der Wirtschaft werden — so schreibt man uns — in absehbarer Zeit in ihrem Fach gründlich ausgebildete Kräfte erforderlich. Hierzu gehört in ber Technik unb im Hanbwerk neben ber praktischen Ausbildung eine gute theoretische Schulung. Diese Kenntnisse können nur vermittelt werden auf einer Fachschule, bie ben Bebürfnissen der Praxis Rechnung trägt. Mehr wie je erfordert der Kampf ums Dasein praktisches Können von jedem einzelnen, um als fruchtbringen« bes ©lieb am Aufbau der Volksgemeinschaft mit« wirken zu können. Zahlreich sind bie Abteilungen ber Anstalt, so daß für fast jeden technischen Berufszweig beste Ausbildungsmöglichkeit besteht. Man beachte die heutige Anzeige.
Gießen in großer Zeit.
Erinnerungen vom September 1914.
Die Gießener Volksküche.
Am 8. September 1914 konnte der „Gießener An« zeiger" berichten, daß die Gießener Volksküche zur Unterstützung bedürftiger Angehörigen von Kriegsteilnehmern und in Not geratenen Familien täglich über 700 Personen mit Mittagessen versorge. Da das Essen völlig unentgeltlich abgegeben wurde, hatte die Volksküche keinerlei Einnahmen zu verzeichnen, außer den Zuwendungen, die ihr in Naturalien und Geld aus der Bürgerschaft Gießens und benachbarter Orte zugeführt wurden. An die Bevölkerung erging daher die Auffordening, die gemeinnützige Einrichtung weiterhin mit reichlichen Gaben zu unterstützen.
Roles kreuz und kriegshilfe.
Zur Unterstützung der Tätigkeit des Roten Kreuzes hatten Geldspenden von Gemeinden des Kreises Gießen und Stiftungen von Vereinen und Privaten bis Mitte August den Betrag von 7611,76 Mk. ergeben. Von Mitte August bis zum 10. September waren auf dem gleichen Wege 11659,69 Mk. aufgebracht worden, so daß bis zum 10. September der ansehnliche Betrag von 19 271,45 Mk. aus den Landgemeinden des Kreises Gießen an den Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz als freiwillige Spenden abgeführt wurde.
H—.
Man will wissen, was man kaust ...
Seitdem Krieg und Nachkriegserscheinungen das Wirtschaftsleben in Unordnung gebracht haben, sind wir mit wirtschaftstechnischen Fachausdrücken so überschüttet worden, daß weite Kreise unseres Volkes ein leises Grauen vor diesen Dingen gepackt hat. Eigentlich hat ja auch keiner dieser Fachausdrücke für uns etwas Gutes bedeutet. Immerhin gibt es einige wirtschaftliche Begriffe, die es doch wert find, daß jeder sich mit ihnen auseinadersetzt. Dazu gehört vor allem der „Markenarttkel".
In der Praxis des täglichen Lebens hat man dauernd mit ihm zu tun. Wenn wir statt „ein Stück Seife", „-eine Flasche Parfüm", „eine Dose Schuh- er em" usw. ganz bestimmte Arten dieser ober anderer Artikel mit Angabe ihres Namens — meistens eines sehr wohlklingenden Namens! — verlangen, so kaufen wir „Markenarttkel". Marken- artikel sind Waren, die von bestimmten Fabriken unter bestimmten Namen mit bestimmter Kenn- Zeichnung (Marke) zu festen, gleichbleibendem Preis herausgebracht werden.
Es gibt kaum Branchen, bie sich ganz dem Markenartikel verschließen. Von der Kosmetik über Haushaltartikel, von Gegenständen der Kleidung (Strümpfe, Hüte usw.) über technische Artikel (Zündkerzen, Autos usw.) erstreckt sich der Bereich des Markenartikels heute bis in die landwirtschast-
„Ueb Aug und Hand für's Vaterland.- .
Der „Gießener Anzeiger" vom 15. September 191’ enthält ferner folgende Notiz: „Jeden Nachmittag befolgen diesen Schützen-Wehrspruch Jünglinge uno Männer aus allen Kreisen unserer Bürgerschaft im Alter von 16 bis' 65 Jahren. Es handelt sich barum, Zivilmannschaften auszubilden, die den BaN bewachungsdienst übernehmen, wenn unser Mium abberufen oder für die Gefangenenbewachung braucht wird. Die Anleitung zum Schießen Schießmeister Noll. Bisher sind 90 ausgebildete Schützen dem Bezirkskommando gemeldet woroe , 50 bis 60 sind augenblicklich in der Ausbildung begriffen, und täglich drängen sich neue M schäften an ben Schießstand, bie ihre Ausbil im Interesse bes Vaterlanbes verlangen.
Die militärische Vorbereitung der Tugend.
Das Kreisamt Gießen veröffentlichte am 141 jvt temt er 1914 eine Bekannntmachung des Knegsm steriums zu Berttn und des Hessischen Mimsteri des Innern über die militärische Vorbereitung Jugend während des mobilen Zustandes. J g dieses Bekan-nntmachung wurden die jungen
fachschaft „Imker", Versammlung bei Kraft. — „Waldeslust", ab 16 Uhr: Konzert und Tanz.
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*♦ Eine Achtzigjährige. Morgen kann Frau Margarete Pauly, geborene Riebel, in Klein-Linden bei bester Gesundheit und geistiger Fricke ihren 80. Geburtstag feiern. Diesen Tag verbringen ihre Kinder mtt ihr Zusammen. Sie ist schon seit ihrem Zuzug nach Gießen (1897) Be« zieherin des „Gießener Anzeigers".
** Das Museum im Alten und un Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr
Zeitungsbestellung zur Monatsmitter
Mr Y0 pfenrrig
ohne Trägerlohn bezieht man vom 15. September an bis zum Monatsschluß bei Trägern und Dertriebsstellen den


