Refchssternfahrt zum Reichskrlegertag nach Kassel.
Anläßlich des vom Kyffhäuserbund in den Tagen vom 7. bis 9. Juli in Kassel veranstalteten Reichs- kriegertages findet zum ersten Male e i n e R e i ch s. sternfahrt aller kraftfabrenden Kyff - Häuserkameraden nach Kassel statt. Alle Wagen und Motorräder, die sich an dieser Fahrt beteiligen, haben den Kyffhäuserwimpel zu führen. Die Teilnehmer erhalten zur Erinnerung eine künstlerische Plakette „Kurhessen grüßt Euch". Nennungen müssen bis spätestens Montag, den 25. Juni, bei der Geschäftsstelle des 5. Deutschen Reichskoiegertages in Kassel, Wolfsschlucht 12/14, unter gleichzeitiger Einsendung des Nenngeldes von 2 Mk., auf das Sonderkonto Reichssternfahrt bei der Kreditbank in Kassel erfolgen, worauf den Teilnehmern postwendend ein roter Ausweis zugestellt wird. Die Zielkontrolle ist auf einer in Kassel festgelegten Ringstraße zu erreichen und muß von denReichssternfahrern von Samstag, den 7. Juli, 9 Uhr, bis spätestens Sonntag, den 8. Juli, 12 Uhr, passiert sein.
Sechs Geschwister mit 441 Jahren auf der goldenen Hochzeit eines Lrbhofbauern. Auf dem landschaftlich herrlich gelegenen Bauernhöfe „Am Hansberge" in Hattingen (Ruhr), feierten der 78jährige Erbhofbauer Fritz hansberg und Frau Ida, geborene D i e r g a r d t, ihre goldene Hochzeit. Zu den zahlreichen Teilnehmern gehörten auch fünf Geschwister, vier Brüder und eine Schwester des goldenen Bräutigams, die mit diesem zusammen 4 41 Jahre zählten. Der Hof „Am Hansberge" wird nach einem im Staatsarchiv in Münster aufbewahrten Schatzbuch bereits im Jahre 1486 erwähnt. Früher gehörte der Bauernhof zur Abtei Deutz. Hofschultheiß war der Hofherr von K l y f f in Hattingen. Die Wiederholung der Einsegnung des Jubelpaares fand auf Wunsch des Bräutigams unter dem Riesenkastanienbaum vor dem Hause statt, der sicherlich viele Geschlechter derer „Am Hansberge" kommen und gehen sah. Hattingen, eine Gründung der hattuarier, entstand um 800 nach Christi Geburt durch einen Reichshof Karls des Großen an der heutigen Ruhrbrücke. Unter den damals entstehenden Höfen wird auch der „op'm hansberge" (Auf dem hansberge) geschichtlich erwähnt.
Es klingt wie ein Märchen ...
In einem italienischen Dörfchen in der Nähe von Savona meldete der 7 2jährige Bauer Benni die Geburt seines 2 3. Kindes beim Standesamt an. Alle Kinder, von denen ihm 12 die erste und 11 die zweite Frau schenkte, leben in voller Gesundheit.
Drei Todesurteile vollstreckt.
Der Richard h ü t t i g ist durch Urteil des Sondergerichts Berlin vom 16. Februar zum Tode verurteilt worden. Das Urteil ist im Hofe des Strafgefängnisses zu Plötzensee v o l l st r e ck t worden. Der Ministerpräsident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil es sich bei der Tat um einen feigen Ueberfall auf zwei SS. - Männer handelte, der von Bewaffneten ausgeführt und von dem Verurteilten als Rädelsführer veranlaßt und geleitet worden ist und bei dem der SS. - Mann von der Ahä den Tod fand. — Gleichfalls wurden der Willi R o - ch o w und der Otto W o i t h e hingerichtet, beide find wegen gemeinschaftlichen Mordes, an Fritz Schmitzberg, zum Tode verurteilt worden. Der Ministerpräsident hat auch in diesem Falle von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil es sich um einen mit großer Heimtücke verübten Mord handelt, den die Verurteilten begangen haben, um den Mitwisser der zahlreichen Verbrechen zu beseitigen, die die Verurteilten trotz ihrer Jugend nach Art von Gewohnheitsverbrechern begangen hatten.
Brautpaar beim Baden ertrunken.
Beim Baden in einem kleinen See in der Nähe der Stadt Waren (Müritz) kam ein Brautpaar ums Leben. Die 18jährige Hausgehilfin Anni Borchert, die des Schwimmens unkundig war, versankt plötzlich unweit vom Ufer. Ihr Verlobter, der 19jährige Musiker Frik K a l s o n , der seine Braut retten wollte, fand gleichfalls den Tod.
Ein Irrsinniger schickt Höllenmaschinen mit der Post.
Drei großen Pariser Firmen sind Postpakete zugegangen, die, wie sich beim Oeffnen herausstellte,' Höllenmaschinen enthielten. In sämtlichen Fällen hat jedoch der Mechanismus versagt. Empfänger waren in Paris die Verlagsanstalt Machette, eine Parfüm-Fabrik und die Rundfunkfendegefell- fchaft Radio Paris. Eine gleiche Sendung ist einer .Keksfabrik in Nanterre zugeganaen. Ebenso ist der Vorsitzende der französischen Komponistenvereinigung mit einer solchen Sendung bedacht worden, die aber schon auf dem Postbüro explodierte, wobei mehrere Angestellte verletzt wurden. Die Polizei
Reichsminister Goebbels in Warschau.
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Ein Bild von der Veranstaltung, bei der Dr. Goebbels auf Einladung der polnischen Jntellek» tuellen-Union einen Vortrag über das neue Deutschland hielt. — Don links nach rxchtsr Dr. G o e b b e l s ; der deutsche Gesandte in Warschau v o n M o l t k e ; Professor Zielinski, der Vorsitzende der Union.
Or. Goebbels von Marschall Pilsudski empfangen.
Am Grabe des unbekannten Soldaten.
Warschau, 14. Juni. (DNB.) Am Donnerstag kurz nach 11 Uhr legte Reichsminister Dr. Goebbels am Grabe des unbekannten Soldaten feierlich einen Kranz nieder. Eine Ehrenkompanie des 21. Infanterieregimentes hatte mit seiner Regimentsfahne und einer Kapelle auf dem kleinen Platz vor dem Grabmal Aufstellung genommen. Reichsminister Dr. Goebbels, der vom deutschen Gesandten in Warschau, dem deutschen Militärattache, Generalleutnant Schindler und allen Herren der deutschen Gesandtschaft begleitet war, wurde bei seinem Eintreffen vom Chef des Protokolls, vom Kommandanten des Warschauer Armeekorps sowie vom Wojewoden begrüßt. Die Kapelle spielte das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied, während die Ehrenkompanie präsentierte. Nachdem Dr. Goebbels die Meldung des Führers der Kompanie entgegengenommen hatte, schritt er die
Front ab. Darauf erfolgte feierlich die Niederlegung des Kranzes, der mit dem Hakenkreuz und den Farben schwarzweißrot geschmückt war. Während der Kranzniederlegung spielte die Kapelle die polnische Nationalhymne. Eine zahlreiche Zuschauermenge folgte dem feierlichen Akt.
Vom Grabmal des unbekannten Soldaten begab sich Dr. Goebbels mit dem deutschen Gesandten auf das Schloß des Staatspräsidenten, wo er sich in das Gästebuch eintrug. Mittags fand ein Frühstück beim Außenmini st er Beck statt. Kurz vor 17.30 Uhr wurde Dr. Goebbels in Begleitung des Gesandten von Moltke und im Beisein des Außenministers von Marschall Pil- sudski im Belvedere empfangen. Die Konferenz dauerte etwa dreiviertel Stunden. Kurz vor dem Besuch hat Dr. Goebbels am Ehrenmal des deutschen Kriegerfriedhofs in Powonski einen Kranz mit den Reichsfarben niedergelegt. Am Abend wurden in der Deutschen Gesandtschaft die Vertreter der Deutschen Kolonie durch Dr. Goebbels empfangen. Dr. Goeb» bels richtete an die Anwesenden eine kurze Ansprache.
ist der Ansicht, daß die Konstruktion sämtlicher Höllenmaschinen die gleiche ist und daß deshalb als Absender die gleiche Person in Frage kommt. Aus dem verworrenen Text der beiliegenden Briefe schließt man, daß es sich um einen Irrsinnigen handeln müsse.
Französische Deinsorgen.
Mit der Spitzmarke „Es gibt nur eine Politik des Weins" eröffnen die französischen Weinhändler einen diesjährigen Reklamefeldzug, indem sie hinzusetzen, daß darüber ausschließlich die Güte zu entscheiden hat. Es ist richtig, daß Frankreich vor einem halben Jahrhundert sehr unter den Verheerungen der Phylloxera, der Reblaus, gelitten hatte, und daß die Winzer ihre Reben aufpfropfen und örtlich verpflanzen mußten. Sie wandten sich von den Berghängen weg, der Ebene zu: was dabei herauskam, war die große Menge auf Kosten der Güte der Weine. Bedenkt man, daß im Jahre 1863 nur 60 000 Hektar bestellt wurden und die Ernte kaum 2,5 Millionen Hektoliter Wein lieferte, 1900 dagegen 6 Millionen Hektoliter von 134 000 Hektar gewonnen wurden, aber im Jahre 1907 8,3 Millionen Hektoliter geerntet werden konnten —, so kann man sich ein Bild von der französischen Weinpantscherei machen. Aber auch von den wahren Ursachen der Ausfuhr französischer Weine im Wettbewerb mit dem Welthandel. Nach L4on Douarche betrug die Weltproduktion in 1931 über 175 Millionen Hektoliter, in 1932 noch 172 Millionen Hektoliter, sank aber 1933 auf 161 Millionen Hektoliter, offenbar infolge der einschränkenden Maßnahmen der Behörden. Daran ist Frankreich mit einer Ausfuhr von nur noch 700 000 Hektoliter gegen 3,5 Millionen Hektoliter in 1875 beteiligt. Es führt den sehr bedenklichen Rück
gang auf die Preiskonkurrenz mit Chile zurück, dessen Weine aber auch qualitativ vorzüglich fein sollen. Chile liefert vor allem auch nach Belgien enorme Mengen Weins, die es früher aus Frankreich bezog. Schuld am liebel, so bekennt Herr Douarche, sei auch hier der bekannte französische Schlendrian und die behördliche Schlamperei. Während in Deutschland eine strenge Beaufsichtigung der Winzerwirtschaft eingeführt sei, und auch in Italien, Spanien und Chile ähnliche Einrichtungen beständen, beginne man in Frankreich erst jetzt, zu organisieren.
Elf Personen In Mexiko durch Blitzschlag gelötet.
In einem Landhaus im Staate Oaxaka in Mexiko wurden durch einen Blitzschlag sieben Männer und vier Frauen getötet. Durch denselben Blitz wurden noch 30 Stück Vieh erschlagen.
Sieben Todesopfer eines Explofionsunglückev in USA.
In Norman (Oklahoma) wurden durch eine N t - troglyzerin-Explosion 7 Mitglieder einer Expedition getötet, die Sprengungen veranstaltete, um seismographische Beobachtungen anzustellen. Nach anderen Meldungen soll es sich um Angestellte der Sinclair-Oel-Compagnie gehandelt haben, die nach Petroleumquellen suchten. Ein Farmer, der sich einige hundert Meter von der Stelle der Katastrophe entfernt befand, schilderte, daß er plötzlich einen furchtbaren Donnerschlag hörte, und dann die zerstückelten Leichen der Männer durch die Lust fliegen sah. Die Expedition hatte zwei Wagen bei sich, von denen der eine mit Sprengstoffen beladen war.
Oer dreifache Herr Kades.
Daß ein Mann zwei Existenzen haben kann, tagsüber vielleicht ein schlichter Büroangestellter ist und nachts den Lebemann spielt, hat die Welt schon mehr als einmal erfahren. Aber drei verschiedene Existenzen sind ein bißchen viel für einen einzelnen Menschen und können ihn unter Umständen ins Verderben stürzen. Daß Herr John Kabes in drei» facher Gestalt mehrere Jahre hindurch in Montreal lebte, ist schon eine erstaunliche Leistung von Der» stellungskunst, und nur einem Zufall hatte es der verwandlungsfähige Herr Kabes zu verdanken, daß er jetzt entlarvt und ins Gefängnis gesteckt wurde. Dor einem Hotel in Montreal fand man nämlich die Leiche eines unbekannten Mannes. Dessen Personalien konnten nicht ermittelt werden, und so setzte die Polizei eine Photographie des Toten in die Zeitungen. Bereits am nächsten Tag melde» ten sich zwei Frauen, die beide behaupteten, der Verstorbene sei ihr Ehegatte. Als sie sich aber den Toten angesehen hatten, sagten sie überein» stimmend aus, sie hätten sich infolge einer erstaunlichen Ähnlichkeit geirrt. Jetzt musterten sich die Frauen aber gegenseitig voller Mißtrauen, denn es müßte doch nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn sich ihre Männer auch so fatal ähnlich sähen. Noch Aussage der einen hieß ihr Mann William Märtel und war mit ihr fünf Jahre verheiratet. Die anders Frau sagte, ihr Mann heiße Lionell Twaerkham, und ihre Ehe bestehe seit vier Jahren. Also doch zwei verschiedene Persönlichkeiten? Eins sprach da» gegen: sowohl Herr Märtel wie Herr Twaerkham war Filmmanaber und hielt sich wegen langer Reisen stets nur einige Tage im Monat in Montreal auf. Es dämmerte ihnen schrecklich, und auch dis Polizei nahm nicht geringen Anteil an dem merkwürdigen Fall. Als danach wieder einmal Herr Twaerkham von der Reise zurückkam, fand er in feiner Wohnung nicht nur Frau Twaerkham, sondern auch Frau Märtel vor, was ihm einigermaßen peinlich war, denn siehe da — Herr Twaerkham und Herr Märtel waren ein und derselbe Mann. Als die Polizei sich nun näher mit dieser doppelten Persönlichkeit befaßte, erlebte sie ein neues Wunder: der geheimnisvolle Filmmanager war zu gleicher Zeit auch einer der berüchtigsten Gangstes Kanadas, nämlich John Kabes.
Mit dem Kontrafagott in die Flucht geschlagen.
Wenn Hans von Bülow mit seinem Meininger Hoforchester probte, durfte kein Zuhörer zugegen fein. Es gab eine strenge Weisung, daß niemand 3u den Proben zugelassen würde. Als sich einst eine hochgestellte fürstliche Persönlichkeit zur Schlußprobe der Neunten Symphonie einfand, da wagten die Diener nicht, ihr den Eintritt in den Zuhörerraum zu verwehren. Bülow aber blieb die Anwesenheit des Besuchers nicht verborgen, und er hatte bald ein Mittel gefunden, den Zuhörer „hinauszugraulen". Er probte das Finale zuerst und zeigte sich mit der Partie des Kontrafagotts sehr unzufrieden. Er ließ den Musiker, ihm heimlich zuzwinkernd, Solo blasen. Immer noch schien Bülow die Partie nicht zu gefallen und nun ließ er sie solange wiederholen, bis der Zuhörer, der einen besonderen Genuß von dieser Probe erwartet hatte, in Hellem Entsetzen über dieses unaufhörliche greuliche Geblase den Saal räumte. Dann klopfte Bülow an seinen Notenpult und ließ in bester Verfassung die ganze Symphonie ohne Unterbrechung spielen.
Wettervoraussage.
Die Störungen im Osten haben in Deutschland das Wetter etwas wechselhaft gestaltet und stellenweise sogar zu Niederschlägen geführt. Da aber das Barometer wieder steigende Tendenz zeigt und sich das atlantische hoch mehr über Zentraleuropa ausbreitet, wird die Niederschlagstätigkeit keine größeren Formen annehmen: vielmehr setzt wieder ruhigeres und meist aufheiterndes Wetter ein, wobei die Tagestemperaturen erneut ansteigen.
Aussichten f ü r Samstag: Stellenweise wechselnd wolkig, dann wieder mehr aufheiternd, tagsüber warm, meist trocken.
Lufttemperaturen am 14. Juni: mittags 25 Grad Celsius, abends 19,4 Grad, am 15. Juni: morgens 16,8 Grad. Maximum 26,1 Grad, Minimum 14,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Juni: abends 23,7 Grad; am 15. Juni: morgens 19,8 Grad. — Sonnenscheindauer 11,7 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. D.: h. L. Neuner. Anzeigenleiterr Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange. K.G.. sämtlich in Gießen.
Ms-SWlV-NA 1934
Programme kostenlos bei den Gießener Lahn-Äadeanstalten
Gießen, im Juni 1934.
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Für die zahlreichen und wohl tuenden Beweise herzlicher Anteilnahme durch Wort, Schrift, Blumenspenden und ehrendes Geleit bei dem Heimgange unseres teuren Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.
Im Namen
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