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Montag, I'.Zanuar 1954

Eichener Anzeiger iGenerai-Anzeiger für NderhcheO

Ir. 12 Drittes Blatt

KSrdert die Marine-Hitlerjugend!

Jugend heran-

XYZ.

Daten für Montan. 15. Januar.

ainaen stark auseinander. Während ihn die einen als 2?___r>. r<=r(nf»r nnti der Seichtheit der ^eitaenössi-

rutl öJÜ.

Deutsche pflanzen-Namen.

66<

des Volkes eingehen können.

älteren Kameraden wie man rudert, sich bei Schiffsun-

* * *

kraftstrotzende, selbstbewußte bilden.

Unter Anleitung von erfahrenen werden wir u. a. unterrichtet,

er im Straßengraben gelandet.

Glatteis

Das sieht ein Lebensphilosoph. Ein Bäuerlein ist's, das gerade des Wegs daher kommt mit festen Nagelschuhen an den Füßen und einem handfesten Stecken und spitzer Zweige daran in der Hand Er weiß, was man in den Fährnissen dieses Daseins wohl gebrauchen kann

Dreck ist besser als Glatteis", meint unser ein­facher Weisheitsträger, nachdem er den Autoinsassen aus ihrer Klemme geholfen hatte, verzichtete auf das Trinkgeld der bepelzten Autoinsassen und ging seines Weges fürbaß: des alten Sprichworts gedenkend: Wenn's dem Esel zu wohl ist, dann geht er auf's

Seine Feinde sehen in ihm zu unrecht einen untertänigen Fürstendiener, einen blinden Verherr- licher derHohenzollerndynastie. Als kaiserliche Wün­sche bei der Forsetzung der Dramenfolge aus der Hohenzollerngeschichte Wildenbruchs Freiheit als Dramatiker einzuengen schienen, brach er die Arbeit plötzlich ab. Wenn man ihm auch vorwerfen kann, daß viele seiner Gestalten kein echtes, über­zeugendes Leben atmen, so ist doch die Echtheit sei­ner glühenden Vaterlandsliebe über jeden Zweifel erhaben. Er konnte seine Charaktere nur unter die- em für ihn entscheidenden Gesichtspunkt formen. Bezeichnend dafür ist der mißlungene Versuch, ein naturalistisches Drama zu schreiben. Wildenbruch war und blieb Zeit seines Lebens der Herold der deutschen Vergangenheit. Er war ein getreuer Eckart eines Volkes, der sich dem Schicksal seiner Nation mit Leib und Seele verschrieben hatte. Aus diesem heißen und überströmenden Gefühl der unlösbaren Verbundenheit mit seinem geliebten Vaterland schuf er immer wieder die gleichen Gestalten, die im Grunde genommen nicht Menschen individueller Eigenschaften waren, sondern Verkünder seiner Ge­sinnung.

Im Jahre 1900 schied Wildenbruch aus dem diplo­matischen Dienst. Seitdem lebte er abwechselnd in Weimar und Berlin. Noch in seinem Todesjahr schrieb er ein nationales GedichtDeutsches Neu­jahr 1909!" Wildenbruchs wahre Bedeutung ist nur aus der Zeit heraus zu verstehen, in der er für die Nation gewirkt hat. Vieles mag uns heute über­trieben und allzu rethorifch erscheinen. Das mindert nicht den Wert eines Mannes, der die deutsche Bühne mit einem neuen nationalen Geist und einem heroischen Gefühlsgehalt erfüllte.

Alles aber ift an seine Zeit gebunden. Heute steht ein hochentwickelter Seeverkehr als nationaler Wirtschaftsfaktor im Vordergrund des internationa­nalen Wettbewerbs. Liebe und Vertrauen zum Meere und feinen Schiffen steigen in dem Maße, in dem der Mensch sie kennt und beherrscht. Diese Eigenschaften soll der Seesport vermitteln

Dir in der Marine-Hitlerjugend betreiben die­sen Seesport und wollen unter Führung unseres obersten Führers Adolf Hitler ebenfalls eine

Eis tanzen.

Armer Esel auf dem Glatteis.

Tageskalender für Montag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Himmelsflotte". DHV.. Beginn neuer Lehrgänge. Damenvereini­gung 1884/1934 Zusammenkunft im Stadt-Caf6 Evangelische Stadtmission, Löberstraße, 14.10, 15 und 20.30 Uhr, Bibelkurs und Volksmissionsoor-

ijrer bunb mte in Stock- s Dr. Cul> östlichen Mit- vr. Richter Vortrag über i Lichtbildern sicher Dank weitere Bor- orjdjung in fjte das Or« e Wwkv

Müller ist noch nicht m der Haftpflicht. Er scheute bisher ihre Kosten Nach fünf Minuten kommt der Schupo wieder. Zu seinem Schreck meldet er ihm, daß soeben auf dem Bürgersteige vor seinem Hause der Dienstmann Lehmann das linke Bein gebrochen und die rechte Hand verstaucht hat. Chirurgenglück.

Frau Müller bekommt einen Weinkrampf. Schon immer hatte sie ihren Alten ermahnt, sich zu ver­sichern. Er tat es nicht Was nützt ihn jetzt seine Reue? Er muß einen tiefen Griff in seine Tasche tun.

Müller und Lehmann haben Schmerzen ein jeder auf feine Art

Der Fuhrmann Schulze schilt ebenfalls. Die Stol­len der Pferdehufeifen sind nicht geschärft. Schon hundertmal hat's der Tierschutzverein in der Zei­tung doch so verlangt. Nun geht er Schritt für Schritt neben dem Sattelpferd her, hält ihn selbst gleitend und stolpernd den Kops hoch und fürchtet für sich, und für Sattel- und Handpferd Hals- und Beinbruch.

begegnet, ferner Ausbildung im Signalwefen, See­mannschaft, Nautik, Meereskunde. Hierzu gehört: Wink- und Morsezeichen, Funkentelegraphie, Be­handlung des Stahl- und Hanftauwerks, Spliffen und Knoten, Boote und ihre Bauart, Kompaß, Fahrtmessung eines Schiffes, Tiefenmessungen, Mee­resströmungen, Ebbe und Flut, Gestirne. Auch wer­den wir durch erfahrene Fachleute in der Schiffs­technik und Maschinenkunde unterrichtet.

Der Kolonialgedanke wird in hohem Maße ge­fördert

und Hebungen an Geräten, ernste und heitere Be­wegungsspiele in staubfreier Luft erwecken Mannes- mut und Lebensfreude zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes

Heil Hitler!

K Gräfingholt, Marinescharführer m. d. F. b.

herzliche Ehrungen bereitet.

Bornotizen.

T036 47-30 12,48

3,053 168,87 68,47 60.81 70-ß

13, 0,682 2,678 58,41 22-04.

16,46 61,2- 34,68 81Z 0,813 0,22 5,6 12,41

Unser neuer Vornan.

Nachdem der mit großem Interesse gelesene SpionageromanB. 518. Yvonnes Geheimnis' von Klothilde von Stegmann in der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers feinen Abschluß gefunden hat, beginnen wir in der morgigen Nummer mit dem Abdruck eines neuen, großangelegten und über­aus fesselnden Romanwerkes, von dessen Erwerbung und Veröffentlichung wir uns ganz besonderen Er­folg versprechen. Die früher bei uns zum Abdruck gelangten Romane der gleichen Verfasserin, der mit heute wiederum das Wort erteilen wir nennen nurDas Glück fand den Weg" undDu warst nur doch bestimmt" haben seinerzeit so starken An­klang in unserem Leserkreis in Stadt und Land gefunden, daß mir auch dem morgen beginnenden Werk einen außergewöhnlichen Erfolg glauben vor­aussagen zu dürfen:

Das Rätsel einer Hrühlingenacht" v n <9ert Rothberq

fo heißt unser neuer Roman, die jüngste Arbeit der allgemein geschätzten Verfasserin.Das Rätsel einer Frühlingsnacht" ist die ergreifende und Mit­reißende Geschichte einer großen Liebe, ein mit Spannung und Temperament überaus lebendig ge­schriebener Roman, der besonders bei dem weib­lichen Teil unserer Leserschaft einen tiefen und nach­haltigen Eindruck hinterlassen dürfte. So sind wir gewiß, mit diesem ersten Roman im neuen Jahr einen glücklichen Griff getan zu haben und unseren Lesern eine von Tag zu Tag mit Spannung erwar­tete, genußreiche Lektüre zu bieten.

Ueberführung der Stahlhelmfahne.

führt wurde, beschäftigte er sich mit den heroischen Gestalten der deutschen Geschichte. Aber im Anfang hatte zer wenig Glück, die Bühnen wiesen ferne Stücke beharrlich zurück. Berliner Studenten waren es die zuerst seineM e n n o n i t e n" auffuhrten. Im Jahre 1881 gab der Herzog von Meiningen Wildenbruchs .Karolinger" Nun kamen die

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124 ,20 ,46

i ,33 .69 ,13

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Glatteis.

Eis ist gefrorenes Wasser, so sagt das Kind Eis ist Wasser im festen Agaregatzustand, so sagt der Physiker, wenn das Wasser unter Null Grad abgekühlt wird

Glatteis aber ist im allgemeinen eine Ge­meinheit gegen jegliche Kreatur und nur erwünscht vom Schlittschuhläufer, aber auch bei ihm voraus­gesetzt, daß er sich auf feine schöne Kunst versteht und die spiegelglatte Fläche mit bewehrten Fußen und gewandten Beinen in Bogenlauf und kühnen Sprüngen zu meistern weiß, die der Anfänger sich also verkneifen muß; ansonsten er Gefahr läuft, daß die rückwärtigen Partien feines Körpers gewiß öfters mit dem allzu glatt gefrorenen harten Was­ser recht unangenehme Bekanntschaft machen.

Es läßt sich feststellen, daß Glatteis höchst un­beliebt ist. _

Da läutet's schon früh bei dem Hausbesitzer. Er fährt aus festem Schlafe auf. Draußen harrt seiner das Auge des Gesetzes,Herr Müller, es ist Glatt­eis! Sie haben noch nicht gestreut'"

Woher Asche nehmen, Sägespäne oder das für arme Hundepfoten fo unangenehme Salz? Herr

segelt und schwimmt, wie man , , fallen zu verhalten hat, Ertrinkende rettet, Boots- manÖDer ausführt und den entfesselten Elementen

a.W. M'ß. ist auf Grund Stellung des zuverlässigst") H e n worden, cher Bezirks-

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!Am 15. Januar 1909 starb in Berlin Ernst von Uildenbruch im Alter von vierundsechzig Jah- t n. Die gesamte deutsche Nation stand unter dem Eindruck seines Todes. Wildenbruch hatte es durch eine Anzahl heroischer Dramen, in denen er das Geschlecht der Hohenzollern verherrlichte, verstanden, d e Herzen aufzurütteln und den Sinn für deutsche beschichte und Tradition zu wecken. Die Meinungen Der den Wert seiner dichterischen Persönlichkeit

Mart. 21m rchenzesang- lsgemeinden >nn-Alten- onntag nach ^e)t dahier Watzenborn L predigten, che Kirchen- Wagner- 'iiine, einen en über die gezeigt. Viele kung unseres unseres Po. nregung der 3 der Stabt« iründun'g skolonne ? den Iweck Roten Kreuz mte Bürger- digkeit einer Personen er- Kolonne, zu iefigen Tele- : wurde. Die Schnabel.

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Aufführungen Schlag auf Schlag. Ein ungewohntes heldisches Pathos, ein bezwingender Idealismus, eine edle Reinheit der Gesinnung, wirkten auf die meisten der Zeitgenossen wie eine Offenbarung. In einer Zeit, da die deutsche Bühne von den Franzo­sen und ihren deutschen Nachahmern beherrscht war, erschien Wildenbruch wie ein nationaler Befreier von der Fremdherrschaft des französischen Ge steh Von 1888 bis 1891 erschienen die Ho^nzollerdrarnen «Die Quitzows",D er Gener al f eldoberst , "Der neue Herr". Es folgten 1896Heinrich und K-lnrich- ®efd)(ed)t." Die I-id-nsch°st. !ich?Inbrunst, mit der Wildenbruch an Deutschlands Aufgaben in Gegenwart und Zukunft glaubte, oer- fehUe nicht ihre Wirkung.

und 1920 Mitglied der Reichsschukonserenz. Seit 1918 war er Vorsitzender des hessischen Landesverbandes der höheren Beamten, 1911 bis 1922 Vorstandsmit­glied im hessischen Beamtenbund, 1921 Mitglied des Zentralausschusses der höheren Beamten Deutsch­lands, seit Gründung (1921/22) Vorstandsmitglied des Reichsbundes der höheren Beamten und seit Gründung (1923) Aufsichtsratsmitglied der Reichs­bundbank' So war seine Tätigkeit längst hinaus- gewachsen über Hessen und über die pädagogische Tätigkeit. 'Sein Name hatte bei allen höheren Beam­ten Deutschlands einen guten Klang, und sie zeigten ihre Dankbarkeit zu diesem Mann in derAltendorf- Stiftung"

Wenn die Zeilen dieses Nachrufes mehr sind als gewöhnlich, so möge das auch damit gerechtfertigt sein, daß der Verstorbene auf seinem Krankenlager, dessen Ausgang er klar ooraussah, mehrfach den Wunsch geäußert hatte, daß an seinem Grab außer dem Pfarrer keiner reden solle! In der Tat lebend und sterbend.

Er war ein Mann, nehmt alles nur in Allem, v. G.

Der Ruf nach deutschen Pflauzennamen ist zwei­fellos berechtigt. Es war deshalb begrüßenswert, daß sich der Deutsche Sprachverein schon sehr früh dieser Aufgabe annahm. Bei den genaueren Unter­suchungen stellte sich, wie Franz Heilig in der Muttersprache", der Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins, berichtet, heraus, daß ein bedeuten­der Teil unserer heimischen Pflanzenwelt mit durch­aus zweckentsprechenden deutschen Namen versehen ist Nur für eine Minderheit war eine Aenderungi oder Verbesserung wünschenswert. Immer aber!

nationalen Erlöser von der Seichtheit der zeitgenössi- fhen Bühnenkunst mit Begeisterung begrüßten und i ihm einen zweiten Schiller erblickten, war er in fen Auaen der anderen ein geschickter Routinier, der Ms« vor den unwahrscheinlichsten Theateressekten nckit zurückschreckte. Es ist zweisellos em nicht zu unterschätzendes literarhistorisches Verdienst Wilden- b-uckis aewesen, daß er als einer der Ersten das -Wmfie für große geschichtliche Stosse ins Leben res Und trotz manchem Vorbehalt bleibt doch im> h' ginreißende Schwung und der glühende Patriotismus, von dem die Gestalten seiner Dramen erfüllt find, bewundernswert.

Wildenbruch verbrachte eine ungewöhnliche 3u- n»®ieit, die feine lebhafte Wntojte ftort befrud). i die Er wurde am 3. Februar 184S als Sohn emes vreußifchen Generalkonfuls in Beirut in Syrien ge- Aren Mit dem Vater kam der Knabe zuerst nach i Athen später nach Konstantinopel Anfangs sollte Wildenbruch die militärische Laufbahn °-n|chlag°n. Qt wurde im Kadettenkorps erzogen und trat 1863 It ein Potsdamer Garderegiment em. Aber der mili- terische Dienst befriedigte ihn nicht, und fo roanbie er sich 1867 dem Studium der Rechte ziu Der Krieg 1870 fah ihn auf den französischen Schlacht- silde?n. Während der gleichaltrige Detlev von,Lilien- c-on mit Leib und Seele Soldat war, suhlte sich vrnft von Wildenbruch nur wohl, wenn er sich in h » deutsche Vergangenheit versenken konnte.

Im Jahre 1877 kam Wildenbruch in das Auswär­tige Amt nach Berlin und wurde Geheimer Le^a- tensrat Er selbst bezeichnete es als em Gluck, L.ismarcks Gehilfe fein zu können

Lange bevor Wildenbruchs erstes Stuck ausge-

mußte dabei beachtet werden, Namen zu finden, dis allgemein anerkannt werden, und die sich das Volk auch wirklich innerlich aneignet, denn un­passende, schwerfällige oder gar abgeschmackte Na­men setzen sich niemals durch. Nicht alle Pflanzen­namen können verdeutscht werden. Viele, wie z. B. Lilie, Narzisse, Malve, Platane, Aster, Reseda, Rose u. a. sind schon so volkstümlich geworden, daß auch der entschiedenste Gegner der Fremdwörter gegen sie keinen ernstlichen Widerstand erheben wird. Es ist z. B. völlig abwegig, für die Kartoffel die Bezeichnung Erdapfel vorzuschlagen und die Tomate in Zukunft Paradiesapfel nennen zu wollen, wobei übrigens vergessen wird, daß Paradies wieder ein neues Fremdwort ist. Für die Arnica montana finden wir in der Literatur den Namen Wohlver­leih, während die Pflanze ursprünglich nach dem Wolfe genannt und wohl erst später wegen ihrer Heilkraft umgedeutet wurde. Das Volk sagt tatsäch­lich Arnika, weshalb dieser Name in den Büchern auch so angeführt werden sollte. Das gleiche gilt für die Anemone, für die man sich vergebens be­müht hat, die Uebersetzung Windröschen in Anwen­dung zu bringen. Immer wieher stellen wir fest, daß ,Sas Volk seine eigene Namengebung hat, die es unbekümmert um Lehrbuch und Schule beibehält". Jedenfalls sollten sinnwidrige Umdeutungen von Namen unterbleiben Der deutsche Name Küchen­schelle für die Pulsatilla ist einfach unrichtig, denn es besteht gar kein Zusammenhang mit der Küche. Diese Pflanze hat ursprünglich richtiger Kuhschelle geheißen, weil die Blüte den Schellen weidender Kühe gleicht. Eine glückliche Bezeichnung hat man jedoch für die Pulsatilla vulgaris in manchen Gegen­den mit dem Namen Osterglöckchen gefunden. Auch der Name Kälberkropf (Chaerophyllum) ist entstellt. Man hat einen Zusammenhang mit dem Kalb nicht nachweisen können. Vielmehr scheint hier eine Um­deutung aus Kerbel vorzulieqen, wahrscheinlich im Hinblick darauf, daß der Stengel unterhalb der Knoten verdickt ist. Hier wäre also besser Kerbel- kropf anstatt Kälberkropf zu sagen Man könnte diese Beispiele noch um eine große Reihe vermeh­ren. Bei der Verdeutschung von Pflanzennamen bleibt es immer das Wichtigste, Bezeichmmaen zu finden, die einerseits das besondere der Pflanze ausdrücken und die anderseits in den Sprachschatz

agoge Georg Kerschensteiner in München gestorben (geboren 1854).

Veränderung im Gießener Stadtrat.

Von der Kreisleitung Gießen der NSDAP, wird mitgeteilt: , , v .

Der Pg. Oberingenieur Kurz hat den Kreis­leiter gebeten, ihn von seinem Mandat als Stadtratsmitglied zu entbinden. Der Kreisleiter hat diesem Ersuchen stattgegeben unter Anerkennung seiner für die Stadt Gießen geleisteten Verdienste, und ihn ersucht, .seine politischen Aemter weiter zu behalten.

Nachstehender Bericht über die Marine-Hit­lerjugend, von dem Gießener Marine-Hitler- jugendführer K. Gräfingholt. soll die Bevölke­rung Gießens davon in Kenntnis setzen, daß es in Gießen eine Jugend gibt, die als eine Abteilung der Hitler-Jugend bestrebt ist, werbend und zugleich mahnend den Gedanken an Seefahrt wach­zuhalten und zu fördern.

Wenn wir in der Welt Achtung und Geltung haben wollen, so brauchen wir einen Überseehan­del, der dem Ausland gegenüber Zeugnis ablegt von dem deutschen Willen zum Aufbau und zur friedlichen Zusammenarbeit der Völker

Wir wenden uns deshalb an die deutsche I u - gend, mit zuhelfen an dem Werk der Erneue­rung und sich einzureihen in die Scharen derer, die ihr ganzes Sein für die deutsche Seegeltung in d e r W e l t einsetzen

Erhard Waag, Abteilungsleiter P im Bann 116.

Die Morme-tzttlerjuaend

In zähem Ringen müht sich das deutsche Volk um die Wiedererlangung seiner einstigen See. und Welt­geltung. Der Wille hierzu ist neu erwacht Seefahrt und Seegeltung sind aber nicht allein Sache der unmittelbar daran interessierten Küstenbevölkerung, sondern auch der ganzen Nation! Kann man aber durch eine volkstümliche, erfolgversprechende Werbung auch alle Bevölkerungsschichten des Bin­nenlandes dafür gewinnen?

3a, durch eine Seesportbewegung?

Ein großer Deutscher, der Turnvater Iah n, gab uns ein klassisches Beispiel, wie man ein zermürbtes Volk zu einer kraftstrotzenden, selbstbewußten Nation erziehen kann

Am Samstagnachmittag wurde von drei Stür­men der SAR. I unter Führung des Sturmhaupt- führers Röhr, der mit der Führung des Sturm­banns beauftragt ift, die Fahne der Ortsgruppe Gießen des Stahlhelms BdF. feierlich von der Wohnung des Ortsgruppenjührers, Oberstleutnant a. D. L o p p e, in der Marburger Straße nach der Wohnung des Standartenführers der SAR. I, Standarte Oberhessen, Petri in der Alicenstrahe überführt. Unter Vorantritt der Spielleute und der Stahlhelmkapelle marschierten die Stürme in aus­gezeichneter Marschdisziplin mit zackigem Schritt nach der Marburger Straße, wo sie unter den Klängen des Präsentiermarsches die Fahne in Emp­fang nahmen. Dann ging der Marsch in straffer soldatischer Art weiter durch die Walltorstraße, | Kirchenplatz, Schulstrahe, Sonnenstrahe, Kreuzplatz,

wo die Stürme vor der Wohnung des Standarten­führers Petri ausmarschierten. Nachdem Sturm» hauptsührer Röhr die Fahne und die Stürme dem Standartenführer Petri gemeldet hatte, schritt dieser die Front ab und begrüßte die einzelnen Stürme mit dem Hitlergruß. Hierauf wurde die Fahne feierlich nach ihrem neuen Standort ver­bracht. Anschließend folgte der Abmarsch der Stürme nach ihrem Standquartier, dem Stahlhelmheim. Sowohl beim Abholen, wie auch bei der Ueber­führung der Fahne wurden dem ehrwürdigen Feld- Zeichen und den drei Stürmen der SAR. I, die durch ihre gute soldatische Haltung den besten Ein- druck machten, von einer großen Menschenmenge

Aus Oer PrommialbauptflaDt

Dberstuviendirektor Otto Altendorf -f.

«Eine markante Persönlichkeit unserer Stadt aus dir älteren Generation ist in der Nacht von Freitag di| Samstag von uns gegangen. Menschlich gedacht, nar es eine Erlösung für ihn, der viele Monate sciwer gelitten hat. Aber für viele von uns bedeutet e: ein schwerer Verlust. A 1 tendorf trug sein ß ben lang den Stempel der rheinhessischen Heimat, dr er entstammte. Er war geboren am 7. Mai ltö9 zu Bubenheim und stammte aus wohlhaben­de bäuerlichen Verhältnissen. So war er eine auf­richte, starre Natur, die sich keinem beugte, Über- 3ugt von dem, was er für recht hielt, gerade und or en, aber auch voll Verständnis, wo ihm ein Wi- btrftanb entgegentrat, für die gleiche Naturanlagen. Hchbegabt für alles Schöne und Gute, war er ein bqeifterter Verehrer der Kunst und der Dichtung. 3!m selbst stand die Muse der Dichtkunst zur Seite. Eine Uebersetzungen von Sophokles Antigone und Qkripibes Hippolytos sind Meisterwerke unb erleb­te! Bühnenaufführung. Er bichteteWanberlieber fr ben Vogefen- unb Vogelsberger Höhenklub", d große Verbreitung fanben. Der Natur war er a s Herz gewachsen. Er kannte unb liebte sein beut» sctes Vaterlanb mit seiner reichen Schönheit Er ro:r gewandert vom Wasgau bis zum Böhmerwald, bi> zu ben Grenzen bes beutschen Sprachgebietes. (81 war ein gründlicher Kenner der Alpen Deshalb hi ß es auch bei ihmDeutschland, Deutschland über ales!" So half er als früheres eifriges Mitglied bc- Alldeutschen Verbandes das Dritte Reich vorbe- nten Er war ein begeisterter Verehrer Bismarcks, bd er oft in Reden feierte. Nach dem Zusammen­bruch des Kaiserreiches dichtete er in glühender Va- telanbsliebeGebächtnis und Gelöbnis" Die Nie- brtrad)t der schwarzroten Herrschaft mußte er fe ift an sich in feiner Friedberger Zeit erfahren. Fr das Auslandsdeutschtum war er unermüdlich täiig, schon zur Zeit des Burenkrieges, in dem ein jmgerer Bruder gegen die Engländer mitfocht Ob- w hl er selbst Königs Rock getragen hatte, mußte et im Weltkrieg aus dienstlichen Gründen zu Haufe bliben.

Dort kommt in langsamer Fahrt ein Auto berg­abwärts gefahren, ohne Schneeketten. Alle Vorsicht. ------ . - v -

hilft da nicht. Wie ein störrischer Ochse widersetzt Seltersweg, Frankfurter Straße zur Alicenstratze. sich der kostbare Wagen geschicktester Führung. Bald nr °M

schlenkert er nach rechts, bald dreht er sich nach links, und ob der Chauffeur auch bestens lenkt, schon ist

Ernst von Wildenbruch. 3u seinem 25. Todestage am 15. Januar. Von Werner Hillbnng.

1791: der österreichische Dichter Franz Grillparzer in Wien geboren (gestorben 1872): 1932: der Päd- trage.

Ls ist verständlich, daß ein Mann mit solchen Er- foirunqen und inneren und äußeren Erleben als S^ulmann auf dem rechten Platz stand. Nach Besuch br Volksschule seiner Heimat unb mehrerer Pri- vcranstalten würbe er Schüler bes Mainzer Gym- nc'iums. Hier würbe in ihm seine Liebe zur Antike utD zum Humanismus fürs Leben gewurzelt Er st'.dierte, vielseitig wie er war, in Leipzig, Mün- chn, Berlin unb Gießen. Nach Erlebiqung bes qäb- eiOgischen Seminars am Neuen Gymnasium zu Trrmftabt fanb er halb verschiebene Verwenbungen uri) würbe 1899Reallehrer" bzw.Oberlehrer" an ir Realschule zu Butzbach. Aber bie päbagogische j): upttätigfeit seines Lebens war boch am Gym- nilfium zu Gießen von 1900 bis zu seiner am 1. Ok- twer 1933 erfolgten Pensionierung, nur unterbra­ch n burch bie zehn Jahre als Direktor ber Augu- stnerschule in Friebberg. Seit 1927 war er, sein ßEbensroerf krönenb, Dberftubienbireftor bes Lanb- gmf-Lubwias-Gymnasiums zu Gießen. Viele Gene- nrionen Schüler haben zu feinen Füßen gesessen uifc werben ihm bie Dankbarkeit unb Anhänglichkeit flirr das Grab halten: denn er war ihnen mehr als öftrer, er war ihnen Freund. Den Höhepunkt seines Artens am Gießener Gymnasium, die Einweihung dis Denkmals für die gefallenen Lehrer unb Schä­lt seiner Anstalt, seine eigenste geistige, künstlerische Cchöpfung, sollte ber schon sieche Mann nicht mehr ir tseiern bürfen.

Besondere Sorgfalt verwandte A l t e n b o r f auf b?s ihm unterstellte pädagogische Seminar, bas er z hoher Blüte brachte durch hervorragendes Ge- sc ick und unermüdlichen Fleiß Die Seminarbiblio- tof einigermaßen auf modernen Stand gebracht zu blben, ist sein Verdienst Das konte er traft seiner j-wattigen Kenntnis unb Belesenheit in ber Literatur fen Lehrern seiner Anstalt war A l t e n b o r f stets n wohlwollender und gerechter Vorgesetzter und teuer Mitarbeiter in der gemeinsamen Aufgabe ber i dwtschen Jugenderziehung und Ertüchtigung. Aber jene pädagogische Tätigkeit erschöpfte sich nicht khra moros. .

! Von 1911 bis 1928 war er Vorstandsmitglied im I Mischen Philologenverein, von 1911 bis 1925 im ksesamtvorstand des deutschen Philologenverbandes

W.