ltt.ZY Zweiter Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 15. §ebruar 1934
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rungen sich bemerkbar machten.
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9. Spezialisierung, mehr Vorbereitung und roe-
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LEN
C> E U T S OH —
Spaniens Entwicklung zum autoritären Staat.
Von unserem v. Gss -Berichterstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Madrid, Februar 1934.
Deutschland führt im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.
Niger Reden.
Unsere Revolution ist soziale Gerechtigkeit. Weder egoistischer Kapitalismus, noch zerstörender Marxismus.
Mehr Eigentümer und gerechtere Verteilung des Reichtums.
Krieg dem „Senoritismo" — dem eleganten Nichtstuertum — mit seiner Dekadenz und der berufsmäßigen Herumtreiberei (Bettelei usw.).
Antiparlamentarismus. Gegen die Diktatur. Das Volk nimmt teil an der Regierung in organischer und hierarchischer Form, nicht durch die degenerierte Demokratie.
Neubau Spaniens. Krieg dem Klassenkampf. Die Wirtschaft im Dienst der Nation.
Ein starkes Spanien, von der Welt respektiert.
Unsere Statistik gibt eine Gegenüberstellung der Arbeitslosenzahlen wichtiger Länder im Dezember 1932 und im Dezember 1933. Nicht nur absolut, sondern auch im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland weitaus am stärk- stengesunken. Obwohl USA. ebenfalls im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit erfolgreich war, übertrifft jetzt sein Prozentsatz an Arbeitslosen den Deutschlands bei weitem, nachdem es noch 1932 die deutsche Prozentziffer nicht erreichte. England hat ebenfalls feine Prozentziffer senken können, während bei den übrigen Staaten bis zum Jahre 1933
Die ArbeilslosigFieH- in iwsd'iiedm&K
1933-33
10%8% 7% 6% 5% 4% 3% 3%1% 0% 1% 2% 3% 4% 5% 6% 7% 67- i—-i—i—।—i—i—।--1—।--1--11—i—।—i—i—।--1—i—।—
16. Zuerst die Vernunft. Gegen die Gewalt die Vernunft und Kraft.
17. Prestige der Autorität. Starke vollziehende Gewalt. Vorbeugen besser als Unterdrücken. Obwohl die führenden katholischen Presseorgane in Spanien sehr häufig versichern, daß die spanische Kirche mit dem Faschismus nichts gemein habe, ist schon allein aus diesen Programmpunkten der „Jugend der Volksaktion" klar zu erkennen, daß hier eine neue Abart im Entstehen begriffen ist, die man etwa als „Katholischen Faschismus" bezeichnen könnte. Mit anderen Worten: der Vatikan hat dafür gesorgt, daß die auch in Spanien täglich deutlicher werdende Sehnsucht nach innerer Erneuerung, nach einem autoritären Staat, im engsten Einvernehmen mit der Kirche organisiert und vor-
Zeitschriften.
— Die „Deutsche Zeitschrift" (Verlag Callwey, München) bringt in ihrem Februarheft wertvolle Veröffentlichungen künstlerischer, politischer und kulturpolitischer Art. Zu einem der brennendsten Gegenwartsprobleme nimmt Dr. Armin Müller in seinem Aufsatz über „Die sittlich-weltanschaulichen Voraussetzungen des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" Stellung. Eine vorzügliche Leistung politischer Geschichtsschreibung ist der'Bei- trag „Weltpolitische Umrisse der Prinz-Eugen-Zeit" von Prof. Heinrich v. Srbik. Max Clauß gibt einen zusammenfassenden Ueberblick über „Europas große Politik" im vergangenen Jahr. Unter der lieber- schrift „Oktobergedanken" wird ein Teil der Aufsätze des hervorragenden schwedischen Gelehrten Prof. Frederik Böök über „Hitlers Deutschland" veröffentlicht, die in Skandinavien Aufsehen erregten und die sich durch vornehme, vorurteilslose Haltung und den aufrichtigen Willen auszeichnen, den tieferen geistigen und ethischen Voraussetzungen der deutschen nationalen Bewegung gerecht zu werden, ohne sich jeglicher kritischen Betrachtung zu begeben. Aus dem künstlerischen Teil des schönen Heftes nennen wir eine Würdigung der Künstlerpersönlichkeit Hermann Stehrs aus Anlaß seines 70. Geburtstages von Hans Rupe. »-
ganismus.
Starke Rasse. Vormilitärische Erziehung. Abschaffung des Einjährigen-Privilegs.
Unterrichtsfreiheit. Die Kinder gehören nicht dem Staat.
Liebe zur engeren Heimat, Basis der Liebe zu Spanien.
Kraft traten.
Aber die Zeit sollte doch schließlich für die Kirche arbeiten. Die marxistischen und freimaurerischen Größen der Republik hatten den eigentlichen Charakter des spanischen Volkes verkannt. Sie haben nicht mit dem auch dem einfachsten Spanier innewohnenden Gerechtigkeitsgefühl gerechnet und mit der trotz aller gegenteiligen Behauptungen feststehenden Tatsache, daß das spanische Volk in seiner überwältigenden Mehrheit katholisch empfindet. Ob nur Unterbewußtsein oder bewußt, spielt dabei keine Rolle. So mußte denn zwangsläufig auf die Verfolgungen die Reaktion kommen, die sich in dem großen Wahlsieg der Rechten bei den letzten Landtagswahlen unmißverständlich äußerte. Nachdem nun die daraus hervorgegangene Regierung Ler - r o u x, die hauptsächlich durch die katholische Volksaktion gestützt wird, auf deren Betreiben eine Reihe von Konzessionen hinsichtlich der Geistlichkeit und der vorläufigen Weiterdauer des religiösen Unterrichts gemacht hat, tut sie mit der in diesen Tagen beschlossenen Entsendung des bisherigen Außenministers Pita Römers als außerordentlichen Botschafter am Vatikan den ersten Schritt.zur Wiederherstellung eines normalen Verhältnisses mit dem Heiligen Stuhl.
Pita Romero ist nicht etwa beauftragt, sofort die Schaffung eines Konkordats in Angriff zu nehmen. Seine Aufgabe ist zunächst lediglich die Herstellung eines modus vivendi. So wie die Dinge heute liegen, scheint es allerdings ziemlich sicher, daß nicht die spanische Regierung, sondern der Vatikan die künftige Linie bestimmen wird. Dafür ist nicht nur die Persönlichkeit des neuen Botschafters ein Beweis, von dem ein Teil der Madrider demokratischen Presse behauptet, er sei einer derart schwierigen Aufaabe in keiner Weise gewachsen, sondern auch verschiedene Aeußerungen des Führers der katholischen Volksaktion, Gil Nobles, der klar durchblicken läßt, daß in Madrid die Bedingungen des Vatikans angenommen würden, auch wenn die sogenannten „regalias" (Jnteroentionsrecht des Staates bei der Ernennung von Bischöfen, Treueid derselben auf den Staat u. ä.) nicht anerkannt würden.
In diesem Zusammenhang muß auf die neueste Entwicklung Der Politik der katholischen Volksaktion, also der stärksten Partei Spaniens, der Stütze der Regierung Lerroux, hingewiesen werden. Sie vollzieht augenblicklich eine Schwenkung vom Parlamentarismus zum autoritären Staat. Gil Nobles hat die „Jugend der Volksaktion" organisiert, die in den ersten Tagen des April einen großen Aufmarsch im Escorial abhalten wird, wo ihr Führer, eben
Gil Nobles, sie verpflichten will. Die Programmpunkte der „Jugend der Volksaktion" lauten:
1. Spanischer Geist. An Spanien denken, für Spanien arbeiten, für Spanien sterben.
2. Disziplin. Die Führer irren sich nicht.
3. Jugend. Glaube, Angriffsgeist, Wille. Jun- aer Geist in der neuen Politik.
4. Annullierung der sektiererischen, sozialisierenden und unspanischen Gesetzgebung.
5*. Christliche Familie gegen den modernen Pa-
Facharbeit im Aationalsozialistischen Lehrerbund
Von dem Kreisarbeitsleiter für die höheren Schulen Dr. Adolph.
Da wird der Patron des Stückes böse. Weil er begeisterter und zorniger ist als drei Dichter zusammen, stößt er zum Angriff vor. Er sammelt Kollegen, denen er die Rollen zugedacht hat, er sammelt eine Schar von Gläubigen um die Sache, eine stille Verschwörung der Tat. Konzentrisch stößt man zum Ziele vor. Hier soll eine Bühne zu pachten sein, dort ist ein Geldgeber auf dem Plan erschienen, die Presse hat von der Sache Wind bekommen, und auf einmal ist alles da: Verlag, Theater, Geld... Schon gehen die Proben los. Mit dem ganzen Zauber und Fieber der Berliner Probenarbeit, der schönen Selbstdisziplin einer Arbeitsgemeinschaft, die sich — im Dienst einer gemeinsamen Sache — der Führung eines Kollegen unterstellt. Es gibt keine Schwierigkeiten, die nicht durch den frohen Arbeitswillen aller zu überbrücken wären. Unerhört schwer ist es, das ganze Ensemble, das teilweise Verpflichtungen in Film und Funk zu erfüllen hat, zu vereinen, und oft dauern die Proben mit einigen Unterbrechungen von 11 Uhr bis um Mitternacht. Auf der Bühne und im Foyer wird probiert. Nachts arbeiten der Bühnenmeister und der Bühnenbildner, denn tagsüber gibt der Regisseur die Bühne nicht her. Äb und zu kriegt man einander in die Wolle, temperamentvolle Zornes- ausbrüche, rasche Versöhnungen, weiter ...
Das Erbe, das man in Berliner Theatern, die lange leer standen, übernimmt, ist nicht allzu reich. Und während die Maler zu nächtlicher Stunde auf schwankenden Leitern herumturnen, um die alten Versatzstücke neu zu bepinseln, rattert im Foyer die Nähmaschine, an der der Herr Theatermeister persönlich, unter Stoffballen begraben, den Rundhori- Zvnt näht. Der „Fundus", der Bestand an Dekorationen, Wänden, Hintersetzern, Podesten, Gras- und Sandteppichen und sonstigen Mitteln, mit denen das Publikum begaukelt werden soll, ist mehr als ärmlich, und so knallt und knirscht es von Hammerschlag und Säge bis zum frühen Morgen.
Wie ein Mosaik fügen sich die allmählich fertigen Szenen zusammen, und die Stückproben beginnen, die schon ein deutliches Profil der Aufführung zeigen. Fremde im Parkett sind unerwünscht. Unter „Fremden" versteht man im allgemeinen Nicht- Schauspieler, Verwandte und Bräute, die einen Blick in die Werkstatt der Bühne werfen wollen. Der Autor ist im allgemeinen der besondere Schrecken des Bühnenkünstlers. Mit ganzem Herzen an jede noch so überzählige Zeile seines Textes geleimt, zittert er stets vor dem Rotstift des Spielleiters. In seinem Schöpfungstraum sahen einzelne Gestalten des Stückes wesentlich anders aus als auf den Brettern, und in feinen festen Vorstellungen be
fangen, kann er leicht zum ungeeignetsten Beurteiler der szenischen Gestaltung seines Werkes werden. Es gibt da eine nette und bezeichnende Anekdote eines prominenten Regisseurs. Er sitzt auf der Arrangierprobe, hinter ihm im Parkett der Autor. Dauernd unterbricht der Regisseur die Wortparaden auf der Bühne mit dem Befehl: „Wird gestrichen!" Mit einer höflichen Wendung zum Autor: „Falls Sie nichts dagegen haben." Der Autor wagte nicht zu intervenieren, er nickt in stummer Verzweiflung. Da aber nahte der geliebte Satz, der herrliche Ausbruch, zum ersten N^ale hört er ihn auf einer Bühne sprechen, und — „Wird gestrichen!" schreit der Regisseur. Das war zuviel! Doller Wut springt der Dichter auf: „Nein!" „Niemals! Ich protestiere!" — Darauf, mit kalter Entscheidung in der Stimme, Der Regisseur: „Mrd unter Protest des Autors gestrichen ..."
Das sind also die Schmerzen mit t Heater fremden Autoren. Anders gestaltet sich die Zusammenarbeit, wenn die Autoren selbst vom Theater Herkommen, und die unschätzbare dichterische Kraft gerade des Rotstifts lieben und schätzen lernten. — Nachdem die Dekorationen und die Texte gestrichen, die Vor- notizsn verschickt, die Szenen ausprobiert sind, nahen die Haupt- und Generalprobe in Dekoration, Beleuchtung, Maske und Kostüm. Die Requisitenkammer eines Berliner Theaters, das solchergestalt neu übernommen wird, ist leer. Jedes Stück muß angeschafft ober ausgeborgt werden, und die Begeisterung der namhaftesten Berliner Künstler wird erneut auf die Probe gestellt mit Der Bitte, Diesen oDer jenen seltsamen Gegenstand) im eigenen Privatwagen von Spandau oder Köpenick zu besorgen. Auch das geschieht. Jeder einzelne erweitert freiwillig feinen Pflichtenkreis, so daß alle ineinandergreifen — Das ist Das Geheimnis Der vorbildlichen kameradschaftlichen Haltung unserer Schauspielerschaft, oft gerade in schwerer Situation.
Nun naht die Uraufführung, und je nach Veranlagung werden alle Herzen vom klopfenden Premierenfieber oder von fatalistischer Energie ergriffen — von jenem kalten Fieber, Das nicht an die Oberfläche kommt. Aber alles ist elekttisch geladen. Eine herrliche Spannung schwingt von Mensch zu Mensch und Dringt wie ein befeuerndes Fluidum schon Durch Den Vorhang... UnD Darsteller unD Autor unD Bühnenmaler unD was sonst sein Schicksal an Das bunte Unternehmen gehängt hat, beklopft Den hölzernen Tisch von oben unD unten, bespuckt sich gegenseitig und murmelt Den Zauber- spruch vom Dreimal schwarzen Kater, bis der Vorhang sich hebt...
Oie menschliche Bewertung der Schüler
ii.
Die Maßstäbe.
Die Lehrerschaft Der höheren Schulen sieht sich in diesem Jahre vor die verantwortungsvolle Aufgabe gestellt, ein Urteil über die Eignung der Abiturienten zum Hochschul st uDium abzugeben. Dabei soll zunächst der Charakter, ganz abaesehen von den Leistungen, bewertet werden. Der Lehrer muß sich darüber klar werden, ob er dem Schüler feinen rein menschlichen Eigenschaften nach Die Fähigkeit zutraut, in Die geistige Führer- schichtderNation einzurücken. Die Leistungen roerDen Dann späterhin ebenfalls berücksichtigt werben. Zunächst jeboch gilt es bas Bilb b e r „Persönlichkeit" — wie man früher sagte — festzulegen.
Wir nehmen an, baß ber Lehrer über bas innere Sein seines Zöglings im klaren ist. Wie gelangt er nun zu seinem Urteil? Nach welchen Gesichtspunkten wirb er es formulieren?
Er wirb, wenn er baran yeht, einen Menschen zu charakterisieren, sehr halb bie Erfahrung machen, baß es keineswegs leicht ist, eine Individualität fo
Wie eine Uraufführung entsteht...
Von Per Schwenzen.
,,Am ... ten bes Monats Uraufführung ber Korn ö bie ..." Diese bescheibene Voranzeige im Theaterteil ber Zeitungen hat zumeist eine Vorgeschichte, von ber ich hier aus eigener Erfahrung berichten darf. Wir gehen von ber Tatsache Des vollendeten Stückes aus, Das alsbald seine erste Passion in Den Büros Der Theateroerlage beginnt. Unter zweihundert seinesgleichen — Das ist Di« Durchschnittliche Zahl an monatlichen Eingängen eines Berliner Theaterverlages — liegt es unD wartet darauf, von übermüdeten Augen einer raschen Prüfung unterzogen zu werden. Und es kommt mit den üblichen Zeilen höflichen BeDauerns zurück.
Aber jetzt! Jetzt ist es geschehen? Ein namhafter Schauspieler hat Das Stück aus Dritter Hand in Die Finger bekommen unD hat sich bis über Die Ohren in Das Stück verliebt. Ja, verliebt! Das ist eine heftige Liebe, wenn Schauspieler in Stücke unD Rollen verliebt finD, unD diese leidenschaftliche Liebe geht über Dornen, durch Zerwürfnisse mit Direktoren und Kollegen Den fanatischen Weg Des Glaubens bis zum Ziel. Er sucht wie für eine angenommene Waise Die notwendigen Paten, das Stück aus Der Taufe zu heben, nämlich erstens einen Verlag und zweitens ein Theater und Drittens GelD und viertens...
Er sucht unD kämpft und ringt. Unter großem Verbrauch an Mokka, Kognak und Zigaretten finden Lesungen des Stückes statt. Mißtrauisch bis an Die Haarwurzeln sitzt Da eine Direktions- oDer 23er* lagsaröße in Den Sessel geDrückt unD läßt sich Akt für Akt oorlefen: „Ausgezeichnet", lautet Das Urteil, „ganz ausgezeichnet Dieser erste Akt mit seinem straften Aufbau unD feiner wirklich dialogischen Lebendigkeit — aber — aber", stirnrunzelt er weinerlich: „Aber dieser schwache zweite Akt! Meine Herren! Der scheint mir denn Doch sehr aus Der Fibel abgeschrieben! Nein, Das geht nicht! Vom Dritten Akt ganz zu schweigen, Der hängt ohne jede dramatische 23erknüpfung zum Ganzen in der Luft." Am nächsten Morgen liegt Das schriftliche Urteil einer anDeren Kapazität in Theaterfragen vor: „Der erste Akt ist unhaltbar unD am besten einfach wegzulassen. Die Stärke Des zweiten Aktes ist unverkennbar, in seinen ersten Szenen muß Die HanD- lung exvoniert roerDen, um in Dem ausgezeichneten Dritten Akt Den Höhepunkt zu erreichen. Mit Diesem ersten Akt müssen wir leiDer zur Ablehnung kommen." Ein Dritter hält Das ganze Stück für ein Dilettantisches Machwerk...
zu umreißen, daß ein Deutliches Bild von ihr entsteht. Jeder Mensch ist ein schlechthin Einziger, ein in seiner Art unvergleichliches Gottesgeschöpf. Er bildet eine ganzheitliche Gestalt, Die Doch Die verschiedensten Einzelbestandteile in sich enthält und von zahlreichen Spannungen durchzogen ist. Sie hat ihre Vordergründe und Hintergründe, ihre Schichtungen und Abstufungen und befindet sich in beständiger Bewegung. Besonders in Den jugendlichen Uebergangsjahren. Der Dichter mag es fertig bringen, ein überzeugendes Bild feines Helden aufzubauen, dem Beamten, der mit den normalen Mitteln der Psychologie und Dem lanDläufigen Handwerkszeug offizieller Bewertungen arbeitet, fällt das naturgemäß schwerer. Er wird sich sagen, daß er zwar einen sicheren Gesamteindruck des Schülers hat, daß es aber nun Darauf ankommt. Diesen so zu übermitteln unD so zu begrünDen, Daß Durch falsche AusDrucksweise keine Verzerrungen entstehen. Ist Das Wesentliche richtig herausgehoben? Wird anderes DaDurch nicht vielleicht verdeckt? Wird Das innere Gleichgewicht Durch Hervvrziehen einer einzelnen Seite nicht gestört? Tritt Das innere Form- gesetz Des Charakters jenseits Der Einzelheiten klar hervor? Ist berücksichtigt. Daß an dieser jugendlichen Natur noch alles im Flure ist?
Sochschulnachnckten.
Der Ordinarius für deutsches Recht, bürgerliches Recht, Kirchenrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Tübingen, Dr. Walter Schönfeld, hat einen Ruf als Nachfolger von Geheimrat Prof. Dr. Alfred Schultze an die Universität Leipzig erhalten.
Der bedeutende Anglist der Universität Göttingen, Geh. Regierungsrat Professor Dr. Lorenz Morsbach, konnte dieser Tage seit 6Ojähri- ges Doftor jubiläum feiern. Morsbach wurde am 6. Januar 1850 in Bonn geboren, wo er später auch studierte und sich 1884 habilitierte-, 1892 wurde er Extraordinarius in Bonn, im gleichen Jahre wurde er als Ordinarius auf den Lehrstuhl von Aloys Brandl nach Göttingen berufen, den er bis zu feiner Emeritierung (1921) innehatte. Bon Morsbachs Arbeiten nennen wir außer feiner Mittelenglischen Grammatik die Studien über Die Lyrik Robert Burns', über Shakespeare und das Hamlet-Drama.
Professor Dr. Paul Großer, vormals Extta- Ordinarius für Kinderheilkunde an Der Universität Frankfurt, ist während eines Aufenthaltes in Frankreich im 55. Lebensjahr gestorben.
stehenDen Spaltung Kapital schlagen zu können, sieht sich nun plötzlich mit viel Unbehagen dieser neuen Situation, b. h. Der Rüstung zum Angriff auf feiten Der letzteren, gegenüber. Ihre Antwort ist eine verstärkte Hetztätigkeit: aufrührerische Reden ihrer Führer, Die Die analphabetischen Massen zu Unbesonnenheiten hinreißen sollen, unD Der Ruf nach Dem Zusammenschluß aller Arbei - ter zur „Revolutionären Einheitsfront" kennzeichnen Die Lage. Die Leitung bereitet mit aller Aktivität den Umsturz vor, wobei sie von der Freimaurerei tatkräftig unterstützt wird. Als vor wenigen Tagen ein Minister Der augenblicklichen Regierung scharf gegen das Treiben Der Sozialdemokratie Stellung nahm, rief ihm Der sozialistische frühere Minister Prieto im Parlament Die beDeutfamen Worte zu: „Sie vergessen Ihre Pflichten als Freimaurer."
Die MaDriDer Zeitung „Jnsormationes" berichtet aus Barcelona, Daß Dort zwischen Vertretern Der Anarchosyndikalisten und Der Sozialisten entschei- DenDe Beschlüsse gefaßt roorDen seien hinsichtlich einer gemeinsamen Protestaktion in ganz Spanien gegen Den augenblicklichen ßanDtag. Hierfür seien auch maßgebenDen Gewerkschaften (CNT. unD UG.) verpflichtet worden, Deren Bewaffnung täglich weiter fortschreite. Das Blatt weiß weiter von einem umfangreichen Waffenschmuggel an Der katalanischen Küste (Costa Brava) zu berichten, auf GrunD dessen Die Bildung von „sozialistischen Milizen" vorgenommen würde. Zweieinhalb Millionen Peseten stünden hierfür zur Verfügung. Zahlreiche schwere Maschinengewehre und Infanteriegeschütze seien bereits zur Verteilung an die Organisationen gelangt. Der Aufstand werde in Madrid in Der Form Des revolutionären Generalstreiks und im übrigen Spanien mit anarchistischem Charakter geführt roerDen.
Wir überlassen Die Verantwortung für Die Richtigkeit Dieser Ausführungen Den „Snformationes", Die als seriöse Zeitung bekannt finD. Möglich sind Diese Vorgänge Durchaus, ja sie finD sogar wahrscheinlich. Wenn man gehört hat, mit welcher Offenheit und mit welchem Zynismus Der frühere sozialistische Arbeitsminister Largo Caballero kürzlich in einer MaDriDer Kundgebung zum Aufstand gehetzt hat. Dann bleiben keine Zweifel mehr offen. Spanien befinDet sich innerpolitisch in einer außerordentlich gespannten Situation und es hat Den Anschein, Daß Die Lösung auf normalem Wege nicht mehr möglich ist.
getragen roerDe. JeDem Kenner Spaniens ist es klar, Daß eine wenigstens teilweise auf faschistischen Grundgedanken aufgebaute Erneuerungsbewegung in Diesem Lande nur Dann Aussicht auf DauernDen Erfolg haben kann, wenn sie in inniger Verbindung mit der Dem Volk in Fleisch und Blut übergegangenen katholischen Mentalität (der Mentalität Der kämpferischen Kirche) aufgebaut wirD. So steht es Denn auch ziemlich außer Frage, Daß dieser außerordentlich bedeutende Schritt von Gil Nobles sich zum Nachteil Der rein faschistischen Organisationen wie Der „Ions" unD der „Fe" auswirken wird, wenn er nicht überhaupt im Laufe der Zeit Die bei- Den völlig zu sich herüberzieht. Außerhalb dieses Rahmens bleiben dann nur noch Die reinen Monarchisten, Deren Vertreter sich auch heute merkwür- Digerroeife noch immer nicht vom Liberalismus frei machen können.
Die Linke, die bis heute geglaubt hat, aus her zwischen Den Monarchisten unD Der Volksaktion be-
Mit dem Sturz der Monarchie im April 1931 waren die engen Bande, die Madrid mit Rom, der Ewigen Stadt, Jahrhunderte hindurch verbanden, plötzlich zerrissen worden. Die ausgesprochen links- eingefteüten republikanischen Regierungen, die die Monarchie ablösten, hatten den Kampf gegen die Kirche auf ihr Panier geschrieben und überboten sich während ber ersten zwei Jahre ihrer Tätigkeit in Maßlosigkeiten gegen die Geistlichkeit, die kirchlichen Orden und den religiösen Unterricht. Nachdem die Kirchen und Klöster an allen Ecken Spaniens in Flammen standen und der Mob feine Befriedigung gefunden hatte, ging die sogenannte republikanische' Elite daran, ihren Religionshaß in Der Verfassung zu verankern, womit Die Unmöglichmachung eines weiteren katholischen Lebens erzielt werben sollte. Nur Dem Geschick Des päpstlichen Nuntius, der ungeachtet des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen Rom und Madrid (her allerdings nie offiziell erklärt wurde, sondern nur de facto bestand) in der spanischen Hauptstadt geblieben war, ist es zu verdanken, daß nicht noch „ _ ,
schärfere Maßnahmen gegen den Katholizismus im nur verhältnismäßig geringe Verände-
SLOWAKEI
WEICÄ


