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Mer schließlich sind wir keine Dichter, sondern Lehrer. Wir sollen kein künstlerisches Porträt des Schülers geben, keine Charakterstudie, sondern einige klare und wohlbegründete Werturteile fällen: Hältst du diesen jungen Menschen seiner ganzen Art nach zum Hochschulstudium für berufen oder Nicht ....? Hierfür gibt es immerhin einige Hand­haben und Maßstäbe. Man kann etwa die Typenbe­trachtungen anwenden und fragen: sind an diesem jungen Mann die charakteristischen Wesenszüge ver­treten, die man von einem Studenten des heutigen Staates, von einem kommenden Volksführer er­warten muß? Allerdings sollte man sich darüber klar sein, was für den neuen deutschen Men­schen typisch ist, welche Werte im Mittelpunkt ste­hen, welche Wesensbildung hochgezüchtet werden soll. Jedenfalls steht fest, daß dem neuen Reich mit bloßen Intellektuellen, ästhetischen Genießern.und willensarmen Schwächlingen als Führern nicht ge­dient fein kann.

Wir können also positiv fragen: ist der junge Mann dazu berufen, später einmal Führer zu sein? Kommt er dem Ideal nahe, daß wir uns von einem Führer machen? Hat er einen klaren Kopf, einen Blick für das Wesentliche? Vermag er eine Frage richtig zu beurteilen und entschlossen zu meistern? Ist er ein anständiger Charakter? Besitzt er Selbstvertrauen und den Mut zur Verantwor­tung? Ist er kameradschaftlich? Geht von ihm jener suggestive Einfluß aus, her gefolgschaftsbildend wirkt und die anderen zum Anschluß zwingt? Rur in sel­tenen Fällen werden alle diese Eigenschaften in einem jungen Menschen vereinigt sein. Es gibt stark uggestive Charaktere, die doch nicht einwandfrei ind. Scharfe Denker ohne das Bedürfnis, andere um ich zu sammeln usw. Wertvolle Ansätze sind in jedem Falle zu berücksichtigen.

Nicht minder wichtig ist die Fruge, ob sich ein Junge einordnen kann, ob er später einmal ein williger und treuer Volksgenosse, ein rechter Gefolgsmann sein wird.

Diel erörtert ist das Thema derganzen Kerle". Ob einer ein Kerl ist, weiß die Klasse im allgemeinen besser als der Lehrer. Aber auch der wird sich ein Bild machen müssen. Ich weiß von einem Amtsgenossen, der versetzt sich zurück in die Zeit, als er Kompanieführer im Kriege war. Dort mußte er sich oft für besonders gefährliche Kampf­zwecke eine Leibgarde zusammenstellen. Dazu wählte er die tüchtigsten Kerle der Kompanie. So fragt er sich heute vor seinen Schülern: Aus welchen würdest du dir im Ernstfall eine Leibgarde bilden? Die ihm hierbei in den Sinn kommen, das sind die K-erle. Andere haben wieder andere Maßstäbe. Immerhin muß man wissen: der bloßeKerl" ist nicht das­selbe, wie ein Student. Dazu gehört noch einiges mehr...

Wir haben für die Hochschule auszuwählen. Dort wird studiert. Zwar wehrt sich die heutige Stu­dentenschaft mit Recht gegen den Nur-Fachstudenten, der rein intellektualistisch ist, weltfern vertrocknet und seine Willenskräfte nicht ausbildet. In der Tat, der Typ der bebrillten .^Jntelligenzbestie" ohne ein Herz im Leib und Mark in den Knochen hat etwas Abstoßendes. Aber nicht jeder geistige Mensch ist einFührer". Das "alte Deutschland kannte jene stillen und schlichten Gelehrtennaturen, die mit hin­gebungsvoller Treue ihrem Werke lebten und in der Zurückgezogenheit ihres äußerlich bescheidenen Daseins nicht nur zur Unsterblichkeit heranwuchsen, sondern auch ihrem Volke ungemein nützten. Ich denke an Männer wie Liebig oder Gauß, die in der SA. vielleicht gar keine besondere Figur ge­macht hätten. Soll man diese Typen einer rein sachlichen und fachlichen und doch innerlich glühen­den Gelehrsamkeit unterdrücken? Ich glaube nicht.

Die religiöse Beurteilung eines Menschen tritt heute fast ganz zurück. In früheren Zeiten war sie ausschlaggebend. Man ist heute scheuer, vielleicht keuscher in diesen Dingen. Man will Verborgenstes nicht hervorziehen und schablonisieren. Und döch ist der religiöse Gesichtspunkt an sich von entscheiden­der Bedeutung. Denn er berührt den innersten We­senskern eines jeden. Man denke sich einen Men­schen, der ein ganz festes Verhältnis zu seinem Gott hat und seinen Lebensweg in Ehrfurcht, Liebe und Sachlichkeit sicheren Schrittes geht, das Ziel un- verrückt im Auge wäre ein solcher nicht auch für das Volksganze von höchstem Wert? Vielleicht viel wesentlicher als ein breitbeinig aufgepflanzfer Kerl", oder ein hochgezüchteter Wissenschaftler? Wie steht es mit der Bewertung des ausgesproche­nen Seelenmenschen, in dem ein tiefes Ethos und eine soziale Genialität lebt, mich wenn er in Lei­stung und Sein auf den ersten Blick vielleicht nicht besticht? Wie steht es mit den stillen,'unbeirrbaren Pflichtmenschen?

Wir berühren noch zwei Sonderfragen. Der Sohn aus gutem Haus, wie man zu sagen pflegt. Er sticht nicht besonders hervor, weder durch Leistungen noch durch charakterliche Wucht. Aber er hat den sicheren Takt hochgezüchteten Blutes, das richtigeBeneh­men" gegen Menschen und Dinge, auch in schwie- rigen Verhältnissen, und seine sichere Hand, wenig­stens auf dem ererbten Berufsqebiet. Und daneben den noch ungeschliffenen, vielleicht ungeschlachten Sprößling aus bäuerlichem Geschlecht, ohne erb­liches Durchformtsein, doch mit der ganzen Urge­walt unverbrauchter Naturwüchsigkeit. Darf man das wertvolle Erbgut dort und die Fülle zukünfti- ger Möglichkeiten hier mit in Betracht ziehen?

Schließlich: Soll man bei der allgemeinen Charak­terisierung des Schülers die Begabung mit berück­sichtigen? Unseres Erachtens: ja. Denn Begabung ist ein wesentlicher Zug, der sich aus dem Gesamt­charakterbild nicht austilgen läßt und dort einen ganz bestimmten Ort hat. Und wenn es nicht die Begabung selbst sein sollte, so ist auf alle Fälle die Stellung des Jungen zu seiner Begabung ein Cha- rakterzug. Ob einer sein reiches Talent verkommen läßt oder mit seinem Pfunde wuchert, ob einer genial verlottert oder sich bei minderer Beanlagung zu höchster Leistung zusammenrafft, ist eine eminent charakterliche Frage. So muß auch die Begabung bei einer ganzheitlichen Chorakterbeurteilung mit herangezogen werden. Beanlagung ist noch keine Leistung.

Besonderer Maßstäbe bedarf die Beurteilung der Mädchen. An die Stelle des Führergedankens tritt hier der Gesichtspunkt der Mütterlichkeit und was damit zusammenhäugt. Selbstverständlich spielt gerade bei den Mädchen, die zur Hochschule gehen wollen, die Frage der geistigen Begabung im Rahmen der Gesamtpersönlichkeit eine be­sondere Rolle.

Wir haben gesehen, welche Verantwortung es mit sich bringt, eine Individualität in ihrem ein­malig unwiederholbaren Sein zu charakterisieren. Wir haben dann nach typischen Maßstäben der Beurteilung gesucht und einige davon angedeutet. Schließlich erinnern wir uns des reichen Fachwerks von Wertprädikaten, das dem Lehrer aus seiner Zensurenpraxis zur Verfügung steht. Auch dieser Begriffschatz wird herangezogen und angewendet werden müssen.

Der neue Staat verlangt von uns, daß wir den

Schüler gerade nach der W i l l e n s e l t e hin schar- fer erproben und prüfen. Er will spartanische Naturen, Menschen von innerlicher Härte, vor allem gegen sich selbst, Männer, die sich zu beherrschen und deshalb zu führen wissen. Solche, die imstande sind. Gefahren zu begegnen und große Verantwor­tung auf sich zu nehmen. Das Heroische dient irgend- wie als letzter Wertmahstab... Hierfür fehlen uns noch weithin die Gesichtspunkte. Wir halten uns vorwiegend ans Heraebracht-Schulmäßige. Wir sagen etwa: Der Schüler ist fleißig, gewissenhaft, zuverlässig, beständig, ausdauernd, zielbewußt, er läßt nicht locker, es ist ihm keine Arbeit au viel, er nimmt freiwillig Arbeit auf sich, wo sich andere drücken, er ist unverdrossen, ordentlich, ein Pflicht­mensch, pedantisch, etwas ängstlich... Oder das Gegenteil: er macht es sich leicht, läßt die Arbeit an sich herankommen, weiß nicht, was Arbeit im Grunde bedeutet, nimmt es nicht Jo genau, arbeitet nicht selbständig, sondern läßt sich von anderen aushalten er ist ein Pfuscher usw.

Oder: der Junge ist ein frischer Kerl, er hat ein offenes, aufgeschlossenes, gerades Wesen er ist eine heitere, sonnige Natur, er lacht gern und kann sich ungekünstelt freuen, er ist begeisterungsfähig, beschwingt und von innerer Anteilnahme, er hat etwas sehr Bestimmtes in seinem Wesen, er hält sich in Zucht, er legt Wert auf Form, er ist dank­bar, treu, opferbereit, er trägt nicht nach, er hat Humor, er ist stark reflektiert, kritisch, spöttisch, (sar­kastisch), er ist dumpf, schwerfällig, unaelockert, in sich selbst sprunghaft, wechselnd, unentschlossen, er hat etwas Trübes, befangen Verhaltenes, Lauern­des in feinem Wesen, er ist abweisend, fremd, un­aufrichtig, er hat einen scharfen Verstand, ein klares Urteil, bestimmte Ansichten, er ist ein ausgespro­chen geistiger Mensch, dem das Materielle gleich­gültig ist, er grübelt, hat Ideen und Spekulationen, er schwebt in höheren Regionen, steht f^st auf dem Boden, ist eine materielle Natur, ein Realist, gänz­lich phantasielos usw.

Wesentlich ist das soziale Verhalten: Der Schüler zeigt Kameradschaftlichkeit, ist hilfsbereit, entgegen­kommend, kann schweigen, verrät andere nicht, be­

schönigt sich selbst nicht, zeigt Bekennermut, hat Selbstvertrauen, ist wesentlich Einzelgänger, hat Takt, wahrt Abstand, sucht etwas aus sich zu ma- chen, will* mehr scheinen als sein, hat die Lehrer innerlich zum Besten, hält wenig von der Schul­autorität, läßt sich nie fangen usw...

Oder das Verhältnis der einzelnen Charakter­züge zueinander ist abzuwägen: Gute Beanlagung, aber mangelnde Selbstzucht, geringere Geistesgaben, doch eiserner Wille, ausgesprochen einseitige Veran­lagung, die Großes verspricht, vielseitige Begabung mit der Gefahr der Zersplitterung, hat noch reiche, unentwickelte Möglichkeiten in sich, ist unausge­backen, kindisch...

Der Schüler ist eine sehr einfache und klare Na­tur, in sich widerspruchsvoll, ein Mensch von Ni­veau, subaltern, Idealist, Zweckmensch usw. ...

Auch das Körperliche ist selbstverständlich zu be­rücksichtigen. Es kann dem Staat nicht gleichgültig sein, ob einer gesund oder krank, ein glänzender Rassetyp und Träger wertvoller Erbgüter, ein durchtrainierter Sportsmann ist ... Doch fehlen hier vielfach die Maßstäbe. Und es fragt sich, ob hier die Schule urteilen soll.

Wir haben einige Wert-Etiketten angedeutet. Ihre Zahl ließe sich ins Unendliche vermehren. Es kann selbstverständlich niemals darauf ankommen, daß der Lehrer diese gleichsam aus einem Sack heraus­holt und seinemObjekt" von außen her aufpappt. Er wird sich vielmehr bemühen, jede Eigenschaft des Schülers aus dessen Wesensmitte heraus abzu­leiten, sie im organischen Zusammenhang der Ge­samtpersönlichkeit zu schauen und von da aus in ihrem eigentlichen Sinn zu verstehen.

Die Lehrerschaft ist sich ihrer Verantwortung be­wußt. Sie weiß, wie schwer es ist, dem Menschen in feinem persönlichen Sein gerecht zu werden. Ge­wisse typische Klassifizierungen sind unvermeidlich. Und ohne die Anwendung bestimmter Bewertunas- schemata geht es nicht. Doch ist das Entscheidende, daß der gesamte Veurteilungsapparat richtig, d. h. objektiv gehandhabt wird. Von dem Verfahren der Auswahl soll das nächste Mal die Rede fein.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Zn rwartung des Frühlings.

Schöner Frühling, komm doch wieder, Lieber Frühling, komm doch bald!

Bring uns Blumen, Laub und Lieder, Schmücke wieder Feld und Wald!

Ja, alles hat feine Zeit! Wenn im Herbste die Tage sich verkürzen, wenn im Wiesengrunde die Nebel brauen und der Sturm um das Haus braust, sehnt man sich nach der warmen Stube. Wenn die Tage länger werden, packt uns die Sehnsucht nach dem Frühling. Noch hält der Frost die Erde in ihrem Banne, noch liegt an den Nordhängen eine mehr oder weniger unterbrochene Schneedecke, die nach und nach von der immer höher steigenden Sonne weggeleckt wird, bis nur noch in Furchen und zwischen Schollenvertiefungen Reste verbleiben, die gleich weißen Streifen die braune Landschaft oft noch bis in den Lenzmond hinein zieren.

Schon im ersten Monat des neuen Jahres macht sich die belebende Wirkung der wärmer werdenden Sonnenstrahlen an Baum und Strauch bemerkbar. Während die Wetterseite des Stammes noch in glitzerndem Glatteis leuchtet, pulst und arbeitet es schon in den Leitungsbahnen. Langsam setzt sich der Saftstrom, das belebende Blut des Baumes, m Be­wegung. Nur bei ganz starker Kälte war ja die Safttätigkeit völlig unterbunden.

Fabian, Sebastian (20. Hartung) treibt den Saft im Baume an", sagt ein alter Bauernspruch. Immer mehr längen sich die Haselkätzchen und schon ein sachter Windzug bringt sie in Bewegung. Immer dicker schwellen die Knospen der Salweiden an, und aus den braunen Hüllen lugt behutsam die filzig- | silbrige Spitze des Kätzchens. Aus der weiblichen Blütenanlage des Haselstrauches kommt das rote I Narbenbüschel zum Vorschein und harrt der be­fruchtenden Bienen und Hummeln. An den Erlen, die den Wiesenbach besäumen, leuchtet es rötlich von den zahlreichen Troddelkätzchen, und die Espen sind mit sammetweichen Kätzchen geziert.

Wohl geht es dem Lenze entgegen, aber gewöhn- lich gibt der Winter im Hornung noch einmal eine kürzere oder längere Gastrolle, ehe er sich ganz zurückzieht.

Wenn's um Lichtmeß stürmt und schneit, Ist der Frühling nicht mehr weit!

Ist es aber hell und klar, Kommt der Lenz noch nicht, fürwahr!

Oder wie eine andere Bauernregel lautet: Lichtmeß Sturm und Schnee, bringt des Frühlings Näh'!

Die ersten mittleren Tage des Februar lassen dann die ersten Blllber der Blumenwelt aufwachen. Zaahaft reckt das Schneeglöckchen seine Blüte. Unter Hecken und Gebüsch versteckt, lenkt bald an warmen Südbängen das Veilchen unsere Aufmerksamkeit auf sich. An geschützten Stellen hat das Blattwerk des Gänseblümchens und Leberblümchens der Kälte zu trotzen vermocht, und schon machen sich die krummen Blütenstielchen bemerkbar.

Um diese Zeit wird die erwachende Natur auch allmählich von der Vogelwelt belebt. Der Zaun- könig, nächst dem Goldhähnchen der kleinste der gefiederten Freunde, hat auch in Not und Frost seinen melodischen Gesang ertönen lassen. Jetzt aber singt die Lerche ihre Jubellieder zum Preise des Schöpfers und von der Spitze eines einzelstehenden Birnbaumes schmettert die Amsel mit dem er« wachenden Tage und mit der schlafengehenden Sonne ihre herrlichen Meisen. Gewiß ist sie bei ihrer Umfteöuna zum Feld- und Gartenvogel zu Einern großen Teil schädlich geworden. Aber mit ihrem nachtigallähnlichen Schlag macht sie manche Räubereien am Beerenobst vergessen. Vor seinem Hause erweckt der Star, der lustige Herold des Frühlings, mit seinen Weisen neue Hoffnungen in ber Menschenbrust. Das helleSpitz-die-Schar" der Kohlmeise ruft den Bauer zu den Vorbereitungen zur Frühjahrssaat auf. Noch fehlen die Kleinmusi- kanten der Natur, die Bienen, Hummeln und andere Kerfen. Nur um eine günstige Mittaaszeit macht sich em vereinzeltes Summen bemerkbar.

Lerchensang, Schneeglöckchens Läuten, schwellende Knospen, allmählich sich färbendes Grün her Wiesen unö vereinzeltes Jnsektengefumm sind Wegbereiter wr Fruhlmgsglück und Frühlingsauferstehen.

Wir aber wollen die werdende Natur in vollen Zügen gemeßen und damit die Tugend paaren in leglichem Geschöpf den Schöpfer zu ehren.

Die Fenster auf, die Herzen auf, Der Frühling kommt mit Saus und Braus In Flur und Hain gezogen, Mit Kindersang und Lerchenschall Und mit dem Lied der Nachtigall, Da kommt das Glück geflogen."

Kreisbetriebszellenabteilung (Kreisleitung -er DAF.) Gießen.

Die Neuordnung der Deutschen Arbeitsfront wird bei vielen Verwaltungsstellen der ehemaligen Ver­bände usw. die Frage aufwerfen, wohin alte Proto­kollbücher, Jahresberichte jeder Art, Niederschriften und Akten über Versammlungen und besondere Er­eignisse, Prozeßakten. Kalender, Bilder und Filme, Kartensammlungen, Verbands- und Dercinsabzei- chen jeder Art, Modelle u. a. abgegeben werden.

Es gilt dem deutschen Volk jetzt und für alle Zu­kunft einen geschichtlichen Ueb erb lick zu erhalten, wie in den einzelnen Zeitabschnitten und in den ein­zelnen Verbänden, Vereinen usw. Arbeiterinteressen vertreten wurden, wie das schaffende Volk lebte, wie es stritt, wie seine Vertreter ihre Aufgaben lösten, kurz: es gilt,

die Geschichte des schaffenden Deutschlands mit Urkunden jeder Art zu belegen. Groß und wert- voll ist schon die Sammlung, die vorhanden ist, sie kann allerdings der Oeffentlichkeit noch nicht über­geben werden.

Es ergeht an alle ehemaligen Verbände usw. und Privatpersonen die Aufforderung, dafür Sorae zu tragen, daß nichts von den oben angegebenen Sammlungen verlorengeht, sondern baldigst an die Kreisbetriebszellenabteilung (Kreisleitung der Deut- scheu Arbeitsfront), Gießen, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, abgegeben wird.

Gez.: Hermann Wagner, Kreisbetriebszellenobmann und Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront.

In dieser Woche findet für alle Amtswalter der NSBO. und Betriebsratsmitglieder die Schulung über dasGesetz zur Ordnung der nationalen Ar­beit" statt, und zwar:

1. in ©rünberg am Freitag, 16. Februar, ab 20 Uhr, bei Pg. Becker (Taunusbecker):

2. in Gießen am Samstag, 17. Februar, ab 20 Uhr, im großen Saal des Hauses derDeutschen Arbeitsfront" Schanzenfttaße 18.

Die Amtswalter und Betriebsratsmitglieder be­suchen an dem Orte den Vortrag, wo sie auch zur Schulung eingeteilt sind.

Heil Hitler!

gez. Herm. Wagner, Kreisbettiebszellenobmann und Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront.

F. d. B.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. Ortsgruppe Gießen-Süb.

Die Geschäftsräume der Ortsgruppe befinden sich ab Mittwoch, 14. Februar, in der Cred - nerstraße 24, pari., Telephon 3716. Sprech- stunden: Ortsgruppenleiter: Dienstag, Mittwoch, Freitag, von 19 bis 21 Uhr. Stellv. Ortsgruppen­leiter und Organisationsleiter: Samstag, von 16 bis 18 Uhr. Ortsgruppenkasse: Dienstag, Mittwoch, Freitag, von 19 bis 21 Uhr. Winterhilfe: Mittwoch, von 17 bis 20 Uhr. NS.-Volkswohlfahrt Ortsgruppe Walter: Freitag, von 19 bis 21 Uhr. NSV. Kasse: Mittwoch, von 19 bis 21 Uhr.

Sämtliche Amts- und Abteilungsleiter, sowie Zellenwarte haben mindestens zweimal in der Woche an den Sprechstunden selbst zu erscheinen ober einen Vertreter zu senden. Besuche in der Wohnung des Ortsgruppenleiters und der Amtsleiter in dienst­lichen Angelegenheiten sind vollkommen zwecklos und müssen unterbleiben.

gez. Schwarz, Ortsgruppenleiter.

7l(5£3. Kreis Gießen.

velr.: Schülerzeitschrifthilf mit!"

Alle rückständigen Beiträge fürHilf mit!", ein- schließlich der Beträge für Heft 5, sind sofort auf das Postscheckkonto des Kreissachbearbeiters einzu- zahlen. Konto: B. Heller, Gießen, Liebigstraße 84 Frankfurt a. M. Nr. 57 684. Neubestellungen sind bis zum 20. d. M. an obige Adresse zu richten.

Velr.: Männerchor.

Nächste Singstunde: Donnerstag, 15. Februar 16,45 Uhr, im Zeichensaal der Goetheschule Horsts Wessel-Wall). Alle Sänger, die schon einmal im NS.-Lehrerchor mitgefungen haben, werden zur Mitwirkung aufgefordert.

Nebeling, Kreisobmann.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. Lichtspielhaus, Bahn^ hofstraße:Wilhelm Tell". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg.-Der Mann ohne Furcht" undHel­

den des Alltags". Oberhessischer Geschichtsverein, 20.15 Uhr, Kunstwissenschaft!. Institut, Vortrag mit Lichtbildern überDas rheinfränkische Gebiet als aeschichtliche Einheit". Cafe Leib, 15.30 Uhr, Aufklärungsvortrag von Stadtbaurat Graverk über die Einrichtung von Luftschutzräumen und -kellern. Johannessaal, 20 Uhr, Evangelisations- Dortrag. Saal der Stadtmission, ßöberftr. 14, 20.30 Uhr, Vortrag von Zelt-Evangelist K r u p t a. NS.-Kriegsopferoersorgung, OG. Gießen, 20.30 Uhr, Caf6 Leib, Mitgliederversammlung. NS.» Frauenschaft, Ortsgruppe Mitte, 20 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppenabend. Orts­gruppe Gießen-Mitte, 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Zusammenkunft aller politischen Leiter und Helfer. Ortsgruppe des Stahlhelm, BdF., 20 Uhr, Stahl­helmheim, Appell aller verpflichteten Kameraden.

Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gelangt heute als Premiere das Freiheitsdrama eines VolkesWilhelm Tell" erstmalig zur Auf» führung. (Siehe heutige Anzeige!)

E i n Lichtbilder - D ortrag in der S t a d t k i r ch e über das ThemaVerpflichtung der evangelischen Frauenwelt für Ueberfee" wird auf Veranlassung des Gustav-Adolf-Frauenvereins Gießen am kommenden Sonntag mit Pfarrer Stosch - Wittenberg als Redner stattfinden. (Siehe heutige Anzeige.)

Oie Einweihung der Führerschule auf dem Gleiberg.

Die Einweihung her Führerschule für Angehörige der NSDAP, und ihrer Gliederungen, die durch den Umbau des Albertusbaues auf der Burg Glei­berg eingerichtet wurde, ist auf den 27. Februar, 15 Uhr, festgesetzt worden. Zu der Feier wird auch der Herr Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger erscheinen.

Oer Bundesführer der Marinevereine beim Marineverein Gießen.

Der Marineverein Gießen e. V. hatte wie man uns berichtet am Sonntagabend die Ehre, den Bundesführer Deutscher Marinevereine, Herrn Fre­gattenkapitän a. D. H i n tz m a n n, in feinem Heim der Kameradschaft begrüßen zu können. Der Gast befand sich auf einer Inspektionsreise durch die ein­zelnen Gaue und hat dabei auch den Gau Nieder­wald, dem der Marineverein Gießen angehört, be­sucht. Anwesend waren außer dem hiesigen Verein die Führer und Dereinsabordnungen der Marine­vereine Butzbach, Wetzlar, Weilburg, Dillenburg, Herborn und Limburg. Das Haus war in Anbe­tracht des Ereignisses voll besetzt.

Der Vereinsführer, Kamerad Rödiger, be­grüßte den Bundesführer in kernigen Worten und wies darauf hin, daß dies das erstemal sei, daß der Bundesführer in Gießen unter den Kameraden weile. Es sei dies ein gutes Zeichen der Kamerad­schaft im Sinne unseres großen Führers Adolf Hitler. Der Marineverein Gießen fei bestrebt, im Geiste des Führers die alte Tradition zum Wohle unseres Volkes weiter zu pflegen und an dem Aufbau des neuen Reiches kräftig mitzuwirken.

Der Bundesführer gedachte dann in länge­ren Ausführungen der Reichseinheit, die bei der Marine schon seit Gründung des Dismarckschen Reiches bestanden habe, denn alle deutschen Stämme hätten sich unter der uralten, ruhmreichen Kriegsflagge im Dienst in der Marine zusammen- gefunden und sich damals schon als Deutsche ge» suhlt. Der Begriff der Bundesstaaten sei bei der Marine dadurch schon gefallen gewesen. Er kam bann auf den Wehrgedanken zu sprechen und führte u. a. aus, daß jeder wehrfähige Mann seinen Platz auszufüllen habe, an den er gestellt werde, und Pflichtbewußtsein und die alten soldatischen Tu­genden des Gehorsams wieder zur Geltung kom­men, damit wir jederzeit in der Lage seien, unserem Führer Adolf Hitler zu folgen, wenn er den Ruf an uns ergehen läßt. Mit einem dreifachen Sieg- Heil auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler schloß er seine erhebende Ansprache.. Anschließend folgte der Ge­sang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes.

Der Abend gestaltete sich unter dem Gesang von vaterländischen Liedern, umrahmt von guter Marsch­musik, zu einer erhebenden vaterländischen Feier, die jedem Teilnehmer noch lange in guter Erinne­rung bleiben wird.

** Früherer Unterrichtsbeginn in Hessen. Einer Anordnung der hessischen Schul­behörde entsprechend war vom 15.11.33 bis 15.2.34 in sämtlichen öffentlichen Schulen Hessens der Be­ginn des Vormittagsunterrichts auf 8.30 Uhr fest­gesetzt worden. Dm 16. Fevruar an beginnt der Unterricht wieder um 8 Uhr.

** Abiturisntenprüfungen an den Gießener höheren Schulen. Im Landgraf- Ludwigs-Gymnasium wurden gestern in Anwesenheit von Ministerialrat G l Ü ck e r t die Abiturienten« Prüfung mit der mündlichen Prüfung abgeschlossen. Sämtliche 21 Schüler bestanden. Im Realgymnasium werden die Prüfungen heute durchgeführt, während das Matur an der Studienanstalt am 2. März, in der Oberrealschule am 1., 2. und 3. März stattfindet.

** Eine Saarkundgebung der Gieße­ner Studentenschaft findet am kommenden Sonntag statt. Der Beauftragte der Saardeutschen für den Völkerbund, Landgerichtsrat Dr. Freu­denberger (Saarbrücken), wird bei dieser Kund­gebung sprechen. (Siehe heutige Anzeige.)

** Nachentrichtung von Beitrags­marken zur Invalidenversicherung. In der Invalidenversicherung freiwillig versicherte Per­sonen, die mit der Markenverwendung feit 1. Januar 1931 ober einem späteren Zeitpunkt im Rückstand sind, können ihre Versicherung durch Nachverwen- bung ber rürfftänblgeh Beiträge in Drbnung brin­gen. Die Frist läuft am 31. März ab. Nähere Aus­kunft erteilt bas städtische Versicherungsamt, Lony- sttaße 2.

Schöffengericht Gießen.

Ein Arbeiter in Gießen erging sich anläßlich von Lohnabzügen in Beleidigungen im Sinne der §§ 185, 186, die das Gericht veranlaßten, eine Gefäng- n i s ft r a f e von 1 Woche auszusprechen. Der Vertreter der Anklage hatte eine solche von einem Monat beantragt.

Wegen Verstoß gegen den § 2 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Reichsregie­rung in Tateinheit des Vergehens gegen die SS 185. 186 RStGB. erhielt der Kellner Walter Fritz aus Gießen, zur Zeit in Untersuchungshaft, 7 Mo- not - G-fängni- unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. Der Angeklagte schimpfte m unerhörter Art und Weise auf die Reaieruna und sein deutsches Vaterland. AußeLm b?leiW er die Beamten des Wohl ahrtsamtes auf gröbste 2lrt. Bei allen diesen Straftaten trug er unberech­tigterweise das Abzeichen der NSDAP.